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Ich- das Borderlinemonster:(

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von klatschmohn, 25 Juni 2010.

  1. klatschmohn
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    Wo fange ich an... :frown:

    Ich bekomme es nicht hin :frown:. Ich bekomme es einfach nicht hin Beziehungen zu führen- weder Freundschaften noch "Liebesbeziehungen".

    Ich bin erst seit Februar mit meinem Freund zusammen und schon wieder dabei mir alles kaputt zu denken. Ich hatte im letzten Jahr einige Beziehungen- aber eben nur sehr sehr kurze, immer wieder. Genauso, wie ich es nicht länger als fünf Monate in einer Wohnung aushalte halte ich Beziehungen nicht aus.

    Mein Freund ist jetzt 5 Tage aufs Festival gefahren und Mittwoch kam nur eine SMS: Ich mache mein Handy jetzt aus..ich denke an dich....

    Natürlich möchte ich ihm Freiräume lassen- ihn zur Ruhe kommen lassen. Gleichzeitig überkommt mich das Gefühl, dass er Erholung von mir braucht und ich ihm "zu viel" bin. Ich weiß selber, dass ich extrem launisch bin- alles immer nur schwarz/weiß sehe. Ich weiß auch, dass ich meine psychischen Probleme nicht auf ihn übertragen will und darf. Immer wieder lese ich überall, dass davor "gewarnt" wird, mit Menschen mit psychischen Erkrankungen Beziehungen ein zu gehen- und ja, ich kann es verstehen....

    Im Moment empfinde ich mich wirklich als Monster. Sobald eine Beziehung "schwierig" wird beende ich sie sofort. Und ja....so schlimm ich es auch finde- ich bin manipulativ. Ich entspreche also all dem, wieso davor gewarnt wird mit Menschen eine Beziehung zu führen, die unter dieser Erkrankung "leiden".
    Ich möchte mich hier nicht als Opfer darstellen- aber ich bin gerade ein bißchen verzweifelt. Ich habe schon so viele Therapien gemacht- wirklich hart an mir gearbeitet- und ja, ich habe viel erreicht, vorallem in beruflicher Hinsicht...

    Aber privat und wen es um Beziehungen geht- bin ich einfach ne Null. Ich kämpfe nie um Beziehungen, entweder es ist alles gut oder alles schlecht. Eine Freundin hat mal gesagt, dass ich ein Gummiseil zwischen mich und andere Menschen spanne und sie je nach Bedarf zu mir ziehe oder einfach weg "schnipsen" lasse....nun drängt sich mir die Frage auf, ob ich das meinem Freund weiter antun sollte- ich bin seine erste Freundin und ich frage mich, wie sehr ich ihm weh tun kann, weh tun werde. Nicht, dass ich das vor habe- aber es wird passieren :frown:

    Ich weiß grad einfach nicht weiter :frown: Ich weiß auch nicht genau, was nun Sinn dieses Threads sein sollte..vielleicht wollte ich es einfach mal aufschreiben...ich hab es in den letzten Wochen mal wieder geschafft all meine Freundschaften vor den sprichwörtlichen Baum zu fahren :frown:
     
    #1
    klatschmohn, 25 Juni 2010
  2. User 97250
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    Hallo Klatschmohn,

    das klingt ja alles recht reflektiert. Ist das nur, weil du gerade so verzweifelt bist?
    Hast du denn eine sichere Diagnose und machst du zur Zeit eine Therapie?

    Vielleicht hilft es dir, ein Tagebuch zu führen und durchs Lesen dann etwas besser zu differenzieren?

    Glaub mir, ich weiß, wie schwer es ist, eigene Fehler zu erkennen und sie trotzdem sehenden Auges zu wiederholen.

    Ich wünsch' dir jedenfalls alles Gute. Den Willen etwas zu ändern hast du ja!
     
    #2
    User 97250, 25 Juni 2010
  3. klatschmohn
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    Ja, ich habe die "Diagnose" seit 2006. Ich klinge theoretisch imme recht reflektiert, glaube ich....
     
