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Sonstiges Hilfe! Ich bin eine Drama-Queen!

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von das-bin-ich, 30 März 2010.

  1. das-bin-ich
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ich weiß nicht wie ich momentan mein Leben in den Griff bekommen soll...
    ( ok, selbst mein 1. Satz klingt schon wieder sehr dramtisch)

    Ich kann es einfach nicht lassen aus Allem erstmal einen riesigen Terz zu machen, steiger mich überall sofort hinein und dramatisier alles.
    Ich hab Angst dass ich damit meinen Partner und meien Freunde vertreibe.
    Wenn mir was Negatives widerfährt, ist für mich gleich alles schwarz und ich neige zur maßlosen Übertreibung.
    Eigentlich erkenne ich das auch selbst so, aber in solchen Momenten kann ich dann einfach nicht anders.
    Ich muss auch sofort anfangen zu heulen und reagier dann total impulsiv und mach Sachen die ich später eventuell bereue... Aber ich denk jedes mal "Diesmal ist es wirklich schlimm" obwohl es im Nachhinein wieder alles halb so wild war...
    Ich nehm mich manchmal einfach selbst zu ernst...

    Wie kann ich gelassener werden und es umsetzen nicht aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen?
    Ich zieh mit meinem Verhalten leider immer zu viel Aufmerksamkeit auf mich und ich möchte das unbedingt ändern und mich besser beherrschen können.
    Aber wie soll das gehen? ich hab das Gefühl dass ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle habe...
     
    #1
    das-bin-ich, 30 März 2010
  2. User 50283
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Maha, bei mir geht auch ziemlich schnell die Welt unter. So führte vorhin die Tatsache, dass ich keine Druckaufträge abbrechen konnte, weil schlicht und einfach keine mehr vorhanden waren (nach einem geschlossenen Büro, das mir eigentlich auch hätte egal sein können, weil ich ohnehin nur etwas für eine Freundin abholen wollte sowie einem Seminar, wo ich wie alle anderen, die nicht schon eingie Semester weiter sind, nur die Hälfte verstanden habe), zu einem abendlichen Tränenausbruch. Was mir hilft? Ich habe mich anschließend direkt mit einer Freundin getroffen. Das lenkt ab, beruhigt, macht Spaß. Ich muss mich wenigstens für ein paar Minuten komplett mit was anderem beschäftigen, um die Sache realistischer betrachten zu können. Ideal, wenn ich dann auch noch bei jemand anderem weiter darüber nachdenke. Die Umgebung hält mich dann davon ab, mich wieder in dem selben Kram wie vorher zu verstricken.
    Einer Freundin gehts besser seit sie Yoga macht und während meiner Karate-Ausprobierphase hat mir einer erzählt, er sei dadurch sehr viel gelassener geworden.
    Schreib doch deine Gedanken erst mal auf, das hilft auch schon ganz gut beim Ordnen - mir zumindest. Ich schaffs nur nie mich dazu zu überwinden, wenns nötig wäre :zwinker:.
     
    #2
    User 50283, 30 März 2010
  3. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Autogenes Training und Meditation könnten hilfreich sein. Entspannungs- und Atemtechniken, um in so einem Panikmoment nicht durchzudrehen. Gewöhn Dir an, in solchen Momenten erst einmal runterzuzählen von 20 auf 1. Dabei die Augen schließen, durchatmen. Oder wie zu einem durchgehenden Gaul "Brrrrr" sagen und Dich selbst bremsen.

    Deine Freunde kennen Dich doch - die wissen, dass Du vielleicht mal übertreibst, aber auch erkennst, dass Du übertreibst.

    Das mit dem sofortigen Losheulen kenn ich, aber es ist bei mir nicht mehr so heftig wie früher. Und mein Umfeld weiß, dass ggf. Tränen bei mir nicht heißen, dass wer gestorben ist, sondern zeigen, dass ich eben gerade überfordert bin, ohne dass eine Katastrophe der Grund sein muss. Hier kommt die Flut. Mein Freund sagt dann gern sowas wie: "Dein Schleusenwärter ist schon zur Stelle", nimmt mich in de Arm und macht sonst erst einmal gar nichts.

    Gibt es denn konkrete Probleme, die Du in den Griff kriegen musst?

