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Sonstiges Ich verträume mein Leben

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Fay211, 14 Juli 2009.

  1. Fay211
    Fay211 (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    0
    Single
    Ich fang einfach mal an.
    Im Kindergarten dachten alle ich wär etwas besonderes, weil ich mit 4 Jahren schon lesen und schreiben konnte. Ich hatte in der Grundschule die ersten Probleme mich zu konzentrieren und anderen, eher unwichtigen Dingen den Zugang in meinen Kopf zu verwähren. Ich habe mir selbst eingeredet, dass es an den Lehrern, an den Mitschülern oder an etwas anderem lag, nur nicht an mir selbst. Es liegt ja an mir, weil die anderen es auch weitergeschafft haben, aber ich weiß dass ich nichts dafür kann.
    Im vierten Schuljahr bin ich dann an einen sehr netten Leherer gelangt, der sehr gut mit Menschen umgehen konnte, vor allem mit Viertklässlern. Ein echter Kumpeltyp. Ein Lehrer der mich denken lassen hat dass ich nicht in der Schule bin. Ich hab immer Abstand von meinen Verpflichtungen genommen, hatte andere Dinge im Kopf. Er konnte mir helfen damit klarzukommen. Ich bekam eine Qualifizierung für's Gymnasium, wo ich auch hingegangen bin, aber dort habe ich sofort gemerkt dass es ein Fehlschuss geben wird. Dieser schnelle Wechsel von Kindheit zum Altwerden wurde mir zu viel. Es ging direkt bergab mit den Leistungen, da sehr viel von mir gefordert wurde und ich immer noch andere Dinge im Kopf hatte. Zum Beispiel Freizeit, Freunde, alles ausser Schule und dergleichen. Ich hab angefangen zu rauchen, zu trinken, zu kiffen und irgendwann hab ich auch Pilze und Speed getestet. Das Verhältnis zu meinen Eltern war nie sehr gut. Zwar haben sie mich nie geschlagen, aber das hätten sie mal besser tun sollen, weil ich dann vielleicht nen klaren Kopf bekommen hätte. Ausserdem habe ich mich jedem Gespräch entzogen, ob ich wirklich den Raum verlassen hab oder nur mit meinen Gedanken geflüchtet bin. Nach der sechsten Klasse bin ich dann von der Schule verwiesen worden. Die Realschule hat mich nicht angenommen, weil ich ein Mangelhaft in Religion hatte und diese Schule eine strengkatholische Privatschule ist. Circa 10 km von hier entfernt gibt es noch eine Realschule, auf die ich nicht gehen wollte weil ich da niemanden kannte und diese Schule auch einen schlechten Ruf hatte. Also blieb mir nichts anderes übrig als die Hauptschule. Dort ging es mit den Problemen erst richtig los. Stress mit allem, hatte nur Unsinn im Kopf, bin oft ausgerastet, habe aber niemanden verletzt. Dann endlich gab es einen Lichtblick. Ich habe ein wundervolles Mädchen kennengelernt. Davon erzähle ich jetzt aber keine Details, weil das meiner Meinung nach nicht zum Thema gehört. Wir waren 10 Monate zusammen und beide sehr verliebt ineinander, aber wegen mir ist diese Beziehung in die Brüche gegangen. Sie hat mir sehr geholfen mit all dem klarzukommen. Bin dann auch von dieser Schule abgegangen. Hatte auch Stress mit Freunden, aber auch das beschäftigte mich nicht sehr, weil ich nie jemanden wirklich vertraut hab, ausser meiner besten Freundin. Habe dann bei einer schulischen Maßnahme versucht meinen Abschluss nachzuholen, doch es folgte direkt darauf ein weiterer Absturz. Hatte einen Ausraster, hab eine Tür zu geknallt und wurde deswegen verwiesen, da der Besuch dieser Maßnahme freiwillig war. Ein paar Monate Pause. Mich hat es nicht sonderlich gekümmert.
    Meine Eltern sind auf etwas gestoßen, was sie besser nie in Betracht gezogen hätten. Sie glaubten - und glauben immer noch - dass ich an einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) "leide". Sie bezeichnen es als Krankheit,
    und eine Krankheit behandelt man mit Medikamenten.
    Sie brachten mich zu einem Arzt der mich sofort unter Medikation stellte.
