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Kompromisse oder Opfer in einer Beziehung

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von chouchou, 28 Dezember 2007.

  1. chouchou
    Gast
    0
    Hallo,

    ich kenne da einen mann in den ich mich sehr verliebt habe. Wir verstehen uns super gut und kommen aber irgendwie nicht zusammen. Und zwar aus dem Grund, dass er Jehovas Zeuge ist und ich bin davon überzeugt, dass diese Religion eine Sekte ist! ich bin nicht so glaubig und gehe höchstens 1 mal pro Jahr in die Kirche. Für mich ist dieses Thema ziemlich heikel und es ist schon ein wichtiges Kriterium um eine Beziehung mit jemandem anzufangen.
    Trotzdem bin ich zu streng wenn ich so denke? was haltet ihr von Jehovas Zeugen? ich habe gehört dass die Jehovas Zeugen mehr untereinander heiratet und so! ich habe Angst, dass dieser Freund irgendwie versucht mich so manipulieren, dass ich irgendwann zu denen gehöre!
    Ist es in einer Partnerschaft möglich unterschiedliche "Religionen" zu haben und das dauerhaft? ist es gesund für eine Beziehung?

    Danke für euer Feedback
     
    #1
    chouchou, 28 Dezember 2007
  2. Chimaira25w
    Verbringt hier viel Zeit
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    2
    nicht angegeben
    Zu allererst: alles ist möglich, wenn man nur will.

    Das Problem ist nur, inwiefern dein Freund das auch so sieht. Wenn er seine Religion in den Vordergrund stellt und dich hintenanstellt, dürfte es schwierig werden.
    Wie "exzessiv" lebt er seine Religion denn? Ich kenne mich mit den Zeugen Jehovas nicht so gut aus, als dass ich mir ein Urteil erlauben könnte.

    Ich würde mich ersteinmal mit der Religion auseinander setzen, am besten zusammen mit deinem Freund. Danach musst du entscheiden ob diese Religion euer Zusammenleben zu sehr beeinflussen würde.
     
    #2
    Chimaira25w, 28 Dezember 2007
  3. Pink Bunny
    Pink Bunny (27)
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    in einer Beziehung
    Für mich ist das eine Sekte und ich würde auch ehrlich gesagt nichts mit einem solchen Mann anfangen. Ich hatte mal in meiner Klasse einen Jungen der auch zeuge Jehovas war und bei ihm war es wirklich krass. Keine Geburtstag kein fasching und andere Feste konnte er auch nie mit feiern. Einmal war ich bei ihm zuhause und seiner Mutter hat mich dann vor die tür gesetzt und hat gemeint ich sei Gottlos (bin Atheistin) :eek: weil ich nicht dazu gehörte.

    Ist vielleicht ein Krasses Beispiel aber diese leute leben nach regeln die ich persönlich nicht akzeptieren könnte.
     
    #3
    Pink Bunny, 28 Dezember 2007
  4. Schmusekatze05
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    Verheiratet
    Wenn ich mich recht erinnere dürfen Zeugen Jehovas auch keine Bluttransfusionen empfangen. Wie sieht es z.B. aus, wenn ihr mal Kinder habt; wird er denen lebensrettende Transfusionen verweigern? Okay, ihr steht am Anfang einer Beziehung, vielleicht ist das zuweit gedacht, aber ich persönlich würde sowas vorher klären wollen und nicht erst, wenn es wirklich soweit ist. Ich würde keine Energie in eine Beziehung stecken wollen, aufgrund völlig konträrer Einstellungen später nicht funktionieren kann.
     
    #4
    Schmusekatze05, 28 Dezember 2007
  5. Metric
    Metric (26)
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    vergeben und glücklich
    Das hängt natürlich davon ab, wie gläubig und streng dein Freund ist.

    Wenn er dieses Sekte (das ist diese Gemeinschaft tatsächlich) als seine Religion ernst nimmt und glaubt, was ihm gepredigt wird, dann wirst du ihn nicht ändern können und eine Ehe wird warscheinlich darauf hinauslaufen, dass du eine Zeugin wirst.

    Aber auch wenn er das weniger ernst nimmt, so wird er dann womöglich soviel Druck von den anderen Sektenmitlgiedern bekommen, dass er entweder die Beziehung beenden oder dich zum Eintritt übereden müssen wird.

