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Hassliebe?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von objekt.f, 22 September 2008.

  1. objekt.f
    objekt.f (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Gibt es sowas wirklich?

    Mein Leben erschwert sich dadurch, dass ich automatisch anfange, dinge die ich eigentlich liebe zu hassen.
    Konkret bedeutet das: ich lerne neue Freunde kennen und bin glücklich. Aber je mehr ich denjenigen kenne, desto sehr genieße ich es ihn "leiden" zu sehen. Bzw zu sehen dass er unterlegen ist. Ich "gönne" der Person nichts mehr und erfreue mich daran zu sehen wie es ihm schlechter geht als mir.
    Selbst bei meiner Freundin geht es mir so.
    Und das ist eben ein wirkliches Problem, da wir dauernd Streit deswegen haben.
    Wenn wir nur zu zweit sind ist alles in Ordnung, aber sobald wir zusammen zu freunden gehen, kann ich nicht anders, als sie zu ignorieren. Sie umarmt mich, aber allein die berührung ist unerträglich. Ich sehe wie sie darunter leidet und kann nichts dagegen tun, obwohl es ja eigentlich so einfach wäre sie in den arm zu nehmen. Es kommt oft vor, dass ich mit ihr, wenn wir auf einer party sind, den ganzen abend über kein einziges wort rede und gar nicht anders kann als sie komplett zu ignorieren. Mehr noch, wenn ich sehe dass sie von jemandem nicht beachtet wird, freue ich mich insgeheim darüber dass sie ein wenig ausgeschlossen ist. und fühle mich dafür wie das letzte arschloch
    Gesagt hab ich ihr natürlich nichts davon, genausowenig irgendeinem freund. verstehen könnte das wohl doch keiner :ratlos:

    geht es wenigstens noch jemandem so? jemand ne idee, wo ich anfangen könnte was zu ändern? und vor allem wie?
     
    #1
    objekt.f, 22 September 2008
  2. bonushase
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    nicht angegeben
    Hallo objekt.f,

    wie "begründest" du diese Freude für dich selbst?

    Ich persönlich sehe es so: wenn man einen Film sieht, und einer so böse ist, dass man sich am Ende freut, wenn er drauf kriegt, dann hat das möglicherweise was mit einer Art Gerechtigkeitsempfinden zu tun. Ist es sowas?
     
    #2
    bonushase, 22 September 2008
  3. objekt.f
    objekt.f (26)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    naja erst mal zu dem film: man freut sich nicht immer darüber, wenn der gute siegt. bei 3.10 to iuma (todeszug nach iuma im deutschen) fand ich den "bösewicht" immer viel charismatischer :zwinker:

    nun zum eigentlichen:
    sowas kann schon sein. ich habe zb immer das gefühl, dass andere mich als unwichtig betrachten, fühle mich unter meinen freunden meist unwohl und fehl am platze. obwohl mir meine freundin stets versichert, dass dem nicht so ist und sich doch eignetlich alle super mit mir verstehen.
    aber das reicht mir als erklärung irgendwie nicht aus.
    das kann doch nicht der grund dafür sein, genugtuung zu verspüren, wenn man sieht dass es den eigenen besten freunden schlecht geht.
     
    #3
    objekt.f, 22 September 2008
  4. bonushase
    Benutzer gesperrt
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    nicht angegeben
    Liegt es an etwas konkretem?
    Hast du soetwas wie formulierbare Inhalte, die in diesem Gefühl kodiert sind?
    Unausgesprochene Streitfragen?

    Grundsätzlich ist es (in welche Richtung auch immer) immer problematisch sein Glück davon abhängig zu machen, was andere tun oder lassen oder wie es ihnen dabei geht.
    Das führt zu emotioneller Abhängigkeit und zu Verlust, da man nur verlieren kann was man setzt.
    "Macht" basiert auf diesem Prinzip: abhängigkeit. Das ist der Stoff aus dem Enttäuschungen, Verletzungen und Demütigungen gemacht werden.
    Der einzige Weg da raus ist Unabhängigkeit: Man freut sich über das, was man selbst tut.
     
    #4
    bonushase, 22 September 2008
  5. Prof_Tom
    Prof_Tom (28)
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Auf deine erste Frage kann ich nur sagen, ja das gibt es.

    Geht mir meistens ähnlich: wenn ich zu zweit mit jemand bin den ich mag geht es noch, bin ich mit mehreren Leuten weg, oder unter Menschen, versuch ich immer irgentwie im Mittelpunkt zu stehen, ich geniesse es, "wichtiger" zu wirken als der andere oder ihn in jeglicher Form zu übertrumpfen.
    Ich fühle mich generell unter Menschen unwohl, es sei denn ich bin zu zweit mit jemand mit den ich mich gut verstehe, aber ansonsten ist es echt schlimm fühl mich immer total fehl am Platz, abends sitz ich dann nur oft alleine rum, heule, und fühl mich total unwichtig. Ich fühle mich generell sehr unwichtig und denke die Welt wäre besser ohne mich dran. Ich kann nicht verstehen wie mich jemand mögen kann und verletze die Menschen die mich vllt noch mögen und vor allen mich selber.

