Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Ich brauche dringend Hilfe, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Jolle, 3 September 2009.

  1. Jolle
    Jolle (29)
    Meistens hier zu finden
    2.931
    133
    59
    vergeben und glücklich
    Vielleicht bringts ja irgendwas das hier runterzuschreiben.

    Seit dem ich 16 bin leide ich unter Panikstörung. Mitlerweile ist ne Agoraphobie dazu gekommen. Das bedeutet: Platzangst. Aber halt nicht wie bei der Klaustrophobie (vor engen Räumen usw.) sondern eher vor Menschenansammlungen oder vor Situationen, aus denen man nicht flüchten kann wenn man will (in meinem Fall z.B. auch der Zug) bzw. wo es irgendwie peinlich sein könnte zu flüchten.

    Das ganze hat sich bei mir jetzt nochmal weiterentwickelt. Seit Anfang des 2. Semesters ist mir schlecht. Ganz ganz schlimme Übelkeit, ständig. Es ging soweit, dass ich 4 Wochen meine Wohnung nur noch zum Einkaufen verlassen habe und mich hier total verschanzt habe, nicht mehr in der Uni war, niemanden mehr getroffen habe usw.. Mir gings richtig schlecht, weil ich mein Studium hasse. Ich mach momentan noch Pädagogik.

    Ich hab dann ein Praktikum in nem Jugendzentrum angefangen. Ich fands so richtig scheiße und hab da den ganzen Tag quasi ne MEGA-Panikattacke gehabt. Mir war schlecht wie sonst was, schwindelig, ich hab gezittert. Es war überhaupt nicht auszuhalten. Ich habs abgebrochen. Genauso wie ich mein Studium abbrechen werde. Es macht mich total unglücklich und ich denke bzw. bin mir ziemlich sicher, dass das der Auslöser für meine ständige Übelkeit ist.

    So. Jetzt wo ich weiß, dass ich das, was mich unglücklich macht und was mir die Übelkeit beschwert abbreche und nicht mehr hingehen muss und mir was anderes tolles suchen kann, müsste es mir ja eigentlich besser gehen. Mein Kopf müsste schnallen "Hey, da musst du nicht mehr hin. Jetzt wird es dir endlich besser gehen." Aber tut er anscheinend nicht.

    Jetzt kommt mein momentanes Problem:

    Ich hab nen Job angenommen. Dieser Job dauert von Donnerstag - Samstag und das 3 Wochen lang. Quasi 9 Tage. 3 davon sind schon rum, heute wird dann der 4. Tag sein. Und ich hab Panik. So sehr. Neben der Angst ständig Panikattacken zu bekommen, bin ich jetzt vollkommen beherrscht davon, dass ich Angst habe, dass mir schlecht wird und ich mich vor anderen Leuten übergeben muss. In diesem Job muss ich den ganzen Tag stehen und Leute anquatschen. Den ganzen Tag. Ich steh also unter ständiger Beobachtung. Ich achte den ganzen Tag auf meine körperlichen Symptome. "Oh, ein Bauchkribbeln .. hmm.. oh nein, hoffentlich wird dir nicht schecht. Oh nein. ... Also irgendwie ist mir jetzt schlecht. Oder hab ich Hunger? Aber wenn ich jetzt was essen, was ich denn wenn ich keinen Hunger hab und alles dann hochkommt? Und wenn das vor den Leuten passiert?? Oh Gott das wäre so peinlich!! Nicht kotzen nicht kotzen nicht kotzen ...!!" Und so geht das den GANZEN Tag!

    Es ist noch NIE was passiert. Ich musste mich noch nie übergeben. Aber es könnte ja jeder Tag der erste sein. Ich bekomm die Gedanken nicht raus. Ich könnte mir auch einfach denken "Komm, es sind nur noch 6 Tage. 6 Tage! Das ist nicht viel! Das schaffst du locker, na komm. Und selbst WENN es dir schlecht geht - dann gehst du halt eben raus."
    Dieses selbstmotivieren klappt dann kurz. Aber nach 10 Minuten oder SPÄTESTENS wenn ich dann da bin denk ich nur noch dran, dass mir nicht übel werden darf.

