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Ist meine Beziehung "schuld" an meinen Problemen?

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von Jan29, 9 Dezember 2008.

  1. Jan29
    Jan29 (37)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo!

    Habe mich hier spontan angemeldet, weil ich grade wieder in tiefer Depression stecke und nicht weiterweiss.
    Vielleicht findet sich ja jemand, der meine Geschichte neutral und ohne tieferen Einblick bewerten kann...Bitte verzeiht, wenn ich dafür kurz etwas ausholen muss.

    Mein Problem stellt sich Folgendermaßen dar:

    Ich habe meine jetzige Frau (27) vor 7 Jahren kennengelernt. Habe damals noch bei meiner Mutter gewohnt und hatte mit Frauen bis dato nicht wirklich was am Hut. Bin hin und wieder in die Disco gegangen, ist aber nie irgendwas 'entstanden', da ich, wiegesagt, keine Erfahrung mit Frauen hatte und extrem schüchtern war.

    Habe mich dann in kostenlosen Kontaktbörsen eingetragen und selber etwas rumgestöbert. Mehr als ein kurzes Treffen und vielleicht n Cocktail ist daraus dann nie geworden.

    Als ich dann zur Bundeswehr gezogen wurde, habe ich das nicht weiter verfolgt, allerdings habe ich dann eines Tages eine SMS erhalten, dass mir jemand aus der Kontaktbörse eine Nachricht geschrieben hat. Ich musste erstmal schalten um was es geht, da ich da bestimmt 3 Monate nicht mehr online war.
    Wie auch immer, habe mir dann das Profil des Mädels angesehen und ich geantwortet. Sie hatte zwar kein Bild von sich drinne, aber es klang tortzdem nett. Nach etlichem Hin- und Her haben wir uns dann getroffen, und da ich nicht wusste, wie sie aussieht, habe ich ihr erklärt, wie ich aussehe. Das hatte für mich natürlich den Vorteil, dass sie den ersten Schritt machen musste :smile:

    Wir haben uns also einen Treffpunkt vereinbart und als ich dann da war, hat sie mich angesprochen. Ich war unglaublich happy und konnte erstmal nix sagen, weil ich so unsicher war. Nach einer kurzen Zeit bin ich dann aber aufgetaut und wir haben uns wunderbar unterhalten und wollten gar nicht mehr auseinander.

    Die folgenden Tage haben wir uns ständig gesehen und kurze Zeit später (6 Wochen oder so), bin ich bei ihr eingezogen (Ihre Eltern haben ein großes Haus). Wir waren so verliebt, dass wir uns 8 Wochen, nchdem wir uns kennen gelernt haben, verlobt haben. Meine Mutter war ziemlich geschockt, aber egal...

    Während dieser Zeit ging es meiner jetzigen Frau nicht gut; sie hatte eine 'gewaltätige' Beziehung hinter sich und litt an schweren psychichen Problemen. Ich habe ihr so gut ich konnte geholfen und habe MICH dabei anscheinend vergessen, aber dazu gleich mehr. Nach unendlich schweren Zeiten hat sie dann eine Therapie gemacht und seitdem hat sie ihre Krise überwunden.
    Gerade zu der Zeit, wie es ihr besser ging, traten bei mir auf einmal psychische Probleme auf. Mein Hals war zu und ich konnte nichts mehr essen.
    Das trat zum erstenmal im Kreise meiner Familie auf, die zu dem Zeitpunkt nicht gut auf meine Frau zu sprechen war, da sowas wie psychische Probleme in unserer Familie einfach nicht sein können (Sowas gibt es bei uns nicht. Baff.) Hoffe, Ihr versteht das richtig. Meine Familie ist dort sehr rigoros und Gefühle sind fehl am Platze, geschweige denn, darüber zu reden.
    Naja, bin dann rausgelaufen, weil ich dachte, ich müsste mich übergeben, ist aber nach kurzer Zeit besser geworden und ich habe mir nix weiter dabei gedacht.
    Leider ist es dann beim nächsten Familienessen wieder so gekommen und da habe ich dann gesagt, ich muss der Sache auf den Grund gehen. Also erstmal Magenspiegelung und körperlich durchchecken, um sicherzugehen, dass ich nicht körperlich krank bin. War natürlich nix. Dann zum Erstgespräch bei einer verhaltenstherapeutischen Praxis. Dort ist einiges zu Tage gekommen, welches den Rahmen hier jetzt sprengen würde, unter anderem, dass ich eben Anpassungsschwierigkeiten hätte, da die Familie meiner Frau sehr offen und liebevoll ist und ich dies ja nun aus meiner Familie gar nicht kenne.
    Es wurde mir dann empfohlen, eine ambulante Therapie zu beginnen, was ich dann einige Zeit später auch tat. Dort habe ich eben viel über meine Situation und meine Gedanken geredet, und habe mich dann immer wieder dieser Essens-Situation gestellt, bis es, scheinbar, wie ich heute weiss, besser wurde.

