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  • User 91095
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    13 April 2010
    #1

    Kann man über eine Beziehung hinwegkommen, wenn man nur rational abgeschlossen hat?

    Hallo,

    in letzter Zeit häufen sich in meinem Bekanntenkreis Dinge, die mich über folgende Frage nachdenken lassen: Angenommen, ihr seid mit eurem Partner zusammen, ihr liebt euch sehr, aber die Beziehung ist die Hölle aufgrund irgendwelcher anderer Dinge, die nicht umänderbar sind (z.B. Charaktereigenschaften, die nicht zusammenpassen). Ihr wägt ab, ob die Beziehung langfristig funktionieren wird, weil Liebe nun mal nicht alles ist. Ihr beendet die Beziehung schweren Herzens, obwohl oder gerade weil ihr die Person so liebt aus rationalen Gründen.

    Meint ihr, man kann darüber hinwegkommen und kann abschließen? Kann man so auseinander gehen, andere Personen lieben und Beziehungen haben, ohne die Gefahr, dass man "rückfällig" wird, wenn man der einen Person wieder über den Weg läuft (und sei's nur gedanklich)? Oder wäre es besser gewesen, die ursprüngliche Beziehung weiterzuführen, bis sie sich in einem emotionalen Chaos gipfelt, das möglicherweise schmerzhafter, aber auch endgültiger ist?

    Wie sind eure Erfahrungen und Vermutungen?
     
  • Aily
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    13 April 2010
    #2
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Meine Meinung.
    Wenn man es schon absehen kann, wieso dann sich weiter quälen bis man sich nicht mehr ausstehen kann?
     
  • User 91095
    Planet-Liebe-Team Themenstarter
    Moderator
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    13 April 2010
    #3
    Weil immer ein kleiner Gedanke "Was wäre wenn? Vielleicht hätte es ja geklappt...?" zurückbleibt.
     
  • Aily
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    13 April 2010
    #4
    Hm, ich bin eher gegen solche Trennungen, die so ausgehen, dass man sich in den Haaren liegt. Da verliert man doch den Respekt vor einander. Aber es kommt wohl auf die Situation an, also was diese rationalen Gründe sind, weswegen man sich trennen will/ denkt sich trennen zu müssen.
    Es ist ja auch eine Fraga der Beteiligten, inwieweit dies bereit sind, etwas zu ändern und wie man bereit ist auf den anderen (wieder) zuzugehen, sich zu ändern etc.
     
  • User 66223
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    13 April 2010
    #5
    Meine Beziehung lief genauso ab wie du es beschreibst, die Liebe war da aber man hat absolut nicht zusammen gepasst. Ich hatte mir lange überlegt die Beziehung zu beenden weil wir eben so grundverschieden waren aber die Liebe war größer... Weil ich eben gemerkt habe dass wir so unterschiedlich sind, hatten wir extrem viel Streit und viele Trennungen und doch ist man immer wieder zusammen gekommen.

    In der Zeit hat man dann wieder gesehen dass er so bleiben wird wie er ist und ich entweder damit klarkomme oder die Beziehung beende und das konnte ich erst als ich merkte dass ich vor einem großen schwarzen Loch stand und entscheiden musste ob ich da jetzt runterfalle oder einen Schritt zur Seite mache und ohne ihn weiterlebe...

    Erst als das geschah war ich bereit zu sehen dass Liebe nicht alles ist...
     
  • User 91095
    Planet-Liebe-Team Themenstarter
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    13 April 2010
    #6
    @Blauäugige: Ich hab deine Geschichte ein bisschen mitverfolgt und ja, so meinte ich das. Kannst du sicher sein, dass du nie wieder "rückfällig" wirst? Kannst du das nur aufgrund der häufigen "schlechten" Erfahrungen, die dich davon abhalten? Kannst du mit jemand anderem zusammensein, den du genauso viel liebst oder wird dein Exfreund immer derjenige sein, der einen besonderen Platz in deinem Herzen hat?
     
  • Fluxo
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    13 April 2010
    #7
    Ja, dass geht wohl oder übel. Wenn man lange genug an etwas glaubt/ sich die Gründe vor Augen hält wird die Pro-Stimme irgendwann kleiner (auch wenn sie wahrscheinlich nie ganz aufhört). Probleme, die sich daraus dann ergeben können, wenn der Gegenpart eben noch an der Beziehung festhält sind da dann aber fast vorprogrammiert.

