Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Ich sollte glücklich sein, aber ich bin es nicht (sehr lang)

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Manso, 28 Juni 2004.

  1. Manso
    Manso (31)
    Verbringt hier viel Zeit
    47
    93
    3
    Single
    Ich bin hier. Ja, warum eigentlich? Ich habe mir mal mehrere Stunden Zeit genommen und die wichtigsten und wohl auch interessanesten Details mal zusammengeschrieben und ich muss die irgendwo mal loswerden und wie ich finde, passt das am besten hier.

    Die Geschichte ist lang, aber vielleicht sind hier doch einige, die sich die Zeit nehmen, dass mal zu lesen und mir sagen, was sie denken.

    Um evtl. einige mehr zum Lesen anzuregen. Es geht um Schule, Suizid, Soziales und natürlich das, worüber das Forum hier handelt, aber nun zu meiner Geschichte, die in keinster Weise erfunden ist, sondern mein Leben zeigt:


    Geschichte Anfang
    Es ist mal wieder ein Tag vorbei. Ein Tag, an der genauso verlief wie alle anderen zuvor auch. Hat sich was geändert? Nein!

    Ich muss es nach wie vor ertragen von meiner Klasse ausgegrenzt zu werden. Schon als ich eingeschult wurde, war ich irgendwie anders als alle anderen. Niemand wollte mit mir etwas zutun haben.

    Die einzigsten, mit denen ich etwas zutun hatte waren 2 Jungs, mit denen ich heute noch befreundet bin. Es war schon damals ein Problem für mich, aber das schien niemanden wirklich zu interessieren.

    6 Jahre später: Die Situation ist nicht anders. Noch heute werde ich von der Klasse ausgegrenzt und fertig gemacht. Ihnen scheint es echt Spaß zu machen mich körperlich und seelisch zu verletzen. Wenn ich mal was sage, werde ich ausgelacht oder es wird nicht ernst genommen.

    Mittlerweile fangen neben der ständigen Ausgrenzung weitere Probleme an. Die Probleme, die mich jahrelang verfolgen werden und mich fast in meinen Tod getrieben haben, die mich zum größten Teil nicht mehr belasten, aber die bis heute spürbare Nachwirkung haben.

    Die schulischen Anforderungen werden immer höher, meine Zeugnisnoten von der 7. Klasse an immer schlechter und schlechter. Dementsprechend gibt es auch zuhause immer mehr Probleme. Ich bekomme Strafen und muss lernen obwohl ich es nicht will. Zuletzt kommt nach der 8. Klasse ein Zeugnis mit dem Notendurchschnitt von 4,2 heraus.

    Es beginnt die Zeit, wo ich anfange mich für das andere Geschlecht zu interessieren. Daher ist es sicherlich nicht ungewöhnlich, dass ich ab der 5. Klasse einer Klassenkameraden gerne mal hinterhergeschaut habe. Zu der Zeit habe ich mir aber noch nicht so viele Gedanken drum gemacht.

    2 Jahre später aber ging es dann richtig los. Ich fing an einige Mädchen richtig zu begehren. Doch wie an sie herankommen? Fast meine gesamte Klasse grenzt mich nach wie vor aus und wenn sie davon Wind bekämen, würden sie mich auslachen, so dachte ich damals.

    Schulisch ging es nicht besser. Ich hatte das Gefühl, dass nun auch die Lehrer anfangen gegen mich zu arbeiten, denn jetzt schreiben die sogar Briefe an meine Eltern. Dass das zuhause richtiggehend Stress gab brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen.

    Es war das Jahr, wo ich anfangen musste, mich für einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Ich hatte schon meine klaren Vorstellungen und habe sie die ganze Zeit verfolgt. Aber schon nach relativ kurzer Zeit hat sich gezeigt, dass dies zu einem neuen sehr entscheidenden Problem für mich wird.
    Es kamen Absagen, Absagen über Absagen. Doch es kamen tatsächlich auch ein paar Einladungen zu Tests und Gesprächen hinzu. Toll, dachte ich, aber nix is. Ich habe keine Stelle bekommen.
    Ein Glück, dass ich wenigstens einen freien Platz an einer anderen Schule bekommen habe. Gut, sagte ich mir: Da legst du dich jetzt mal richtig ins Zeug, damit du ein besseres Zeugnis bekommst, denn meinen Abschluss habe ich auch nur gerade eben so geschafft. Mein Lehrer hat mir auf der Abschlussfeier sogar gesagt, dass ich den nur aus Toleranz bekommen habe.

    Meine Mutter fällt erst hier auf, dass ich zum Klassenverband eigentlich gar nicht so richtig dazugehöre. „Blitzmerkerin“, dachte ich. Das hätte ihr schon vor 10 Jahren auffallen müssen.

    Ein neues Schuljahr beginnt. Vielleicht kann ich hier endlich mal was erreichen. Am ersten Tag sah es ja noch gut aus, aber schon Ende der ersten Woche wurde mir klargemacht, dass dies nicht so ist. Denn auch hier werde ich nach Strich und Faden von der Klasse ausgegrenzt. Und die alten Probleme kamen auch wieder hoch.

    In den ersten Ferien des Jahres habe ich mich für eine Sprachreise nach England angemeldet. Soweit so gut. Ich gehe also zum Infoabend, der ein paar Wochen vor der Fahrt stattfand. Tja, und was passiert? Da setzen sich 2 richtig süße Mädels an den Tisch gegenüber. Ich dachte wirklich ich guck nicht richtig. Sowas habe ich noch nie gesehen. „Gibt es so etwas tatsächlich?“

    Die Fahrt begann und natürlich springen mir die beiden immer wieder ins Auge, aber eine von denen ganz besonders. Nur, sie auf der Fahrt mal ansprechen? Für mich psychisch unmöglich, denn positive Antworten habe ich so gut wie noch nie erlebt, siehe meine Schulzeit.

