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"Halbglücklich" mit Schokoküssen

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von May.be, 30 Mai 2005.

  1. May.be
    Gast
    0
    Auweia, der Tag fing ja wieder toll an. Ich fange am besten beim Weckerklingeln an.
    Naja so richtig kann ich gar nicht beim Weckerklingeln anfangen, denn wie so oft habe ich das Klingeln nicht registriert und bin erst beim Telefonklingeln aufgewacht. Mila. Meine Rettung. Sie hatte geahnt ich würde wieder verschlafen und wollte mich deswegen wecken, dachte ich, aber es hatte andere Gründe.
    „Sabrina, zum Glück erreiche ich dich noch. Ich dachte du wärest schon los gegangen.“ Fing Mila aufgeregt an. Als ich nur mit murren antwortete sagte sie: „Auweia Sabrina! Du hast doch nicht etwa wieder verschlafen? Und das gerade heute…!“ Erst da wurde mir klar, dass ich nicht nur den richtigen Aufsteh-Zeitpunkt verpennt hatte, sondern auch, dass heute Aarons Geburtstag war.
    Aaron. Schon bei dem Namen bekam ich ein schlechtes Gewissen. Er ist der Bruder von meiner besten Freundin Mila. Ich war heute so ungefähr ein Jahr und 7 Monate mit ihm zusammen. Naja… hört sich alles schön und gut an, aber dazu später mehr…
    Ich fragte Mila, weshalb sie anrief und sagte, ich wüsste natürlich bescheid, dass Aaron Geburtstag hat. Sie erklärte mir schnell, weshalb sie anrief (nämlich wegen der Abschlusspräsentation, die ich nicht vergessen durfte) und legte auf.
    07:40 – Ich hatte noch genau 20 Minuten um pünktlich zum Anfang der Präsentation zu kommen und lag noch in meinem Herzchen-Pyjama im Bett.
    Auweia…und dann war noch Aarons Geburtstag. Wirklich ein großes Auweia.
    Ich flitzte durchs Haus und zog mich an, verschwand im Bad und packte dann meine Sachen. Für Essen und Trinken war es zu spät. Musste wohl mal das Kantinen-Gift her.
    Auf dem Weg zur Schule besorgte ich noch eine Karte und kritzelte einen Überraschungsgutschein hinein. Weiteres überlege ich mir später, dachte ich.

    8:07 Uhr – Puh, ich platze in den Raum, der mittlerweile schon reichlich voller Menschen war, dass niemand mein Kommen bemerkte und wie ich hoffte auch keiner mein Fehlen bemerkt hatte. Ausser Mila, Aaron und Lena vielleicht.
    Aber Aaron war nirgends zusehen, also steckte ich den Umschlag in meine Tasche und suchte Mila. Ich fand sie und bedeutete ihr, ich müsse in der Pause dringend mit ihr sprechen. Ich wusste es war ein Fehler, aber ich musste es ihr sagen…

    Als es endlich klingelte zog ich Mila schnell aufs Klo. Wir lehnten uns gegen die Wand und sie starrte mich fragend an. Meine Augen füllten sich mit Tränen. Ich musste es ihr sagen: „Mila… Ich habe gestern nach dem Kickboxen einen Jungen kennen gelernt.“ Ich wartete auf ihre Reaktion, doch ihr Blick blieb leer. Also sprach ich weiter: „Er heißt Michel…“ „Es interessiert mich nicht wie er heißt, Sabrina. Ich will wissen, was „kennen gelernt“ für dich bedeutet. Und Aaron...“ unterbracht sie mich. „Ich weiß, das ist es ja eben. Ich kenne Michel ja nicht einmal, aber ich merke, da stimmt was nicht…“ erwiderte ich.
    Im Nebenklo ging die Spülung. Mila guckte mich an: „Na Super, Sabrina!“
    Lena, unsere zweite beste Freundin kam heraus und grinste: „Au Mädels… beim nächsten mal: ein bisschen vorsichtiger!“ Ich hätte es ihr aber sowieso erzählt, also redeten wir zu dritt weiter. Aber leiser.
    Während Mila immer wütender wurde, konnte Lena mich verstehen. Ich wusste ja nicht mal selber, was mit mir los war. Aber dieser Michel ging mir einfach nicht aus dem Kopf.
    Nach dem Training letzte Woche bin ich noch zu „Willy’s“ gegangen um meine Lieblingspizza zu verdrücken. Michel arbeitet da. Nebenjob sagte er. Er sah toll aus.
    Braune Haare, große, dunkle Augen und furchtbar hübsche Unterarme.
    Naja, wir haben uns einfach kennen gelernt, keine große Geschichte. Aber auf der Rechnung stand dann eben seine Handynummer… hachja…
    „Naja, musst du wissen. Bau kein Scheiß, Sabrina. Aaron hat heute Geburtstag!“ Das war, Mila, die mich aus den Gedanken riss. Sie verließ den Raum und ich stand mit Lena alleine gegen die gelb getupfte Wand gelehnt. Sie guckte mich mit großen Augen an und sagte: „Weißt du, Sabrina, ich finde, du solltest ihn einmal treffen. Vielleicht ist er gar nicht dein Typ und du irrst dich im Moment oder aber…oder es soll eben so sein. Das brauchst du um dir klar zu werden“ Ich war ihr dankbar für jede Silbe die sie sprach. „Danke Lena, ich denke du hast Recht. Danke.“

