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Irans Mullahs warnen Frauen

Dieses Thema im Forum "News zu Liebe, Erotik und Sexualität" wurde erstellt von Hermann, 26 August 2004.

  1. Hermann
    Gast
    0
    Der große Mode-Satan

    Irans Mullahs warnen Frauen, sich "unanständig" anzuziehen. Aber selbst Gefängnis schreckt nicht ab.



    Von Farshid Motahari
    Teheran - Seit Jahrzehnten schon geht der islamische Klerus in Iran mit Macht gegen die "westliche Kulturinvasion" an. Gefahr für die Islamische Revolution drohe nicht nur von Satellitenfernsehsendern, Büchern, Musik und Filmen, sondern auch durch die Mode aus dem Westen. Durch den Vormarsch des Internets ist es zwar großteils gar nicht mehr möglich, diese "Kulturinvasion" zurückzuschlagen. Doch bei der Mode liegt das etwas anders.

    Seit 26 Jahren versuchen die Mullahs nun schon, Iranerinnen vorzuschreiben, wie sie sich in der Öffentlichkeit zu zeigen haben: in bodenlangem wallenden Gewand, das Haar vor den Blicken fremder Männer unter einem Schal versteckt. Aber selbst Auspeitschen, Geld- und Haftstrafen halfen nichts. Alles erfolglos. Nun blasen die konservativen Kräfte mit Hilfe des staatlichen Fernsehens erneut zum Kampf. "Nicht beizeiten dagegen vorzugehen, würde die gesamte islamische Gesellschaft unseres Landes in Gefahr bringen", wetterte ein führender Ayatollah, Mohammed Kaschani.

    "Vielleicht besiegt die Regierung ja eines Tages den Großen Satan (Bezeichnung Teherans für den Erzfeind USA)", meint Schahrokh M., ein Teheraner Ladenbesitzer. "Aber den Frauen können sie nicht vorschreiben, was sie anziehen sollen und was nicht."

    In den Städten spazieren modebewusste Iranerinnen meist im kurzen, engen Mantel durch die Straßen. Auch die Hosen lassen Bein sehen bis zur Wade. Unter dem lässig umgeworfenen Designer-Schal wird am Make-up nicht gespart. Angesichts dieses "Neuen Looks" warnte die Obrigkeit erst kürzlich Frauen davor, sich nicht "unanständig herauszuputzen wie Mannequins". Anschließend wurden Hunderte Frauen vorübergehend ins Gefängnis gesteckt, die Kontrollen in Einkaufszentren und öffentlichen Einrichtungen verschärft.

    Im Parlament haben die Konservativen Gesetzentwürfe eingebracht, um diese Welle einzudämmen. "Wir brauchen ein Bildungsprogramm, damit die Menschen zu ihren Wurzeln zurückfinden", meint ein Soziologe im Staatsfernsehen, das sich tagtäglich mit dem Thema beschäftigt.

    Als neueste Idee propagiert das konservative Establishment die Kreation einer "Landeskleidung". "Westliche Designer verdienen Millionen mit ihren Entwürfen. Ich würde bezweifeln, dass wir hier überhaupt Designer haben", meint Schneider Hamed aus Teheran. Seine Tätigkeit besteht vorwiegend darin, für wenig Geld Schnitte aus westlichen Modemagazinen zu kopieren. "Die Regierung baut riesige Einkaufszentren, verkauft die Läden dann zu astronomischen Preisen und erwartet, dass die Besitzer dann dieses Nationalgewand an die Leute bringen", sagt der Teheraner Ladeninhaber Homajun. "Aber man kann uns nicht verbieten das zu verkaufen, was die Leute haben wollen."

    "Natürlich sollten wir unsere nationalen Wurzeln achten", findet ein Jugendlicher. "Aber ich persönlich möchte eben aussehen wie David Beckham." (dpa)


    erschienen am 25. August 2004 im Hamburger Abendblatt
     
    #1
    Hermann, 26 August 2004
  2. Galatea
    Gast
    0
    Sich gegen die eigenen Gläubigen zu stellen ist der erste Schritt zum Untergang.
    Vielleicht erkennen das die religiösen Führer ja noch rechtzeitig, aber viel Hoffnung habe ich bei denen eigentlich nun wirklich nicht mehr.
     
    #2
    Galatea, 27 August 2004
  3. CortenDallas
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    Verheiratet
    Wenn es Allah doch befiehlt.
    Und außerdem ist der Islam eine friedlichen Religion.
    Und eine sehr tollerante noch dazu.
     
    #3
    CortenDallas, 28 August 2004
  4. Galatea
    Gast
    0
    Das Christentum ist auch eine sehr friedliche und tolerante Religion.
    Aber frag da mal den Ku-Klux-Clan.

    Ausnahmen schließt die Regel leider mit ein.
     