    2 Wochen später war die Reise zuende und ich wusste nichts von ihr außer ihren Namen. Aber eines wusste ich: Wenn sich Liebe so anfühlt, dann bin ich noch niemals zuvor verliebt gewesen.

    Nochmal 2 Wochen später gab es ein Nachtreffen. Sie war auch dabei. Nun, was stelle ich fest? Ich wurde selbst auf der Sprachreise ausgegrenzt, bis auf einer, nämlich, der, mit dem ich in der gleichen Gastfamilie war habe ich mich super verstanden. Der war bei dem Nachtreffen übrigens nicht dabei.

    Dann habe ich das erst mal abgeschlossen, aber SIE blieb mir noch lange im Hinterkopf, teilweise auch heute noch.

    Ich fange mit dem Führerschein an und bestehe auch alle Prüfungen auf Anhieb. 2 Tage später bekomme ich ein Motorrad – das wohl einzigst positive, was ich in den letzten Jahren erleben durfte.
    Das Fahren hilft mir doch mich etwas von dem ganzen abzulenken, aber die negativen Erlebnisse überwiegen doch zu stark.

    Die Woche darauf fahre ich zum ersten Mal mit meinem neuen Motorrad zur Schule und wen überhole ich da? Genau! Meine Flamme, die mit in England war. „Na großartig“, dachte ich da im negativen Sinne.
    In den nächsten Wochen habe ich sie noch öfter überholt und jedes Mal eine regelrechte Herzattacke in Verbindung mit einem Zitteranfall bekommen. Keine Sache, dass ich in dem Zustand meine Maschine kaum unter Kontrolle habe und dabei einmal fast ein Kind vom Fahrrad geholt habe.

    Da diese und andere anderen Probleme mich immer weiter umklammerten habe ich mich mal einem Seelsorger im Inet anvertraut. Erst durch ihn ist mir klar geworden, dass das Motorradfahren – wenn auch meine einzige – schöne Sache ist. Er hat mir auch geraten meiner Flamme mal zu schreiben und wenn sie absagt, hieß es „Irgendwann bekommt jeder eine“ Auf die Aussage bin ich mal näher eingegangen. Kann sie stimmen? Meine Antwort: Nein! Ein Nachbar ist vor einem Jahr mit 87 Jahren gestorben. Er hatte nie eine Beziehung, obwohl er gerne eine gehabt hätte.
    Der Arbeitskollege meines Vaters ist älter als er selbst. Auch er hatte noch nie eine Beziehung und wünscht sich nichts sehnlicher als eine eigene Familie. Auch einige Seiten im Inet wie (http://f3.parsimony.net/forum3708/index.htm) zeigen es. Auch sein Satz „Suche nicht, lasse dich finden“ ist irgendwo unpassend. Um gefunden zu werden, muss ja eine Seite suchen. Ich schließe daraus, dass solche Sätze nur benutzt werden, damit man kein schlechtes Gewissen bekommt.
    Ich bin dem Rat gefolgt und habe ihr mal einen handgeschrieben Brief geschickt, nichts großes. Sie hat auch tatsächlich geantwortet.
    Sie ist ganz neutral geblieben und hat mir auch auf die ganz faire Art und Weise „abgesagt“. Nunja, muss ich wohl akzeptieren, auch wenn es nicht ganz schmerzfrei war. Habe danach auch meine Fahrtroute geändert um sie nicht mehr sehen zu müssen.

    Irgendwann kam in der Schule ein Tag, in dem mich einer aus meiner ausgrenzenden Klasse gefragt hat, ob ich nicht mal mit ihm zu einem See fahren möchte, indem ich ihn auf meinem Motorrad mitnehme. Ich war ziemlich baff, habe aber zugesagt. Und was erzählt er mir an dem Tag am See? Seine „Frauengeschichten“. Er hatte schon mehr als 30 rumgekriegt. Das haben mir am abend seine Freunde, sein kleiner Bruder und auch sein Vater bestätigt. Was ich gedacht habe, kann man sich wohl denken.

    Einen Tag später sind wir noch mal zum See gefahren. Aber das dies einer der schlimmsten Tage meines ohnehin schon schlechten Lebens werden wird, habe ich natürlich nicht geahnt:
    Er führt mich zu seiner alten Schule. Da haben sich schon andere Jugendliche versammelt. Jedenfalls fragt mich einer, ob ich ihn nicht mal mit meinem Motorrad fahren lassen darf, denn er ist der Sohn eines Fahrlehrers und weiß, wie man fährt.
    Also habe ich ihn fahren lassen – in der Hoffnung evtl. einen neuen Kontakt aufzubauen. Es kam wie es kommen musste. Er hat sich auf dem Schulgelände mit meinem Maschine hingelegt – vor ca. 15 Zeugen, dazu noch komplett ohne Schutzkleidung, er hatte nicht mal einen Helm.

    Was dabei herauskam: Sein Bein war angebrochen, ebenso sein Arm. Er soll mehrere Tage auf Krücken herumgelaufen sein, das weiß ich aber nur aus den Berichten, die ich gehört habe, denn seit dem Vorfall habe ich ihn bis heute niemals wieder gesehen. Dabei kann man wirklich von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist, denn er ist zwischen zwei Stahlpfeilern gestürzt. Es hätte vielleicht nur ein halber Meter gefehlt und er hätte geköpft werden können.