    Ich hörte auf Lenas Rat und schrieb ihm gleich am Abend eine SMS. Nachdem ich von Aaron wiederkam. Ich habe versucht normal zu ihm zu sein, aber ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen.
    Naja, jedenfalls schrieb ich Michel eine SMS: „Hallo Michel :smile2: Ich habe gerade wahnsinnig Appetit auf Pizza. Wie wär’s mit einem Treffen am Samstag? Pizza backen? :smile2: Sabrina“
    Auf so dumme Ideen komm auch nur ich. Kaum kam der Sendebericht an, schon bereute ich das Senden.
    Ich holte mir Vanilleeis und das Warten begann. Ich bezweifelte zwar, dass er auf so eine SMS antworten würde und doch hoffte ich… 1 Minute, 5 Minuten, 10 Minuten.
    20 Minuten – Piep Piep: „Hey Sabrina, super, dass du dich meldest. Habe das Hoffen fast aufgegeben. Samstag 17Uhr am Stadtparktor? LG Michel!“
    Ich tanzte durchs Zimmer und bestätigte das Treffen per SMS. Noch 2 Tage. Ich konnte es kaum abwarten.

    Endlich war es soweit. Mila hatte ich nichts von dem Date erzählt. Sie ging mir ohne hin aus dem Weg und mit Aaron habe ich auch so wenig wie möglich gesprochen.
    Seine Küsse schienen mir die Lippen zu zerreißen und es schien, als würde er mit jedem Kuss mehr Ahnung bekommen, dass etwas nicht stimmte. Seine Augen spiegelten seine Enttäuschung, dass ich soviel Abstand nahm.
    Ich bin so eine dumme Kuh. Ich will niemandem wehtun, aber Lena hat Recht, ich muss rausbekommen, was ich will.

    Um 15 Uhr kam ich im Bademantel aus dem Bad. Musik dröhnte durchs Haus. Ich sang mit und tanzte die Treppen hoch. Nachdem ich angezogen und fertig gemacht war, fing ich an hippelig zu werden. Auweia…
    16:15 – In 15 Minuten musste ich los. Ich suchte schnell mein Portemonnaie und mein Handy und brachte etwas Ordnung ins Haus. Schließlich würden wir hier gleich Pizza backen…
    Ich schaute auf die Uhr, riss noch sämtliche Fenster auf und vergewisserte mich, dass meine Eltern auch wirklich erst nächsten Samstag kämen und nicht heute.
    Ich schnappte meinen Schlüssel und rannte zum Bus.
    25 Minuten Fahrt. 25 Minuten Vorfreude, Angst, Schlechtes Gewissen…

