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Informationspflicht des Arztes

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Ginny, 24 Dezember 2007.

  1. Ginny
    Ginny (35)
    Sehr bekannt hier
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    vergeben und glücklich
    Huhu,

    eine Frage an alle Mediziner und sonstigen Experten auf dem Gebiet: Wie sieht das aus, unter welchen Umständen darf (wenn er es darf) ein Arzt seinem Patienten die genaue Diagnose einer wohl unheilbaren Krankheit verschweigen? Und gibts da bestimmte Auflagen, wann er stattdessen die Angehörigen informieren darf? In meinem Umfeld wird gerade darüber "gestritten", dass eine alte Frau gestorben ist und die Ärzte ihr angeblich immer gesagt haben, sie wüssten nicht, was sie hat (irgendwelche schweren Darmprobleme), eine Angehörige meinte, ihr hätte man gesagt, es sei Krebs und sie habe nicht mehr lange zu leben und die Familie war sich anscheinend uneins, ob man es der alten Frau sagen sollte oder nicht.
     
    #1
    Ginny, 24 Dezember 2007
  2. Trogdor
    Trogdor (40)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Ich bin kein Mediziner oder Jurist, allerdings ging der Fall meiner Oma damals etwas in die Richtung. Grundsätzlich darf der Arzt dritte nur mit Einverständnis des Patienten informieren. Die Einverständnis zu bekommen ist aber in der Regel ja kein Problem. Älteren Frauen ist es ja oft recht, wenn die Kinder oder der Ehemann mit dem Arzt reden, da sie selbst sich vom Medizinerdeutsch überfordert fühlen.
    Ganz sicher darf ein Arzt seinen Patienten nicht die Unwahrheit sagen. Aber daneben gibt es ja auch ein Grauzone. Ich bin mir nicht sicher, ob sich meine Oma darüber im Klaren war, was die Diagnose "Leberkarzinom mit Metastasen" wirklich bedeutet. Sie hat solche Dinge nie nachgefragt. Entweder weil sie eine recht einfach gestrickte Frau war, oder aber weil sie eine Ahnung hatte und gar nicht mehr wissen wollte. Hatte ich auch verdrängt. Bis sie Gelb wurde.
    Von da an kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ein Arzt seinen Patienten zwar nicht belügen oder ihm etwas verschweigen darf, er aber nicht verpflichtet ist, seinem Patienten in drastischen Worte auszumalen, dass es überhaupt keine Chance gibt, dass er den nächsten Frühling noch einmal sieht.
     
    #2
    Trogdor, 24 Dezember 2007
  3. Dunsti
    Dunsti (39)
    Verbringt hier viel Zeit
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    2
    vergeben und glücklich
    Tja, da spielen sehr viele Faktoren und Ansichten hinein, so dass Du hierauf wohl keine genaue Antwort bekommen wirst. Wenn jemand vom Arzt keine Aufklärung wünscht, muss er sie nicht bekommen (es sei denn, er ist ansteckend und gefährdet andere). Wenn er sie unbedingt will, darf man sie ihm nicht verweigern. Und Angehörige dürfen ohne Einverständnis des Patienten überhaupt keine Informationen bekommen.

    Es gibt aber die sogenannte Geschäftsführung ohne Auftrag, über die bei solchen Problemen sehr viel gerechtfertigt wird. Ein Patient, der krankheits- oder therapiebedingt nur mehr dahindämmert, weiß meistens selbst nicht mehr, was er will. Hier geht man davon aus, dass eine bestehende Ehe ein Einverständnis zur Information des Ehegatten einschließt. Gleiches gilt, wenn Angehörige die Patientin begleiten oder sofort danach aufsuchen und entsprechend aufgeregt sind. Vorsichtiger ist man, wenn jemand seit einer Woche mit dem Tod ringt und dann jemand telefonisch anfragt.

    Ich habe noch keine Situation erlebt, in der einem schwer kranken Menschen die Aufklärung verweigert wurde, wenn er sie wollte. Die meisten Menschen wissen aber auch ohne diese Aufklärung, dass sie sterben und fragen gar nicht mehr nach. Dann zwingt man diesen Menschen das nicht auf. Die Angst, dass Patienten sich aufgeben oder gar umzubringen versuchen, nachdem sie erfahren, dass sie unheilbar krank sind, ist bei vernünftiger Therapie und Begleitung unbegründet. Sie stammt eher aus der Zeit der Schwarzwaldklinik und gilt seit den 90er Jahren als widerlegt (Kübler-Ross u.a.).

    Bitte schaue sehr genau, ob sich ein Einmischen in die Diskussion der "trauernden" Angehörigen wirklich lohnt. Leider ist es oft so, dass es Menschen leichter fällt, wütend zu sein als zu trauern.
     
    #3
    Dunsti, 24 Dezember 2007

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