    Zum Hineinsteigern: Du erkennst das Problem. Das ist der erste Schritt. Wenn Du damit wieder anfängst, bremse Dich und überlege Dir ganz bewusst, was es außer den schlimmsten Möglichkeiten noch gibt. Ansonsten: Schritt-für-Schritt-Technik anwenden, Etappenziele setzen.

    Ohne konkretere Beispiele, was es denn für Probleme sind, die für Dich gleich alles so schwarz aussehen lassen, fällt mir sonst leider wenig ein.

    --
    Ja, Yoga ist auch ein guter Vorschlag. (Sollte ich auch mal probieren.)
    Thema Aufmerksamkeit: Wenn da so ein "Aufreger" ist, dann zieh Dich eben zurück. Also nicht wutschnaubend aus dem Zimmer stürmen, sondern durchatmen, weggehen, Dich sammeln.
    Wissen Deine Freunde denn, dass Dir selbst unangenehm ist, dass Du solche Szenen lieferst bzw. so viel Aufmerksamkeit auf Dich ziehst durch Dein "Dramaverhalten"?
     
    #3
    User 20976, 30 März 2010
  4. Seeker2010
    Gast
    0
    Da gibt es mehrere Ansatzmöglichkeiten...

    Mögliche Ursache ist eine punktuelle Schwäche in den Sozialkompetenzen - z.B. das Vertrauen in die Wirksamkeit des eigenen Handelns (Selbstwirksamkeit). Wenn man hier eine Schwäche hat (was einen NICHT zu einem schlechteren Menschen macht :zwinker:), dann siehst du im ersten Schritt ein neues Problem, würdest im Prinzip auch den Weg zur Lösung erkennen, hast aber kein wirkliches Vertrauen dahingehend, dass deine eigenen Handlungsoptionen das Problem wirklich lösen würden/können.

    Was du dann (bisher) brauchst sind ausreichend Menschen um dich herum (z.B. hier im Forum, Freunde, etc..), die dich in dem zu gehenden Lösungsweg bestärken - und erst wenn sie dir ausreichend bestätigt haben, dass du genau den Lösungsweg gehen musst - den du dir oft selbst ja auch schon gedacht hast - reicht dein Vertrauen aus, um diesen Weg dann auch wirklich zu gehen. Um diese Bestätigung zu erhalten, wird das Problem zunächst in den schillernsten und dramatischten Farben und Wirkungen beschrieben...

    In einem solchen Fall können die Ratschläge von mosquito wirklich helfen - Ruhe bewahren - analytisch vorgehen - sich frühere Lösungswege noch einmal konkret vor das innere Auge holen - Teilschritte definieren - ersten Schritt machen...

    Es gibt aber auch andere punktuelle Schwächen in den Sozialkompetenzen, bzw. kognitive Schwächen. So kann es z.B. auch passieren, dass sich dir die Probleme des Lebens alle "gleich groß" darstellen. Sie wirken auf dich wie Geschenkpakete die deinen Weg im Leben kreuzen... Manche siehst du nur aus der Entfernung, beäugst sie misstrauisch, aber sie kreuzen dann deinen Weg doch nicht - es waren eben nur Gefahren, die sich dann aber doch nicht bewahrheitet haben...

    Andere kreuzen deinen Weg wirklich, - und das Problem dabei ist, dass sich für dich alle Geschenkpakete (Probleme) gleich groß darstellen. Du kannst nicht wirklich differenzieren, was davon ein wirklich großes Problem ist - und welche davon eigentlich kleiner, also trivialer zu lösen wären - und manchmal sogar: dass einige davon eigentlich gar keine echten Probleme sind.

    Weil du das aber gar nicht so einschätzen kannst, sind alle Geschenkpakete per Dekret alle zunächst "groß" (Dinge, die man in ihrer Brisanz nicht einschätzen kann, lassen sich nicht priorisieren - also werden plötzlich alle Probleme wichtig und Prio 1a). So bist du abgesichert und immer auf das Schlimmste eingestellt. Ab jetzt ist für dich jedes Problem zunächst mal ein Weltuntergang... Auch hier suchst du in deiner Umgebung, die du sozial für viel kompetenter hälst, zunächst mal Bestätigung, dass dieses Problem echt schlimm ist. Erst wenn dir ausreichend Personen - oder Personen, zu denen du großes Vertrauen hast - bestätigt haben, dass das Problem in Wirklichkeit "klein" ist, machst du die Augen wieder auf und suchst nach Lösungswegen...

