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Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von must-die, 15 Januar 2010.

  1. must-die
    must-die (24)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    Hallo,

    mich plagt großer Kummer, daher bin ich hier wohl richtig. Ich hoffe, dass mir hier jemand irgendwie helfen kann.

    Kurzgefasst : Ich bin 17 Jahre alt, männlich. Vor etwa zwei Jahren kam ich aufgrund von Krankheit meiner Mutter in ein Heim. Da es mir dort nicht gut ging, ich aber über einen guten Freund eine nette Mitschülerin kennenlernte, die mich öfter bei ihr schlafen ließ, redete ich mit ihr über meine Situation. Sie erzählte mir irgendwann, dass ich doch bei ihr wohnen könne. Was ich zunächst für einen Witz hielt, passierte kurze Zeit darauf in Abstimmung mit dem Jugendamt (das die Unterbringung bezahlt) wirklich (übrigens in 'ihrem Zimmer' mit einem Doppelbett).

    Bevor ich bei ihr zum ersten Mal übernachtete geschweige denn bei ihr wohnte, war sie ein recht ruhiges und scheinbar sehr nachdenkliches Mädchen. Sie war zwar meist recht fröhlich und lustig drauf und wir gingen mit ihr auf Partys, etc. aber sie war auch ab und zu traurig, manchmal weinte sie scheinbar grundlos, oft wenn sie viel getrunken hatte. Sie hatte sich auch einige Male geritzt und dies auch zur Schau gestellt. Sie meinte immer, dass sie 'emo' sei.
    Das tat mir irgendwie leid und so tröste ich so oft, umarmte sie und kümmerte mich um sie.

    Als ich die ersten Male bei ihr übernachtete (rein freundschaftlich natürlich) schein sie irgendwie immer etwas beruhigter zu sein, so als wenn sie unbedingt jemanden bei sich haben wolle. Und so blieb ich oft auch mehrere Nächte hintereinander bei ihr (wo ich noch im Heim wohnte, dort aber teilweise nichts davon erzählte).

    Als ich bei ihr eingezogen war, habe ich das aus zwei Gründen gemacht. Einerseits wollte ich sowieso nicht mehr in dem Heim wohnen und eine neue Umgebung kennenlernen, andererseits wollte ich ein bisschen für sie da sein, als Dankeschön, dass sie mir überhaupt ohne Gegenleistung solch ein Angebot machte.

    Irgendwann einmal hatte ich mir ihr wegen irgendetwas einen Streit, wir hatten solch einen Streit, dass ich ihr im Rahmen des Gespräches gesagt habe, dass sie doch "genauso mit der Wand" reden könne. Als sie das hörte, fing sie sofort an zu weinen und drehte sich zur Wand. Ich habe mich sofort dafür entschuldigt und es tat mir fürchterlich leid und dieser Satz tut mir auch bis heute noch leid. Ich glaube das war der Moment in dem ich mich wohl in sie verliebt habe. Ich habe sie dann bestimmt über eine Stunde getröstet, gestreichelt, usw. und ihr gezeigt, dass sie mir etwas bedeutet.

    Irgendwann ging es aber immer besser. Sie hat eigentlich seitdem ich hier bei ihr wohne immer weniger geweint und war auch irgendwie immer weniger traurig, etc.
    Daher dachte ich mir, dass es ihr bewusst, vielleicht auch eher unterbewusst dadurch immer besser ginge.

    Ich habe ihr bereits mehrfach Signale, Zeichen gegeben, dass ich sie sehr liebe und sie hat - so sehe ich das jedenfalls - auch teils uneindeutige Zeichen zurückgeworfen worauf ich hier nicht näher eingehen möchte. Durch diese anfängliche Bestätigung ihrerseits fand ich immer mehr Gefallen an ihr.