    Ich hatte deshalb Montag nen halben Nervenzusammenbruch. Gestern auch. Ich kam ausm Heulen nicht mehr raus, weil mich diese schlimme Übelkeit SO belastet. Ich habe Angst vor diesem Job, vor dieser Situation. ICh kann da auch nicht mitm Bus hinfahren. Davor hab ich auch VIEL zu sehr Angst, weil es halt so ist, dass mir dann schon im Bus schlecht ist und ich Panik davor habe, mich da schon zu übergeben. Ein Kumpel von mir fährt mich jetzt heute hin. Falls er mal keine Zeit hat werd ich mir n Taxi nehmen müssen, was auch nicht ganz billig wird. Aber ich weiß mir nicht mehr anders zu helfen. Es ist der absolte Höllentrip. Es ist jetzt 10 Uhr. Um halb 12 werd ich abgeholt und muss ich die 8-Stunden-Panik-Hölle und werd immer nervöser :geknickt:

    Ich steiger mich SO sehr darein und weiß nicht wie ich damit aufhören kann :schuettel:

    Ich hab jetzt ne Therapie angefangen. Letzte Woche Montag war der erste Termin, der nächste ist nächste Woche Mittwoch. Aber ich brauche JETZT für diesen Moment Hilfe! Scheiße, warum ist das denn bloß so ?! Was soll ich denn bloß machen, damit diese Anspannung weggeht? Ich steh unter Dauerstrom, hab quasi seit 8 Monaten Dauerstress. Bei einigen gehts dann so, dass sie Kopfschmerzen bekommen, bei mir gehts eben aufn Magen. Es ist der Horror und ich weiß nicht wie ich den Tag heute und morgen und übermorgen überstehen soll. Hilfe :geknickt:
     
    #1
    Jolle, 3 September 2009
  2. BrooklynBridge
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    5.858
    598
    5.380
    nicht angegeben
    Hey...

    das klingt gar nicht schön. Ich würde den Job sein lassen, acht Stunden Horrortrip muss wirklich nicht sein. Dafür voll auf die Therapie konzentrieren. Denn du hast ein ernsthaftes Problem. Tatsächlich halten dich diese Angstzustände von jeder Form von Arbeit, Studium oder Ausbildung ab. Ich glaube nicht, dass ein "Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand" dich weit bringen wird, nimm dir die Ruhe dir professionell helfen zu lassen.
     
    #2
    BrooklynBridge, 3 September 2009
  3. aiks
    Gast
    0
    Hallo! Also ich hab seit über zehn Jahren Probleme mit Phobien und hab auch eine Angststörung aufgebaut und kenn das ganz gut, auch wenn ich jetzt so eine Agoraphobie nicht so stark aufgebaut hab wie du, aber ich tu mir schon auch recht schwer, Leute anzureden oder in fremden Supermärkten einzukaufen und sowas.
    Jedenfalls finde ich dass du wirklich deinen Job lassen solltest - es gibt auch Nebenjobs und Ferialjobs, bei denen man nicht mit Leuten reden muss und nicht beobachtet wird - deswegen hab ich früher während dem Studium geputzt - da is man vor oder nach der normalen Arbeit im Büro und ist ganz für sich :smile:

    Klar die Therapeutin wird dir sagen, dass du das Vermeiden vermeiden sollst und lauter so Zeug, aber wenn du permanent unter Druck bist und Angst vor der Panikattacke hast, dann macht dich das viel zu labil, um wirklich an deiner Phobie zu arbeiten. Ich glaub kein Geld der Welt isses wert, einen Job zu haben, in dem man sich permanent anspeibt.
     
    #3
    aiks, 3 September 2009
  4. sweetgwendoline
    Verbringt hier viel Zeit
    519
    103
    3
    Single
    Hey Jolle,
    den Job würde ich unter diesen Umständen auf keinen Fall weitermachen. Bist du sooo sehr auf das Geld angewiesen?
    Höre doch ein bisschen auf dich und tue nichts, womit es dir so schlecht geht.

    Hast du schon einmal überlegt einen stationären Aufenthalt zu machen? Informiere dich doch mal darüber im Internet oder in deiner Therapie. Zeitlich würde das doch ganz gut passen wenn du dein Studium eh abbrechen willst.
    Deine Schilderungen hören sich tatsächlich nicht so an als ob du da in nächster Zeit alleine oder mit einer Thera-Stunde in der Woche rauskommst.

    Nimmst du eigentlich Medikamente gegen die Angst? Falls nicht, solltest du dir das auch mal überlegen.

    Hoffentlich lief dein Tag heute besser...

