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Indizien für Vergewaltigung?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von *Mario*, 2 August 2004.

  1. *Mario*
    *Mario* (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Eine sehr gute Freundin von mir leidet seit ca. fünf Jahren an Zwangshandlungen (Waschzwang) verbunden mit Verlustängsten und Depressionen. Momentan ist sie auch deswegen in stationärer Therapie. Heute - bei meinem Besuch - hat sie mir auch erzählt, dass sie sich früher geritzt hat, und zeigte mir die Narben am linken Arm.

    Sie erzählte mir außerdem von einem Gespräch mit ihrer Threrapeutin: auf die Frage, was das schlimmste ist, was ihr zustoßen kann, sagte sie "Zu 99 % die Trennung von ihrem Freund" Auf Nachfrage der Therapeutin, was das absolut schlimmste sei, antwortete sie "Zu 100 % eine Vergewaltigung".

    Zuerst habe ich nicht groß drauf geachtet, aber im Nachhinein könnte ich mir vorstellen, dass sie ein Vergewaltigungsopfer ist. Ich habe danach noch mit einer anderen guten Freundin gesprochen, die Vergewaltigungsopfer im Freundeskreis hat; sie sagte mir, dass es nach den ersten Aussagen (Waschzwang, Ritzen) sich so anhört, als sei sie irgendwann mißbraucht worden. Und dabei hatte ich das Gespräch mit der Therapeutin noch gar nicht erwähnt.

    Ein Homöopath, den ich auch mal um Rat gefragt habe, meinte, die Zwangshandlungen könnten durch eine "seelische Blockade", die durch ein schlimmes Erlebnis entstehen kann, ausgelöst werden. Das würde ja auch dazu passen.

    Was meint Ihr?

    Ich möchte ihr wirklich dabei helfen, ihre Ängste zu überwinden, und werde immer für sie da sein.
     
    #1
    *Mario*, 2 August 2004
  2. Beastie
    Beastialische Beiträge
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    Single
    also..klar, es kann eine vergewaltigung sein.. MUSS aber nich...


    labile menschen können diese zwangshandlungen auch aufgrund der trennung der eltern haben, zb.. und ganz ehrlich, das schlimmste was mir zustoßen kann is ebenfalls eine vergewaltigung.. und ich bin kein opfer...

    ich kann dir leider absolut nich helfen..
    zeig viel einfühlungsvermögen bei der sache.. hör ihr zu und versuch die richtigen fragen zu stellen.. bedräng sie nich...
     
    #2
    Beastie, 2 August 2004
  3. -JIMMY-
    -JIMMY- (33)
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    vergeben und glücklich
    Wenn sie derzeit in Behandlung befindlich ist würde ich damit zunächst zu der Ärztin gehen. Die müsste das besser bewerten können als Außenstehende oder Amateure.
     
    #3
    -JIMMY-, 3 August 2004
  4. User 10541
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    nicht angegeben
    Hallo Mario 2003.

    Ich denke nicht, dass dir die Ärztin da weiterhelfen wird. Mehr als dir zu sagen, wie du dich verhalten sollst - ruhig, verständnisvoll, sie nicht bedrängen (vllt. noch einiges anderes in dieser Richtung) - wird sie nicht tun. Alles andere liegt im Ermessen deiner Freundin, was du erfährst.

    Und zu den "Indizien": Jeder reagiert anders auf irgendwelche Erlebnisse. Trennung der Eltern, Tod eines nahe stehenden Menschen, Missbrauch/Vergewaltigung, miterleben eines Autounfalls - all das könnte einen Waschwang und/oder den Hang zur Selbstverletzung hervorrufen aber auch nicht, sondern es passiert etwas anderes. Manch andere werden vllt. nur still und fangen an Gedichte zu schreiben oder plötzlich das erste (freiwillige) Bild ihres Lebens zu malen. Man kann solche psychischen "Beeinträchtigungen" in keine Schublade packen zu irgendeinem traumatischen Erlebnis. So leid es mir für dich tut.

    Sei einfach für sie da, wenn sie dich braucht. Und dass du Einfühlungsvermögen hast, bezweifle ich nicht. Nur mach dich los von schnellen Lösungen. Was deine Freundin zu tragen hat, ist schwerwiegend.

    Liebe Grüße und viel Kraft.
    Tres
     
    #4
    User 10541, 3 August 2004
  5. icebox
    icebox (30)
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    Single
    Ich kann mich meinen Vorgängern nur anschließen....
    Versuche nicht auf Teufel komm raus eine Lösung für dieses Problem zu finden. Die wirst du sowieso nicht finden.
    Versuche einfach auf sie einzugehen, für sie dazusein, wenn sie dich braucht und akzeptiere es auch, wenn sie sich vielleicht nicht helfen lassen möchte bzw. manchmal eben einfach zeit für sich braucht ! Das solltest du dann keines Falls als Rüffel gegen dich betrachten, manchmal muss man halt auch mal alleine sein.
    Ich hatte ein paar Monate lang mit jungen Leuten Kontakt(war selbst stationär in Behandlung), die psychische Probleme haben und kenne es eben auch von mir selbst, dass es wichtig ist zu wissen einen ANsprechpartner/eine Vetrauensperson zu haben, aber man sollte von alleine auf denjenigen zugehen. Wenn man mit allen Mittlen versucht jemand zu einem Gespräch zu zwingen, blockt er aller Wahrscheinlichkeit nach ab oder macht vollkommen dicht, obwohl du ihm nur helfen willst.
    Für Angehörige oder Freunde ist das oft ne total beschissene/schlimme Erfahrung, weil sie quasi hilflos daneben stehen, denn die Initiative muss vom Betroffenen selbst ausgehen. Auch Therapeuten sind keine Wunderheiler...sie haben lediglich eine unterstützende Funktion, können sich aber den Mund fusselig reden, wenn der Betroffene letztendlich nicht handelt bzw. versucht etwas zu verändern.