    Ich erkannte ihn schon vom Weiten. WoW. Bauchkribbeln. Er grinste mich an und gab mir ein Küsschen auf die Wange. Ich konnte gar nicht aufhören ihn anzustarren, bis er schließlich sagte: „Alles okay? Wollen wir los, eingekauft habe ich schon. Lass dich überraschen, was das für eine Pizza wird“ Er strahlte. Es war so niedlich wie sehr er sich über seine mir noch unbekannte Idee freute.
    Wir gingen zu mir und ich hatte noch immer nicht viel gesagt. „Mensch Sabrina, mach dich nicht zum Affen“ dachte ich mir.
    „Sag mal, kommst du hier aus der Gegend?“ fragte ich ihn. Er erzählte mir, dass er mit seinen Eltern vor ein paar Wochen hergezogen ist und nun eine eigene kleine Wohnung hier hat, während er seine Einkäufe auspackte: Pizzateig, in Ordnung. Schokosoße, ähmm…? Smarties, Auweia…! Und Streusel.
    Ich guckte ihn erstaunt an. „Naja, ich dachte mir…“ plötzlich schien er gar nicht mehr so überzeugt von seiner Idee. Ich musste lachen und er stimmte ein.
    Zum „Pizza“ backen kam es erstmal nicht, denn ich schmierte ihm Schokosoße an die Wange. Nur zum Spaß.
    Irgendwann sah die Küche aus wie im Schweinestall und ich hab es zu dem Zeitpunkt nicht einmal bemerkt.
    Michel sah mich an und sagte: „Sabrina, ich bin so froh…“ Er umfasste meine Taille und küsste mich. Schokoküsse…hmmm.
    Ich schien zu schweben. Es sollte nicht aufhören. Und plötzlich durchfuhr es mich wie ein Blitz: Aaron.
    Ich schob Michel bei Seite. Ich war mir sicher, er war der Richtige, aber noch war ich mit Aaron zusammen und ich konnte es ihm nicht antun.
    „Michel, du bist toll, ich will … also…“ fing ich an. Er guckte mich an, sagte, dass er sich in mich verliebt hat und wollte mich erneut küssen. Doch ich blockte ab und sagte: „Ich habe einen Freund. Aber Michel, ich will Schluss machen, nur jetzt im Moment bin ich noch mit Aaron zusammen…Tut mir leid.“

    Michel starrte mich an, schaute an seinem mit Schokosoße übergossenem Körper herunter und verließ das Haus.
    Ich konnte ihm nicht nach laufen. Er hatte Recht.
    In dem Moment, wo er mich umschlungen hielt, seine Lippen meine berührt haben war ich glücklich wie nie. Und doch nur „Halbglücklich“, denn da war noch Aaron…
    Ich stellte mich unter die Dusche. Die Tränen vermischten sich mit dem Wasser…
    Was sollte ich nur tun? :geknickt:


    Mal gucken, wie euch meine Geschichte gefällt. Wenn ihr wollt, wenn sie euch gefällt, schreibe ich gerne noch den Rest…

    May.be
     
    #1
    May.be, 30 Mai 2005
  2. Sesi
    Sesi (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    130
    101
    0
    nicht angegeben
    Hey,

    will mehr von der sotry hören voll süß ... bitte


    BÌITTTTTEEEEEE
     
    #2
    Sesi, 30 Mai 2005
  3. User 25480
    Verbringt hier viel Zeit
    884
    113
    65
    vergeben und glücklich
    Da schließ ich mich mal an :zwinker:
    Möchte auch gerne mehr von der Geschichte lesen :smile:
     
    #3
    User 25480, 30 Mai 2005
  4. May.be
    Gast
    0
    Hinterhalt, den ich nichtmal selber erwartet hätte!

    Erstmal: Danke, dass ihr Interesse zeigt. Das freut mcih wirklich. :gluecklic
    Ich habe mir überlegt immer den Letzten Teil des vorigen Eintrags Fett hinzuzufügen, damit man wieder einwenig rein kommt... :zwinker:

    Michel starrte mich an, schaute an seinem mit Schokosoße übergossenem Körper herunter und verließ das Haus.
    Ich konnte ihm nicht nach laufen. Er hatte Recht.
    In dem Moment, wo er mich umschlungen hielt, seine Lippen meine berührt haben war ich glücklich wie nie. Und doch nur „Halbglücklich“, denn da war noch Aaron…
    Ich stellte mich unter die Dusche. Die Tränen vermischten sich mit dem Wasser…
    Was sollte ich nur tun?


