Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Jugendgewalt

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Linguist, 10 April 2008.

  1. Linguist
    Linguist (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    538
    103
    13
    vergeben und glücklich
    In letzer Zeit wird viel über Jugendgewalt diskutiert. Heute morgen im Frühstücksfernsehen wurde dann ein Video aus den USA gezeigt, in der fünf Mädchen auf ein hilfloses Mädchen einprügeln. Auch in Deutschland ist sowas keine Seltenheit, dass kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen. Viele Jugendliche schrecken nicht davor zurück ihre körperliche Überlegenheit auszunutzen und schwächere zu malträtieren.

    Ich frag mich immer: Wie kommt sowas zu Stande? Klar, sozial schwache Familien etc., aber kann das eine Ausrede sein? Nur weil ich in einer nicht so schönen Gegend aufgewachsen bin und meine Eltern vllt. arbeitslos sind dreh ich so durch? Ich würde nie auf die Idee kommen jemand anderes zu schlagen, selbst wenn derjenige mich auf's übelste beleidigt. Auch wenn Kinder von ihren Eltern nie eingebläut wurde, dass Gewalt keine Lösung ist, so müsste doch das Gesetz greifen. Wie kann ich jemanden schlagen, wenn darauf doch hohe Strafen stehen? Wenn Täter schon einkalkulieren können eh nicht erwischt zu werden, dann läuft hier irgendwas falsch. Ich bin froh, dass ich in einem relativ friedlichen Viertel aufgewachsen bin, aber wenn ich Freunde besuche, denk ich mir echt "Wie kann man sich nur so assozial verhalten?".

    Meint ihr das war früher genau so schlimm und wird nur durch die Medien aufgepusht?
     
    #1
    Linguist, 10 April 2008
  2. BeowulfOF
    BeowulfOF (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    314
    103
    11
    Single
    Hi,

    ich denke das wird durch die Medien endlich mal aufgearbeitet, bisher gab es da so eine Art Kodex sowas nicht in den Nachrichten zu erwähnen.

    Warum das so ist? Ich bin der festen Überzeugung, dass es die Natur ist, die uns immer wieder auf das Gesetz des stärken zurückgreifen lässt. Man sollte einfach nicht vergessen, dass wir in Strukturen leben, die wir uns selber ausgedacht haben.

    Wir versuchen unser Leben selbst zu restriktieren, damit wir nicht eine Gefahr für uns selber werden. Unsere Gesellschaft an sich ist ein utopisches Gebilde, welches die meisten versuchen zu erreichen, indem sie friedlich zusammenleben und sie an die gegebenen Regeln halten. Warum einige die Regeln nicht akzeptieren? Weil es keine Gleichberechtigung gibt, könnte ein Grund sein, das geht zurück auf Neid, das geht zurück auf den natürlichen Trieb, das eigene Leben möglichst erfolgreich zu verleben.

    Gewalt steckt in den Menschen drin.

    MFG BeowulfOF
     
    #2
    BeowulfOF, 10 April 2008
  3. spätzünder
    Benutzer gesperrt
    1.337
    0
    95
    Single
    Verfall und Krise der modernen, bürgerlichen Gesellschaft, die sich ja von Grund auf durch Gewalt auszeichnet.
    Man kann diese Gewalt nicht als Unterschichtenphänomen abtun. Dazu ist Jugendgewalt zu sehr global und schichtenübergreifend. Jugendgewalt kommt in verschiedenen Ausprägungen weltweit vor. In manchen Ländern und Regionen geht sie schon soweit, dass Jugendliche regelrechte bewaffnete Banden bilden (USA, Südamerika, Afrika, aber auch Deutschland).
    Ebensowenig speist sich Jugendgewalt vornehmlich aus armen Bevölkerungsschichten. Leute aus diesen Schichten scheinen oftmals sogar harmlos zu sein gegenüber jugendlichen Gewalttätern aus der Mittelschicht. So war der Amokläufer von Emstetten ein Kind aus gutem bürgerlichen Hause, und betrachtet man sich den globalen Terrorismus, so speist sich dieser auch eher aus einer Mittelschichts-Jugend.

    Ein wesentliches Merkmal, das eher zur Antwort auf das 'Warum?' führt, ist die Tatsache, dass der überwiegende Teil aller jugendlichen Gewalttäter männlich ist.
    Egal ob Schläger, Amokläufer, Selbstmordattentäter oder Terrorist - es sind zu 90% junge Männer zwischen 14 und 30.

