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Keine Positiven Gefühle. Störung?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Cadus, 27 Februar 2010.

  1. Cadus
    Cadus (30)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    28
    28
    1
    Single
    Hi,

    ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken was meine Persönlichkeit und Gefühle angeht.
    Seit einer langen Weile schon kenne ich ausser Angst, Traurigkeit und Zorn eigentlich nur noch das Gefühl der Fröhlichkeit. Damit meine ich, dass ich Spaß habe wenn ich mit Kollegen rumalbere, aber ich bin einfach nicht mehr glücklich. Kein bisschen.
    Ich habe Angst alles zu verlieren, Familie, Hund, Studium.
    Ich bin wütend sobald jemand nicht auf mich hört, nicht das tut was ich sage, oder nicht versteht, was ich erkläre.
    Und ich bin traurig über alles mögliche in meinem Leben.

    Früher hab ich eigentlich für alles Verständnis gezeigt. Wenn es jemandem nicht gut ging hab ich seine Arbeit übernommen; wenn jemand Fehler gemacht hat, hab ich drüber weggesehen und ihn noch aufgebaut; wenn mir gegenüber jemand sich falsch verhalten hat, habe ich entweder auf eine Entschuldigung gewartet oder ansonsten einfach drüber hinweggesehen.
    Immer mit dem Gedanken, dass es niemand verdient hat, von mir gehasst zu werden.
    Wenn ich irgendwo Stress hatte, habe ich es hingenommen, mich nicht aufgeregt und es stattdessen versucht zu lösen.

    Dann kam ich mit meiner nun Ex zusammen. Gab jede Menge Stress, schon zu begin der Beziehung und ich hab mit meiner Einstellung mehr und mehr auf taub geschaltet.
    Nach der Beziehung dachte ich, es gehe wieder weg. Das ist mittlerweile ein Jahr her. Und es ist eigentlich nur noch schlimmer geworden.

    Ich habe kein Verständnis mehr für die Fehler anderer, ich hasse sie teilweise dafür, dass sie nicht anerkennen, dass ich häufig Recht habe (wenn ich zB zu irgendeiner Aufgabe im Studium sage, dass man sie so garnicht bearbeiten darf ...) und ich habe langsam aber sicher das Gefühl, 2 Persönlichkeiten zu entwickeln.
    Eine, die alles nur noch hinnimmt und versucht das beste drauß zu machen und eine, die am liebsten mal so richtig aufräumen würde, inkl. alles mögliche mal kaputt machen.
    Wenn ich mit Leuten rede, die mich eigentlich nur nerven, habe ich es intuitiv drin, freundlich zu sein. Das fand ich früher super, weil ich so nett zu jedem sein konnte. Hab daran lange gearbeitet. Aber mittlerweile denke ich mir hinterher nur noch, was ich für ein Heuchler bin, wo ich die Leute doch am liebsten aufn Mond schicken würde.

    Kann das irgendeine Persönlichkeitsstörung sein? Oder muss ich hinnehmen, dass ich nach und nach einfach gemein, sarkastisch und sardistisch werde? :frown:
    Alle Versuche dem entgegen zu wirken sind bisher fehlgeschlagen und ich habe Angst, dass ich früher oder später jemandem weh tu, den ich eigentlich lieben sollte (zu meiner besten Freundin hab ich den Kontakt schon abgebrochen, da sie sich meiner Meinung nach mal so überhaupt nicht um mich kümmert).

    Edit:
    Ich habe auch große Probleme in der Uni. Wenn ich was richtig mache, übertreibe ich es, denke nun schaffe ich auch alles andere, bis dann irgendwann ein Fehler kommt (ich mache häufig Flüchtigkeitsfehler) und ich einfach ins total Gegenteil umschlage und denke, ich kriege einfach nix gebacken. Das wechselt sich quasi immer ab.

    + Falsches Unterforum -.- Sorry, kann das jemand bitte verschieben?
     
    #1
    Cadus, 27 Februar 2010
  2. aiks
    Gast
    0
    Ich sags mal so: Nicht jeder ist ein kuscheliger Teddybär.

    Ich bin auch oft aggressiv, wütend, zornig, sarkastisch, zynisch und stelle mir oft genug in der Uni vor, dass ich meinen Gegenüber so richtig wehtue. Aber trotzdem bin ich kein schlechter Mensch und hab auch viele gute Seiten.
    Man muss lernen sich damit zu arrangieren und seine innerlichen Aggressionen zuzulassen und sie anderweitig rauslassen (Musik, Sport, Sex, der ganze Kram halt).

    Ich glaube, dass du nicht mehr glücklich bist, weil du kein inneres Gleichgewicht mehr hast durch diese Veränderung, dass du nun auch viele negative Gefühle hast. Dass du kein Trauerklotz bist beweist dir ja der lustige Umgang mit deinen Freunden.

    Meiner Meinung nach liegt die Lösung darin nicht mehr zu versuchen die Aggressionen zu vertreiben, sondern lernen mit ihnen umzugehen. Es klingt bei dir ja wirklich auch nicht so schlimm - es ist vollkommen normal in der Uni andere Leute zu hassen, weil sie "zu blöd" für eine Aufgabe sind. Ich krieg da jedes Mal alle Zustände - und das ist doch auch natürlich so: man hat ein gesundes Selbstbewusstsein, findet sich selber klug genug um die Aufgabe zu verstehen und beharrt auch auf seiner Lösung. Das ist doch kein Ausdruck von Bösartigkeit, sondern von gesunder Selbstüberzeugung. Dass man dann allerdings auch mal Zweifel bekommt kann auch wiederum nur Folge von Selbstreflexion sein, die auch eine super Sache ist.

    Also so seh ich jedenfalls diese Sache.
     
    #2
    aiks, 27 Februar 2010
  3. Seeker2010
    Gast
    0
    Hallo Cadus,

    was du hier schilderst, ergibt (natürlich) trotz Ausführlichkeit noch kein klares Bild..

    Ein Teil klingt relativ normal, nämlich der, in dem du beschreibst, dass du inzwischen weniger Fehlertolerant geworden bist. In früheren Jahren hattest du noch weniger Erfahrung, weniger Selbstbewusstsein, - inzwischen baut sich das immer mehr auf, und je mehr du erkennst, wie sehr deine eigenen Bemühungen bei dir zu Erfolgen führen, desto weniger kannst du mangelnde Bemühungen in deiner Umgebung wertfrei tolerieren.

    Ein ganz anderes Thema ist es aber, zu wie starken Gefühlsausbrüchen dieser Vorgang in dir führen kann. Du schreibst teilweise von Gefühlen wie Hass... Nun, - das sagt sich manchmal so leicht daher...

    Hass ist ein Gefühl, dass der Liebe sehr eng verwandt ist. Bedenke immer, dass du einen Menschen, der dir gleichgültig ist, unmöglich hassen kannst. Dass man Menschen, an die man keine Erwartungen geknüpft hatte, unmöglich hassen kann.

    Den Serienmörder aus USA, - oder den Kinderschänder aus Peru - das sind Dinge, die weit weg passieren, - ohne persönlichen Bezug - wir verurteilen diese Menschen, - aber wir hassen sie normalerweise nicht...

    Überlege dir das mit dem Hass also noch einmal, - ob du wirklich sagen würdest, du hasst sie... Falls dem so ist, frage dich, welche Erwartungen du an diese Menschen geknüpft hattest, und inwieweit sie diese enttäuscht haben.. Ein wesentlicher Aspekt zur Entwicklung von Hass ist auch, - dass deine Erwartungen enttäuscht wurden, OBWOHL diese relativ leicht hätten erfüllt werden können. Eine gewisse Absicht, Nachlässigkeit - selten auch mal Unfähigkeit muss diese Enttäuschung bei dir ambitionieren - sonst wird das meist nichts mit dem Hass...

    Falls dem wirklich so ist, solltest du dir über deine eigenen Anforderungen an deine Umgebung Gedanken machen: Sind diese vielleicht zu hoch? Welche Anforderungen / Erwartungen hast du an deine Umgebung, - und sind diese Erwartungen eigentlich fair?

    Vielleicht machst du dir über diese "Fährte" mal Gedanken und schreibst ein wenig darüber...

    So kann man vermutlich leichter feststellen, inwieweit sich deine Gefühle im Rahmen des Normalen abspielen, oder ob du hier doch eher Hilfe suchen solltest...

    Grüße vom Seeker
     
    #3
    Seeker2010, 27 Februar 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  4. Cadus
    Cadus (30)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    28
    28
    1
    Single
    Doch doch, ist schon häufig wirklich Hass, den ich anderen gegenüber empfinde, die einfach nicht das tun, was ich möchte und mich mit banalitäten nerven.
    Der Unterschied zum Massenmörder und Co liegt natürlich darin, wie und ob man diesem Gefühl nachgibt :zwinker: Bei mir würd das wohl eher in bösen Beschimpfungen und dem Versuch die Personen Psychisch zu treffen enden.

    Es ist einfach besch***** zu sehen, was ich früher für eine Person war und was heute daraus geworden ist.
    Bevor ich den Thread geschrieben habe, habe ich bei Studivz eine alte Freundin wieder gesehen, in die ich sehr lange verliebt war, wo aber nix raus wurde und was eigentlich auch genauso lange abgehackt ist.
    Für ne halbe Stunde oder so war es, als wär ich wieder verliebt, und da ist mir erstmal aufgefallen, dass ich so ein Gefühl seit über 1,5 Jahren nicht mehr hatte, bzw mich so gut gefühlt habe.
    Halt nur all die negativen Gefühle.

    Kann sowas über längere Zeiträume bleiben und dann verschwinden? Dass man wirklich 2 oder 3 Jahre lang einfach nicht wirklich glücklich ist, das Gefühl hat es seelisch auch garnicht mehr sein zu können, und dann doch nochmal glücklich zu werden?
    Im Moment glaube ich da bei mir nicht dran ....
     
    #4
    Cadus, 28 Februar 2010
  5. Mitbewohner
    Sorgt für Gesprächsstoff
    273
    43
    11
    in einer Beziehung
    Was machstn neben dem Studium? Hast du genug Beschäftigungen in deiner Freizeit? Läuft es mit den Freunden irgendwie schlecht?

    Wenn es dich so aufregt, bei Menschen, die du nicht ausstehen kannst, freundlich zu sein, dann versuche doch den Unterhaltungen aus dem Weg zu gehen.
    Warum nimmst du denn alles hin? Du musst auch mal deine Meinung geigen, bissig sein, sagen, falls was nicht passt.
    Bin kein Experte, aber auf mich wirkst du einfach nur komplett unausgeglichen, weswegen dich alles nervt und sich da ein Haufen Mist aufbaut, den du nicht rauslässt, weil EGAL?
    So egal kann dir das ja nicht sein, wenn es dich so aufwühlt.
    Man kann auch ohne "gemein, sarkastisch und sardistisch" zu sein, seine Meinung geigen und mal auf den Tisch hauen.
    Alles in Maßen
     
    #5
    Mitbewohner, 28 Februar 2010
  6. Seeker2010
    Gast
    0
    Damit das mit dem Hass funktioniert, müssen deine Erwartungen an deine Umwelt unterminiert werden, - und das geradezu absichtlich oder zumindest fahrlässig, - das hatte ich ja bereits geschrieben...

    Die nächste Frage ist, an WELCHE Erwartungen du deinen Hass knüpfst... - deine eigenen, oder Erwartungen die eher einem glorifizierten Idealbild nahekommen...

    Falls du an dich selbst die selben hohe Erwartungen knüpfst - und diese dann auch deiner Umgebung aufzwingst, dann solltest du dich fragen, ob deine Umgebung die selben Möglichkeiten hat, diese auch zu erfüllen.

    Einfachstes Beispiel ist dieses Forum hier: Die älteren / erfahrerneren User hir "könnten" ihr eigenes Vermögen mit vielen der Themen hier als Maßstab nehmen, und euch jüngeren diesen Maßstab aufzwingen. Wir müssten sagen, dass ihr selbst schuld seid, dass ihr diesen Maßstäben nicht gerecht werdet - und wir müssten euch auch noch Absicht unterstellen, - dass ihr euch "absichtlich so anstellt", - dass ihr uns anderen geradezu die Zeit und Nerven stehlen wollt mit euren Fragen... Erst dann könnten wir anfangen euch dafür zu hassen - wobei wir uns dann auch fragen müssten, warum wir für euch unsere Zeit hier verplempern...

    Du siehst hoffentlich, mit wie vielen falschen und ungerechten Aspekten diese Annahme gespickt ist.. (sonst müssten wir mal reden :zwinker:)...

    Falls deine Erwartungen aber eher an ein hochgestecktes Idealbild geknüpft sind, dann solltest du dieses mal unter die Lupe nehmen... Nicht jeder Mensch kann sich an deinem Idealbild ausrichten - kennt es vermutlich nicht einmal... Erwarte grundsätzlich keine Dinge von ihnen, die du selbst nicht mühelos erreichst, - und selbst wenn du das tust, frage dich, ob die anderen überhaupt die Möglichkeiten dazu haben.

    Es ist ein Riesen-Unterschied, ob jemand nicht kann, - oder ob jemand einfach nur nicht will....

    Und selbst, wenn deine Umgebung nicht will, - ist es immer noch die Frage, inwieweit sie diesem speziellen Punkt, für den du sie da gerade hasst, überhaupt die selbe Priorität beimessen, wie du...

    Für den einen mag z.B. die nahezu sterile Ordnung im Haushalt ein Riesen-Thema sein, - für andere reicht es völlig, wenn es mehr oder weniger ordentlich ist - eben wohnlich... Ist er deshalb ein schlechterer Mensch?

    Und wenn du erst einmal anerkennen kannst, dass sie eine andere Priorisierung in ihrem Leben (und es ist nun mal IHR Leben) nicht zu einem schlechteren Menschen macht, sondern dass es eben eine andere Lebensauffassung darstellt, dann müsstest du eigentlich umgehend damit aufhören, sie dafür zu verurteilen, - sie zu hassen...

    Der zentrale Denkfehler liegt also am Ehesten darin, dass du entweder deine eigenen- oder irgendwelche glorifizierte Erwartungen als den Nabel der Welt ansiehst - deine Norm als die allgemein gültige Norm ansiehst...

    Sobald du dir das eingestehen musst, hört der Hass sofort auf... Dein hoher Grad an normativem Denken ist für viele Lebensumstände eigentlich nur hinderlich und dein Hang, deine eigene Norm auf einen imaginären Sockel zu stellen, - über die Norm aller anderen Menschen in deiner Umgebung zu stellen, - hat auch etwas narzistisches...

    Abschließend: Wahre Größe zeigt ein Mensch nicht, indem er größer ist als andere und auf sie heruntersieht, - sondern vielmehr erkennt man sie an der ausgestreckten Hand und einem aufmunternden Lächeln...

    Grüße vom Seeker
     
    #6
    Seeker2010, 28 Februar 2010
  7. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
    20.750
    698
    2.618
    Verheiratet
    Ich kenne einen Menschen, dem es sehr ähnlich ergangen ist. Dieser Mensch hat sich dann in der Vorlesungsfreienzeit zurückgezogen und eine Woche lang nur das gemacht, worauf er Lust hatte, ohne sich bei irgendjemandem zu melden. Dies hat der Person sehr geholen, es ging ihr nach 7 Tagen wesentlich besser, sie konnte die anderen Menschen wieder viel besser ertragen und ihre Umwelt hat es der Person auch so bestätigt.
     
    #7
    xoxo, 28 Februar 2010

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