    Als ich am nächsten Morgen aufwachte, wusste ich noch immer nicht, was ich tun sollte. Ich wusste, ich spiele ein falsches Spiel, aber ich wollte beide nicht verlieren.
    Ich saß auf meinem Bett, bis mein Telefon klingelte.
    Lena. „Und Süße, wie wars?“
    Ich fing an zu weinen, sagte, ich würde sie später zurück rufen und legte auf.
    Ich wollte weder Aaron verlieren, noch wollte ich das ganze mit Michel schon beenden.
    Mir gingen Gedanken durch den Kopf, die mich selber schockten, die mich dazu brachten mich selber zu hassen. Ich mag diese Gedanken gar nicht wirklich ausdrücken, aber ich muss es wohl, um ein wenig Klarheit zu schaffen.
    Ich spielte mit dem Gedanken Michel zu sagen, dass ich mit Aaron Schluß gemacht hatte. Und stattdessen aber weiterhin mit Aaron zusammen zu bleiben. Vorübergehend. Ich wollte keinen der beiden verletzen und genauso wenig verlieren.
    Auch wenn diese Taktik wahnsinnig fies und ungerecht war, schien sie mir für diesen Moment die beste zu sein.
    Ich schrieb Michel eine SMS: „Michel, der Abend gestern. Ich bereue ihn keineswegs. Aber ich weiß, ich habe einen Fehler gemacht. 15 Uhr am „Alten Schweden“?“
    Ich hoffte die SMS klinge nicht zu locker, er sollte wissen, wie Leid mir das ganze tat.

    Inzwischen war es 14 Uhr. Ich hatte noch immer keine Antwort bekommen und doch war ich bereit loszugehen. Ich ging zu Fuss, so hatte ich genug Zeit mir meine Worte zurecht zu legen. Wenn er auftauchen würde…

    Als ich beim „Alten Schweden“ ankam („Alter Schwede“ ist übrigens ein großer Fundling, ein Stein, der am Elbufer in Hamburg am Strand liegt) setzte ich mich ans Wasser und starrte auf die Wogen.
    Ich weiß nicht genau, wie lange ich dort saß und so auf den Fluss starrte.
    Viele Spaziergänger gingen an mir vorüber und freuten sich über den sonnigen Tag.
    „Sabrina!“ Alex. „Du hast einen furchtbaren Sonnenbrand auf der Nase!“
    Ich musste lächeln. Auf der Nase bekomme ich immer als erstes einen Sonnenbrand, so, dass es aussieht, als hätte ich Abdrücke von einer Brille an der Nase.
    Ich wunderte mich, wieso Michel so freundlich und locker war. Anscheinend konnte er meine Gedanken lesen, denn er sagte: „Sabrina, ich hätte gestern nicht einfach abhauen dürfen, aber verstehe bitte, dass ich wirklich geschockt war.“
    „Natürlich verstehe ich das, und es tut mir furchtbar Leid. Ich werde Schluß machen. Ich habe verstanden worum es geht.“ Sagte ich ernst.
    Er guckte mich an, als hätte ich ihm gerade einen Heiratsantrag gemacht.
    Ich fühlte mich, wie so oft „halbglücklich“, denn einerseits war ich froh, dass es dich zu bessern schien, aber andererseits machte ich alles noch schlimmer…
    Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange, und selbst das kostete mich wahnsinnig an Überwindung, verabschiedete mich und sagte noch einmal, dass es mir Lied täte.

    Eine Dreiviertel Stunde später stand ich vor Aarons Haustür. Bevor ich die Klingel drückte machte ich mir noch einmal berechtigte Vorwürfe. Ich wusste, gleich würde ich Aaron küssen und ich wusste, ich hatte gestern erst Michel geküsst.
    Ich hätte nie gedacht, dass ich so hinterhältig sein könnte.
    Ich klingelte zweimal. Es dauerte lange, bis sich die Tür öffnete und was ich dann sah, lies mir das Blut in den Adern gefrieren…
     
    #4
    May.be, 30 Mai 2005
  5. *Wildrose*
    Verbringt hier viel Zeit
    601
    101
    0
    nicht angegeben
    Schöne Geschichte... geht die denn noch weiter?? ich bin neugierig :grin:



    Oder nach deiner Überschrift zu urteilen, wollte er dich nur reinlegen, Michel meine ich?!
     
    #5
    *Wildrose*, 31 Mai 2005
  6. hö...nich aufhören! is total schön geschrieben (wenns auch traurig ist). kenn die situation...bin (war) auch da drinnen...
    ist die geschichte denn wahr?? ach, is ja auch nicht wichtig.

    Will mehr!!!
     
    #6
    sexy sternchen, 31 Mai 2005
  7. May.be
    Gast
    0
    Huhu

    Also, ich schreibe natürlich noch weiter, nur brauch ich etwas Zeit, weil ich noch ziemlich mitten drin stecke und Ereignisse sammeln muss, denn die Geschichte ist, ja, wahr! :gluecklic
    Ich schreibe auf alle fälle weiter :zwinker:

    Bis dann, eure Sabrina ! :cool1:
     
    #7
    May.be, 31 Mai 2005
  8. May.be
    Gast
    0
    Time and Time again...