    Ich habe bislang noch nie etwas von einer Bande 40- oder 50jähriger gehört, die andere Leute zusammenschlagen. Und dass Frauen, auch junge Mädels, sich in Banden zusammentun und wild um sich schlagen, kommt zwar immer häufiger vor, bleibt aber weit abgeschlagen hinter dem männlichen Bandenwesen zurück.

    Und ich glaube, dass die Erklärung für die überwältigende Zahl an jugendlichen, männlichen Gewalttätern in der modernen, androzentrischen Subjektivität liegt - genauer in einem Zerfall dieser männlichen Bürgerlichkeit.
    Wenn man männliche Frauenmörder oder jugendliche männliche Schläger nach ihrem Menschenbild befragt, hört man immer wieder, dass von 'Ehre' gefaselt wird, von Benachteiligung der Männer durch den Staat, davon, dass sich Frauen alles erlauben dürfen und das total scheisse ist.
    Ebenso zur Ideologie solcher jugendlichen Schläger gehören Homophobie und/oder Xenophobie in Form von Rassismus. Psychologisch gesehen sehen sich jugendliche Schläger als wertlosen Dreck an ('Mein Leben ist kaputt', 'Ich habe sonst nichts anderes außer Gewalt') und verkehren diese Wertlosigkeit in eine furienhafte Gewalttätigkeit, mit dem sie ihre Minderwertigkeitskomplexe zu überspielen suchen.

    Ich würde dieses Phänomen nicht mit einem mittelalterlichen Denken erklären, denn im Mittelalter gab es weder ein solches misanthropes Denken noch Verhalten.
    Man kann dieses Phänomen nur aus der modernen Gesellschaft selbst heraus erklären.
    Das ist natürlich nicht möglich, weil man die Moderne als Emanzipation der Menschheit schlechthin sieht. Typen mit Machogehabe und offener Frauenverachtung wird oftmals vorgehalten, sie würden noch wie im Mittelalter denken. Aber genau das ist falsch. Machos und jugendliche Schläger denken wie der moderne Mensch: sexistisch, schwulenfeindlich, gewalttätig, egozentrisch und emotional leer.
    Ich denke, es handelt sich hier um den ausgebrannten Typus 'moderner Mann', der Arbeitslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit, Leistungswahn und alle anderen modernen Krisenphänomene reaktionär verarbeitet, indem er sich an den Zerfall der bürgerlich-modernen Männlichkeit klammert wie an ein sinkendes Schiff. Und je weniger er in der Krisenmoderne noch gebraucht wird, desto gewalttätiger wird er und desto mehr schlägt er um sich. Das alles möchte der gefallene Mannsbürger natürlich möglichst medial inszenieren. Deswegen werden auch so viele Schlägereien mit Handy-Kamera aufgenommen. Man will solche Gewalttaten am Liebsten in ein Foto-Album kleben bzw. ins Internet stellen, damit alle Welt von der harten Männlichkeit geschockt (oder erfreut) ist. So versuchen diese jugendlichen Schläger, sich zu verewigen. Wenn sie sonst nichts können und keine Fähigkeiten mehr haben, die der Markt absorbieren kann - zusammenschlagen und morden können sie noch.

    Wenn dann doch mal junge Frauen gewalttätig werden, handelt es sich bei diesen Frauen im Grunde genommen nur um macho-isierte bzw. vermännlichte Frauen, die dieselben Ideologien vertreten und mit derselben Brutalität zuschlagen.
     
    #3
    spätzünder, 10 April 2008
  4. Linguist
    Linguist (26)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    538
    103
    13
    vergeben und glücklich
    Kannst du mir das näher erläutern?

    Ergo ist es also nicht relevant, welchen sozialen Hintergrund ein Jugendlicher hat? Also da will ich schon widersprechen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in meinem Umfeld niemand draufschlägt und es genau eine Rangelei auf meiner Schule gab, in 7 Jahren. Wenn ich mir dann den Bruder eines Freundes anschau, fall ich vom Glauben ab. Der fast wöchentlich mit nem Veilchen nach Hause und der besucht eine Hauptschule.

    Der Typ hatte aber ganz andere Motive. Ich will die Tat hier auf keinen Fall relativieren, aber er hatte "wenigstens" einen Grund. Die Jugendliche die ich im Kopf habe, sind Jugendliche die aus Spaß zuschlagen, ohne ersichtlichen Grund.
     
    #4
    Linguist, 10 April 2008
  5. BenNation
    BenNation (33)
    Meistens hier zu finden
    1.225
    133
    74
    vergeben und glücklich
    Das würde mich mal näher interessieren!

