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Ich fühl mich eingeengt...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Hasipupsi, 27 Juli 2009.

  1. Hasipupsi
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    Hallo ihr,

    ich weiß, ihr könnt mir bei meinem Problem nicht helfen und vielleicht auch nicht ganz verstehen, was für mich so schlimm daran ist, aber ich muss mir das alles mal von der Seele schreiben. Vielleicht hilft es mir ja auch schon zu wissen, wie ihr reagieren würdet.

    Ich hol mal ein bisschen aus, werde aber versuchen, das ganze so kurz wie möglich zu halten:
    Mein Vater ist krank geworden, als ich etwa 5 Jahre alt war. In der Zeit haben die Depressionen angefangen und er hat sich immer mehr von der Familie abgegrenzt. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer und ich bin mit einem Vater aufgewachsen, der den ganzen Tag im Bett liegt, nicht aus seinem Zimmer kommt, ausser um mal auf Toilette zu gehen und nicht mal in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Ich hab ihm oft das Essen ans Bett gebracht, aber nie wirklich lang mit ihm geredet. Ich fand es aber nicht so schlimm, wie andere immer dachten. Ich kannte es ja nicht anders. Irgendwann fing er dann an, zu denken, dass Tiere unter seiner Haut sind und hat sich die ganze Haut aufgeschnitten. Das war grauenvoll. Da er früher selbst Arzt war, kann er sich alle möglichen Medikamente selbst verschreiben und ist der Meinung, nicht in Behandlung gehen zu müssen. Zweimal war er auch in der (umgangssprachlich gesagt) "Irrenanstalt", aber er hat sich immer wieder ausweisen lassen.
    Vor einem Jahr sind wir von unserem großen Haus in eine kleine Wohnung gezogen, wo jetzt alles ziemlich dicht aneinander ist. Ich habe seitdem sowieso schon Probleme, weil ich einfach nicht mehr den gleichen Platz für mich habe wie in dem Haus. Nun sind auch meine beiden Schwestern ausgezogen und ich bin alleine mit meinen Eltern hier.
    Nun ist es so, dass es meinem Vater seit etwa einem Monat immer besser geht. Nahezu in Rekordzeit. Er kommt aus seinem Zimmer raus, unterhält sich mit uns, geht mal raus, fährt in die Stadt etc.. Natürlich ist er nicht so fit wie andere Menschen, aber er fängt wieder an am Leben teil zu haben. Eigentlich ist das ja sehr schön und ich freue mich auch. Aber seitdem es ihm besser geht, denkt mein Vater scheinbar, dass er alles, was er in den Jahren verpasst hat und uns nicht geben konnte, jetzt nachholen muss. Das heißt, er kommt den ganzen Tag über andauernd in mein Zimmer. Und egal, was ich grade mache, auch wenn ich deutlich beschäftigt bin, redet er auf mich ein. Und wenn er reinkommt, packt er mir die ganze Zeit im Gesicht rum und streicht mir durch de Haare und zieht an meinen Ohrläppchen und sowas. Und ich HASSE es, am Kopf angefasst zu werden. Ich ziehe immer schon den Kopf weg, aber er merkt nicht, wie unangenehm mir das ist. Dadurch, dass meine Schwestern ja nun nicht mehr da sind, fällt seine ganze Aufmerksamkeit auf mich und das macht mich total fertig. Er schenkt mir fast jeden Tag Blumen oder Kekse oder sonstwas und wenn ich weiß, dass ich Besuch kriege, kommt er vorher ins Zimmer um mir Kekse und sonstwas zu bringen, aber das brauche ich ja nicht. Was ich brauche, ist wieder meine alte Freiheit und nicht die "Angst", dass er andauernd in mein Zimmer kommt. Ich gehe ihm regelrecht aus dem Weg. Ich weiß nicht, ob ihr das versteht und ich will auch nicht, dass es so rüberkommt, als hätte ich meinen Vater nicht lieb, so ist das nicht. Nur ist er für mich ein völlig fremder Mann und es ist mir einfach unangenehm, dass er mir ständig so nah kommt. Ich möchte aber nicht mit ihm drüber reden, da ihn das sehr verletzen würde und ich angst habe, dass er sich wieder in sein Loch zurückzieht. Das will ich natürlich auch nicht.

