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Kommunikationstheorie nach Watzlawick

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Asti, 6 November 2006.

  1. Asti
    Verbringt hier viel Zeit
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    14
    nicht angegeben
    Ich schreibe morgen ne Deutschklausur (Analyse über Maria Stuart) und da wird höchstwarscheinlich auch eine Frage zur Kommunikationssituation nach der Theorie von Watzlawick kommen.

    Jetzt wurde das Thema scheinbar in allen Klassen im letzten Jahr durchgenommen, außer bei mir nicht und ich hab keinen Plan von der Materie. Google hilft mir auch nicht wirklich weiter.

    Konkret genommen will ich folgendes wissen:

    Wie ist das mit der symetrischen und komplementären Kommuniationsstruktur?

    Was ist die Beziehungs-, was die Inhaltsebene?
     
    #1
    Asti, 6 November 2006
  2. Melia
    Melia (37)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Kurz aus dem Gedächtnis, welche Begriffe wichtig sind:

    1.)
    Explizite und implizite Aussagen: explizite meint direkte Aussagen, also die in der Formulierung direkt gesagt wurden; implizite sind indirekte Aussagen, die nur durch Kontextkenntnis vom Gegenüber erkannt werden können.
    Beispiel: "Ich gehe heute Abend in die Disko". Explizit: Der Sprecher geht heute Abend in die Disko :smile:, implizit: ich bin mit dem Sprecher befreundet, er will wissen, ob ich nicht vielleicht mitkommen will. So läßt sich gut Ironie oder Sarkasmus erklären. Bei "Das hast Du ja ganz toll gemacht" wäre explizit nur ein Kompliment zu entnehmen; allerdings würde es durch entsprechende Gestik/Mimik oder Hintergrundwissen als Sarkasmus enttarnt werden.

    2.)
    symetrischen und komplementären Kommuniationsstruktur?
    Es geht hier um das Verhältnis der Gesprächspartner zueinander. Bei symmetrischen Beziehungen sind die Gesprächspartner gleich gestellt, bei komplementärer Beziehung haben sie eine unterschiedliche stellung. Bsp: unterhalten sich 2 Freunde über eine Party (keiner hat einen Wissensvorsprung, sondern es ist nur eine lockere Unterhaltung) kann man von einer symmetrischen Kommunikation ausgehen. Unterhälst Du Dich hingegen mit Deinem Lehrer über die KLassenarbeit ist es komplementäre Kommunikations: er kennt die Klassenarbeit ja immerhin schon und bewertet sie hinterher auch noch.
    Du siehst, hier geht es im Grunde nur um Hierarchien; symmetrische Struktur ist oft angestrebt, wird aber dann von einer komplementären überlagert (Bsp. wäre dieses "Gespräch": ich versuche, locker zu erklären, aber es handelt sich natürlich durch meinen Wissensvorsprung trotzdem um eine komplementäre Beziehung)

    3.
    Watzlawik untersucht Aussagen auf 4 verschiedenen Funktionen: Inhaltsebene, Beziehungsebene, Selbstoffenbarungsebene, Appellebene.
    Das klassische Beispiel: Frau und Mann sitzen im Auto, Frau fährt, Mann sagt: "Die Ampel ist rot"

    Inhaltsebene: reine Sachaussagen, Daten und Fakten, die in einer Botschaft enthalten sind. Im Bsp: Die Ampel hat auf die Farbe rot geschatet. Mehr nicht.

    Apellfunktion: Wunsch, Aufforderung des Sprechers. Im Bsp: Halt bitte an!

    Beziehungsebene: hier wird ausgedrückt/ aufgenommen, wie das Verhältnis der beiden Personen empfunden wird. Im Bsp.: der Mann fühlt sich in der Position, die Frau auf die Ampel hinzuweisen. Erst aus dem nächsten Satz kann man sehen, ob die Frau diese angestrebte komplementäre Beziehung akzeptiert ("Danke, Schatz"/ wohl gemerkt nicht ironisch konnotiert) oder sie zurückweist ("Das sehe ich. Fahr Du doch, wenn Du alles besser weisst")

    Selbstoffenbarung: der Sprecher vermittelt (bewußt oder unbewusst) etwas über sein Selbstverständnis, seine Motive, Werte, Emotionen etc. Im Bsp: Ich, der Sprecher, maße mir an, dieses sagen zu können. Ich, der Sprecher, denke, dass meine Frau die rote Ampel nicht erkennt bzw. darauf nicht richtig reagiert. Ich, der Sprecher, bin ein guter Autofahrer.

    Wichtig ist immer herauszufinden, welcher dieser Aspekte im Vordergrund steht; häufig lässt sich da trennen zwischen dem Aspekt, den der Sprecher in den Vordergrund stellt und dem, den das Gegenüber in den Vordergrund stellt (im Bsp.: vielleicht will der Mann wirklich nur sagen, dass die Ampel rot ist. Er fährt sonst immer und sagt es gedankenlos. (--> im Vordergrund ist die Inhaltsbene)Die Frau hingegen sieht es als Angriff auf ihre Fahrkünste, vielleicht gerade weil sie so selten fährt.(--> im Vordergrund ist die Beziehungsebene)) Du siehst, bei Watzlawik ist Komminikation immer wechselseitig.

    Das Sprechen über Kommunikation nennt man übrigens Metakommunikation

    So, dann viel Glück für die Arbeit. Wenn Du noch was wissen willst, sag Bescheid. Ich krame dann nochmal in meinem Gedächtnis
     
    #2
    Melia, 6 November 2006
  3. TheRapie
    TheRapie (34)
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    nicht angegeben
    #3
    TheRapie, 6 November 2006
  4. Schuguck
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Melia hat das sehr gut zusammengefasst.

    Nachzulesen auch in dem (taschen)Buch: Miteinander Reden I von Schulz von Thun.
     
    #4
    Schuguck, 6 November 2006
  5. Asti
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    Super, vielen Dank!
     
    #5
    Asti, 6 November 2006
  6. [sAtAnIc]vana
    Sehr bekannt hier
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    173
    2
    nicht angegeben
    das haben wir auch durchgenommen :grin:

    aber ohne google hätt ichs auch net mehr hinbekommen *denk*

    ich mein wir haben damit Lorio oder so besprochen oO

    vana
     
    #6
    [sAtAnIc]vana, 6 November 2006

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