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Ich bin so egoistisch, aber er verdient es besser..

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Laja, 24 Januar 2007.

  1. Laja
    Laja (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    in einer Beziehung
    Hey ihr Lieben.
    Schon mal im Voraus: Sorry, dass der Thread so lang wurde, und danke an alle, die ihn trotzdem lesen.

    Nach langem Hin und Her mit mir selbst, habe ich mich entschieden, einen Post zu eröffnen, über ein Thema, das mich mehr beschäftigt als je ein anderes.
    Ich möchte es einfach gerne mal loswerden; vielleicht würde ich auch gerne hören, was ihr dazu sagt.
    Vorweg muss ich allerdings noch was an betreffende Person richten, die hier im Forum zwar nicht aktiv ist, jedoch meinen Nick kennt:
    Solltest du auf diesen Beitrag stoßen; bitte überleg dir vorher gut, ob du das hier wirklich lesen!

    Also gut *atmet durch*
    Es ist wirklich eine lange Geschichte, und ich fange wohl am besten ganz vorne an.

    Ich habe im Mai letzten Jahres in meinem Onlinerollenspiel jemanden kennen gelernt, der wirklich mein Leben auf den Kopf gestellt hat.
    Anfangs war es nur Ingame-Kontakt, der sich ganz langsam ausweitete, bis wir im September zu chatten anfingen und kurz darauf auch Handy- und Festnetznummern ausgetauscht haben.
    Seit Monaten telefonieren wir jeden Abend, meistens mehrere Stunden.
    Das Ganze hat sich wirklich Stufenweise immer mehr intensiviert, und mittlerweile bedeutet dieser Mann mir wirklich eine Menge.

    An diesem Punkt wird sich jeder denken können, worauf es hinaus läuft, denn ich habe einfach gemerkt, was für ein wundervoller Mann er ist.
    Er hat alles, was ich je wollte; er hört zu, wenn man ihm was erzählt, er merkt sich, was man sagt, weil es ihn interessiert, er macht glaubwürdige Komplimente, zeigt so offen seine Zuneigung, möchte wissen, wie es mir geht, beruhigt mich, wenn ich mich aufrege, baut mich auf, wenn ich genervt bin. Er macht mir so ein unglaublich schönes Gefühl, jeden Tag.
    Er ist die ganze Zeit, seit Monaten, in meinem Kopf. Ich denke so schrecklich viel an ihn, und ich weiß schon lange, dass er mein Traummann ist.
    Natürlich ist er nicht fehlerfrei, aber er ist genauso, wie ich es mir wünsche.
    Ich habe ziemlich lange versucht, gegen an zu kämpfen, die Gefühle zu weit gehen zu lassen, aber ich habe es irgendwann aufgegeben.
    Ich würde alles für diesen Mann tun – er ist mein größter Schatz.
    Ich weiß, wie albern das klingen mag – jemanden derart zu vergöttern, den man nie getroffen hat, aber wir machen uns nichts vor.
    Ich will ihn, und er weiß das.

    Und dadurch, dass er mir direkt gesagt hat, dass er gerne mit mir zusammen sein würde, ist eigentlich alles toll.
    Ich hatte ihm an diesem „ ersten“ Abend ein Foto geschickt, auf dem auch meine Halskette – ein Lederband mit einem keltischen Zeichen zu sehen – ist.
    Später sprach ich mal an, dass das Band ausgewechselt werden müsste, ich den Knoten allerdings nicht so hinkriegen würde. Er meinte, er könne das ja machen, also wollte ich sie ihm mit einem neuen Band schicken, woraufhin er mit einem Lachen sagte: „Aber dann würdest du sie wahrscheinlich nicht wiederbekommen, weil ich sie dann lieber tragen würde, damit ich immer was von dir bei mir habe.“
    Ich habe sie ihm dann geschickt, mit dem Vermerk, dass ich mich sogar freuen würde, wenn er sie tragen würde. So gewinne sie wenigstens an Bedeutung.
    Er war darüber total gerührt. Er hat das Band dran gelassen und sie seitdem jeden Tag getragen.