    #3
    klatschmohn, 25 Juni 2010
  4. User 97250
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    Wie fühlt sich das eigentlich an? Merkst du das dann erst, wenn du Leute verprellt hast, dass du was falsch gemacht hast?
     
    #4
    User 97250, 25 Juni 2010
  5. User 93633
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    Ist denn jetzt irgend etwas vorgefallen, oder machst du dir ständig diese Gedanken? Weiß dein Freund bescheid bzw weiß er, was diese Krankheit wirklich bedeutet?
     
    #5
    User 93633, 25 Juni 2010
  6. Aily
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    Bist du denn momentan in Therapie? Ich weiß nicht, wie die Leute das sehen würden, aber ganz allgemein betrachtet finde ich es von Zeit zu Zeit ganz gut (und auch vollkommen ok) wenn man einfach mal allein sein will und das auch irgendwie braucht.
     
    #6
    Aily, 25 Juni 2010
  7. klatschmohn
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    Ich habe meine letzte Therapie vor zwei Jahren abgebrochen- und ich weiß, dass ich wieder eine beginnen muss. :frown:

    Und ja, ich mache mir die ganze Zeit diese Gedanken..ich denke und denke und denke...und werde noch verrückt. In meinem Kopf herrscht einfach nur- Chaos. Es gibt einige Facetten unserer Beziehung, die nicht stimmen. Er ist einfach lieb und nett und geduldig- und verdammt unsicher. Er versucht für mich da zu sein und mir Halt zu geben. Ich denke wir reden schon relativ viel- aber ich mag ihn nicht mehr als nötig mit meiner Vergangenheit belasten. Ich denke auch, dass er sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt bzw. sich belesen hat.
    Ich habe manchmal das Gefühl, dass er eher naiv an diese "Sache" ran geht. Und ich...weiß nicht was ich will. Ich ersehe etwas und wenn ich es habe werfe ich es schnell wieder weg...

    Ich wünsche mir so sehr eine harmonische Beziehung- und kann sie doch nicht aushalten..und sorge sofort wieder für Chaos.... Ich meine- vielleicht ist es gerade gut, weil es schwierig ist. Vielleicht kann ich daran wachsen. Vielleicht wäre es gut, mal an einer Beziehung zu arbeiten und nicht alles weg zu werfen, nur weil es sich gerade mal eine Sekunde richtig anfühlt...ich bin immer bereit für einen Moment alles, wirklich alles weg zu werfen...ich werde noch verrückt....ich möchte das alles nicht zu seinen Lasten tun..das ist alles.

    Wir wollen auch im August zusammen ziehen- und ich bin mir grad nicht sicher, ob das wirklich eine gute Idee ist...
     
    #7
    klatschmohn, 25 Juni 2010
  8. broken-hearted
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    Ich habe zwar keine sichere Diagnose, aber ich habe auf jedenfall Züge des Borderline-Syndroms und habe meist auch die Probleme, eine Beziehung zu führen. Ich sehe alles schwarz/weiß...entweder ist mein Freund der tollste und größte für mich, oder er ist direkt ein total schlechter Mensch, den ich hasse. Was dazwischen gibt es irgendwie nicht :ratlos: Wenn ich also gerade in einer Phase bin, in der ich ihn absolut von mir stoßen möchte, dann muss ich mich sehr zusammenreißen, weil ich ja weiß, dass es völliger Unsinn ist, den ich mir da zusammendenke. Das ist schwer und klappt eigentlich auch meistens nicht sehr gut. Ich tue dann alles, damit es ihm schlecht geht und er mich nicht mehr mag :schuettel:
    Andererseits versuche ich schon, an einer Beziehung zu arbeiten...solange, bis sie wieder zu harmonisch läuft. Ich hasse Harmonie. Du vielleicht auch??
    Wobei ich sagen muss, dass ich jetzt ein Mal im Leben so verliebt war, dass ich lange Zeit nichts von meinen Macken gemerkt habe und wenn, dann habe ich ihn so sehr geliebt, dass ich es irgendwie geschafft habe, mich zusammen zu reißen und es wo anders rauszulassen. Darum denke ich, dass nichts unmöglich ist.

