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Interpretation Geerds Kritik in bezug auf "Effi Briest" *Hilfe*

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Chacaline, 14 Mai 2007.

  1. Chacaline
    Chacaline (27)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    meine Hausaufgabe ist es dieses Zitat zu interpretieren... (dabei nicht mehr als ca. 1 Seite auf PC zu schreiben) ich sitze schon den gesamten nachmittag daran und habe inzwischen eine absolut Denkblokade... mir ist das Zitat einfach zu lang und ich bin mit meinem Lösungsansatz noch sehr unzufrieden, da er nur in eine Richtung lenkt...

    kann mir vielleicht jemand auf die Sprünge helfen???

    „Vielseitig ist die in diesem Roman geübte Kritik. Das Menschenwürdige der auf Repräsentation zielende Eheschließung,
    die Fragwürdigkeit der so genannten guten Partie, die karrieristischen Bestrebungen des Offiziers - und Beamtenadels . . . ,
    der moralische Verfall des Landjunkertums, die starren Konventionen eines veräußerlichten, dünkelhaften Ehrbegriffs, . . . , die bis zur Vernichtung eines Menschen gehen,
    der Mangel an wahrer Menschlichkeit selbst innerhalb der Familie -
    das sind typische Erscheinungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit, die Fontane im Tone der Anklage als Anwalt wahren
    Menschentums seinen Lesern bewusst machen will.“

    (aus: „Deutsche Literaturgeschichte“ von H.-J. Geerds)



    H.–J. Geerds stimmt, dieser Aussage nach, der gesellschaftlichen Abbildung Fontanes in dessen Werk „Effi Briest“ zu.
    Eine der Etikette verpflichtete, kühle und Scheinbild bewahrende Gesellschaft ist es in der sich die junge Effi zurecht finden muss. Sie geht ihren Weg und zerbricht, schlussendlich an ihrem Ehemann und ihren Eltern, die die gesellschaftlichen Konventionen für wichtiger halten, als das Schicksal eines Menschen. Diese drastischen Darstellungen der Tatsachen und ebenso Kritikpunkten der damaligen preußischen Gesellschaft, begrüßt Geerds. Er lobt das Werk für seine Authentizität und Fontane in seiner Rolle als Ankläger gegenüber seiner Umwelt. Die Gesellschaft zur damaligen Zeit war sehr auf ihr Ansehen bedacht und so handeln auch Effi, ihre Eltern und Innstetten nach der Aufdeckung der Affäre zunächst nach den normativen Vorgaben der Gesellschaft, erkennen aber nach einem entscheidenden Schlüsselerlebnis die Unmenschlichkeit dieser Normen und finden zu einem menschlichen Verständnis der Lage. Allerdings zu spät, denn das gesellschaftliche System bleibt erhalten, solange dessen Normen über die Generationen gelehrt wird. In der beklemmenden Szene, in der Annie ihrer Mutter wiederbegegnet und gleichzeitig den Kontakt verweigert, wird deutlich, mit welcher Wirksamkeit die über die Erziehung vermittelten Verhaltensregeln ihre Gültigkeit behalten – selbst die engste aller menschlichen Verbindungen, diejenige zwischen Mutter und Kind, ist von der Erlaubnis der Gesellschaft abhängig. Und so erhält Effi nur die typische Antwort „O gewiß, wenn ich darf“. Ein Beweis dafür wie fest verwurzelt die gesellschaftlichen Regeln, sogar in den Köpfen der Kinder sind.
    Da die Akteure nicht die Kraft haben, der Gesellschaft einen eigenen Lebensentwurf entgegenzusetzen, scheitern sie.

     
    #1
    Chacaline, 14 Mai 2007
  2. Immortality
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Der untere Text ist deine Bearbeitung , oder wie?

    Verstehe die Aufgabenstellung übrigens nicht so richtig... Das Zitat erklärt sich meiner Meinung nach doch von selbst? Ist allseits bekannt, dass Fontane die Gesellschaft zum einen sehr gut darstellt und zum anderen kritisiert, wie beispielsweise die von Geerds gennanten Dinge, der überzogene Ehrbegriff wegen dem Innstetten Crampas zum Duell auffordert, obwohl er das eigentlich gar nicht will, aber seine Ehre nicht verlieren will und ein geachteter Teil der Gesellschaft bleiben will.
     
