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Harte Zeiten für Porno-Googler

Dieses Thema im Forum "News zu Liebe, Erotik und Sexualität" wurde erstellt von Hermann, 27 Februar 2005.

  1. Hermann
    Gast
    0
    Harte Zeiten für Porno-Googler


    Anbieter von Suchmaschinen verpflichten sich, indizierte Websites zu blockieren. Mancher versteht dies als Freiheitsberaubung. Aber Jugendschutz im Internet hat ohnehin Grenzen



    [​IMG]
    Screenshot von google.de
    Foto: WELT.de


    von Oliver Haustein-Teßmer
    Berlin - Pornosucher bei google.de haben es künftig schwerer. Das US-Unternehmen hat für seinen deutschen Ableger einen Kodex unterzeichnet. Harte Sex-Websites sollen nicht mehr auffindbar sein.

    Weitere Anbieter von Suchmaschinen wie AOL, Lycos, MSN, T-Online und Yahoo haben sich mit ihren Angeboten in Deutschland angeschlossen. Außer Porno betrifft die vereinbarte Selbstbeschränkung verfassungsfeindliche Inhalte. Auch kriegsverherrlichende Websites und gegen die Menschenwürde verstoßendes Material kommen auf den Index.

    Ziel seien die Verbesserung des Verbraucherschutzes sowie des Kinder- und Jugendschutzes, teilte Isabell Rausch, Sprecherin der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter mit. Die FSM vereint die Anbieter unter ihrem Dach.


    Manipulierbare Maschinen
    Vorausgangen war dem neuen FSM-Subkodex Kritik an der Funktionsweise der Suchmaschinen. Eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hatte ergeben, daß die Anzeige von Treffern bei der Mehrheit der Suchmaschinen extern manipulierbar ist. Dieser inhaltliche Betrug wird wie bei unerwünschten E-Mails spamming genannt.

    Zum Beweis versahen Tester Websites mit Informationen für Robots. Diese Findprogramme der Suchmaschinen lesen die besonders gekennzeichneten Hinweise zur Einordnung von Internetseiten aus. So konnten die Spam-Tester auf unter Suchergebnissen Seiten platzieren, deren sichtbare Inhalte nichts mit der eingetippten Abfrage zu tun hatten.

    Studienleiter Marcel Machill fordert deshalb Maßnahmen gegen Einflüsse von außen. "Das gilt im besonderen Maße, wenn sich Angebote mit jugendgefährdenden Inhalten hohe Rankings durch Spamming erschleichen", erklärte der Leipziger Medienprofessor bereits im vergangenen Mai.

    Noch stärker stellt Machill die fehlende Transparenz von Suchmaschinen heraus. In einer repräsentativen Umfrage für die Studie erklärte mehr als die Hälfte der Befragten, sie wisse nicht, wie die Maschinen funktionieren. Unklar war ihnen, ob neutral Informationen angezeigt oder Treffer gefiltert werden. Die meisten wußten nicht, wer die Angebote finanziert – nämlich zum Beispiel Unternehmen, die über ein Suchergebnis werben.


    Mehr als 900 Websites auf dem Index
    Mit dem neuen FSM-Subkodex verpflichten sich die Unterzeichner, die Nutzer besser über ihr Geschäft aufzuklären. Schließen sie Websites aus ihren Angeboten aus, müssen sie offenlegen, warum sie dies tun. Die Begründngen für den Kinder- und Jugendschutz geben das deutsche Strafrecht und der Jugendmedien-Staatsvertrag vor.

    Auf dieser rechtlichen Basis und nach Beschwerden indiziert die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) Websites. Ende des vergangenen Monats standen 929 Webangebote auf dem Index: Sie werden aufgelistet und bisher schon teilweise gesperrt oder strafrechtlich verfolgt. Neu ist, daß die Suchmaschinen-Betreiber alle von der BPjM indizierten Seiten automatisch blockieren wollen. Bei Beschwerden würden sie weitere fragwürdige Internetadressen an die Prüfstelle weiterleiten.

    Die dort beanstandeten Inhalte sind größtenteils pornographisch. Allerdings hat die in Deutschland erfolgreichste Suchmaschine, Google, für den deutschen Ableger ihr Angebot längst anderweitig eingeschränkt. Eine Untersuchung der Harvard Law School ergab, daß über Google USA frei anwählbare rechtsextremistische Seiten in Europa geblockt werden. Zur Begründung verweist das Unternehmen auf die unterschiedlichen Ländergesetze.


    Umwege und Proteste
    Internetnutzer haben bei solchen Hindernissen eine Auswahl an Ausweichstrecken: Das weltweite Netz läßt sich kaum national kontrollieren. Über anonymisierende Websites läßt sich zum Beispiel das US-Angebot von Google von Deutschland aus aufrufen.

    Doch mögliche Umwege reichen eingefleischten Kritikern der Selbstkontrolle nicht. Eine unterschwellige Form von Zensur seien willkürliche Filter und erkaufte Top-Positionen in Suchmaschinen, meint Reinhard Freund, der die Aktion "Rettet das Internet" gestartet hat. Gegner der beschränkten Webnutzung stellen die Kontrollen von Suchmaschinen in einen Zusammenhang mit dem immer stärker reglementierten Internetgebrauch.