    Eine leichte Abwandlung ist der Fall, dass du dir aufgrund von schwächerem Selbstvertrauen für alle möglichen Situationen Musterlösungen "vorgebaut" hast, um dich vor allen überraschend eintretenden Dingen zu schützen. Es wird also ein "Soll-Verhalten" eingeführt, - dem du dich dann aber unterwirfst, denn sonst würde dieses Soll-Verhalten ja keine Sicherheit bedeuten (tyranny of the should)... Sobald aber nun etwas eintritt, was deinem vorgestrickten Soll-Muster nicht entspricht, bricht zunächst mal Panik aus ...

    Auch das ist ein Beispiel dafür, wie es zu solchen Reaktionen in der Praxis kommen kann...

    Derer gibt es noch einige - aber der Kern ist eigentlich immer ähnlich: Du vertraust dir selbst nicht in einer Weise, dass du prinzipiell alle Probleme irgendwie lösen kannst - mal mit - mal ohne fremde Hilfe... Das nichts im Leben so schlimm werden wird, als dass du plötzlich völlig ohne fremde Hilfe dastehst - sich also immer ein Weg finden wird.

    Ursachen sind meist (darum benenne ich sie auch) Schwächen in den Sozialkompetenzen, - manchmal das Urvertrauen (basic trust), - manchmal der Glaube in die Wirksamkeit des eigenen Handelns, etc... - oder auch das mangelnde Vertrauen in den eigenen Erfahrungsschatz - - - über Sozialkompetenzen kann man sich im web ausreichend belesen und dabei versuchen, die Wurzel der eigenen Unsicherheit zu entdecken...

    Falls du dich angesprochen fühlst oder bestimmte Muster wiedererkennst, kann man das auch hier weiter führen - es kommt darauf an, wie schlimm die Auswirkungen bei dir sind und wie sehr sie dich behindern - bisher kann ich eine besondere Dramatik noch nicht erkennen - was aber die oben genannten Ursachen nicht ausschließt, - sondern es bedeutet nur, dass das in deinem Fall nur "ein bischen" so ist - eben nicht sonderlich tragisch - die Dinge fehlen nicht, sie sind nur schwächer ausgebildet...

    Sollten die Auswirkungen für dich aber doch dramatischer sein, dann solltest du hier auch ruhig professionellere Hilfe nicht scheuen... Erfolge stellen sich in diesen Themen eigentlich immer recht gut und flott ein - ist also nicht so dramatisch...

    So - nacher muss ich wieder arbeiten, also zieht sich der olle Seeker mal zurück :zwinker:...

    Grüße vom Seeker
     
    #4
    Seeker2010, 31 März 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  5. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
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    nicht angegeben
    Scientology wüsste bestimmt Rat :grin:

    Ich denke einfach mal, man muss sich auch mal zusammenreissen können lernen, die meisten geben sich da meiner Meinung nach überhaupt keine Mühe und jammern dann hinterher nur rum wie scheisse sie wären und so.
    Man sagt zwar schnell "Ich kann dann nicht anders", aber wenn das wirklich so wäre, wäre wohl ein Gang zum Psychodok angebracht.
     
    #5
    Schweinebacke, 31 März 2010
  6. das-bin-ich
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    886
    103
    5
    nicht angegeben
    Nein find ich nicht, ich bin nur allgemein schnell überfordert mit Problemchen.

    Ja die nehmen das aber eher locker und nennen mich spaßeshalber "Prinzesschen" oder "Dramaqueen".
    Aber ich will dieses Image nicht mehr auch wenn sie es akzeptieren...

    Ok hier mal zwei konkrete Beispiele, die bezeichnend sind:

    - Speziell was meinen Freund angeht bin ich extrem überempfindlich nahezu kindisch. Er plant z.B. ein Beisammensitzen bei sich mit mehreren Leuten und erzählt mir das dann mit dem Hinweis, dass ich doch auch kommen soll. Und schon spür ich in mir Gefühle der Wut und Enttäuschung darüber aufsteigen, dass ich nicht vorher eingeweiht war und als 1. Person gefragt werde sondern "nur" genau wie seine Freunde.
    Aber anstatt ihm dass dann zu sagen spiel ich die beleidigte Leberwurst, lass es ihn spüren, dass mir etwas nicht passt, wenn er aber fragt, sag ich es wäre "nichts" und das ganze Spielchen geht dann soweit bis fast ein Streit daraus ensteht... Also ich denk dass ich alles in Allem sehr anstrengend für ihn bin und immer irgendwie ne"Extrawurst" erwarte.

