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Ich blockiere mich selbst

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Kierke, 4 September 2008.

  1. Kierke
    Kierke (36)
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    vergeben und glücklich
    Hallo :smile:

    Für die Kurzleser habe ich die Kernpunkte gefärbt :smile:

    Ich habe festgestellt, dass ich mich stark selbst blockiere, finde jedoch keinen Weg aus dieser Verhaltensweise. Ich hoffe, dass ihr mir den ein oder anderen Rat geben könnt.

    Das Problem zeigt sich auf vielen Ebenen, ein besonders herausragendes Beispiel ist das Schreiben von Texten. Sobald mir etwas daran liegt und ich denke etwas beweisen zu müssen, versage ich. Ich bekomme Schreibblockaden, es stellt sich kein Schreibfluss ein, meine Texte sind unstrukturiert, missen einen guten Ausdruck und ich verliere meinen Blick für wichtige Punkte. Dabei muss ich erwähnen, dass ich an sich ein Mensch bin, der sehr gut strukturieren kann, logisch argumentiert und einen guten Ausdruck besitzt. All das geht mir aber verloren, wenn mir der Text in irgendeiner Weise wirklich wichtig ist. Schreibe ich dagegen frei und setze mich nicht unter Druck, bin ich sehr gut.
    Das äußert sich in meinen Noten bereits seit der Schulzeit und setzt sich an der Universität fort. Wenn ich große Achtung vor dem Lehrer/Dozenten/Professor habe und er mir sympathisch ist, ich dazu das Fach schätze, tritt das Problem auf. In anderen Fächern dagegen schaffe ich es ohne großen Aufwand, eine 1,0 zu schreiben. Auch objektiv gesehen sind diese Texte tatsächlich wesentlich besser, als die anderen - in denen ich mitunter sogar eine 4,0 präsentiere.

    Auch Professoren haben sich darüber bereits gewundert. Während des Seminars beantworte ich problemlos fast jede Frage, erkläre Sachverhalte ohne Probleme, finde die richtigen Fragen an den Text, strukturiere... die Klausur dagegen gelingt mir nicht, egal wie gut ich vorbereitet bin.
    Es geht mir übrigens gerade bei diesem Text ähnlich.

    Es liegt auch nicht am Schreiben an sich, denn wie gesagt - wenn ich nicht weiter darüber nachdenke, gelingen mir gute und strukturierte Texte, die mit dementsprechenden Noten honoriert werden.

    Das Problem tritt auch hier auf. Im Augenblick schreibe ich mit einem User hier, dessen Ausdruck und Wissen ich durchaus beeindruckend finde. Es ist mir also wichtig mich treffend auszudrücken und in unserer privaten Diskussion gut strukturiert und verständlich zu bleiben. Das Ergebnis? Ich sitze vor dem Text und gerate in Verwirrung, ich bin mit dem Endergebnis unzufrieden, der Text drückt nicht aus, was ich eigentlich meine und letztlich schicke ich etwas ab, das ich viel besser hätte schreiben können - und komme mir albern vor.

    Es handelt sich hier nicht um ein Problem von Selbstbewusstsein, denke ich. Denn ich bin ein durchaus selbstbewusster Mensch und ich WEISS ja, dass ich es an sich kann. Ich zeige es ja in Bereichen, die mir eben nicht sonderlich wichtig sind. Natürlich geht dieses Problem allmählich auf mein Selbstbewusstsein und ich fange an, meine Fähigkeiten doch anzuzweifeln - allerdings trat das andere Problem zuerst auf und dieser Fakt verschlimmert es lediglich.

    Das passiert mir wirklich auf allen Ebenen - wenn ich etwas einfach so zeichne, dann ist das Ergebnis ganz in Ordnung. Wenn ich aber etwas zeichne und dabei darüber nachdenke, ob ich das noch kann, wird das Ergebnis katastrophal. Immer wenn ich alles richtig machen möchte, klappt gar nichts.

