Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren

Kann nicht allein sein

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Chelly, 2 Januar 2010.

  1. Chelly
    Chelly (27)
    Verbringt hier viel Zeit
    73
    93
    1
    Es ist kompliziert
    In letzter Zeit stelle ich fest, dass ich - wann immer ich nicht unter Leuten bin bzw. arbeiten gehe - in ein totales emotionales Loch falle, das sich fast wie eine depressive Verstimmung anfühlt. Ich bin dann antriebslos, könnte den ganzen Tag im Bett verbringen, mache mir über den unmöglichsten Blödsinn Gedanken, sehe alles schwarz und zähle die Stunden, bis es wieder Montag ist. Jetzt habe ich eine Woche Urlaub, ich bin gesundheitlich zudem angeschlagen und kann deshalb nicht wirklich was unternehmen, und jetzt bin ich schon fast depressiv. Ich denk mir wirklich permanent: Scheiße, Mädel, jetzt musst du noch über eine Woche daheim sitzen, bis du endlich wieder in die Arbeit kannst.

    Meine Arbeit liebe ich. Wenn ich mir die Bereiche meines Lebens anschaue, schneidet der Job mit Abstand am besten ab.

    Liebesleben: Eine On-Off-Beziehung mit einem 20 Jahre älteren Arbeitskollegen, die mich entweder himmelhochjauchzend oder todunglücklich macht, etwas dazwischen gibt es nicht. Hatte noch nie so starke Gefühle. Davor hab ich eine gegenteilige weil sehr konstante und liebevolle Beziehung aufgegeben, an die ich noch oft zurückdenke und die mir - zumindest natürlich die Sonnenseiten - wahnsinnig fehlt.

    Sonstiges Privatleben: In meinem Wohnort hab ich kaum Anschluss, seit ich in der Großstadt arbeite hat sich einiges verändert und nahezu alle Freundschaften in meinem "Kaff" sind auseinander gegangen (woran ich nicht ganz unschuldig bin), bis auf eine. Silvester hab ich mich schwer getan, überhaupt jemanden zu finden, mit dem ich etwas unternehmen kann. Habe schon Anschluss in der Stadt, in der ich arbeite, aber weil ich da so einen langen Fahrtweg habe, ist das Silvester dort für mich nicht in Frage gekommen, man will ja doch ein bissel was trinken. Also war ich deprimiert daheim auf meiner Couch mit meiner ebenso deprimierten besten Freundin, die Silvester hasst und lieber geschlafen hätte. Das geht jetzt schon seit ein paar Jahren so. Mein einziger Halt neben dieser besagten Freundin ist meine Familie, die mir wirklich alles bedeutet, aber nunmal keinen stabilen Freundeskreis ersetzen kann.

    Berufsleben: In der Arbeit krieg ich sehr, sehr viel Anerkennung. Ich bin dort überaus beliebt, habe einen hohen Stand beim Chef und ich liebe meinen Job über alles. Da geh ich richtig auf. Zudem arbeitet mein Liebster in meiner Abteilung und ich freue mich jeden Tag darauf, ihn zu sehen. Tatsächlich ist das aber nicht der Hauptgrund, denn ich liebe wirklich sehr, was ich beruflich mache. Ich bin recht selbstbewusst und hab mir im Unternehmen schnell einen Kreis von Leuten aufgebaut, mit denen ich theoretisch auch öfter privat was unternehmen könnte, wenn wir nicht in unterschiedlichen Richtungen von München weg wohnen würden. Deshalb hab ich mir für 2010 auch fest vorgenommen endlich auszuziehen und mein Leben umzukrempeln.

    Nun mache ich mir langsam Gedanken, woran es liegt, dass ich wirklich fast nur am Heulen und Trübsaal blasen bin, wenn ich mal ein paar Tage nur mit mir selbst verbringen muss. Ich kann einfach nicht allein sein, das macht mich unglücklich. Habe jetzt ein halbes Jahr ohne Pause und mit vielen Überstunden gearbeitet und musste jeden Tag zu nachtschlafender Zeit aufstehen, da müsste man meinen, ich freue mich über den wohlverdienten Urlaub und bin voller Euphorie. Aber es wirklich das Gegenteil der Fall - und ich bin doch an sich mit meinem Leben nicht unzufrieden (wenn ich mir so durchlese, was ich bisher geschrieben habe, ist mein Leben nun wirklich kein Scherbenhaufen, bis auf die paar Schönheitsfehler), also was ist das? Muss ich mir Gedanken mache, dass ich tatsächlich zu Depressionen neige? Oder kann das jemand nachfühlen? Komm mir schon total verrückt vor, dass mich sowas belastet...

    Danke im Voraus.
     
    #1
    Chelly, 2 Januar 2010
  2. User 85671
    Verbringt hier viel Zeit
    297
    113
    73
    nicht angegeben
    hm, wie schlimm die sache nun ist und ob man da von depressiver neigung sprechen kann, kann ich nicht beurteilen, aber ich verstehe dich zumindest, dass dir das zu schaffen macht.
    ich glaube, du solltest versuchen das rad am laufen zu halten.
    wie geht es dir denn damit, wenn du unter leuten bist? wenn du zb. freitag abens weg gehst, wie lange hält das gefühl bei dir an? ist es am sa schon wieder vorbei, oder erst am so?
    eine woche nicht wirklich unter menschen zu kommen ist nunmal belastend, weil der mensch doch ein soziales wesen ist. wenn du also keinen grund hast weg zugehen, dann such dir doch einen. ich bin früher mal einige zeit lang immer, wenn ich das gefühl hatte ich häng zu viel alleine zuhause rum, einfach auf ins kino. zwar alleine, aber es war ganz ok. oder such dir ein hobby oder einen verein, der sich regelmäßig trifft. einfach so ein paar punkte in der woche, an denen du weißt, dass du etwas machen kannst (aber nicht musst) wenn du es willst. mit der zeit findest du dann auch viel leichter wieder einen festeren freundeskreis.

    und was deine Beziehung angeht, solltest du vielleicht die sache mal neu überdenken? was führt denn zu diesen on-off phasen?
     
    #2
    User 85671, 2 Januar 2010
  3. Chelly
    Chelly (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    73
    93
    1
    Es ist kompliziert
    Wenn ich Freitag weggegangen bin, etwas Schönes unternommen habe, freue ich mich auf ein paar Stunden Ruhe am Samstag Nachmittag und geniesse sie. Aber abends bin ich spätestens schon wieder ruhelos. Dabei hab ich dann gar nicht das Bedürfnis, nochmal wegzugehen oder unbedingt Leute zu treffen, das ist es ja. Das traurige Gefühl, die Melancholie, stellt sich oft ohne Bedürfnis nach einer Unternehmung ein. Einfach nur so. Ich bin nur glücklich wenn ich unterwegs bin und was mache oder zumindest jemand da ist, mit dem ich reden kann, aber mit mir selbst, in meinem Zimmer zuhause, weiß ich einfach gar nichts anzufangen. Statt dass ich mal lesen würde oder wie früher mit Begeisterung an meinem Roman weiterschreiben (früher hab ich das genossen, diese Zeit für mich, in der ich kreativ sein konnte), fühle ich mich jetzt einfach nur allein und unglücklich. Ich glaub, mein Hauptproblem ist, dass ich nicht mehr ohne einen Mensch an meiner Seite sein kann, das kann gut an meiner vorherigen zweieinhalbjährigen Beziehung liegen, in der mein Partner am Wochenende einfach da war. Gott, wie hab ich mich da nach mehr Zeit für mich gesehnt..! Und jetzt... Ich find das fast schon ironisch.

    Bei Interesse: Riesengroßes Fragezeichen - Mein Kollege, meine blöden Gefühle, seine Abweisungen

    Hat sich aber schon wieder einiges getan seitdem, das mit dem Urlaub mit seiner Frau war absolut nicht so, wie ich dachte, und wir verstehen uns momentan ganz gut. Hab nur große Probleme mit dem Vertrauen bei ihm seitdem. Und deshalb gibts oft Ärger und wir nehmen uns vor uns nicht mehr zu sehen. Letztendlich haben wir aber mehr Kontakt als je zuvor und es ist toll mit ihm zusammen zu sein.
    Möglicherweise liegt diese Melancholie aber auch daran, dass er nicht so richtig mein "fester" Freund ist und ich mit ihm am Wochenende selten zusammen bin (aber öfter als früher auf jeden Fall), jetzt ist es z.B. schon wieder zwei Wochen her, seit wir uns zuletzt gesehen haben (also außerhalb der Arbeit!)
     
    #3
    Chelly, 2 Januar 2010
  4. matze8474
    Verbringt hier viel Zeit
    169
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hi Chelly,

    also dein Problem kenn ich nur zu gut.

    Ich bin für die Arbeit in eine größere Stadt umgezogen (weit weg von meinem Heimatort) und wohne natürlich auch unter der Woche in der neuen Stadt. In der Woche geht es mir auch super und meine Arbeit macht mir auch Spaß, nur sobald Freitagmittag ist, denke ich mir nur, hoffentlich ist bald wieder Montag. Selbst wenn ich Freitags was mache, kann ich es trotzdem kaum erwarten das wieder Montag ist. :-/

    Irgendwie schon doof wenn man die Wochenende nicht wirklich genießen kann, während jeder andere sich aufs Wochenende freut. Wenn ich zb irgendwo auf einer Party war dann genie0e ich die Ruhe schon bis zb. Samstagnachmittag bis ich wieder richtig fit bin und dann kommt auch sofort wieder diese Ruhelosigkeit und ich muss sehen wie ich die Zeit totschlage.

    Nach Hause zu meinen altem Freundeskreis fahre ich nur alle 5 Wochen, da ich es mir öfters nicht leisten kann.

    Ich war wirklich schon kurz davor noch einen Job für den Samstag/Sonntag anzunehmen, damit ich öfters nach Hause fahren könnte und ich dort nicht mehr so viel Zeit zum grübeln hätte, aber im Endeffekt würde mir dann ja die Zeit fehlen um nach Hause zu fahren und somit hätte ich auch nichts von dem Mehrverdienst.

    Naja ich weiß auch noch nicht so genau wie ich das ändern kann.
     
    #4
    matze8474, 2 Januar 2010
  5. Sit|it|ojo
    Gast
    0
    Ich kann dich auch nachvollziehen. Erkenne mich in deinem Beitrag schon in gewisser Weise wieder. Ich hab zwar noch meine Leute um mich aber auch die müssen Arbeiten und meißt dann, wenn ich frei oder Urlaub hab. Mir geht dieses "Rumsitzen" auch total auf die Nerven.

    Ich finde dein Hauptproblem liegt eindeutig, bei deinem Kollegen! Es mag zwar schön sein und es ist toll, wenn man Zuneigung und Nähe spürt und erfährt aber es macht dich auf Dauer kaputt. Du wirst immer der Spielball bleiben und musst dich mit der Ersatzbank-Position zufrieden geben. Ist dir das alles so viel Wert? Ich kann das nachvollziehen, wenn man nicht allein sein will und an Dingen klammert aber irgendwie bringt einen das kein Stück weiter. Man flieht nur vor einem anstrengenden Weg, augenscheinlich. Doch im Grunde macht man sich mit dem "leichten" Weg nur dauerhaft kaputt...
     
    #5
    Sit|it|ojo, 2 Januar 2010
  6. Chelly
    Chelly (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    73
    93
    1
    Es ist kompliziert
    Naja, ich weiß nicht, glaubst du wirklich DAS ist der Auslöser für mein Problem? Möglicherweise spielt in dieser allgemeinen Traurigkeit in meiner Freizeit schon mit, dass ich mich nach ihm sehne und ihn vermisse, andererseits haben wir ja ständig Kontakt und es ist keinesfalls so, dass er mich nicht so behandelt wie ich es verdient hab. Er hat mir gesagt was sein Standpunkt ist und was er mir geben kann und wenn ich es nicht könnte, wenn es nicht mehr schöne Zeiten mit ihm gäbe als schlechte, dann hätte ich es langst sein lassen, um meinetwillen, um mich nicht kaputt zu machen. Aber es ist momentan ganz okay so, ich weiß auf Dauer ist es vllt. nicht förderlich für mein Wohlbefinden, aber bei Gott, die guten Tage mit ihm sind es wert.

    Nein, in dem Fall geht es nicht darum dass ich nicht allein bin, weil am Wochenende wenn es drauf ankommt bin ich ja doch allein, also das gibt er mir nicht. Er gibt mir zwar viel anderes, aber ums Alleinsein gehs dabei wirklich nicht. Ich klammere mich an ihn weil ich ihn mit allem was ich habe liebe. Blöderweise.
     
    #6
    Chelly, 2 Januar 2010
  7. Dark84
    Meistens hier zu finden
    748
    128
    182
    in einer Beziehung
    lerne damit umzugehen. ich lebe jetzt seit über 3 jahren alleine und habe sehr schnell festgestellt, wie geil das ist. ich muss dazusagen, ich liebe ruhe ^^
     
    #7
    Dark84, 4 Januar 2010
  8. CherrySheep
    Verbringt hier viel Zeit
    6
    86
    0
    Single
    aber wie lernt man das denn??
    mir gehts genauso, ich habe grad urlaub und warte nur darauf dass meine familie nach und nach von der arbeit heimkommt, damit ich nicht mehr alleine bin... ich bin total antriebslos und weiß nichts mit mir anzufangen...
    also was denkst du hat dir konkret am meisten dabei geholfen damit umzugehen @dark?
     
    #8
    CherrySheep, 3 Februar 2010
  9. maxl
    Sorgt für Gesprächsstoff
    27
    26
    0
    nicht angegeben
    Mein Tipp: Fitnessstudio!

    Dort kann man sich so richtig auspowern und man denkt an nichts anderes! Krafttraining war zumindest mein Schlüssel zum Erfolg. Du kannst an deine Grenzen gehen und bekommst auch noch was zurück, nämlich stählerne Muskeln und ein tolles Körpergefühl! Im Gegensatz zu so mancher undankbarer Frau (spreche hier für uns Männer ;:smile2:, welche deine Mühe und Hingabe nicht zu schätzen weiß, zahlt sich die Arbeit hier zu 100% aus!! Verusch's mal, wirst sehen es hilft und man lernt auch genügend neue Leute kennen...
     
    #9
    maxl, 6 Februar 2010
  10. User 70315
    User 70315 (28)
    Beiträge füllen Bücher
    3.571
    248
    1.122
    Verheiratet
    Ich kenne dein Problem persönlich:smile:. Privat, und studientechnisch läuft alles, bis auf ein paar Anstrengungen, echt gut und ich gehe in beidem auf.
    Aber wehe dem, ich weiß dass ich ein Wochenende mal nichts zu tun haben werde (sprich: auch meine Mitbewohnerin und Freundin nicht da sind, Freunde nicht...) dann bekomme ich Panik und habe eigentlich, seitdem vor einem Jahr meine längste Beziehung auseinander ging, eine Unfähigkeit des Sich-selbst-Aushaltens entwickelt :zwinker:
    Das ist so der zeitliche Punkt an dem ich das fest mache. und mittlerweile gehts sogar wieder recht gut.

    Hm.. kann es sein, dass dein Problem, wie bei mir folgendes ist? :
    Die tatsache, dass man vorher vllt shcon weiß, dass man allein sein wird und dass es ein Zeitraum ist, den man nicht frei wählen kann?
    Du schreibst selbst, nach anstrengender Arbeit, genießt du durchaus mal ein paar Stunden für dich zu sein. Das ist bei mir auch so. (und manchmal sehne ich mich dann auch nach Ruhe)
    Aber ich komm dann wieder nicht klar, wenn ich weiß, dass der Zeitraum länger als ein paar Stunden dauert. Wenn ich also vor mir ein riesiges unausgefülltes Loch Lebenszeit sehe, drastisch gesagt:smile:

    Mittlerweile versuche ich daher auch meine Freizeit zu planen. So wie mein Studium, in dem es immer mal wieder anstrengende Zeiten und dann wieder genug Puffer für Langeweile gibt:zwinker:
    Ich versuche dann in meinem Kopf nach den Dingen zu kramen, für die ich im Stress keine Zeit hatte... aufräumen, bücher meiner wahl lesen z.b.
    Ich glaube das ist wirklich ein Lernprozess und wahrscheinlich der Wunsch von uns , dass wir Leerlauf hassen und einen geregelten Alltag lieben:smile:

    By the way sehe ich dein Problem persönlich nicht in deiner momentanen Beziehungskonstellation.
     
    #10
    User 70315, 6 Februar 2010
  11. Chelly
    Chelly (27)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    73
    93
    1
    Es ist kompliziert
    Kurzes Update:
    Seit ich weiß, dass sich in meinem Leben einiges verändern wird, seit ich in einer Umbruchsstimmung bin, ist es viel besser geworden.
    Ich ziehe in zwei Wochen aus in meine erste eigene Wohnung und mit der Aussicht darauf, dass ich meine Freunde dort dann öfter sehen kann und wohl nicht mehr Tag und Nacht am WE mit meiner Family verbringen "muss", weil es auch Alternativen gibt, fühle ich mich besser und es hat mir geholfen alles wieder etwas positiver zu sehen.
    Ich habe erkannt dass ich tatsächlich unter meiner Wohnsituation gelitten haben, unter dem Gefühl dass ich in meinem Wohnort so recht niemanden habe und keine Anerkennung außerhalb der Familie finde. Ich konnte nichts planen, mich am Wochenende auf nichts freuen, weil da einfach niemand war, der auch mal auf mich zugegangen wäre.

    Ich denke dieser krasse Umbruch tut mir jetzt gut. Ich leide zum ersten Mal nicht mehr darunter allein zu sein, weil ich die Aussicht auf was Schönes habe.
     
    #11
    Chelly, 6 März 2010

jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
Die Seite wird geladen...

Ähnliche Fragen - allein
limbua
Kummerkasten Forum
1 Dezember 2016 um 22:31
22 Antworten
Pitry
Kummerkasten Forum
27 September 2016
6 Antworten
vanillagrace
Kummerkasten Forum
29 Juli 2016
16 Antworten
Test