    Wir haben dann 2005 geheiratet. Es war ihre Entscheidung; ich habe darüber nicht viel nachgedacht. Zu dem Zeitpunkt haben wir schon sehr wenig über unsere Gefühle miteinander gesprochen. Sie hat mir immer alles erzählt und ich habe immer gesagt, mir ginge es gut und das war's dann. Ich konnte und kann bis heute nicht über meine Gefühle sprechen.
    Ende 2006 hat es dann auf einmal heftig geknallt und ich konnte ca. 3 Wochen so gut wie nichts essen, weil ich nen dicken Klos im Hals hatte. Ich dachte erst, ok, kennen wir ja schon, geht wieder weg. Aber diesmal war es anders: Ich bin auf einmal aufgewacht und hatte panische Angst, dass ich meine Frau nicht liebe und das alles, was ich bislang gemacht habe, falsch war. Ich habe mit ihr darüber geredet und sie ist dann natürlich zusammengebrochen. Ich habe ihr das knallhart gesagt und gesagt, dass ich zurzeit keine Gefühle empfinde und völlig fertig bin. Das wurde dann so schlimm, dass ich ins Krankenhaus musste und Beruhigungstabletten bekommen habe, mit denen es dann langsam besser wurde.
    Mir ging es dann nach ca. 4 Wochen wieder besser und ich habe wieder nichts unternommen. Es lief genauso weiter wie vorher, obwohl wir uns vorgenommen haben, daran zu arbeiten.

    Und jetzt zum aktuellen Problem; es ist wieder soweit, vor ein paar Wochen ist unser Kind zur Welt gekommen und seitdem ist bei mir wieder Feierabend. Es fing mit dem Klos im Hals an und ca. 3 Wochen später kamen diese Gedanken ggü. meiner Frau wieder hinzu. Seitdem (ca. 4 Wochen) empfinde ich ihr ggü. nichts und weiss nicht, wie es weitergehen soll. Ich war bei vielen Therapeuten und bekomme mit Glück vielleicht einen Platz in einer Klinik. Ich hoffe, dort kann mir mal einer den Kopf gerade rücken, sodass ich endlich weiß, was ich will.
    Meine Frau ist ziemlich am Ende und ich denke oft, ich kann nicht mehr und gehe, tue es dann aber doch nicht. Zumal das jetzt mit unserem Kind natürlich eine zusätzliche Anstrengung ist.

    Ich weiß, dass diese Geschichte zu komplex ist, um sie in allen Facetten wiederzugeben, aber vielleicht kennt jemand so eine Situation? Ich frage mich einfach, ob ich sie wirklich nicht (mehr) liebe, ob ich alles falsch gemacht habe oder ob unsere Liebe nur verschüttet ist...und am schlimmsten: Vielleicht bin ich mir sicher, dass ich sie nicht (mehr) liebe und will es nur nicht wahrhaben.

    Vielen Dank für's Lesen.

    Jan
     
    #1
    Jan29, 9 Dezember 2008
  2. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher
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    Verlobt
    Oh Mann... So ein schöner emotionaler Beitrag gerade von mir, und jetzt ist meine Lieblingsratte von meiner Schulter über die Tastatur gelaufen und hat einfach alles gelöscht! Doofe Tictacmaus! Grummel!

    Ich fasse es mal kürzer zusammen.

