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Im Moment kommt alles zusammen...

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Dirac, 17 März 2007.

  1. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Muss mir mal ein bisschen was von der Seele schreiben... :geknickt: Im Moment scheint bei mir so ziemlich alles zusammenzukommen und ich hab keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Hmm, wo soll ich anfangen? Also ich bin kurz vor der Abgabe meiner Diplomarbeit, an der ich nun schon seit Dezember 2005 sitze (Hauptpraktikum macht's möglich). Es sollte eigentlich was neues dabei rauskommen, Publikation war von meinem Prof fest eingeplant (ein Doktorand arbeitet auch mit daran) und nun haben wir keine sinnvollen und publikationsfähigen Resultate, meine Arbeit ist also ein kompletter Flop. :cry: War auch letzte Woche auf ner Tagung und hab auf meinen Vortrag quasi nur negative Resonanz erhalten. Mein Prof will nicht mehr publizieren, höchstens der Doktorand und ich können es auf eigene Faust versuchen, aber sein Name soll da nicht draufstehen, er will also mit anderen Worten nix damit zu tun haben.
    Aber das ist natürlich noch nicht alles. Ich hab auch nach wie vor keine Doktorandenstelle gefunden, und ohne vorzeigbare Publikation (und mit der unfreiwilligen Negativwerbung auf der Tagung) werde ich wohl nur schwer irgendwo unterkommen können. An meiner Uni bleiben macht für mich wenig Sinn, hier kann ich nicht im Bereich Kosmologie forschen, außer ich habe sehr viel Glück was den Nachfolger eines unserer Profs angeht, dessen Stelle ab Herbst neu besetzt wird. Und bei meinem Prof bleiben geht nicht-mit dem will ich aber eigentlich auch eh nicht mehr zusammenarbeiten, weil die Betreuung absolut scheiße ist. Mein Hilfskraftvertrag ist ausgelaufen und ich bin erstmal ohne Einkommensquelle. Klar kann ich irgendwo kellnern gehen oder sowas in der Art, aber dafür hab ich ja nun nicht studiert. Und mein Prof kann mir auch keine neue Stelle geben, da sein Antrag auf Forschungsgeld vor kurzem abgelehnt wurde, obwohl es sich immer so anhörte, als müssten wir nur warten und würden das Geld irgendwann bekommen. Aber die Komission hat entschieden, dass das momentane Forschungsprojekt im Vergleich zu anderen nicht ausreichend förderungswürdig ist-ich sag ja, alles ein totaler Flop und vielleicht hab ich mit den öffentlichen Vortrag auf der Tagung dem ganzen noch den Todesstoß gegeben. Auch wenn es kein großes Publikum war, aber reicht schon, dass nur eine falsche Person dabei war. Davor hatte mein Prof eh Angst und hat mich noch gebeten, nicht auf die Widersprüche in unseren Resultaten einzugehen, aber die ganze Idee ist auf Ablehnung gestoßen. Und sonst hat er keine Mittel um mich zu bezahlen, keine Chance.
    Nun muss ich Ende des Monats aus dem Studentenwohnheim ausziehen und da es mit meiner Doktorandenstelle (die ja wenn überhaupt in einer anderen Stadt sein müsste, hier gibt es nichts lohnenswertes) ja alles in der Luft hing und ich nicht wusste, ob mal eine Anfrage auf positive Resonanz stößt, konnte ich hier nichts suchen. Werde also sicher übergangsweise wieder zu meiner Mutter ziehen müssen, die aber nicht in Dortmund wohnt sondern ca. 60km weg, also ist wieder pendeln angesagt. Außerdem will ich sowieso nicht wieder für längere Zeit bei ihr wohnen, aus dem Alter bin ich nun echt raus.

