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  • Fertility
    Fertility (32)
    Verbringt hier viel Zeit
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    7 März 2011
    #1

    Ich hab ihn so verletzt

    Hallo,

    kurz zur vorgeschichte:
    Ich hab eine psychische Krankheit (bipolare Störung) und reagiere deswegen häufig über. Mein Freund, mit dem ich seit ca 5 Monaten zusammen bin, ist sehr verständnisvoll und versucht damit so gut es geht umzugehen und mich, wenn nötig, in meine schranken zu weisen.

    Letzte Woche ist uns beim Verhüten ein Fehler passiert, ich hab mir die Pille danach verschreiben lassen. Lange, lange überlegt, ob ich sie tatsächlich nehmen soll - immerhin ist es ein hormonhammer und ich wusste nicht, welche auswirkungen es auf mich und meine krankheit haben könnte (die immerhin endogen, das heißt aufgrund einer "störung" stoffwechsel... im gehirn ist)

    Es kam wie es kommen musste, ich war total am Boden. Habe alles negativ gesehen, bei der Arbeit gedacht, keiner mag mich, mein Leben als grau und sinnlos wahrgenommen. Mein Freund kam dann um sich um mich zu kümmern. Erst versuchte er mich aufzuheitern, dann verstricken wir uns in eine diskussion.
    Zuletzt habe ich ihm stundenlang vorgeworfen, dass er am nächsten Tag früh aufstehen will und das als zeichen mangelnder liebe gedeutet. Auch noch andere Sachen, die sich im nachhinein als falsch erweisen von meiner seite aus (jetzt bin ich wieder einigermaßen "normal", die pille hatte aber krasse auswirkungen, blutungen, kopfschmerzen,das gefühl "betrunken" zu sein)

    Ich habe ihn wohl so richtig fertig gemacht. er sagt ich sei regelrecht gehässig gewesen.
    naja irgendwann ist er total zusammengebrochen und hat geweint, ich habe ihn noch nie so weinen sehen (bzw überhaupt erst einmal weinen und das war auch wg mir)

    er sagt jetzt, es sei etwas kaputt gegangen, alles fühle sich so anders an und er kann einfach nicht mehr, weiß nicht, ob das wieder zu kitten ist. auch gestern hat er dann wg ner kleinigkeit eigentlich geweint.
    er sagt es hätte nichts mit dem verstand zu tun, auch wenn er weiß, dass das zum Teil krankheitsbedingt war. er ist einfach unendlich traurig.

    ich bin schuld daran und ich würd es so gern wieder gut machen. momentan fühl ich mich leider noch immer leicht depressiv (wie auch schon die wochen vorher), bin wohl weniger empathisch und sehr auf mich fokussiert (von wegen alles negativ gegen mich beziehen).
    ich versuche so gut ich kann für ihn da zu sein aber ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich wie.
    ich kann verstehen wenn er nicht mehr mit mir zusammen sein will. wie konnte ich das nur tun? den, der mir am nähesten steht, so zu verletzen? ich habe ihn fertig gemacht.
    ich weiß nicht, ob es gut für ihn ist weiter mit mir zusammen zu sein.

    ich würd so gerne alles wieder gut machen ich weiß einfach nicht wie.

    fertility
     
  • Subway
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Verheiratet
    7 März 2011
    #2
    Ich bin kein Psychiater und kann dir nicht sagen, ob mein Rat, bezogen auf deine Krankheit, deshalb richtig ist. Allgemein würde ich aber eher sagen, dass du dich viel mehr auf dich und die Heilung deiner Krankheit konzentrieren solltest und es vielleicht einfach zu viel ist gleichzeitig auch noch Energie in die Reparatur der Beziehung zu stecken.
     
