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"Irgendetwas fehlt" - Wo ist der Sinn?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von audiophil, 3 Mai 2006.

  1. audiophil
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Morgen Truppe,

    auch ich will mal den Kummerkasten füllen. :zwinker:

    Zuerst einmal die Situationsbeschreibung:

    Im Grunde läuft in meinem Leben alles so ziemlich rund im Moment. Ich habe nen gutbezahlten Job, habe kompetente und nette Kollegen und Mitarbeiter und Vorgesetzte, die man zumindest ertragen kann. Vor zwei Wochen wurde mein Vertrag auf den Status "unbefristet" gesetzt, also muss ich mir erst einmal keine Sorgen um meine Zukunft machen.
    Das war, um ehrlich zu sein, jahrelang eine meiner größten Sorgen. :schuechte

    Die Kehrseite ist, dass 70 Stunden Wochen normal geworden sind und dadurch mein bisher eh ziemlich unrelevantes Privatleben nun irgendwie zwischen Null und Zero anzusiedeln ist. Ab Mitte des Jahres kommt noch ein Abendstudium dazu, dann ist die Zeit komplett verbraucht.


    So, nun zu dem Problem:

    Seit einiger Zeit frage ich mich, wozu ich mir das alles eigentlich antue und wo der Sinn in dieser Art von Leben eigentlich liegt.
    Es ist ein bisschen schwer zu erklären, aber trotzdem versuche ich es mal:

    Mir ist, bei nem Spaziergang in der Mittagspause, mal aufgefallen, dass dieses Herjagen hinter dem allmächtigen Dollar im Grunde komplett unrelevant ist, wenn man sich anschaut, was in manchen Teilen der Erde so abläuft. Und das die Arbeit, die ich mache, nun einmal keinen Wert hat, außer die Geldsäcke von meinen Chefs noch mehr zu füllen. :ratlos:
    Ich schaffe (im Sinne von kreieren) nichts und ich helfe niemandem.

    Wenn man sich überlegt, dass es Leute gibt, die für einen Hungerlohn nach Afrika fliegen und dort Kindern, die im eigenen Dreck verrecken, helfen und dafür ihr Leben einsetzen, ist es doch ein bisschen lächerlich, wenn sich selber darüber aufregt, dass der Chef wieder sooooo böse zu einem war. Am Ende des Monats bekommt man eine hohe Entschädigung für solche Allüren.

    Irgendwie kann es doch nicht alles sein, dreißig, vierzig Jahre nur nach Macht und Geld zu streben. Genau da stellt sich nun nämlich die, im Threadtitee formulierte, Frage: Wo ist der Sinn?

    Nicht falsch verstehen, ich bin und bleibe ein eingefleischter Kapitalist, aber es muss doch noch einen zweiten Weg geben, den man gleichzeitig fahren kann.

    Ich bezweifele irgendwie, dass man auf seinem Totenbett auf ein erfülltes Leben zurückblicken kann, wenn man zwar Asche auf dem Konto, aber nichts Bleibendes geschaffen hat.
    Dabei geht es weniger um "Ruhm", sondern mehr darum, dass man der Verantwortung gegenüber den armen Menschen und der Natur gerecht wird.
    (Das hört sich jetzt ein wenig bescheuerter an, als es gemeint ist :grin: )

    Um auf das Kernproblem zurückzukommen:
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mich sozial engagieren sollte, anstatt meine gesamte Zeit nur auf das Kohlescheffeln zu verwenden.
    Merkwürdig ist nur, dass mich so etwas in den letzten Jahren eigentlich nen feuchten Scheiß interessiert hat. Dieser, relativ, plötzliche Wandel ist merkwürdig und eigentlich auch untypisch für mich.

    Resultierend daraus stellen sich nun folgende Frage:

    Gibt es noch mehr, die irgendwann einmal so einen plötzliches Gefühl von Leere hatten und eine Art "schlechtes Gewissen"?
    Was habt ihr dagegen unternommen?

    So, dann haut mal in die Tasten und teilt euch mit.

    Gruß,
    A
     
    #1
    audiophil, 3 Mai 2006
  2. BAndiTo
    BAndiTo (38)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    Single
    ...