    Nun habe ich mir selbst schon gesagt, dass ich das irgendwie abschalten muss. Diesen Blick von außen auf mein Werk, schon während ich es produziere.
    Es gelingt mir nur einfach nicht, wenn es wichtig ist. Es ist als ob ich mir verbiete an ein Auto zu denken. Es passiert automatisch.


    Erst jetzt gerade habe ich wieder das Ergebnis einer Klausur erfahren, die mir wichtig war. Es war eine Modulabschlußklausur, die stärker gewichtet wird - zudem hatte ich sie aus gesundheitlichen Gründen zweimal verschieben müssen (Ergebnis: 4,0 - die schlechteste Note meines Studiums).
    Ebenfalls ein Problem, ich mache mich vor so etwas so verrückt, dass mein Körper darauf stark reagiert. Das geht so weit, dass mir die Nase läuft, sobald ich nach den Unterlagen zum lernen greife - schließlich bekomme ich dann tatsächlich Bauchschmerzen, Durchfall, Virusinfektionen, starke Neurodermitis, Kopfschmerzen, mein Kreislauf sackt so ab, dass ich morgens umkippe, usw.
    Darunter sind durchaus tatsächliche Erkrankungen, die nicht mehr allein auf psychosomatische Effekte zurückzuführen sind. Offenbar werde ich dann so angreifbar, dass mein Immunsystem nicht mehr richtig funktioniert.

    Diese Effekte treten sogar auf, wenn ich bewusst eigentlich gerade recht positiv gestimmt bin und sich meine Gedanken nicht im Kreis drehen etc. Ich möchte dann lernen, bin recht gut gelaunt und denke auch, dass ich das schaffen werde.
    Und dann werde ich krank.

    Dagegen gibt es noch immer die Klausuren und Prüfungssituationen, die ich spielend meistere. Ich verstehe mich selbst einfach nicht... ich habe einen Schnitt von etwa 1,7 in Philosophie, aber meine Noten werden nun kontinuierlich schlechter, weil sich immer mehr Druck aufbaut (und sie wären sowieso besser, wenn das Problem gar nicht aufgetreten wäre) - im letzten Semester habe ich es nicht einmal geschafft, meine Seminare abzuschließen.
    In Germanistik ist mein Schnitt schlechter, das Fach interessiert mich nicht sonderlich. Dort tritt das Problem auf, wenn es sich um wichtige Klausuren im Sinne von Gewichtung handelt. Auch dort wird mein Schnitt schlechter, er rutscht von etwa 2,3 weiter ab.

    Die Klausuren, die ich einfach so meistere, werden immer weniger. Das liegt daran, dass sie mir wichtiger werden, als "Gegenbeweis".

    Ich habe bereits überlegt eine Therapie anzufangen... bin mir aber nicht sicher, inwiefern man mir da helfen kann.

    Wenn ich übrigens für andere schreibe, tritt das Problem nicht auf. Es sei denn ich beginne zu überlegen, was ihre Dozenten wohl für Anforderungen haben und wie ich das dann schreiben sollte.

    Langsam weiß ich wirklich nicht mehr weiter... was denkt ihr? Sollte ich in eine Therapie? Gibt es dagegen irgendwelche Übungen? Wo soll ich bloß ansetzen, um das loszuwerden? Das Problem bedroht meine Zukunft und ist von mir selbst geschaffen. Das macht mich wahnsinnig.

    Danke schonmal für eure Antworten...

    Ein verzweifeltes, zweifelndes Kierke
     
    #1
    Kierke, 4 September 2008
  2. Klingt irgendwie nach einer Angst vor dem Versagen.
    Zumindest unbewusst.

    Eine Therapie kann sicherlich helfen und wie man sieht, ist es ja nicht nur ein kleines Problem, es wäre sicherlich nicht verkehrt, dich mit einem Arzt zu unterhalten.
     
    #2
    Chosylämmchen, 4 September 2008
  3. User 35148
    User 35148 (43)
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    nicht angegeben
    Also Dein Text hier ist ganz und gar nicht unstruktuiert, obwohl es genau Um Dich selber geht, und es Dir extrem wichtig ist.