    Also, es geht weiter. Aber vorher: Wie kommst du darauf, dass Michel mich verarscht hat? Welche Überschrift meinst du? "Halbglücklich mit Schokoküssen" oder "Hinterhalt"
    Mit "Halbglücklich mit Schokoküssen" meine ich, dass ich im Moment des Kusses glücklich war, aber andererseits doch nicht, weil da eben immer Aaron im Kopf war. Halbglücklich eben :rolleyes2
    Und mit "Hinterhalt" meine ich mich selber, weil ich in dem Teil so hinterhältig mit Gefühlen umgehe... aber leider nicht nur in dem Teil. :cry:
    Aber ich hoffe du meintest das?


    Weiter gehts....

    Eine Dreiviertel Stunde später stand ich vor Aarons Haustür. Bevor ich die Klingel drückte machte ich mir noch einmal berechtigte Vorwürfe. Ich wusste, gleich würde ich Aaron küssen und ich wusste, ich hatte gestern erst Michel geküsst.
    Ich hätte nie gedacht, dass ich so hinterhältig sein könnte.
    Ich klingelte zweimal. Es dauerte lange, bis sich die Tür öffnete und was ich dann sah, lies mir das Blut in den Adern gefrieren…

    Ich blickte in große, dunkle Augen und wollte einfach nicht glauben was ich sah. Michel. Michel bei Aaron? Auweia… kennen sie sich und wissen sie, was ich für ein falsches Spiel spiele? Kann ich es irgendwie erklären?
    Nein, natürlich nicht, schließlich gibt es keine Erklärung dafür, dass ich nur an meine Gefühle denke…
    „Sabrina…?“ fragte Michel erstaunt und schaute, ob noch jemand hinter ihm stand.
    „Hey Michel. Ich bin hier weil, also…Ich… Aaron ist mein Freund.“ Ich guckte auf dem Boden, ich schämte mich wahnsinnig.
    „Aaron ist dein Freund. Wow, du hast deinen Freund mit seinem Cousin betrogen…Sabrina!“ er sagte es nicht böse, aber trotzdem war mir zum heulen zumute.
    „Bitte sag es ihm nicht. Ich mach bald Schluss…nur eben noch nicht jetzt, so bald nach seinem Geburtstag. Okay?“ ich schien in richtig anzubetteln, denn er grinste und sagte: „Schon okay. Komm rein!“

    Wir saßen alle im Wohnzimmer und aßen Kuchen. Familienbesuch. Michel tat, als kenne er mich nicht und fragte mich wo ich her kam. Irgendwie tat es mir weh.
    Es war auch furchtbar, als Aaron mich seiner Familie als seine Freundin vorstellte, aber da musste ich durch. Schließlich hatte ich selber Schuld.

    Als ich dann am Abend zuhause war, rief ich sofort bei Lena an. Ich erzählte ihr die ganze Geschichte von Anfang an. Von der geheimnisvollen Einkaufstüte zur Schokoladensoße, vom Kuss zum Geständnis. Und schließlich von der Verwandtschaft zwischen Aaron und Michel.
    Sie hörte sich die ganze Geschichte aufmerksam an und sagte schließlich:
    „Auweia. Du weißt also nicht, für wen du dich entschieden sollst, richtig?“
    „Hmm, ja relativ richtig. Aber ausserdem steht fest: egal für wen ich mich entscheide, ein Herz wird gebrochen und das Schluß ist ja jetzt noch, dass sie sich kennen und irgendwann kommt es raus.“ Erklärte ich ihr.
    „Aber Michel wird doch nichts sagen. Oder?“
    „Naja, sagt er zumindest, aber immerhin sind sie Cousins und wer weiß, wie lange er mitspielt. Schließlich meinte ich, ich würde bald Schluss machen. Weißt du?“ während ich Lena von meinen Gedanken erzählte starrte ich an die Decke. Scheiß Situation.
    „Daraus schließe ich mal, dass du gar nicht so bald Schluss machen möchtest?!“ fragte Lena mehr als dass sie es feststellte.
    „Das ist es ja, Mensch Lena, ich weiß es nicht…“
    Wir legten auf, denn ich wollte langsam schlafen, morgen war wieder Schule bis 16 Uhr.
    Ich schlief schnell ein. Unruhige Nacht. Es war wieder dieser Traum da, den ich schon von klein an träume…