    -2. Beispiel: Ich zöger sämtliche Termine/Fristen immer so lange heraus, bis es schon fast zu spät ist und ich mir selber Stress schaffe.
    Wenn ich für eine Prüfung lernen muss, mach ich erst dann wenn es quasi schon zu spät ist und bin dann natürlich hysterisch und panisch weil ich Angst hab durchzufallen. So als würde ich den Druck und das Drama brauchen um überhaupt was zu tun.
    Und jedesmal mit mir irgendwelche Prüfungszeiten zu überstehen ( weil ich wirklich unausstehlich bin in dieser Zeit) ist glaub ich ziemlich anstregend für meine Mitmenschen.
    Ich nehm mir dann jedesmal vor es bei nächsten Mal nicht so zu machen, aber ich lande immer wieder in diesem Schema.


    Versuch ich doch wirklich und in bestimmten Bereichen hat es sich schon gebessert, aber manchmal lass ich mich eben doch von meinen Gefühlen übermannen.

    Ich versuch wirklich das in den Griff zu bekommen, nur weiß ich leider oft selbst die Ursachen für mein Verhalten nicht ( Danke an der Stelle an Seeker).
     
    #6
    das-bin-ich, 31 März 2010
  7. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    Verlobt
    Weißt du, ein Erfahrungsbericht von mir: Wenn mich irgendwelche anderen Sachen echt heftig belasten und permanent viel Kraft fordern (ich hatte zum Beispiel einen Freund, der fast wöchentlcih von Trennung sprach und davon, dass er sich nicht mehr sicher sei, ob er mich wirklich lieben würde), dann fordert das so viel Kraft permanent, dass ich es eigentlich schon gar nicht mehr merke. Aber die Kraft fehlt mir, wenn es dann um kleinere Herausforderungen geht. Mosquito erzählt von einem Freund, der das schon kennt, so akzeptiert und sie dann ganz ruhig in den Arm nimmt. Macht deiner das auch? Oder gibt er dir das Gefühl, lächerlich und blöd und so was alles zu sein?

    Wenn dich irgendwas ständig belastet (sei es mit dienem Freund, sei es was anderes), dann bleibt nur wenig Kraft, um für Prüfungen o.ä. zu lernen. Dann braucht man kurz vor der Prüfung das zusätzliche Adrenalin der Panik, um überhaupt die Kraft dafür zu finden. Und das wirkt sich dann aus wie von dir beschrieben.

    Das Beispiel mit deinem Freund ist zum Beispiel durchaus etwas, was leicht verletzend sein kann - ist es die Spitze des Eisbergs oder nur eine kleine Macke eines ansonsten in jeder Hinsicht wunderbaren Partners? Gibt es psychisch kranke Familienangehörige, deren Existenz viel von deiner normalen Kraft kostet? Das war es bei mir nämlcih auch mal.

    Andere mögliche Ursachen gibt es sicher auch - wie gesagt, ihc habe hier einfach ein paar Parallelen zu meinem Leben gesehen und dir erzählt.

    ***

    Dann hilft es, sich auf das Grundproblem zu besinnen und dafür Lösungen zu suchen. Klammheimlich, still und leise.
     
    #7
    Shiny Flame, 1 April 2010
  8. *Luna*
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    Iich würde erst mal in mich gehen und überlegen, warum du so gereizt bist. Ist es wirklich nur die Situation in dem Moment, oder ist da eine allgemeine Unzufriedenheit? Ich habe eigentlich nur dann eine kurze Zündschnur, wenn ich irgendwie schon "grundgenervt" bin, in Kombination mit Übermüdung und Frust. Mehrmal bewusst durchatmen. Versuche die Situation ruhig zu analysieren. Lasse Dich nicht zu emotionalen Regungen hinreißen.
     