    Es ist alles so schön – ich bin wirklich glücklich über ihn.
    Aber - und ich fürchte, die „Vorgeschichte“, die erst hier endet, ist viel zu lang – es gibt ein riesengroßes Problem.
    Er erzählte mir davon recht am Anfang.
    Seine ehemalige Freundin ist vor einiger Zeit bei einem Unfall ums Leben gekommen.
    Und wegen einer Angst, die daherrührt, will er sich noch nicht mit mir treffen.
    Er hat es mir so erklärt: „Ich habe Angst. Ich habe Angst mich richtig in dich zu Verlieben wenn wir uns persönlich kennenlernen. […]Aber nein, es ist nicht die Angst mich in dich zu verlieben. Es ist die Angst mich in dich zu verlieben und dich ebenso zu verlieren wie ***.“
    Als ich diese Nachricht von ihm gelesen habe, da war ich so am Boden. Ich hab total geheult, und könnte es schon wieder, wo ich die PN eben noch mal gelesen habe.
    Ich kann euch nicht sagen, wie unglaublich leid mir das tut. Ich habe in dem Moment wirklich das Leben verflucht, aber nicht mal, weil ich „zurückstecken“ muss, sondern weil er diesen grausamen Verlust nicht verdient hat.
    Das ist so unfair.

    Er hatte total Angst, dass ich den Kontakt abbrechen würde, weil ich ihn nicht so haben kann, auch wenn er das noch klargestellt hatte, lange bevor ich mich gefühlstechnisch soweit fortbewegt hatte.
    „Aber ich hoffe einfach das du nicht komplett das Interesse verlierst an dem kontakt mit mir. Denn davor habe ich auch Angst. Obwohl das Ganze wieder so nah ist durch die Erinnerung, dadurch das es ein Jahr her ist bin ich wirklich glücklich momentan. Wegen dir.“

    Ich war unglaublich traurig, dass er sich wegen dieser Angst so fertig gemacht hatte. Niemals hätte ich ihn gehen lassen, oder weggeschickt.
    Ich habe ihm versprochen, er würde alle Zeit der Welt bekommen, und ich würde einfach so lange warten, bis er sich eben innerlich bereit fühlen würde.
    Ich wusste, ich WILL ihn treffen. Er war mir so wichtig geworden, schon in der kurzen Zeit. Wir verstanden uns so toll, das hätte ich nie hergegeben. Auch, wenn ich dafür warten musste.

    Das ist jetzt fast genau vier Monate her.
    Seit dem geht es mir abwechselnd richtig gut und richtig schlecht. Alles wegen ihm.
    Die guten Gefühle überwiegen glücklicherweise, aber es nagt jeden Tag so arg an mir.
    Mittlerweile weiß ich, dass ich mit ihm zusammen sein will. Wir kennen uns so gut, und mein Herz klopft so oft so sehr.
    Ich will ihn so sehr, aber ich kann ihn nicht haben, und das macht mich so fertig.
    Es ist, als wäre das einzige, was ich je wollte, unerreichbar. Und irgendwie doch wieder nicht.
    Er tut alles für mich. Er gibt mir alles, was er mir geben kann, und doch bin ich nicht zufrieden.
    Ich bin ein so widerlicher Egoist, und das ist das Schlimmste daran. Ich hatte es ihm versprochen, hatte ihm alle Toleranz dieser Welt von Himmel gelogen.
    Ich dachte, ich könnte es, aber es geht nicht.
    Drei oder vier Mal habe ich versucht, mit ihm darüber zu reden, und ihn jedes Mal nur noch mehr unter Druck gesetzt. Habe es sofort wieder bereut, aber ich kam einfach nie drum herum.
    Er meint, irgendwann würde es Klick machen, und ich glaube ihm auch.
    Aber es ist zeitlich so unbegrenzt, ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.
    Manchmal zerreißt es mich innerlich, weil es mich so todunglücklich macht. Ich möchte ihn so gerne im Arm haben, will ihn bei mir haben. Aber es geht nicht.

    Das ist so schrecklich für mich – ich fange an, stinksauer auf mich zu sein, weil ich ihm einfach diese Zeit nicht geben kann.
    In meinem Kopf gingen in schlechten Momenten schon echt ätzende Dinge herum. Den Kontakt abzubrechen, zum Beispiel. Aber ich weiß, dass ich das nicht kann. Ich werde das nie können, selbst dann nicht, wenn es anfängt, mich wirklich kaputt zu machen.
    Ich würde ihn nur zum Schein abbrechen, um ihn vor die Wahl zu stellen, und so was will ich nicht denken.