    #4
    Galatea, 28 August 2004
  5. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    hm ne Freundin von mir kommt aus Teheran und verbringt jetzt den Sommer bei Verwanten dort, ansonsten lebt sie in Wien.

    Und wie die normalerweise rumläuft ist auch nicht mehr normal *g* "bisschen" freizügig halt, oft kurze Röcke und gewagte Oberteile, selbst für mich ist das schon sehr auffallend.

    Aber ich muss sagen, dieses Land ist einfach krank. Jeder Schritt zur Unabhängigkeit, zur Demokratie und Zivilisation wird mit Füßen getreten und sofort wieder zunichte gemacht.



    greetz, der Scheich
     
    #5
    Scheich Assis, 28 August 2004
  6. User 9402
    Meistens hier zu finden
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    63
    vergeben und glücklich
    Du hast die Ironie-Tags vergessen :link:
     
    #6
    User 9402, 28 August 2004
  7. Marla
    Marla (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    1
    nicht angegeben
    Ich find das heftig. Die Frauen sehen doch, wie luftig andere rumlaufen. Im Sommer ist es extrem heiß. Ich finde die vorgeschriebene kleidung fast menschenverachtend
     
    #7
    Marla, 28 August 2004
  8. m@fju
    m@fju (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    also, passt auf, was ihr anzieht, mädels. solche kleider sind böse!ja richtig gehört, BÖSE!
     
    #8
    m@fju, 30 August 2004
  9. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    51
    vergeben und glücklich
    sagst du so einfach..

    Die Freundin von mir hat erzählt (die von oben), sie ist aufgehalten worden und hätte Gefägnisstrafe, Hiebe und eine Geldstrafe bekommen, weil sie eine zu kurze Hose und zu enge Sachen anhatte :geknickt:

    Nachdem sie geheult hat und sich nicht mehr eingekriegt hat, hatten sie anscheinend Mitleid und sie musste nur ein Schuldbekennen unterschreiben.

    Dieses Land suckt!


    greetz, der Scheich
     
    #9
    Scheich Assis, 8 September 2004
  10. NenNetter
    NenNetter (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Single
    Das darfst du nicht einfach so pauschal sagen. Es ist ein ganz anderer Kulturkreis den man ebenso respektieren muss wie die westliche Lebensweise. Ein arabisches Land ist eben nicht mit einem europäischen und die widerum nicht mit einem asiatischen Land zu vergleichen. Verschiedene Religionen, verschiedene Weltanschauungen.

    Und wenn deine Freundin festgenommen wird ist sie meiner Meinung nach selber schuld weil sie die Rechte und Kultur somit nicht achtet. Die Frauen im Land selber, also die iranischen Frauen sind dazu nur berechtigt eine Revolution der Gleichberechtigung durchzuführen. Alles andere ist Einmischung in innere Angelegenheiten.

    Wir lassen uns auch nicht von den USA vorschreiben die Türkei in die EU aufzunehmen. Das ist eine innere Angelegenheit!
     
    #10
    NenNetter, 8 September 2004
  11. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich

    sie ist geborene Iranerin und hat in ihrem Heimatland Urlaub gemacht. Na, Klingelts? Wenn man sich mal das Land anschaut, dann wird einem schlecht!

    Was soll man da respektieren? :angryfire
    Dass Frauen ausgepeitscht werden sollen und ins Gefängnis kommen weil sie Hosen tragen die nicht bis zu den Zehen reichen?? (es war eine 3/4 Hose)
    Dass Jugendliche gehängt werden weil sie vor der Ehe Sex hatten?
    Dass Frauen unterdrückt werden und die Menschenrechte dort mit Füßen getreten werden?
    Dass Frauen angespuckt und beschimpft werden wenn sie ihr Kopftuch nicht tragen? (ist ihr auch passiert)
    Dass dort sogar Leute öffentlich gesteinigt werden?


    Dieses Land trägt den Titel "Demokratische Republik" und wieso hat man dann nichts als Faschisten dort?

    Weißt du eigentlich wie satt es die Jugend dort hat? Ich kann es mir vorstellen! Du dir auch? Vor Jahren gab es einen Aufstand von Studenten, weil sie sich das nicht länger bieten lassen wollten...die die heut nicht im Gefängnis sitzen sind tot weil man sie vom Dach des Studentenheims geschmissen hat.

    Glaub mir ich sag das nicht pauschal...wenn du dir mal ein Bild machst dann kannst du es vielleicht verstehen.


    greetz, der Scheich
     
    #11
    Scheich Assis, 9 September 2004
  12. Hermann
    Gast
    0
    @ NenNetter

    Auf dem ersten oberflächlichen, naiven Blick magst Du recht haben. Möchtest Du dieser Kultur aber weiterhin Deinen Respekt zollen, wenn Menschen im Namen dieser "Kultur" und Sitte gefangengenommen, gefoltert und umgebracht werden?