    Ich glaube, dass eine Beziehung mit einem Bordi wirklich schwer ist und es gibt wenige, die das ertragen. Aber wenn du ihm ehrlich sagst, was du wann fühlst und wie er sich dann verhalten soll, könnte es doch funktionieren? Andererseits ist es schlecht, wenn du dir nicht sicher bist, dass du ihn willst. Ob das jetzt an zu viel Nähe liegt, weiß ich nicht, aber ich glaube daran, dass es irgendwann einen Menschen gibt, den man trotz dieser Krankheit lieben kann und für den man bereit ist, etwas an seiner Krankheit zu tun. Ich z.B. bin damals für meinen Ex in Therapie gegangen, weil ich ihn auf keinen Fall durch meine schlimmen Launen verlieren wollte...

    Vielleicht solltest du deine Therapie fortsetzen, wenn du ansonsten keine Chance hast, eine Beziehung zu führen.
     
    #8
    broken-hearted, 25 Juni 2010
  9. Zantedeschia
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    :knuddel:

    Ich denke, du machst dir zu viele Gedanken.Du steckst in den immer gleichen Gedankengängen fest und kommst nicht raus und durch die ewige Wiederholung werden kleine Themen immer größer- Du musst einfach versuchen, dich da nicht so reinziehen zu lassen. Ja, ich weiß, das sagt sich so leicht. Aber all das Grübeln hilft dir nicht viel wenn es nur ein Gedankenkarussell ist, dass sich immer nur im Kreis dreht. Z.B. mit der SMS: Dein Freund hat nicht geschrieben, dass er Abstand von dir will, nur dass er sein Handy ausschaltet, dafür gibt es doch viele Gründe und dass er Ruhe vor dir will, ist ein eher unwahrscheinlicher!

    Kannst du dir vielleicht so ein Mantra überlegen, dass du dir immer vorsagst, wenn du anfängst darüber zu grübeln was alles nicht passt? So im Sinne von: "Unsere Beziehung ist nicht perfekt, aber sie hat viele gute Seiten. Ich will und werde sie nicht durch übermäßiges Grübeln zerstören, sondern das Leben auf mich zukommen lassen. Wenn es konkrete Probleme gibt spreche ich sie an, aber ich ügrübele nicht allein darüber nach."
     
    #9
    Zantedeschia, 25 Juni 2010
  10. klatschmohn
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    Ich würde mich ja gern auf mein Gefühl verlassen...aber das sagt in jeder Sekunde etwas anderes. Ich kämpfe z.b. jahrelang für irgendwas...dann habe ich es und bin aber jederzeit bereit es weg zu werfen- das ist doch nervig. Ich sehne mich nach Ruhe- wenn ich sie habe bekomme ich ne Krise. Ich verabrede mich mit Freunden nur um dann alles wieder ab zu sagen.....

    Ich grüble eben grad nach meinen Beweggründen. Ich möchte ihn da nicht mit rein ziehen- vielleicht sollte ich lieber alleine sein, bis ich vielleicht irgendwann in der Lage bin eine "gesunde" Beziehung zu führen. Die Frage ist doch, wie lange er das "aushalten" kann...und darum geht es ja auch nicht. Ich möchte nicht "ausgehalten" werden..oder "ertragen" werden. Aber ich habe oft das Gefühl, dass ich eine Belastung für ihn bin.
    Das fängst schon beim Sex an. Ich habe sehr oft Probleme damit und blocke ab. Er weiß auch "warum". Aber wir hatten schon oft Streit deswegen und ich kann es verstehen...