    Die Frage kann man sich sehr oft im Leben stellen - Problem ist nur, dass es dann dafür oft zu spät ist.
     
  • User 66223
    User 66223 (32)
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    13 April 2010
    #8
    Ich bin mir 100%ig sicher.

    Es sind die schlechten Erfahrungen, die mich davon abhalten aber auch dass keine Gefühle mehr vorhanden sind. Ohne ihn geht's mir weitaus besser.

    Mein Ex hat sicher einen besonderen Stellenwert, vor allem weil er mein erster richtiger Freund war und ich vieles mit ihm erlebt habe. Die Liebe zu jedem Menschen ist anders, aber ich weiß dass ich einen anderen Mann sicher genauso lieben kann wie ich meinen Ex geliebt habe.
     
  • User 91095
    Planet-Liebe-Team Themenstarter
    Moderator
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    13 April 2010
    #9
    @Blauäugige: dann war's bei dir ja vllt schon das emotionale Chaos, dass du die Endgültigkeit hast, von der ich im ersten Post gesprochen hab. Ansonsten hör ich nur, dass die Leute sagen, dass "da immer was sein wird", auch wenn man es nicht real auslebt, weil man es ja eigentlich besser weiß :ratlos:
     
  • User 66223
    User 66223 (32)
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    13 April 2010
    #10
    Ich glaube dass wenn es bei mir nicht so chaotisch abgelaufen wäre, dass ich emotional immer noch sehr an ihm hängen und die schlechten Seiten verdrängen würde. Wenn es "nur" darum geht dass man nicht zusammen passt, weil die Vorstellungen auseinander gehen, dann bleibt meistens immer ein Funke Liebe und der vergeht auch nie wirklich... bzw. erst dann wenn man den "perfekten" Partner für sich gefunden hat, natürlich ist die Chance aber auch gegeben dass man die Partner dann vergleicht...
     
  • Maxx
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    13 April 2010
    #11
    Die Zeit heilt alle Wunden oder besser gesagt hilft einem in diesem Fall allmählich darüber hinweg, wenn eine Beziehung trotz noch bestehender Gefühle beendet wird. Das setzt aber wohl voraus, dass der Kontakt zu seinem Ex-Partner vorerst abgebrochen oder auf ein Minimum beschränkt wird, damit man die Möglichkeit hat sich mit anderen Dingen und anderen Menschen abzulenken.

    Man blickt wohl immer wieder zurück und durchlebt stets die Erfahrung, wie es ist ohne den Ex-Partner zu leben. Man denkt darüber nach, ob man das Richtige getan hat, zieht immer wieder Bilanz und beginnt normalerweise sich nach und nach daran zu gewöhnen, dass er nicht mehr fester Bestandteil des eigenen Leben ist, da die Zeit des gemeinsamen Glückes immer weiter in die Ferne rückt.

    Das mag in den meisten Fällen als positive Entwicklung wahrgenommen werden, wenn eine Beziehung trotz bestehender Gefühlen einfach nicht funktionierte und irgendwann wohl der Punkt der Trennung kommen musste, da man sich damit nur noch gegenseitig weh getan hätte, da das Ganze nur noch ein einziger Krampf war, bei dem beide auf Dauer nicht glücklich hätten werden können.

    Tendenziell ist es allerdings in der heutigen Spass-Gesellschaft oft so, dass sich Paare eher vorschnell wieder trennen, da sie wenig konfliktfähig sind, die Beziehung vielleicht doch nicht so ernst nahmen und die Trennung als gute Gelegenheit betrachten, mal wieder etwas Neues ausprobieren, da man ja möglichst viel, mit möglichst vielen Menschen erleben möchte.

    Aber es gibt eben auch viele andere Fälle und das sind manchmal solche, wo sogar das Gegenteil der Fall ist und eine ungesunde Beziehung aufgrund einer Abhängigkeit oder gar Co-Abhängigkeit weitergeführt wird. In solchen Fällen tut sich eine Frau sicher etwas Gutes damit, wenn sie z.B. die Beziehung zu ihrem Freund, der sie verprügelt, trotz noch vorhandenen Gefühlen rational überdenkt und sich von ihm trennt. Vielleicht erst nach der Trennung, wenn sie sich emotional gelöst hat, wird sie erkennen, dass es nicht wirkliche Gefühle der Liebe waren, die sie nicht von ihm loskommen liessen, sondern dass es die Abhängigkeit war, die sie zu seinem Spielball gemacht haben, deren Rolle sie bereitwillig angenommen hat.
     
  • User 44981
    User 44981 (30)
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    13 April 2010
    #12
    Das kommt wohl sehr auf die jeweilige Person an...

    Ich bin ein rationaler Kopfmensch, der seine Gefühle fast immer mit rationalen Gedanken kontrollieren kann. Deshalb traue ich es mir auch zu, eine Beziehung aus rationalen Gründen zu beenden, obwohl Gefühle noch vorhanden sind (sofern es bei mir diese Gefühle trotz der rationalen Gründe überhaupt noch geben kann...), ohne mich damit besonders stark zu belasten.
    Aber ich schaffe es ja auch, meine Verliebtheit rational zu steuern und mich z.B. nicht in eine tolle Frau zu verlieben, wenn wichtige rationale Gründe gegen eine Beziehung sprechen.

    Anderen Leuten, die mehr von ihren Gefühlen, als von ihrem rationalen Verstand geleitet werden, wird so etwas aber vermutlich deutlich schwerer fallen.
     
  • xoxo
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    13 April 2010
    #13
    Ich weiß aus Erfahrung, dass ich über eine Beziehung hinwegkommen kann, die ich aus rationalen Gründen beendet habe. Man bricht den kontakt ab, sieht sich nicht mehr, irgendwann sehnt man sich nicht mehr nach der Person, trifft dafür andere interessante Menschen, sodass der ehemalige Partner und die Beziehung in den Hintergrund tritt - auch im Herzen.
     
  • LiLaLotta
    LiLaLotta (32)
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    13 April 2010
    #14
    Ich kann nicht rational abschließen, weil ich immer erst dann loslassen kann, wenn ich alles in meiner Macht Stehende versucht habe. Sonst würde ich mich immer fragen "Was wär gewesen, wenn..." Und mit solchen Fragen im Kopf ist es unmöglich sich mit einer Sache abzufinden.
     
  • User 50283
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    13 April 2010
    #15
    Joa, glaube ich schon. Ich halte sowieso nicht so viel von diesen "ich kann nie wieder frei und glücklich sein, er ist doch immer noch da und wird immer da sein"-Emotionen. Aber vielleicht habe ich auch nur ein zu schlechtes Gedächtnis und bin daher zwangsläufig... äh... flexibel :zwinker:.
     
  • Fuchs
    Planet-Liebe-Team
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    13 April 2010
    #16
    Wenn die Beziehung sehr tief ging und man wirklich geliebt hat, hört das nicht auf, nur weil sich die Umstände so geändert haben, dass eine Beziehung nicht mehr möglich ist. Gefühle scheren sich nicht drum, ob etwas möglich, unmöglich, sinnvoll oder irgendwie nicht vielversprechend ist.

    Aber wir sind keine Wesen völliger Rationalität oder völliger Emotionalität. Zudem sind zumindest einige wenige von uns lernfähig, und so lernt man unter Umständen, sich mit der Trennungssituation zu arrangieren oder gar, dass man mehrere Personen lieben kann und Liebe halt auch ohne Beziehung existiert. Wenn man als Maßstab nimmt, dass man wieder mit sich selbst im Reinen ist und sich nicht mehr für andere Artgenossen sperrt, dann könnte man vielleicht sagen, dass man "darüber hinweg" gekommen ist. Aber Gefühle müssen dadurch nicht verschwinden, egal was für gute Argumente der Kopf gegen sie vorzuweisen hat und das ist sehr gut so :zwinker:
     
  • kinkyvanilla
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    13 April 2010
    #17
    Vielleicht ist es besser sich eine Zeit lang in der Beziehung zu quälen, um sich danach sagen zu können dass es einfach nicht funktioniert hat. Wenn man es beendet und trotzdem noch Liebe empfindet, bleibt natürlich der Hintergedanke, das Gewissen immer noch da, was wäre wenn es länger gehalten hätte, etc. ?

    Wobei rational und emotional immer zusammen arbeiten werden, also gibt es eigentlich keine richtige objektive Antwort auf diese Frage.
     
  • VelvetBird
    Gast
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    13 April 2010
    #18
    Ich kann deine Frage nicht genau beantworten, da ich in meiner ersten Beziehung bin.
    Ich war aber viele Jahre in jemanden verliebt und konnte, selbst nachdem er mich für eine Andere abserviert hatte, nie wirklich damit abschließen. Erst als mit seiner damaligen Freundin Schluss war und er eine neue hatte, konnte ich ihn vollständig aus meinem Herzen verbannen. Vorher war ich auch schon nicht mehr in ihn verliebt, aber an ihn zu denken tat mir dennoch weh.

    Allein rational konnte ich also nicht damit abschließen. Erst das Zerbrechen seiner Beziehung (die ja der Grund dafür war, dass er sich gegen mich entschieden hatte) hat mir dazu verholfen, damit abzuschließen.
     
  • Levana
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    13 April 2010
    #19
    Ich kämpfe noch heute damit. Mein Kopf hat abgeschlossen. Mein Herz erinnert mich mit einem kleinen Stich ab und an an ihn.
    (Seit Monaten hatten wir keinen Kontakt. Musste über seine Schwester an ein Ersatzteil von meinem Auto rankommen, welches bei ihm im Keller liegt. Fiel mir nach 2 Jahren auf. Anstatt es seiner Schwester zu geben, ruft der bei mir an). Total überflüssig der Anruf, nicht mal ein "hey, alles klar, wie gehts" blabla ... Mein Kopf funktioniert, mein Herz hat mich auf 180 gebracht! Hab dann eben ganz normal geantwortet, aber was in mir brodelt, das weiß niemand außer mir.

    Was ich damit sagen will ist, dass ich es z. B. nicht schaffe. Vielleicht gibt es Menschen, die damit klargekommen wären. Aber ich denke, solange das Herz nicht abschließt, kann der Kopf auch nicht ausbaden. Diese "Was wäre wenn" GEdanken haben eher mit dem Kopf zu tun denke ich. Diese Frage stell ich mir nicht mehr, da mein Verstand weiß, wenn wir zusammengeblieben wären, es schlimm hätte ausgehen können. Das weiß der Kopf ja, wenn es charakterisch z.b. nicht gepasst hat. Man muss sich das vielleicht immer wieder einreden, dann klappts auch ...
     
  • SandraChristina
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    13 April 2010
    #20
    Ich kann dann loslassen, wenn sich bei mir "der Wille nach dem Hinwegkommen" eingestellt hat.

    Was ist denn nun der "Wille" eines Menschen? Ich glaube der Wille steht ein wenig über der Ratio und den Emotionen.
    Hinter dem Willen des Menschen steht der Urtrieb überleben zu wollen.

    Die Ratio alleine reicht bei mir nicht aus, ich bin eine Kämpferin, sehr neugierig und obendrein leidensfähig. Ich bin dann in der Lage mit einer Beziehung abschließen zu können, wenn in mir die Stimme erwacht, dass ich ohne den anderen glücklicher bin. Bis dahin drehe ich durchaus bewusst noch einige Runden, obwohl die Ratio schon dagegen spricht. Aber der Wille nach Glück ermöglicht letztlich ein Ändern und Heilen der Emotionen.

    Kurz und Bündig: Ich löse mich dann, wenn ich den anderen nicht mehr brauchen will.

    Dieses "Brauchen" ist für mich noch etwas anderes als das "Lieben".
    Unter dem "Brauchen" verstehe ich ein inneres Bezogen sein auf den anderen, dass mit Bemühungen um den Anderen einhergeht, weil ich Erwartungen an den anderen hege. Wenn ich den anderen brauche, dann hat er und sein Handeln Einfluss auf mich.

    Lieben kann ich jemanden auch nach der Trennung und obwohl ich mich innerlich schon gelöst habe. Liebe fordert nicht, sie hat keine Erwartungen.

    Ich kann also jemanden lieben, ohne ihn zu brauchen: Die Trennung aus der Ratio/dem Willen heraus.

    Leider gibt es auch das "Brauchen" ohne das "Lieben": sehr ungesunde, krank und abhängig machende Verstrickungen.

    In einer gesunden Partner schaft liebe ich den anderen und "darf" ihn brauchen.
     

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