    #2
    Immortality, 14 Mai 2007
  3. Chacaline
    Chacaline (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    jap hast du alles richtig verstanden... nochmal genaue Aufgabenstellung:

    "Interpretiere die Aussage Hans Jürgen Geerds den Fonate Roman Effi Briest betreffnd! Strebe inhaltliche und sprachliche Dichte an!
     
    #3
    Chacaline, 14 Mai 2007
  4. Chacaline
    Chacaline (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Single
    bin jetzt inzwischen so weit... nur der Schluss klingt noch etwas überarbeitungswürdig...

    H.–J. Geerds stimmt, dieser Aussage nach, der gesellschaftlichen Abbildung Fontanes in dessen Werk „Effi Briest“, zu.
    Eine der Etikette verpflichtete, kühle und Scheinbild bewahrende Gesellschaft ist es in der sich die junge Effi zurecht finden muss. Sie geht ihren Weg und zerbricht, schlussendlich an ihrem Ehemann und ihren Eltern, die die gesellschaftlichen Konventionen für wichtiger halten, als das Schicksal eines Menschen. Diese drastischen Darstellungen der Tatsachen und ebenso Kritikpunkten der damaligen preußischen Gesellschaft, begrüßt Geerds. Er lobt das Werk für seine Authentizität und Fontane in seiner Rolle als Ankläger gegenüber seiner Umwelt und in der Verteidigungsposition der Menschlichkeit. Die Gesellschaft der damaligen Zeit war sehr auf ihr Ansehen bedacht und so handeln auch Effi, ihre Eltern und Innstetten nach der Aufdeckung der Affäre zunächst nach den normativen Vorgaben der Gesellschaft. Effi heiratet Innstetten, obwohl sie die gesamte Zeit ein mulmiges Gefühl begleitet. Schließlich siegt jedoch der Gedanke an die Ehre, von solch einem hochangesehenem Mann für die Ehe ausgewählt worden zu sein. Sie heiratet nicht aus Liebe, sondern des Standes wegen und verfällt somit den gesellschaftlichen Vorgaben ihrer Zeit. Innstetten wird den Vorgaben der Gesellschaft gerecht indem er Crampas wegen dem überzogenen Ehrbegriff zum Duell auffordert, obwohl er das eigentlich gar nicht will, jedoch seine Ehre nicht verlieren will und bestrebt ist, ein geachteter Teil der Gesellschaft zu bleiben. Ebenso Effi’s Eltern, die sie nach der Bekanntgebung der Affäre mit Crampas, aus der Familie verstoßen, um ihren Ruf nicht zu schänden. An Effi, einen Menschen völliger Jugendlichkeit und Unerfahrenheit denkt hierbei jedoch niemand. Sie geht an den seelischen Strapazen fast zu Grunde, bis ihre Familie schlussendlich die Unmenschlichkeit dieser Normen erkennt und zu einem menschlichen Verständnis der Lage finden. Allerdings viel zu spät. Denn das gesellschaftliche System bleibt erhalten, solange dessen Normen über die Generationen gelehrt wird. In der beklemmenden Szene, in der Annie ihrer Mutter wiederbegegnet und gleichzeitig den Kontakt verweigert, wird deutlich, mit welcher Wirksamkeit die über die Erziehung vermittelten Verhaltensregeln ihre Gültigkeit behalten – selbst die engste aller menschlichen Verbindungen, diejenige zwischen Mutter und Kind, ist von der Erlaubnis der Gesellschaft abhängig. Und so erhält Effi nur die typische Antwort „O gewiß, wenn ich darf“. Ein Beweis dafür wie fest verwurzelt die gesellschaftlichen Regeln, sogar in den Köpfen der Kinder sind und somit auch diese verwerfliche Gesellschaft aufrecht erhalten kann, wenn die Menschen nicht selbst zu dem Schluss kommen, dass ein derartiges Handeln unmenschlich und verächtlich ist.
    Da die Akteure nicht die Kraft haben, der Gesellschaft einen eigenen Lebensentwurf entgegenzusetzen, scheitern sie.
     
    #4
    Chacaline, 14 Mai 2007
  5. Talkshowgeil
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Entgegen der Meinung von Geerds... Fontane hat niemanden angeklagt! Er hat nur auf Probleme in der Gesellschaft hingewiesen, aber keineswegs auch nur einen der Protagonisten verurteilt - etwa nach dem Motto "Es ist, wie es ist".
     
    #5
    Talkshowgeil, 17 Mai 2007

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