    Motorrad: War zwar noch fahrtüchtig, musste aber repariert werden. Das kostete über 1500 €. Die eine Hälfte musste ich selbst zahlen, die andere hat mein Vater gezahlt. Dabei immer im Hinterkopf, dass er die wahre Unfallgeschichte bis heute nicht kennt. Ich kann es ihm unmöglich sagen, wie es wirklich war, denn dann würde er mich endgültig vor die Tür setzen und nichts mehr mit mir zutun haben wollen.
    Es war mein ***** Fehler, das sehe ich ja ein, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Die Sache wird mich wohl mein Leben lang verfolgen, zumal ich dafür heute noch angeklagt werden kann.

    Irgendwann hatte ich das Motorrad wieder und wollte die Sache auch vergessen, habe ich wohl auch fast geschafft, aber dafür kamen andere Probleme in den Vordergrund. Ich war wieder auf dem besten Weg die Schule nicht zu schaffen und keinen Ausbildungsplatz zu kriegen.

    Am letzten Tag vor den Ferien hat’s mir dann endgültig den Rest gegeben: Zwei Fünfen wiederbekommen, dementsprechend unvorstellbarer Stress zuhause und gleich noch 3 Absagen auf Bewerbungsschreiben und das ausgerechnet von denen, wo ich mir am meisten erhofft hatte.

    Meine Eltern fuhren am nächsten Morgen weg. Ich lag im Bett, wie tot, ich konnte einfach nicht mehr. Irgendwann konnte ich dann doch aufstehen. Ich schaltete den Fernseher an und was lief? Berichte über Teenagerpaare- und Schwangerschaften, super...
    Also direkt mal zum Briefkasten und was lag drin? Zwei Absagen, wie es wagten mir meine ohnehin schon schlechte Laune erst richtig zu vermiesen. Was danach geschah, hatten ein Teller sowie ein Honigglas nicht überlebt.

    Jedenfalls habe ich danach irgendwas zusammengemixt (bevorzugt mit Warnsymbolen), alle Antwortschreiben (besser Absagen) sowie selbst was zum Schreiben zusammengesucht, in einen Rucksack gepackt und bin auf mein Motorrad gesprungen und losgefahren. Ich hatte kein Ziel, ich wollte nur eines: Weg von hier, egal wohin, hauptsache weg. Dass ich nicht unbedingt in einem Zustand war, wo ich hätte fahren sollen wurde mehrmals deutlich wie z:B. durch rote Ampel überfahren, Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einhalten, keine Rücksicht nehmen usw.

    Nachdem ich gut 4 Stunden ziellos gefahren bin kam irgendwie eine Erinnerung in mich hoch. Das Waldgebiet, durch das ich gerade fuhr schien sich in meinem Gedächtnis aufzubauen, noch bevor ich es gesehen habe. Tatsache: Hier war ich schon einmal, irgendwoher kenne ich das hier. Ich fahre also den nächsten Waldweg hinein und auch dieser kam mir völlig bekannt vor. Dann halte ich an und betrachte einen Baum links neben mir. Auch dieser Baum ist irgendwie in meiner Erinnerung gespeichert.

    Dann wurde mir klar, warum ich das hier alles kenne, warum ich gerade diesen Baum anstarre: Es war der Baum, an den ich vor einigen Jahren gefesselt und zusammengeschlagen wurde. Ich fahre weiter uns sehe mich dabei weiter um. Kein Zweifel Das hier ist der Ort, wo die schlimmste Klassenfahrt meines Lebens stattfand. Hier wurde ich schier endlos gehänselt, gemobbt und wie an dem einen Abend am Baum auch geschlagen. Auch die Feuerstelle fand ich noch genau dort vor, wo sie damals auch war. Warum musste ich ausgerechnet hier landen?

    Ich stelle meine Maschine ab und gehe zum Fluss, der dort ruhig entlang fließt und lege mich dort hin. Hier gingen mir praktisch alle negativen Punkte durch den Kopf, die ich gerade erlebe und erlebt habe:
    - Keine richtigen Freunde
    - Ausgeschlossen von der Gesellschaft
    - Schule läuft absolut ******
    - Schulkameraden grenzen mich aus
    - Freundin klappt nicht
    - Ausbildungsplatz bekomme ich erneut keinen
    - Bleibende, wenn auch nicht schädliche, Fehlstellung der Wirbelsäule + Untergewicht
    - Mit eigenem Aussehen nicht richtig zufrieden, u.a. durch Brille
    - Eine Straftat begangen, die ein Menschenleben hätte kosten können
    - Geldmangel wegen der Straftat
    - Eltern sind gegen mich und ich verheimliche Straftat vor ihnen

    Das alles habe ich dann alles lang und breit aufgeschrieben, damit meine Nachwelt weiß, warum ich weg bin, wenn sie es denn lesen.

    Ich gehe zu meiner Maschine und verstaue den Zettel im Gepäckfach. Danach streiche ich über sie, als Dank, dass wenigstens sie mir treu geblieben ist und mich nie im Stich gelassen hat, mit der Überzeugung, dass ich sie hier zum letzten Mal sehe.
    Ich ziehe alle Absagen raus und lese sie noch mal durch und zerfetze sie danach in alle Bestandteile, so heftig, dass ich fast eine Sauerstoffschuld bekomme.
    Es dämmerte schon, als ich alles an Flüssigkeiten in eine Spritze füllte. Nebenbei habe ich in dem Rucksack noch eine Flasche Bier gefunden. Dass habe ich dann noch ausgetrunken. Es war das erste Bier, dass ich in meinem Leben getrunken habe (und in meinen Augen auch das letzte).

    Dann habe ich die Spritze angesetzt und eingestochen, aber nicht „abgedrückt“. Ich saß wohl 2 Minuten so da, die längsten 2 Minuten in meinem Leben. Dann habe ich die Spritze, immer noch voll, in den Fluss geworfen und habe dann wohl irgendwie einen Kollaps gekriegt. Als ich wieder aufgewacht bin, waren schon 2 Tage vergangen. An meinem linken Arm war noch eingetrocknetes Blut. Es sah so aus als hätten sich Tiere daran zu schaffen gemacht.

