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Kinderkriegen heute

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von User 12900, 5 Juni 2010.

  1. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    In letzter Zeit stelle ich mir irgendwie immer öfter die Frage, ob man überhaupt noch guten Gewissens Kinder in die Welt setzen kann. Inflation, Umweltverschmutzung, Kriege, Welthunger, Arbeitslosigkeit usw. sind ja allgegenwärtig und es wird in Zukunft ja kaum besser werden. Einiges davon ist global und weit weg, aber einiges ist auch direkt vor unserer Haustür.

    Klar ist Deutschland noch gut dran, aber auch hier sehe ich für die Zukunft eher einen Trend nach unten als nach oben.

    Ich hätte irgendwie immer Angst, dass ich meine Kinder in eine immer schlechter werdende Welt schicke und sie dann mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben wie wir, nur schlimmer ausgeprägt, und das ist für mich keine schöne Vorstellung.

    An sich hätte ich schon gern mal Kinder, habe jetzt zwar keinen Kinderwunsch, aber ich finde sie süß und stelle mir das Leben mit ihnen schön und erfüllend vor. Aber ist das nicht egoistisch?

    An alle, die schon Kinder haben: Habt ihr keine Angst um deren Zukunft? Oder sehe ich das alles zu schwarz?
     
    #1
    User 12900, 5 Juni 2010
  2. User 78196
    Meistens hier zu finden
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    nicht angegeben
    Ich finde es gut, dass du dir solche Gedanken machst, aber all die Dinge, die du da aufzählst, sind nichts Neues. Die gabs schon immer und teilweise auch in schlimmeren Ausmaßen (z.B. Krieg direkt vor der Haustür).
    Deswegen spielen für mich persönlich diese Gründe eine untergeordnete Rolle bei der Frage, ob ich irgendwann mal Kinder will. Ich frage mich eher, ob die Umstände für mich später gut genug sein werden, um ein Kind großziehen zu können ohne seelisch dabei zu verkümmern.
     
    #2
    User 78196, 5 Juni 2010
  3. aiks
    Gast
    0
    Ich sehe es so wie Kuroi - das alles was du aufzählst ist wirklich nichts Neues.

    Und: in Krisengebieten kriegen die Leute viel mehr Kinder, als in Wohlstandsländern. Wenige bis keine Kinder kriegen ist normalerweise eine Angelegenheit des Friedens und des Überflusses.
     
    #3
    aiks, 6 Juni 2010
  4. Dr-Love
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Schön, das Du Dir darüber Gedanken machst. Du musst für DICH selber entscheiden, ob Du (und Dein Partner) das wollt. Immer in Angst zu leben - dies kann passieren, oder das - wird auch dem Kind keine positive Energie mit auf den Weg geben. Soll heißen, Du überträgst Deine Ängste (auch unbewusst) auf andere.

    Sicher gibt es auch schönere Länder zum Kinderkriegen. Ich finde Dänemark ganz nett. Gute Schulbildung, nette Leute. Aber wer will gleich sein Leben verpflanzen :grin:

    Mach Dir ruhig einen Kopf über das Für und Wider. Triff dann aber auch eine Entscheidung, mit der Du leben kannst.
     
    #4
    Dr-Love, 6 Juni 2010
  5. User 75021
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    Verheiratet
    Ich finde du siehst zu schwarz.
    Ich mache mir keine Sorgen um die Zukunft meiner Kinder-wie oben schon jemand schrieb:irgendwas ist/war doch schon immer und trotzdem haben die Leute weiter Kinder bekommen.
     
