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Ich bin in seelischer Not

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von KleineJuli, 12 März 2010.

  1. KleineJuli
    Gast
    0
    Ich weiß, in letzter Zeit mache ich oft ein Thema auf. Aber ich brauche einen Rat :geknickt:

    Wie ich schon erwähnte, bin ich im Moment in Therapie. Ich nehme Antidepressiva und habe sehr oft diese seelischen Tiefs, wie jetzt auch. Ich sitze weinen vor dem Rechner, habe so starke Magenkrämpfe, daß es weh tut, kann nichts essen, vor Angst nicht schlafen, es wird langsam immer schlimmer.
    Ich habe mehrere Krankheiten, dazu zählen soziale Phobie und labile unsichere Persönlichkeit (genaueres diagnostiziert noch mein Psychologe), bin noch nicht lange bei ihm.

    Im Moment geht es mir so schlecht, ich würde am liebsten aus dem Fenster springen oder laut schreien, ich fühle mich einsam und alleine, niemand (außer mein Therapeut) kann mich verstehen, NIEMAND ... nicht mal mein Freund :cry: Er KANN nicht für mich da sein, wie ich es brauche, nicht, daß er nicht will, er kann es nicht. Er nimmt es so hin, wie ich bin und fühlt sich von meinen Weinen oft genervt. Dabei würde es mir viel besser gehen, wenn er einfach da wäre, aber das ist er nicht.

    Der wöchentliche Besuch bei meinem Psychologen ist mir einfach viel zu wenig. Jetzt, wo es mir so schlecht geht, ich am liebsten sterben würde und ich nur noch weine, kommt mir der Gedanke, ob ich nicht in stationäre Therapie gehen würde ...
    Ich bin nicht "selbstmordgefährdet", ich kann mich noch sehr gut "zusammenreißen", nur in DIESEM Moment geht es mir abgrundtief schlecht, und das jeden Tag.

    Aber was wäre mit meiner Ausbildung? Mit der Schule? Mit der Gesellenprüfung im Dezember?

    Mein Betrieb hat zugemacht wegen Insolvenz. Wenn ich Glück habe, nimmt mich ein andere Betrieb auf, habe nächste Woche ein Vorstellungsgespräch.

    Wenn ich das mit der stationären Therapie in Betracht ziehen würde, könnte ich das doch gleich vergessen? Es wäre der einzige Betrieb, der mich noch nehmen würde, alle anderen haben abgesagt.
    Ich kann doch nicht sagen, daß ich erst eine Therapie machen muß, ehe ich dort anfangen kann?
    Wäre ich noch im alten Betrieb, hätte man mich vielleicht unter gewissen Umständen beurlauben können. Aber wenn man neu irgendwo anfangen muß?

    Es beruhigt mich etwas, das niederzuschreiben, es bewahrt mich vor einem "Kollaps". Es kann niemand nachvollziehen, ich weiß, aber mir geht es wirklich schlecht ohne einen Grund (bin deswegen in Behandlung wegen Depressionen). Ich will mir helfen lassen, Selbstmitleid hilft nicht weiter.
    Aber ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich sehe einfach keine Perspektive mehr im Leben.
    Dadurch daß ich nicht mal weiß, ob mein Verlobter überhaupt noch mit mir zusammenziehen will (mein anderer aktueller Thread) habe ich nicht mal Aussicht auf irgendwelche Hoffnung, auf die ich hinarbeiten kann.

    Was soll ich machen wegen der stationären Therapie? Ich hätte immer Ansprechpartner, was ich dringendst bräuchte, und Ruhe, die ich Zuhause nicht habe.
    Aber ich muß doch an meine Zukunft denken :frown:

    Kann mir jemand helfen?
     
    #1
    KleineJuli, 12 März 2010
  2. krava
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    Sicher müsstest du deinen Arbeitsbeginn erstmal verschieben, aber andererseits: Bist du derzeit wirklich arbeitsfähig? Du nützt deinem Betrieb ja auch nichts, wenn du nicht voll belastbar bist und evtl. nach kurzer Zeit wieder abbrechen musst.
    Außerdem muss deine Gesundheit letztlich vorgehen!!