    Hast Du vielleicht nur etwas Angst bzw. Lampenfieber vor dem Abschluß Deines Studiums?
    Angst vor dem, was dann sein wird?

    Vor Klausuren, auf die ich nicht genug gelernt hatte, bekam ich immer Alpträume... daß ich in der Prüfung sitzen und versagen würde.
    Das ist dann auch oft genug tatsächlich eingetreten.
    Tortzdem kann ich mit Stolz behaupten, daß ich mich durchgebissen hab, und es doch noch recht gut geschafft hab, das Studium,
    auch wenn es an einigen Stellen haarscharf am Abgrund vorbei war.

    Vielleicht hast Du einen Hang zum Perfektionismus, den Du selber nicht erfüllen kannst?
    Lerne, daß Du einfach nichts perfekt machen musst. Mach das was Du kannst, so gut Du es kannst, fertig.
    Und darauf solltest Du stolz sein, daß Du das kannst, was Du kannst.

    Wenn Du etwas nicht kannst, es aber absolut richtig machen willst, dann geht das aber auch nicht von jetzt auf eben.

    Was die Texte angeht, und die Struktur, dann mach Dir eben erstmal Notizen, was Du alles schreiben willst.
    Ordne diese dann in der "richtigen" Reihenfolge, und schreibe dann erst los.
    Nicht gleich loslegen und dann korrigieren wollen, das geht meistens schief.

    Ich weiß nicht, ob Du schon eine Therapie benötigst, aber wenn Du auch da sicher gehen willst, gehe zu einem Arzt.

    :engel_alt:
     
    #3
    User 35148, 4 September 2008
  4. User 20976
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    vergeben und glücklich
    Perfektionismus, Versagensängste, zu viel Selbstanalyse,... das dachte ich bei Deinem Text.

    Mal geschaut, was für Angebote es bei der psychologischen Beratungsstelle Deiner Uni gibt? Du musst vielleicht nicht direkt in Therapie - manchmal genügt es schon, einige Beratungsgespräche zu vereinbaren, um die eigenen Problemen von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten.

    Gerade bezogen auf Prüfungsängste und Blockaden beim Lernen gab es in meiner Uni auch Gruppenangebote. Manchmal hilft es schon zu merken, dass sich andere mit ähnlichen Problemen herumschlagen.

    Du kannst auch schauen, was das Studentenwerk an Beratungsangeboten hat, die haben in manchen Städten auch psychologische Beratungsangebote.

    Du könntest zu so einem Gespräch den hier geschriebenen Text auch ausdrucken und mitnehmen, wenn Du befürchten solltest, vor Ort nicht in Worte fassen zu können, was Dich belastet.
     
    #4
    User 20976, 5 September 2008
  5. Kierke
    Kierke (36)
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    vergeben und glücklich
    Zunächst bis hierher schon einmal danke für eure Antworten.

    Perfektionismus und Versagensangst spielen sicherlich in diesem Problem eine Rolle - beides sorgt dafür, dass sich das Problem stetig verschlimmert. Dass ich vor Klausuren Versagensangst bekomme und deswegen mein Körper so stark reagiert, ist allerdings ein Phänomen, was erst auftrat, nachdem ich in Klausuren mehrmals tatsächlich versagt hatte, weil ich es so angestrengt versuchte.
    Mir ist klar, dass eine Klausur innerhalb eines gewissen Zeitraums kein perfekter Text sein kann. Den Anspruch habe ich auch nicht. Wenn ich nun versuche mir zu sagen, dass ich es eben so gut mache wie ich es kann, funktioniert das einfach nicht, denn genau das schaffe ich nicht. Ich schaffe es nicht meine Leistung zu erbringen, ich mache es eben nicht so gut, wie ich es eigentlich kann. Mit dem, was ich durch diese Blockaden dann abliefere, kann ich auch einfach nicht zufrieden sein und stolz bin ich darauf ebenfalls nicht. Es handelt sich um einen zu großen qualitativen Unterschied. Das hieße sich damit abfinden, dass ich es in mir wichtigen Klausuren eben nicht bringe und das ist mir nicht möglich.
    In meinen guten Klausuren finde ich einen Zugang zum Text und bin auf diesen konzentriert. Da arbeite ich nicht mit Notizen, ich schreibe sofort los, der Text ist fließend, strukturiert und gut. Wenn ich Schreibblockaden bekomme, mache ich in der Tat Notizen und sortiere sie. Leider hilft mir das nicht, in den Schreibfluß zu kommen.
    Angst vor dem Abschluß meines Studiums und dem, was danach kommt habe ich nicht. Ich strebe ein Zweitstudium an, hätte momentan sehr gerne einen Job und selbst wenn das nicht klappen sollte, würde Hartz4 eine enorme finanzielle Besserung meiner Situation bedeuten. Meinen Abschluß zu erreichen würde mich ungemein erleichtern und ich vertraue mir genug um zu wissen, dass ich einen Weg finden werde.

