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"Lass uns Freunde bleiben! Ich bin immer für dich da."

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Shiny Flame, 2 September 2006.

  1. Shiny Flame
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    Verlobt
    Hier eine etwas ältere "Geschichte" von mir


    Es war jetzt mehr als vier Jahre her, dass unsere Beziehung in die Binsen gegangen war, weil eine neue Frau aufgetaucht war. Lass uns Freunde bleiben, so sagt man am Ende, nicht wahr? Und manchmal meint man es sogar ernst. Lennart hatte es jedenfalls ernst gemeint. Hatte mit seiner besten Freundin eine Beziehung angefangen und dafür mich für die Zukunft als beste Freundin haben wollen... Und ich dummes Ding habe mitgespielt.

    Ich saß an meinem Tisch vor meiner Tasse, die zur Hälfte Kakao und zur Hälfte Espresso enthielt. Ein göttliches Getränk, das mein Bedürfnis nach Süße, Wärme, Stimulanz und einem verführerischen Duft aufs angenehmste befriedigte. Ein Blick in den Spiegel hatte mich darin bestätigt, dass mein safari-grüner Kajal und der Maskara meine Augen ausdrucksvoll und mystisch wirken ließen, ohne zu übertreiben.

    Du bist so dumm! schalt ich mich. Du hast alles, was du dir jemals gewünscht hast, mehr Freunde als Zeit, eine Beziehung, in der es manchmal sogar noch prickelt, du darfst dich freie Schriftstellerin nennen, die bisher noch nichts veröffentlicht hat, immerhin hast du ein komplettes Buch geschrieben, auch wenns schlecht ist. Warum sehnst du dich immer noch nach diesem Mann? Weil du einmal geglaubt hast, eine Verschmelzung eurer Seelen zu spüren?

    Davon hatte er scheinbar nicht allzuviel mitgekriegt.

    Oder ist es, weil du nach der Trennung so viel gelitten hast? Jede Woche im Chor, wenn du ihn gesehen hast, aufs Neue, bis du endlich herausgefunden hast, dass er schon kurz nach der Trennung den S-Faktor gebumst hat und trotzdem all die Zeit behauptet hat, dass sie nicht der Grund für alles gewesen ist? Oder weil du ihm nie wirklich die Meinung für all das gegeigt hast und es jetzt langsam zu spät dafür ist?

    Ich blickte auf und sah ihn in der Tür stehen, winkte ihm mit strahlendem Lächeln zu, damit er mich fand. Und er kam, setzte sich mir gegenüber, und ich erschrak wieder einmal, wie sehr er sich doch in vier Jahren verändert hat. Zum Glück zitterten meine Hände nicht. Jetzt trug er kurze aschblonde Haare statt dem verwegenen, dunkel gefärbten Pferdeschwanz von damals. Eine randlose Brille über den betörenden vielfarbigen Augen, und ein Gesicht, das nicht mehr hager und rastlos, sondern bis auf die erste Andeutung eines Doppelkinnes viereckig geworden ist. Er strahlt ruhige Kompetenz aus und wirkt schon bequem.

    Junge, du bist nur zwei Jahre älter als ich! Warum siehst du aus wie jemand der glaubt, schon alles im Leben gefunden zu haben? Oder glaubst du etwa wirklich, dass Eigentumswohnung und Dienstwagen jenen Schimmer Abenteuer ersetzen können, den ich fühle, wenn ich im Sommer mit 20 Euro, Rucksack und Iso-Matte losradele, um unter den Sternen zu schlafen? Aber natürlich glaubt er das nicht. Er trifft mich doch nur, weil ich das wilde, ungezähmte Element in seinem Leben bin. Als das liebt er mich sogar, irgendwie, weil ich ihn verunsichere, während seine Freundin ihn bemuttert und sesshaft macht.

    "Sag mal, weißt du eigentlich schon hiervon?", fragt er und hält mir betont beiläufig die rechte Hand hin. Ein schmuckloser Ring am Ringfinger. Wenn er aufmerksam wäre, würde er für eine Sekunde den Abscheu in meinen Augen aufblitzen sehen. Spießerpulli, Spießerfrisur und jetzt noch ein Spießerring an seiner früher so schönen Hand. Und ich liebe ihn noch immer. Weiß einfach, wenn ich seine Augen hinte der Brille sehe, dass das nicht alles an ihm sein kann.

    "Bist du verheiratet?" frage ich und bin froh, dass ich nicht vor lauter Schreck meinen Kakao über seine Bügelfaltenhose gepustet habe.
    "Nee, falsche Hand!" Er grinst wie ein kleines Kind.
    "Verlobt?" Hoffentlich klingt meine Stimme so freundlich-distanziert wie sie soll, hoffentlich hört man mir die Verwirrung und den Ekel nicht an. Also sind sie glücklich. Glücklich genug, um für immer beieinander bleiben zu wollen und den Segen Gottes auf ihr kleines Vorgartenhaus herabzurufen. Gelingt es mir noch, zu lächeln? Oder ist daraus ein entsetztes Grinsen geworden?