    Du schreibst, dass du Antidepressiva nimmst - bewirken die denn nichts? Wenn du trotzdem immer wieder weinend zusammenbrichst und derartige "Anfälle" hast?!
    Hast du deinem Psychologen mal gesagt, dass du gerne öfter zu ihm kommen würdest?

    Dass dein Freund sich vor dir zurückzieht, kann ich nachvollziehen. Klar wünschst du dir, dass er mehr da ist, aber er kann dir letztlich wirklich nicht helfen. Er ist dafür nicht ausgebildet, er hat da nicht den nötigen Abstand, ihn macht das nur mit kaputt und das kann ja auch nicht in deinem Sinne sein.
    Sag ihm vielleicht mal, dass dir einzig seine Nähe schon helfen kann, aber erwarte umgekehrt nicht, dass er ständig da ist. Er wünscht sich von dir vermutlich einfach mehr als nur bei dir zu sein. Dass du ihm im Moment wenig geben kannst, versteht er sicherlich, aber er geht dann eben auf Abstand, weil ihn die Hilflosigkeit wahrscheinlich auch belastet und er damit ganz einfach überfordert ist.

    Helfen können dir nur Profis, also ausgebildete Leute, die auch mit deiner Situation umgehen können. Erkundige dich doch einfach mal unverbindlich, welche Arten der stationären Therapie es gäbe - oder auch ambulant vielleicht. Dann eben mit mehr als einer Behandlung pro Woche. Vielleicht hilft dir auch das schon weiter!

    Alles Gute!
     
    #2
    krava, 12 März 2010
  3. Beastie
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    hast du mal in erwägung gezogen, eine offene stationäre therapie zu machen? ich weiß leider nich genau wie das heißt
     
    #3
    Beastie, 12 März 2010
  4. KleineJuli
    Gast
    0
    Hallo Krava, erstmal vielen Dank für deine Antwort.

    Ich habe meinem Psychologen nicht gesagt, daß ich gerne öfters kommen werden, werde das aber machen, wenn ich nächste Woche zum Termin komme. Leider wird mir das nicht viel nützen, weil er zu viele Patienten hat, denke ich.

    Es ist so komisch. Ich mache eigentlich noch einen ganz "normalen" und klaren Eindruck. Man würde das von mir nicht denken. Bei meinem Psychologen zeige ich mich auch von der besseren Seite, also nicht als Häufchen Elend, weil ich da im Moment "besser" kann.
    Aber so wie jetzt, wenn ich alleine bin, meinen Freund als seelischen Beistand vermisse, der auch nicht zu mir kommt und ich eine öde Zukunft vor mir sehe, könnte ich ... heulen reicht längst nicht mehr.

    Ich weiß, daß mein Freund mich nicht "heilen" kann. Es würde mir reichen, wenn er einfach nur da ist und mich in den Arm nimmt, er braucht nichts zu sagen, und irgendwas liebevolles macht.
    Nein, er möchte, daß ich ihn die ganze Zeit kraule und dann schläft er, er gibt mir nicht viel.

    Ich werde es mal ansprechen, wenn ich bei meinem Psychologen bin, wie es mit einer stationären Therapie aussähe. Ich hoffe, falls ich sowas machen sollte, daß ich danach immer noch zu ihm kommen kann.

    Aber ich weiß, es würde mein Selbstwertgefühl entgütig zerstören, wenn ich jetzt noch zu krank bin, um endlich meine Lehre abzuschließen, worin ich mich eh schon als sehr unzulänglich erweise. Ein Teufelskreis.

    @beastie: Du meinst bestimmt eine ambulante stationäre Therapie, wo man abends heimgehen kann. Aber das würde mir nichts nützen, weil ich ja dann trotzdem nicht arbeiten gehen könnte.
     
    #4
    KleineJuli, 12 März 2010
  5. krava
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    Zerstört es dein Selbstwertgefühl nicht ebenso, wenn du dich mehr und mehr mit deiner Arbeit überfordert fühlst und mehr und mehr merkst, dass dir deine Krankheit eben die Kraft dermaßen raubt?
    Ein geregelter Tagesablauf kann sicher in einem gewissen Maße dabei helfen, gar nicht erst so tief in eine Depression zu stürzen, aber so richtig geregelt ist dein Tagesablauf aufgrund der Insolvenz deines Ausbildungsbetriebes jetzt ja auch nicht (mehr) und die Zukunft stellt sich umso unsicherer dar. Und das würde wohl jedem auch nichtdepressiven Menschen schon Angst und Kummer bereiten - wie mag es also erst bei dir aussehen?