    Aus dieser Aussage spricht entweder grenzenlose Naivität oder kalter Zynismus.

    Sitten und Gebräuche kennt jedes Land. Wie bei Verletzung dieser mit den Menschen umgegangen wird, spiegelt das Menschenbild eines Landes wider. Drakonische Strafen bei Verletzung der Kleiderordnung atmen jedenfalls nicht den Geist der Freiheit.


    Die Aufnahme der Türkei in die EU hat nicht direkt etwas mit Menschenrechten zu tun (sie könnte vielleicht helfen, die Situation in der Türkei zu verbessern).


    Richtig. Keiner soll dem anderen seine Lebensweise aufzwingen oder als die alleinglückseligmachende verkaufen. Wenn ich aber sehe, wie Menschenrechte mit Füßen getreten werden, heißt das dann, daß ich wegschauen, zuschauen oder schweigen soll? Haben wir Deutschen uns alleine von den Nazis befreien können?

    Wenn Menschenrechte verletzt werden, haben einem die grausamen inneren Angelegenheiten eines Landes nicht gleichgültig zu sein. Es sollte sich jeder seiner Möglichkeiten besinnen, um moralische oder tatkräftige Unterstützung und Hilfe leisten zu können.



    Ein weiterer Bericht aus der iranischen Praxis:

    Doch auf Assals Rücken sind die Striemen noch nicht verheilt. Vor einigen Wochen hatte die 19-Jährige 74 Schläge mit der geflochtenen Lederpeitsche erhalten, im Keller des Teheraner Sittengerichts an der Bukarest-Straße. Als der Schmerz nicht mehr auszuhalten war, bat sie um Gnade. Der Richter aber wies seine Helfer an, das Mädchen noch fester auf das Gitter des Eisenbetts zu pressen, und die Frau, die die Peitschenhiebe ausführte, forderte er auf, die Strafe zügig zu vollstrecken.

    Freiwillige Religionswächter des Regimes, bärtige Bassidsch-Milizen, hatten wieder einmal eine der verbotenen Partys in Teheran gestürmt, die Haustür eingetreten und die Gäste aufs nächste Polizeirevier geschleppt, darunter auch Assal. Ihr Vergehen: "unsittliche Beziehungen", Kontakte mit jungen Männern, die nicht zu ihrer Familie gehören.

    Als Assal das Gericht verließ, war die Haut von den Schulterblättern bis zu den Waden aufgeplatzt, das Blut sickerte durch die engen Jeans und ihr schwarzes T-Shirt.


    Quelle: Der Spiegel
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,308160,00.html


    War das die fundamentalistische Auslegung und Umsetzung von Koransure 24:3?

    24:3 Weib und Mann, die des Ehebruchs schuldig sind, geißelt beide mit einhundert Streichen. Und laßt nicht Mitleid mit den beiden euch überwältigen vor dem Gesetze Allahs, so ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Strafe beiwohnen.


    Dem Mädchen werden wiederum "unsittliche Beziehungen" vorgeworfen. Das ist eine Umkehrung der Verhältnisse. Verhalten sich nicht die freiwilligen Religionswächter, Richter, Henker, Folterer und andere menschenverachtenden Köpfe und Handwerker des Regimes "unsittlich" (, was noch eine viel zu harmlose Umschreibung ihres Verhaltens ist)?
     
    #12
    Hermann, 9 September 2004
  13. NenNetter
    NenNetter (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Single
    Als Antwort zu dem Artikel von Hermann und Scheich Assis

    Ob ich es gut finde oder nicht ist eine andere Sache.

    Ich bin selber für Demokratie und Völkerverständigung. Nur darf man sich selber in solche Dinge nicht einmischen. Menschen die Revolutionen durchführen um ein Land zu demokratisieren zollen meinen Respekt. Menschen die aus Überzeugung auf die Straßen gehen und weder Tod noch Folter fürchten um Dinge zum besseren zu verändern sollten Vorbilder für jedermann sein.

    Abgesehen davon vergesst ihr das es in den 80er Jahren die Studenten waren, die im Iran die Mullahs erst an die Macht brachten.

    Wie stellt ihr euch denn Demokratisierung vor? Ein Krieg wie im Irak führen und dann hoffen aus einem diktarorischem oder autöritären Staat eine Demokratie des Verständnisses und der Toleranz zu schaffen? Das glaubt ihr doch selbst nicht!

    Freiheit und freie Meinungsäußerung gehört verteidigt selbst wenn die freien Mitbürger für eine Abschaffung der freien Meinungsäußerung sind.

    Man darf natürlich Kritik gegenüber anderen Ländern üben und einen geringen Druck ausüben, es jedoch auf einen Krieg hinauslaufen zu lassen ist die Sache meist nicht wert.
     
    #13
    NenNetter, 18 September 2004

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