    Nein, nach dem, was du da schreibst, klingt es für mich nicht so, als ob deine Beziehung schuld ist. Nein.

    Ich habe das Gefühl, die Ursache deiner Probleme liegt in der Vergangenheit - weswegen in deinem Fall vielleicht eine Tiefenanalyse angebrachter wäre. Oder eben vor allem auch eine Paarberatung zur Ergänzung der Analyse!

    Ich denke, es würde dir helfen, in einer Analyse erst mal langsam zu lernen, über Gefühle zu reden - denn in dir sind viele Gefühle, nur hast du zwischen dir und diesen GEfühlen aufgrund deiner Kindheit eine Mauer gebaut. Die Analyse kann dir helfne, diese Mauer Stück für STück abzubauen.

    Gleichzeitig (!") würde ich dir raten, mit deiner Frau zu einer Beratungsstelle für Beziehungsberatung zu gehen! Ihr zuerst einmal davon zu erzählen, wie schwer es dir fällt, über Gefühle zu reden, dass du das Gefühl hast, dass da hinter dieser Mauer einiges schlummert - und dass du dir jetzt ihre Unterstützung wünscht!

    Denn so eine Therapie schlaucht ganz ungeheuer, und da wirst du vielleicht ihre Unterstützung brauchen! Und wenn du das Glück mit deiner Familie willst - und davon gehe ich aus - dann musst du diesen Kampf kämpfen! Und es wird der härteste Kampf überhaupt werden!

    Hallo? Die Beschwerden sind früher bei Familienessen aufgetaucht - d.h. die Ursachen liegen irgendwo in der Vergangenheit mit deiner Herkunftsfamilie. Jetzt hast du mit deiner Frau ein Kind. Das heißt was?

    Genau: Ihr seid jetzt eine richtige Familie.

    Zack, kriegst du Angst, Symptome, und willst alles so weit wie nur irgendwie möglich von dir fortschieben! Hilfe, eine Familie! Bloß weg! Bloß weg! Bloß keine Liebe mehr!


    ***


    Ganz ehrlich: Meiner Meinung nach ist deine Herkunftsfamilie "schuld" - nicht deine jetzige! Deine Frau und dein Kind verdienen, dass du um sie und euer Glück kämpfst! Gegen die Mauer, die dich von deiner Fähigkeit zu fühlen abtrennt!
     
    #2
    Shiny Flame, 9 Dezember 2008
  3. GreenGoblin
    Benutzer gesperrt
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    nicht angegeben
    Deinem Eintrag nach zu urteilen, scheinst Du ein ernstes Problem zu haben. Ich zögere daher, Dir einen vermeintlich hilfreichen Rat zu geben, da ich als echter Laie gut und gerne eher Schaden anrichte, als Dir zu helfen.

    Einen Punkt möchte ich trotzdem ansprechen. Du bist sehr streng mit Dir. Dazu sehe ich keinen Grund: Du kämpfst schließlich tapfer gegen Deine Probleme an. Dabei wünsche ich Dir weiterhin viel Kraft und Erfolg.
     
    #3
    GreenGoblin, 9 Dezember 2008
  4. Jan29
    Jan29 (37)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Hallo!

    Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, um meine Geschichte zu lesen und darauf zu antworten!

    Ich habe es leider nicht eher geschafft, zu schreiben, da wieder so vieles dazwischen gekommen ist.

    Es ist im moment so, dass ich ein Antidepressivum bekommen habe, um diese ganz schlimmen Phasen zu 'überleben', allerdings wirkt das bislang noch nicht (nehme es seit ca. 3 Wochen). Zusätzlich habe ich mir 'ne richtig schöne Erkältung eingefangen und bin nur am rumrotzen und "im-Bett-liegen".

    Ich hatte letzte Woche einen Termin in einer Klinik und habe dort mit dem Therapeuten gesprochen und ihm meine Geschichte erzählt. Für alle Details war leider keine Zeit, aber ich habe jetzt erfahren, dass ich voraussichtlich im Februar einen Platz in der Tagesklink bekommen werde. Als er mich nach meinen Zielen für diese Therapie fragte, habe ich geantwortet: "Ich möchte endlich meine Gefühle verstehen und meinen Platz im Leben finden"
    Er sagte, dass das sehr schmerzhaft werden kann, da sich viele Menschen über ihre Gefühle nicht im Klaren seien oder sie verdrängen und nur das tun, was man von ihnen erwartet oder meinen, es würde von ihnen erwartet.