    Ich kenn mich nicht so gut aus, weiß nicht, was für Arten von stationären Therapien für deine Probleme angeboten werden. Wunder bewirken kann da wohl nichts, aber es kann helfen.
    Ich hab leider bei meiner eigenen Oma erfahren, dass jahrelang, fast schon jahrzehntelang alle möglichen Therapien nichts gebracht haben, aber Depressionen sind so unterschiedlich wie die betroffenen Menschen und deswegen sind auch die Therapieergebnisse sehr unterschiedlich.
    Die Gespräche mit deinem Psychologen scheinen dir ja auf jeden Fall schon mal weiterzuhelfen und das ist doch schon ein guter Schritt. :smile:

    Dein Freund verhält sich vermutlich so, weil er wirklcih überfordert ist und weil er wahrscheinlich auch der Meinung ist, dass er nicht dafür verantwortlich ist, dich aus deinem Tief zu holen. Er kann dich schlecht jeden Tag betüdeln und dir gut zureden. Einen schlechten Tag hat jeder mal, aber wenn sich das bei dir so häuft, dann erschreckt es ihn vermutlich auch.

    Rät er dir denn auch zu der stationären Therapie? Oder hält er sich da generell sehr zurück mit seiner Meinung?
     
    #5
    krava, 12 März 2010
  6. KleineJuli
    Gast
    0
    Das mit der stationären Therapie ziehe ich erst seit ein paar Stunden in Betracht, nachdem es mir jetzt schon viel zu oft so schlecht ging und meine Magenkrämpfe zu sehr weh tun. Mein Freund weiß davon noch nichts, über was ich gerade nachdenke.

    Ihr könnt mir glauben, es ist wirklich nicht so, daß ich ihn permanent "zuheule". Ich sitze dann nur auf meinem Bett und weine still und sage nichts mehr, und wenn mein Freund keine großen Anstalten macht, weil er es "gewöhnt" ist, weine ich umso mehr und er sagt dann "Jetzt hör doch mal auf zu heulen, sonst fahre ich gleich heim."
    Ich weiß, es ist schlimm, aber ich mache das ja auch nicht aus Spaß :frown:

    Ich habe auch große Angst, dann ganz alleine dazustehen ... meine Eltern verstehen das nicht im geringsten, ich sitze den Tag nur im Zimmer und lasse mich nicht blicken, sie sind absolut keine Hilfe. Ich habe einfach keinen, der hinter mir steht und für mich da ist, das ist das Schlimmste.
     
    #6
    KleineJuli, 12 März 2010
  7. krava
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    Das Alleinsein erschwert natürlich alles. Andererseits ist es vielleicht auch nachvollziehbar, wenn sich Menschen vor dir zurückziehen, weil sie einfach nicht wissen, wie sie dir helfen sollen.
    Wenn deine Mutter dich in den Arm nehmen würde, würde das ja letztlich auch nur für die 5 Minuten helfen, aber nicht dauerhaft. Soziale Phobie und generell Depressionen lassen sich leider nicht mit Liebe heilen. Ich hab heute noch den Satz von Robert Enkes Witwe im Kopf, als sie bei der Pressekonferenz nach dem Suizid ihres Mannes gesagt hat, dass ihre Liebe leider nicht ausgereicht hat.
    Bei meiner Oma wars genauso. :cry: Und man kann das nur so schwer begreifen.

    Wie es dir geht, wo du bist, in welcher Verfassung du bist (und die ist ja wahrscheinlich jeden Tag anders), das weißt nur du. Und deine Mitmenschen können sich nicht jeden Tag neu darauf einstellen.