    Alles ist grau, sieht aus wie in einer Fabrik. Dann seh ich ein Gänseblümchen. Schön, klein und auffällig in dem großen, grauen WirrWarr. Es ist ganz still.
    Doch plötzlich seh ich, wie sich eine große Maschine dem Gänseblümchen nähert. So groß, dass man kein Ende erkennen kann. Laute Geräusche durchbrechen die Stille.
    Plötzlich wirkt das Gänseblümchen total klein und zerbrechlich. Richtig hilflos.
    Ich schreie, denn ich sehe, dass die Maschine das Gänseblümchen kaputt machen möchte. Doch das Gänseblümchen kann sich nicht wehren. Ich rufe um Hilfe...niemand hört mich und die Maschine wird immer lauter.

    Dann wache ich auf und plötzlich weiß ich: Das Gänseblümchen sollte mich darstellen.
    Als ich in dieser Nacht nach dem Traum aufwachte fing es von Vorne an, das, wogegen ich seit Jahren kämpfte….
     
    #8
    May.be, 31 Mai 2005
  9. *Wildrose*
    Verbringt hier viel Zeit
    601
    101
    0
    nicht angegeben
    @May.be

    Ja, ich dachte wegen diesem Satz
    "Hinterhalt, den ich nichtmal selber erwartet hätte!"

    und
    "He loves me not"

    Deswegen kam mir dieser Gedanke..


    Und weiter?? :zwinker:
     
    #9
    *Wildrose*, 31 Mai 2005
  10. May.be
    Gast
    0
    :smile2:

    Mit "Hinterhalt, den ich nichteinmal selber erwartet hätte" war, wie gesagt, gemeint, dass ich nichtmal selber gedacht hätte, dass ich so hinterhältig mit Gefühlen umgehen kann.
    "He loves me not" ist aus dem Lied "She loves me not" von Papa Roach abgeleitet und bezeiht sich auf etwas, was später in der Geschichte deutlich wird... aber noch bin ich ja am Anfang... :gluecklic Kommt noch, Kommt noch... :zwinker:

    Okay. Ich schreibe mal weiter und sehe zu, dass ich den nächsten Teil noch heute reinstellen kann... :engel:


    Bis dann.... :eek4:
     
    #10
    May.be, 31 Mai 2005
  11. May.be
    Gast
    0
    Liebe ist schön, doch echt muss sie sein, denn zwischen 2 Herzen darf kein 3. sein!

    Dann wache ich auf und plötzlich weiß ich: Das Gänseblümchen sollte mich darstellen.
    Als ich in dieser Nacht nach dem Traum aufwachte fing es von Vorne an, das, wogegen ich seit Jahren kämpfte….


    Ich rannte aufs Klo. Als ich 20 Minuten später wieder im Bett lag, hatte ich zum Glück nur noch Zahnpasta-Geschmack im Mund. Auweia, ich fühlte mich so mies…
    Irgendwann schlief ich wieder ein.

    Der Wecker klingelt. Ich habe den Rest der Nacht furchtbar unruhig geschlafen und bin deswegen gleich beim ersten Klingeln aufgestanden, was für mich wirklich ungewöhnlich ist.
    Ich erinnerte mich an meinen Traum. Schnell ging ich ins Bad und machte mich fertig.
    Auf dem Weg zur Schule traf ich Aaron am Bäcker. Ich war froh ihn zu sehen.
    Er hat mir immer beigestanden, wenn es wieder ganz schlimm war. Allein seine Nähe hat vieles gebessert.
    Ich würde es ihm aber heute nicht erzählen, nahm ich mir vor, denn ich käme mir wahnsinnig egoistisch vor, wenn ich erst mit seinen Gefühlen spiele (was allein schon schlimm genug wäre) und dann mit meinen Problemen zu ihm käme.
    Wir sprachen den Schulweg über vieles. Ich versuchte an andere Dinge zu denken, als an mich und meine verdammten Gefühle, doch er schien zu merken, dass etwas nicht stimmte.
    „Samsi, was ist los?“ fragte er besorgt. Samsi, so nannte bloß er mich.
    „Nichts, was soll sein“ log ich und gab ihm einen kleinen Kuss.
    Er wusste, dass er nicht weiter fragen brauchte, ich würde, wenn überhaupt, von alleine kommen. Unsere Wege trennten sich vor der Schule, denn ich hatte Spanisch und er hatte einen anderen Kurs belegt. Wir küssten uns. „Halbglücklich“ – wie immer. Denn immer noch, war er nicht der einzige, dem die Gedanken beim Kuss gehörten. Verdammt.