    #5
    User 75021, 6 Juni 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  6. VelvetBird
    Gast
    0
    Ich sehe es so: Wenn immer weniger Kinder auf die Welt kommen, macht dies die Welt letztlich noch schlechter.
    Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht beim Gedanken daran, irgendwann mal selbst welche in die Welt zu setzen, es ist der natürliche Lauf der Dinge. Und so wie wir heute mit bestimmten Missständen umzugehen lernen, so werden es auch unsere Kinder lernen. Die Welt bietet so viele schöne Seiten, dass ich es schade fände, es neuem Leben nicht zu ermöglichen, diese schönen Seiten kennen zu lernen.
    Natürlich ist es wichtig, dass man sich auch der Missstände bewusst wird, aber das darf einen doch nicht davon abhalten, Kinder in die Welt zu setzen. Man kann es als Ansporn sehen, dass man selbst und vielleicht auch die eigenen Kinder es irgendwann mal besser machen werden.
     
    #6
    VelvetBird, 6 Juni 2010
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  7. squarepusher
    Sehr bekannt hier
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    Single
    es wurden schon unter weit widrigeren umständen kinder in die welt gesetzt. ich finde auch man sollte äußere einflüsse aufs kinderkriegen nicht überbewerten. die welt, wie sie heute ist, ist nichts als eine momentaufnahme. man sollte kinder kriegen, weil man sich fortpflanzen will, und dabei nicht auf günstige, äußere rahmenbedingungen warten. aus dieser perspektive wird kinderkriegen immer wie einziger gigantischer aufwand aussehen, ganz egal wie toll die welt wäre.
     
    #7
    squarepusher, 6 Juni 2010
  8. donmartin
    Gast
    1.903
    So sehe ich das auch.

    Natürlich hat man gewisse Ängste wie es weiter geht in und mit der "Welt".
    Jeder Mensch lebt aber auch in seiner eigenen, kleinen Welt - egoistisch ist es, Kinder zu bekommen und sie innerhalb der eigenen Welt großzuziehen. Ohne sich der VErantwortung zu stellen, sein Handeln FÜR ein lebenswertes Leben und etwas für eine "bessere" Zukunft der folgenden Generation zu tun.

    Kinder bekommen und erziehen ist eine Lebensaufgabe und Verantwortung. Ihnen die schönen Dinge zu zeigen und ihnen mitzugeben, wie man, trotz aller Schwierigkeiten und auch einmal gegen den Strom ein Leben auf dieser Erde leben kann. Ein Leben das lebenswert ist und in dem man mit Umsicht und Engagement zumindest für sich sagen kann, das man dazu beigetragen hat es ein wenig "besser" zu machen.

    Verantortungslos und egoistisch handelst du, wenn dein Kind/deine Kinder nichts an dem Leben, an dem Einzigen und größtem, was du ihnen schenken kannst, nichts Lebenswertes sehen und pessimistisch dieses "wegwerfen" wollen.

    Die Menschen, Familien wachsen zusammen, wenn es schlechter geht.

    Und für dich selber, persönlich bedeuten Kinder ein lebenswertes und zufriedenes Leben auf dieser Welt - wenn du alt bist und sie Dir so viel zurückgeben werden, dass alle Probleme dieser Welt vergessen lassen.

    Ergo, es liegt an jedem selber WIE die Kinder die Welt sehen, in was für eine "Welt" wir sie entlassen.

    Der Mensch gibt die Hoffnung nie auf. In der Geschichte der Menschheit hat es durchaus schlechtere Zeiten gegeben, es gab wirklich düsterere Zukunftsaussichten.
    Alles geschieht zu seiner Zeit. Hätten die Menschen je aufgehört Kinder in die Welt zu setzen, wären Probleme nie gelöst worden.

    Es sind immer wieder Kinder geboren worden, die später die Welt in ein Chaos gestürzt haben - aber auch die Probleme gelöst haben, die Menschen mitgerissen haben und Großes geleistet haben.
    Wir sind Herdentiere und wer weiss.......niemand kann in die Zukunft blicken - hätten sich die Eltern von Ghandi zB nicht entschlossen Kinder zu bekommen..... :zwinker: ..... vielleicht ist DEIN Kind jemand, das "Großes" für diese Welt vollbringen wird...... :smile:

    Das ist spannend und das macht es leicht, an die Zukunft zu Glauben. Und an unsere Kinder.
     