    Cheerio
    *gwendoline*
     
    #4
    sweetgwendoline, 3 September 2009
  5. aiks
    Gast
    0
    Stationär ist ja total übertrieben, da kommt man sich gestörter vor als man ist.
    Es ist ja klar, dass ma nach einer Therapieeinheit noch keine sichtlichen Besserungen erwarten kann. Ich war über vier Jahre in Verhaltenstherapie und je länger man es macht desto deutlicher spürt man die Fortschritte, besonders wenn dann der praktiche Teil beginnt, wenn die Psychologin mit dir in die "Gefahrensituation" geht. Aber sowas muss man halt gründlich vorbereiten und es erfordert sehr viel Arbeit an sich selber - das meiste mussh alt von dir selber kommen.

    Klar sind Tabletten oder gar Einweisung :what: eine bequeme Lösung, aber dann braucht man nicht erwarten, dass man jemals einen natürlichen gesunden Zustand in seinem Leben erreichen kann.
     
    #5
    aiks, 3 September 2009
  6. User 85539
    User 85539 (33)
    Meistens hier zu finden
    815
    128
    97
    vergeben und glücklich
    ich finde nicht, dass ein stationärer Aufenthalt übertrieben ist. offensichtlich kommt Jolle im Moment mit sich und ihrem Leben nicht besonders gut klar und in dieser Akutsituation braucht sie anscheinend mehr Hilfe als nur 1x pro Woche Therapie. Da sie sich im Moment eh in einer Orientierungsphase befindet und "Zeit" hätte, halte ich eine stationäre Therapie für sehr sinnvoll, weil sie in kürzerer Zeit mehr erreichen kann. warum ist eine Einweisung eine bequemere Lösung und warum sollte man sich nicht wundern, wenn man es niemals einen gesunden Zustand in seinem Leben erreicht?
    natürlich ist eine einmalige stationäre Terapie kein Garant für eine Heilung und man sollte auch nach dem Aufenthalt noch eine ambulante Therapie machen und an sich arbeiten...aber ich denke schon, dass dies gerade in Akutsituation zu einer Besserung führen kann.
    nur Tabletten zu schlucken um die Symptome zu bekämpfen halte ich allerdings auch für die falsche Lösung.
     
    #6
    User 85539, 3 September 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  7. brainforce
    brainforce (33)
    Beiträge füllen Bücher
    5.403
    248
    557
    nicht angegeben
    Auf jeden Fall gut das du eine Therapie begonnen hast!:smile: - mit anderen Mitteln ist dir denk ich mal kaum zu helfen.:ratlos:

    Das ganze hört sich nämlich so an als hättest du bereits völlig "die Kontrolle" verloren...

    Vielleicht könnte man die "Therapie" intensivieren o.ä. - hast du schonmal mit deinem Arzt/Psychologen o.ä. drüber gesprochen?
     
    #7
    brainforce, 3 September 2009
  8. Julietta1981
    Sorgt für Gesprächsstoff
    14
    28
    6
    nicht angegeben
    Hallo Jolle,

    also in deinem Beitrag spürt man diese völlige Verzweiflung und diese Panik. Ich würde an deiner Stelle den Job SOFORT beenden. Das hört sich nämlich so an als müsstest du jeden Tag zum Henker. Kann dir finanziell keiner helfen? Im Normalfall kann man so einen Promotionjob doch mit einem Attest abbrechen.

    Ich sehe das übrigens wie Myra. Bei dir scheint momentan alles in eine falsche Richtung zu laufen. Du musst das mit der Angst und den Panikattacken erstmal in den Griff bekommen bevor du dich auf ein neues Leben konzentrierst. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass bei dir eine wöchentliche Therapiestunde ausreicht. Deine Attacken hast du offensichtlich so gut wie täglich, du zerbrichst dir den Kopf, kannst dich nicht normal wie jeder andere in der Öffentlichkeit bewegen.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute. Und du schaffst das alles ganz bestimmt.
     
    #8
    Julietta1981, 3 September 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  9. sweetgwendoline
    Verbringt hier viel Zeit
    519
    103
    3
    Single
    Sorry, aber "wie gestört" müsste man denn eigentlich sein, um eine stationäre Therapie machen zu dürfen (sich mehrere Wochen kaum aus dem Haus zu trauen vor lauter Angst ist nicht Grund genug?)? Das ist doch lediglich eine Art Intensivtherapie über einige Wochen (verwechselst du etwa gerade eine psychosomatische Klinik mit einer Psychiatrie?). Und in dem Zustand in dem Jolle sich gerade befindet, würde ich schon von einer Akutsituation reden, die erstmal einer Stabilisierung bedarf.

    Dass man selber immer dafür an sich abeiten muss, ist absolut klar und Voraussetzung. Ohne geht's nicht. Stimmt.