    Doch irgendwann ich weiß nicht warum war alles anders, von Tag zu Tag hatte sie viel weniger Interesse an mir, redete weniger mit mir und beendete Gespräche oft einfach mit "aha" "achso" "hm ja" "keine Ahnung"... Als ich sie darauf ansprach, stritt sie dies immer ab und als ich sie immer wieder darauf ansprach und es deshalb auch oft sehr heftigen Streit zwischen uns gab, kam irgendwann von ihr das Argument, dass sie nur deshalb nicht mehr so viel mit mir rede, weil ich sowieso nur das Vorteil habe, dass sie gar keine Lust mehr auf mich hätte, usw.
    Einfach eine Teufelsspirale, da ich wenn ich sie in Ruhe gelassen habe (auch über Tage hinweg) nichts mehr von ihr "bekam" und wenn ich sie darauf ansprach es wieder nur Streit gab.
    Sie sagte auch einmal, dass sie mich nicht mehr so lieb habe, weil wir ohnehin immer nur Streit haben, usw.
    Ich entwickelte irgendwann eine sehr starke Eifersucht und hatte Angst sie irgendwann ganz zu verlieren, dass sie ausziehen wolle oder mich rausschmeißen würde...
    Alle meine Bemühungen es doch wieder zum Guten, zum Alten zu bringen scheiterten, egal was ich tat es war irgendwie immer falsch.

    Ich war deshalb sehr verzweifelt, hatte oft Albträume und meine ohnehin vorhandenen Depressionen, die gerade erst fast verheilt waren, verschlimmerten sich wieder und blühten richtig auf. Ich hatte das Gefühl verrückt zu werden. Diese ständigen Ängste, wenn sie nicht da war, etc.
    Ich habe sie teilweise immer weiter versucht zu kontrollieren, ihr hinterherteleefoniert und noch einiges weiteres...
    Sie sagte mir immer, dass sie ihre Privatsphäre wolle, ich sah das aber immer nur als Vorwand um mich zu "hintergehen"...

    Ich habe oft versucht mit ihr über alles zu reden, habe ihr offen davon erzählt, aber eigentlich erzeugte das kein Interesse und am Ende eines Gespräches schien immer alles geklärt zu sein, aber es war nie etwas geklärt... Doch irgendwann habe ich versucht mich zusammenzureißen, dagegen anzukämpfen gegen diese Verlustangst, etc.! Mit ihr nur noch glücklich zu sein... Es hat sogar teilweise oder größenteils immer gut geklappt...
    Doch nun erfahre ich von ihr, dass sie für mind. 1-2 Wochen, vielleicht sogar für eine längere Zeit immer von Sonntag bis Freitag (also immer wochentags) bei ihrer Oma übernachten will... und nur noch am Wochenende hier sein möchte...

    Der blanke Horror für meine Verlustängste... Seitdem ich das weiß versuche ich dies zu verhindern... aber unauffällig :/
    Ich habe solche Albträume, ich träume pro Nacht teilweise 5-10x das selbe, dass sie mich abgrundtief hasst, sie mich nicht mehr will und auch ohne mich glücklich wird, etc.
    Ich glaube zudem, dass sie möglicherweise soetwas wie eine Beziehung führt, bin mir aber nicht so sicher...
    Sie nimmt aber z.B. seit lt. ihren Angaben rund 2 Monaten die Pille, was ich zufällig bemerkte (was sie zuerst aber ABSTRITT!), angeblich hat sie es vor mir verheimlicht damit ich sie nicht zu sehr bedrängen würde und es sie nehme die Pille, weil ich ja mit ihr in einem Zimmer lebe und man wisse ja nie, etc. Aber ehrlich gesagt, kann ich das nicht glauben, da es dafür zu viele Hinweise gibt, dass es nicht stimmen kann... Zudem sie auch eigentlich wissen müsste, dass sie mit mir über soetwas reden kann...