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  • JakeSully
    Öfters im Forum
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    nicht angegeben
    7 März 2011
    #3
    Frauen haben generell einen an der Klatsche, das ist eine relativ früh einsetzende Erkenntnis :grin:. Also mach Dir mal keine tagelangen Vorwürfe, Dich selber herunter zu machen wird Dir auch nicht weiter helfen. Menschen mit einer psychiatrischen Geschichte im Hintergrund sind immer besonders anfällig für Probleme in der Partnerschaft.
    Dein Freund hat Dir ein großes Stück Verständnis entgegen gebracht, aber irgendwann ist eben auch bei der größten Geduld eine Grenze erreicht. Ob das mit Euch beiden jetzt zerbrochen ist oder noch gerettet werden kann wird die Zeit zeigen, das kann niemand Anders für Dich beantworten als Dein Freund oder Du. Aber bis dahin würde ich Dir ganz stark raten, ihn als eine Art Luxus-Gegenstand in Deinem Leben zu betrachten : Du kommst zur Not auch ohne ihn aus, aber mit ihm ist alles viel schöner ; versuch nach Möglichkeit ihn nicht mehr einzuspannen als unbedingt nötig und gleichzeitig ihm soviel Aufmerksamkeit zu geben wie es Dir eben möglich ist. Eine gut funktionierende Beziehung bereichert das Leben, es ist nicht Sinn der Sache, es beiden schwerer zu machen als es sein muß. Du hast es in der Hand, dass nicht nur sein Leben sondern auch Deines stabil läuft. Ich weiß, dass das eine unglaublich schwere Übung ist. Männer sind im Prinzip relativ einfach und anspruchslos gestrickt ; vielleicht war es nur eine kurze Überlastung, die mit der Zeit auch wieder vergessen wird.
     
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  • User 25480
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    7 März 2011
    #4
    .....
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 Januar 2013
  • Mollenala
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    in einer Beziehung
    7 März 2011
    #5
    Ich denke zeit ist jetzt das wichtigste.
    Wenn jemand verlezt wurde braucht derjenige zeit das zu verarbeiten.
    Er wird die nächste zeit noch oft an den Vorfall denken und sich Gedanken machen.

    ich denke es ist wichtig das auch du jetzt weiterhin für ihn da bist und vorallem das du versucht das sowas nicht nocheinmal vorkommt.
    Ich kann mir vorstellen das wenn etwas Zeit vergangen und Gras über die Sache gewachsen ist, er sich wieder klar wird das er dich liebt und das er das schafft.
    Auch ich wurde von meinem freund mal extremst verlezt und wollte nichtsmehr von ihm hören.
    Nach und nach habe ich dann wieder vertrauen gefasst und jetzt bin ich wieder glücklich mit ihm.
    Was aber auch daran liegt das er sich sehr um mich bemüht hat und mir gezeigt hat das es ihm leid tut...

    Ich denke wenn du für ihn da bist und ihm zeigst das du ihn liebst und ihn jetzt (ganz wichtig) nicht unter Druck setzt und ihm Zeit lässt wird sich das wieder einrenken.
    Ich drück dir auf jeden fall die Daumen!
     
  • JohnPlayer81
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    26
    0
    nicht angegeben
    7 März 2011
    #6
    Machst du ne Therapie? Manchmal ist es ganz gut wenn man nen Prellbock hat wo man wöchentlich seine Sorgen und auch seine Wut rauslassen kann. So bekommt es der Partner nicht so zu spüren.

    Lg
     
  • Fertility
    Fertility (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    7 März 2011
    #7
    hallo,

    erstmal danke für die vielen gut überlegten antworten und euer verständnis für meine situation. so dann fang ich mal bei subway an:

    Den Gedanken hatte ich schon oft. Immerhin belaste ich den Partner sehr damit. Du magst einerseits recht haben, andererseits konzentriere ich mich seit fast 12 Jahren auf die Krankheit, bzw seitdem die endgültige Diagnose da ist (1 jahr) gezielt.
    Auf eine Beziehung möchte ich nicht verzichten. Wir haben viel Spáß zusammen und bis auf meine "ausraster" läuft es ja super.

    @jake

    danke! Ich mach mir wirklich ständig vorwürfe *seufz*
    hab jetzt bemerkt, dass ihn das ja auch n icht weiterbringt, wenn ich, wenn er da ist, geknickt dasitze und mir vorwürfe mache..
    er kommt gleich und ich habe beschlossen jetzt die nächsten tage sehr auf ihn und seine bedürfnisse einzugehen und mich erstmal total zurück zu nehmen.
    meintest du das mit deinem rat?

