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Ich glaube er wird bald sterben

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Schnuckl20, 14 März 2005.

  1. Schnuckl20
    Schnuckl20 (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ich hab so angst um meinen Opa..ich denke, es wird nicht mehr lange dauern :cry:
    Er hatte letztes Jahr einen Herzschrittmacher bekommen und sich irgendwie davon nicht richtig erholt...es geht ja schon los, dass er seine Tabletten nicht nehmen will. Es geht ihm einfach gegen den Strich, dass er nicht mehr so kann wie früher. Alles reden hilft nichts. Er nimmt sie halt, wenn er gerade meint. Essen war früher sein Leben, jetzt hat er keinen Appetit, nichts.
    Er ist bei einem Facharzt, aber der kann ihn ja auch nicht zwingen, seine Medikamente zu nehmen...er ist stur, ein richtiger eigensinniger Alter Mann.
    Er sollte an die frische Luft, sich ein wenig bewegen..meine Oma würd ja alles tun, aber das will er auch nicht. Er holt sich gar nichts im Haus selbst, schickt immer nur meine Oma.
    Uns macht das alle fertig, wie sich ein Mensch so selbst aufgeben kann. Lange geht das nicht mehr gut. Ich habe so schreckliche Angst vor diesem Tag... von 7 Tagen die Woche ist er 2 gut drauf, da redet er ganz normal, ist auch geistig top fit. Aber die restlichen Tage lässt er sich hängen, ich denke, er will selbst nicht mehr, weil er eben nicht mehr so kann.
    Andere leben auch mit dieser Herzschwäche, aber die tun was dafür, und er nicht. Das macht mich gleichzeitig wütend und traurig.
    Dann habe ich vorgeschlagen, den Hausarzt zu wechseln. Das ist ebenfalls ein Idiot - egal was man hat, er gibt immer dubiose Spritzen. Deswegen sind schon viele Leute gewechselt. Sie halten das aber nicht für nötig, weil ein neuer Arzt ja die ganze Krankengeschichte nicht kennt :madgo: so ein Schwachsinn...typisch alte Leute: die jüngeren haben ja nie recht und sie wissen alles besser.

    Er sitzt auf der Couch wie ein Häufchen Elend, es tut mir so unendlich weh, aber ich spüre nur noch Machtlosigkeit. Wie kann man nur so seinen Lebenswillen verlieren?
    Ich kontrolliere schon, ob er seine Tabletten auch nimmt, ich kann aber nicht mehr. Es macht mich so fertig....
     
    #1
    Schnuckl20, 14 März 2005
  2. User 4590
    User 4590 (33)
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    nicht angegeben
    Ich kann mir vorstellen, dass das eine ganz furchtbare Situation für dich ist. Aber leider kann man niemanden dazu zwingen, Lebensfreude zu haben, so schlimm das auch für alle Beteiligten ist ... du bist wütend, weil dein Opa sich so hängenlässt, obwohl er ja eigentlich mit seinem Herzschrittmacher auch noch ganz gut leben könnte, und es ist völlig verständlich, dass dich das rasend macht. Aber im Endeffekt kannst du nichts weiter tun als zu versuchen, ihn zu unterstützen, der Lebenswille muss von ihm selber kommen.

    Und du selber darfst dich da übrigens auch nicht so weit mit reinziehen lassen, wenn du mit den Nerven auch noch total fertig bist, ist damit erst recht keinem geholfen ...
     
    #2
    User 4590, 14 März 2005
  3. Doc Magoos
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    Ich kenn das Problem im Moment sehr gut. Mache gerade ein Praktikum auf der Onkologie, und da fehlt vielen Menschen der Lebensmut. Manche können sich aber aufraffen, wenn man mit ihnen über Verwandte und spez. Enkelkinder spricht. Dadurch fassen sie häufig nochmal neuen Lebensmut, da sie ja die Entwicklung mitbekommen möchten. Vielleicht ist bei deinem Opa so etwas auch möglich.
     
    #3
    Doc Magoos, 14 März 2005
  4. Milly77
    Milly77 (39)
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    Verliebt
    Hallo,
    mein opa wird auch nicht mehr lange Zeit haben.
    Vor 6 Monaten wurde erstmals Krebs festgestellt. Seitdem Chemo...
    OP's und und und.
    Jedesmal wenn wieder ne Untersuchung ist, finden die was neues.
    Vorige Woche hat er meine Oma nach einem Krankenhausbesuch nach Hause geschickt, damit sie nichts mitbekommt. Er hatte grad ne Untersuchung, und wieder was entdeckt, was Neues. Wandert durch den Körper.
    Ich denke Weihnachten 05 werden wir ohne ihn erleben.

    Aber was solls, er hat sein Leben gelebt, wird 80.
    Jeder Mensch muss sterben, der eine früher der andere später.
    Als meine eine Oma vor 2 Jahren stab, hab ich fast halbes Jahr gebraucht um das zu verkraften.

    Lg Milly
    PS: Alles Gute für deinen Opa.
     
    #4
    Milly77, 14 März 2005
  5. Schnuckl20
    Schnuckl20 (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ich weiß, dass es irgendwann vorbei sein wird..aber ich will und kann mich nicht damit abfinden. Ich habe sowas noch nie erlebt, dass ein naher Verwandter stirbt. Jeden Morgen denke ich mir, lass das Telefon nicht klingeln und Oma dran sein, die uns sagt, dass er tot ist.
    Ich könnte schon heulen wenn ich ihn bloß sehe, wie schlecht er aussieht... es tut so verdammt weh und ich kann es nicht aufhalten.
    Ich weiß auch, dass es keinen Sinn hat, wenn er selbst nicht mehr will.
    Trotzdem ist es so hart, ihn nie wieder zu sehen, er hat sich doch immer um mich gekümmert...
     
    #5
    Schnuckl20, 14 März 2005

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