    #8
    donmartin, 6 Juni 2010
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  9. simon1986
    simon1986 (30)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    2.015
    Verlobt
    Ich kann dich gut verstehen, RiotGirl
    Ich habe manchmal auch solche Gedanken, obwohl (oder vielleicht eauch weil) ich Kinder gern habe. In was für eine besch... Welt wir die Kinder setzen.

    Aber dann denke ich wieder: Was hilft es der Welt, wenn ausgerechnet DIE Menschen keine Kinder mehr haben, die sich eine bessere Welt vorstellen könnten, und die doch den Willen hätten, ihre Kinder zu sozialen, umweltbewussten Wesen zu erziehen, und nicht einfach zu kurzsichtigen Egoisten!

    Die Welt und das Leben könnten so schön sein! Ich möchte da nicht einfach das Handtuch werfen, nur weil menschlicher Egoismus so viel kaputt macht!

    Übrigens: die Vorstellung einer Welt ohne Kinder, dafür aus lauter gesunden, fiten, konsumfreudigen Senioren, von denen dann der Letzte das Licht löscht, finde ich ganz grauenvoll....
     
    #9
    simon1986, 6 Juni 2010
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  10. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ja, das stimmt natürlich und so denkt zB mein Freund auch. Aber dennoch habe ich den Eindruck, dass solche Leute in der Minderheit sind und damit meine Kinder eben unter vielen Leuten aufwachsen müssten, denen all diese Probleme egal sind.

    Dass es all die Probleme schon immer gab, mag sein, aber es ist ja kein Geheimnis, dass wir unsern Planeten zugrunde richten, irgendwann geht es so nicht mehr weiter. Wenn ich dieses Ölleck von BP sehe, das immer mehr Öl ins Meer pumpt, könnte ich kotzen und heulen zugleich. Sowas kann anscheinend sehr leicht passieren und man sieht, wie machtlos wir jetzt sind.

    Wenn sich zB China so weiterentwickelt wie derzeit, wird es sicherlich bald große Probleme geben, zum einen in der Ernährung, da die Chinesen mit steigendem Wachstum auch immer mehr Fleisch essen wollen, und zum andern auch in der Umweltverschmutzung, da sie ja leider kaum Standards für Umweltschutz haben, aber eben immer mehr Industrie betreiben.

    Ihr habt schon recht, es gab schon schlimmere Bedingungen, aber es gab sicher auch bessere. Aber nur, weil es schon schlimmere Bedingungen gab, soll ich ein Kind in die Welt setzen? Das klingt doch irgendwie traurig.
     
    #10
    User 12900, 6 Juni 2010
  11. donmartin
    Gast
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    Hey......grade dann und JETZT......wann denn sonst...?
    Es geht nicht darum dass uns die Probleme über den Kopf wachsen, sondern darum, dass diese Probleme ein UNGLEICHGEWICHT herstellen, die "Problemländer" werden der Probleme nicht mehr "Herr".
    Werden auf anderer Seite, gerade und in unseren Ländern MEHR Kinder geboren, würde durchaus ein Potential geschaffen, zusammen die immensen Probleme zu lösen! Ansonsten "überrollen" uns die Probleme "der Anderen" weil wir ohne Kinder "machtlos" sind, sie und deren Lösung anzugehen.

    Oder? :zwinker:
     
    #11
    donmartin, 6 Juni 2010
  12. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ja du hast von der Idee her schon Recht, aber es ist ja eben NICHT so, dass in den westlichen Ländern immer mehr Kinder geboren werden. Wenn der allgemeine Trend zurückgeht, bringt es meinem Kind auch nix, wenn ich es in die Welt setze, weil es dann, überspitzt gesagt, ja trotzdem allein auf weiter Flur dasteht, zumindest in Deutschland.
    Und die Leute, die in D viele Kinder bekommen, sind häufig nicht die, die ich mir als Weggefährten für meine Kinder wünsche, auch wenns gemein klingt...
     