    Ich habe es geschafft aufzustehen und bin dorthin zurückgegangen, wo ich mein geliebtes Motorrad abgestellt habe. Es stand immer noch da, von ein paar Blättern verziert. Ich habe den Motor gestartet und sehe, dass sie mich nicht verlassen hat. Dann bin ich eine Stunde lang gefahren, bis ich herausgefunden habe, wo ich war und bin dann direkt nach Hause – ein eigenartiges Gefühl wieder dorthin zufahren, wo man 2 Tage zuvor nur noch weg wollte.
    Zuhause angekommen stelle ich fest, dass mich wohl niemand vermisst hat. Es gab keine Anrufe.
    Knapp 10 Tage später war erst mal wieder alles beim alten und ich habe mein Motorrad geputzt, da finde ich den Zettel wieder, den ich vor meinem Abschied zurückgelassen habe. Ich habe ihn weggeworfen, auch wenn ich das nur unter Tränen konnte.

    Weiter geht es damit, dass ich den Abschluss an der Schule geschafft habe, aber ich habe wieder mal keinen Ausbildungsplatz gekriegt. Ich war wirklich kurz davor, wieder das zu tun, was ich damals machen wollte und nicht geschafft habe. Zurückgehalten hat mich wohl die Tatsache, dass ich im allerletzten Augenblick und nur mit sehr viel Glück wieder einen Platz an einer Schule gekriegt habe.

    Das nächste Schuljahr begann, das Schuljahr in dem ich heute bin. Zum ersten mal durfte ich erfahren, was es heißt, nicht ausgegrenzt zu werden. Die Klasse hat mich akzeptiert, wie ich bin. Und zum ersten Mal nach langer Zeit konnte ich zeigen, dass ich auch gut in der Schule sein kann. Ein paar Monate später habe ich den Autoführerschein gemacht. Dann hat einer aus der Klasse mal gesagt ich solle mich doch mal zu ihm an den Tisch setzen. Gesagt getan, er hat mich gefragt, ob ich heute mal zu ihm kommen möchte – habe ich auch zugesagt.

    Von da an hat sich mein Leben wohl komplett umgekrempelt. Er hat mich mit seinen Freunden bekannt gemacht und dann sind wir in die Innenstadt gefahren, d.h. ich bin gefahren. Zum ersten mal bin ich mit Leuten in meinem Alter in der Stadt und sehe erstmals das städtische Nachtleben.
    Mit der neuen Gruppe (darunter ist übrigens auch ein notorischer Frauenheld) habe ich dann auch erstmalig richtigen Alkohol gekostet und bin mit denen auch das erste mal in eine Disco gefahren – immer war ich der Fahrer. Ich war der einzige mit Führerschein. Dann fallen mir in der Disco natürlich wieder viele Mädels auf und es zeigt mir, wie sehr mir doch eigentlich eine Beziehung fehlt, aber ich kann damit jetzt wohl besser umgehen.
    Ca. 2 Monate später veröffentlichte dann mein Klassenkamerad und neuer Freund, dass er wegziehen wird, nachdem er seinen 18. Geburtstag mit uns gefeiert hat. Nun, darüber sind wir schnell hinweggekommen.

    Noch etwas später gab es wieder eine neue Überraschung. Über das Internet spricht mich einer an, der in meiner Nähe wohnt, den ich aber nicht gekannt habe. Warum hat der mich angesprochen? Er fährt das gleiche Motorrad wie ich und sucht gleichgesinnte. Ich habe mich mit ihm getroffen und seitdem fahren wir gemeinsam herum und planen schon Urlaubsfahrten. Er ist dabei mich in eine neue Gruppe zu integrieren und ich lerne sogar neue Mädchen kennen, darunter sogar eine, die mir in der Disco immer wieder aufgefallen ist. Leider ist sie schon vergeben. Das hat mir aber nicht mehr wirklich weh getan. Ich durfte sie sogar einmal auf meinem Motorrad zu McDonalds mitnehmen, auch eine schöne Sache.

    Und aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei: Trotz, dass ich neue Leute kennen gelernt habe und mit ihnen auch was unternehme ist die Suche nach einem Ausbildungsplatz weiterhin erfolglos geblieben, was mich auch wieder merklich heruntergezogen hat. Fast alle in meiner Klasse haben nach nur 1 Jahr Suche eine Stelle gekriegt während ich mittlerweile schon im dritten Jahr auf der Suche bin. Es hat mich abends weiterhin total fertig gemacht. Und was passiert: Da kommt vor 1 Woche eine Zusage rein. Ich dachte mir, das kann nur ein Traum sein. Nein, war es nicht. Ich habe tatsächlich eine Stelle bekommen. Es hat bestimmt mehrere Tage gedauert, bis ich das richtig begreifen konnte.

    Und jetzt sind die Schulzeugnisse schon geschrieben. Vorletztes Jahr war ich noch ein „Versager“. In diesem Jahr gehöre ich zu den besten in der Klasse, ein Traum, der wahr geworden ist.

    Wegen 20.000 Zeichen Grenze wird die Geschichte in der ersten Antwort fortgesetzt
     
    #1
    Manso, 28 Juni 2004
  2. Manso
    Manso (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    47
    93
    3
    Single
    Fortsetzung

    Heute hat sich noch etwas ereignet: Wenn wir von der Schule aus Sport haben müssen wir zu einem anderen Schulgelände. Die haben dort gerade eine Abschlussveranstaltung gemacht. Wen sehe ich dort wieder? Es ist das Mädel, dass mit nach England gefahren ist. Da in gut 25m Entfernung stand sie. Sie schien mich wohl auch erkannt zu haben, denn sie hat lange in meine Richtung geschaut. Nicht, dass ich mir Hoffnungen machen würde, aber hat das was besonderes zu bedeuten? Oder ist es nur: „das ist doch der, der mir mal geschrieben hat“?