    Ich habe auch etwas Angst davor! Denn was wäre, wenn dabei herauskommt, dass das, was ich bislang getan habe, falsch gewesen ist. Ich weiß, es gibt kein richtig oder falsch. Die Realität ist nun mal, wie sie ist. Aber dennoch bereitet mir dieser Gedanke panische Angst.
    Es ist so, dass ich gegenüber meiner Frau und meinem Kind derzeit wirklich nichts empfinde. Allerdings ist das auch ggü. jedem anderen Menschen so.
    Und wenn ich weiter darüber nachdenke, dann fällt mir auf, dass das noch nie so war, bis auf die Verliebtheitsphase vielleicht, aber selbst das zweifle ich an.
    Ich neige sogar dazu zu sagen, dass ich gar nicht weiß, wie sich Liebe anfühlt oder wie man sie empfindet. Andere, die mich von außen sehen, u.a. auch meine Frau sagen, so wie ich mit meinem Kind oder ihr umgehe, wenn es mir "gut" geht, kann es gar nicht sein, dass das keine Liebe ist. Es ist z.B. so, dass ich mein Kind mitunter ganz doll abknutsche und knuddel, aber ich empfinde nichts dabei; ich mach es einfach. Ist das noch normal???
    Ich habe das auch an dem Verhältnis zu meiner Mutter und zu meinen Schwiegereltern beobachtet. Wie ich schon geschrieben habe, sind meine Schwiegereltern sehr offen und warmherzig und reden über alles, meine Mutter dagegen ist sehr verschlossen. Naja, wenn ich bei meiner Mutter bin, fühle ich micht nicht gut, denn dort herrscht ein Klima, mit dem ich nicht (mehr) klarkomme. Dort muss alles funktionieren und Probleme bzw. Gefühle sollte man doch lieber für sich behalten. Anders bei meinen Schwiegereltern. Dort fühle ich mich wirklich sauwohl, denn ich kann mit denen wirklich jeden Sche*ß machen und Sprüche bringen, für die ich bei meinen Großeltern oder meiner Mutter nur Unverständnis oder ggf. auch eine "eingefangen" hätte. Ich kann definitiv sagen, dass mein Schwiegervater sowas wie man Vater ist, den ich nie hatte. Mit ihm kann ich alles bereden und auch sehr viel unternehmen, egal, worum es geht.

    Aber zurück zu meinen Gefühlen ggü. anderen Menschen: Kann es sein, dass man sowas nicht fühlt oder nicht gelernt hat??? Ich weiß sicher, dass ich mich wohl fühle im Kreise meiner Schwiegereltern und nicht so wohl, wenn ich bei meiner Mutter bin. Aber ich kann nicht sagen, welche Gefühle ich bei denen oder bei ihr habe. Und so ist es eben auch bei meiner Familie. Ich suche meine Gefühle und finde sie nicht und das macht mich wahnsinnig.
    Ich habe augenscheinlich alles, was man zum glücklichsein braucht, eine tolle, verständnisvolle Frau, die IMMER zu mir hält, ein super süßes Baby, was einfach unglaublich ist, dass es so etwas Schönes geben kann und eine Unterstützung aus ihrer Familie, die es wohl selten gibt. Und dennoch, ich bin todunglücklich.

    Vielleicht hängt es auch an einer ganz anderen Ecke, aber das habe ich noch nicht 'rausgefunden:

    Wie ich schon schrieb, hatte sie eine recht gewalttätige Beziehung hinter sich, die auch sexuell nicht gerade schön für sie war. Hinzu kam, dass sie ja damals unter einer, evtl. auch dadurch mit verursachten, sozialen Phobie litt, die es ihr nicht ermöglichten, z.B. ein Vorstellungsgespräch zu führen oder zur Post zu gehen.
    Ich habe sie eben in diesem Zustand kennengelernt und da ich 'anscheinend' hoffnungslos verliebt war, ALLES dafür getan, dass es ihr besser geht. Ich war manchmal davor, zu sagen, es geht nicht mehr und ich gehe, aber als sie mich so angefleht hat, zu bleiben, habe ich es nicht getan... vielleicht aus Mitleid???
    Wiegesagt, nachdem es ihr etwas besser ging, fing das bei mir mit den Ess-Problemen an.
    Und auch sexuell war es am Anfang sehr aufregend, weil ich bis dato keine Erfahrung hatte, aber irgendwann flachte das rapide ab und ich habe mich lieber selbst befriedigt (mit Bildern aus dem Web), als mit ihr zu schlafen. Und das war vor ca. 6 Jahren! Seitdem mache ich das immer noch und schaue auch gern mal anderen Frauen hinterher.
    Daher begründet sich meine Angst, dass ich schon vor 6 Jahren meine Beziehung beendet habe, aber ihr zuliebe noch dageblieben bin, weil ich ihr nicht wehtun wollte. Ich habe gedacht, ich komme damit klar und wenn wir Sex haben, ist es ja auch immer sehr schön, aber irgendwie habe ich jetzt eben diese Angst, dass ich schon damals hätte Schluss machen sollen, weil irgendwas nicht stimmte. Wir haben natürlich nie darüber geredet, da ich immer gesagt habe, es sei alles in Ordnung. War es ja für mich vielleicht auch, ich habe es entweder einfach nicht gemerkt oder nicht wahrhaben wollen...
    Und leider ist das eben bis heute so, aber warum??? Kann es sein, dass ich mich seit 6 Jahren selber belüge? Meine Frau sagt, sie fühle sich bei mir geborgen und in liebevollen Händen, aber schützt sie sich vielleicht nur selber, weil sie es nicht wahrhaben will?

    Ich mache jetzt erstmal Schluss für heute, bin am Ende und meine Rübe tut weh...

    Liebe Grüße,
    Jan
     
    #4
    Jan29, 14 Dezember 2008
  5. Levana
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    GAnz kurz gesagt, finde ich es klasse, dass du dir Hilfe holst! DAS ist ein Schritt in die richtige (?) Richtung!

    Ich habe mich in deinem Beitrag wieder erkannt. Als deine Ehefrau. Der Unterschied zu mir und meiner Ehe liegt darin, dass mein Mann morgens aufgewacht ist, gemerkt hat, dass was nicht stimmt und die Ehe beendet hat, einfach so. Er habe keine Gefühle für mich und andere, Arbeit ist scheiß, will kündigen, genau so hat er mir das gesagt... BEratung, psychische Hilfe? Neee, bräuchte er nicht.. tagelang war er weg nach der Trennung, unauffindbar .. Ich bin zum Therapueten gefahren, ihm alles erklärt, dieser Mann hat ernsthalfte Probleme mit sich, er müsse sich unbedingt helfen lassen und er wäre mitten im Burnnout ... BEratung, psychische Hilfe? Neee, bräuchte er nicht.Die Ehe hätte ihn kaputt gemacht, GLAUBE er ... in 4 Wochen ist unser Scheidungstermin .. Egal, das ist meine GEschichte ..

    Warte erstmal ab, ich finde gut, dass du deiner Frau die "Wahrheit" gesagt hast! Jeder verdient es zu wissen, woran er ist. Das Problem bei dir ist, dass du weißt, dass irgendwas nicht stimmt und du solltest dir erstmal helfen lassen. DANN merkst, ob die BEziehung dir schadet und beendest diese. Niemand verlangt, dass du mit jemanden zusammen bist, ohne dass du diese Person liebst und diese dir auch noch schadet .. Ich finds sooo toll, dass du dir helfen lassen möchtest ...

    Viel Erfolg!
     
    #5
    Levana, 14 Dezember 2008
  6. Jan29
    Jan29 (37)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Hallo Levana,

    ganz lieben Dank für Deinen Beitrag!