    Ich bin bereits zur psychologischen Beratungsstelle meiner Uni gegangen und habe mir dort einen Termin geholt. Leider konnte ich ihn dann zeitlich nicht einhalten, was mir sehr peinlich war.
    Ich habe überlegt noch einmal einen Termin auszumachen, allerdings war die Wartezeit sehr lang und das Gespräch selbst war im Vorfeld bereits auf 15 Minuten begrenzt. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass mir einige 15 minütige Beratungstermine helfen würden. Natürlich könnte ich dort Adressen von Therapeuten bekommen, davon gehe ich aus. Allerdings lebe ich nicht in meiner Unistadt und hätte lieber einen Therapeuten an meinem Wohnsitz, wenn sich das einrichten lässt (sprich, wenn hier ein guter Therapeut zu finden ist).
    Ich habe bereits an mehreren Schreibkursen in unterschiedlichen Bereichen teilgenommen, die mir allerdings nicht weitergeholfen haben. Eine Gruppe speziell zur Prüfungsangst wäre noch eine Alternative, die ich mir überlege. Allerdings habe ich im nächsten Semester 32 Semesterwochenstunden, pendel täglich im Schnitt 3,5 Stunden und habe deswegen sehr wenig Platz in meinem Terminplan. Deswegen muss ich mich entscheiden, wo ich Hilfe suchen sollte. Mehrere Termine werden leider nicht möglich sein und ich überlege eben, ob eine individuellere Beratung, die sich explizit mit mir beschäftigt, nicht hilfreicher sein würde. Fraglich ist auch, ob die Termine der genannten Gruppen passend sein werden, während ich einen Termin mit einem Therapeuten absprechen kann.

    Der Text hier ist mir übrigens wichtig, aber er ist nicht in dem Sinne zukunftsentscheidend und er wird im Nachhinein nicht benotet und von einem Menschen beurteilt, von dem ich mir schon fast krampfhaft wünsche, dass er mich als positiv und kompetent wahrnimmt.

    @Mosquito:
    Zu viel Selbstanalyse? Ich halte Selbstreflektion für eine produktive und wichtige Eigenschaft, die mir bisher immer weitergeholfen hat. Wie meinst du das also genau?

    Edit: Um das Problem vielleicht etwas deutlicher zu machen: es geht um das angestrengte Versuchen. Wenn ihr beispielsweise versucht eine Melodie auf einem Instrument richtig zu spielen und euch z.B. auf die Fingerbewegungen konzentriert, euch dann aber verspielt, tritt das von mir beschriebene Problem auf. Wenn ihr bei einem Computerspiel mehrmals an derselben Stelle nicht weiter kommt und es dann verkrampft versucht und es unbedingt schaffen wollt, hat es ebenfalls den Effekt.
    Oder ihr habt etwas geübt und könnt es, es klappt jedesmal - aber dann wollt ihr es jemandem zeigen und es natürlich richtig machen und prompt tritt der Vorführeffekt ein.
    Ich suche nach Möglichkeiten das abzustellen, denn bisher ist es mir nicht gelungen.
     