    Klar scheinen Tabletten eine "bequeme" Lösung, aber auch sehr sinnvoll um erstmal wieder klar denken zu können und zu merken, dass das Leben nicht nur aus Angst und Depressionen besteht. Mit einer gewissen Grundstabilität ist die Motivation an sich zu arbeiten sicherlich viel höher und gewinnbringender als mit Panik im Kopf oder gar Todessehnsucht.
    Ich bin kein Tablettengegner. Warum sollte ich mir das Leben denn schwerer machen als es ohnehin schon (für mich) ist? Da freue ich mich schon wenn so "kleine Hilfsmittel" etwas bewirken und nehme diese dann auch dankend an... Alles andere wäre dumm.
     
    #9
    sweetgwendoline, 3 September 2009
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  10. aiks
    Gast
    0
    Tabletten sind ja bie gewissen Krankheiten notwendig - wie zum Beispiel bei Schizophrenie. Aber bei Phobien sollte man erst einmal lernen überhaupt in irgendeiner Weise damit klarzukommen bevor man sich da gleich übrigens extrem süchtigmachende Sachen einwirft.

    Das mit der Einweisung finde ich vorallem dadurch übertrieben, dass die Jolle das anscheinend shcon ein paar Jährchen hat und die Akutsituation vorallem durch die Arbeit ausgelöst wird. Ich glaub einfach wenn sie mit der Arbeit aufhört, ist der größte Angsterreger ausgeschalten und es geht tausendmal besser.
    Weil es ja dann nicht nur auf der Arbeit aufwühlt, sondern ab der ersten Sekunde in der Früh könnte man nur weinen vor lauter Angst und am Abend ist man erledigt und fühlt sich von jedem einzelnen Menschen der mit einem geredet hat richtig geschändet.

    Wenn sie den Job schmeißen kann, wird sie sich beruhigen und auch wieder lustige Sahcne machen können und dann bequem die Therapie machen - Schritt für Schritt. Vorallem bei Phobien braucht es eine gewisse Zeit.
     
    #10
    aiks, 3 September 2009
  11. Julietta1981
    Sorgt für Gesprächsstoff
    14
    28
    6
    nicht angegeben
    Sie braucht aber eine Lösung des Problems mit der sie ihr Leben meistern kann. Klar den Job erstmal schmeißen ist auch meine Meinung, aber sie wird in naher Zukunft auch irgendwann wieder einen Job, eine Ausbildung oder vielleicht ein anderes Studium in Angriff nehmen müssen und auch selbst wollen. Dafür muss sie aber defintiv therapiert werden. Sie kann in meinen Augen KEINE neues Ausbildung anfangen mit diesen Panik- und Angstattacken.
    Und man wird sicher nicht nur stationär aufgenommen, wenn man irgendwie schizophren durch die Gegen läuft oder völlig durchgeknallt ist. Auch Probleme wie Jolle sie hat können einen solchen Aufenthalt begründen und sind überhaupt nicht übertrieben. Sie braucht doch Hilfe. Also wieso nur die abgespreckte Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ihr auch richtig geholfen werden könnte.
    Und das darf ihr auch überhaupt nicht peinlich sein. Es geht hier um ihre Gesundheit und genau diese sollte doch im Vordergrund stehen. Nicht irgendwelche Ängste sowas könnte übertrieben sein.

    Sie hat den ersten Schritt getan. Sie hat eine therapie angefangen. Diesen Schritt schaffen schonmal die Wenigsten. Ich habe einen sehr großen Respekt vor Jolle, denn trotz ihrer wirklich spürbaren Angst versucht sie den Job zu machen. Trotzallem wird es für sie und ihre Gesundheit das Beste sein, diesen Job abzubrechen und zur Ruhe zu kommen um die Angst und die Panik zu besiegen.
     
    #11
    Julietta1981, 3 September 2009
  12. aiks
    Gast
    0
    Meine Meinung ist jedenfalls, dass man sich durch so einen Aufenthalt nur noch weiter von allem distanziert. Grad bei Agoraphobie find ich das ungut.

    Dadurch, dass sie in ihrem Leben einkaufen gehen muss, Sachen erledigen muss, etc. verliert man nicht komplett die Realität. Man darf diesen Situationen nicht aus den Weg gehen und es nicht noch mehr ins Abseits stellen. Meine Therapeutin hat mir immer wieder gesagt, dass ich den Dingen nicht aus dem Weg gehen darf, weil sie sonst nur noch größere Monster werden und da hat sie recht.
     