    Ich weiß einfach nicht, wo ich die Geduld und Toleranz, die er braucht, und die er vor allem auch verdient hat, hernehmen soll.
    Es ist so unglaublich schwer.
    Wenn ich jemals etwas von ganzem Herzen gewollt habe, dann jetzt.
    Ich kann einfach nichts tun.
    Ich habe ihm gesagt, wie schlecht es mir manchmal geht, und wie gesagt, ich hab’s bereut, jedes Mal. Es tut ihm so schrecklich leid, aber es geht nun mal nicht schneller.
    Manchmal tut es meinem Herzen richtig weh, manchmal hab ich deshalb geweint.
    Meistens geht es recht schnell wieder weg, dann geht es mir wieder gut, einfach weil es doch so schön ist mit ihm. Weil er so ein wundervoller Mensch ist.
    Er liegt mir wirklich zu Füßen und würde alles für mich tun, und da kann ich ihm nicht mal etwas Zeit geben.
    Ich hasse mich dafür. Ich mache ihm seine schlimme Situation nur noch viel schwerer.
    Das hat er wirklich nicht verdient.
    Aber wie soll ich mich ändern?



    Edit: Ich habe den Beitrag mal ein wenig gekürzt, auch wenn das wohl wenig gebracht hat..
     
    #1
    Laja, 24 Januar 2007
  2. Stonic
    Stonic (41)
    Grillkünstler
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    Verheiratet
    Erstmal brauchst du dich wegen deiner Wünsche und Gefühle nicht schlecht machen denn ich sehe in deinem Verhalten kein eogistisches Verhalten.
    Evtl. in dem du ihm einen Brief schreibst das du ihn einfach gerne sehen möchtest seine Angst unebgründet ist da du solange du in seinem Herzen bist immer für ihn da sein wirst.
    Klingt vieleicht bisserl übertrieben ist aber nicht verkehrt.

    Ich kann seine Angst allerdings auch verstehen wenn auch nicht ganz nachvollziehen.

    Wenn du darüber reden magst kannst du mich gerne per pn anschreiben
     
    #2
    Stonic, 24 Januar 2007
  3. Laja
    Laja (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    in einer Beziehung
    Hey..
    Danke für's Lesen und die Antwort.

    Das Problem ist eben, dass seine Angst - wenn man es so sieht - nicht wirklich unbegründet ist.
    Seine Freundin, die er über alles liebte, wurde ihm von einem auf den anderen weggenommen. Gestern hielt er sie noch im Arm, und am nächsten Nachmittag konnte die Ärzte sie nicht mehr retten.
    Wir haben nie wieder wirklich darüber gesprochen, aber ich denke einfach, er hat unglaubliche Angst, diese Horrorzeit nochmal durchmachen zu müssen.
    Ich kann ihm nicht sagen "Hey, ich werde IMMER bei dir bleiben.", denn einen Unfall kann ich nicht voraussehen und auch nicht verhindern, wenn er passiert.

    Als ich neulich Abends zu einem Bekannten zum DvD-Abend ging, da war er beleidigt, und ich hab mich erst voll darüber aufgeregt.
    Später habe ich erfahren, dass er einfach Angst hatte, weil er halt den Gedanken nicht mochte, dass ich nachts zwei Mal durch die halbe Stadt renne.
    Das muss so unglaublich tief sitzen, und ich verstehe es auch.
    Nachempfinden kann ich es natürlich nicht. Kann mir das Gefühl, das ihn quält, nicht im Entferntesten vorstellen.
    Nur ABstellen kann ich es auch nicht.

    Ich denke, es ist recht sinnlos, nochmal nachzuhaken, ihn noch mal unter Druck zu setzen.
    Ich fürchte einfach, dass ich keine Wahl habe, außer zwischen warten und es ganz sein zu lassen.
    Und da fällt es halt nicht schwer, sich zu entscheiden.

    Ich habe mir vorgenommen, ihn nicht mehr darauf anzusprechen. Ich will ihn nicht weiter drängen.

    Mein letzter Hoffnungsschimmer hängt jetzt quasi an meinem Urlaub vom 19.2. bis 3.3.
    Bis Ende Februar veranstaltet die Bahn doch dieses Special, das habe ich ihm gesagt.
    Er sagte dazu nur "Ich denk drüber nach."
    Also.. Hoffnung kann man das schon fast nicht mhr nennen.