    #8
    *Luna*, 1 April 2010
  9. Lily87
    Gast
    0
    Ich kann dir nicht helfen, aber ich bin genauso. :ashamed:

    Erst heute Mittag habe ich fast nen Heulkrampf bekommen, weil ich meinen Internetstick nicht gefunden habe. :rolleyes:

    Mir hilft es manchmal, wenn ich Rad fahre, oder laufe.
     
    #9
    Lily87, 1 April 2010
  10. Party_Girl
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    vergeben und glücklich
    Das habe ich auch mit meinem Freund. Er sagt Dinge, die er gar nicht so meint, die mich dann verletzen. Aber bei mir kommt es komischerweise immer vor meinen Tagen also denke ich es ist PMS. Ich habe auch einen Termin beim Frauenarzt um eventuell eine andere Pille oder so zu bekommen. Ich schiebe das alles nicht auf die PMS aber ich bin mir ziemlich sicher das es davon kommt. Ist es denn bei dir unterschiedlich oder kann das bei dir auch von der PMS kommen?

    Bei mir ist es übringends dann so, das ich weiß ich übertreibe und reagiere über, kann das aber nicht kontrollieren :ratlos:. Ich denke ja dann selbst " du übertreeeheibst!" aber ändern kann ich dann nichts. Das Problem ist, mein Freund ignoriert mich dann ( klar das nervt ihn schliesslich) und das provoziert mich dann noch mehr :grin:. Vielleicht hätte da jemand auch einen kleinen Rat für mich :ashamed:.
     
    #10
    Party_Girl, 1 April 2010
  11. kinkyvanilla
    0
    Hey,

    ich glaub es ist schon viel wert wenn du deine innere Ruhe findest. Wenn du wieder irgendein "Problemchen" hast dann lass dich nicht sofort aus der Ruhe bringen, erst mal tief durchatmen, bis 10 zählen und dann mal überlegen. Vielleicht wirst du dann merken, dass alles halb so schlimm ist und du nicht direkt ein Drama daraus machen musst. Und was Pessimismus angeht, jeder denkt mal negativ und du solltest auch nicht alles rosa-rot sehen, aber lass dich nicht so schnell runterziehen und denk immer an die Tatsachen, lass dich einfach nicht beeinflussen. Wie gesagt, einfach mal auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Ist eventuell auch hilfreich wenn du in ein Problem verwickelt bist, es mal von einer anderen Perspektive zu betrachten, dass hilft mir immer das Problem besser zu verstehen und eine Lösung zu finden, und natürlich nicht sofort in die Luft zu gehen :zwinker: Wie auch immer, bleib realistisch und konzentrier dich, lass dich nicht ablenken wenn wieder mal was sein sollte, dann hast du einen klaren Kopf !
     
    #11
    kinkyvanilla, 3 April 2010
  12. Seeker2010
    Gast
    0
    Damit gehörst du wohl scheinbar zu den Fokussierern...

    Das ist an und für sich nichts Schlimmes... Fokussierer glänzen meist durch sehr strukturierte und durchdachte Arbeit, - was auch ein Stück weit darin begründet liegt, dass sie "Arbeit" meist in einem Stück durchziehen...

    Damit man so arbeiten kann, zieht man die dafür benötigte Zeit "zusammen" - leider meist auf den "letzten Moment"... Wenn man für eine Arbeit 2 Wochen benötigt, - und noch 4 Wochen Zeit dafür hat, dann neigt man am Ehesten zum Abwarten - und zwar am Besten so lange, bis man noch knapp 2 Wochen Zeit hat :zwinker:...

    Das wird immer dann dumm, wenn man zur Ausübung dieser Arbeiten auch kreative Ideen braucht, - die dann zuweilen auch auf sich warten lassen und die Situation auch noch verschlimmern...

    Für andere Aktivitäten ist dann in der entscheidenden Phase überhaupt keine Zeit mehr - für einen selbst wie auch für die Umgebung sehr anstrengend :grin:...

    Ausuferungen bei Fokussierern: Schwierig wird es dann, wenn diese Denk- und Arbeitsweise auch in andere Lebensbereiche ausartet... Stell dir vor, du bekommst per Post eine Jahresabrechnung für Nebenkosten von deinem Vermieter, - leider zu einem Zeitpunkt, wo du komplett pleite bist. Anstatt den Briefumschlag zu öffnen, lässt du ihn aber geschlossen und tigerst manchmal wochenlang um diesen Brief herum, - den du aber nicht öffnest, denn falls der Vermieter viel Geld nachfordern sollte, könntest du das gar nicht bezahlen...

