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Krebs. Angst vor der Zukunft.

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Jolle, 11 April 2007.

  1. Jolle
    Jolle (29)
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    vergeben und glücklich
    Hallo.

    Irgendwie bin ich gerade unglücklich.

    Ich hab gerade erfahren, dass mein Onkel Krebs hat. Letztens hatte er erst Hautkrebs, das war dann wieder in Ordnung. Jetzt ist es Prostatakrebs.

    Irgendwie macht mir das ganze echt Angst. Krebs ist in meiner Familie fast überall vorhanden. Fünf Onkel (die ich aber nicht kannte), sind an Krebs gestorben, meine Großeltern (die ich auch nie kennengelernt habe), sind auch an Krebs gestorben. Meine Mutter hatte vor 4 Jahren erst Gebährmutterhalskrebs, ich hatte vor 2 Jahren nen Tumor in der Brust (der Gott sei dank gutartig war) und jetzt mein Onkel schon wieder.

    Ich weiß gar nicht was ich denken soll. Ich hab so eine Angst davor, dass er das nicht überlebt. Ich finde den Gedanken daran, dass mein Onkel, mit dem ich wirklich gut zurecht komme, Bestrahlungen bekommt und es ihm schlecht geht, schrecklich. Ich hab ständig Angst davor, dass meine Mutter wieder erkrankt und hab jetzt ein echt ungutes Gefühl, wenn ich an meine eigene Zukunft denke. Ich bin fest davon überzeugt, selbst mal an Krebs zu sterben. Natürlich kann man sowas nicht wissen, es muss nicht sein. Aber es ist einfach naheliegend. Meine halbe Familie stirbt an Krebs und ich hatte selbst schon nen Tumor.

    Keine Ahnung ... ich finds nur irgendwie strange den Gedanken zu haben, dass ich davon überzeugt bin mal an Krebs zu sterben. Im gleichen Atmenzug hab ich Angst, dass mein Onkel das nicht schafft. Wenn ers nicht schafft, dann wird meine Mutter völlig abdrehen und sogar davor hab ich jetzt schon Angst.

    Ich mach mir bescheuerte Gedanken um die Zukunft. Das sollte ich eigentlich gar nicht machen. Vielleicht kommt auch alles wieder in Ordnung und mein Onkel lebt noch 20 Jahre.

    Irgendwie lässt mich das gerade nicht los.
     
    #1
    Jolle, 11 April 2007
  2. Engineer
    Engineer (31)
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
    0
    Single
    Ich kann dich sehr gut verstehen. Als ich klein war hatte ich Lymphdrüsenkrebs, wurde Gott sei dank relativ früh entdeckt und die Behandlung hat nur ein paar Monate gedauert, aber das hat gereicht.
    Durch die Krankheit kenne ich viele andere Betroffene, die mir teilweise sehr ans Herz gewachsen waren, teils immernoch sind, und man weiß genau was sie durchmachen müssen, und ist selber irgendwie so machtlos.

    Dass das in deiner Familie so oft vorkommt ist sicher noch ein Stück krasser, als das nur unter den Bekannten zu haben. Ich kenne Leute, die vier, fünf Mal Krebs hatten, dazwischen jedoch immer komplett geheilt waren. Das macht dann schon viel aus vom Leben, und es gehört ne Menge Kraft dazu. Aber im Normalfall sind Leute, die bereits Krebs hatten, nicht gefährdeter es nochmal zu bekommen, als andere. In deiner Familie passiert das aber doch irgendwie auffallend oft, hat man da mal versucht mögliche Gründe für die Erkrankungen herauszufinden?

    Die Angst vor dem Ausgang der Erkrankung ist ganz normal, die bleibt einem leider nicht erspart. In vielen Kliniken mit gut ausgestatteter Onkologie gibt es auch Seelsorger, die sich auf das Gebiet spezialisiert haben. Wenn ein Familienmitglied oder man selbst erkrankt ist, kann man normalerweise ohne Weiteres auf die zugehen, das würde ich ruhig mal machen wenn die Gelegenheit dazu besteht.

    Du siehst ein dass die Gedanken, die du dir um die Zukunft machst, sinnlos sind. Solche Gedanken habe ich mir auch lange Zeit gemacht, wobei ich eher auf die Vergangenheit fixiert war. Wie auch immer, es ist schlecht, viel darüber zu grübeln, an der Situation kann es eh nichts ändern. Ein Therapeut hat mir gesagt, ich müsse einen neuen Zwang schaffen, ich muss mich zwingen, sowas nicht zu denken. Der Vorteil an diesem neuen Zwang ist, dass er den alten Zwang überlagert, aber zum Schluss auch von ganz alleine wieder verschwindet, wenn er nicht mehr gebraucht wird.

    Es ist ne schwere Zeit, und daran ist auch nichts zu ändern. Es ist gut, offen über sowas zu reden, dann kann man das alles besser verarbeiten.

    lg
    Engineer
     
    #2
    Engineer, 11 April 2007

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