    Ich finde es auch ziemlich traurig, wenn jemand nicht bereit ist, für eine Sache zu kämpfen, denn es war ja 'was' zwischen Euch und das kann nicht auf einmal weg sein. Ich glaube, es gibt immer einen Weg, der für beide akzeptabel ist und die Trennung kommt für mich wirklich an allerletzter Stelle. Und selbst wenn es so kommen sollte, "sollte es eben so sein, weil es besser ist". Was ich damit sagen will, ist, dass es sich immer lohnt, einen steinigen Weg zu gehen, auch wenn ein anderer vermeintlich einfacher erscheint.
    Am Ende ist man reicher, und wenn es nur Erfahrungen sind, denen man zuteil wurde, die einen berührt haben und fortan immer in Erinnerung bleiben!
    Alles hat seine guten Seiten, auch die schlechte!

    ...

    Was mich eben rasend macht, ist diese Ungewissheit. Meine Frau nimmt das natürlich auch extrem mit und sie beginnt, sich eine emotionale Mauer zu bauen, was völlig verständlich ist, aber eben auch zusätzlich schmerzt.

    Ich war damals so glücklich, als ich sie kennen gelernt habe und bin dann ja auch hals-über-kopf zu ihr gezogen. Und nun sind eben meine starken Zweifel da: Suchte ich nur Nähe und Wärme zu irgendjemandem oder war ich wirklich verliebt.

    Meine Frau sagt, ich bin nicht ehrlich zu mir, denn tief in meinem Innersten steckt die Wahrheit, so vermeintlich schlimm oder gut sie auch sein mag. Und wenn sie schlimm sei, wolle ich es nicht wahrhaben, weil ich Angst vor dem Alleinsein und der Veränderung hätte und wenn sie gut sei, wolle ich es nicht wahrhaben, weil ich im moment keine Gefühle habe und mein Verstand sagt, alles wäre schlimm.

    Sche*ß Situation!

    Mein Schwiegervater hat mir gesagt, ich solle einmal all das, was mir nicht gefällt und das, was mir gefällt, aufschreiben. Das Problem ist nur, dass ich im moment nur alles Schlechte im Kopf habe, der Zettel also immer nur mit schlechten Sachen voll ist...

    Bis dann,
    Jan
     
    #6
    Jan29, 14 Dezember 2008
  7. BurberrySummer
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verlobt
    Auch ich kann nur sagen, dass ich es total klasse von dir finde, dass du für dich und deine Familie kämpfst..
    Ich wurde echt traurig, beim Lesen deines Threads..!
    Ich wünsche dir vom ganzen Herzen, dass du durch die Hilfe, die du in Anspruch nehmen wirst, wieder zu dir findest und weißt, was Gut und was Schlecht für dich ist.
    Auch deine Frau tut mir sehr leid. Das was sie durchlebt hat und was jetzt ihr Ehemann durchlebt...das will keine Frau durchmachen.
    Ich wünsche deshalb euch beiden eine wunderbare Zukunft und alles Gute.. auch dem Baby ein wunderschönes Leben.
     
    #7
    BurberrySummer, 14 Dezember 2008
  8. Jan29
    Jan29 (37)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Hallo!

    Mein Thread ist jetzt bald 6 Jahre alt, aber für mich aktueller denn je.

    Ich will nicht alles schreiben, was in den letzten 6 Jahren passiert ist, vielleicht nur das Nötigste. Vielmehr stecke ich nach wie vor in dieser Situation, die heute allerdings viel dramatischer ist als damals.

    Ich habe im Februar 2009 eine Therapie in einer Tagesklinik gemacht, um mir klarer über die ganze Sache zu werden. Nun, herausgekommen ist eine "narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung" verbunden mit einer depressiven Episode mittleren Grades.
    Zu dem Zeitpunkt war ich aber bereits wieder in der Lage, alle Gefühle/Gedanken in dieser Richtung erfolgreich zu unterdrücken, sodass ich wieder funktionierte. Ich konnte für meine Frau/Kind da sein, arbeiten gehen etc...