    Und dem kann ich nur zustimmen! Man kann die meisten Fälle wieder auf sowas wie den Darwinismus zurückführen. Wir müssen unsere Überlegenheit demonstrieren, um uns möglichst in der Gesellschaftsspitze zu etablieren. Ich denke, sowas wird vorallem in sozial schwachen Familien auftreten, da die Kinder solcher eher dazu neigen, auf eine Art "Urverhalten" zurückgreifen, um ihre soziale stellung durch körperliche Macht zu kompensieren. Das ist zumindest meine Theorie.
     
    #5
    BenNation, 10 April 2008
  6. BeowulfOF
    BeowulfOF (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    314
    103
    11
    Single
    In den Medien gibt und gab es viele Tabuthemen, das ist nichts neues.

    Stimmt aber schon, was hier geschrieben wurde, die Statistiken bestätigen das nicht.

    Auch meine Erfahrungen bestätigen das nicht, die häufigsten Gewaltpotentiale hab ich dort erlebt, wo verschiedene Schichte aufeinandertreffen. Und da Gewalt nicht einseitig ist, sondern meist ein Ergebnis von Fehlverhalten beider Parteien, möchte ich auch nicht den sozial schwächeren dieses andichten.


    MFG BeowulfOF
     
    #6
    BeowulfOF, 10 April 2008
  7. BenNation
    BenNation (33)
    Meistens hier zu finden
    1.225
    133
    74
    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast
    :smile:

    Vermutlich darf man das soziale Leben nur als einen von vielen Faktoren betrachten. Die allgmeine psychische Konstitution und andere Dinge müssen da schon einberechnet werden. Vermutlich sind es wirklich so viele andere Faktoren, dass Sachen wie Armut gar nicht mehr ins Gewicht fallen... war auch nur eine Theorie. Erziehung zB muss ja auch nichts mit der sozialen stellung der Familie zu tun haben, die können auch reiche Leute vergeigen.
     
    #7
    BenNation, 10 April 2008
  8. BeowulfOF
    BeowulfOF (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    314
    103
    11
    Single
    Kann man nicht, einfach, weil es psychisch sehr natürlich ist, Gewalttätig zu werden. In unserer Gesellschaft wird es nur anders deklariert, weil man versucht das utopische Ziel zu erhalten.

    Im Ideal ist unsere Gesellschaft frei von Gewalt. Und das ist definitiv widernatürlich.

    Eigentlich sind die Leute, welche angeblich keinerlei gewalttätige Ambitionen haben, die psychisch gestörten.

    MFG BeowulfOF
     
    #8
    BeowulfOF, 10 April 2008
  9. nuclear_slug
    Verbringt hier viel Zeit
    45
    91
    0
    nicht angegeben
    je dümmer einer ist, umso größer ist die chance an jemanden zu geraten, der größere geistige vorzüge blicken lässt und die ihn natürlich in den schatten stellen. diese überlegenheit und die eigene dadurch aufgedeckte dürftigkeit muss nun umgekehrt werden. nämlich durch grobheit und gewalt. der gröbste hat allemal recht und die grobheit besiegt jedes argument. wahrheit, kenntnis, verstand, geist etc. müssen einpacken und sind aus dem feld geschlagen. zumdem ist gewalt bei einer kontroverse, wo ein gegenargument fehlt, viel leichter zu finden und erfüllt den selben zweck.
     
    #9
    nuclear_slug, 10 April 2008
  10. BeowulfOF
    BeowulfOF (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    314
    103
    11
    Single
    Falsch, Worte sind schneller verbogen. Abgesehen davon ist das Problem wieder dort zu suchen, wo unterschiedliche Potentiale sind.

    Jemand der das Reden und Argumentieren gelernt hat, kann jemanden mit geringerem Kenntnisstand jedes Wort herumdrehen, und das fällt ihm leichter, als mit Gewalt dagegenzugehen.

    Ob der Wortverdreher dann ein besserer Mensch ist, als der Gewalttätige, dem die Worte verdreht wurden, ist dann immer noch ungeklärt - prinzipiell werden Gewalttäter dann aber von der Gesellschaft schlechter bewertet.

    MFG BeowulfOF

    PS: Deine Shift-Tasten könnten ein bisschen mehr Aufmerksamkeit gebrauchen.
     
    #10
    BeowulfOF, 10 April 2008
  11. nuclear_slug
    Verbringt hier viel Zeit
    45
    91
    0
    nicht angegeben
    warum sollte der, der sowieso überlegenheit im gespräch hat, mit gewalt daherkommen? ergibt keinen sinn. lies nochmal mein posting durch, um wen es mir überhaupt geht.
     