    @mymemory

    ach quatsch, ich habe das gar nicht als vorwurf gesehen.
    und ja, ich kann mich von der schuld nicht freisprechen. bin ja in therapie und übe da auch strategien ein, mit denen ich die überreaktionen im optimalfall vermeide.
    ich hoffe sehr, dass ich das nach und nach besser kontrollieren kann. wie gesagt weiß ich erst seit einem jahr bescheid was das ist was ich da schon so lange habe und seit etwa drei monaten bin ich in therapie.
    ich hoffe, dass ich es zügig besser wird und ich somit auch ihn ein stück weit entlaste.das ist mein job, das so gut es geht in den griff zu kriegen.
    manchmal wirft er mir vor ich würde zu wenig machen. und das stimmt, ich wende die strategien ne zeit lang an, dann vergess ich das wieder. ich muss mir die eigentlich jeden tag vor augen führen...
    ich lasse ihm die zeit, versuche eine gut freundin zu sein.

    @mollenala
    danke ich hab echt das gefühl, dass mich deine antwort weiterbringt, eben weil du schonmal in der position meines freundes warst.
    kannst du mir erklären, wie genau sich dein freund bemüht hat?

    zu dem entschuldigen: meint ihr es ist gut wenn wir oft über das thema reden und ich mich tausendmal entschuldige? bin mir da unsicher....

    @john
    ja ich mache eine therapie. mittwoch bin ich wieder da. hoffe, dass ich einen guten rat bekomme. bin gleichzeitig ein wenig traurig, dass ich dieses versagen berichten muss:frown:
     
  • brujo
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    7 März 2011
    #8
    nur in therapie oder auch schon auf medis eingestellt? kenne das problem von meiner ex her, wir hatten die letzten zwei jahre damit zu tun. weiß dein freund in groben zügen bescheid was da bei diesen "anfällen" in dir tobt? nämlich nur dann hat er eine chance damit umgehen zu können, auch hier kann ein gespräche mit nem therapeuten nicht schaden, machte ich damals auch! bei meiner ex war es ein langer beschwerlicher weg, mit zig medikamenten einstellen und wieder absetzen bis ein passendes gefunden war und dann gings echt super, bis sie meinte sie bräuchte die medikamente nicht mehr, gibts mittlerweile auch ohne krasse nebenwirkungen.

    will sagen. freund einbinden - schlau machen - an die möglichkeit der besserung glauben und dann raus ins licht!
     
  • Fertility
    Fertility (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    8 März 2011
    #9
    Hi brujo,

    ja ich nehme Medikamente. Dass es bei "echt super" geht wäre leider leicht übertrieben. Sagen wir es so: es geht viel viel vieeel besser. Ich hab mittlerweile akzeptiert, dass ich die krankheit nie ganz wegbekommen werde, weder mit Pillen noch mit Psychotherapie. Was ich tun kann ist mich damit auseinandersetzten und Strategien zum Gegensteuern entwickeln, mich auch daran halten und sie nicht nur ein paar mal anwenden, mich freuen es dann vernachlässigen.

    das war ein fehler. ich möchte mir jetzt die strategien, die ich von meiner therapeutin an die hand kriege, aufschreiben und sie im besten Fall jeden Tag lesen, dass ich auch ja darauf zurückgreifen kann, wenn es sein muss.
    das mit der pille war natürlich ein sonderfall, will es jetzt nicht marginalisieren.

    was in mir tobt, das ist so schwierig zu beschreiben.

    Einerseits ist die Idee gut, dass er mal mitkommt. Er hat es sogar schon selbst angeboten.
    Andererseits ist dann dieser Gedanke: ach man, wegen mir muss er jetzt auch noch zum psychiater. wegen mir ist er oft traurig.
    wieviel schuld kann ich auf die krankheit schieben?
    ich denke so oft, dass mein freund das mitmacht, dass das echt hart ist. dass ich daran schuld bin. und auch wieder nicht. er hat die möglichkeit zu gehen, die krankheit zu verlassen. ich werde sie mein leben lang ertragen müssen.

