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Kündigung wegen 1,30 Euro rechtens!

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Alpia, 26 Februar 2009.

?

Was haltet ihr von dem Urteil des LAG ?

  1. Zu hart und unverhältnismäßig

    32 Stimme(n)
    37,6%
  2. Völlig korrekt - Wer klaut, muss mit Konsequenzen rechnen

    53 Stimme(n)
    62,4%
  1. Alpia
    Alpia (46)
    Verbringt hier viel Zeit
    132
    113
    25
    nicht angegeben
    „Kaiser's“ darf Kassiererin fristlos entlassen

    Wer seinen Arbeitgeber bestiehlt, dem kann fristlos gekündigt werden - auch wenn das Diebesgut nur 1,30 Euro wert ist.

    Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg im Fall einer Kassiererin der Supermarkt-Kette Kaiser´s entschieden.
    Die Frau hatte nach den Erkenntnissen des Gerichts zwei Pfandbons für Leergut aus dem Kassenbüro genommen und sie eingelöst,
    der eine war 82 Cent wert, der andere 48 Cent.
    Eine Kollegin informierte die Vorgesetzten und der Frau wurde fristlos gekündigt.

    Zu Recht, entschied nun das Landesarbeitsgericht und hielt sich an eine lang etablierte Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts:
    Arbeitgeber müssten ihren Mitarbeitern vertrauen können, und ein Diebstahl erzeuge einen „irreparablen Vertrauensverlust“.
    Das gelte besonders für Kassiererinnen, die „unbedingte Zuverlässigkeit und absolute Korrektheit“ zeigen müssten. Denn durch ihre Hände liefen den ganzen Tag lang kleine Beträge und Pfandbons, deshalb müsse sich der Arbeitgeber auf ihre „absolute Ehrlichkeit“ verlassen können.
    Deshalb spiele auch der geringe Wert der „Beute“ keine Rolle. Diese Vertrauensfrage sei dem Gericht auch wichtiger, als das Alter und die lange Betriebszugehörigkeit der Klägerin.
     
    #1
    Alpia, 26 Februar 2009
  2. MrShelby
    Sehr bekannt hier
    1.393
    198
    813
    Single
    Ja...ich kann natürlich ganz klar nachvollziehen, dass in Zeiten, in denen gierige Investmant-Banker Unsummen verbrennen, diese 1,30 Euro auf ziemliches Unverständnis stoßen. Meiner Meinung nach muss man nicht kündigen, sondern hätte es auch bei einer Abmahnung belassen können. Problematisch finde ich insbesondere, dass -so wie ich es mitbekommen habe- nur auf einen Verdacht hin gekündigt wurde. Letztlich wurde ihr wohl nicht klar bewiesen, dass sie das Geld entwendet haben soll. Zudem gibt es die Vermutung (!), dass sie auch deshalb schlechte Karten hatte, da sie sich für Arbeitnehmerrechte stark machte.

    Bevor man aber zu schnell kritisiert, sollte man sich eines mal überlegen: Nehmen wir mal an, dass wir eine Putzfrau zu Hause hätten, und plötzlich würde etwas fehlen...nix wirklich kostbares, aber immerhin, wobei es nur sie mitgenommen haben kann. Würden wir dieser Frau dann noch mit gutem Gewissen die Wohnung überlassen?
     
    #2
    MrShelby, 26 Februar 2009
  3. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    4.251
    348
    4.660
    nicht angegeben
    #3
    Schweinebacke, 26 Februar 2009
  4. carlos1979
    Verbringt hier viel Zeit
    28
    88
    3
    Verheiratet
    Ich denke, es geht nicht um den Betrag. Es geht um die arbeitsrechtliche, nicht um die strafrechtliche Dimension. Strafrechtlich würde sich keine Staatsanwaltschaft dafür interessieren.

    Für die Kündigung ist es also egal ob ein Cent oder 1000 Euro.

    Persönlich finde ich es übertrieben und hätte es wohl bei einer Abmahnung belassen.
     
    #4
    carlos1979, 26 Februar 2009
  5. Koyote
    Koyote (38)
    Verbringt hier viel Zeit
    781
    113
    17
    Verheiratet
    Überall der gleiche Quatsch!

    Die Frau ist nicht wegen 1,30 gekündigt worden...sie ist gekündigt worden weil ein Arbeitgeber in eine Mitarbeiterin, die mit Geld zu tun und davon einmal etwas in die eigene Tasche gewirtschaftet hat, kein Vertrauen mehr hat.

    Das ist völlig korrekt!

    Die Frau hat im Übrigen den Arbeitgeber nicht beklaut, denn die Pfandbons waren ja Fundsachen, das Geld hätte also dem Kunden, der sie verloren hat, zugestanden.

    Gruß
     
    #5
    Koyote, 26 Februar 2009
  6. FreeMind
    Gast
    0
    Vertrag ist Vertrag und Diebstahl ist Diebstahl - daran ist nicht zu rütteln, aber der Personalverantwortliche hätte sich anderes verhalten können.

    Wenn ich das aber richtig verstanden haben war die Angestellte eh schon auf der "Abschussliste", somit ist dies natürlich ein willkommender Grund jemanden fristlos kündigen zu können.

    Damit hast du komplett recht - ein anderes Beispiel mit gleichen Dimensionen:

    Eine Krankenschwester wird auch gefeuert nur weil sich sich ein bisschen am Medikamentenschrank an BTM* vergriffen hat. Ob das BTM 1eur oder 1000eur kostet ist dabei völlig egal. Als Krankenschwester wird sie sicherlich nicht mehr arbeiten mit Diebstahl von BTM im Führungszeugnis.
     
    #6
    FreeMind, 26 Februar 2009
  7. Bärchen72
    Bärchen72 (44)
    Verbringt hier viel Zeit
    246
    113
    36
    Verheiratet
    Auch wenn man nur eine Bleistiftmine aus dem Büro mitgehen lässt, kann man fristlos gekündigt werden.

    Trotzdem erregt der Fall die Gemüter. Die Kündigung ist zwar rechtens, aber sie entspricht nicht unserem Gerechtigkeitsempfinden. Sie ist unverhältnismäßig.
     
    #7
    Bärchen72, 26 Februar 2009
  8. Desperados-AC
    Verbringt hier viel Zeit
    156
    101
    0
    Single
    Meiner Meinung nach ist es egal, welchen Wert das Gestohlene (Sach- oder Geldwerte) hat. Mit 1,30€ fängts an, und wer weiß, wer einmal klaut, tuts vllt wieder? Viele regen sich über den Arbeitgeber auf, er sei kleinlich und ne Abmahnung hätts auch getan. Dass die Frau aber das ihr entgegengebrachte Vertrauen missbraucht und ihren Arbeitgeber (was heutzutage nicht jeder hat) bestohlen und nun die Konsequenzen zu tragen hat, hat meines Erachtens mehr Gewicht.
     
    #8
    Desperados-AC, 26 Februar 2009
  9. many--
    many-- (32)
    Beiträge füllen Bücher
    3.052
    248
    1.358
    Verheiratet
    Die Kündigung ist rechtens. Wer als Kassiererin klaut (oder eben unterschlägt), muss fliegen, das leuchtet eigentlich ein. Klarer Fall von selber schuld: es gibt eben Dinge, die darf man sich nicht leisten.

    Was man aber bei solchen Überlegungen hinzufügen muss, ganz unbedingt: klar, Äpfel mit Birnen und so, aber wie kommt es eigentlich, dass in der momentanen Wirtschaftskrise immer nur von Hilfe und nie von Strafe die Rede ist? Sicher, beim Versuch, schlimmeres zu vermeiden, müssen Kompromisse geschlossen werden, aber mir kommt es so vor, als würden doch die allermeisten der sicher irgendwie schuldig gewordenen Manager und Banker ("Ist doch nicht mein Geld, also alles auf Zucker!") ziemlich schadlos aus der ganzen Sache rauskommen.
     
    #9
    many--, 26 Februar 2009
  10. Desperados-AC
    Verbringt hier viel Zeit
    156
    101
    0
    Single
    -edit-
     
    #10
    Desperados-AC, 26 Februar 2009
  11. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
    121
    1
    nicht angegeben
    Ganz genau. Unsere Putzfrau hat monatelang Geld aus meiner Spardose geklaut. Als wir das raus bekommen haben, hat meine Mutter sie zur Rede gestellt, aber weiter beschäftigt. - Das war für mich völlig unverständlich! Trotzdem:

    Und genau das ist der Punkt, der mich an der Sache zweifeln lässt: Was wäre passiert, wenn die Frau sich korrekt und angemessen verhalten hätte: Der Bon wäre entsorgt worden, weil der Besitzer wohl nicht ausfindig gemacht worden wäre. Der Schaden für den Kunden wäre also derselbe gewesen. Genauso verhält es sich bei Geld, welches Kunden unbemerkt zu viel bezahlt haben. Auch dieses streicht in der Praxis (die ein Gericht beachten muss) der Ladenbesitzer ein. Somit kann ich nicht nachvollziehen, worin der Vertrauensverlust bestehen soll.
     
    #11
    Daucus-Zentrus, 26 Februar 2009
  12. virtualman
    virtualman (32)
    Benutzer gesperrt
    1.001
    0
    5
    Single
    Na toll, 72 % finden es natürlich wieder zurecht, das habe ich mir bereits gedacht!

    Das sind dann wahrscheinlich auch die die hartz4-Empfänger als Schmarotzer ansehn, meinen jeder müsse arbeiten usw....

    Ich kanns absolut nich nachvollziehn, wenn man da son Banker daneben stellt der mal ne 1,3 Mrd. verzockt hat.

    Das is 1 Milliarde mal mehr, in Zahlen 1.000.000.000 mal !!!!!!

    mal auf der Zunge zergehn lassen ....
     
    #12
    virtualman, 26 Februar 2009
  13. Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
    1.035
    121
    1
    nicht angegeben
    Sorry, aber du schreibst Unsinn: Erstens wird das Verhalten der Frau, die sich wohl bereichern wollte, nicht dadurch gerechtfertigt, weil sich auch andere bereichern wollen. Wäre dies so, wäre nach dem ersten Mord auch jeder weitere Mord erlaubt, hat schließlich schon mal jemand gemacht. Zweitens setzt du die falschen Zahlen in Bezug. Wenn ein Banker 1,3 Milliarden verzockt, so ist das die Schadenssumme, aber der durch die Frau verursachte Schaden ist - wenn überhaupt - der Vertrauensverlust. Ein Vergleich ist also in der Art unsinnig. Vergleichen kannst du hier höchstens die Zahlen des ergaunerten Gewinns und da bleibt auch für den Banker eine wesentlich geringere Summe, wenn er in der von dir genannten Größenordnung spekuliert. Außerdem musst du die Zahlen dann auch in Relation zu den jeweiligen Einkünften sehen, sodass sich die Größen des Verbrechen durch den Banker bzw. die Frau diesbzgl. klar relativieren.
     
    #13
    Daucus-Zentrus, 26 Februar 2009
  14. Schweinebacke
    Planet-Liebe-Team
    Moderator
    4.251
    348
    4.660
    nicht angegeben
    Stammtisch ole ole...

    Wer wirklich 1,4Mrd "klaut" bzw. Leute um diese Summe betrügt, geht in den Knast. Siehe derzeit diesen Chef dieses komischen Investmentfonds oder sowas in der Art, der mit einem Schneeballsystem um zig Mrd. betrogen hat, der wird ziemlich sicher auch im Knast landen.

    Wenn ein Banker durch ein riskantes Geschäft ein paar hundert Mio. verbrennt ist dies erstmal ein Problem der Bank, die ihm anscheinend zu viele Freiheiten gewährt hat.
     
    #14
    Schweinebacke, 26 Februar 2009
  15. FreeMind
    Gast
    0
    Jeder der nicht arbeiten will ist ein Schmarotzer. Wenn jemand es nicht kann sieht es etwas anders aus. Wer sich allerdings auch nicht bemüht, sehe ich ebenso als Schmarotzer an. Wie will man das anders bezeichnen?

    Du verstehst Sachlage anscheind nicht korrekt. Hätte der Bänker sich die 1.3 Mrd. in die Tasche gesteckt würde er ebenso zu Verantwortung gezogen werden. Wenn er es investiert und auf das Risiko hinweist ist das nunmal sein Job. Wenn dabei Mrd. den Bach runtergehen müßte man im Vorsatz nachweisen können um eine Verantwortung auszumachen - seine Job wird aber wohl trotzdem (auch) verlieren.

    Off-Topic:

    Herje ich kann dann dieses .. "aber die Bänker sind noch viel viel böser" - Argument nicht mehr hören.


    Die Frau hat mit Vorsatz sich Geld in die eigene Tasche gesteckt und wurde dabei erwischt.