    Ich geb dir noch einen Rat. Etwas, das mir sehr hilft, jeden Tag und immer, auch wenn ich Gott sei Dank nicht von Depressionen und Phobien betroffen bin, aber Heulzeiten oder Zeiten, in denen man sich alleine und unverstanden fühlt, die hat wohl jeder.
    Wenn ich mit Menschen nicht klar komme oder kein Mensch für mich greifbar ist, mich keiner versteht etc., dann halte ich mich an Tiere. Und mir hilft das sehr, ich könnte das gar nicht mehr missen.
    Tiere sind so viel sensibler als Menschen und ich weiß von Ergotherapeuten, dass beispielsweise bei Traumapatienten oder Autisten sog. Tiertherapien eingesetzt werden und größere Erfolge verbuchen als jede Gesprächstherapie.
    Das nur am Rande. Ich wollte es einfach noch dazu schreiben, weil ich mich sooooo oft von meinem Hund besser verstanden fühle als von allen möglichen Menschen.:smile:
     
    #7
    krava, 12 März 2010
  8. KleineJuli
    Gast
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    Danke krava, ich weiß es zu schätzen, wie viel Mühe du dir gerade gibst beim Schreiben, ich merke das ...

    .... ich sage es mal ... wenn ich z.B. mit der Lehre schon fertig wäre, würde es mir leichter fallen, ich hätte erstmal nichts zu "verlieren". Aber jetzt geht es darum, endlich meine Ausbildung auf die Reihe zu kriegen, sonst sehe ich da schwarz. Es würde mich nämlich keiner mehr nehmen, wenn ich im anderen Betrieb nicht anfangen würde, es wäre schlicht und einfach dumm.

    Andererseits habe ich Angst um mich selbst, wie tief es noch sinken kann ... es macht mir Angst und Sorgen, wie es jetzt schon mit mir steht, auch wenn es nicht permanent ein Dauerzustand ist, was aber immer wieder kommt jeden Tag ...
     
    #8
    KleineJuli, 12 März 2010
  9. krava
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    Noch mal meine Frage: Helfen dir die Medikamente nicht?
    Ich kenn mich da nicht so gut aus, aber letztlich sollen sie dich doch eben davon abhalten, in derartige Tiefs zu fallen oder nicht? Wenn die Dosierung stimmt, dann kann man mit den Medikamenten doch mehr oder weniger normal durch den Tag kommen. Kann!!

    Wann müsstest du die neue Stelle antreten? Haben die dir schon fest zugesagt?
    Dort nicht anzutreten wäre nicht automatisch gleich dumm. Wenn du einen Unfall hättest oder sonst eine schwerere Krankheit, dann müsstest du auch erstmal ins KH und dich auskurieren und das könnte auch mehrere Wochen dauern. Für seine Gesundheit kann man meistens nichts und man sucht sich das ja auch nicht aus.
    Ob dich deswegen keiner mehr nehmen würde, das sei mal dahin gestellt.
    Wenn dich ein Arzt arbeitsunfähig schreibt, dann bist du das eben. Da gibts nichts dran zu rütteln.
     
    #9
    krava, 12 März 2010
  10. KleineJuli
    Gast
    0
    Also die Sachen wegen Antidepressiva; ich nehme es nicht regelmäßig, weil ich sie nicht mit einem anderen Medikament zusammen vertrage.
    Das werde ich auch beim nächsten Termin beim Psychologen besprechen.
    Ich nehme noch sowas in der Art, weil ich Konzentrationsschwierigkeiten habe und dagegen nehme ich schon über ein Jahr ein anderes Medikament.
    Ich bekomme dann wahnsinnige Übelkeit und extreme Kopfschmerzen.
    Er muß mir was anderes verschreiben.

    Also das Vorstellungsgespräch hätte ich nächste Woche Dienstag und, wenn ich Glück hätte, bald darauf neue Arbeit.
    Ich kann doch schlecht hingehen und sagen, daß ich unbedingt dort arbeiten möchte (was ja so ist) aber gleichzeitig erwähne, daß ich mich in stationäre Behandlung begeben müßte und erst später anfangen könnte.

    Und ich könnte ja nicht erst da anfangen und arbeiten und dann später plötzlich sagen, daß ich krankgeschrieben worden bin, weil ich in Therapie muß ... die würden mir bestimmt noch in der Probezeit kündigen, wer weiß, wann ich denn wieder käme, wenn überhaupt?