    Wie gesagt, ich bin seine erste Freundin- er will viel ausprobieren und erleben...und dann hat er jemanden wie mich...:frown:
     
    #10
    klatschmohn, 26 Juni 2010
  11. Luc
    Luc (29)
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    nicht angegeben
    Wie es sich anhört hast du nun einen netten, lieben aber unsicheren Partner. Ich denke, er wird um dich kämpfen und vermutlich noch recht viel mit dir aushalten. Was er kapieren sollte ist, dass es ihm nun mal nicht gut tut, wenn er sich zu intensiv um dich kümmert. So, wie es aussieht, mag er dich wohl auch als "Borderlinemonster". Er ist ja freiwillig mit dir zusammen. Vermutlich weiss er mittlerweile, auf was er sich eingelassen hat. Er hat aber nun trotzdem etwas, was er vorher nicht hatte, sonst wäre er ja nicht mit dir zusammen. Umgekehrt hast du durch ihn auch etwas, was du vorher nicht hattest. Also könnt ihr ja doch noch etwas geben und nehmen. :smile:

    Wonach wäre dir denn jetzt?
    Du hast wohl eine krasse Vergangenheit hinter dir. Das wird ihn sehr sehr beschäftigen und wird wohl früher oder später zum Borderline-Fachmann werden.
    Aber an Beziehungen wachsen immer beide Menschen. Ich glaube zumindest daran.
     
    #11
    Luc, 26 Juni 2010
  12. Shiny Flame
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    Klatschmohn, du bist ne tolle Frau und du bist es wert, dass man eine Beziehung mit dir führt! Dass man deine Schwächen erträgt - denn du hast auch viel zu geben!

    Red dir grad nix anderes ein, das ist nur die Krankheit.

    ***

    Aber ich würde mir gleich heute Nummern von Therapeuten raussuchen und dort schon mal auf die Anrufbeantworter sprechen. Nicht, um die Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern um MIttel und Wege zu erlernen und zu üben, wie du ein gelingenderes Alltags- und Beziehungsleben führen kannst.

    Meinetwegen sag dem Therapeuten auch, dass du nur verhaltensorientiert arbeiten willst, nicht analytisch - das klingt mir in deiner Situation deutlich sinnvoller, denn du willst lernen´, die Gegenwart besser zu managen, statt ständig in den Wunden aus der Vergangenheit zu rühren. Und dann guck, ob du eine emotionale Basis zum Therapeuten findest - dass das wichtig ist, weißt du ja sicher noch von deiner letzten Therapie :zwinker:.

    Ich weiß, es ist gemein, weil es für dich immer härter als für andere sein wird - aber wenn man es nicht intuitiv schafft, kann man tatsächlich auch über den Verstand lernen, mit solchen Stimmungsschwankungen besser umzugehen. Du schaffst das! Ganz ehrlich, was du schon alles geschafft hast... Das schaffst du auch noch!

    ***

    Ach ja, PS: Gönn deinem Freund ruhig manchmal auch ein bisschen Erholung, die braucht man einfach in jeder Beziehung mal. Gerade auch, wenn der Partner anstrengend ist.

    Umso schöner ist es, nachher wieder zurückzukommen.
     
    #12
    Shiny Flame, 26 Juni 2010
  13. klatschmohn
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    Vielen Dank für eure Worte :smile:

    Ich hab grad nochmal nachgedacht (mal was anderes) und musste an einen für mich wichtigen Satz denken, welchen mir meine Therapeutin damals an den Kopf geworfen hat und den ich damals ziemlich unpassend fand. Sie hat mal gesagt, dass ich "mich selbst" jeden Tag mißbrauche, weil ich es nicht anders "kenne" und das ist ein wichtiger Punkt und trifft den Nagel auf den Kopf denke ich. Und so widerlich dieses "Bildnis" in erster Sekunde auch klingen mag- es stimmt einfach....sie hat auch mal gesagt, dass ich an dem Ast säge auf dem ich sitze und auch das stimmt.....Ich meine- ich suche in meinen Beziehungen ständig nach Problemen und Schwierigkeiten und bin erst "zufrieden" wenn ich genügend gefunden hab.. .Ich meine- das hält doch kein Mensch aus- ich halte es selber kaum mit mir aus^^

    Mein Freund hat mich letztens "Drama Queen" genannt und das ist zwar verharmlost, aber es stimmt. Ich meine- ich hab keine nennenswerten Freundschaften mehr und null Kontakt zu meiner Familie- irgendwas MUSS passieren. Ich bekomme meine "Störung" in beruflicher Hinsicht "gut" unter Kontrolle und manchmal habe ich aber das Gefühl, dass das schon all meine Kräfte verzehrt- manchmal habe ich das Gefühl, als ob ich schon in meiner Kindheit und Jugend die Energie aufbrauchen musste, die für mein ganzes Leben hätte reichen sollen....