    Ich brauche irgendeine Möglichkeit, besser damit klarzukommen.
    Mein Leben ist im Moment so schon nicht so leicht, da muss ich mich nicht auch noch dauernd fertig machen, wegen einem Mann, der mich doch eigentlich so glücklich macht..
     
    #3
    Laja, 24 Januar 2007
  4. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
    726
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    0
    nicht angegeben
    Klingt irgendwie nach "Message in a bottle".
    Zunächst einmal halte ich Dein Bedürfnis überhaupt nicht egoistisch. Es ist doch ganz klar, daß es an Dir nagt und Dich auch an die Grenzen Deiner Leidensfähigkeit bringt.
    Letztlich wird er sich überwinden müssen. Es muß ins kalte Wasser springen. Es wird nicht leichter, wenn er auf eine gute Gelegenheit wartet, die kommt eh nicht und von selber wird die Angst nicht gehen.
    Ich drück Dir die Daumen, daß er es schafft, sich zu überwinden!
     
    #4
    dummdidumm, 24 Januar 2007
  5. Laja
    Laja (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    123
    3
    in einer Beziehung
    Danke für die Antwort.
    Und danke für's Daumendrücken.

    Ich bin mir eigentlich relativ sicher, dass er sich irgendwann überwindet.
    Die Frage ist nur, wann.
    Ich habe nämlich auch ein klein wenig Angst und die Befürchtung, dass er sich auf der jetzigen Situation ausruht.
    Dass er es schön findet, wie es ist und deshalb keinen wirklichen Grund sieht, "den Sprung ins kalte Wasser zu wagen".
    Er sagte, dem sei nicht so.
    Aber vielleicht merkt er es auch nicht.
    Ich meine ja nicht, dass er das absichtlich macht, sondern dass sein Unterbewusstsein vielleicht auch gemerkt hat, dass ich nicht einfach abhaue.
    Ich bedeute ihm die Welt, das weiß ich.
    Aber ich ärgere mich auch, dass ich so schrecklich in Mitleidenschaft gezogen werde dadurch. Denn manchmal geht es mir wirklich schlecht.
    Ich will auch nicht, dass es soweit kommt, dass ich ihn "erpressen" muss.
    Nicht muss, weil ich keine andere Möglichkeit sehe, sonder muss, weil ich vielleicht irgendwann so sehr daran klammere, dass ich den Fehler in einem Vor-Die-Wah-Stellen nicht mehr sehe.

    Wäre es, weil seine Ex ihn betrogen und hintergangen hat, wäre mein Verständnis längst vorbei.
    Aber seine Freundin ist umgekommen, und das ist das Allerschlimmste, was ich mir für einen Menschen vorstellen kann.
    Ich KANN ihn einfach nicht zwingen, selbst wenn es Erfolg hätte.
    Ich fühle mich jetzt schon so schlecht, ihn ständig unter Druck zu setzen.
    Und außerdem habe ich Angst, dass es das Gegenteil bewirkt hat, als für was es vorgesehen war..
     
    #5
    Laja, 24 Januar 2007
  6. Wattebausch
    Verbringt hier viel Zeit
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    101
    0
    nicht angegeben
    schließ mich meinen vorrednern erstmal an!

    ich würde auch erst mal nen altmodischen brief schreiben, in dem du ihm nochmal deine gefühle schilderst!
    denn wenn man derartiges liest, wird es einem klarer vor augen geführt, als wenn man es nur hört!!!

    hast du die möglichkeit ihn zu besuchen?
    vielleicht wäre der sprung ins kalte wasser gar nicht so schlecht für ihn?!
     
    #6
    Wattebausch, 24 Januar 2007
  7. Mephorium
    Mephorium (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    Verheiratet
    Ich denke nicht, dass du egoistisch bist. Du hast im prinzip deinen Traummann gefunden und er ist zum greifen nah und trotzdem soweit entfernt (aufgrund seiner Ängste).

    Leider liegt es an ihm seine Angst zu überwinden. Unfälle können immer passieren und man kann nichts dagegen machen, außer vorsichtig sein. Ich kann ihn verstehen, aber denke gleichzeitig auch, dass es doch nichts bringt sich dermaßen abzuschotten, nur weil etwas wieder passieren könnte, was man doch sowieso nicht beeinflussen kann.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du deinen Traummann doch noch in deinen Armen halten darfst und wünsche dir bis dahin viel Kraft.
     