    Das ungefähr ist die erste Stufe von Ausuferungen bei Fokussierern...

    In der zweiten Stufe schafft es der Fokussierer diesen Brief sogar wieder zu vergessen! Er wird am Schreibtisch auch so platziert, dass er übersehen werden wird - er muss aus dem unmittelbaren Gesichtsfeld entfernt werden, da man ja weiß, dass man immer bedrückt sein wird, sobald man ihn sieht...

    Sobald wieder Geldmittel verfügbar sind, wird der Briefumschlag dann geöffnet - und oft erfährt man erst dann von der Rückerstattung :zwinker:... - nein - Scherz beiseite...

    Warum macht man das? The tyranny of the should! Erst wenn du für jede mögliche Ausprägung des Problems eine Lösung parat hast, stellst du dich dem Problem. Es muss zunächst ein Soll geschaffen werden - eine Norm - ein ganzes Set an Musterlösungen, nach der du dann handeln kannst...

    Alibis: All diese Verdrängungsmechanismen haben auch mit einem gewissen Hang zum Perfektionismus - und mit Alibifunktionen zu tun...

    - Man konnte ein Problem noch nicht anpacken, da man es ohnehin nicht perfekt hätte lösen können...
    - Man konnte nicht anfangen zu lernen, weil die Zeitspanne bis zur Prüfung noch viel zu lang war...
    - Wenn man so früh anfängt zu lernen, ist man zu früh fertig, und zur Prüfung kann man dann das Kurzzeitgedächtnis nicht nutzen...
    - Man hat nicht angefangen ein Zimmer / die Wohnung aufzuräumen, da man es nicht komplett und ordentlich geschafft hätte...
    - Man geht nicht die 5 Lebensmittel unterwegs mal eben nebenbei einkaufen an deren Mangel man sich gerade erinnert, denn man benötigt ja noch mehr Dinge - das kann man nur zu Hause nachprüfen, schreibt eine Liste und kann dann alles auf Einmal erledigen...

    Alibis gibt es hier so vielfältig - aber sie sind nicht böse oder in einer anderen "niederen" Art und Weise gemeint...

    So kann auch eines der Alibis lauten, dass man jetzt nicht schon wieder direkt mit dem Lernen für die nächste Prüfung anfangen kann, da man eine solche Gewaltaktion ja erst vor 1 Woche hatte. Da hat man erst einmal "Pause verdient", also lässt man noch 2 Wochen verstreichen, bevor es dann terminlich wieder eng wird, so dass sehr folgerichtig wieder eine Gewaltaktion entsteht... Man begründet die nächstfolgende Gewaltaktion also zuweilen auch mit der Letzten...

    Belohnungen: Fokussierer neigen nämlich auch zu "Belohnungssystemen" - sie belohnen sich nach ihren Gewaltakten durch ein besonders gutes Essen, ausgiebiges Shopping, Partywoche, Kurzurlaub, etc...

    Auch hier neigt der ausufernde Fokussierer zu "vorgezogenen Belohnungen" - er zieht die Urlaubswoche vor die Zeit des Lernens, "da er ja dann nicht mehr dazu kommen wird" - er geht noch einmal ordentlich shoppen, denn sobald die Abrechnung des Vermieters kommt, wird er ja vielleicht kein Geld mehr haben...

    Ich beschreibe die "Ausuferungen" nur, damit du überprüfen kannst, ob dir das Eine oder Andere bekannt vorkommt...