    #11
    nuclear_slug, 10 April 2008
  12. BeowulfOF
    BeowulfOF (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    314
    103
    11
    Single
    Hab ich, sonst hätte ich nicht drauf geantwortet. Du hast aber den Punkt verpasst, dass ich damit darauf hinweisen wollte, dass jeder versuchen wird, einen Konflikt auf die Weise zu lösen, mit der er dem Gegenüber überlegen ist. Für den einen sind das Worte, für den anderen Taten. Und das unterscheidet sich nicht nur von Person zu Person, sondern auch bei einer Person von Situation zu Situation.

    Es ergibt auch keinen Sinn, für den Rethorisch unterlegenen eine Diskussion weiterzuführen, wenn er mit Taten überlegen ist, wird er darauf ausweichen.

    MFG BeowulfOF

    PS: Deine Shift-Tasten sind die länglichen, meist in der zweiten Reihe von unten auf der Tastatur rechts und links von den normalen Zeichen.
     
    #12
    BeowulfOF, 10 April 2008
  13. nuclear_slug
    Verbringt hier viel Zeit
    45
    91
    0
    nicht angegeben
    nichts anderes sagte ich. :zwinker:

    guten tag.
     
    #13
    nuclear_slug, 10 April 2008
  14. mahalanobis
    Verbringt hier viel Zeit
    234
    101
    1
    vergeben und glücklich
    muss dass sein? nach wikipedia versteh ich das erste wort, nur im zusammenhang versteh ichs nicht. schreibs bitte nochmal mit den wörtern "Mann als Norm" und "voreingenommeheit". vielleicht ergibts dann sinn.

    wobei das eigentlich auch passt, denn wer solches geschwafel von sich gibt, trifft eher auf leute, dies nicht verstehen als auf leute, die es verstehen. ob dann ein schlagabtausch mit wörten oder mit fäusten geschieht, sei dahingestellt.

    @ thema
    grundsätzlich glaube ich den medien nur unter vorbehalt. das es so ein video gibt, ist die eine sache. eine andere ist, an dem gesellschaftlichem zusammenhalt zu rütteln. da fernsehen auf quote aus ist, bringen die lieber ein gewaltvideo, anstatt zu zeigen, wie junge leute rentnern über die strasse helfen.

    ich denke, das gewalt gegenüber augenscheinlich wehrlosen die einzige möglichkeit dieser männer ist, ihre angst, wut, stärke, was auch immer zu kanalisieren. sei es durch ausgrenzung (thema migrationshintergrund), schlechtere bildung, hierarchischer familienaufbau (papa hat immer recht) oder langeweile.

    ein anderer interessanter punkt hab ich vor kurzem bei spiegel online gelesen. da "hat sich eine Wohlfühl-Kuschel-Pädagogik eingeschlichen, die den kleinen Jungs gewaltig auf die Nerven geht...generelle Antigewalt-, Antikörperlichkeit-, Antimännlichkeitserziehung". weiterhin wird gesagt "wenn zwei Jungs im Kindergarten raufen, um die Hierarchie untereinander festzulegen, dann hat ein Pädagoge da nichts zu suchen. Jungs machen ihre Sozialisierungs-Erfahrungen anders."

    der letzte punkt finde ich durchaus nachvollziehbar. das ganze interview hier:
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,545037,00.html

    so, jetzt diskutiert weiter.
     
    #14
    mahalanobis, 10 April 2008
  15. BABY_TARZAN_90
    Sehr bekannt hier
    1.610
    198
    526
    Verliebt
    Ich stell mir grad den schmalschultrigen bleichgesichtigen Gazettenschreiber vor, der das in seine Tastatur geklöpfelt hat... :grin:

    Was Pädagogen heute mehr beschäftigen sollte, ist die Tatsache, dass immer wieder dieselben "Starken" auf dieselben "Schwachen" losgehen - wenn irgend möglich in Überzahl. Die Opfer sind ünrigens nicht selten rein zufällig ausgewählt, was die Theorie von der sozialen Notwendigkeit solcher Jugendgewalt schon gar nicht stützt.

    Das hat mit dem papierernen "Herstellen der Hierarchie" nichts mehr zu tun. Die romantisch verklärten Prügeleien unter Jungen sind passé.

    Das zeigt sich schon daran, dass die Unterlegenen heute einfach weiter zusammengeschlagen werden, bis zu schweren Körperverletzungen oder gar zum Tod.
     