    #7
    Mephorium, 24 Januar 2007
  8. *Luna*
    *Luna* (34)
    Meistens hier zu finden
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    Single
    Ich bin erschrocken. Was eine junge Seele manchmal alles ertragen muss, ist unfassbar. Menschen an den Tod zu verlieren, geht nicht spurlos an uns vorbei. Ich kann verstehen, dass er diese riesige Verlustangst entwickelt hast. Es ist eine Spirale: Er hat Angst, du klammerst, er zieht sich etwas zurück, Seine Angst wächst, Du klammerst mehr - da auszusteigen ist nicht einfach. Und du bist nicht egoistisch rede dir das bitte nicht ein.

    Es geht hier nicht um seine verstorbene Freundin. Und auch nicht um irgend jemand anderen. Es geht jetzt um ihn und er braucht Zeit und diese Zeit solltest du ihm gewähren.

    Macht er eine Therapie? Du musst jetzt wirklich diese Gefühl wegbekommen, dass er dir gegenüber zu irgendetwas verpflichtet ist, verstehst du?
    Mit der Zeit ergibt alles weitere, du wirst auch spüren, wenn es zuviel wird. Vielleicht schreibst Du ihm einen Brief, wo drin steht, wie Du die Situation siehst.
     
    #8
    *Luna*, 24 Januar 2007
  9. smithers
    Verbringt hier viel Zeit
    1.349
    121
    0
    nicht angegeben
    OhOh – höchst komplex das ganze. Fangen wir man an das ganze Stück für Stück aufzuarbeiten. Als erstes ist es wichtig, dass DU realisierst, dass kein Stück Egoismus in deinen Gedanken mitschwingt. Ich würde sagen – Du bist von Kopf bis Fuß in diesem Mann verliebt. In solchen Fällen ist es normal, sich für Dinge selbst zu „bestrafen“, die man nicht selbst verursacht hat. Mache Dir das klar – ansonsten blockierst Du Dich nur selbst mit einer Autosugsession.

    Was es bedeutet einen Menschen zu verlieren, der einen sehr nahe stand kann ich durchaus nachempfinden. Mußte selbst so etwa erleben, dass mein Freund und Flügelmann gestorben ist – das was er in einem hinterlässt kann man selbst als betroffener nicht beschreiben – man ist traumatisiert. Ich denke so ist es bei ihm auch – den Verlust den er erleiden musste hat er noch ganz klar nicht verarbeitet. Wenn er nicht frei über diese Situation sprechen kann, dann ist es ein klares Indiz dafür, dass er es noch nicht verarbeitet hat. Daher meine Frage, wie hat er sich diesem Verlust gestellt ? Hat er eine Therapie gemacht, wurde er von Freunden gut umsorgt, so dass er dort seelenheil gefunden hat ?
    Ich denke, solange er den Tot seiner damaligen Freundin nicht wirklich verarbeitet hat – solange wird er kein Ohr haben für die Gefühle deines Herzens. Du kannst nur zugucken und abwarten, oder ihn helfen diesen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Es muss anfangen frei über seine Ängste zu reden, er soll runter kommen von „ich bin ein Mann und ich muss hart sein“ – viele Männer gestehen sich nicht ein richtig zu trauern und zerstören sich so immer weiter innerlich. Kein Mensch verarbeitet ein Tot von Menschen „einfach so“. Zeige ihn, dass seine Probleme bei Dir gut aufgehoben sind. Wenn Du dazu bereit bist, dann musst Du ein dickes Fell haben. Unter anderem wird er in vielen Gesprächen von seiner damaligen Freundin schwärmen – so was darfst Du Dir NIEMALS zu nahe kommen lassen. Wenn es in Gesprächen dazu kommen sollte, dann nimmst Du die Position eines neutralen Zuhörers ein, der beratend und mitfühlend zur Seite steht. Alles was Du von ihn in solchen Situationen hören wirst ist ausschließlich für den Kopf des „neutralen Zuhörers“ bestimmt und nicht für die verknallte Freundin (sorry für die harten Worte – aber anders wirst Du ihn kaum helfen können) Also nichts in den falschen Hals bekommen. Gestehe ihn ein mit Dir zusammen in seine Vergangenheit zu gucken – er muss einen Punkt finden an dem er Abschließen kann – suche diesem Punkt am besten gemeinsam mit ihm. Auch wenn Dir vieles nicht „schmecken“ wird was Du hören wirst, aber bitte nochmals, stehe über diesen Dingen. Das ist das was ich Dir im groben Ansatz raten kann, bei Fragen frag und ich werde versuchen Dir einen Rat zu geben.