    Finde es schon einmal gut das dich diese erkenntnis mitlerweile ereicht hat und du beginnst dein leben kritisch zu ueberdenken auch seine ausrichtung auf das geld verdienen .

    die grundlegende frage ,welche du dir stellst , ist einfach bin ich gluecklich so wie ich lebe . ich denke du hast dir diese frage schon irgendwo beantwortet ,zumindest geht das aus deinem text hervor .

    dein gedanke an soziales helfen ist zwar net aber irgend wie habe ich auch das gefuehl das du damit nur irgend wie dich beruhigen willst . wichtiger ist das du dein leben solebst das du gerne zurueckdenkst moeglichst viel erlebst und erfahrungen sammelst den am ende hinter laesst du nur soviel von dir wie als vorbild oder als eindrucksvoller mensch du deiner umgebebung gezeigt hast vieleicht auch einfach dadurch das du ein volles erfuelltes leben gefuehrt hast und eben nicht nur dem geld hinterhergerannt bist .


    bandit
    hust ^^
     
    #2
    BAndiTo, 3 Mai 2006
  3. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
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    657
    nicht angegeben
    Hm, also ich kann Dich schon verstehen. man lebt tagein, tagaus den gleichen Ablauf, man hat nen guten Job und ist dennoch nicht zufrieden. Ist bei mir auch öfters so. Man glaubt, nur zu leben, um Kohle zu machen und um zu arbeiten. Ich arbeite in der IT-Branche und mache dies und jenes, wobei ich meistens schon im Voraus weiss, dass die Arbeit für die Katz ist, weil eh das ganze System wieder umstrukturiert wird.
    Klar, ich verdiene sehr gut, aber ist das alles im Leben? Für mich bedeutet Leben, dass man ein erfülltes Leben hat, d.h. dass man nicht nur in der Highspeed-Gesellschaft lebt und mitläuft, sondern auch für sich selbst was tut. Ich hätte gute Möglichkeiten gehabt, einen Beruf ausüben zu können, wo ich noch viel mehr verdienen würde, aber will ich das? Nein, meine Freizeit ist mir wichtiger, ebenso wie meine Familie. Ich lebe auch sehr bescheiden, habe kein Auto, keinen Highend-PC usw., weil ich das nicht will. Ich weiss auch sehr wohl, was in der dritten Welt abläuft, von daher kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, in Saus und Braus zu leben mit dem Gedanken, dass andere am Hungertuch nagen. Meine Frau stammt aus Afrika, und als ich selbst mal dort war, habe ich auch einiges gesehen - und das Ungewöhnliche ist: Auch wenn die Leute noch so arm sind, glaube ich, dass sie glücklicher sind als wir, weil sie einen täglichen Überlebenskampf leben und die kleinen Dinge zu schätzen wissen, die wir in unserer Wohlstandsgesellschaft gar nicht mehr wahrnehmen. Laut Aussage meiner Frau sind dort Dinge wie Suizidgedanken, Ritzen u.ä. Probleme unserer Wohlstandsgesellschaft! unbekannt - dort ist man eben in erster Linie damit beschäftigt, darauf zu achten, dass man am nächsten Tag noch was auf dem Mittagstisch hat bzw. einen 1-Cent-Job, dass man sich wenigstens noch eine Schale Reis leisten kann...
    Seitdem bin ich mit meinem Lebensstil noch bescheidener geworden, und ich werde sicherlich auch nicht bis 65 arbeiten. Mit 50 gehe ich in Rente und habe dann wenigstens Zeit, einige meiner Träume zu verwirklichen und vor allem mehr Zeit für meine Familie. Was bringt mir das, wenn ich nur fürn paar Hunderter noch soundso viele Jahre arbeiten muss für einen Job, der mir eh nicht so recht Spass macht? Ich würde auch lieber was machen, wo ich mich effektiv sozial dafür einsetzen könnte, dann hätte ich ein erfüllteres Berufsleben. Vor allem, wenn man anderen Leuten helfen kann, das gibt doch einem erst die Freude und Motivation. Ich habe auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, mal für ein paar Jahre nach Afrika zu gehen und dort was zu machen. Leider lässt meine Gesundheit das inzwischen nicht mehr zu. Eben weil ich zuviel für Haus und Job geackert hatte, hatte ich auch ein Stück meiner Gesundheit liegen lassen. Heute gehe ich es ruhiger an und bin mir bewusst, dass man arbeitet, um zu leben, und nicht umgekehrt.
    Ich finds gut, dass Du mal einige Dinge in Frage stellst, die meisten denken gar nicht erst daran und schwimmen einfach mit dem Strom mit.
     
    #3
    User 48403, 3 Mai 2006

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