    Der Fall liegt aber meinem Empfinden nach deswegen etwas komplex, da dieses im Prinzip "besitzerloses Geld*" war. Sie hat Geld im Markt gefunden (als Pfandbon) und es nicht abgegeben. Da hätte man als Personalverantwortlicher etwas tuen können. Hätte sie das Geld aus der Kasse genommen gäbe es diese Diskussion garnicht.


    * Ja, ich weiss das es sowas eigentlich nicth gibt.
     
    #15
    FreeMind, 26 Februar 2009
  16. virtualman
    virtualman (32)
    Benutzer gesperrt
    1.001
    0
    5
    Single
    Ach????

    und bei dem Banker is kein Vertrauensverlust vorhanden oder wie?
    Er hat sich meiner Meinung nach gegenüber der Bank, dem Volk UND dem Staat schuldig gemacht, und bekommt dafür jetzt ne Abfindung von 33000 monatlich oder so LOL

    Aber die treue Kassiererin, die 31 Jahre treue Dienste für das Unternehmen geleistet hat, und mal einen kleinen, einen wirklich klitzekleinen Fehler begeht wird gleich rausgekickt!
    Das muss man sich mal reinziehn.

    Wie gesagt das kann wirklich jedem passieren, und ich bereite mich schon mal auf solche Situationen vor, wenn ich ins Berufsleben einsteige, in dem ich mir vorher am n guten Anwalt suche :grin: :grin: :grin:

    Nachgeben darf man da nicht, denn das gibt den Herren Unternehmern noch mehr Recht und Bestärkung.
     
    #16
    virtualman, 26 Februar 2009
  17. RosaWeib
    Sorgt für Gesprächsstoff
    79
    31
    0
    vergeben und glücklich
    Meiner Meinung nach hat der Arbeitgeber einen Grund gesucht (provoziert???) und gefunden eine unbequem gewordene Mitarbeiterin zu feuern, die sich für Kollegen stark gemacht hat ... vielleicht saß sie im Betriebsrat? ... so jemandem ist so gut wie gar nicht zu kündigen - den hat man an der Backe.

    Jedenfalls: Einfach so kündigt kein Arbeitgeber eine verdiente und geschätzte Mitarbeiterin - auch nicht wegen ein paar Cents ... über solch ein winziges Vergehen (das war ja fast nur "Mundraub") lässt sich reden - deswegen werfe ich doch keinen Menschen raus, der so lange für mich und meine Firma verlässlich gearbeitet hat.

    Ich beurteile das als Mensch, der über 20 Jahre selbstständig war, stets um die 15 Mitarbeiter beschäftigt habe und davor in der Personalführung eines größeren Unternehmens tätig war. Ein guter Mitarbeiter ist Gold wert ... den wirft man nicht einfach so raus!
     
    #17
    RosaWeib, 26 Februar 2009
  18. virtualman
    virtualman (32)
    Benutzer gesperrt
    1.001
    0
    5
    Single
    eben! Diese Einstellung haben aber leider nicht sehr viele Unternehmer... :geknickt:
     
    #18
    virtualman, 26 Februar 2009
  19. User 38570
    Planet-Liebe Berühmtheit
    3.427
    348
    2.472
    offene Beziehung
    Da gibt es nicht viel zu diskutieren: Hier wurde durch den AN das Vertrauensverhältnis zerstört. Mitarbeiter, die klauen - egal ob 5 Cent, 1,30 Euro oder eine Million - haben grundsätzlich was nicht verstanden und gehören fristlos gekündigt.

    Das mag der ein oder andere überzogen finden, aber letztlich kann man da keine "Freigrenze" definieren. Und da ist auch Mitleid fehl am Platz, der Mitarbeiter weiß vorher, welche Konsequenzen folgen, wenn er klaut - hat es also selbst in der Hand.
     
    #19
    User 38570, 26 Februar 2009
  20. User 49007
    User 49007 (29)
    Sehr bekannt hier
    2.977
    168
    299
    Verheiratet
    Klauen soll ganz klar bestraft werden..aber wegen 1,30Euro jemanden fristlos entlassen finde ich völlig unverhältnismässig!
    Mann kann jemanden abstraffen, oder den Lohn ein wenig kürzen aber gleich entlassen..ne find ich dämlich
     
    #20
    User 49007, 26 Februar 2009

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