    Ich habe neue Freunde gefunden, ich habe erlebt, was das Nachtleben bietet, ich bin in der Schule richtig gut geworden, ich habe eine Ausbildungsstelle gefunden. Eigentlich müsste ich nach jahrelanger Qual glücklich darüber sein, aber irgendwie bin ich das nicht. Irgendetwas fehlt. Ja, es ist Liebe und Geborgenheit, die ich von meinen Eltern nie wirklich erfahren habe.

    Wenn ich heute durch die Straßen gehe und Liebespaare sehe oder wenn ich auch nur irgendetwas darüber im Fernsehen, Internet oder sonst wo sehe, dann fühle ich mich irgendwie wieder richtig schlecht, obwohl ich zuvor glücklich war.

    Ich würde mich davon ja gerne ablenken, aber sobald ich auch nur ansatzweise mit so was in Berührung komme, fühle ich mich wieder richtig schlecht, auch wenn ich es nicht will. Ich kann aus irgendwelchen Gründen nichts dagegen machen und frage mich, woran das liegt.

    Ich kann definitiv sagen, dass es nicht daran liegt, weil viele schon eine Freundin hatten. Es ist was anderes, aber was nur? Was lässt in mir ein schlechtes Gewissen aufkommen, wenn es um Mädchen geht. Ich finde die Lösung einfach nicht.

    Auch wenn ich an die vielen Vorteile des Single daseins denke, macht es mich trotzdem unglücklich.

    Das einzige, was ich daraus erkennen kann scheint wohl zu sein, dass ich mal erfahren möchte, was es heißt geliebt zu werden, weil ich es zuhause nicht erfahren habe.

    Oder kann mein inneres Ich nichts positives aufnehmen, weil ich zuviel negatives erfahren habe?

    Oder ist es doch etwas anderes.... ?
    Geschichte Ende


    So, wer sich das ganze jetzt mal durchgelesen hat und gerne was dazu schreiben möchte, gerne, aber macht es bitte wirklich nur, wenn ihr auch den ganzen Text gelesen habt.
    Wäre schön, wenn ich ein paar Meinungen, Reaktionen, Tipps oder was auch immer bekomme.
     
    #2
    Manso, 28 Juni 2004
  3. phil2k
    Gast
    0
    n'Abend

    Also ich habe mir den ganzen Text durchgelesen ... wirklich sehr sehr traurige vergangenheit :cry: aber zum glück hast du ja an dem einem tag nicht abgedrückt gehabt , wie du siehst hat sich dein leben ja total verändert und hey das mit der liebe das wird auch noch kommen , werd einfach offener und selbstbewusster dann passt das schon :zwinker:

    toi toi toi :bier: :bier: :bier:

    so long , pHiL
     
    #3
    phil2k, 28 Juni 2004
  4. meli_151
    Gast
    0
    ich habe den ganzen text mal gelesen( hast dir ja echt mühe gegeben soviel zu schreiben)
    klingt echt heftig was du da schreibst, aber was mir so aufgefallen is-wird doch alles immer besser bei dir!
    dass du mit deinem umfeld und deiner schule/ausbildung zufrieden bist ist doch die beste vorrraussetzung für eine Beziehung!
    wie alt bist du denn???
    meinst du nicht, auch wenn das jetz einfacher gesagt is, dass du noch mehr zeit hast!? vllt läuft dir ja i-wann die richtige über den weg, vllt ja gerade dann wenn dus am wenigstens erwartest!? und wenn du das nächste mal ein mädchen siehst dass dir gefällt dann spring über deinen schatten und sprich sie an! ein korb is zwar shit aber wenn dus nicht versuchst weißt du nie ob es geklappt hätte
    ich drück dir jedenfalls die daumen
    lg meli
     
    #4
    meli_151, 28 Juni 2004
  5. Arusha
    Arusha (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    133
    101
    0
    Single
    hey! :tongue:

    habe mir deine geschichte auch eben mit einer freundin durchgelesen.
    wir beide saßen hier und waren den tränen ziemlich nahe :cry:

    ich bin so ziemlich in deinem alter, denke ich. kann also die probleme
    zum teil sehr gut nachvollziehen. (bin seit monaten dabei, was zu finden,
    dass ich nach meinem fachabi nächstes jahr machen kann...). meine absagen
    häufen sich auch - und glück in der liebe scheine ich auch nicht zu haben.
    was soll's. das leben geht weiter. so intensiv wie du, habe ich das gottseidank nie erleben müssen...

    kann mich auch eigentlich nur für deinen post bedanken. daran sieht man, dass es nach solchen schweren zeiten wirklich nur noch aufwärts gehen kann! und ich bin mir ziemlich sicher, dass das mit den mädels auch irgendwann klappt. hey, du hast verdammt viel zeit! also genieß die jugend und alle schönen momente!

    meine daumen sind auch gedrückt.

    freundliche grüße,
    arusha
     
    #5
    Arusha, 28 Juni 2004
  6. engel193
    engel193 (39)
    Verbringt hier viel Zeit
    496
    101
    0
    Verheiratet
    Hallo Manso,
    war im ersten Moment sprachlos, als ich den Text durch hatte.

    Wie du in der letzten Zeit ja selbst gemerkt hast, gehts schon ein wenig bergauf. Neuer Freundeskreis, Schulabschluß, Lehrstelle...
    es kann nur noch besser werden.

