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Hilfe mein Vater ist Choleriker und meine Mutti leidet total...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von lostinthoughts, 21 Juni 2009.

  1. lostinthoughts
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Hey ihr lieben.

    Ich brauche mal dringend einen rat von euch. Mein vater ist wie oben schon geschrieben choleriker. Bei jeden kleinen scheiss rastet er aus. Brüllt rum, wird total stur und bockig und ist dann total zum kotzen.
    Da ich im ausland lebe und grad zum besuch bin, hat meine mutti sich bei mir ausgeweint und n paar üble sachen erzählt.

    Sie waren neulich auf ner urlaubsreise und mein dad hat die tasche mit den reisepässen in nem restaurant vergessen. Das ganz ist ihm dann erst wieder im hotel aufgefallen. Durch seine wutattacke hat er meine mutti dann total beschimpft. "ich hasse dich, wie kannst du nur die tasche da liegen lassen" und und und.
    Kaum ist er zurück mit der tasche (hatte sie schnell geholt), war er wieder ruhig und hat sich nicht entschuldigt.
    Oder als meine mutti im restaurant zu meinem dad meinte, als er grad vom klo kam "hallo schöner man, was machen sie denn hier? sind sie wegen mir hier?" meinte er als antwort zu meiner mom "ja leider".

    Das konnte sie mir jetzt erst erzählen und ist total unter tränen zusammengebrochen. Es gibt unzählige weitere episoden und ich bin auch in meiner kind und jugendzeit damit konfrontiert worden. Aber ich war zu naiv zu erkennen, dass er ein choleriker ist. Ich dachte nur er wäre ein strenger dad.

    Heute wollten wir, weil ich im urlaub hier bin, zu meiner tante fahren, aber weil meine mutter gestern wieder angefahren wurde und diesmal nicht alles geschluckt hat, liegt er bockig im bett und es wird darauf hinauslaufen, dass er vor trotz nicht zu meiner tante fahren wird.
    Er telefoniert auch nicht mehr mit seinen geschwistern und hat kaum noch kontakt zu anderen familienangehörigen.


    Jetz weiß ich nicht was ich machen soll. Ich habe ja schon einiges erlebt, aber hier weiß ich einfach nicht was ich machen soll:flennen:
    Mein mutti kann auch nicht einfach ausziehen und ihm mal zeigen das es so nicht geht, da sie rheumatikerin ist und auf hilfe angewiesen ist (einkaufen mit schweren tüten geht nicht, usw usw).
    Sie hatte letztes jahr mal zumir gesagt, dass es so schlimm ist dass sie ausziehen muss, aber alleine würde sie nicht klarkommen. Unterstützen würde ich sie ja, aber das ginge nur geldtechnisch, da ich wie gesagt im ausland lebe und ihr leider nicht unter die arme greifen kann und mal für sie einkaufen gehen kann oder so.

    Mein dad ist 47 und sie 49. trinkt nicht, raucht nicht. Macht viel sport. Handgreiflich wurde er noch nie, würde ich ihm auch nicht zutrauen. Wenn man normale sachen mit ihm macht ist er auch ganz ok. Kümmert sich sehr viel und unterstützt einen.


    Jetz weiß ich nur leider nicht was ich machen soll... so wie ich ihn kenne wird er nicht mit sich reden lassen. Wenn ich ankommen sollte und ein ruhiges gespräch mit ihm anfangen würde, würde nur kommen "ach lass mich doch in ruhe". Ich würde ja auch ne therapie vorschlagen, aber das hat meine mutti auch schon versucht, mit dem selben ergebnis.

    Irgendwas muss aber passieren, weil meine mutti ist schon total fertig deswegen.:flennen:
    Habt ihr eine idee?
     
