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Ihr Kind ist gestorben

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Schokotorte, 15 November 2007.

  1. Schokotorte
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo Leute!

    Eben auf der Arbeit hat unser Chef alle Mitarbeiter zusammengerufen und und erzählt, dass der kleine Sohn einer unserer Mitarbeiterinnen heute Nacht gestorben ist.
    Das Kind war gerade 8 Monate und scheinbar kerngesund. Gestern abend hat die Mutter noch mit ihm gespielt - und heute morgen lag es einfach tot im Bett. :kopfschue
    Kann man so etwas begreifen?
    Die Mutter ist gerade 19 Jahre alt und hat das alles so toll gemanagt, die Mutterschaft, ihre Ausbildung - sie war einfach klasse!
    Wir haben sie alle bewundert.
    Meine Güte, sie tut mir so leid!:kopfschue
    Was muss das für ein unerträglicher Schmerz sein?!

    Ich wünschte so sehr, ich könnte ihr helfen oder ihr ein Stück des Schmerzes abnehmen...Aber das kann ich ja nicht.
    Was muss sie jetzt durchmachen? Ich finde keine Worte dafür und meine eigenen Probleme werden plötzlich verschwindend klein.

    Ich weiß gar nicht, wie ich mich nun verhalten soll. Ich will sie ja nicht mit Anteilnahme belästigen. Aber ich will auch nicht, dass sie denkt, dass sie alleine ist.

    Was kann man nur tun?
     
    #1
    Schokotorte, 15 November 2007
  2. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand
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    nicht angegeben
    Jeder Mensch ist anders, von daher kann es sein, dass es in diesem Fall völliger Mist ist...

    Mein Arbeitskollege hat gerade seine Frau völlig unerwartet verloren. Er hat uns über den Chef wissen lassen, dass er nicht möchte, dass jeder in sein Büro kommt und ihm sein Beileid ausdrückt, er möchte bitte ganz normal behandelt werden.

    Wir haben übrigens eine Spendenkasse angelegt, in die jeder der möchte was einzahlen kann, um für die Kinder eine kleine Vorsorge zu starten (klar, nur ein kleiner Tropfen...). So weiß die Person auch, dass alle mitfühlen, wird aber nicht von jedem einzelnen wieder dran erinnert.
     
    #2
    daedalus, 15 November 2007
  3. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Anteilnahme als solche belästigt nach meiner Erfahrung nicht. Du sollst sie nicht permanent mit "Du Arme!" behelligen - aber ihr zu sagen, dass Dir der Tod ihres Sohnes sehr leid tut, nahegeht und Du ihr gern irgendwie helfen möchtest, ist keine Belästigung. Du kannst sie auch fragen, ob Du was für sie tun kannst, ob sie von ihrem Kind erzählen möchte oder Ähnliches. Falls sie jetzt erst einmal nicht in den Betrieb kommt, dann würde ich ihr eine Karte schreiben (per Post). Das könntet ihr auch gemeinsam mit den anderen Kollegen machen. Und wenn Du magst und sie wieder arbeiten kann, dann kannst Du ihr auch sagen, dass Du unsicher bist und nicht willst, dass sie sich alleingelassen vorkommt - du bist für sie da, wenn sie das möchte. Ich weiß nicht, ob Euer Kontakt sonst gut war oder Du sie nur entfernt kennst, aber an sich halte ich es für richtig, wenn man nicht so tut, als sei nix - es sei denn, der Trauernde sagt von sich aus, er möchte nicht drauf angesprochen werden.

    Ich kenne entfernt Leute, die ihr Kind durch SIDS (sudden infant death syndrome, plötzlicher Kindstod) verloren haben - denen war wichtig, dass man das Thema und ihr Kind nicht totschweigt. Das Kind ist jetzt tot, hat aber gelebt und hinterlässt eine Lücke. Und zu fragen, wie es ihr geht und dergleichen, das ist keine Belästigung.
     
    #3
    User 20976, 15 November 2007
  4. Schokotorte
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    @deadalus

    Ja, aber wie sollen wir uns denn verhalten?
    Glaubst du, dass spürt man, wenn sie wieder da ist?
    Kann sein...