    #12
    aiks, 3 September 2009
  13. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
    13.614
    398
    2.056
    vergeben und glücklich
    Eine stationäre Therapie bedeutet nicht automatisch, dass man auf jeden Fall auch Psychopharmaka bekommt. Und auch nicht, dass man für sehr lange Zeit in eine Klinik geht und abgeschottet lebt für die nächsten Monate. Es gibt auch stationäre Kurztherapien, gefolgt von einer längeren ambulanten Therapie.

    Vorteil aus meiner Sicht bei einer stationären Therapie: Man konzentriert sich ausschließlich auf das seelische Problem und lenkt sich nicht wie im Alltag ab, wo noch vieles anderes zu bewältigen ist.
    Je nach Erkrankung/Phobie werden dann sicherlich auch Strategien entwickelt, mit dem Auslöser der Phobie klarzukommen, Konfrontation gehört (meiner indirekten Erfahrung nach) dazu.

    Wenn man aber mit dem Alltag im Moment so überfordert ist, dass fast nichts mehr geht, kann auch eine stationäre Therapie helfen. Das mag bequem scheinen, wenn man als Phobiker dann nicht mehr selbst einkaufen und unter Menschen muss - wirklich "bequem" ist eine Therapie nie.

    Eine stationäre Therapie ist nicht gleichbedeutend damit, sich für lange Zeit zu verschanzen und vor dem Leben zu drücken.
    Aber was sinnvoll und gut ist bei einer Angsterkrankung, ist eben individuell.

    Ob eine stationäre Therapie für Jolle in Frage kommt, weiß ich nicht, überdenkenswert ist es sicherlich.
     
    #13
    User 20976, 3 September 2009
  14. aiks
    Gast
    0
    Die Frage ist auch, wie sehr sich vorallem Agoraphobiker abhängig machen würden von einer stationären Aufnahme. Weil es sicher toll für sie ist quasi dort im goldenen Käfig zu leben und die Versuchung ist sicher groß einfach dort bleiben zu wollen, wo sich um einen gekümmert wird. Das kommt dann auf die Selbstdisziplin derjenigen an.

    Und ja, Konfrontation gehört zur Therapie. Aber es ist nicht so wie man es manchmal leidlich dargestellt im Fernsehen sieht, dass man einfach nur an der Hand genommen werden muss und dann greift man z.b. eine Spinne und und - hupp- die Angst ist weg.

    Bei mir war es so, dass ich zwei Jahre lang nur Gesprächstherapie (übrigens einmal in der Woche) hatte, die mich auf die Konfrontation vorbereitet hat und dann hat es noch über ein Jahr gedauert bis das Ziel der Konfrontation erreicht hab und selbst da hab ich mich weinend auf den Boden zusammengekauert.

    Ich war auch mal stationär drin und es is gut mal mehr mit wem Professionellem zu reden, aber ich finde das ist nicht der Stein der Weisen. Man redet zwar viel über alles, aber man lässt den (für Phobiker extrem notwendigen) Alltag zu sehr schleifen.

    Und es wäre zumindest einen guten Versuch wert, dass Jolle erstmal schaut, wie es ihr geht, nachdem sie die Arbeit los geworden ist.
     
    #14
    aiks, 3 September 2009
  15. Jolle
    Jolle (29)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    2.931
    133
    59
    vergeben und glücklich
    Erstmal danke für die Antworten! :smile:

    Um 20 Uhr hatte ich Feierabend und ich lebe noch :zwinker:
    Dadurch, dass ein Freund von mir mich hingefahren und auch abgeholt hat, gings klar. Also während der Arbeit halt. Ich hab vorher noch Tropfen gegen Übelkeit genommen und so war ich einfach nur ein bisschen müde, aber schlecht war mir nicht. Es war auszuhalten.
    Jetzt hab ich auch nicht mehr SO den Horror wie heute vor morgen. Weil ich ja heute "gelernt" habe "Ah, alles klar, dir muss ja gar nicht unbedingt schlecht werden" :smile:

    Ja, ich bin drauf angewiesen und KANN diesen Job nicht schmeißen. Ich hab jetzt 4 Tage rum, ich muss nur noch 5. Dieser Job ist total gut bezahlt, ich bekomme schon fast Geld fürs Nichtstun und brauchs halt einfach wirklich.

    Natürlich würd ich am liebsten sagen "Nä, ich will da nicht mehr hin, ich brechs ab." Sicherlich würde es mir dann besser gehen, dann muss ich ja nicht mehr an "den Ort des Grauens" :zwinker: Aber ich würde mich schwarz ärgern danach, das weiß ich einfach. Und ich will nicht anfangen ständig alles abzubrechen.