    #12
    User 12900, 6 Juni 2010
  13. donmartin
    Gast
    1.903
    Ja....leider denken zu viele Menschen so wie du...... :smile:
     
    #13
    donmartin, 6 Juni 2010
  14. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    :grin: :ashamed:

    Aber wie kann man das ändern? Und vor allem: selbst wenn ich meine Meinung ändern sollte, löst es ja das Problem nicht, da ich ja auch nur 2-3 Kinder kriegen kann/will und die den Schnitt leider auch kaum anheben...
     
    #14
    User 12900, 6 Juni 2010
  15. donmartin
    Gast
    1.903
    Du änderst doch etwas. Sehr viel sogar, wenn du nur 1 Kind in die Welt setzt und in dem Sinne erziehst, wie es oben von mir und anderen beschrieben wurde.......

    Es heisst ja nicht, dass wenn du Kinder gebärst, dass DEIN Leben dann aufhört und du ihnen etwas übergibst und sie "entlässt" in eine "schlechte Welt".

    In dem du ihnen vermittelst, WIE eine bessere Welt aussehen könnte und du daran arbeitest, dass du "mitziehst" und dafür sorgst dass sie das Ungleichgewicht und die Probleme "sehen".

    Es ist eine philosophische Frage, ganz nüchtern betrachtet gibt es nicht genug Arbeit, schreitet die Verschmutzung vorran usw.....ABER.....was geschähe, wenn allein in Deutschland wieder Kinder geboren würden wie in den 60er und 70er Jahren?
    Würde dann nicht ein Umdenken stattfinden müssen? Vielleicht auch ein Rückschritt, alle müssten etwas kürzer treten müssen - keine Regierung der Welt könnte das ignorieren......
    Wenn ALLE "Nichts" mehr hätten, gäbs auch nichts zu verteilen. Vielleicht zwingen uns die Kinder zum Umdenken? Zum umorganisieren.
    Ich weiß, das hört sich sehr utopisch an, aber in dem Glauben und der Hoffnung an eine bessere Zukunft - dem optimistischen Denken daran komme ich vorran. Kann ich etwas tun - helfen, anderen helfen die vielen kleinen Welten die unsere Welt ausmachen zu erhalten und für Lebenswert zu halten - anstatt zu sagen, ok nutzt nix mehr.
    Du möchtest doch nicht dein LEben auf diese Stufe stellen und es nicht kommenden Generationen und/oder den Kindern vorenthalten FÜR ihr Leben und unsere Welt zu kämpfen und das Beste daraus zu machen.

    Vergleiche nicht die Gegenwart mit der Zukunft - denn dann wird es keine geben.

    Wenn du in deinem Fass Trinkwasser ein Loch entdeckst, was tust du?
    Du machst das Loch doch nicht noch größer, sondern versuchst eine Lösung dafür zu finden, wie das kostbare Wasser am Auslaufen gehindert werden kann......Und dann wirst du froh sein, wenn dein Kind auf die Idee kommt, doch seinen kleinen Finger, der als einziger dort reinpasst dort hineinzustecken........ :smile:

    Manchmal ist einiges zu Einfach, das wir nicht darauf kommen.
    Wir denken in Dimensionen und sehen riesen Problme auf uns zukommen, anstatt Potential zu schaffen, gemeinsam daran zu Arbeiten, sie zu lösen.

    Deine Gedanken in Ehren, aber schau nicht so düster in die Zukunft. Wir sind nur eine begrenzte und wirklich winzige Zeitspanne auf dieser Welt, die Fortbestand haben muss, und das funktioniert nunmal nur mit weiteren Generationen.
     