    Beispiel Messi: So komisch das nämlich klingt: Messis (Vermüllungssyndrom) sind auch Perfektionisten und Fokussierer... Neben der Unfähigkeit sich von Dingen zu trennen (darum geht es hier aber gerade nicht, darum lassen wir das mal beiseite) sind Messis meist gutmütige, sozial sehr umsichtige Perfektionisten. Da liegt ein Stück weit ihr Problem... Wenn du einen Messi fragst, wie in seine Wohnung wieder Ordnung kommen soll, kann er dir immer einen genauen Plan vorlegen. Er fängt aber nie an, denn er schafft es nicht eine Aufgabe zunächst nur ein Stück weit zu erledigen - nur ein bischen aufzuräumen, zu sortieren, vorzubereiten. Sein Plan führt immer gleich bis zum Ende - zur perfekt aufgeräumten Wohnung. Genau dabei stellen sich ihm aber 1.000 Probleme (Alibis) in den Weg: Wovon kann man sich trennen, wohin mit all den Dingen, was, wenn man das Eine oder Andere doch mal wieder brauchen könnte, zu wenig Zeit, zu wenig Kraft, zu wenig Hilfe, Mülleimer zu klein, etc... - also wirft man nichts weg, weil wenn man damit beginnen würde, wäre das ja so viel, dass der Mülleimer viel zu klein wäre...

    Das klingt von außen betrachtet natürlich ein klein wenig lustig - fühlt sich für die Betroffenen (und das sind nicht nur die Messis selbst, sondern auch die Angehörigen, Freunde, etc.) aber gar nicht so an... Auch hier also Fokussierer und Perfektionisten. Dinge müssen einfach gleich perfekt sein! Egal bei wie vielen Messis man sich umsieht - eines haben sie eigentlich alle: In irgend einem Bereich ihres Lebens leben sie ihren Perfektionismus aus! Ein besonders filegranes Kunsthandwerk, - oder es werden irgendwelche Dinge gesammelt, die akribisch genau aufgereiht stehen, etc. - während alles Andere außenherum vermüllt - und oft wird der perfekte Teil des Lebens auch als Alibi für den Rest herangezogen... (das mit den Messis aber nur nebenbei als beliebiges Beispiel für viel zu starkes Fokussieren gepaart mit unrealistischem Perfektionismus)

    Also zurück zur "tyranny of the should": Irgendwann hast du für dich entschieden, dass der optimalste Fall für "Lernen" das "komplette durchziehen in einem Stück" darstellt - das ist dein "Soll" - deine "Norm" - dieser Sichtweise unterwirfst du dich, - also muss das auch beinahe zwanghaft genau so durchgezogen werden. Und durch dieses normative Handeln entsteht die Tyrannei - das Leiden an den Folgen...

    Prinzipiell ist Fokussieren also nichts Schlimmes, solange du dich selbst - oder deine Umgebung - nicht zu sehr mit den Folgen belastest... Ein wenig klingt das bei dir aber so... Den Grad, in dem du dich diesen Zwängen unterwirfst, kannst du nur selbst bestimmen, - deshalb habe ich hier ein wenig durch die einzelnen Stufen der Ausprägungen beschrieben...

    Panik kommt natürlich dann auf, wenn du gar nicht genau weißt, dass die Arbeit 2 Wochen dauern wird - und du trotzdem ein Fokussierer bist. Aber das nur als Gedankenanstoß...

    Für dein Problem (anhand des 2ten Beispiels) sähe die Lösung demnach ungefähr so aus:

    1. Muss man sich eingestehen, dass man tatsächlich ein Fokussierer ist
    2. Muss man sich dazu entschließen, das in der Zukunft nicht mehr ungebremst auszuleben
    3. Muss man sich bei anstehenden Terminen mit den Aufgaben überlegen, inwieweit man die dafür
    benötigte Zeit wirklich einschätzen kann - insbesondere falls die Erledigung in Zeiträume fällt, in
    denen auch noch andere Verpflichtungen vorhanden sind
    4. Größere Aufgaben in mehrere Kleine splitten (Etappenziele / Meilensteine festlegen)
    5. Zeitplan aufstellen, der gegen Ende noch ausreichend Puffer bietet
    6. Lasse dir neben der Arbeitszeit noch Freizeit
    7. Bei der Planung - und vor allem auch bei der Ausführung - Alibis auch als Alibis erkennen lernen
    8. Den inneren Schweinehund beim Namen nennen, - notfalls im Garten anketten :zwinker:
    9. Anfangen!
    10. Nicht aufhören!
    11. Etappenziele / Meilensteine im Auge behalten - Plan notfalls verändern!
    12. Belohne dich auch bei der Erreichung von Etappenzielen mit Kleinigkeiten
    13. Die "große Belohnung" kommt immer erst nach Erreichung des Ziels - nie vorher!

    Grüße vom Seeker
     
    #12
    Seeker2010, 3 April 2010

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