    Ich versuche viel Rücksicht auf sie zu nehmen und sie zu respektieren, aber ich kann es manchmal einfach nicht... Eigentlich will ich nur das Beste für sie, aber all das tut mir so sehr weh... :frown:

    Ich will sie am liebsten einfach 24h am Tag in den Arm nehmen und einfach nur mit ihr sein... und sie nie mehr loslassen :frown:

    Es ist nun Freitag und der Sonntag steht bald an, ich bitte um Hilfe! Ich habe solche Angst, ich traue mich kaum schlafen zu gehen, weil diese Albträume kaum zu ertragen sind, ich schlafe schlecht und habe Angst vor den nächsten Tagen, am Liebsten würde ich einfach meine Augen und Ohren verschließen und nichts mehr empfinden.
    Ich verstehe die Welt nicht mehr, fühle mich total anders und kann zwischen Realität und "Wahnsinn" nicht mehr unterscheiden. Ich fühle mich einfach nur noch schlecht, depressiv, antriebslos und demotiviert... :frown:

    danke für jede Hilfe!
     
    #1
    must-die, 15 Januar 2010
  2. Jakob220357
    0
    Hallo,

    dein Beitrag ist ja sehr ausführlich und zwischendrin habe ich auch mal den Überblick verloren, daher hier nochmal eine kurze Zusammenfassung aus meiner Sicht.

    Nachdem Du also einige Zeit in einem Heim gewohnt hast, bist Du zu einer vermutlich gleichaltrigen Mitschülerin gezogen und bewohnst dort zusammen mit Ihr ein Zimmer, Ihr teilt Euch sogar das Bett. Sie hat gewisse seelische Probleme, ritzt sich und leidet wohl auch unter Depressionen. Du bist seelisch gesehen auch nicht stabil, hast auch Depressionen, sowie Motivationsprobleme. Da haben sich also zwei gefunden, die beide nicht aufrecht stehen können und sich aneinander klammern um nicht unterzugehen. Hinzukommt, dass Eure Wohnsituation nicht ganz freundschaftlicher Natur ist. Du empfindest deutlich mehr für sie und glaubst, dass sie auch mehr für Dich empfindet.

    Nun führt Ihr da eine Art von Beziehung, die offenbar nicht ganz als intime Beziehung, also als Partnerschaft, deklariert ist, aber doch gewisse Anzeichen einer solchen hat. Es ist kein Leben wie in einer Wohngemeinschaft, es ist viel intimer. Streitereien werden deutlich persönlicher ausgetragen und Euch plagen auch Verlustängste. Im Grunde genommen ist die Idee Eurer Wohngemeinschaft ziemlich daneben gegangen, wenn Du sie versuchst zu kontrollieren und eine so starke Eifersucht entwickelt hast, dass sie jetzt ausbricht. Ihr gefällt diese Situation offensichtlich nicht, sie überlässt Dir sogar Ihre Wohnung und geht Dir aus dem Weg, indem sie in der Woche bei Ihrer Oma schlafen will.

    Basierend auf deinem Beitrag sehe ich nur zwei Möglichkeiten. Variante 1 wäre, dass Ihr Euch nochmal zusammensetzt und ganz klar Eure Beziehung besprecht. Wenn Du Dir mehr als eine freundschaftliche Beziehung gewünscht hast, dann solltest Du das so ansprechen und nicht immer nur irgendwelche Signale von Ihr deuten. Sollten Ihre Gefühle anders sein als von Dir bisher gedacht, dann ändert sich die Situation in Zukunft sowieso nochmal, dann solltet Ihr gleich über eine klare Trennung Eurer Lebensverhältnisse sprechen, bevor irgendwelche falschen Hoffnungen aufkeimen. Aber angenommen sie möchte Eure Beziehung auch intensivieren und die bisherigen Probleme basierten nur auf Missverständnissen, solltet Ihr trotzdem klare Regeln definieren unter denen Ihr miteinander leben könnt. Da musst Du dann auch einen Vertrauensvorschuss liefern und darfst Ihr nicht vorschreiben, wie sie zu leben hat. Denn ganz ehrlich, dieses an-Ihr-Festklammern kommt sicher nicht gut an bei Ihr. Und soviel Nähe ist auch keine Stütze in einer schwierigen Situation, es ist eher eine Last, wenn man für den anderen noch mit sorgen muss. Da solltet Ihr also für jedem Freiräume zugestehen, vielleicht auch räumliche Freiräume.

    Ich würde aber eher zu Variante 2 raten, die Euch erstmal etwas entlasten würde, auch wenn es für Dich anstrengender wird. Kurz, Du musst da aus der Wohnung raus oder zumindest die Wohnsituation drastisch verändern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es förderlich für einen Menschen ist, der an Depressionen und Verlustängsten leidet, wenn Du weiterhin Dich an die Person klammerst, mit der es immer wieder Probleme gibt. Klar, sie bedeutet Dir sehr viel und so eine räumliche Trennung würde Dir schwer fallen, aber Du merkst doch auch, wie Euer Zusammenleben von Problemen und Vertrauensdefiziten geprägt ist. Ihr müsst beide etwas unabhängiger werden, Euch eurer selbst bewusst werden und eure Probleme in den Griff bekommen. Für Dich würde das heißen, dass Du dringend deine Probleme mit einem Psychologen besprichst und eine neue Therapie beginnst. Zudem solltest Du in eine andere Wohnung ziehen, vielleicht auch in eine betreute Einrichtung. Du musst schnell wieder auf eigenen Füssen stehen, denn im Moment klammerst Du Dich stärker denn je zuvor an Ihr fest um nicht ganz auf den Boden zu fallen. Sie, die selber schon genug Probleme hat, soll nun auch noch Dich stützen. Kein Wunder also, dass sie Zuflucht bei Ihrer Oma sucht, Dir etwas aus dem Weg gehen möchte. Eigentlich macht sie das, was Du schon vor einiger Zeit hättest tun sollen.

    Wenn Ihr es jetzt weiterlaufen lasst wie bisher, dann kommt es zwangsläufig zum großen Krach oder Showdown. Im schlechtesten Fall macht dann einer von Euch etwas Dummes, was beide wohl ewig bereuen könnten. Dazu muss es ja nicht erst kommen. Sie hat schon die Notbremse gezogen, indem sie Abstand sucht und zu Ihrer Oma geht, nun musst Du auch etwas machen. Entweder bringst Du also schnell Klarheit in die Angelegenheit oder Du bringst dein Leben wieder in Ordnung, idealerweise machst Du eine Kombination daraus. Deine Verlustängste sind sicher nachvollziehbar wenn Du in einer Phase wie der Pubertät von der Mutter getrennt wurdest, aber daran wird man in einer Therapie arbeiten können. Mein Appell an Dich, nimm diese Chance jetzt ernst und bringe Euer Verhältnis wieder auf ein gesundes Maß, eines das Euch nicht gegenseitig erdrückt. Gehe deine Probleme an und baue Dir parallel dazu ein Leben auf, was Dir Kraft gibt auch schwierige Momente zu meistern.

    Mehr kann ich Dir da eigentlich auch nicht zu sagen. Du musst sie im Grunde genommen erstmal loslassen um Dich selbst wieder aufrichten zu können, jetzt mal ganz bildlich gesprochen. Noch klammerst Du Dich mit aller Kraft an Ihr fest, auch wenn sie bereits unter dem Druck beginnt zusammen zu brechen. Daher sieh diese zeitweise räumliche Trennung als Chance, nicht als Strafe. Also ganz nach Heinrich Mann: "Die Gewohnheit ist ein Seil. Wir weben jeden Tag einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen." Noch hast Du die Möglichkeit das Seil, was gerade etwas dünner wird, zu zerreißen und einen neuen, besseren Weg einzuschlagen.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Gute.

    Jakob

     
    #2
    Jakob220357, 15 Januar 2010

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