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Lebensziele

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von friday30, 25 Dezember 2009.

  1. friday30
    friday30 (24)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    offene Beziehung
    Hallo,

    der Titel klingt vielleicht banaler, als er ist. Also hier mal eine Erläuterung, wollte mal eure Meinungen zu dem Thema hören :smile:.

    Und zwar hab ich, warum auch immer, im Sommer plötzlich angefangen, mich intensiver mit meiner Vergangenheit und meiner Zukunft zu beschäftigen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich nächstes Schuljahr Abi mach, und mir im Moment ein Leben ohne Schule nicht vorstellen kann. Ich gehe gerne in die Schule, verbinde Schule mit Freunden, Erinnerungen und tollen Erlebnissen. Umso mehr "deprimiert" es mich, dass das Schulleben mit dem Abi nächstes Schuljahr so ein plötzliches Ende findet. Klar kommen danach sicher auch viele schöne Lebensjahre, aber wer kennt das Sprichwort nicht: "Die schönste Zeit ist die in der Schule".

    In Zuge dessen hab ich dann auch überlegt, wies eigentlich nach dem Abi weiter gehen soll und mit meiner Zukunft aussieht. Bisher hatte ich keine sonderlichen Vorstellungen von Beruf und Familie, es ging immer so in die Richtung BWL und dann halt anfangen zu arbeiten. Aber wenn ich ehrlich bin, bezweifle ich, dass mich das so auf Dauer glücklich macht bzw. das wirklich die "Erfüllung" wäre.

    Naja, dann bin ich mal mit nem Kumpel auf die Idee gekommen, eine imaginäre Liste anzufertigen, immer wenn uns schöne Sachen eingefallen sind oder auch sonstige Ereignisse, kamen diese dazu. Mein vorrangiges Ziel ist es natürlich, gkücklich und gesund in hohem Alter zu sterben. Aber wie sieht das aus, was macht mich glücklich? Man hört so oft von Leuten, man solle sein Leben leben und es genießen - auch etwas wagen. Später würde man sich nur über vertane Chancen ärgern. Ich habs immer für Geschwätz gehalten, aber je genauer ich drüber nachdenke, desto interessanter finde ich die Sache. Wenn ich alt bin, möchte ich auf ein Leben zurückblicken können, mit Höhen und Tiefen, vielen Erlebnissen, Abenteuern, möchte Menschen kennengelernt, ja vllt. sogar geliebt haben, und nicht irgendwelchen vertanen Chancen hinterher trauern. Nur wie nehme ich das beispielsweise jetzt in die Hand? Spontaner sein? Wie sieht es wirklich mit der Umsetzung aus? Im Bezug auf Partner könnte man das ja mal bestens beziehen. Ich traue mich seit Monaten nicht, jemanden anzusprechen. Aber wer weiß, vllt. ist es ein kleiner Moment, eine Sekunde die ich überwinden muss, um vllt. eine Telefonnummer von der Frau zu bekommen, mit der ich später mal alt werde? Aber was ist stattdessen? Ich zieh, auf gut deutsch gesagt, den Schwanz ein und bin viel zu bequem. Die Umsetzung sieht halt dann doch immer wieder anders aus...

    Und deswegen hab ich mir einfach mal konkrete Gedanken gemacht. Ich denke, es ist gar nicht so falsch, wenn man mal solche Gedanken aufschreibt, um in 10 oder auch 30 Jahren mal zurückblicken zu können, auf die Ziele und Träume in der Jugend.

    Was haltet ihr von diesem "Lebe dein Leben" und diesen "Zielen"? Wisst ihr, ich plane ja nicht, dass ich mit 25 ein Jungen als Kind hab, sondern so Sachen wie Länder dich ich bereisen will oder andere Ereignisse (Jakobsweg laufen, Ironman finishen). Desweiteren kommt halt der Aspekt dazu, auch mal was zu wagen und zu riskieren, wie oben angesprochen.

    Würd mich über Beiträge freuen!
     