    Ich habe leider schon viel zu viele Menschen in meinem Leben verloren die mir sehr sehr nahe standen. Trauerbewältigung und psychologische Aufbauhilfe sind wichtig, ansonsten springt man aus lauter Depressivität selbst von der Brücke. In solchen Situationen kann man klar erkennen wer ein wahrer Freund ist und wer nicht. An solchen Stellen wird klar der Weizen von der Spreu getrennt.





    ****in diesem Sinne: fly a missing man****
     
    #9
    smithers, 24 Januar 2007
  10. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Ängste haben ja die böse Angewohnheit, dass sie keineswegs dadurch kleiner werden, dass man die angstauslösenden Situationen vermeidet. Sie werden dadurch nur immer größer. Eine Sackgasse aus der es nur einen Weg heraus gibt.

    Natürlich muss man in dem jeweiligen Moment stark genug sein, sich der Angst zu stellen, das ist nicht immer leicht. Aber es ist der einzige Weg, sich nicht von seinen Ängsten beherrschen zu lassen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob er im Moment darauf wartet, dass er genügend Kraft bekommt oder ob er schlicht darauf hofft, dass die Angst verschwindet. Wenn es letzteres sein sollte, dann weiß ich nicht, ob die Hoffnung viel bringt.

    Was Du Dir selber vorzuwerfen hasst, weiß ich nicht. Deine Gefühle sind ja ganz normal und Dein Verhalten gibt ja auch keinen Anlass irgendetwas zu kritisieren. Mit Egoismus hat das nichts zu tun.
     
    #10
    metamorphosen, 24 Januar 2007
  11. Laja
    Laja (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.171
    123
    3
    in einer Beziehung
    Hey ihr Lieben..
    Erst einmal TAUSEND DANK für die ausführlichen Antworten.
    Und vielen Dank, dass niemand auch nur ansatzweise die Schiene fuhr "Du kennst ihn doch gar nicht persönlich, wie kannst du da von solchen Gefühlen reden? Vielleicht verstellt er sich ja, und ist in Wirklichkeit ein ganz anderer Mensch." Das bedeutet mir eine Menge.

    Mal sehen, ob ich noch alles zusammen bekomme, was mir beim Lesen durch den Kopf ging..

    Ja, die hätte ich prinzipiell schon. Allerdings wäre das der größte Vertrauensbruch, den ich ihm antun könnte.
    Denn er hat mir seine Adresse damals gegeben, mit der Bemerkung, dass er sich drauf verlässt, dass ich es nicht benutze, um irgendwann mal plötzlich vor seiner Tür zu stehen. Er sagte es zwar mit einem Grinsen, aber ich weiß, dass er es toternst gemeint hat.

    Das ist eben das Problem.
    Ich KANN ihn da nicht reinstoßen, ins sprichwörtliche kalte Wasser. Nicht, ohne ihn zu zwingen.
    Ein "Anstoß" ist nicht möglich, ich müsste ihn wirklich schubsen.
    Und das will ich nicht.
    Ich glaube, würde ich ihm sagen, dass ich nicht mehr kann, und dass ich den Kontakt abbrechen möchte, dann würde er einwilligen.
    Aber das wäre Erpressung, und ich will, dass er von sich aus kommt.

    Danke dir vielmals :smile:

    Ich stimme dir da absolut zu.
    Ich kann gar nicht beschreiben, wie nah mir das ging.
    Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass der Gedanke, meinen Schatz zu verlieren, wirklich schon lange zu den schlimmsten gehört, die ich jemals hatte. Ich kann mir nichts Schrecklicheres vorstellen.
    Und als ich davon erfahren habe, da habe ich zwei Tage wirklich so ein Elend in mir gehabt. Ich habe innerlich geflucht, so leid tat es mir.
    Seit Monaten geht es mir immer mal wieder mit einer solchen Intensivität durch den Kopf, dass ich heulen könnte.
    Und als ich neulich eine Sendung sah; da war ein Mann, der hat über eine Partnervermittlung eine Frau gesucht, war aber nie mit den Angeboten zufrieden und hat immer mit der Ex verglichen, bis die Vermittlerin mal motzte und sagte "Wieso bist du dann mit dieser Ach-So-Tollen-Soundso nicht mehr zusammen, wenn sie so perfekt ist?". Er sagte dann "Weil sie tot ist."
    Ich konnte nicht mehr. Ich war total fertig irgendwie - es war doch nur eine dumme Sendung. Aber der Gedanke an IHN war wieder so präsent, ich konnte den Rest des Abends an nichts anderes mehr denken.
    Ich empfinde einfach so absolut alles einnehmendes Mitgefühl für ihn. Es tut mir so unendlich leid.
    Niemand verdient sowas. Ich kann echt nicht in Worte fassen, wie schrecklich ich das finde..