    Ach, es ist einfach alles Scheiße, ich würde am liebsten alles hinschmeißen, aber dann wäre es endgültig vorbei :cry:
     
    #10
    KleineJuli, 12 März 2010
  11. Beastie
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    achso, ich dachte, das is anders rum ^^
     
    #11
    Beastie, 12 März 2010
  12. Kaya3
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    Hallo,

    ich denke, grade das solltest du unbedingt mal deinem Psychologen sagen. Kannst du mit ihm denn über sowas reden und hilft er dir dann bei solchen Themen auch?
    Ansonsten solltest du dich wirklich dringend darum bemühen, die Medikamentation zu verbessern.

    Ich würde dir allerdings raten, dich erstmal um diesen neuen Job zu bewerben. Ich hab auch deinen anderen Thread gelesen und so wie das klingt und ich das verstehe, würde der Job dir wohl eher gut tun und dein Selbstbewußtsein aufmöbeln. Zudem wärst du auch nicht soviel alleine. Wenn es dir dann zuviel wird, kannst du immernoch aufhören.
    Die bessere Alternative in deiner Situation wäre dann vielleicht auch ein häufigerer Besuch bei deinem Psychologen. Wenn das nicht geht, kannst du ihn ja mal fragen, ob es möglich ist, dass du an irgendwelchen zusätzlichen therapeutischen Maßnahmen irgendwo teilnehmen kannst, zB in einem Krankenhaus oder in einer Selbsthilfegruppe. Kommst du denn mit ihm klar? Ansonsten hätte ein Anderer vielleicht mehr Zeit für dich?
    Ansonsten könntest/solltest du vielleicht auch mal googlen, bzw hier oben im Kummerkasten mal gucken, was es für Angebote an Nottelefonen gibt. In unserer Stadt gibt es ein Telefon für Leute, die zB am Wochenende in einer Krise sonst niemanden erreichen können. Das ist auch für jeden, ob in Behandlung oder nicht. Sowas steht auch häufig in den regionalen Wochenzeitungen. Du kannst dir auch sonst Notfallpläne zurecht legen. Vielleicht kannst du in Krisenmomenten jemanden anrufen, guckst deinen Lieblingsfilm, gehst spazieren, schreibst Tagebuch, Briefe, etc. Irgendwas, was dich über die Zeit bringt?

    Hast du mit deinem Psychologen mal über deinen Freund gesprochen? Vielleicht würde es dir helfen, den Kontakt zu ihm etwas einzuschränken? Im Moment scheint er für dich ja mehr Stress als Hilfe zu sein. Zudem klingt er nicht sonderlich unterstützend, sondern eher egoistisch.

    Ganz akut solltest du jetzt vielleicht erstmal etwas gegen deine Magenkrämpfe tun, damit du dich wenigstens etwas besser fühlst. Hast du schon Tabletten genommen? Wärmeflasche aufgelegt? Fencheltee getrunken?

    LG
     
    #12
    Kaya3, 12 März 2010
  13. krava
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    Fällt jetzt vielleicht unter Rechtsberatung, aber krankheitsbedingte Kündigungen sind doch gar nicht erlaubt oder? Probezeit hin oder her... :ratlos:
     
    #13
    krava, 12 März 2010
  14. Kaya3
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    Naja, selbst wenn. Ob sie jetzt gar nicht erst antritt oder gekündigt wird, ist ja im Grunde egal. Nur, dass sie es im zweiten Fall mal ausprobiert hätte. Und am Ende läuft es vielleicht wesentlich besser als gedacht.
     
    #14
    Kaya3, 12 März 2010
  15. User 87573
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    So einfach ist das mit solchen Medikamenten auch nicht, die helfen nicht immer gleich gut, und sie müssen zum Teil auch angepasst werden, dh die Dosis verändert oder halt auch n anderes Medikament.
    Ich würd an deiner Stelle da mal mit deinem Neurologen sprechen oder wer dir auch immer die Antidepressiva verordnet hat (Hausärzte haben da leider nicht immer so viel Ahnung von) und das Problem schildern. Vielleicht muss ja auch wirklich einfach deine Medikation angepasst werden.

