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Komische Art von Alkoholismus?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Dilara-Zoé, 25 Juni 2005.

  1. Dilara-Zoé
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Hallo. Ich habe ein Problem. Und zwar mit meinem Vater.
    Er hat jetzt endlich zugegeben, dass er Alkoholiker sei. Wie ich das mitbekomme, fängt er schon morgens an mit einem Glas Wein. An einem Tag dürfte sein Alkoholverbrauch bei ca. 2 Flaschen liegen. Dazu gegebenenfalls noch Bier. Er trinkt manchmal nichts unalkoholisches mehr, spült sich nach dem Essen mit Wein den Mund.
    Das war eigentlich schon immer so und wegen ihm habe ich auch irgendwie eine "Weinphobie" und kann mit besoffenen Leuten (die mir sehr nahe stehen) nicht umgehen.
    Was mich nur stutzig macht an der ganzen Sache: Er macht manchmal so Wochen, wo er nur Grünkost isst und da trinkt er dann auch keinen Tropfen Alkohol. Neulich war er im Krankenhaus und hat da 3 Wochen ohne ausgehalten.
    Kann man das denn dann Alkoholiker nennen? Er ist ja auch nie besoffen, er fährt selbst nach 2 Pullen Wein noch so gut Auto (und das bei einer sehr rasanten Fahrweise), dass er noch nie im Leben einen Unfall gebaut hat und er einfach der sicherste Autofahrer ist, den ich kenne. Er wirkt nie irgendwie blau, man merkt ihm absolut gar nichts an.
    Ich versuche natürlich, die Sache zu verdrängen, weil was soll ich schon tun? Er weiß es ja selber! Nur ist es nicht irgendwie eine komische Abhängigkeit? Richtige Alkoholiker können doch gar nicht mehr ohne, aber er scheinbar schon. Zittern tut er auch nie.

    Mich belastet das schon, er wohnt nicht bei uns und ich seh ihn auch nur 2 Mal im Jahr für 2 Wochen, aber jetzt gerade muss ich mir wieder mit anschauen, wie er ein Glas Wein/Bier nach dem anderen trinkt. Was soll ich tun? Ihm geht es ja nicht schlecht offensichtlich und irgendwie scheint es, als wäre er immun gegen Alkohol...er trinkt Wein weg wie Wasser.

    Was sagt ihr dazu? Bitte helft mir mal weiter...
     
    #1
    Dilara-Zoé, 25 Juni 2005
  2. User 37179
    User 37179 (32)
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    vergeben und glücklich
    Das kommt mir alles sehr bekannt vor. :rolleyes2

    Mein Vater war auch Alkoholiker. Und mit ihm war es auch immer so, wie in deiner Beschreibung- man hat es ihm normalerweise nie angemerkt, und er hatte auch so Phasen, in denen er wochenlang ohne auskam (ähnlich wie bei deinem krankheitsbedingt).

    Nun zu deiner Frage: "Was soll ich tun?".
    Tja- meiner Erfahrung nach kannst du nicht wirklich was machen. Sicher, du könntest mit ihm reden, aber solang es ihm damit offenbar noch so gut geht wird er wohl kaum einsehen, dass der Alkohol ein Problem ist bzw. dazu werden kann und damit aufhören.

    Auch wenn es hart klingt: Du darfst das nciht so an dich heranlassen, nicht seine Probleme zu deinen machen, denn das schadet dir nur, und helfen kannst du ihm damit auch nciht.
     
    #2
    User 37179, 26 Juni 2005
  3. Dilara-Zoé
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Ich weiß, ich versuche ja auch schon, das Ganze zu übersehen und zu verdrängen, aber komplett geht das nicht. Zum Glück "muss" ich ihn nur zwei Mal im Jahr sehen, sonst ginge es mir bestimmt ziemlich schlecht. Ich habe noch nie Wein getrunken, weil mich das irgendwie immer daran erinnert. Ich fand es als Kind immer so ekelig, wie er das Zeug getrunken hat.

    Und er weiß, dass er abhängig (?) ist, aber es geht ihm offensichtlich sehr gut damit, immerhin ist es schon seit ca. 25 Jahren so. Bei ihm zuhause stehen Massen von Wein in Tetrapacks rum, also Massenware im Sonderangebot bei Aldi. Für ihn spricht natürlich, dass er keine Harten Sachen konsumiert. Aber gleich zum Frühstück, wo andere einen Kaffee trinken, ein Glas Tetrapack-Wein? Das tut mir irgendwie weh, das mit anzusehen.
     
    #3
    Dilara-Zoé, 26 Juni 2005
  4. Tilak
    Gast
    0
    Diese Art Alkoholiker werden als Quartalssäufer bezeichnet. Die Formulierung ist allerdings sehr grobschlächtig, trifft es aber auf den Punkt.

