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Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von ( k ), 2 Januar 2004.

  1. ( k )
    Gast
    0
    Liebe Clara,
    oh ja, so haette ich am liebsten jeden Satz begonnen. Liebe Clara, ich will dir hier einiges schreiben, was du vermutlich schon weisst - oder auch nicht, aber wissen solltest. Ich will dir hier sagen, nocheinmal, was geschehen ist, wieso ich mich von dir abgekapselt habe, dich ignoriere. Du magst es schon verdraengt haben - aber vielleicht verstehst du es, nach diesem Eintrag.

    Was dir wohl nie, in den Jahren unserer Bekanntschaft, bewusst geworden ist, war dass ich dich liebte. Ueber alles was mir bekannt war, was ich wusste und mochte. Ich habe dich geliebt, du warst mir mehr wert als mein eigenes Leben, ich haette meinen Atem fuer dich gegeben und waere fuer dich gestorben. Meine Kraft, meine Gedanken und all mein Besitz - alles das war das deinige, nur fuer dich existent. Du hast es, ueber die Jahre hinweg, abgewertet und missachtet - oder einfach nicht erkannt.

    Ich will dich hier nicht anklagen, will dir keine Vorwuerfe machen und dich auch nicht verletzen - ich will mich nur auskotzen, es raus lassen, dir womoeglich vor die Fuesse werfen, wie eine noch glimmende Kippe, dass du sie austrittst, sie endlich verrauchen kann. Weisst du ueberhaupt, dass ich wegen dir das Rauchen angefangen habe? Es war nach einer unserer Telefonnaechte, in welcher du mir mitgeteilt hast, dass ich fuer dich nichts mehr bin - oder eben nicht mehr das, was ich mir erhofft hatte, zu sein. Ich bin, nach wenigen Stunden Schlaf, damals aufgewacht - und bin in die Kaelte gegangen, ins Freie, habe mir Kippen gekauft - und drei Stueck geraucht. Um mich danach hinzulegen, die Schule zu schwaenzen und in meinem Leid zu baden. Ich gedenke dir jeden Monat nach wie vor mit knapp 100 Euro - ein nicht minderer Betrag, fuer das, was du mir angetan hast.

    Ja, du hast mich verletzt. Oder nein - du hast mich nicht nur verletzt, du hast mich zerstoert. Du hast alles in mir zerstoert gehabt, du hattest es geschafft, dass ich mich selbst aufgegeben habe, ich nur mehr ein armer, Alter und verkuemmerter Saeufer war. Du hast es geschafft, als du mir das Ende unserer Tage mitgeteilt hast, dass mein Herz zerbrach, die Welt um mich dunkel wurde und ich blind, blind fuer alles Schoene auf dieser Welt. Es blieb mir alles verborgen, es versteckte sich hinter einem Vorhang aus Trauer. Ein Schleier voll Unmut und Hass, voll Wut und Traenen, eine Wand, welche mein innerstes zu Stein werden lies.

    Dir schien nie bewusst zu sein, was du fuer mich warst. Was du mir angetan hast, als du mir erzaehlt hast, dass du mit anderen etwas gehabt hattest. Nie schienst du verstanden zu haben, was es fuer mich bedeutet, in mir anrichtet, wenn du mir tiefnachts am Telefon erzaehlt hast, dass du dir wuenschst ein Kind mit mir zu haben, dessen Vater nicht saeuft und nicht raucht. Dass du dir vorgestellt hast, mit mir fuer immer zu leben - spaeter. Du scheinst es nie begriffen zu haben, dass ich Anna fuer dich, nur fuer dich, verlassen habe. Ich habe sie so sehr gemocht und geschaetzt - du hast dieses Band zerrissen, beide Enden festgehalten - um das meinige dann los zu lassen. Es war dir seit jeher egal, was ich fuer dich tat, was ich mir fuer dich antat.

    Ebenso war es, als du krank wurdest, oder warst. Ich dem Ausmass deiner Krankheit bewusst wurde, ich merkte, wie sie dich zerstoert und zerfrisst. Deine Seele daran zugrunde geht. Ich bin Naechtelang tausende Tode gestorben, ich bin elendig verreckt, weil ich wusste dass es dir schlecht geht - ich litt mehr als du je sehen wolltest, weil du dir das antatest. Du uns das antatest. Ein uns gibt es nicht mehr - schon lange nicht mehr. Doch denke ich oft an dich, wenn nicht jeden Tag. Ich denke an dich, spuere den Schmerz meine Kehle hinaufkriechen, spuere es wie Saeure in meinem Mund, die mir die Traenen in die Augen treibt. Traenen - ich habe sie alle fuer dich verweint. In mein Kissen, in die Schulter anderer - nur fuer dich, in Gedanken an dich, in Liebe an dich.