    #1
    lostinthoughts, 21 Juni 2009
  2. Luc
    Luc (29)
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    nicht angegeben
    Sie kann ja mit ihm darüber reden. Vielleicht merkt er es nicht mal, dass alle darunter leiden. Wenn er sich nicht bessert oder sichzumindest bemüht, sollte deine Mutter mal anfangen Konsequenzen zu ziehen, damit er merkt, was er mit seinem Verhalten eigentlich anrichtet. Mir kommt es so vor, als ob ihr gegen ihn überhaupt kein Wiederstand habt. Wenn er sich so verhält ohne dass es Konsequenzen gibt, dann wird er sich auch nicht ändern. Waru sollte er?
     
    #2
    Luc, 21 Juni 2009
  3. Britt
    Britt (42)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Meine Mutter lebt mit meinem Vater auch in einer Beziehung, die ich selbst nicht aushalten würde. Und sie schimpft und jammert durchaus öfter mal darüber. Aber würde sie sich trennen? Niemals. Egal wie schlimm der Mann ist, allein sein ist in ihren Augen viel schlimmer. Ausserdem muss man ja Kompromisse in einer Ehe eingehen (komisch nur, dass es immer sie ist, die nachgibt!). Andere Männer sind viel schlimmer, ihrer schlägt sie ja nicht. Und so weiter und so fort. Ich habe aufgegeben, sie verstehen zu wollen. Es ist ihr Leben und sie ist ein erwachsener Mensch, der seine eigenen Entscheidungen treffen muss.

    Natürlich entwickeln sich im Laufe der Zeit Abhängigkeiten, wie z.B. das Rheuma deiner Mutter. Aber sein wir ehrlich, es gibt auch genug alleinstehende Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Da muss man sich eben Hilfe holen, schwere Sachen liefern lassen etc. (was teurer ist, aber da kann ja deine finanzielle Hilfe ansetzen, wenn sie es sich nicht leisten kann). Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Nur am Wille mangelt es eben vielen Frauen in der Lage. Du kannst ihr Alternativen zeigen oder ihr einfach nur zuhören in ihrem Kummer - ich denke, mehr erwartet sie im Grunde nicht von dir.
     
    #3
    Britt, 21 Juni 2009
  4. brainforce
    brainforce (33)
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    Single
    so schauts aus! Andererseits geht das schon jahr(zehnte)lang so und ich glaube beim besten Willen nicht das sich der Vater noch ändert bzw. ändern kann.

    Insgesamt ist das schon ein sehr "krasses" Verhältnis - und da das Leben kein Ponyhof ist würde ich als Außenstehender sagen der die Situation natürlich nur aus diesem kurzen Thread hier kennt, das eine Trennung wohl die einzige Lösung ist - auch wenn sie durch die Krankheit erschwert wird (was der Vater sicher weiß).
     
    #4
    brainforce, 21 Juni 2009
  5. chubbymuc
    Gast
    0
    Britt hat so was von klar die Lage analysiert!

    Hat deine Mutter dich denn um Hilfe gebeten? Ich finde deine Mutter gibt den Druck aus ihrer Beziehung an dich weiter. Sie tut so, als würdest du ihr helfen können, aber nur, wenn sich nichts verändert. Das ist ein Widerspruch in sich!
    Wenn sie sich bei dir nur ausweinen mag, dann laß sie. Sollte dich die Situation überfordern, dann sag dies auch deiner Mutter. Du bist nicht verantwortlich für die Beziehung deiner Eltern, auch wenn es schmerzt! Wenn dein Vater deine Mutter so mißachtet, warum lebt er dann mit ihr zusammen?
    Noch leben wir in einem Sozialstaat und es gibt genug Hilfsstellen und Hilfsangebote für deine Mutter. Aber das MUSS ihre freie Entscheidung sein und 49 ist kein Alter, um sein Leben nicht neu zu gestalten.
     
    #5
    chubbymuc, 21 Juni 2009
  6. lostinthoughts
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    danke für eure antworten.
    war grad bei meinem vater, warum er denn den ganzen tag nicht mit uns redet.

    er meinte dann das er die scheidung einreichen will, weil er kaputt geht weil er nur zurückstecken musste, in den letzten 15 jahrern.
    woltle mir nicht erklären warum genau. einfach nur "ich bin durch mit allem"

    is grad alles zuviel und ich muss erstmal kräftig heulen. irgendwie sind grad meine grundfeste erschüttert. toll wenn die familie auseinander bricht.:flennen:
     
    #6
    lostinthoughts, 21 Juni 2009
  7. Rhea
    Gast
    0
    :knuddel: lass dich mal drücken...

    Scheidung der Eltern ist scheisse, ich mach das auch gerade im detail mit. Versuch in deinem Fall einfach zu sehen dass deine Mutter besser mit der Scheidung fährt als mit jahrelanger demütigung und Streit. Und das mit der Unterstützung kann sicher auch geregelt werden.

    Ich wünsch dir auf jedenfall viel Stärke!!
     
    #7
    Rhea, 21 Juni 2009
  8. Silverbell
    Silverbell (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    14
    vergeben und glücklich
    Hallo lostinthoughts,

    das, was du schreibst, kommt mir unheimlich bekannt vor. Bei mir war es fast genauso nur mit dem Unterschied, dass mein Vater erst in den letzten Jahren vor der Scheidung zum Choleriker mutiert ist, und vorher nicht so war. Aber seine Aussagen waren dieselben: er mußte immer zurückstecken, er geht kaputt, keiner (von uns) weiß seine Leistungen zu würdigen...
    Er tut alles für uns und wir sind die Bösen, die das nicht sehen. So könnte man es vereinfacht sagen.

    Das Problem ist, dass dein Vater so überzeugt davon ist, dass er im Recht ist und alle anderen ihm Böses wollen, dass er sein Verhalten niemals von selbst hinterfragen wird. Und es wird ihn auch niemand davon überzeugen können. Da muß sich einfach jede Menge Frust und Unzufriedenheit aufgestaut haben, für die dein Vater ein Ventil sucht. Und das ist deine Mutter. Vielleicht ist es die berühmte Midlife-Crisis, vielleicht beruflicher Streß oder andere Gründe, die dein Vater eventuell sogar selbst nicht genau benennen kann. Vielleicht hängt es auch gar nicht mit deiner Mutter zusammen. Dein Vater scheint mit sich selbst nicht im Reinen zu sein. Möglicherweise hat er auch Minderwertigkeitsgefühle. Welche Ziele wollte ich im Leben erreichen? Habe ich sie erreicht? Warum nicht? Ich habe versagt. Ach ja, ich habe eine Familie. Die hindert mich daran mir bestimmte Wünsche zu erfüllen. Eigentlich habe ich mir mein Leben anders vorgestellt. Ich habe Verantwortung übernommen und wo bleibt der Dank dafür? Meine Familie ist undankbar obwohl ich alles für sie tue. Mein Leben gefällt mir so nicht.

    Ich könnte mir vorstellen, dass so ähnliche Gedanken in seinem Kopf herumkreisen. Und da er selbst nicht in der Lage ist etwas zu ändern, oder manche Dinge eben auch nicht änderbar sind, läßt er die Wut über seine Hilflosigkeit an Schwächeren aus. Das ist ein unterbewußtes Machtspielchen. Solange ich andere "unterdrücken" kann, fühle ich mich selbst nicht schwach.

    So habe ich zumindest das Verhalten meines Vaters interpretiert. Es muß nicht stimmen, aber für mich war es naheliegend. Alles in allem ist das eine ziemlich aussichtslose Sache, solange dein Vater nicht einsieht, dass seine Beziehung (also AUCH ER) ein Problem hat und nicht bereit ist, gemeinsam mit euch etwas daran zu ändern.

    Ich kenne deinen Vater nicht, daher weiß ich nicht ob man ihn dazu bewegen könnte mal vernünftig und ohne gegenseitige Schuldzuweisungen darüber zu sprechen. Das ist eine Gratwanderung. Deine Mutter darf sich nicht provozieren lassen und muß sehr viel Geduld beweisen. Aber sie darf auch nicht nachgeben und das Thema totschweigen. Ich denke, wenn man einmal in diesem Machtgefälle gelandet ist, ist es sehr schwer da wieder herauszukommen.

    Versucht doch mal in einer ruhigen Minute mit deinem Vater ganz allgemein über Ziele im Leben, den idealen Alltag, gemeinsame Pläne usw. zu sprechen. Vielleicht denke ich zu idealistisch, aber wenn ich mir rückblickend unsere Situation anschaue, dann denke ich oft: mein Vater hat immer wieder Signale gesendet, hat uns immer wieder an den gemeinsamen Tisch gebeten um Dinge zu ändern, er hat deutlich gesagt, wie unzufrieden er ist und was ihn stört. Nur leider hat es keiner wirklich ernst genommen und wir sind nie wirklich darüber ins Gespräch gekommen. Letztendlich endete es dann in gegenseitigen Vorwürfen meiner Eltern (weil beide ziemliche Sturköpfe sind) und der Scheidung.

    Auch meine Welt ist zusammengebrochen, als meine Eltern sich getrennt haben. Wenn man vorher nur eine intakte Familie kannte, ist das ein herber Schlag und das eigene Vertrauen ist erstmal erschüttert. Auch die eigenen Wertvorstellungen werden erstmal in Frage gestellt. Und das Schwierigste ist, damit abzuschließen und zu akzeptieren, dass man es nicht rückgängig machen kann. Ganz wichtig ist: du kannst daran nichts ändern und bist auch nicht schuld! Du kannst da sein, zuhören, versuchen Tipps zu geben oder zu vermitteln wenn es gewünscht ist(!), aber das ist eine Sache zwischen deinen Eltern, die nur die beiden klären können. Und egal wie die Sache ausgeht: es findet sich immer eine Lösung. Schön wäre es natürlich, wenn deine Eltern die Kurve kriegen, aber auch wenn es auf eine Scheidung hinausläuft, steht deine Mutter nicht hilflos da. Dein Vater ist nicht der Einzige, der sie mit ihrer Krankheit unterstützen kann.

    Ich staune was meine Mutter heute alles selbständig hinbekommt, wenn sie keine Hilfe hat. Sie stand am Anfang vor einem Trümmerhaufen und war total hilflos. Praktisch alleine nicht überlebensfähig. Und mittlerweile hat sie sich arrangiert und kann für sich selbst sorgen oder um Hilfe bitten, wenn sie etwas nicht schafft.

    Und mein Vater ist wieder genau wie früher. Ausgeglichen, entspannt, nicht mehr so distanziert und unnachgiebig... Keine Spur mehr von cholerischem Verhalten. Mein Verhältnis zu ihm hat sich deutlich gebessert. Nicht vollständig, das wird noch dauern und manches kann ich ihm wohl nie wirklich verzeihen, weil wir mit der Krankheit meiner Mutter eine wirklich sehr schwere Zeit hatten, aber mit der Zeit nähern wir uns wieder an. Und ich merke, dass es ihm deutlich besser geht. Manchmal frage ich mich, was meine Eltern eigentlich gemeinsam hatten und warum sie geheiratet haben. Oder warum sie nicht früher gemerkt haben, was sie falsch gemacht haben. Denn beide haben sich nach der Scheidung unabhängig voneinander unheimlich zum Positiven verändert.

    Vielleicht ist manchmal ein Bruch wirklich nötig um etwas zu ändern. Und dann muß man früh genug damit anfangen sich emotional darauf vorzubereiten und es als gegeben hinnehmen. Aber solange das mit der Scheidung bei deinen Eltern nicht feststeht, kannst du wenigstens versuchen mit beiden unabhängig voneinander zu reden und sie dazu zu bewegen sich einander wieder anzunähern. Denn Kommunikation ist eben das wichtigste. Vielleicht sind deine Eltern da etwas kompromißbereiter als meine :smile:

    Ich hoffe mein Roman hilft dir in irgendeiner Form. Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute und dass ihr die Sache gemeinsam in den Griff bekommt.

    Liebe Grüße

    Silverbell
     
    #8
    Silverbell, 22 Juni 2009

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