    Was du bis hierher durchgemacht hast, kann ich sehr gut nachvollziehen, will da aber nicht näher drauf eingehen.
    Deine Vergangenheit wirst du wohl nie vergessen können, aber du kannst sie ruhen lassen.
    Blick in die Zukunft u. mach was aus deinem Leben.

    Wenn man in seinem Leben, im Elternhaus oder in der Schule oder sonstwo nie Achtung u. Liebe entgegengebracht bekommen hat, ist es schwer, Liebe u. Zuneigung an sich zuzulassen, vermutlich aus Angst, vor weiteren Enttäuschungen.

    Es war mit Sicherheit schwer für dich, diese Zeilen aus deiner Vergangenheit aufzuschreiben u. publik zu machen. Aber ich find es toll von dir, dass du den Mut dazu gefunden hast. Anhand der Reaktionen der Forumsmitglieder wirst du merken, dass andere am Schicksal teilhaben u. dir Mut zusprechen.

    Deine Vergangenheit hat dich geprägt, aber du mußt versuchen, das beste daraus zu machen. Drück dir für die Zukunft die Daumen u. wünsche dir alles gute.
     
    #6
    engel193, 29 Juni 2004
  7. Manso
    Manso (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    47
    93
    3
    Single
    Da habe ich dann doch glatt einiges vergessen: Also ich bin jetzt 18, bald 19.

    Klingt sicher im ersten Moment einfach, offener und selbstbewusster zu werden und ein Mädel, dass einem gefällt einfach mal anzusprechen.

    Tja, für mich sind das leider ziemlich große Hindernisse, was sicherlich auch verständlich ist.

    Es ist ja nicht so, dass ich das ganze nicht erreichen will, ich habe keine Ahnung, wie ich das angehen soll.

    Ich habe zudem das Problem bei Gesprächen irgendwelche Worte zu finden, selbst wenn ich vor meinen vertrautesten Leuten mitreden will, es geht irgendwie nicht, weil ich einfach keine Idee habe, was ich sagen könnte - das ist fast immer so. Ich will ja irgendwa sagen, aber mir fällt nie was zum sagen ein.

    Das gleiche würde ich beim Ansprechen wohl auch haben und wer interessiert sich schon für, naja sagen wir, "stumme"?

    Das erste was ich erreichen muss ist, dass ich ein normales Gespräch führen kann. Alle anderen haben sich immer was zu erzählen, ich gar nichts.

    Zuhause rede ich mit meinen Eltern auch keine 10 Sätze am Tag - geht auch nicht, wie ich schon beschrieben habe.

    So eine verflixte Situation. Ich habe schon angst, dass mir das jetzt bald im Job auch Probleme machen wird...
     
    #7
    Manso, 30 Juni 2004
  8. UnKnOwNMaStEr
    0
    ^du solltest bücher schreiben ehrlich deine geschichte (auch wenn sie real ist) ist ja sowas von berührend!!!!

    und das klappt schon mit der freundinn keine sorgen ich habe mir auch immer gesagt wer sollte schon auf mich stehen? das würde ich ja nochnichtmal selber

    nun hab ich seit 3 monaten die beste frau die man haben kann :zwinker:
     
    #8
    UnKnOwNMaStEr, 30 Juni 2004
  9. Clairexxy
    Gast
    0
    zunächst dachte ich: scheiße ist das lang, das les ich nicht alles.

    aber du schreibst gut und deine geschichte ist ebenso traurig wie rührend.
    wenn man ließt was du schreibst und vor allem WIE du es schreibst dann möchte man dich am liebsten drücken und nie wieder loslassen.

    ich möchte wetten, leute wie dich mit einer ähnlichen lebensgeschichte gibt es in jeder klasse 1 oder 2, aber nicht alle sind sich ihrer situation so bewusst wie du und nicht alle können sich dermaßen gut ausdrücken und ihre gefühle so gut in worte fassen. wenn du alles weiter ausschmücken würdest könntest du fast ein buch draus machen.


    ich kann dir keine zauberformel zum glücklich sein geben, aber ich weiß sehr gut wie es ist von seinen eigenen eltern verachtet zu werden.

    du schreibst, du hast angst, nie eine beziehung zu führen, weil es andere gibt, die auch nie im leben eine führen.
    das stimmt schon, aber so darfst du nicht denken. Es ist an dir, dein leben positiv zu gestalten. ich will damit nicht sagen das die leute, die nie eine beziehung führen, selbst dran schuld sind, denn es gibt sicher menschen die einfach nur pech haben.
    aber dennoch darfst du nicht verzweifeln und nicht resignieren.
    versinke nicht in selbstmitleid. du hast es schwer gehabt, und hast es noch immer, das stimmt, aber deshalb solltest du dich nicht aufgeben.

    du hast so viel erreicht, das schreibst du ja selbst, und du kannst stolz darauf sein. versuche diese fortschritte zu genießen und zu nutzen um weitere zu machen.
    gib nicht auf was die mädchen angeht. du klingst nicht wie einer, den kein mädchen mag. ganz sicher nicht.
     
    #9
    Clairexxy, 1 Juli 2004
  10. Manso
    Manso (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    47
    93
    3
    Single
    Ich habe ja auch nicht gesagt, dass ich angst davor habe wie diese beiden niemals eine Beziehung zu führen. Ich wollte nur zeigen, dass man die Sätze wie "irgendwann kommt die richtige" nicht einfach so drauflossagen kann, denn es gibt welche, die nie eine Beziehung führen, obwohl sie dies gerne wollen und die haben die Sätze auch immer wieder gehört.

    Noch fällt es mir sehr schwer positiv in die Zukunft zu blicken, es ist alles noch zu neu für mich. Was andere mit 12 erleben, erfahre ich jetzt erst alles mit 18.

    Auch ich habe hier jetzt mehrmals gehört "dein Beziehungsglück kommt noch". Ich hoffe ich gehöre nicht zu denen, die sowas nie erleben.

    Ich glaube, wenn ich das Gefühl bekomme, geliebt zu werden, wird mich niemand mehr wiederekennen.

    Wünscht mir Glück, dass es klappt, auch wenn es bestimmt nicht so einfach ist. Die Hoffnung kehrt wieder....

    Ich halte euch auf dem Laufenden...
     
    #10
    Manso, 1 Juli 2004
  11. Manso
    Manso (31)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    47
    93
    3
    Single
    Das Thema ist mittlerweile 3 Monate alt und ich muss mal wieder schreiben, was so passiert ist
    Ich war auf dem bestem Wege erneut "auszusteigen" und denke immer noch daran es zu machen - fast jede Nacht.

    Der erste Ausbildungswoche ist vorüber. Ich bin jetzt da, wo ich schon immer sein wollte. Eigentlich ganz wunderbar.

    Aber leider ist die Zeit nach dem ersten Beitrag hier alles andere als rosig verlaufen, im Gegenteil, es ging und geht wieder runter.

    Ich wollte die freie Zeit genießen und endlich mal der Außenwelt zeigen, dass ich es größtenteils geschafft habe aus dem "Loch" herauszukommen. Allerdings hat niemand die Freude so recht mit mir geteilt.

    Wenn ich mal in einer Gesprächsrunde sitze und etwas sage wird das, was ich zu Wort bringe entweder kaum beachtet oder gar ganz ignoriert als wäre ich überhaupt nicht da, das ist sogar in meinem Freundeskreis so. Und das sind keine Einzelfälle. Es kommt fast jedesmal vor, egal ob ich mit Freunden rede oder mit meinen neuen Arbeitskollegen.

    Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass ich bis heute noch nie eine Beziehung hatte. Was mich jetzt richtig belastet, ist die Tatsache, dass jeder in meiner Umgebung vergeben ist (Freunde, Kollegen etc...) und die unterhalten sich auch immer wieder über ihre besseren Hälften und erzählen wie glücklich sie mit denen sind.

    Ich habe mal versucht irgendwie ein paar Mädels zu kontaktieren. Wenn mir eine gefiel habe ich sie angeschaut und mal gelächelt, aber ich habe niemals eine Reaktion darauf bekommen, weder ein positiver Blick noch sonst etwas.
    Und die Leute in meiner Umgebung haben alle keine Probleme damit und können auch immer von früheren Beziehungen reden, wie schön die waren und die sind auch noch jünger als ich.

    Um das zu vergleichen: Mir wird als 12jähriger Analphabet vorgeführt, wie jeder andere lesen und schreiben kann. Auf die Beziehungssituation abgespiegelt kann man sehen, wie das ganze für mich aussieht. Ich würde mich ja gerne davon ablenken, aber das klappt irgendwie nicht. Jedesmal, wenn ich auch nur einen Ansatz davon sehe oder höre kommt alles wieder hoch.
    Einige werden sagen: Manche machen Ihre Erfahrungen erst später, ja gut, aber warum sehe ich hier niemanden, dem es genauso geht? Es ist sicher nicht so, dass ich sie nicht sehen will, aber ich kann hier niemanden in meiner Umgebung entdecken, der in dem Alter auch noch nie eine Beziehung geführt hat.

    Angesichts dieser Tatsache habe ich jetzt überhaupt keinen Mut mehr. Wieso will das Schicksal, dass ich unglücklich bin und mich nur ab und zu mit ein paar kleinen positiven Dingen am Leben hält?

    Auch die Arbeitssituation wird schwierig. Die Chance nach der Ausbildung übernommen zu werden liegt gerade mal bei 6% und was es bedeutet arbeitslos zu sein und nicht szu bekommen habe ich richtig hart zu spüren bekommen und ich sehe jetzt schon: Das wird wieder so kommen - ein kaum zu ertragender Gedanke.

    Heute habe ich auf meiner Motorradfahrt an einer Klippe Halt gemacht. Es war ein schöner Ausblick und da hier immer wieder Paare auf Fahrrädern vorbeigefahren sind konnte ich nicht fröhlich sein. Ich habe hier auch wieder an damals im Wald gedacht.

    Während ich da saß klingelte mein Handy. Mir wurde gesagt ich brauche heute nicht zur Besprechung kommen, es hat sich alles weitestgehend geklärt. "Ja klar", meine Ansichten interessieren ja niemanden. Ich darf ja nicht mit anderen reden, ich darf ja nicht glücklich sein.

    Dann habe ich ein Ultimatum gestellt. Wohin auch immer es geht, aber ich habe eindeutig klargestellt: Wenn ich nicht bald mal Erfolg habe und richtig von allen akzeptiert und in einem Fall auch geliebt werde, dann fahre ich mit meiner Maschine nicht um die Kurve sondern nehme den Weg über die Klippe.

    Das Ultimatum gilt noch und das hat mir die Zeit gegeben hier hineinzuschreiben. Ich werde sicherlich noch öfter hier schreiben können, bis das Ultimatum abläuft und sich bis dahin nichts der Dinge zum Positiven geändert haben.
    Ich weiß, ich sollte es nicht machen, aber ich habe damals, als ich noch keine Ausbildungsstelle gefunden hatte, mir ebenfalls ein Ultimatum gestellt - nämlich bis zum Schulende eine Stelle haben, sonst ist Ende. Und genau 42 Stunden bevor der letzte Schultag zuende gegangen wäre, kam der Brief mit der Zusage

    Mir wurde in der letzte Woche auch klar gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann. Ein alter Freund von mir ist sturzbetrunken Auto gefahren und hat sich mehrmals überschlagen. Auto schrott, 2 Jahre Führerscheinsperre, MPU, glimpflich davongekommen.