    Wie es mit uns weiterging: Der Abend gestern war sehr schön, lustig, unbeschwert. Nur heute Mittag sprach er das Thema ganz kurz an.
    Ich hoffe in ein paar Wochen sind die Wogen wieder geglättet.
    Bis dahin möchte ich weiterhin besonders auf seine bedürfnisse eingehen, ihn nicht bedrängen, lieb sein, darauf achten, dass es ihm gut geht, den focus auf ihn richten, bewusst.
     
  • rough_rider
    Meistens hier zu finden
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    vergeben und glücklich
    8 März 2011
    #10
    meinem opa (jetzt 89) wurde mit 88 nach einem schlaganfall und einer halbseitigen lähmung gesagt, dass er nie wieder gehen und 24/7 pflege benötigen würde. pflege: durch meine mutter, die bereits in pension ist.

    ich bin kein wunderheiler und ich bin kein psychotherapeut. ich glaube an den gesunden menschenverstand und an die kraft von gedanken, aus denen ja jede handlung entsteht. ich hab ihm also gesagt "willst du, dass sich die mutter (die echt nervig sein kann...) dauernd um dich kümmert? falls nicht: versuchs halt, da hast schon andere sachen geschafft. glaubs oder nicht: er ist zwei monate (!) später alleine, allerdings mit spazierstöcken aber immerhin, gegangen.

    ändere deine gedanken - du wirst eine verbesserung verspüren!
     
  • brujo
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    Single
    8 März 2011
    #11
    ja. war falsch ausgedrückt von mir. von meiner sichtweise aus, waren die verbesserungen echt super.

    das du dir diese gedanken machst, das der freund dann mit muss und vorwürfe und schuldgefühle....das doch alles schon teil des ganzen. musst du aber nicht, für mich war immer nur wichtig einordnen zu können das das meiste null mit mir zu tun hatte oder gar fehlender liebe. ....wenn man keinen plan hat oder zumindest eine ahnung, so sind wir wahrscheinlich alle, beziehen wir die dinge auf uns, selbst wenn einem der eigene gedanke was anderes sagt. ich hab gesehen wie diese krankheit aus meinem sonnenschein, den traurigsten menschen auf der welt gemacht hat. meine kapazitäten hätten nicht ausgreicht alleine damit umzugehen, denn ich hab es zwar nie laut gesagt, aber doch gedacht, was ist jetzt krankheit und was nicht. deswegen war mir letztlich der schritt mit zum therapeuten keine last mehr, weil ich es als chance begriffen haben, besser damit umgehen zu können, von verstehen kann man schwerlich reden, aber halt mehr verständnis zu gewinnen.

    uns hat das sehr geholfen.
     
  • Fertility
    Fertility (32)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    15 März 2011
    #12
    @brujo

    bei mir ist die verbesserung auch mehr als deutlich. wie geht es deiner ex jetzt damit?
    ich habe die angst dass man auf dauer damit beziehungsunfähig ist. ich hoffe halt weiterhin auf therapie und die strategien, die ich beigebracht bekomme. hab die diagnose ja erst seit einem jahr.

    mein freund würde wie gesagt mitkommen. er sagt, genau wie du damals, er wisse nicht, was krankheit sei und was nicht.
    und selbst dass er weiß das ist die "böse" seite von mir, dann habe ich die sachen ja trotzdem gesagt, ihn trotzdem verletzt.


    zum aktuellen stand:
    wir sehen uns sehr sehr oft, er und ich wollen das hinkriegen.
    meist ist es super, doch sobald ein problem auftaucht, reagiert er ganz anders, will sich zurückziehen und sagt sehr schnell, dass er am ende seiner kräfte ist und das grad einfach nicht kann :frown:
    gestern bsp ging es mir nicht gut. ich wollte einfach nur in den arm genommen werden und er wollte mir helfen, indem er mit mir über traurigkeit im allgemeinen und bei mir imbesonderen sprach. ich hab ihm die ganze zeit implizit vorgeworfen, er würde mich allein lassen wollen etc.
    war noch relativ gemäßigt, ging ca 1,5 stunden, diskussion, versteckte vorwürfe, nachfragen etc etc
    heute morgen sagte er mir dann, dass er mit seinen kräften am ende wäre, momentan einfach n icht so stark sein kann wie sonst.........
     

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