    Ich bekam eine Art Ritalin und der Arzt wies mich darauf hin dass ich die Finger von Alkohol oder Drogen lassen soll. Ich dachte mir nur: "Jaja, man soll so vieles nicht tun. Und wenn man dem keinen Glauben schenkt dann merkt man dass trotzdem nix passiert.".
    Doch dann geschah das Gegenteil. Ich habe Abends gekifft und bin dann mitten in der Nacht ruckartig, mit sehr hohem Puls, unter Schweiß wachgeworden und musste aufstehen. Habe mir selbst eine Rippe gebrochen weil ich heftige Panikattacken hatte und eine Art Halluzination. Wurde dann per Krankenwagen direkt in psychatrische Behandlung überliefert und 3 Wochen dabehalten. Wieder draußen hat es keinen Monat gedauert, da hatte ich sofort einen Rückschlag erleiden müssen und kam in eine andere, heftigere Psychatrie in der ich auch stationär "behandelt" wurde. 6 Monate oder sogar länger, sinn- und erfolglos. Die Ärzte wussten nicht was es ist. Meiner Meinung nach hatte es was mit den Nerven zu tun. Seither sind über 2 Jahre vegangen und ich habe keine Drogen mehr angepackt. Das hat mir auch nicht weitergeholfen, denn vor kurzem bin ich in eine sehr heftige Sache verwickelt worden. Einem Jungen wurde der Kiefer gebrochen und ich soll angeblich auf ihn eingetreten haben als er am Boden lag. Ich war nicht sonderlich alkoholisiert, ganz zu schweigen davon dass ich von Alkohol auch nicht aggressiv werde. Die Polizeit hat mir gesagt dass es zwei Zeugen gibt die gesehen haben sollen, dass ich die Tat begangen habe. Ich habe gleich einen Termin bei meinem Anwalt und dann werde einen Blick in die Akte werfen dürfen. Wenn ich nicht freigesprochen werde, habe ich im strafrechtlichen Verfahren wahrscheinlich Jugendarrest und im zivilrechtlichen Verfahren ein Schmerzensgeld zu befürchten.
    Nun würde mir der Arrest nicht viel ausmachen, aber das Schmerzensgeld und der schlechte Ruf der enstehen würde, wenn ich als schuldig berufen werde, ist mehr als unangenehm für mich.
    Ich bin schwer depressiv und erwarte nicht das mir geholfen wird. Ich nutze dieses Forum lediglich als Ventil um meine Gedanken fliehen zu lassen, auch wenn ich glaube dass es mir nichts bringt, genauso wenig wie mit irgendwelchen Menschen über meine Probleme zu sprechen. Ich fühle mich dadurch weder besser, noch können sie mir helfen. Ich schreibe meine Gedanken sehr oft in Form von Liedertexten auf, aber das hilft mir nicht. Ich denke sogar an Selbstmord. Anfangs war es auch wirklich nur ein Gedanke, aber von Tag zu Tag wird es eher ein Entschluss, auch wenn ich sehr starke Stimmungsschwankungen habe und mich nach jeder Phase der Melancholie wieder in einer Woge von Glück und Frieden zu bewegen scheine. Ich komm mir vor als wär ich nach meinem langen Weg noch kein einziges Stück vorangekommen. Meine Sicht ist klar, aber ich nehm das Bild nicht in mich auf. Ich sitze nur rum und "verträume mein Leben". Aber aufgeben wär viel zu einfach.

    Danke für's lesen :smile:
     
    #1
    Fay211, 14 Juli 2009
  2. Joppi
    Gast
    0
    Du erwartest hier jetzt sicher keinen hochqualifizierten Rat, dafür bin ich auch gar nicht ausgebildet.

    Aber lass mich mal zusammenfassen: Deinem Schreibstil entnehme ich, dass du alles andere als auf den Kopf gefallen bist und du Potenzial hast. Aber du hast aus deinem Leben bisher das Mindeste gemacht, was du daraus hättest machen können oder widersprichst du mir da? Deine Vergangenheit hast du uns hier jetzt auch schön ausgebreitet, aber über deine Zukunft weiß ich jetzt nur, dass du Angst vor einer Gerichtsverhandlung hast und du an Selbstmord denkst oder weiter vor dich hinträumen wirst. Jetzt mal im ernst, hast du auch noch einen Plan C? An deiner Stelle hätte ich nämlich gerne einen Plan C.
     
    #2
    Joppi, 15 Juli 2009

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