    Ein Arbeitskollege hingegen hatte weniger Glück und er ist mit seinem Auto tödlich verunglückt - unschuldig.

    Die beiden hatten aber bis dahin alles erreicht, was man bis dahin erreichen konnte, natürlich hatten und haben sie noch Träume, aber sie waren bis dahin richtig glücklich mit allen.

    Das soll es erstmal gewesen sein. Vielleicht sagen ja einige: "Ach, der hat doch Komplexe". Ich hoffe dennoch, es gibt welche, die mich verstehen...
     
    #11
    Manso, 30 September 2004
  12. CassieBurns
    Verbringt hier viel Zeit
    1.002
    121
    1
    Verheiratet
    Also erst mal hoffe ich doch für dich, dass du hier wenigstens merkst, dass du Leute gefunden hast, die dir "zuhören". Ich jedenfalls habe mir deinen Beitrag durchgelesen.

    Dazu kann ich nur eins sagen: wenn du hier mal ein bisschen liest, dann wirst du merken, dass du nicht allein bist mit deinem Problem, dass du keine Freundin findest, schließlich ist dies Forum hier voll davon. :zwinker:

    Ich hoffe mal für dich, dass es für dich im Arbeitsleben wieder bergauf geht. Und ich muss sagen, ich finde es schlimm, wenn man sein Leben wegwirft. So eine Vergeudung. Aber es ist schon klar, wenn das Leben aufhört, lebenswert zu sein, dass es dann sehr hart sein kann, nicht aufzugeben.
     
    #12
    CassieBurns, 30 September 2004
  13. SottoVoce
    SottoVoce (34)
    Sehr bekannt hier
    6.476
    183
    26
    Verheiratet
    Ich hab mir auch alles durchgelesen. Ich hab auch schon so einiges in meinem Leben erlebt, wo ich es nicht mehr für lebenswert gehalten habe. Trotzdem habe ich durchgehalten und bin noch da. Ich hatte eine ganze Menge Probleme (keine körperlichen, aber wie sich ausgegrenztsein anfühlt, kenne ich zu gut und merke bis heute, wie hyperempfindlich ich in dieser Hinsicht bin). Aber ich habe auch eines gelernt: Es bringt nichts, zurückzuschauen. Ja, ich hab viel Mist erleben "dürfen". Ja und? Es ist VORBEI! Und das ist das entscheidende. Alles, was vor mir liegt, ist noch nicht vorbei und GENAU DAS hat meine Aufmerksamkeit verdient - damit es besser wird als das, was hinter mir liegt.

    Was ich unter anderem damit sagen möchte: Dein Leben läuft nicht vorprogrammiert ab und Du kannst nichts daran ändern. Sag Deinen Freunden, wenn sie wieder einmal ignorieren, was Du gesagt hast, dass sie da mal bitte drauf antworten sollen. Sag bei Dir auf der Arbeit einfach laut, wenn Du etwas zu sagen hast, bis es jemand hört. Werde ungemütlich, dann müssen die Leute reagieren. Leide nicht einfach ruhig vor Dich hin. Genauso, wenn Du ein interessantes Mädchen siehst. Ich reagiere auch nicht auf Anlächeln, denn das könnte ja ein über-mich-lustig-machen sein. Wenn mich jemand anspricht, höre ich aber wenigstens zu. Mehr als "nein" kann sie nicht sagen und mit jedem ansprechen und einem "nein" hast Du wieder ein bisschen Erfahrungen gesammelt und geübt für die Richtige, die sicher irgendwann kommen wird.

    Schau Dich doch mal hier im Forum um. Du bist garantiert nicht der Einzige in Deinem Alter, der noch keine Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht hat. Wie oft schreiben hier Leute und schütten ihr Herz aus. Wenn Partner finden und mit ihnen "glücklich werden" so einfach wäre, gäbe es dieses Forum hier gar nicht!
     
    #13
    SottoVoce, 30 September 2004
  14. Rumo
    Rumo (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    128
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Sehr traurige Geschichte ...

    Ich weiß genau wie es ist ausgeschloßen zu sein ... das war bei mir auch so ... aus welchem Grund auch immer ... wenn ich gefragt habe schlug mir nur Schweigen entgegen!

    Bis zu dem moment wo ich dann sitzengeblieben bin. In der neuen Klasse wars auch nich viel anders aber es war schon besser. Im laufe der Zeit hab ich den Leutz dann gezeigt wie ich wirklich bin. Ich kann nu sagen das sie mich alle mögen ... und wenns einer nich tut sagt er auf jeden Fall nix mehr.

    Und meine Freundin habe ich auch in der Klasse kennengelernt. Ich war am Anfang auch so das ich kein Wort rausbekommen habe und nich wußte was ich sagen soll. Aber zum Glück hat sie bei Gesprächen immer die Leitung übernommen und ich musste dann nur mitlabern. Inzwischen hab ich auch das Problem nich mehr. Ich weiß immer was ich sagen kann .. und wenn mal nich dann lass ich einfach nen lustigen Spruch ab :smile2: ... ! OK es gibt ein paar Leute die halten mich für ein wenig bescheuert ... aber das stört mich nich.

    Deswegen sprich einfach ein nettes Mädel an ... und wenn du damit anfängst das du sagst "Schönes Wetter heute, oder?"

    Mfg Rumo
     
    #14
    Rumo, 30 September 2004

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - sollte glücklich sehr
Apolaskar
Kummerkasten Forum
16 September 2016
19 Antworten
Cerox
Kummerkasten Forum
13 Juli 2016
9 Antworten
Schafmithut
Kummerkasten Forum
18 Juni 2016
24 Antworten