    Ich weiß nicht, ob er eine Therapie gemacht hat. Es ist jetzt.. ich glaube, 1 Jahr und vier Monate her - da kannte ich ihn noch gar nicht.
    Und wie gesagt; wir haben nie darüber gesprochen.
    Ich glaube auch nicht, dass er darüber reden will, vor allem nicht mit mir.
    Ich denke mal, ihm ist auch nicht wohl, mit mir über seine Exfreundin zu reden, wo ich doch hoffe, auch mal seine Freundin zu werden (Ohman klingt das dumm.. hoffe, ihr wisst, wie ich es meine..)
    Außerdem will ich ihn nicht auf dieses Thema ansprechen.
    Ich will ihn nicht traurig machen. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Es kommt mir einfach falsch vor, ihm anzubieten, dass er mit mir darüber sprechen kann, wenn er will.

    Und das Gefühl mit der Verpflichtung.. ja, ich weiß.
    Nur das ist wirklich schwer. Er äußert seine Zuneigung wirklich sehr deutlich, sagte sogar mehrfach, dass ich das Tollste bin, was er hat und solche Sachen. Auch gefühlstechnisch, nicht nur in Bezug auf Freundschaft.
    In schlechten Momenten ärgere ich mich ein bisschen, dass er mir solche Hoffnungen macht, denen er doch nicht gerecht werden kann, auch wenn es unfair ist..

    @smithers:
    Wie gesagt; ich halte es für keine gute Idee, ihn darauf anzusprechen.
    Ich weiß nicht, wie er damals damit umgegangen ist, und ich will ihn auch nicht zwingen, wieder über das Thema nachzudenken.
    Es gab nur eine Situation, in der ich ihn - aber eher ausversehen - mit den Nase draufgestoßen habe. Das war schon unschön und tat mir sehr leid. Ihm ging es nicht gut danach.

    Weißt du.. das ist genau das, was ich auch denke.
    Ich habe vor ein paar Tagen gesagt, dass er uns eine Chance geben sollte, und dass es, meiner Meinung nach, nichts bringt, so lange zu warten, weil das die Angst nicht lindern wird.
    Aber er hält daran fest, dass es irgendwann Klick macht und er sich bereit fühlt.
    Ich weiß auch einfach nicht, was ich darauf entgegnen soll.
    Ich habe solche Angst, ihn zu vertreiben, wenn ich ihn zu sehr dränge.
    Ganz ehrlich - ich bezweifle, dass dieser Tag kommt, wo die Angst so weg ist, oder eben schwach genug, sie zu ignorieren.
    Und das ist das Problem. Ich vertraue nicht in seine Hoffnung, von der er offenbar ziemlich überzeugt ist.
    Immer wieder beschleicht mich der Gedanke, dass es NIEMALS zu einem Treffen kommt. Weil dieses Klick einfach ausbleiben wird.
    Er ist oft ziemlich zurück haltend, und er lässt Dinge auch gerne mal auf sich beruhen.
    Und davor habe ich auch Angst.
    Dass er sich darauf ausruht und irgendwann innerlich und unbewusst (!!) damit abfindet, wie es ist.
    Dass ihm dieser Telefon- und Tipp-Kontakt ausreicht, denn es MACHT ihn ja glücklich, mich zu haben.
    Ihm geht es offenbar gut damit.

    Und noch ein Problem ist halt, dass ich die letzten Male das Maul nicht wirklich aufbekommen habe und es nur damit endete, dass es uns beiden schlecht ging, weil ich nicht erreicht hatte, was ich mir wohl innerlich vorgenommen hatte, nämlich ihn zu überzeugen, dass sein Warten vielleicht den gegenteiligen Effekt verursacht.
    Ich hab das natürlich nicht geplant, aber gehofft wohl irgendwie schon..
    Zumindest möchte ich ihn nicht mehr darauf ansprechen.