    Das mit der Verhaltenstherapie ist ein ganz interessanter Denkanstoß. Ich war eigentlich nie ein Fan davon an den Symptomen zu arbeiten ohne an die "Basis" zu gehen. Meine letzte Therapeutin meinte, ich solle auf jeden Fall nochmal eine Tiefenanalyse machen- aber ich habe keine Ahung, ob mich zu viel Konfrontation mit der Vergangenheit nicht an meine Grenzen treibt....Deswegen ist die Idee ganz spannend....
     
    #13
    klatschmohn, 26 Juni 2010
  14. donmartin
    Gast
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    Tja, lieber klatschmohn........

    Das du "denkst" ist nicht das Problem, dass du aber immer versuchst, dir von anderen bestätigen zu lassen, WAS du denkst - und dabei vergisst, dass sie (dein Freund, deine Bekannten) dich ganz anders sehen - nämlich nicht so wie du denkst, sondern wie du bist - mit allen Ecken und Kanten und einer Diagnose und der Vorgeschichte und deinen bisherigen Erfahrungen - daran wirst du arbeiten müssen und nicht zu glauben, Alle und Alles wird von irgendetwas "gezwungen" dich zu ertragen und auszuhalten.

    Das Menschen andere Wege gehen und sich auch voneinender abwenden, liegt nicht an DIR alleine - das ist die Natur der Dinge - dann passt es einfach nicht.
    Und dein Freund wird sich schon melden, er wird dir das sagen, wenn es ihm zuviel wird.

    Rede dir nicht ein, dass du eigentlich eine Marionette bist, die von allem und jedem gesteuert wird. Dass DU an allem Schuld bist - die Aufarbeitung deiner Vergangenheit sollte parallel zur Gegenwart geschehen - mit Hilfe deines Therapeuten.

    Genausowenig, wie dich jemand zwingt, ein "geregeltes" und geplantes Leben zu führen, genausowenig zwingt sie irgendetwas mit dir zusammen zu sein und dich so zu sehen und zu akzeptieren und MITEINANDER die Zeit zu verbringen.

    Die Suche nach Beweggründen ist müßig. Kannst du machen, drehe dich im Kreis - und falls du es schaffst, wirklich Gründe und etwas anderes herauszufinden - was dann? Wirfst das, was du dir selber erdacht hast über den Haufen und fängst von vorne an.

    Die Gründe sind irrelevant. Du solltest dir über die Ziele und Konsequenzen Gedanken machen. Und Ziele hast du. Hast du auch schon reichlich erreicht. Nicht nur beruflich.
    Nun kenne ich deine Geschichte......aber.....bitte...

    Nicht sagen, "ich will ihn da nicht mit hineinziehen" - du hast es ja schon und das mehr und tiefer als du denkst. Sein denken und Handeln werden in der Zukunft auf das Aufbauen, was er mit dir und eurer gemeinsamen Zeit zusammen mit und durchgemacht habt. Gerade weil er "unerfahren" ist. Gerade weil er "Naiv" ist.
    Unabhängig davon, ob ihr zusammen bleiben werdet oder nicht - DU hast ihn reingezogen und das gibt dir nicht das Recht, zu sagen - Du seist Schuld und machst das kaputt - sondern sei Dir bewusst, dass er SEIN LEben auf ein Zeil ausrichtet - nämlich nicht in dir ein Schuldiges Monster zu sehen, dass es gilt zu Therapieren sondern einen MEnschen mit dem er die Zeit verbringen möchte WEIL du so bist und die Herausforderung anzunehmen - ohne daran zu denken was passieren wird.