    Als ob das nicht reichen würde, ist mein Vater vor drei Wochen an Krebs gestorben. :cry: Es war zwar schon länger klar, dass er nicht mehr geheilt werden kann, aber der Tod kam dann doch recht schnell und überraschend. Einerseits bin ich zwar irgendwie auch froh, dass er nicht noch monatelang leiden musste, aber andererseits ist das natürlich schon blöd. Wäre das noch lange so weitergegangen wäre auch meine Mutter irgendwann zusammengeklappt, da bin ich mir sicher, insofern war es wohl besser so. Unterstützen kann ich sie ja kaum, weil ich mich um meine Diplomarbeit kümmern muss-sie hat mir auch deutlich gemacht, dass sie keinesfalls will dass ich meine Arbeit wegen ihr vernachlässige, dazu ist das einfach zu wichtig. So ganz wohl fühle ich mich aber auch nicht dabei, sie jetzt mit dem Behördenkram und so mehr oder weniger alleine zu lassen, aber die Diplomarbeit muss fertig werden und auch wenn sie ein Flop ist, so kann ich nicht was unfertiges abgeben, dann wirds ja noch schlimmer. Ein weiteres Problem dabei ist auch die finanzielle Lage meiner Mutter. Sie wird über kurz oder lang wohl auch ausziehen müssen, da die Wohnung laut Sozialamt ohne meinen Vater zu groß und teuer ist. Bezahlen können wird sie das mit ihrer Witwenrente ja auch sowieso nicht mehr lange. Früher konnte ich meine Eltern ja immer unterstützen, wenn gerade ein akuter Engpass war, aber im Moment geht das auch nicht mehr.

    Kurz gesagt also: Wissenschaftlich versagt (Studium daher vermutlich umsonst), kein Job, auf Dauer kein Geld, Vater gestorben, keine Ahnung wie es mit mir (und auch mit meiner Mutter) weitergehen soll.
    Ich weiß, anstatt hier rumzujammern sollte ich mich lieber schnell um irgendeinen Job bemühen und ne Wohnung finden, ja. :schuechte Aber im Moment fühle ich mich einfach nur so müde und irgendwie wie gelähmt. Ich weiß, ich muss jetzt aktiv werden und meine Zukunft in die Hand nehmen, aber ich schaffe es einfach nicht, ich hänge nur zu Hause rum und mache überwiegend nutzloses Zeug um nicht an den ganzen Kram denken zu müssen. Ich hab einfach keine Lust mehr, am liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen und meine berufliche Karriere weniger naiv planen. War schon dumm zu glauben, ich könnte das schaffen was ich mir vorgenommen hatte... Irgendwie scheint gerade alles zusammenzukommen und ich frage mich nur, was wohl das nächste sein wird.

    Danke fürs Lesen und sorry dafür, dass es so lang geworden ist. :schuechte
     
    #1
    Dirac, 17 März 2007
  2. Joppi
    Gast
    0
    Hi Dirac!

    Das sind wirklich alles Dinge die kein Mensch braucht. Und es ist völlig klar, dass du dich auf gar nichts mehr konzentrieren kannst. Ich denke mir immer, dass der Mensch auf solche Extremsituationen nicht ausgelegt ist und in solchen Situationen kannst du deine Emotionen auch nicht mehr richtig unter Kontrolle halten. Einfach unmöglich. Wärst du nicht überfordert wäre mit dir wohl etwas nicht in Ordnung.

    Bei uns an der Uni gibt es psychologische Unterstützung die du vielleicht nötig hast. Gibt es sowas bei dir auch? Das ist ein Lebensabschnitt in dem du dir falsche Entscheidungen unter Umständen nicht leisten kannst.

    Schau nach vorne und zeigs ihnen Tiger :zwinker:
     
    #2
    Joppi, 18 März 2007
  3. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Sowas gibt es hier sicher auch, nur bezweifle ich, dass die mir wirklich weiterhelfen können. Außerdem will ich auch nicht zu nem Psychologen, da würde ich mir nur noch mehr als Versager vorkommen.
     
    #3
    Dirac, 18 März 2007
  4. Packset
    Gast
    0
    Off-Topic:
    was ist mit den missbrauchsopfern die zum psychater gehen? sind das auch alles versager?
    weil sie sich nicht wehren konnten zu dem zeitpunkt?
     