    Zu deinem Verlobten/Freund: Es ist für Angehörige oft sehr schwierig mit sowas umzugehen, vor allem wenn derjenige einfach mal keine Ahnung davon hat wie es ist depressiv zu sein und das auch nicht nachvollziehen kann oder sogar einfach abtut. Ich verstehe, wenn sich da jemand überfordert fühlt aber ich finde das gar nicht schön von ihm, dass er angenervt ist wenn du weinst und dass er sich sozusagen gar nicht um dich kümmert, sondern eher noch selbst von dir in den Arm genommen werden will. Belastet dich das eigentlich noch außerdem ? Dass du sozusagen für ihn auch noch da sein musst?

    Ansonsten: Hast du keine Freundin oder einen guten Freund, mit dem/der du einfach mal über alles reden kannst das dich belastet und der/die dich einfach mal aus deiner verfahrenen (auch familiären) Situation rausholen kann?
    Mir hat schon immer geholfen wenns mir schlecht geht übers We einfach mal zu ner Freundin zu fahren und mit der was schönes zu machen und nicht immer an all den Mist daheim zu denken.
     
    #15
    User 87573, 12 März 2010
  16. KleineJuli
    Gast
    0
    @Kaya3, vielen Dank für deinen Post ... habe darüber nachgedacht ...

    Ich werde erstmal am Dienstag zum Vorstellungsgespräch gehen und mein allerbestes geben, um dort weiterarbeiten zu können.
    Am selben Tag habe ich später einen Termin bei meinem Psychologen, ich werde ihm sagen, daß ich gerne viel öfters kommen würde, auch wenn es vermutlich nicht geht. Und ich werde mich mal, wie du es sagtest, für therapeutische Maßnahmen für die Zeit dazwischen erkundigen, das ist eine gute Idee.
    Werde trotzdem mal auf das Thema stationäre Therapie zu sprechen kommen, vielleicht kann er mir dazu noch etwas sagen, was mir hilft.
    Ich werde auch ein anderes Medikament ausprobieren wollen, das werde ich sagen, dazu muß ich zu einem anderen Arzt und der muß mir dann was anderes verschreiben. es ist notwendig.

    Mit meinen Psychologen verstehe ich mich sehr gut, er ist einfach klasse und der Beste, den ich bisher hatte. Mit ihm kann ich wirklich sehr offen und gut reden.

    Mein Freund geht am Dienstag mit zu der Sitzung bei ihm. Ich habe ihn darum gebeten, weil es mir sehr wichtig wäre, weil es dem Psychologen hilft, ein besseres Bild von meinem Umfeld zu bekommen, und mein Freund sagt auch, wie ich bei ihm wirke und rüberkomme. Und daß mein Psychologe ihm bestätigt, daß ich nicht "bekloppt" bin.

    Meine Magenschmerzen sind fast verschwunden, nachdem ich jetzt lange geweint habe, es geht wieder etwas. Ich fühle mich jetzt nur müde und kraftlos und würde am liebsten schlafen, aber dann wird sich die Angst wieder anschleichen, die Angst vor dem Alleine sein.

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 18:09 -----------

    Ja, es ist sehr "anstrengend" ... im Herzen mache ich es doch gerne, aber es ist wie eine Art "Kraftaufwand" ... ich habe nicht die Kraft, eine gute Freundin zu sein, die es immer gerne macht ...
    Andererseits genieße ich dann sehr die Nähe, daß er überhaupt da ist ... wäre ich alleine, wäre es noch schlimmer :geknickt:

    Leider nicht, weil ich keine Freunde habe ...
     
    #16
    KleineJuli, 12 März 2010
  17. krava
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    Finde ich gut, dass du deine berufliche Karriere erstmal weiter verfolgen willst. In die Zukunft schauen kann ja niemand, also kann man nie so weit im voraus planen. Aber wenn du ein Ziel hast, dann ist das sicher gut!!!

    Parallel zur Jobsuche und zum neuen Jobantritt kannst du dich ja mal nach weiteren Möglcihkeiten erkundigen, um deine Therapie zu vertiefen. Es gibt sicherlich auch ambulante Therapiemöglichkeiten für berufstätige Menschen, wo man dann eben abends hingeht.
     