    Eine Kollegin meinte, wir sollten gar nicht so viel reden, sie aber einfach in den Arm nehmen.
    Ich weiß nicht, wie das für mich wäre, wenn mich jeder einfach in den Arm nehmen würde. Mein Vater meinte,damit könne man nicht viel falsch machen, aber ich bin mir da nicht so sicher...
     
    #4
    Schokotorte, 15 November 2007
  5. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Kennst Du sie denn persönlich oder nur vom Sehen? Gibt es Kollegen, die sie besser kennen?
    Ich denke, dass ein Brief nicht verkehrt ist. Und auf sie zugehen und ihr sagen, dass Dich die Nachricht sehr betroffen gemacht hat und Du ihr, wenn sie das will, gern irgendwie unterstützen willst, finde ich noch nicht aufdringlich. Direkt umarmen würd ich jemanden aus einer anderen Abteilung wohl auch nicht so ohne Weiteres.

    Die Sache einfach übergehen würde ich sicher nicht. Es ist was vorgefallen, und sie wird ohnehin nicht wirklich NICHT dran denken können - von daher würde ich nicht tun, als sei nix, um sie zu schonen, sofern sie nicht über Euren Chef genau einen solchen Wunsch mitteilt.
     
    #5
    User 20976, 15 November 2007
  6. daedalus
    daedalus (37)
    Teammitglied im Ruhestand
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    nicht angegeben
    Bei mir muss man bedenken, dass wir eine ziemlich große Firma sind und einige hundert persönliche Beileidsbekundungen würde ich wohl auch nicht haben wollen. Aber wie gesagt, jeder Mensch ist anders. Ein Patentrezet gibt es nicht.

    Ich glaube Dein Vater hat recht. Egal wie sie reagiert, sie wird es später bestimmt nicht übelnehmen.

    In erster Linie würde ich "normal" behandelt werden wollen.
     
    #6
    daedalus, 15 November 2007
  7. Schokotorte
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    @mosquito

    Ja, das mit der Karte ist eine gute Idee.
    Und ein Totschweigen des Themas stelle ich mir schlimm vor.
    Das würde ich als betroffene Mutter auch nicht wollen...
    Ich glaube, es tut ihr gut, wenn sie weiß, dass wir für sie da sind.
    Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Karte?
    Jetzt ist es vielleicht noch zu früh.
    Sie muss das Geschehene ja erstmal realisieren...oder?
     
    #7
    Schokotorte, 15 November 2007
  8. User 75021
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    Ich kann mir vorstellen, das es ihr vielleicht unangenehm wäre, wenn ihr sie in den Arm nehmt...dann kommt der Schmwez garantiert wieder hoch.
    Vielleicht ein mal Beileid wünschen und ihr sagen, das man gerne für sie da ist, wenn sie Hilfe braucht.
    Lasst sie ansonsten vielleicht er st mal in Ruhe...schrecklich, die Arme. :cry: so was kann ich gar nicht lesen, ohne das mir selbst Tränen in die Augen schießen :kopfschue :cry:
     
    #8
    User 75021, 15 November 2007
  9. Schokotorte
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    nicht angegeben
    Es gibt schon Mitarbeiter, die enger mit ihr befreundet sind als ich es bin.
    Aber ich mag sie sehr und ich weiß, dass sie mich auch sehr mag.
    Wir haben uns aber nur selten gesehen, weil unsere Arbeitszeiten immer recht unterschiedlich waren.
    Trotzdem - obwohl wir nicht so wahnsinnig viel miteinander zu tun haben, liegt sie mir sehr a Herzen. Und einmal kam sie auch und hat mir von einem Problem erzählt. Und da habe ich versucht ihr zu helfen, was ihr, glaube ich, gut getan hat.
     
    #9
    Schokotorte, 15 November 2007
  10. User 75021
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    Habe gerade erst oben von der Karte gelesen...das ist auch eine süße Idee, ohne ihr gleich zu Nahe zu treten
     
    #10
    User 75021, 15 November 2007
  11. Schokotorte
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    ja@sweety, ich glaube auch, dass sie jetzt erstmal zeit braucht. Vielleicht ist das ganze Umarmen usw. jetzt zuviel für sie.
    Mir wäre es persönlich zu heftig. Es ist ja gerade erst passiert...
    Außerdem hat sie zum Glück eine große Familie, die jetzt an ihrer Seite ist. Das ist erstmal das Wichtigste. Sie ist nicht alleine.
     
    #11
    Schokotorte, 15 November 2007
  12. User 20976
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    vergeben und glücklich
    Na, dann kennt Ihr Euch ja schon ein bisschen. Ich denke nicht, dass es für eine Karte jetzt zu früh ist. Das Kind ist JETZT nicht mehr da, sie wird in Sachen Beerdigung dann was erledigen müssen - aber die Trauer ist jetzt da. Und zu wissen, dass Kollegen und Freunde an sie denken und mit ihr fühlen, halte ich für gut. Wenn sie die Karte jetzt nicht lesen will, muss sie das ja nicht. Begreifen, dass ihr Kind wirklich nicht mehr da ist, wird sie eh nicht sofort.

    Aus meiner Sicht schadet es nicht, ihr jetzt gleich eine Karte zu schreiben.

    Wohnt sie bei ihren Eltern oder wohnte sie allein mit Sohn und Freund/Mann? Ein Kollege, der sie näher kennt, könnte auch im ersten Fall bei ihren Eltern anrufen, aber ich würde wohl selbst erstmal den Weg mit der Postkarte wählen. Und wenn Du ihr als Einzelkollegin schreiben willst, was ich auch nicht "zu viel" fände, dann schreib doch Deine Handynummer oder Telefonnummer mit in die Karte - als Angebot. Manchmal ist es gerade gut, wenn man auch jemanden hat, der da ist und einem NICHT zu nahe steht.

    Und vielleicht kannst Du sie, falls sie selbst im Internet unterwegs ist, auf lod.de (Leben ohne Dich) aufmerksam machen - eine Seite zum Erfahrungsaustausch für verwaiste Eltern und Geschwister. Dort tauschen sich in öffentlichen und vor allem auch geschützten Foren Menschen aus, die ihr Kind oder Geschwister verloren haben. Manche schon kurz nach dem Todesfall, andere erst Jahre später.
     
    #12
    User 20976, 15 November 2007
  13. Schokotorte
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    nicht angegeben
    finde aber diese Karten mit "mein Beileid" in schwarz immer so übel.
    Hoffe mal, da gibt es Alternativen...

    Sie ist mit einer anderen Kollegin gut befreundet und die beiden haben heute schon auf der Arbeit telefoniert und zusammen geweint.
    Diese Kollegin kannte auch das Kind recht gut.
    Unser Chef hat natürlich schon mit der Mutter des Kindes gesprochen und ihr gesagt, dass er immer für sie da ist - auch privat.
    Die Mutter des Kindes lebt meines Wissens mit Eltern und Schwester zusammen. Von daher ist sie nicht alleine.
     
    #13
    Schokotorte, 15 November 2007
  14. User 75021
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    Es gibt ja auch schöne Karten, ohne dieses übliche "mein Beileid"...ohne Vordrucke. Die kannst du dann selber gestalten. Finde ich schöner und persönlicher.
     
    #14
    User 75021, 15 November 2007
  15. Schokotorte
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    nicht angegeben
    Ja, werde mal morgen eine schöne Karte aussuchen!

    und@mosquito: danke für den Tipp mit der Internetseite (war gerade dort)- gefällt mir wirklich gut!
     
    #15
    Schokotorte, 15 November 2007
  16. User 20976
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    vergeben und glücklich
    Es muss doch keine Beileidskarte sein.
    Du kannst auch einfach einen kleinen Brief schreiben, ohne Motivaufdruck! Oder einfach eine Postkarte mit Wolken, Bäumen, was auch immer.

    Du kannst die Kollegin ja fragen, ob Eure Kollegin sich zum Thema Arbeit geäußert hat.