    Wie damals, bei der Trennung, lächele ich in sein Gesicht und kaue mir die Wangen blutig, um die Tränen zurückzuhalten.

    "Also, ich habe ihr den Antrag an unserem vierten Jahrestag gemacht." So, eurem vierten Jahrestag? Dem Jahrestag eures ersten Kusses, als du noch mit mir zusammen warst? Dem Jahrestag eures ersten Geschlechtsverkehrs, als wir Beziehungspause hatten und du noch zu feige warst, wirklich zu der Trennung zu stehen? Oder dem viel späteren Tag, als ihr tatsächlich zusammengekommen seid?

    "Aha", sage ich freundlich. Stehe ich wieder unter Schock?

    "Also, ich hatte den Server bei mir auf der Arbeit programmiert, damit er ihr auf dem Rückweg genau die SMS schickt, die damals..." Ich will es nicht wissen, aber er verschont mich nicht. Wenigstens muss ich nicht reden, sondern kann mich auf meine Maske konzentrieren. Warum bin ich zu höflich, ihm den verdammten Becher über den Kopf zu schütten? Warum schreie ich ihn nicht an, als er wieder einmal erzählen will, dass der S-Faktor damals nicht schuld an der Trennung war, sondern er nur durch sie gemerkt hat, dass seine Gefühle "sich abgekühlt haben"?

    Aber in Wahrheit denke ich gar nicht, ich bin wie gelähmt.
     
    #1
    Shiny Flame, 2 September 2006
  2. Packset
    Gast
    0
    warum wünsche ich mir wie sie zu sein?
    so stark und nicht gewillt gefühe zu zeigen?

    darf ich mehr bitten?
    mir gefällt es nämlich sehr gut
     
    #2
    Packset, 2 September 2006
  3. Shiny Flame
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    Verlobt
    Tja... Fortsetzung ist nicht so richtig da, ist halt wirklich passiert, vor fast zwei Jahren...

    Vielleicht kann ich s ja mal in Geschichtenform bringen, wenns dich interessiert. Ansonsten verweise ich für die Fortsetzung darauf:

    Die Hochzeit meines besten Freundes

    Es gäbe sonst noch zwei Ereignisse, die wichtig sind, aber die waren halt nach diesem Treffen, wo ich es erfahren habe.


    Man fragt sich, wie sie ist?
     
    #3
    Shiny Flame, 2 September 2006
  4. Packset
    Gast
    0
    eher wie sie es schafft den mann zu lieben, zu verachten und doch ruhig zu bleiben...
     
    #4
    Packset, 2 September 2006
  5. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher Themenstarter
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    #5
    Shiny Flame, 2 September 2006
  6. Packset
    Gast
    0
    das ist die feen geschichte.. die hab ich schon gelesen und ich habe geheult.
     
    #6
    Packset, 2 September 2006
  7. Shiny Flame
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    Verlobt
    Ach so... Stimmt ja, da hattest du ja auch schon comment abgegeben.

    Tja, die beiden aus der Feengeschichte sind immer noch zusammen und glücklich, aber sie hat ihre ganz besondere Ausstrahlung verloren und komponiert nicht mehr, seit sie zusammen sind...
     
    #7
    Shiny Flame, 2 September 2006
  8. Packset
    Gast
    0
    das ist doch oft so.. viele menschen sind ganz besonders und hauen einen um, bis sie sich verlieben und eine Beziehung eingehen, dann verlieren sie einen teil von sich selbst und werden normal... und dieser teil ist für immer verloren
     
    #8
    Packset, 2 September 2006
  9. Shiny Flame
    Beiträge füllen Bücher Themenstarter
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    Verlobt
    Oh backe...
    Das war mit Lennart (oder wie immer er in echt heißt:zwinker: ) auch so, und bei mir selber ist es auch so... Bin deshalb auch etwas unglücklich in meiner Beziehung...

    Du siehst ne Menge!
     
    #9
    Shiny Flame, 2 September 2006
  10. Packset
    Gast
    0
    ich sehe es nciht. ich bin auch so.

    seit ich das erste mal geliebt habe fehlt mir etwas, ich weiß nicht was es ist.
    ich fühle mich ohne dieses teil unvollständig
    es ist schwer zu beschreiben, ich habe etwas aufgegeben für die liebe.
    und damit meine ich nicht nur meinen seelenfrieden.
    ich dneke auch das es fast allen frauen so geht , aber nur wenigen männern auch.
     
    #10
    Packset, 2 September 2006

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