    Ich hoffe die ein bisschen weitergeholfen zu haben..

    Greetz

    icebox
     
    #5
    icebox, 3 August 2004
  6. It-Girl
    It-Girl (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    121
    0
    nicht angegeben
    Eigentlich haben meine Vorredner schon alles gesagt. Ich möchte dir nur noch sagen, dass ich es echt super finde, weil du dich für deine gute Freundin so einsetzt. Das ist echt was wert und solang sie das mitkriegt, geht es ihr sicher schon allein deswegen besser!
     
    #6
    It-Girl, 3 August 2004
  7. ronja
    Gast
    0
    ja. fein, dass du dich so in´s zeug legst für deine freundin!

    ich möchte nur noch kurz anmerken, dass es auch einfach labile menschen gibt, denen gar nichts schlimmes zugestossen ist. ganz im gegenteil, die eine richtiggehend behütete, glückliche kindheit hatten ohne zwischenfälle. manche junge menschen ödet eben das an, sie fühlen sich nicht "besonders", glauben keine qualitäten zu haben, auf die sie sich stürzen und durch die sie bestätigung erlangen können. aufmerksamkeit bekommen sie aber durch solchartige "neurosen", in schlimmen fällen benutzen sie gar z.bsp. die selbstzerstümmelung um ihre mitmenschen unter druck zu setzen, was ihnen eine gewisse machtposition verleiht und gleichzeit ventil für den inneren geltungsdruck ist.

    das ist jetzt nicht pauschalisierend gemeint, oder dass deine freundin so ist. ich will nur sagen, du musst vielleicht gar keine zusätzliche sorge haben, dass ihr in deiner vermuteten richtung etwas zugestossen sein könnte. vielleicht sprichst du tatsächlich mal mit ihren ärzten und erkundigst dich nach dem besten maß deiner aufmerksamkeit ihrer "krankheit" gegenüber.
     
    #7
    ronja, 4 August 2004
  8. Hallo,

    ich wollte erst gar nicht darauf antworten weil es halt doch ein sehr ernstes Thema ist und Psychologie eigentlich den Psychologen überlassen werden sollte. Allerdings habe ich selbst etwas Erfahrung mit diesem Thema gehabt und vielleicht bringt es dir ja was.

    Ich würde sie nicht unbedingt danach fragen, denn wenn sie aus sich heraus kommen will, wird sie von selbst darüber reden, oder auch nicht. Danach zu fragen würde sie in Zugzwang bringen und wenn sie noch nicht so weit ist, hätte sie nur die Wahl zwischen anlügen oder etwas zu tun was ihr zuwider ist. So einen Druck solltest Du nicht ausüben. Ohne dir zu nahe treten zu wollen, dein Verhalten hängt auch davon ab, ob Du mehr als eine gute Freundschaft haben willst.

    Meine erste Freundin war Opfer (mit 16) und als wir uns ein jahr später kennenlernten hatte sie schon zwei Suizidversuche hinter sich. Waschzwang hatte sie auch eine Zeit lang, aber das hat sich dann nach einer Therapie gegeben. Am extremsten waren die Berührungsängste, d.h. Küssen war ok, aber jeder weitere Körperkontakt fiel ihr sehr schwer. Den ersten richtigen Sex hatten wir nachdem wir ein halbes Jahr zusammen waren. Das weitaus schlimmere war aber ihr THC Konsum. Leider war sie in Kreise geraten die ihr nicht gut taten. Sie war also fast täglich bekifft und ich stellte ihr regelmässig Ultimaten sie solle damit aufhören. Damals war ich ziemlich 'straight edge', hielt also überhaupt nichts von Zigaretten, Alkohol und sonst. Drogen. Obwohl ich es heute lockerer sehe, halte ich gerade das Kiffen bei sog. "labilen" Menschen immer noch für einen Fehler. Nicht wegen der psych. Abhängigkeit, aber die daraus resultierende Antriebslosigkeit ist Gift für eine (positive) Änderung im Leben eines Opfers. Damals habe ich den Fehler gemacht das ich sie damit extrem unter Druck gesetzt habe....das würde ich heute (wenn ich die Kraft hätte noch mal *so* eine Beziehung zu führen) vielleicht etwas diplomatischer machen.
    Ich habe mir damals sehr viel Mühe gegeben (geben müssen) und wir waren immerhin über zwei Jahre ein Paar. Es war aber nie eine sog. 'normale' Beziehung.......Die Vergewaltigung war immer im Hintergrund und es ist wohl auch etwas hängen geblieben: Jahre später haben wir nochmal "von früher" gesprochen und sie meinte zu mir das sie eine Zeit lang ernsthaft vor hatte mir den Schniedel mit einer Schere abzuschneiden.
    Inzwischen geht es ihr prächtig, sie hat einen Sohn und lebt auf einem Bauernhof - ich denke sie hat ihren Weg gefunden und der war nicht destruktiv.

    Professionelle Behandlung/Therapie solltest Du den Profis überlassen, oder dich zumindest absprechen. Wenn Du ihr mit deinen Möglichkeiten helfen willst, sei einfach für sie da und höre ihr zu. So kannst Du ihr Vertrauen erarbeiten, aber Du trägst dann auch eine gewisse Verantwortung. Keine leichte Sache. Eine sinnvolle Beschäftigung in einem sozialen Umfeld und/oder ein Umgebungswechsel wäre wohl am wirkungsvollsten...Leider ist das nicht immer auf Anhieb machbar - aber es gibt ja auch Freunde die einem helfen können :smile:


    gruß
     
    #8
    müffelbüffel, 4 August 2004

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