    #17
    krava, 12 März 2010
  18. Kaya3
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    Das hatte mich schon gewundert, denn normalerweise verschreiben Therapeuten keine Medikamente. Dann fährst du da zu einem Psychiater? Redet der auch mit dir über deine Probleme? Nicht immer haben die wirklich Ahnung von Therapie (find ich..), aber manchmal kommen da auch ganz gute Ansätze.


    Ich finde, das klingt durchaus so, als wäre er eine große Belastung für dich. Vor allem, wenn du dich da auch noch rechtfertigen und funktionieren mußt. Klar ist so eine Situation für Angehörige schwierig, aber wenn man dann jemanden hat, der die ganze Sache noch verschlimmert, finde ich, sollte man auch mal egoistisch sein.
    Wie gesagt, hast du mit deinem Psychologen schon mal über deinen Freund gesprochen?

    Ich kann verstehen, dass du nicht allein sein möchtest. Aber so wie sich das anhört, bist du MIT deinem Freund ja trotzdem alleine, aber hoffst immer noch, dass sich das mal ändert. Wenn du dich ein bißchen auf dich besinnst, merkst du vielleicht, dass du auch alleine sein kannst und damit klar kommst und fühlst dich dann vielleicht stärker. Wenn man sich immer an jemand anderen wendet, versucht man ja gar nicht wirklich, sich um sich selbst zu kümmern und scheitert dementsprechend immer.

    Machst du eigentlich Sport, bzw gehst du mal Schwimmen oder Spazieren? Zum einen hilft Sport ja auch launenmäßig, vor allem bei Angstmenschen, zum anderen hilft es, mal den Kopf ein bißchen frei zu kriegen. Je nachdem, was man macht, ist man zwar alleine, ist aber gleichzeitig beschäftigt und kriegt auch ein ganz anderes Verhältnis zu sich selbst. Man spürt sich mehr, merkt, dass man sich selbst was Gutes tut und dass Alleinesein nicht zwangsläufig Grübeln bedeutet.
     
    #18
    Kaya3, 12 März 2010
  19. KleineJuli
    Gast
    0
    Zu den Medikamenten; ja, ich fahre dazu zu einen anderen Psychiater. Ich rede zwar auch mit ihm, aber nicht eingehend, er ist für mich nicht in erster Linie zuständig. Er war es auch, der mich an meinen jetzigen Psychologe verwiesen hat, bzw. hat er ihn mir empfohlen.

    Im Moment bin ich auch etwas auf "Abstand", da ich meinen Freund im Moment nur am Wochenende sehe, außer jetzt am Dienstag, wo er mit zum Gespräch kommt beim Psychologen.

    Ich verstehe was du meinst, bezüglich des sich um sich selbst kümmerns. Im Grunde mache ich das schon. Wäre halt nur auch etwas einfacher, wenn man einen Freund hätte, der besser für einen da wäre, auch wenn es im Grunde nichts hilft.
     
    #19
    KleineJuli, 12 März 2010
  20. User 87573
    User 87573 (28)
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    Ich erkenne da bei mir sehr viele Parallelen zu dir selbst und ich sage dir: doch, es würde was helfen wenn dein Freund für dich da wäre und dir diese Bürde (die du trägst, auch wenn du sie bis jetzt nie bemerkt hast und die eher unterschwellig da ist) der Verantwortung für zwei Leute abnehmen würde.
    Ich hab das auch erst gemerkt, nachdem ich den Unterschied zwischen zwei solchen Freunden am eigenen Leib mitbekommen habe.

    Ich denke es wäre wichtig, einen Psychiater/Neurologen zu finden, mit dem du genauso gut reden kannst wie mit deinem Psychologen und dass da auch eine enge Zusammenarbeit der beiden erforderlich ist (Bei mir ist es zB auch so dass ich mit meiner Psychologin super klarkomme, aber mit der ersten Neurologin bei der ich war überhaupt nicht klarkam. Meine Psychologin hat mir jetzt eine andere Neurologin empfohlen und mir da auch Termine besorgt). Sie müssen beide einen Einblick haben wies dir geht, und auch beide was die Medikamente die du nimmst betrifft auf dem neuesten Stand sein.
     
    #20
    User 87573, 12 März 2010

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