    Meinte Tante war mal bei denen und die sind da ziemlich rigide. Vor allem die strengen, da kannst du vieles Vergessen, da sie alles ablehnen was als "weltlich" betrachtet wird.
     
    #5
    Metric, 28 Dezember 2007
  6. many--
    many-- (32)
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    Verheiratet
    Eine Partnerschaft über Religionsgrenzen hinaus ist sicher möglich, aber meisten kompliziert, weil verschiedene Religionsgemeinschaften das Thema "Partnerschaft, Ehe und Sex" ganz verschieden kulturell ritualisiert haben, und man dann irgendwie versuchen muss, beiden Traditionen gerecht zu werden. Noch vor gar nicht so langer Zeit war sogar eine Heirat zwischen Katholik und Protestant in gool old germany jedenfalls verwaltungstechnisch ein Problem: wie wird geheiratet, wie werden die Kinder erzogen... ich kenne Leute, die darüber ein schriftliches Statement abgeben mussten.
    Ungleich komplizierter wird das Thema Bräuche und Sitten natürlich, wenn man über die christlichen Kernkonfessionen hinaus sich orientiert.
    Noch komplizierter wird es dann, wenn Religion nicht nur als Brauchtum, sondern als gelebter und praktizierter Glaube präsent ist. Da kann man dann als Faustformel sagen: je unterschiedlicher die Einstellung der Partner zum Thema ist, desto größer werden die Probleme sein. Krasses Beispiel: Partner 1 ist Atheist oder vielleicht Gelegenheitskirchenbesucher (du?), Partner 2 ist aktives Mitglied einer zentral aufs Religiöse ausgerichteten Lebensgemeinschaft, vielleicht sogar einer mit missionarischem Anspruch (dein Partner?) und lebt das auch absolut aus.

    Aber ich will deine Lage nicht vorverurteilen. Generell, wie gesagt, ist eine solche Partnerschaft möglich, vorausgesetzt, beide Parteien sind in der Lage, den Standpunkt des anderen zu respektieren und versuchen nicht, den anderen zu ihrer Position zu bekehren (ja, das gilt auch für den nichtreligiösen Partner). Die Zeugen Jehovas sind sicherlich nicht Scientology, aber, und ich spreche aus der eigenen Erfahrung, der durchschnittliche Zeuge ist sicher etwas (praktizierend) religiöser das der Durchschnittsdeutsche. Es kommt hier also darauf an, wie du und dein Auserwählter die Sache miteinander regeln.
     
    #6
    many--, 28 Dezember 2007
  7. chouchou
    Gast
    0
    Um mißverständnisse zu verhindern, wir sind noch nicht zusammen und genau aus diesem religiösen Hintergrund! wir kennen uns aber ziemlich lange (fast 8 Jahre) und während dieser Zeit hat er fast nie mit mir über Gott geredet! das einzige mal wo er das getan hat habe ich ihn darauf angesprochen dass ich es nicht gut heiße und dann hat nicht mehr davon angefangen.
    Ich weiß aber dass er mindestens 1 mal pro Woche in die kirche geht und dass sogar die Leute von seiner Kirche wissen wo er wohnt! wie krass ist das denn?
    Er hat mir einmal erzählt dass diese Leute ihn besucht haben weil er irgendwann nicht mehr so oft in die Kirche gegangen ist, um ihn zu fragen was los mit ihm ist! wie krass ist das denn? also ich finde das schon irgendwie ungewöhnlich! ist das alles ein Zeichen dass Jehovas Zeugen doch eine Sekte ist?
     
    #7
    chouchou, 28 Dezember 2007
  8. many--
    many-- (32)
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    Verheiratet
    Also erstmal: offensichtlich macht er ja keine Anstalten, dich irgendwie bekehren zu wollen: das sollte dich schonmal beruhigen. Kennst du denn seine Eltern und/oder seine Freunde? Wie sind die denn so drauf?
    Was du von seinem Kirchgangverhalten beschreibst, ist nicht weiter ungewöhnlich: die Tatsache, dass er dort bekannt ist und die Leute sich dort auf ihre Weise um ihn Sorgen, kann man unter dem Begriff "Kirchengemeinde" zusammenfassen, das hat noch nichts mit Sektentum zu tun.
    "Sekte" ist ohnehin ein sehr problematischer Begriff, den man auf viele verschiedene Weisen ge- und missbrauchen kann. Ich versuche ihn mal so zu definieren, wie du es vermutlich verstehst: Sekte = eine religiöse Lebensgemeinschaft, die "unnormal" ist und deren Mitglieder auch "unnormal" sind. Eine Gruppe, die Leute in ihren Bann ziehen will. ... Ungefähr richtig?