    #4
    Packset, 19 März 2007
  5. i_need_sunshine
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    nicht angegeben
    Warum hat man wissenschaftlicgh versagt, wenn man bei einem Forschungsvorhaben nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt ? wissenschaft lebt davon, dass man Hypothesen aufstellt und versucht, sie zu verifizieren. Mal klappt es, viel häufiger klappt das nicht. Solange das Forschungsdesign solide und die Hypothese nicht völlig abgedreht war, muss man sich doch weiß Gott keine Vorwürfe machen. Wenn man bei jedem Forschungsprojekt schon vorher wüßte, was raus kommt, wäre wissenschaftliche Forschung bei Licht betrachtet überflüssig..... Natürlich ist man frustriert, wenn es nicht so klappt wie gedacht, aber Mißerfolge gehören zu wissenschaftlichem Arbeiten einfach dazu.
     
    #5
    i_need_sunshine, 19 März 2007
  6. Dirac
    Dirac (34)
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    Keine Ahnung, wie du jetzt auf den Blödsinn kommst, der Vergleich hinkt jedenfalls gewaltig. :kopfschue Außerdem hab ich nie gesagt, dass jeder der zu einem Psychiater geht automatisch ein Versager ist, sondern nur, dass ich mich dabei so fühlen würde. Klar?

    @i_need_sunshine: Also abgedreht war das Ganze nicht, nur allem Anschein nach totale Zeitverschwendung und ein Betreuer, der mehr Ahnung davon hat, hätte das vermutlich von Anfang an auch so eingeschätzt und es gar nicht in die Richtung gehen lassen. Heute meinte er allerdings plötzlich, dass man ja doch über eine Publikation nachdenken könnte damit meine Arbeit nicht umsonst war. Nur wenn die dann auf soviel Interesse stoßen wird wie mein Vortrag dann wird sie auch keine positive Werbung für mich sein, eher im Gegenteil. Keine Ahnung, ob eine Publikation echt schlau wäre. Klar geht in der Wissenschaft nicht immer alles glatt und manches erweist sich als Sackgasse, nur ich denke, solche Fehlschläge kann sich jemand erlauben, der schon als Wissenschaftler etabliert ist und bei dem man weiß, er kann was leisten. Wenn direkt die erste Forschungsleistung was vollkommen unnützes liefert dann dürfte das nur meine Chancen verbauen, mich irgendwo als Doktorand interessant zu machen. Wer wird denn gerne jemanden ohne vorweisbare, relevante Leistung nehmen wollen, wenn er andere haben kann? Stellen in der theoretischen Physik sind rar, da muss man schon was drauf haben um eine zu bekommen und das auch unter Beweis gestellt haben-und ich habe so ziemlich das Gegenteil getan. Klar könnte ich es mir einfach machen und alles meinem Betreuer und seiner mangelnden Kenntnis meines Themas in die Schuhe schieben, aber das wäre irgendwie ungerecht. Ich hätte schließlich selbst was draus machen können, muss ich als Doktorand und später als Forscher dann ja auch, eigenständig was auf die Beine stellen. Dass ich dazu in der Lage bin hab ich ja nun weiß Gott nicht bewiesen, eher im Gegenteil. Daher stufe ich meine Chancen, noch irgendwo unterzukommen, eher als gering ein. Zumindest bei den etwas besseren Adressen in Deutschland wird es schwer.
     
    #6
    Dirac, 19 März 2007
  7. Packset
    Gast
    0
    ....
     
    #7
    Packset, 20 März 2007
  8. Dirac
    Dirac (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    Kleines Update, falls es wen interessiert: Mittlerweile hab ich doch eine Doktorandenstelle bekommen, fange nächsten Monat an. :smile: Dann sind auch die Geldprobleme (die momentan immer akuter werden-wäre da nicht noch ein überraschendes Geldgeschenk einer nicht ganz unbeträchtlichen Summe gewesen, die uns eine vermögende Bekannte nachdem sie vom Tod meines Vaters erfuhr hat zukommen lassen, dann wären wir schon längst pleite) endlich behoben, muss nur noch bis Ende Juni irgendwie über die Runden kommen. Scheint sich endlich wieder zum Guten zu wenden... :smile:
     
    #8
    Dirac, 4 Mai 2007

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