    Das du anderen MEnschen und dir selber "weh" tun wirst - schließlich hat man Dir sehr viel mehr weh getan - kann sein - aber dazu gehört Kenntnis und Vertrauen einer Person - das siehst du nicht, dass du das erreichst, das das auch schon ein Schritt ist in die richtige Richtung.

    Du hast die Kraft, sonst würdest du nicht immer wieder von vorn anfangen - aber "warten, bis du eine gesunde Beziehung fürhen kannst"....was ist das? Warten schon mal garnicht sondern.....DU / IHR führt eine Beziehung! Wer sagt dass sie nicht "gesund" ist? Sie ist vielleicht genauso ungesund und schmerzhaft wie tausende anderer......
    Deine Kraft solltest du in das Führen dieser Beziehung stecken - das/sie ist real und gegenwärtig.....nicht in das Zerstören deiner Ziele - eurer Ziele um wieder von vorne anzufangen.

    Es gibt keinen "Fehlstart", kein Umtauschrecht oder das...."So, Erde glattgehakt und nun von Vorne"......
    Wenn du vor die Wand rennst - dann ist es so. Dann wirst du gestoppt und das ist aprupt und unwiderruflich.

    Es ist so, .......und es wird so bleiben - da hilft es dir nicht, wenn du dir eine andere Wand suchst.

    Du musst tun, was du tun musst. Ich weiss nicht, wie weit Du nun bist......in Gedanken oder mit Taten.
    Vielleicht ist es schon passiert......

    "Besser" wird es nicht. Und du bürdest dann deinem Freund, grade wo er nicht da ist eine riesen Last auf - weil er sich Vorwürfe machen wird und dein Denken übernimmt und sich sagt, was er denn verkehrt gemacht hat - warum er nicht für dich da war.......
    SAG IHM EINFACH, dass du ihn VERMISST....das es WEH tut - DASS DU IHN BRAUCHST wenn er nicht da ist und dass du ihn nicht ertragen kannst, wenn er da ist - anstatt es zu Denken, diese Gedanken in Schuld umzuwandeln und dir weh zu tun und seine Bereitschaft und sein Wissen um dich und eurer Beziehung einfach "wegzuwerfen".

    Eine Beziehung kannst du auch führen, wenn du Therapieen machst. Das eine schließt das andere nicht aus. Im Gegenteil. Es wird euer beider Ziel sein, irgendwann "Anzukommen".
     
    #14
    donmartin, 26 Juni 2010
  15. Shiny Flame
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    Speziell dazu: Mein Therapeut meinte damals, dass es auch ein Zeichen von Krankheit ist, zu viel Aufmerksamkeit immer nur auf die Krankheit und die Vergangenheit zu legen. Wichtiger sei die Gegenwart und die Zukunft.

    Aber jemand, der mal schwer verletzt wurde, glaubt gar nicht, dass er es wert sei, eine Gegenwart und eine Zukunft zu haben, daher flüchtet man lieber in die Vergangenheit und "wühlt darin herum", weil man die ja wenigstens kennt. Das Neue macht noch viel mehr Angst als der vertraute Schmerz.

    Er hat mit mir damals als Zielvorstellung formuliert "Frei von Angst in der Gegenwart leben und die Zukunft anpacken". Bei dir wäre es bestimmt noch mal etwas anders, aber...

    Letztlich ist es immer sinnvoller, das zu ändern, was man ändern kann. Die Gegenwart. Das mit deiner Arbeit packst du, und das ist super. Das ist eine echte Leistung.

    Du hast tierisch viele Ressourcen in dir. Es gibt kein festes Kontingent, das irgendwann aufgebraucht ist. Es gibt ganz viele Ressourcen. Jeder Atemzug ist eine Ressource. Jeder Sonnenstrahl, den du abkriegst, ist eine Ressource. Jedes Lächeln, das irgendjemand dir schenkt, ist eine Ressource. Jeder Kuss von deinem Freund ist eine Ressource. Der Stolz auf einen erfolgreich bewältigten Arbeitstag ist eine Ressource.