    Wie schon gesagt, so würde ich die Zeugen aus eigener Erfahrung dann eher nicht einschätzen. O.g. Beschreibung geht eher in Richtung Scientology, also einer Sekte mit Totalitätsanspruch.
    Bei den Zeugen, die recht heterogene Ansätze zeigen, kannst du "normale" Leute finden, die nur etwas öfter in die Kirche gehen. Aber es gibt eben unter den Zeugen prozentual einen recht hohen Anteil von Leuten, die ihre (etwas "andersartige") Religion sehr offen und aktiv ausleben. Die vor allem sehr religiös sozialisiert sind, dh Glauben und Religion und das tägliche Ausleben von beidem als total normal ansehen.

    Und hier habe ich be dir so meine bedenken: was du alles als "krass" oder "wie krass ist das denn" bezeichnest, ist eigentlich noch relativ moderat ausgelebte Religiösität. ... Vielleicht ist letztendlich nicht das Problem, dass dein potentieller Partner religiös ist, sondern dass du nicht damit umgehen kannst? Das Ganze als zu anders, zu bedrohlich empfindest? Ich meine, du kennst ihn doch, sagst du, schon seit 8 Jahren. Wie gut kennst du ihn denn? Kannst du seine Lebensumstände irgendwie einschätzen?

    Wenn nicht, rate ich dir, dies erst mal zu versuchen: lerne ihn und seine Religion(sgemeinschaft) erstmal kennen. Momentan hast du eine - dem Unbekannten gegenüber durchaus verständliche - Abwehrhaltung gegenüber der "krassen Sekte".
    Du brauchst offenbar mehr Informationen, um dir über deinen Standpunkt klar zu werden.
     
    #8
    many--, 28 Dezember 2007
  9. User 15848
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    nicht angegeben
    Many hat das alles schon recht gut ausgeführt.

    Ich glaube, wenn er dich bis jetzt nicht bekehren wollte, wird er es auch in Zukunft nicht tun. Für mich sieht das eher so aus, als müsste er - im Falle, dass er eine Beziehung mit dir will - seiner Religion den Rücken kehren.
    Das klingt vielleicht für dich ganz gut, aber das ist genauso problematisch, wie es im umgekehrten Fall wäre. Ich weiß zwar nicht genau, wie überzeugt und aktiv er als Zeuge ist, aber im Normalfall bilden die Überzeugung den Lebensinhalt, die anderen Mitglieder das soziale Umfeld etc. Würde er das für dich aufgeben, bliebe da immer die Gefahr, dass er das aufwiegen will und du kannst ihm sicher nicht sein bisheriges Leben ersetzen. Problematisch vor allem, wenn ihm das "freie" Leben dann nicht gleich so gefällt, oder wenns zwischen euch nicht so gut läuft.
    Wenn er natürlich eigentlich nicht viel damit am Hut hat (das ist bei den Zeugen aber eher seltener als in anderen Glaubensgemeinschaften, wobei es aber deine Beschreibung nach vielleicht der Falls ein könnte), dann ist er vielleicht froh, einen Grund zu haben, auszubrechen.

    Im Großen und Ganzen kennst du ihn wahrscheinlich nicht wirklich, jedenfalls nicht so gut wie du glaubst.

    Ich würde von so einer Beziehung abraten.
    Wenn er eine Zeuge bleiben will, dann müsstet ihr z.B. heiraten, bevor du an Sex denken kannst.
    Wenn er das nicht will, bedeutet das eine große Veränderung für ihn, die vielleicht auch ihn verändert? Wer weiß, ob du ihn danach noch haben wolltest...
     
    #9
    User 15848, 28 Dezember 2007

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