    Das ganze ging bis Ende 2012 so weiter, mit all den Zweifeln, die immer mal wieder, für einen kurzen Moment durch schienen. Als Ergänzung dazu noch, dass im April 2012 unsere zweite Tochter geboren wurde.
    Ende 2012 war ich dann auf einem Seminar wo ich am zweiten Tag zusammengebrochen bin und es abbrechen musste. Ich hatte Angstattacken, physische Ausfälle usw. und wollte nur noch nach Hause. Dort ging es mir ca. 2 Wochen besser, als dann (wieder) die Phase mit den Zweifeln anfing. Alles falsch, liebe meine Frau nicht, habe sie nie geliebt, endlich Schlussstrich ziehen. Aber selbst dieser Zustand hielt nur knapp 2 Wochen an, ausgesessen, viel geredet, auf einmal Gedanken wieder weg. Wieder arbeiten gegangen, alles (scheinbar) gut.

    Dann der endgültige Zusammenbruch Ende 2013. Dieser hält bis jetzt an, bin seit Januar arbeitsunfähig, war mehrmals für mehrere Wochen in stationärer Behandlung und der Zustand hält weiter an.
    Die Diagnose lautet: histrionische Persönlichkeitsstörung mit schwerer Depression.
    Leider konnte ich viele Hilfsangebote in den stationären Aufenthalten nicht annehmen...ich war dabei, habe alles mitgemacht, aber innerlich ging und geht es nur darum, dass ich meine Frau nicht liebe, es aber nicht verkrafte, mich von ihr zu trennen.
    Das löst bei mir Schuldgefühle aus, die man sich als Außenstehender nicht vorstellen kann. Und genau damit wird mein negatives Selbstwertgefühl weiter runtergezogen. Ich bin schlecht, ich bin nichts wert, ich bin nicht liebenswert etc...

    Ich denke heute, dass ich seit jeher mit meiner Frau zusammen bin, weil sie von Anfang an meine größten Bedürfnisse, die ich in der Kindheit nicht erfüllt bekommen habe, erfüllt, daher kann ich mich auch nicht trennen. Weil die Angst, diese Grundbedürfnisse nach Zuneigung, Wärme, Geborgenheit sonst nie mehr zu bekommen, größer sind, als alle andere Bedürfnisse.
    Wenn ich mit meiner Frau kuschle, genieße ich ihre Wärme, ihre Zuneigung, die Geborgenheit, es fühlt sich schön an, aber im selben Moment fühle ich mich schlecht, weil ich denke, dass ist unglaublich heuchlerisch und egoistisch, sich so zu verhalten.
    Das führte dazu, dass ich absolut nichts mehr mit meiner Frau machen will, ich habe darauf keine Lust, denn wenn ich sie nicht liebe, hat das doch eh alles keinen Zweck mehr. Ich behandle sie abwertend, als ob ich ihr die Schuld an all dem gebe. Ich beleidige sie, stoße sie weg...sie, die mir am nächsten ist! Das ist für mich völlig unerklärlich.
    Ich bin bereits mehrmals ganz, ganz kurz davor gewesen, auszuziehen, aber irgendwas hält mich hier, vmtl. die o.a. Bedürfnisbefriedigung.
    Aber wie schlimm ist das bloß? Ich will nicht glauben, dass ich so ein schlechter Mensch bin. Ich mache das nicht absichtlich, und meine Frau weiß das, deshalb hält sie immer noch zu mir. Sie ist so stark und sagt, sie wüßte genau, was los wäre und es würde alles gut werden. Wie kann sie so etwas sagen??? Sie belügt sich doch selbst.

    Ich habe jetzt mit letzter Kraft eine Körpertherapie angeleiert, um vielleicht auf nonverbaler Ebene noch etwas zu erreichen. Auch habe ich ein gemeinsames Therapeutengespräch mit meiner Mutter vereinbart, um dort mehr Klarheit zu erhalten. Immerhin hat meine Kindheit sehr viel mit meinem heutigen Verhalten zu tun, und genau das will und muss ich aufarbeiten und verstehen bzw. dann auch annehmen.

    Also, ich bin im Moment in einem Zustand von Wut, Trauer, Angst, Gleichgültigkeit, Verzweiflung.

    Viele Grüße
    Jan

    PS. Ich bin hier absichtlich nicht auf die beiden kleinen Kinder eingegangen, da das dann zuviel geworden wäre. Bislang konnten wir das alles noch sehr gut von ihnen fernhalten, aber die Große merkt, dass da was im Busch ist.
     
    #8
    Jan29, 22 August 2014

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