    #5
    Kierke, 5 September 2008
  6. Pornobrille
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    nicht angegeben
    Klar ist das nützlich, aber nur solange es im Rahmen bleibt.
    Ich sprech da aus eigener Erfahrung und kann sagen, dass man sich wirklich ständig ein Bein stellen kann, wenn man alles hinterfragt, zu viel nachdenkt. Man steigert sich da gerne in etwas rein und kommt schlecht wieder raus.
     
    #6
    Pornobrille, 5 September 2008
  7. User 20976
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    Selbstanalyse ist gut und okay. ZU VIEL Selbstanalyse blockiert. Zumindest ist das meine eigene Erfahrung. Man kann auch zu viel über sich nachdenken, gerade wenn man recht selbstkritisch ist.

    Ich habe Phasen, in denen ich mich bzw. mein Verhalten überanalysiere. Inzwischen kann ich mich da bremsen. Und mich aufs fachliche Arbeiten konzentrieren, ohne mich dabei zu beobachten, wie ich etwas mache. Ich krieg es dann hin, mir weniger selbst im Weg zu stehen. Aber auch nicht immer. Ist auch okay, ggf. danach erst zu schauen, woran ich gescheitert bin, und nicht schon im Prozess mit dem Denken anzufangen, woran ich denn gerade scheitere...

    Grundsätzlich ist gegen Selbstanalyse nichts einzuwenden - gegen ZU VIEL Nachgrübeln über sich selbst aber schon. ;-)

    Ich weiß nicht, wie Du letztlich gelungene Texte schreibst, ob Du Dich bei "weniger wichtigen" Texten mehr auf den Inhalt konzentrierst und weniger darauf, einen ausgefeilt formulierten Text abzuliefern. Klar ist Argumentation wichtig, klar soll es eine gute Struktur sein - man kann gerade beim wissenschaftlichen Schreiben auch zu viel wollen. Letzlich möchtest Du einen bestimmten Inhalt transportieren mittels bestimmten Argumenten. An welcher Stelle hakt es, wenn Du Deine Blockaden hast? An der Verpackung des Inhalts, an der "Einkleidung" der Argumente in entsprechendes Vokabular, in passende und "beeindruckende" Formulierungen? Ganz verstanden habe ich Dein Problem noch nicht - also an welcher Stelle Du die Probleme beim Schreiben hast, wenns um Texte geht, die Dir wichtig sind.

    Beratungsgespräch: 15 Minuten sind zu wenig, finde ich.
    An meiner Uni waren zwei einstündige Gespräche mit dem zuständigen psychologische Berater im Wochenabstand möglich. Mehr als zwei Termine waren nicht möglich - da wird man dann ans Studentenwerk verwiesen, wo es auch eine Beratung gibt - auch einstündige Termine. Natürlich weiß ich nicht, wie das an Deiner Uni ist. Und wenn Du ohnehin lieber einen Therapeuten in Deiner Heimatstadt hättest, dann ist fraglich, ob die Unitherapeuten Dir jemanden dort empfehlen können. Auch wenn 15 Minuten wenig sind, vielleicht vereinbarst Du trotzdem einen Termin und schaust, was Dir der Termin bringt? 32 SWS halte ich für recht viel Programm, Du muss ja auch noch vor- und nachbereiten, dazu noch das Pendeln... Wann hast Du Zeit zur Regeneration eingeplant?

    Täglich 3,5 Stunden pendelst Du?! Du wirst ja dran gewöhnt sein, ich finde das schon sehr viel Zeit, auch wenn man im Zug lesen oder exzerpieren kann.
    Off-Topic:

    Umziehen möchtest Du nicht mehr während des Studiums? Die Zeit, die fürs Pendeln drauf geht, könntest Du ins Jobben investieren.
     