    Das ist das gute an einer Verhaltenstherapie: Du musst dich nicht ständig mit altem Schmerz auseinandersetzen, bis du glaubst, wieder zu zerbrechen (bei so was würde ich auch abbrechen). Stattdessen sammelst du gute Momente und entwickelst Mittel und Wege, wie du die Kraft, die du daraus schöpfst, besser einsetzen kannst, um deine Ziele zu erreichen. Natürlich gibt es auch dabei Rückschritte, und manchmal muss man auch mal kurz in die Vergangenheit schauen, um zu gucken, wo eine Blockade herkommt - aber das Ziel, das man immer im Auge behält, ist halt ein befriedigendes Leben in der Gegenwart.

    "Alles kann man eh nicht aufarbeiten", sagte mein Doc. "Die Narben bleiben so oder so und es kann immer mal wieder plötzlcih wehtun. Das ist mit oder ohne Tiefenanalyse so. Wichtiger ist, dass Sie trotz der Narben leben können."

    ***

    Wie gesagt, ich bin keine Therapeutin, ich habe grad auch ein bisschen Sorge, dass meine Ratschläge hier kontraproduktiv sind. Letztlich muss so was natürlich immer mit einem Therapeuten entschieden werden.

    ich denke aber einfach, dass die Gegenwart und das Formulieren eines positiven Zieles sowie das Hinarbeiten darauf für eine verletzte Seele manchmal besser ist. Manche Wunden müssen auch einfach heilen, statt aufgedeckt zu werden. Selbst, wenn sie dann manchmal doch wieder wehtun.
     
    #15
    Shiny Flame, 26 Juni 2010
  16. Augen|Blick
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    Hallo Klatschmohn,

    zu Deiner Beziehung bin ich vielleicht nicht der beste Ratgeber, meine Beziehung mit einer Borderlinerin habe ich nach 2.5 Jahren vor sechs Monaten beendet, weil es mich sonst kaputt gemacht hätte. Und es war keine leichte Entscheidung, ich habe die Frau sehr geliebt, aus dieser Perspektive erstmal einen Rat, sieh es nicht so schwarz/weiss, natürlich ist BL extrem belastend für den Partner, aber es ist ja nicht so, als wenn man da nichts zurückbekäme.

    Die stabilen Phasen, zählen zu den glücklichsten Zeiten mit einer Frau überhaupt, ich behaupte mal, es gibt niemanden der soviel geben kann, wie ein ausgewachsener Borderliner. Sensibilität, Emotionen, manchmal kam es mir vor wie ein Drogenkick. Es ist halt ein ständiger Switch zwischen Himmel und Hölle, also missen, würde ich nichts davon wollen. Und es liegt nicht an Dir, für Deinen Partner zu entscheiden. Das muß er schon selbst tun. Du solltest vorsichtig sein, hier aus Angst verlassen zu werden, nicht prophylaktisch zu agieren.

    Vom Zusammenwohnen würde ich aber streng abraten, bei einem Nähe/Distanz-Problem tödlich, bei Euch fehlen mir jegliche Strategien wie ihr damit umgehen wollt. Vielleicht weiß er es ja nicht besser, aber Dir sollte klar sein, dass das ziemlich schnell nach hinten losgehen kann. Das würde ich wirklich erst in Betracht ziehen, wenn ihr miteinander auch Deine Schwankungen im Griff habt.

    Zur Therapiefrage noch ein Wort - ich halte den tiefenanalytischen Ansatz bei Borderline für Kontraproduktiv und bin da voll und ganz auf Flames Seite. Es gibt Verletzungen, in denen sollte man nicht bohren, sondern sie auf sich beruhen lassen - eine Verhaltenstherapie - nach Gusto, einen Versuch wäre es wert. Aber so aufgeschlossen ich Therapien gegenüberstehe, bei BL sehe ich sie generell sehr kritisch, zumal Du ja nun kein Kind mehr bist, was unbedingt vor sich selbst beschützt werden mußt. Hier sehe ich einfach die Grenzen der Therapeuten - wer will Dir wirklich etwas über Dein Dilemma erzählen?