    #1
    friday30, 25 Dezember 2009
  2. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Ich halte viel davon, ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben, dafür zu arbeiten, und ein 'besserer Mensch' zu werden, indem man auch mal etwas riskitiert, spontaner handelt, jede gegebene Chance nutzt. Ich habe das mit 16 Jahren erkannt und lebe seither so und bisher hat es mir sehr gut getan. Es gibt nicht den einen einzigen Weg zu meinem Ziel und so bleibt mir auf dem Weg viel Handlungsspielraum. Macht definitiv glücklich und zufrieden.
     
    #2
    xoxo, 25 Dezember 2009
  3. User 50283
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    BWL studieren kann mir auch nicht als Erfüllung vorstellen :tongue: :zwinker:
    Mach doch ein Jahr Auszeit zwischen Schule und dem, was danach kommt - FSJ, Zivildienst, Hälfte arbeiten, andere Hälfte reisen... da gibts doch alles Mögliche. Vielleicht verschafft dir das neue Eindrücke und ein wenig Abstand.
    Eine imaginäre Liste finde ich gut. Dinge, auf die man sich freuen kann, einfach etwas, das dich interessiert. Nicht unbedingt bedeutungsschwangere Selbstfindungsdinge, "Kleinigkeiten" wie z.B. einen Festivalbesuch, ne tolle Reise, ne richtig exzessive Woche... whatever.
    Und Schule als beste Zeit? Muha, alles was danach bisher kam, war besser. Deutlich. Klar hat man erst mal Angst vor einer Veränderung (vermutlich deiner ersten bedeutenden), schließlich geht damit auch immer die Möglichkeit der Verschlechterung einher. Trotzdem kann man danach selbst bestimmen, entscheiden, was man machen möchte, gewinnt Unabhängigkeit dazu, macht wertvolle Erfahrungen, lernst neue Menschen kennen. Ich mochte die Schule nie wirklich, da ich mir ungern was aufzwingen lasse. Jetzt entscheide ich selbst, was ich für Fächer belege, wann ich was mache...
    Keine Panik. Du hast Zeit für diese Entscheidung. Mach dir nicht zu viele Sorgen, denn selbst wenn du im Studium feststellst, dass es dir absolut nicht liegt, kannst du wechseln. Und: Dass Schule die beste Zeit überhaupt ist, würde keiner meiner Freunde so bestätigen.
     
    #3
    User 50283, 25 Dezember 2009
  4. objekt.f
    objekt.f (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Also ich persönlich fand Schule immer schrecklich.
    Ja sicher, es war die meiste Zeit ein riesen Spaß, man war früh daheim, alles war locker usw.
    Aber mich hat der Gedanke nie losgelassen, dass du in der Schule immer am untersten ende stehst..
    Du hast nichts zu sagen, du kannst nichts selber entscheiden, du machst einfach nur das was dir andere sagen.
    Das ändert sich dann im Arbeitsleben und man kann sein leben langsam selbst bestimmen.
    Geh doch zb mal für ein Jahr nach Australien oder Neuseeland. Ich kenn ein paar leute, die das gemacht haben, werds selber auch tn, sobald ich die Zeit dazu habe. Das bringt dich wirklich weiter
     
    #4
    objekt.f, 25 Dezember 2009
  5. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    lol...dann bist du wohl selbständig. Geh doch bitte mal für 1 Jahr als Angestellter arbeiten :zwinker:


    Nein du irrst nicht, das ist größtenteils einfach nur Geschwätz. Dieser Satz "lebe und genieße dein Leben" ist nix weiter als ein ausgelutschter, bedeutungsschwangerer Motivationssatz der dazu benutzt wird, um Leuten Mut zu machen wenn sie zu sehr im Stress sind. Um ihnen zu sagen "Lass mal gut sein, mach dir nicht zu viele Gedanken, nimm dir mal frei".