    #7
    User 20976, 5 September 2008
  8. Kierke
    Kierke (36)
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    vergeben und glücklich
    Richtig, wenn ich bei einem Text feststecke, konzentriere ich mich auf seine Form oder überlege, was ich noch einbringen muss und wann. Ich gerate überhaupt nicht in den Schreibfluß und muss wirklich über jeden Satz nachdenken, es holpert einfach und den Text zu schreiben ist eine Qual.
    Ich reflektiere außerdem den Text, während ich ihn schreibe. Das ist der springende Punkt, ich denke viel zu viel darüber nach, wie er hinterher zu lesen sein wird, was der Dozent erwartet und so weiter.
    Dass das kontraproduktiv ist und für mein Versagen verantwortlich, ist mir schmerzlich bewusst. Ich finde nur keinen Weg, das abzustellen.

    Wenn ich einen guten Text schreibe, läuft es ganz anders ab. Ich lese die Aufgabe, bekomme direkt einige Ideen und beginne zu schreiben. Dann fügt sich wie von selbst alles zusammen, das eine führt zum anderen und es entsteht eben ein guter Text, strukturiert usw.

    Wenn du diese Art von Selbstanalyse gemeint hast, kann ich nur zustimmen. Sie ist keine gesunde Reflektion, sondern zermürbt und blockiert.

    Ich finde eben nur keinen rechten Ansatz, wie ich mein Gegrübel abstellen könnte. Ich habe mehrere Ansätze ausprobiert, die mir selbst eingefallen sind. Dazu gehört es Notizen zu schreiben, wenn ich nicht reinkomme. Eine Weile an etwas ganz anderes zu denken, die Wand anzustarren und zu versuchen frei über das Thema nachzudenken, mir bewusst zu machen, dass es sich nur um eine weitere Klausur handelt und das Ergebnis nichts weltbewegendes ist, dass mein Dozent auch nur ein Mensch ist und mich sowieso nach meinem Studium vergessen haben wird und so weiter und so weiter.
    Geholfen hat nichts davon. Ich habe während verschiedener Klausuren unterschiedliche Strategien ausprobiert, wenn das Problem aufgetreten ist. Trotzdem musste ich mich anschließend durch den Text quälen und lieferte ein schlechtes Ergebnis ab.

    Dass 32 SWS sehr viel sind, ist mir klar. Ich habe aber meinen Bachelor letztes Semester nicht wie geplant abschließen können und kann es mir nicht leisten, noch ein weiteres Semester anzuhängen nach diesem. Dementsprechend muss ich wenigstens versuchen, da nun irgendwie durchzuhalten das halbe Jahr. Ist nichts mit Ruhephasen :zwinker:
    Ob das klappen wird, ist fraglich, aber ich lasse es auf den Versuch ankommen. Aufgeben und Seminare fallen lassen, kann ich immer noch... sollte das notwendig sein, muss ich mir für das Semester danach irgendetwas einfallen lassen. (Wenn ich den Großteil schaffe, kann ich wenigstens problemlos nebenher jobben.)
    28 SWS habe ich schon einmal erfolgreich durchgezogen, also hoffe ich das Beste.

    Das mit dem Pendeln lässt sich leider nicht ändern. Selbst wenn ich die Zeit des pendelns arbeiten würde, würde das meine Kosten nicht decken - im Augenblick wohne ich umsonst und werde dazu noch verköstigt.
    Hinzukommend kann ich die Zeit im Zug nutzen, um Texte vorzubereiten, wie du ja richtig angemerkt hast.

    Danke nochmal für eure Antworten :smile:

    Ich habe eine Freundin (ihr Vater ist Therapeut) etwas näher ausgefragt und bekomme von ihr noch weitere Informationen. Ich denke ich werde es mit einigen Sitzungen probieren und schauen, ob mir dort geholfen werden kann, diese Blockade aufzubrechen. Sie zeigt sich ja auch während ich versuche Hausarbeiten zu schreiben, in einem neuen Job angelernt werde und so weiter.
    Das belastet mich wirklich stark und ich will das unbedingt loswerden.
     
    #8
    Kierke, 5 September 2008
  9. User 35148
    User 35148 (43)
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    Du hast mit dem Verkrampfen ein sehr gutes Beispiel gebracht :smile:

    Aber beim Spiel sollte man nicht verkrampfen. :engel:

    Wenn die Melodie einfach nicht gut erklingen will, egal wie sehr man sich anstrengt, dann muss man aufhören. Mann sollte sie sich dann vorspielen lassen, z.B. von anderen, die sie gut können, oder falls vorhanden von CD oder MP3.
    Man sollte durchaus versuchen, zumindest deren Noten auswendig zu lernen, damit man möglichst wenige falsche Töne spielt.
    Sicher, schwierige Passagen gehen weniger leicht von den fingern.
    Aber da fehlt halt etwas Gefühl.
    Also das Stück zur Seite legen, etwas leichteres spielen, und später irgendwann wieder versuchen, in aller Ruhe.
    Vielleicht klappt es nicht sofort, aber irgendwann wird es auf einmal fast wie von alleine wunderbar erklingen!

    Das kenne ich auch gut von einem Computerspiel. Es ist nur ein Spiel, aber die Autorennstrecken verlangen Präzision, damit man sie in der kürzest möglichen Zeit schafft. Manche Strecken schaffe ich auch nach dem 100. Durchlauf nicht, die Finger fangen an zu schmerzen, die Konzentration lässt immer mehr nach, die Zeiten werden deutlich schlechter.
    Dann ist es echt an der Zweit, aufzuhören, alles beiseite zu legen, und eine Pause zu machen.

    Zurück zu den Prüfungen.
    Fang mit den leichten Aufgaben an, die Du sicher schaffst. Und versuch, Dich nicht zu verzetteln, sondern eher, einen Roten Faden zu finden und durchzuhalten.
    Zwing Dich dazu, Deine Texte nicht nochmal von Grund auf zu ändern, sondern nur noch kleinere Passagen zu verbessern.

    Wann ist die nächste?

    :engel_alt:
     
    #9
    User 35148, 6 September 2008
  10. Kierke
    Kierke (36)
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    Ich ändere keine Passagen und erst recht nicht den ganzen Text, wenn ich mir einmal etwas rausgequält habe. Dazu bleibt mir dann auch gar keine Zeit, weil ich natürlich wesentlich langsamer vorwärts komme, als wenn ich im Textfluss bin.

    Leider ist das mit den einfacheren Aufgaben in aller Regel nicht machbar - die Modulabschlußklausur bestand beispielsweise aus einer einzigen Frage, über die ich vier Stunden schreiben musste.
    Die Frage hatte zwar zwei Unterpunkte, das war es aber dann auch schon - einmal die historische Herleitung und anschließend ging es um inhaltliches.
    Ich nehme mir aber, wenn es möglich ist, immer die Aufgaben heraus, zu denen mir am meisten einfällt.

    Hinsichtlich des Musikspiels und der Computerspiele hast du recht - leider lässt sich das nur auf Klausuren nicht übertragen. Ich kann eben die Klausur nicht zur Seite legen und es später wieder versuchen, oder mir nochmal einen passenden Text durchlesen. Entweder es klappt, oder nicht. Das Ergebnis muss in jedem Fall abgeliefert werden.
    Aber das ist dir natürlich klar :smile:

    Wann die nächsten Klausuren anstehen, kann ich dir jetzt noch nicht beantworten. Sie finden bei uns immer am Ende des Semesters, noch im Vorlesungszeitraum statt.
    Es stehen außerdem zu dieser Zeit Hausarbeiten, eventuell mündliche Prüfungen und diverse kleinere Abgabetermine an.
    Dann werde ich noch zwei Modulabschlußklausuren schreiben, die im vorlesungsfreien Zeitraum liegen und eine mündliche Modulabschlußprüfung machen, von der ich den Zeitrahmen noch nicht kenne (mit mündlichen Prüfungen habe ich aber auch keine Probleme).
    Außerdem steht die Bachelorarbeit an.
     
    #10
    Kierke, 6 September 2008

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