    Das Praktikum war ne andere Geschichte. Da gings mir richtig scheiße und das wäre 2 Monate jeden Tag so gewesen. Das wäre GAR nicht gegangen. Aber es sind ja echt nur noch 5 Tage... aah :confused:

    Nee, da hab ich so noch nicht drüber nachgedacht. Und wenn ich drüber nachdenke, dann sag ich ganz klar: Nein, will ich nicht.

    Das momentan ist ne Akutsituation, klar. Diese Tage sind scheiße für mich. Aber was aiks schreibt, ist schon ganz richtig:

    Ich weiß, dass wenn dieser Job vorbei ist, diese Angst erstmal weg sein wird. Und wenn das der Fall ist, dann hab ich Zeit. Zeit für mich. Zeit um mich um mich zu kümmern und die Therapie voll ins Laufen zu bringen.

    Ich bin noch nie in stationärer Therapie gewesen und will das auch auf keinen Fall verurteilen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es mir da nur noch schlechter gehen würde, weil ich da ne Dauerkonfrontation hätte. Von zu Hause weg, nicht alleine für mich sein, fremde Umgebung, alleine der Weg in so eine Klinik und ich hab überhaupt keinen Bock auf diese extreme Psychoschiene, die ich dann aber hätte.
    Ich will mich schon damit beschäftigen. Ich will mein Problem in den Griff bekommen und es ins Nirvana schicken. Aber mich den ganzen Tag mit irgendwelchen Psychosachen, Therapie, Probleme, reden reden reden, sich mit Betroffenen austauschen, den ganzen Tag vollkommene Problemkonfrontation beschäftigen - Nein, echt nicht.

    Nein, ich nehme keine Medikamente dagegen.
    Also ich nehm oft mal Iberogast, wenn ich zum Beispiel Zugfahre. Aber ich denke, das wird mittlerweile wohl auch alles Placebo sein. Heute morgen hab ich mir dann noch andere Tropfen gegen Übelkeit geholt, die ich allerdings nur alle Jubeljahre mal nehme.

    Also so ansich nehme ich keine Medikamente direkt dagegen.

    Was genau meinst du damit? :smile:

    Nur um das nochmal eben klarzustellen: Ich hab mich nicht aus "Angst" verkrochen. Also weil ich Angst hatte rauszugehen oder sonst was. Ich hatte einfach keinen Bock. Ich hätte gehen können. Ich meine, ich bin ja auch einkaufen gewesen und am Wochenende zu meiner Mutter nach Hause gefahren. Ich hab halt nur unter der Woche keine Kraft gehabt, was zu machen. Ich hatte keinen Bock auf Uni und KONNTE auch einfach nicht hingehen. Ich war nicht dazu in der Lage weil ichs ja SO beschissen finde in meinem scheiß Studienfach :ratlos: (was aber ja zum Glück bald vorbei ist :zwinker:) und ich hatte keine Lust Leute zu treffen. Ich wollte einfach für mich sein. Ich denke das wird wohl ne depressive Phase gewesen sein oder so.

    Aber ich habe meine Wohnung nicht nicht verlassen, weil ich solche Panik- und Angstattacken hatte.

    ------

    Den Job zu schmeißen ist keine Option für mich. Das wird mir auch nicht gut tun. Irgendwann merkt sich mein Kopf dann auch noch "Sobald dir mal was nicht passt - schmeiß es einfach!". Das willl ich nicht.
    Es sind noch 5 Tage. Die halte ich iiiirgendwie aus. Ich hab ja schon mal die Sicherheit, dass ich mitm Auto fahren kann und mich auch da in meiner Pause alleine zurückziehen kann. Heute gings auch irgendwie. Heute morgen, VOR der Arbeit, wars natürlich der absolute Horror. Ich bin gespannt wie das morgen früh so läuft.

    Ist vielleicht uach ganz gut, dass ich nächsten Mittwoch, also einen Tag vor Arbeitsbeginn, nen Termin bei der Psychologin hab. Dann kann sie mir hoffentlch gleich schon mal nützliche Tips geben oder man kann einfach in so einer direkten Situation darüber sprechen. Hach. Ich bin auf jeden Fall optimistisch, dass das schon alles irgendwie klappt und dass ich mein Leben wieder in den Griff bekommen. Aber ich glaube, mit Jobabbrechen komm ich vom Regen in dir Traufe.
     
    #15
    Jolle, 3 September 2009
  16. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
    12.774
    248
    474
    vergeben und glücklich
    Hast du schonmal etwas von dem Begriff Emetophobie gehört? Hört sich für mich stark danach an, als würdest du darunter leiden. Es ist die Angst vor Übelkeit und vorm Übergeben.
    Ich habe das auch allerdings nicht mehr so schlimm, in bestimmten Situationen (vor allem bei Stress) wird mir übel und ich bekomme Panik, dass mir noch schlechter wird oder ich aus der Situation nicht richtig rauskomme.
    Früher war es schlimmer aber mittlerweile hat sich das auf ein Minimum reduziert und es tritt nur noch selten auf.

    Erst einmal: Wegbleiben von Medikamenten, auch wenn es nur Iberogast ist! Auch das kann abhängig machen, pack sie lieber ein anstatt sie zu nehmen, dann hast du im Hinterkopf, dass du jederzeit zugreifen kannst.
    Man denkt sich zwar, dass es doch nicht schlimm ist solche Tropfen o.ä. zu nehmen aber ganz schnell ist man in so einem Strudel drin und vor allem: sie wirken dann nicht, wenn es wirklich drauf ankommt, weil sich der Körper schon daran gewöhnt hat.

    Bzgl. Job sehe ich das anders als die Anderen: Zieh es durch!! Es bringt dich nicht weiter, wenn du jetzt abbrichst, aber das hast du ja auch schon selbst erkannt. Du würdest dich sonst nur noch mehr hängen lassen und denken, dass du immer flüchten kannst und das ist nunmal nicht gut.
    Du führst ja noch ein Alltagsleben und das muss auch sein! Abkapseln bringt dich nicht weiter.

    Wie läufts denn in der Therapie? Wie oft hast du Termine und gibt es keine Möglichkeit öfter hinzugehen?

    Ach ja: Hast du eine Zukunftsperspektive, was willst du denn nach dem Studium machen, schon eine Idee?

    :knuddel::knuddel:
     
    #16
    User 37284, 4 September 2009
  17. aiks
    Gast
    0
    Du wirst in der Therapie sowieso lernen, wie man mit einer Panikattacke umgehen kann. Wenn du deinem Therapeut sagt dass du voll Angst davor hast, wird er vielleicht eh versuchen dir das schnell nahe zu bringen.

    Bei mir ist es jedenfalls so, dass auch wenn ich die Panik in mir hochsteigen komme durch verschiedene Übungen oder Beschäftigung (die sind so klein dass es andere Leute nicht merken) meine Kontrolle behalten kann. Mir hilft z.B. zählen sehr (weil man sich dadurch mit der Umwelt beschäftigt und Konzentration aufbringen muss). Das wirst du dann alles in der Therapie herausfinden und das wird dich sehr beruhigen.
    Und wenn das ein paar mal funktioniert hat, dann hat man nicht mehr diese Angst vor den Panikattacken und das ist schonmal die halbe Miete.
     
    #17
    aiks, 4 September 2009
  18. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
    12.774
    248
    474
    vergeben und glücklich
    Das ist wirklich die halbe Miete. Das Schlimme ist ja die Angst vor der Angst und so lange die da ist, werden auch die Attacken eher kommen als wenn man davor keine Panik schiebt...
    Trinken finde ich auch immer ganz sinnvoll aber da muss jeder für sich herausfinden, was hilft.
     
    #18
    User 37284, 4 September 2009
  19. Jolle
    Jolle (29)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    2.931
    133
    59
    vergeben und glücklich
    Ja, hab ich von gehört und schon viel von gelesen. Ansich passt das auch alles auf mich. Aber ich dachte immer, dass Emetophobie die direkte Angst vorm Vorgang des Übergebens ist? Und wenn ich jetzt alleine hier zu Hause bin, dann hätte ich da keine Angst vor. Halt nur, wenn andere da sind. Vor anderen Leute wärs mir so peinlich.

    Ja, du hast vollkommen recht. Ich sollte wirklich aufhören ständig irgendwelche Tropfen zu nehmen. Ich nehm sie auch nicht jeden Tag. Nur eben jetzt, wo das mit dem Job ist, komm ich noch nicht drum rum. Aber danach, ja, werd ichs ohne probieren. Recht hast du :smile:

    Ja eben. Ich versuche auch schon so wenig wie möglich ins Vermeidungsverhalten zu geraten. Auch wenn mir schlecht ist treffe ich mich mit Freunden. Letzten Sonntag waren wir bowlen und ich hätte wohl kotzen können. Aber ich bin hingegangen und hatte dann letztendlich auch meinen Spaß :smile:
    Und auch am Wochenende, wenn ich nach Hause will, dann muss ich mitm Zug fahren. Auch wenn ich super nervös bin und Panik habe: Ich fahre trotzdem. Und oft ist es dann auch so, dass es sobald ich im Zug sitze oder während der Fahrt mit der Angst vorbei ist und ich da einfach nur so sitze und Musik höre und entspannt bin. Das ist immer unterschiedlich. Aber ich habe jedenfalls keine Dauerpanik und versuche mein bestes :zwinker:

    Noch läuft das ja nicht so richtig. Ich hatte erst einen Termin, letzte Woche. DIe Therapeutin ist auf jeden Fall total nett und sympathisch. Nächsten Mittwoch ist der nächste Termin. Ich werd ihr dann auch sagen, dass ich öfter hinmöchte und mir alle 2 Wochen auf keinen Fall ausreicht. Mal sehn was sich dann da machen lässt. Am besten wäre wohl 2 Mal die Woche.

    Ja hier gibts so ne Art Sprachschule, wo ich dann ne schulische Ausbildung machen könnte. Wenn ich damit fertig wäre, dann wäre ich kaufmännische Assistentin für Fremdsprachen und Korrespondenz. Fremdsprachen waren schon immer mein Ding. Sprachen mag und ich Sprachen kann ich. ICh wollte auch eigentlich Deutsch und Englisch studieren, bin aber nicht reingekommen. Ich hoffe dass du Schule mich annimmt. Das erfahre ich allerdings auch erst im Februrar :ratlos: Aber ich bin guter Dinge :zwinker: In 2 Wochen hab ich noch nen Termin beim Arbeitsamt und werd mich da mal n bisschen über verschiedene Sachen informieren.

    :knuddel: :smile:

    Es ist auch jeden Fall schon mal super, dass die Therapie bei dir so gut angeschlagen hat. Und es hilft mir, zu wissen, dass es Leute gibt, denen es auch nicht gut geht bzw. ging und die es geschafft haben, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ich bin gespannt wie es mit der Therapie so sein wird.

    ----

    So. In ca. 1 Stunde gehts wieder los zum Job. Natürlich bin ich nervös und natürlich ist mir auch n bisschen schlecht. Aber ich werd jetzt erstmal ordentlich frühstücken. Denn ich bin nicht so eine, die sich denkt "Bloß nichts im Magen haben, dann kannst du dich gar nicht übergeben, weil nichts rauskommt". Ich bin eher so, dass ich ja weiß, dass wenn man Hunger hat, einem schlecht wird. Und deshalb achte ich immer drauf, vernünftig zu essen. Ich ess mittlerweile jeden Tag Obst und Gemüse (hab ich früher NIE gemacht), sodass ich möglichst gesund bin. Ist vielleicht der einzig positive Aspekt an meiner Psyche :grin:

    Ich berichte heute Abend mal wies heute war. Vielleicht ja genauso "gut" wie gestern!

    Dankeschön schon mal für eure Hilfe!
     
    #19
    Jolle, 4 September 2009
  20. Jolle
    Jolle (29)
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    2.931
    133
    59
    vergeben und glücklich
    So, kurzes Update:

    Gestern war natürlich scheiße. Die erste Zeit gings noch. Dann irgendwann fings an, dass mir total schwindelig wurde. Ich hab 2-3 Stunden lang nur mit mir gekämpft, dass ich nicht umkippe. Total zitterig, geht gar nicht.

    Und heute ist es auch so. Mir ist na klar total schlecht. Ich hab nen richtigen Kloß im Hals. WARUM auch immer, es ist vollkommen schwachsinnig. Ich kann es nicht verstehen.

    Der Job den ich mache ist halt so ne Promotiongeschichte. Das heißt also, dass ich da rumstehe und Sachen verkoste. Mehr nicht! Ich steh da einfach nur rum bzw. lauf mal n bisschen rum. Punkt. Ich muss nicht mal irgendwas schlimmes oder so machen oder irgendwas, wo man Angst haben könnte, dass man etwas nicht kann. Es passiert ja NICHTS. Es ist nie was passiert und es wird auch heute nichts passieren! Keine Ahnung was hier los ist. Es nervt wie sonst was. :geknickt:
     
    #20
    Jolle, 5 September 2009

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - brauche dringend Hilfe
Josh37c
Kummerkasten Forum
7 Mai 2014
13 Antworten
softy9100
Kummerkasten Forum
11 März 2014
7 Antworten