    Aber ich finde, dass ein kurzer Brief nicht falsch sein kann und auch nicht viel Worte machen muss. Dass Du erstmal sprachlos bist und gar nicht weißt, wie Du am besten auf sie zugehen sollst, kannst Du Ihr doch schreiben. "Ich will mich nicht aufdrängen, aber wenn Du willst, möcht ich Dir gern helfen oder für Dich da sein. Ich bin traurig und fassunglos, dass (Name des Kindes) nicht mehr lebt und denke, das kann doch gar nicht sein." - Schreib auf, was Dir da durch den Kopf geht, am besten nicht zu ausführlich, ein paar Sätze genügen.

    - Gern geschehen, Schokotorte! -
     
    #16
    User 20976, 15 November 2007
  17. Schokotorte
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    nicht angegeben
    ja, da hast du Recht, zu ausführlich muss das echt nicht sein!

    Wir haben ja vorhin auf der Arbeit kurz darüber gesprochen, wie wir uns jetzt verhalten - und irgendwie ist jeder ratlos.
    Man hat irgendwie immer das Gefühl, dass man es nur falsch machen kann. In jedem Fall muss man sich wohl klar machen, dass man ihr den Schmerz nicht abnehmen kann, ganz egal, was man tut.:cry:

    Noch etwas: Findet ihr es unpassend, wenn ich zu der Beerdigung gehen würde?
    Ich war noch nie auf ener Beerdigung. Muss man da auf eine "Einladung" warten oder kann man da so hingehen?
     
    #17
    Schokotorte, 15 November 2007
  18. User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    Ich fände es okay. Eventuell bekommen die Angehörigen nicht viel mit davon, wer da ist. Wenn der Ort und die Zeit bekanntgegeben werden, kannst Du hingehen; sollte in der Traueranzeige was von "im engsten Familienkreis" stehen, dann lieber nicht.

    Ich habe erfahren, dass es für die Angehörigen durchaus ein Trost sein kann, wenn sie merken, dass viele Leute sich die Zeit nehmen, an der Trauerfeier teilzunehmen.

    Dass viele Menschen Angst haben, bei Trauernden etwas falschzumachen, führt leider dazu, dass sich Trauernde dann eben allein und unverstanden fühlen oder gar abgelehnt "als Trauernder". Gar nicht unbedingt in der ersten Zeit, sondern auch nach den ersten Monaten, wenn das Thema für sie sehr präsent ist, viele andere aber erwarten, dass es "mal langsam gut ist" und man sich wieder in den Alltag einsortieren soll. Trauer ist ein langwieriger Prozess, bei manchen ist es auch so, dass das alles erst gut verarbeitet scheint und dann mit Macht hervorbricht...

    Du machst mit einem kleinen Brief, der Angabe Deiner Telefonnummer und Deinem Mitgefühl nichts falsch. Du wirst ihr in der Tat nicht direkt so helfen können, dass es ihr wieder supi geht - aber das weißt Du ja. Begleitangebot, so würd ich es sehen. Da sein, sofern der Trauernde es will, anbieten zuzuhören, den Schmerz des anderen "ertragen" und Geduld haben.
     
    #18
    User 20976, 15 November 2007
  19. glashaus
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    Du kannst auf jeden Fall zur Beerdigung gehen. Du musst ja nicht direkt mit ans Grab, du kannst dich auch etwas abseits stellen. Als mein Opa beerdigt wurde habe ich mich z.B. sehr darüber gefreut dass eine meiner längsten und besten Freundinnen mit ihrem Vater und ihrem Opa auch bei der Beerdigung waren. Auch wenn sie nicht direk kondoliert haben, ich fands einfach sehr schön, dass sie da waren.

    Ansonsten finde ich eine hübsche Karte eine gute Idee. Du kannst ihr darin ja deine Hilfe anbieten, dann kann sie auf dich zukommen wenn sie möchte.
     
    #19
    glashaus, 16 November 2007
  20. User 29904
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    #20
    Zuletzt bearbeitet: 22 Februar 2016
    User 29904, 16 November 2007

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