    Ich bin wirklich ratlos.
    Ich weiß einfach nicht, wie lange ich noch auf mein Glück warten kann, ohne dran kaputt zu gehen, und ich befürchte, dass ich dieses "Kaputtgehen" nicht mal bemerken, oder eben komplett ignorieren würde, weil er mir so viel bedeutet.

    Und die ganze Zeit tut es mir so leid, dass ich ihn so unter Druck setze..
    Ach man.. warum ist das alles so schwer? :kopfschue
     
    #11
    Laja, 25 Januar 2007
  12. metamorphosen
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Das Problem ist ja, dass diese Angst keineswegs unbegründet ist. Jedem kann es passieren, dass er seinen Partner verliert. Schon allein der bloße Gedanke daran ist wohl für jeden schmerzhaft und angstauslösend, wenn er in einer tiefgehenden Beziehung steckt. Wenn man so etwas noch nicht erlebt hat, kann man das in der Regel allerdings ganz gut verdrängen. Das ist Wahrscheinlichkeit, Statistik, man geht aber davon aus das so etwas einen nie betreffen wird..

    Wenn man diese Erfahrung machen musste, funktioniert diese Verdrängung logischerweise nicht mehr. Sich dieser Angst zu stellen ist wesentlich schwerer, als sie zu verdängen.

    So oder so ist es leider erstmal seine Entscheidung, wie es mit euch weitergeht. Du wirst im Moment in dieser Schwebe leben müssen und Geduld haben. Trotzdem kann man Dir keinen Vorwurf machen, wenn Du ihm Deine eigenen Sehnsüchte und Ängste bezüglich der Beziehung mitteilst.

    Auch wenn er seine Gefühle auf einer gewissen Schwelle halten kann, im Moment vielleicht auch der Ansicht ist, dass er das muss, kann er nicht automatisch verlangen, dass Du das auch kannst.

    Eine ziemlich verzwickte Situation. Ob Du jetzt konkret etwas tun kannst und sollst, ist sehr schwer zu beurteilen.
     
    #12
    metamorphosen, 25 Januar 2007
  13. Laja
    Laja (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.171
    123
    3
    in einer Beziehung
    Die Sache ist ja einfach die.. er HÄLT sie nicht auf einer gewissen Schwelle.
    Er äußert sehr deutlich, was er für mich fühlt, er ging da sogar schon weiter als ich.
    Ich bezweifle nicht im Geringsten, dass es ihm ernst ist und dass er mich wirklich will.
    Aber ich muss einfach dasitzen und darauf warten, dass er soweit ist.

    Dass ich mir nicht einmal vorstellen kann, wie es ist, jemanden zu verlieren, steht fest.
    Und gerade darum geht es mir ja so schlecht damit, ihn so zu bedrängen.
    Ich habe keine Ahnung, wie er sich fühlt.
    Das Problem ist aber irgendwie auch, dass er nicht im Stande ist, mir das zu erklären..
     
    #13
    Laja, 25 Januar 2007
  14. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
    726
    101
    0
    nicht angegeben
    Einerseits kann ich ihn nach dem Verlust ja gut verstehen, aber andererseits hat er doch längst Gefühle für Dich entwickelt. Also hat er sich ja längst an Dich gebunden. Angenommen, Dir würde jetzt etwas passieren, wäre das für ihn doch auch schon ein Verlust, ob Ihr Euch nun getroffen habt oder nicht. Vielleicht kannst Du ihm das mal zeigen. Dann ist der Sprung auch nicht mehr so groß.
     
    #14
    dummdidumm, 25 Januar 2007
  15. Laja
    Laja (30)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.171
    123
    3
    in einer Beziehung
    Ja, das habe ich ihm vor einer Weile auch schon mal unterbreitet.
    Aber er sagte, es wäre trotzdem noch ein großer Unterschied.
    Ich weiß nicht, wo er ihn sieht.
    Würde ihm etwas geschehen, wäre das für mich "ein und das selbe", denn er ist ein fester Bestandteil meines Lebens geworden, der Schönste. Ich brauche ihn; so oder so.
    Aber was soll ich tun?
    Er ist derjenige, der in seiner Haut steckt, und da muss ich wohl oder übel klein bei geben..
     
    #15
    Laja, 25 Januar 2007

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