    Nach dem Terrorangriff auf die USA am 11. September 2001 ist es für Polizei und Staatsanwaltschaft durch Sicherheitsgesetze einfacher möglich, Verdächtigen im Internet nachzuspüren und nebenbei Unbeteiligte zu observieren. Suchmaschinen erweisen sich dabei als nützlich. Sicherheitsbehörden können die Daten auf den Webservern nutzen, um Profile von Personen zu erstellen (data mining, zu Deutsch etwa: gezieltes Ausgraben von Daten).


    Mehrheit für Kontrolle
    Unerwünschte Folgen des Surfens beschäftigen bislang eine Minderheit innerhalb der weiter wachsenden Online-Gemeinde. Ihre Bedenken werden gestützt von Expertisen der Datenschutzbeauftragten. Aber die Bürger sind zumindest Selbstkontrolle der Anbieter aus Film und Fernsehen seit Jahrzehnten gewohnt. Konsequent befürworten knapp drei Viertel solche Beschränkungen auch im Internet. Dies berichtete der Leipziger Forscher Machill aus der Umfrage für seine Deutschland-Studie.

    Erziehungsberechtigte können alternativ versuchen, den Medienkonsum des Nachwuchses selbst zu steuern. Die FSM empfiehlt einfach, Kinder nicht ohne Aufsicht surfen zu lassen. Das Münchener Staatsinstitut für Frühpädagogik bietet sogar einen Leitfaden zum Jugendschutz online an: Die Pädagogen raten neben dem Training des Konsumverhaltens zu Hilfsprogrammen und Filtern für den Computer zu Hause.


    Artikel erschienen am Sa, 26. Februar 2005
    © WELT.de 1995 - 2005
     
    #1
    Hermann, 27 Februar 2005
  2. whitewolf
    Verbringt hier viel Zeit
    729
    101
    0
    nicht angegeben
    Hier gibt es noch einen Spiegelartikel zum Thema:

    Erfolgt keine Selbstabhilfe leitet der Vorprüfer die Beschwerde zur Entscheidung an den unabhängigen Beschwerdeausschuss weiter. Dieser hat in jedem Stadium des Verfahrens auf eine gütliche Einigung zwischen Beschwerdeführer und Beschwerdegegner hinzuwirken.
    ...
    Mit potenziell mehreren Millionen pornografischen und rechtsextremen Webseiten dürfte der Beschwerdeausschuss der FSM einige Zeit beschäftigt sein.

    Auch eine Moeglichkeit, Arbeitsplaetze zu schaffen und Steuergelder zu verschwenden.... :kotz:
     
    #2
    whitewolf, 3 März 2005
  3. Aigle
    Aigle (28)
    Verbringt hier viel Zeit
    22
    86
    0
    vergeben und glücklich
    Ich hab den Artikell net ganz durchgelesen, aber heißt das nicht, dass wenn man einfach statt google.de auf google.com geht, gilt jenes oben genannte für Pornos nicht mehr?


    Aber Hauptsache, die deutschen Jugendlichen sind geschützt! :smile:
     
    #3
    Aigle, 3 März 2005
  4. Hermann
    Gast
    0
    @ Aigle

    google.com reicht nicht ...

    Aus dem obigen Artikel:

    "... Allerdings hat die in Deutschland erfolgreichste Suchmaschine, Google, für den deutschen Ableger ihr Angebot längst anderweitig eingeschränkt. Eine Untersuchung der Harvard Law School ergab, daß über Google USA frei anwählbare rechtsextremistische Seiten in Europa geblockt werden. Zur Begründung verweist das Unternehmen auf die unterschiedlichen Ländergesetze. ...

    ... Internetnutzer haben bei solchen Hindernissen eine Auswahl an Ausweichstrecken: Das weltweite Netz läßt sich kaum national kontrollieren. Über anonymisierende Websites läßt sich zum Beispiel das US-Angebot von Google von Deutschland aus aufrufen. ..."
     
    #4
    Hermann, 3 März 2005
  5. emotion
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    Single
    Befürchte, unsere Freiheiten werden immer mehr eingeschränkt.
    Das Werkzeug jetzt schon mal an den Start bringen, aber später kann man auch unliebsame Politische Foren und Disskussionen sperren ! :kotz:
     
    #5
    emotion, 3 März 2005
  6. Mephisto2001
    Verbringt hier viel Zeit
    337
    103
    1
    Single
    da stimm ich dir zu!!!bald bekommst du nur mehr das zu sehen was du sollst!!! :kotz:
     
    #6
    Mephisto2001, 3 März 2005
  7. User 9402
    Meistens hier zu finden
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    133
    63
    vergeben und glücklich
    Immer wieder traurig zu sehen, wie jeden Tag in diesem Land ein bißchen
    Freiheit abgebaut wird.

    Bis dahin ist es nicht mehr sehr weit.
     
    #7
    User 9402, 3 März 2005

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