    Naja ist vllt ein bisschen krasser bei mir, aber wenn man von Kind auf dass eingetrichtert bekommt, das man nur Ballast und böse ist dann glaubt man das irgentwann.. PS: ich will in den meisten Filmen immer das das Böse siegt ...

    so also du bist zumindest nicht "allein"
     
    #5
    Prof_Tom, 22 September 2008
  6. Tonia88
    Gast
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    Hallo du! :smile:
    Erstmal eine Antwort: Ja natürlich gibt es das, ich denke, das erleben mehr Menschen, als du vielleicht glaubst!

    Mir ging es "bis vor kurzem" (genau kann man das ja nicht abgrenzen) ähnlich. Ich hatte den Drang mich ständig zu profilieren und zwar, weil ich - was hier ja auch schon angesprochen wurde - kaum Selbstwertgefühl hatte. Ich hatte starke Probleme zu lieben und glücklich in einer Beziehung zu sein, hatte ständig das Gefühl, eine Freundschaft mit mir sei nur Ballast. Vor allem in der Pubertät war ich unheimlich introvertiert und verschlossen - in einigermaßen festen Freundschaften habe ich das dann umgedreht und wurde dominant, gemein, natürlich alles "verdeckt".

    Mittlerweile hat sich das Problem so gut wie aufgelöst, aber das ging bei mir nicht von selbst. Ich bin offener und optimistischer geworden, genieße jetzt mein Leben und stelle fest, dass ich von Menschen gemocht werde. Das ist aber ein Stück Arbeit (war in Psychotherapie wegen Depressionen und hab da viel gelernt) und geht nicht von heute auf morgen. Ich habe gute Seiten an mir kennengelernt und kann deswegen meine "schlechten Seiten" akzeptieren. Ich bewundere Menschen, die anders und erfolgreich sind, anstatt mich selbst profilieren zu wollen.
    Jetzt geht es mir wesentlich besser, ich bin reifer und (meist) im "Gleichgewicht" mit mir selbst, verspüre Zuneigung zu anderen und einfach eine neue Lebensfreude.
    Natürlich ist es ein heikles Thema und in einem Online-Forum kann dir schlecht die richtige Hilfestellung gegeben werden. Vielleicht löst sich dein Problem, wenn du älter wirst und "dich selbst findest" (klingt blöd, ich weiß :zwinker: ). Vielleicht wirst du auch irgendwann noch massivere Probleme mit deinem Beziehungsvermögen bekommen. Ich kann dir hier nur meine Lösung zeigen, vielleicht hilft sie dir auf irgendeine Weise.

    Viel Glück noch! :zwinker:
     
    #6
    Tonia88, 23 September 2008
  7. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Hallo,

    ich denke auch, es liegt vielleicht an geringem Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen.
    Vielleicht ist es so, dass du dich in Gesellschaft mit anderen oft mit diesen Menschen vergleichst und dabei nur deren gute Eigenschaften siehst und dich selbst runtermachst. Klar, wenn du dann die ganze Zeit nur siehst, wie toll die anderen sind, bzw du sie beneidest, fühlst du dich selbst natürlich schlecht, weil du denkst, du kannst nicht mithalten. Passiert dann etwas, wodurch sie, deiner Meinung nach, abgewertet werden oder sie sich schlecht fühlen, fühlst du dich besser, weil du neben ihrem Unglück ja auch selber besser darstehst.
    Ich denke, du solltest dir klarmachen, dass jeder positive und negative Aspekte hat, jeder Fehler und Stärken, Erfolge und Mißerfolge.
    Auch wenn das nicht immer sofort sichtbar ist, sind sie vorhanden.
    Anstatt dich über das Unglück anderer zu freuen, könntest du versuchen, sie als ganzheitliche Menschen wahrzunehmen und ihre Stärken wie Schwächen als gegeben hinnehmen. (Also weder andere aufs Podest stellen, noch runtermachen.)
    Und du solltest vor allem deine eigenen Stärken und Schwächen kennenlernen. Lerne, dich selbst zu lieben und dich selbst wertzuschätzen. Also mach dich nicht selbst in Gedanken runter, spar dir die negativen Bemerkungen und übe dich lieber in konstruktiver Kritik (also "dieses verhalten hat mich jetzt nicht weitergebracht, beim nächsten mal mach ich es anders" und nicht "ich bin ein idiot, ich mach nie was richtig"). Auch Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten und Stärken ist sicher nicht verkehrt. Wenn du willst, dass andere das an dir mögen, solltest du als erster damit anfangen.


    Gruß,
    Kaya
     
    #7
    Kaya3, 23 September 2008
  8. Cariat
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hm, also ich habe solche "Empfindungen" wenn dann nur in abgeschwächter Form bei Leuten, die sich generell immer für super wichtig halten, aber im Grunde null leisten. Halt durch viel Bla Bla was darstellen wollen was sie aber unter der Fassade gar nicht sind^^ Hab einen Kollegen bei dem es mir so geht.............der turnt und quackt hier immer rum als ob er der Chef wäre *oink* Wenn er dann mal was versemmelt oder einen Einlauf von den Chefs bekommt, dann Schmunzel ich innerlich immer leicht und denk mir "Gut, es gibt einen Gott"^^
    Ansonsten bin ich bei besonderen Sachen, also wenn jemand etwas super tolles bekommt oder macht, nur etwas neidisch. Aber es ist nicht so das ich es ihm nicht gönnen würde!
     
    #8
    Cariat, 23 September 2008

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