    Einen passenden Therapeuten zu finden dürfte verdammt schwer sein, für einen vernünftigen Ansatz würde ich noch Selbsthilfegruppen und den Kontakt mit anderen Betroffenen halten. Speziell für Deinen Freund, mir hats jedenfalls geholfen. Einen interessanten Punkt fände ich, dass Du beruflich scheinbar ein Weg gefunden hast, Deine Emotionalität in den Griff zu bekommen, vielleicht wären da Lösungsmöglichkeiten auch fürs Private übertragbar?

    Was ich jedenfalls durch den Kontakt mit anderen gelernt habe, eine solche Beziehung ist durchaus führbar, gibt genug Beispiele. Meine Grenze lag bei physischer Gewalt und ihrer Unfähigkeit zu vertrauen, mich auf ein Festival zu lassen oder auch nur ein paar Tage Funkstille, wäre ihr vollkommen unmöglich gewesen.

    Da bist Du Lichtjahre weiter.
     
    #16
    Augen|Blick, 26 Juni 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 2
  17. Shiny Flame
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    Super Beitrag - ich hatte gehofft, dass du dich meldest :zwinker:. Denn wie du selbst sagst - es war viel Liebe auf beiden Seiten da und hat dich eben auch oft sehr, sehr glücklcih gemacht. Ein erwachsener Mensch entscheidet selbst, welche Art von Partnerschaft er eingehen möchte.

    Nee, wirklich helfen oder verstehen kann man von außen echt nicht. Alles, was ein Therapeut im Grunde ja kann, ist "dich dabei begleiten und dir Gedankenanstöße geben", wie du selber versuchst, dein Leben weiter zu sortieren und zu ordnen. Du hast da schon tierisch viel geschafft, und zwar größtenteils alleine. Ein guter Therapeut ist da nichts weiter als ein Coach, der dir hilft, auf diesem guten Weg (den du selber gefunden hast!!!) weiter voranzugehen.

    Und ja, Rückschritte sind normal, verzeihlich und menschlich. Mach jetzt mal nicht den Fehler, zu glauben, du wärst die einzige, der so was passiert. Das passiert jedem. Jedem, jedem, wirklich jedem. Willkommen in der menschlichen Rasse. Deine Fehler machen dich "normal".
     
    #17
    Shiny Flame, 26 Juni 2010
  18. klatschmohn
    Meistens hier zu finden Themenstarter
    1.585
    133
    75
    Single
    m. Jetzt bin ich sprachlos. Und das passiert zugegeben nicht oft...

    Fakt ist, dass ich nächste Woche Zeit habe, mich um einen Termin beim Therapeuten zu kümmern weil ich Urlaub habe. Dann werde ich ja sehen, wie es weiter geht. Das mit der Verhaltentherapie werde ich aif jeden Fall in das Gespräch einbauen und einfach mal sehen, was sich ergibt. Die größte Überwindung wird wohl das anrufen sein, ich hasse es hilfebdeürftig irgendwo anzurufen....und ich habe irgendwie Angst davor, dass keiner einen Termin für mich hat und ich mich wieder völlig ohne Grund abgestoßen und nicht gewollt fühle und die nächste Krise ist vorprogrammiert....

    Danke für deine Meinung Augen/Blick....das mit dem zusammen ziehen ist schwierig- wir sind im Januar als WG zusammen gezogen und dann relativ schnell zusammen gekommen. Dh wir wohnen schon seit fast einem halben Jahr zusammen- aber eben nicht in unserer "eigenen" Wohnung zu zweit. Und wir wollten in zwei Wochen den Mietvertrag unterschreiben. Nun weiß ich nicht, ob sich unser gemeinsames Wohnen verändern wird- wir halten uns auch jetzt schon nur in seinem Zimmer auf und sind sehr eng zusammen....ich wüsste auch grad nicht, wie ich ihm beibringen sollte, dass wir nicht in eine andere Wohnung ziehen sollten.
     
    #18
    klatschmohn, 26 Juni 2010

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