    Was soll ich denn nur machen? Ich geh kaputt dadran, wirklich!

    Danke fürs lesen..ist leider doch was länger geworden!

    LG, Hasi
     
    #1
    Hasipupsi, 27 Juli 2009
  2. Nevery
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    du musst mit ihm drüber reden.
    "hör mal daddy, ich freu mich sehr, dass es dir besser geht - aber schau mal, ich bin kein kleines kind mehr. ich brauche auch meine zeit für mich und ich bin es nicht gewöhnt dass ich immerzu aufmerksamkeit und gesellschaft habe. so sehr ich mich auch darüber freue - im moment ist es mir zuviel. gib uns ein wenig zeit, du kannst nicht das nachholen was wir die letzten jahre versäumt haben, aber wir haben unsere zukunft... lass uns die schön machen."
    oder irgendwas in der art. bleibt es so wie es jetzt ist, gehst du kaputt. fängst du an dein zimmer abzuschliessen, wird ihn das erheblich mehr verletzen.

    im übrigen denke ich mal, dass ihm das wiedereingliedern ins soziale leben erheblich leichter fallen wird, wenn er sich ernstgenommen fühlt. wenn du ihm auch zugestehst, dich zu verstehen.
     
    #2
    Nevery, 27 Juli 2009
  3. xoxo
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    Durch Google findest du bestimmt Nummer, die du in solchen Fällen anrufen kannst, die dir einen Rat geben können, wie du am besten mit deinem Vater über diese Situation sprichst. Denn das hat Nevery richtig erkannt, solltest du tun. Du kannst auch zuerst zu deiner Mutter gehen und ihr könnt euch beratschlagen bzw. gemeinsam mit ihm reden. Kannst du dir nicht den Schlüssel für dein Zimmer geben lassen ?
     
    #3
    xoxo, 27 Juli 2009
  4. Hasipupsi
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    vergeben und glücklich
    Danke schonmal für die Antworten,

    ich hab natürlich einen Schlüssel für mein Zimmer, aber ich schließe nie ab, es sei denn, ich will wirklich allein gelassen werden oder ich habe Streit mit jemandem. Und mein Vater klopft eh immer an, bevor er reinkommt, ich trau mich einfach nicht, dann "nein" zu sagen. Und wenn ich garnichts sage, ist das natürlich auch blöd.

    So einfach, wie Nevery das sagt, ist es nicht. Ich weiß, dass mein Vater sehr schnell eingeschnappt ist und sich dann wieder wochenlang zurückziehen könnte. Meine Schwester hat ihm einmal etwas ähnliches gesagt und danach hat er sie erstmal wochenlang beschimpft und meiner Mutter die Schuld gegeben und behauptet, dass sie meine Schwester dazu gezwungen hat, das zu sagen. Ich kann meinen Vater nicht wie einen normalen, gesunden Mensch behandeln, denn das ist er nicht. Er ist psychisch krank und ich muss sehr vorsichtig sein mit dem, was ich tue.

    Zu meiner Mutter bin ich schon gegangen, ich hab ihr gesagt, wie sehr mich das belastet und dass mir das alles zu viel wird. Sie hat ziemlich enttäuscht geguckt (klar, sie freut sich wahnsinnig, dass es ihm besser geht) und gemeint, dass ich das alleine mit ihm klären muss. Aber das geht einfach nicht.
    Und ich glaube kaum, dass es eine kostenfreie Nummer gibt, wo Leute sind, die mich tatsächlich gut beraten können. Wir haben schonmal nach einer Beratungsstelle gesucht vor ein paar Jahren und bei jeder musste man einige Monate warten, bevor man einen Platz gekriegt hat.
     
    #4
    Hasipupsi, 27 Juli 2009

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