    So fragst du mich, nach all der Zeit, ob ich mit dir schlafen will, wenn wir uns noch einmal sehen. Clara, verstehst du denn nicht? Alleine wenn ich dich sehen wuerde, wuerde ich ins Gesicht des Engels blicken, welcher sich zum Teufel wandelte, seine Seele verkaufte und mir den gluehend heissen Dolch in die Brust rammte. Nein Clara, ich wuerde nicht mit dir schlafen. Ich will nicht mit dir schlafen - ich wuerde am liebsten noch nichteinmal mehr an dich denken, dich nicht sehen, dich nicht hoeren, dich nicht lesen. Ich wuenschte mir, dass ich fuer dich sterbe, dass du mich endlich gehen laesst, mich frei laesst aus deinen Faengen.

    Clara, du hast mir alles geraubt, was ich einmal hatte. Du hast mir genommen, was ich gedachte zu haben, hast mir genommen, was ich dachte zu sein - und hast mir genommen, wofuer ich lebte. Dich. Du hast es mir alles genommen. Selbst heute, nach diesen Monaten ohne Kontakt, habe ich noch deine Sachen in meinem Zimmer, eine Zip-Datei mit 50 MB auf meinem PC - mit Bildern, ueber und ueber mit Bildern, von dir - welche ich gelegentlich oeffne und mich an die alte Zeit erinnere. Unsere Zeit. Weisst du ueberhaupt, dass ich jedes, so wirklich jedes einzelne Bild, welches ich zu sehen bekam, auf deiner Webcam, auf meinen PC gespeichert habe? Ich habe sie mir damals, Nachts und Morgens, wie Abends und Mittags, angesehen und an dich gedacht. Darunter gelitten, dass du nicht bei mir warst. Darunter gelitten, dass das alles ein Ende hat.

    Clara, es war nicht nur dass du mich belogen und betrogen hast, dass du mich als Spielzeug benutzt hast und ich nur ein kleiner Zeitvertreib fuer dich war. Auch wenn du das nun verneinst. Clara, du warst mein Ein und Alles - fuer dich habe ich gelebt, geliebt und daran bin ich gestorben. Ich bin daran gestorben, als du mir geschichten vorgelesen hast - als du weinend bei mir angerufen hast - oder mir gesagt hast, dass es nichts wird, auf Dauer. Ich bin an dir gestorben.

    Oft fragst du, wie es mir heute geht. Es wird besser. Ich habe jemanden gefunden, der mich liebt - jemanden, den ich liebe. Es hat Jahre gedauert, bis ich wieder vertraut habe - wenn auch nur ansatzweise. Und deshalb schreibe ich auch all das hier, weil ich es rauskotzen muss. Ich muss es loswerden - ich muss leer und offen sein, nicht voller Scheisse, um die Trueffel annehmen zu koennen, die Sie mir bietet. Wer? Das ist egal. Du brauchst und sollst es nicht wissen. Du sollst nur wissen, dass ich beginne zu leben, wenn auch zaghaft. Du sollst wissen, dass ich langsam wieder im Stande bin, zu vertrauen - zu lieben. Sie zu lieben. Dich habe ich zu lange geliebt, so dass ich nicht mehr daran glaubte.

    Viele werden das hier womoeglich lesen und sich fragen, wieso ich dies oeffentlich schreibe. Ganz einfach. Clara hat auch immer alles oeffentlich gemacht - fuer alle ersichtlich - hat alles allen praesentiert und offenbart. Um die Koenigin zu sein. Nun kann sie es sein - eure Koenigin - denn ich habe sie abgesetzt, vom Thron verjagt und aus der Stadt gejagt. Aus meinem Herzen.

    Und ich beginne nun zu leben.

    Na - Scho.

    k.
     
    #1
    ( k ), 2 Januar 2004
  2. r|nch3n
    Gast
    0
    Während ich deinen Beitrag gelesen habe, hätte ich beginnen können zu weinen.
    Ich glaube so gut wie jeder hat diese Situation schon mal durchlebt.

    ...es ist diese zeit, in der du denkst, dass es kein Blick nach vorne mehr gibt - sondern nur noch zurück.
    Es ist die Zeit, in der du nicht weißt, was du tun sollt.
    Es ist die Zeit, in der du verzweifelst und dich fragst, was du hättest anders machen sollen, was du nun mach machen könntest, um nur diesen einen Menschen zurück gewinnen zu können, der alles für dich war bzw. ist.
    Es ist die Zeit, in der du den glauben an dich verlierst.
    Es ist die Zeit, in der du nicht mehr weiß, wer du eigentlich bist.

    Ich glaube, dass nur durch das Gedicht, die Vergangenheit nicht Vergangenheit, sondern immer noch Zukunft für dich sein wird...
    Es vergeht eine bestimmte Zeit - eine lange Zeit um alles zu überwinden...
    Kennst bestimmt den Spruch:
    "Die Vergangenheit holt einen schneller ein, als es einem lieb ist."

    Versuche deiner neuen Liebe dennoch zu vertrauen.
    Auch wenn es dir schwer fallen wird (was fakt ist) wird es sich aber dennoch lohnen, weil eine wirkliche wahre feste Beziehung entstehen kann, wenn beide sich darum bemühen!


    Viel Glück in deiner neuen Liebe!
     
    #2
    r|nch3n, 2 Januar 2004

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