    #15
    donmartin, 6 Juni 2010
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  16. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ja, das hört sich für mich tatsächlich utopisch an. :ashamed:

    Ich wäre auch gern so optimistisch, aber dafür denke ich manchmal wohl zu rational. Du sagst ja selber, dass es rational gesehen wirklich so ist, wie ich es oben beschrieben habe. Mir fehlt wohl der Optimismus, oder vielleicht auch einfach der Kinderwunsch, wer weiß?
     
    #16
    User 12900, 6 Juni 2010
  17. waschbär2
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    Ich denke, dass man diese pessimistische Grundhaltung doch zumindest hinterfragen soll.
    Ob die Welt für Kinder denn früher wirklich "besser" war, liegt nämlich im Auge des Betrachters.

    Man kann nämlich nicht erwarten, dass es eine "perfekte" Welt für Kinder gibt.
    Jede Generation hat ihr Päckchen zu tragen und das wird sich auch nie ändern. Dafür hat sie dann auch andere Dinge, von denen die vorherige Generation nur träumen konnte.

    Kinder in die Welt zu setzen ist deshalb weniger von der Umgebungssituation abhängig, als von der persönlichen Einstellung dazu.
     
    #17
    waschbär2, 6 Juni 2010
  18. User 42876
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    Hallo RiotGirl,

    zunächst zu deiner letzten Frage: Ich denke du machst es dir damit unnötig schwer, indem du dir als Einzelperson zuviel zumutest. Es ist nicht deine und meine Aufgabe mit unseren PartnerInnen genügend Kinder in die Welt zu setzen, sie "richtig" zu erziehen und somit einen signifikanten Beitrag zur Weltverbesserung zu leisten.
    Aber dennoch können wir unseren Teil dazu beitragen. Auch gesamtgesellschafliche Bewegungen entstehen aus einem Mosaik von Einzelentscheidungen und -Handlungen. Wenn wir uns also für die Gründung einer Familie entscheiden, positiv an diese (Herkules-)Aufgabe herangehen und unser Umfeld die Freude an der Herausforderung spüren lassen, also mit einem gewissen Optimismus an das Thema herangehen - ich bin mir sicher daß das eine Ausstrahlung hat, die, vielleicht unbewusst, wieder jemand in deinem Umfeld beeinflussen kann auch eine Familie zu gründen, usw. usf. :zwinker:
    Noch vor wenigen Jahren war ich auch so ein massiver Skeptiker und dann hat mich letzendlich ein einziges Gespräch mit einem gar nicht mal so engen Bekannten überzeugt. (Nebenbei: Der Mann ist noch dazu selbständig, hat also ein ungleich größeres Existenzrisiko als z.B. ein Beamter...) Jedenfalls hat er mich schlicht und einfach gefragt "macht dir das Leben Spaß?": 'Ja'. Seine nächste Frage "bist du also gern auf der Welt?": 'Ja'. Drittens: "na dann überleg mal was wäre, wenn deine Eltern deine Skepsis gegenüber dem Kinder kriegen gehabt hätten..." Das wars, damit hatte er mich quasi entwaffnet.
    Nach einem 1-jährigen Auslandsaufenthalt am anderen Ende der Welt finde ich jetzt erst recht, daß speziell wir im deutschsprachigen Kulturkreis dazu neigen überwiegend die negativen Dinge zu sehen und leider oft vergessen was alles positiv läuft; in unserem persönlichen Leben, aber auch gesellschaftlich.
    Nehmen wir nur mal dein Beispiel Inflation. Nur weil wir jetzt gerade eine Währungskrise haben und die Inflationsrate vielleicht 3-4% beträgt, ist das doch gar nichts im Vergleich zu der Hyperinflation nach den Weltkriegen und aktuell in anderen Regionen. Auch wenn es anders scheint, so wird doch jetzt recht erfolgreich versucht, die gleichen Fehler wie damals nicht zu wiederholen.
    Neulich hat jemand in einem anderen thread gefragt "in welcher Epoche würdest du gerne leben?" und ich kann für mich sagen: In dieser! Früher war es mit Sicherheit nicht besser! Die Menschheit hat es z.B. im vergangenen Jahrhundert geschafft viele Krankheiten zu heilen, ja auszurotten, die Millionen das Leben kosteten. Wir haben Impfungen entwickelt, die unseren Kindern Überlebenschancen bieten, die vor 100 Jahren noch undenkbar erschienen! Andere haben es hier schon angedeutet, was wäre z.B. gewesen, wenn die Eltern von Louis Pasteur oder Robert Koch sich gegen das Kinder kriegen entschieden hätten?
    Anfang der 80er gabs mit der no-future (und teilweise Punk) Bewegung auch einen gewissen Skeptizismus. Gut dazu passt die Entwicklung der Wasserqualität des Rheins. Waren zu Beginn der 80er noch Chemieeinleitungen in den Rhein die Regel, Badeverbote allerorten ausgesprochen und der Fischbestand fast nicht mehr vorhanden, so hat man es doch erkannt und entsprechend gehandelt. Jetzt kannst du i.d.R. wieder bedenkenlos am Rheinufer baden und die Angler sind auch glücklich :zwinker:
    Was ich damit sagen will, ist daß wir gerade durch den Fortschrittsglauben und den menschlichen Entwicklungsgeist nicht nur Probleme schaffen, sondern auch lösen können!
    Kennst du die Webseite 'Ted talks'? Mein Beitrag hier wurde u.a. durch einige der Vorträge dort inspiriert. Kann nur empfehlen dort mal rein zu sehen.
    Der Mensch ist ein sehr anpassungsfähiges Wesen. Häufig gehen nachfolgende Generationen ganz anders mit Problemen, Werten und Moralvorstellungen um. Und das ist auch gut so. Bei allen berechtigen Ängsten und Sorgen denke ich, man sollte nicht versuchen die möglichen Lebensumstände der Kinder und Enkel zu sehr vorauszuberechnen, sondern einfach auf deren Intellekt setzen, die werden sich schon durchbeissen, genauso wie es unsere Vorfahren geschafft haben.
     
    #18
    User 42876, 6 Juni 2010
    • Danke (import) Danke (import) x 1
  19. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    Danke für deinen Beitrag. :smile:

    Auf die Frage deines Bekannten hätte ich aber vermutlich geantwortet "Dann gäbe es mich jetzt eben nicht, also könnte mich das auch nicht stören." :tongue:

    Aber ich versteh schon, wie du es meinst. Vielleicht liegt meine Einstellung auch daran, dass ich den Menschen nicht als die ultimative Krone der Schöpfung (an die ich nicht glaube :zwinker:) betrachte und ich nicht wirklich daran glaube, dass die Menschen zB jemals Umweltschutz vor Profit stellen würden (was mMn irgendwann zwingend notwendig sein wird)? In einigen Ländern vielleicht, aber weltweit glaube ich nicht daran.

    Ebenso belastet es mich irgendwie, dass wir hier in den westlichen Ländern nur ein so gutes und bequemes Leben führen können, weil wir dies auf Kosten anderer Menschen am andern Ende der Welt tun. Das ist doch einfach falsch und ich will dazu eigentlich nicht noch beitragen, indem ich noch mehr Menschen in die Welt setze, die ebenfalls auf Kosten anderer leben. :ratlos:
     
    #19
    User 12900, 6 Juni 2010
  20. User 42876
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    nicht angegeben
    gern geschehen :smile:
    bewusst provokant gefragt: Müsstest du dich dann nicht eigentlich (sofort) umbringen, weil du deinen Lebenswandel nicht komplett auf 100% korrekt umstellen kannst?
     
    #20
    User 42876, 6 Juni 2010

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