    Nach der Schule machte ich einen Umweg, ich ging an der Elbe entlang und starrte aufs Wasser, jede einzelne Welle beobachtete ich. Man müsste sich wundern, wenn man es nicht besser wüsste, warum ich über das Wasser nachdachte, aber auch wenn es so aussah, ich dachte über etwas ganz anderes nach.
    Ein großes Tankschiff fuhr an mir vorüber und die Wellen wurden größer. Sie spritzten gegen die steile Steinwand und wenig später war die Wasseroberfläche wieder still und fast regungslos.
    Es konnte so nicht weiter gehen. Ich musste was ändern, ich musste mich entscheiden. Ich nahm mir vor, Aaron erst einmal alles zu erzählen und zu gucken, wie er reagiert.
    Als ich auf die Uhr schaute, traf mich der Schlag: Seit Schulschluss sind 1einhalb Stunden vergangen. Ich ging nach Hause.

    „Sabrina? Bist du zuhause?“ Meine Mutter. „Kind du musst was ordentliches Essen, hat der Arzt gesagt. Komm her, ich habe…“ Ich unterbrach sie: „Ich habe bei Mila gegessen, danke Mama…“ Mir war einfach nicht nach essen zumute.
    In meinem Zimmer wählte ich Aarons Nummer und legte mich aufs Bett. In dem Moment, wo er sich meldete fiel mir plötzlich ein, dass ich es ihm gar nicht sagen konnte, schließlich habe ich nicht für irgendeinen Jungen Gefühle, sondern für seinen Cousin…
    „Hallo? Ist da jemand dran? Hallo?“
     
    #11
    May.be, 31 Mai 2005
  12. *Wildrose*
    Verbringt hier viel Zeit
    601
    101
    0
    nicht angegeben
    Geht es noch weiter??? :zwinker:
     
    #12
    *Wildrose*, 2 Juni 2005
  13. May.be
    Gast
    0
    Na klar gehts noch weiter...ich hänge ein wenig nach, weil ich gerade Abxchlußprüfungen hatte und sowas. Ich hoffe ich kann heut nach dem Kickboxen noch weiter shcreiben...ansonsten morgen :gluecklic



    Ciao May.be :herz:
     
    #13
    May.be, 2 Juni 2005
  14. User 37900
    User 37900 (32)
    Teammitglied im Ruhestand
    1.798
    148
    145
    vergeben und glücklich
    Heyheyhey... wie gehts denn jetzt nun weiter????? Kannst doch net einfach so aufhören, möchte doch so gern wissen, für wen du dich entschieden hast

    Liebe Grüße

    Apfelbäckchen :smile:
     
    #14
    User 37900, 1 Juli 2005
  15. KittyCat3
    Verbringt hier viel Zeit
    225
    103
    1
    in einer Beziehung
    Das möcht ich jetzt aber auch wissen, wie hast du dich entschieden?
     
    #15
    KittyCat3, 1 Juli 2005
  16. Girlfriend
    Gast
    0
    will auch wissen *gg*
     
    #16
    Girlfriend, 7 Juli 2005
  17. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
    12.774
    248
    474
    vergeben und glücklich
    hab mir die geschichte jetzt auch mal durchgelesen und freue mich auf die fortsetzung..
     
    #17
    User 37284, 7 Juli 2005
  18. ich glaub da gibts keine fortsetzung mher...sie is ja schon gaaaanz lange nich mehr da gewesen
     
    #18
    sexy sternchen, 7 Juli 2005
  19. KittyCat3
    Verbringt hier viel Zeit
    225
    103
    1
    in einer Beziehung
    das find ich dann widerum stumpf!
     
    #19
    KittyCat3, 7 Juli 2005
  20. Celina
    Celina (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    588
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hoffentlich schreibt sie doch noch weiter, ich will jetzt auch wissen wie's weitergeht!^^ Die Prüfungen müssten ja eigentlich vorbei sein.... :rolleyes2
     
    #20
    Celina, 7 Juli 2005

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