    #15
    BABY_TARZAN_90, 10 April 2008
  16. User 64981
    User 64981 (29)
    Meistens hier zu finden
    566
    148
    244
    vergeben und glücklich
    Da darf ich ein Beispiel nennen, dass wir vor kurzem in unsere Studienfahrt "erlebt" haben.
    Wir waren bei einer Schwulenberatungsstelle, und wurden dort von dem Leiter aufgeklärt, dass die Münchner Zeitung NIEMALS über Schwulenfeindlichkeit berichtet, wenn im Homosexuellenviertel mal wieder jemand zusammengeschlagen wird. Ein Tabuthema, man weiß zwar, wenn die Straße genannt wird, wo es war, und dass es wohl wieder ein Angriff war, nur...das zu nennen, würde niemandem einfallen. Wäre der Homosexuelle ein Ausländer (er brachte das Beispiel "Jude"), dann wäre das wochenlang in der Zeitung.


    Ich würde die Gewalt der Jugendlichen mit folgenden Punkten begründen:

    1. "falsche" oder garkeine Erziehung
    2. persönliche Unzufriedenheit
    3. eine "natürliche Ader" des Menschen ansich
    4. Langeweile (das dümmste, aber leider wirklich vorhandene Argument)

    mehr fällt mir da aber auch nicht ein.
    Es ist eventuell auch ein Schichtenproblem - aber da würd ich mich nicht so festlegen. Ich mag diese Gesellschaftliche EInteilung in Schichten absolut nicht.
     
    #16
    User 64981, 10 April 2008
  17. simon1986
    simon1986 (30)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    6.537
    398
    2.015
    Verlobt
    5. Alkohol

    füge ich noch an.
     
    #17
    simon1986, 10 April 2008
  18. Witwe
    Witwe (35)
    Benutzer gesperrt
    1.979
    0
    3
    nicht angegeben
    Frühreife?
    Eltern werden immer jünger, und folgen lieber ihren eigenen Interessen (verständlich, denn sie haben ja auch noch nicht gelebt) und vergessen dabei ganz dezent ihre Erziehung. Ich glaube, das kann schon als Grund sehen. Die Kinder müssen selbstständiger handeln oder haben mittags, wenn sie heim kommen niemand, der auf sie wartet, bei den Hausaufgaben sitzt und scheinen in ihrem Alltag nicht mehr ausgelastet zu sein. Wieviele Jugendliche gehen überhaupt noch klassischen Hobbies nach? Zu meiner Zeit war noch so gut wie jeder Schüler mit einem Sport oder Instrument beschäftigt. Der Tag war gut durchplant.
    Langeweile ist sowieso ein ganz großes Problem. Neben Alkohol und Drogen. Wieviele Stunden am Tag spielen Kinder hirnlos am Pc? Ich hatte in meiner Jugend zum Beispiel noch gar keinen Pc, geschweige denn Internet. Das wäre ja ein Traum gewesen! Wir mußten uns zwangsläufig mit minderwertigem Zeug wie Büchern und Bällen beschäftigen und auch Dingen, die uns körperlich ausgelastet haben.

    Alkohol wurde zu der Zeit auch noch von keinem Schüler regelmäßig eingenommen, mit dem ich z.b. die klasse geteilt habe. Das wäre vor 10 Jahren für jeden Schüler der Genickbruch schlechthin gewesen.
     
    #18
    Witwe, 10 April 2008
  19. Pornobrille
    Verbringt hier viel Zeit
    179
    101
    0
    nicht angegeben
    Ja genauso wie du das Internet und den Computer beschreibst (ein Traum) würden es doch die Kinder/Jugendliche auch beschreiben. Warum mit dem Ball spielen und schwitzen, wenn das ganze auch mit dem rechten Zeigefinger geht? Da fehlt einfach die Motivation. Und natürlich müssten die ganzen Sportarten schmackhaft gemacht werden. Auf jeden Fall schmackhafter als vorm PC hocken.
    Einen Teil könnten die Eltern dazu beitragen.
     
    #19
    Pornobrille, 10 April 2008
  20. simon1986
    simon1986 (30)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    6.537
    398
    2.015
    Verlobt
    In der virtuellen Welt fehlt auch die Empathie, das Mitfühlen.
    und damit die Verantwortung für das Wohlergehen der Andern.

    Und darüber hinaus ist unser Wertesystem so vielfältig geworden, dass es für praktisch jede Tat eine Rechtfertigung bereit hält. Und die Aufmerksamkeit der Medien gilt immer dem Täter, nie dem opfer.
    (zynisch gesagt: wenn ich einen andern Jugendlichen zusammenschlage, erhöht sich meine Chance auf eine Lehrstelle)
     
    #20
    simon1986, 10 April 2008

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten