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La vie macabre (... kein besserer Titel vorhanden, vorerst)

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von User 12616, 6 Februar 2009.

  1. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    La Vie Macabre


    Es ist schon ein höllisches Schauspiel. Und unser Protagonist wirkt inzwischen doch recht mürbe.

    Kopflos setzt er weiter einen Schritt vor den nächsten, weiß nicht mehr, weshalb.


    Doch sein Motiv wird sich, wie in jeder vorangegangenen Nacht, tief in das
    Bewusstsein brennen, tiefer als ihm lieb sein könnte. Und es
    hinterlässt Narben, wulstig und hässlich.


    Gut sind sie, diese Minuten, in denen er nicht sicher ist, wohin
    er wandert. Kurz, zu kurz, jedes Mal.

    Und doch ausreichend um einen
    Blick zu erhaschen, auf diese Aussicht, diese sinnfreie, diese
    lächerliche Aussicht, die so schwammig und schmutzig ist, die man
    augenblicklich vergisst und sich doch immer erinnert, an dieses so
    kleinbürgerliche, so einfache, so schmerzhaft bedeutungslose Bild der
    Alltäglichkeit.


    Es genügt gerade noch für den lebensrettenden Schluck, für das
    tiefe Einatmen dieser stinkenden Realität und dann schellt die Peitsche
    wieder auf den letzten Rest unversehrter, einmal schön und zart
    gewesener Haut, kaum noch schockierend, aber doch immer aufs Neue
    bitter, blutig, zerfetzend.


    Da taumelt er voran, kein Entsetzen in seiner Miene, in diesem
    einst so reizvoll wohlgestalteten Gesicht, vor diesem schöngeistigen
    Wesen, es ist nun verzogen zu einer Grimasse des Ergebens, der stillen
    Übereinkunft mit dem Scheitern.

    Und noch ein Stück?

    Doch es ist nun hinüber, es ist wieder wertlos. Erlösung, für heute.
    Ein Gnadenzuspruch an diese sterbliche Hülle. Kein Triumph.


    ... Als aber die Dunkelheit dem nächsten Tag grimmig das Wort übergibt,
    da ist ein Hauch von Glück in seinen so entmutigten Zügen zu erkennen. Ein
    bisschen Friede, ja, sogar ein Funke Zuversicht blitzt durch das übrig
    gebliebene Fragment der Verträumtheit in seinen Augen, die ihm schon immer zu
    eigen war und ihm Luxus wie Verderb zugleich zu sein scheint.


    Die Nacht hat ihn berauscht, hat ihn verführt, hat ihn infiziert und
    geblendet, hat ihn verheiratet mit dieser debilen Hoffnung. Einmal
    mehr.



    Der Protagonist weiß das. Aber er stolpert weiter.



     
    #1
    User 12616, 6 Februar 2009
  2. User 12616
    User 12616 (27)
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    So nochmal überarbeitet, mit dieser Version bin ich fürs erste zufrieden :smile:
     
    #2
    User 12616, 7 Februar 2009

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