    Weitere Infos hierzu:
    http://www.alkoholselbsthilfe.de/ash104.html

    Wenn du ihn dazu bewegen könntest, zu den anonymen Alkoholikern zu gehen, wäre dies sehr hilfreich. Dies setzt natürlich die Einsicht deines Vaters voraus. Das er zugegeben hat, Alkoholiker zu sein, ist schon außergewöhnlich und könnte auf Einsicht hinweisen. Ich kenne Leute, die in dieser Selbsthilfegruppe trocken geworden sind und dies auch dauerhaft geschafft haben.

    http://www.anonyme-alkoholiker.de/
    Diese Selbsthilfegruppe ist in jeder halbwegs größeren Stadt zu finden.

     
    #4
    Tilak, 26 Juni 2005
  5. XhoShamaN
    XhoShamaN (31)
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    vergeben und glücklich
    Schwieriger Fall. Ihm gehts noch gut, von daher wirst du's bedeutend schwieriger haben ihn zu beeinflussen. Dass er zugibt, Alkie zu sein, das ist bewundernswert. Ich hatt in meiner Abiturklasse n Kumpel, der gerade dabei war, zum Alkie zu werden. Literweise Bier vernichtet nach der Schule. Jeden Tag. Ich hab ihn dann einfach mal gefragt, WIESO er das tut. Er konnte es mir nicht sagen. Scheinbar hat ihn das dann beschäftigt und er hat sich Gedanken drüber gemacht. Es wurde immer weniger. Heute bewegt er sich in normalen Massen.
     
    #5
    XhoShamaN, 26 Juni 2005
  6. Damian
    Damian (36)
    Doctor How
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    598
    6.770
    Verheiratet
    Hallo Dilara-Zoé!

    Da das wichtigste schon gesagt wurde, kann ich an dieser Stelle nur eine persönliche Erfahrung einbringen.
    Ich habe mal in einem Therapiezentrum gearbeitet, in dem Hauptsächlich Alkies einkehren.
    Eines Nachts stand mir mal ein Mittelgroßer Mann gegenüber, der sich einen Moment lang völlig normal mit mir unterhalten hat. Da ich aber eine Fahne festegestellt habe, gings zum pusten zur Schwester.
    Ich hatte geschätzt, daß er sich vielleicht an 2 Bierchen vergriffen hat oder so, was ja für einen Alkoholiker, der sich bessern will, auch nicht sonderlich gut ist.
    Der Mann hatte über 4 Promille!!!!!!!!!

    Fakt ist jedoch, daß die Reaktion geringer wird. Auch wenn man immum gegen das Nervengift Ethanol (Trinkalkohol) wird, in dem man es häufig einnimmt, es bleibt dabei: Die Reaktion ist im Keller und je schneller man Fährt, deste mehr Reaktion braucht man. ICh persönlich würde niemals in ein Auto einsteigen, daß von jemandem gefahren wird, der getrunken hat. Lieber Taxi, wenns sein muß!

    Grüsse


    Damian
     
    #6
    Damian, 26 Juni 2005
  7. Mr.Eierhals
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    Verlobt
    Wenn er als Alkoholiker selber zugibt, ein Alkohohlproblem zu haben, dann ist er bereit sich helfen zu lassen. Dann wird er die Hilfe auch annehmen....
    Bleib dran.......hilf ihm und versuche auch Hilfe zu finden.
     
    #7
    Mr.Eierhals, 26 Juni 2005
  8. Dilara-Zoé
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    Hallo, danke für die Antworten.

    Er hat es zugegeben, aber dabei gelacht. Ich glaube auch nicht, dass es ein Verlegenheits-Lachen war, ich denke vielmehr, dass er die Sache überhaupt nicht ernst nimmt. Ihn stört es also überhaupt nicht und wenn jemand glücklich so ist, wie er ist, dann kann man als Außenstehender wohl noch weniger tun, oder? :frown:

    Und die Sache mit dem Autofahren:
    Seine Reaktion ist kein bisschen Schwach. Ehrlich, selbst wenn er getrunken hat, ist die noch besser, als die von so manch Nüchternem. Er ist ja auch kein normaler Alki. Zwei Flaschen Wein am Tag ist ja verhältnismäßig wenig.

    Quartalstrinker könnte er sein. Man weiß es nicht. Er hat es auch schon mal ein jahr ohne Alkohol ausgehalten. Ohne dass er irgendwie Entzugserscheinungen hatte.

    Was auch immer es ist, es macht mir schon Sorgen, aber ich kann nichts tun, weil er weder seine "Krankheit", noch mich, noch irgendwen anders ernst nimmt. :geknickt:
     
    #8
    Dilara-Zoé, 26 Juni 2005

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