    Fakt ist, dass es immer Regeln gibt und eine Gemeinschaft, die von einem etwas erwartet und auf die man Rücksicht nehmen muss oder eine Familie, für die man Verantwortung trägt. Der Satz verliert also immer mehr Bedeutung, je mehr man im wirklichen Leben (Anm: und nicht so, wie sich ein Teenager das "Leben" vorstellt) drin steckt.
     
    #5
    Scheich Assis, 25 Dezember 2009
  6. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Innerhalb der Gesellschaft hat man die Wahl sich einer Szene anzuschließen, deren Regeln und Erwartungen man gerne befolgt und erfüllt, weil sie einen nicht einschränken, da man sowieso nach ihnen lebt/leben will.

    Ich lebe mein Leben, genieße es in vollen Zügen und wenn ich in just diesem Moment draufgehen würde, dann würde ich glücklich und zufrieden sterben. Neben all den Regeln, Erwartungen und der Verantwortung hat man das Selbstbestimmungsrecht, dass einem erlaubt innerhalb des gegebenen (und doch recht frei wählbaren Rahmen, man kann ja auswandern und umziehen) sein eigenen Leben so zu leben, wie man es gerne hätte und sich entfalten kann.
     
    #6
    xoxo, 25 Dezember 2009
  7. Joppi
    Gast
    0
    Ich glaube, dass bisher jeder irgendwo Recht hatte.

    Wichtig ist, dass man zum Leben "ja" sagt, wie es sich dabei entwickelt ist dabei völlig irrelevant. Du solltest aber nicht den Fehler machen, gewisse "In"-Kriterien à la "man muss schonmal im Ausland gewesen sein" als Maßstab für dein eigenes Leben gedankenlos zu adaptieren. Mach das was zu dir passt.

    Auch das was Scheich Assis sagt ist nicht ganz unwahr. Es wird viele Phasen im Leben geben, wo man mal mit dem Rücken zur Wand steht und diese Phasen werden sicher nicht die sein, an die man am "Ende seines Lebens" gerne zurück denkt. Mal ganz abgesehen davon, dass man nicht den Fehler begehen sollte und das "Ende des Lebens" in Hollywoodmanier zu überromantisieren.

    Es ist gut, dass du dir Gedanken zu deinem Leben machst und Ziele können nützlich sein. Ich führe selbst eine ToDo-Liste für mein Leben, allerdings stehen darauf keine Dinge die ich mal getan haben will, sondern Probleme die ich unbedingt schnellsten lösen sollte. Das muss jeder handhaben wie er es für richtig hält.

    Mit der Frage nach dem lebenswerten Leben geht auch die Frage nach dem Sinn des Lebens einher, welche ich für höchst problematisch halte, daher mein Tipp: Lass auf jede Stunde Gedanken machen mindestens 10 Stunden Taten folgen. Sonst drehst du dich im Kreis und hast am Ende gar nix erlebt.

    Ui, mein längster Post seit 2006...scheiß Weihnachtsbier :winkwink:
     
    #7
    Joppi, 25 Dezember 2009
  8. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    @xoxo:

    Ja du hast nicht unrecht, aber genau da liegt meiner Meinung nach der Haken.

    Der Rahmen ist für viele nicht so frei wählbar, wie sie sich das in ihrer Fantasie mit diesen Sprüchen so vorstellen, denn alles hat Konsequenzen.

    Wenn man es nämlich nüchtern betrachtet, liegt dieser Rahmen mit seinen Regeln, Erwartungen und Verantwortungen näher an der Realität als man es gern hätte.

    Gutes Beispiel dein kurz genanntes "auswandern und umziehen". Für viele sicher ein Traum (zumindest in ihrem Glauben), aber nur für einen kleinen Bruchteil wirklich (!) machbar. Deshalb ist das "Lebe dein Leben" meiner Ansicht nach nur eine hohle Phrase, auf die man nicht allzu viel geben sollte. Glücklich sind meistens die, die erkennen dass sie mit dem zufrieden sind was sie haben :smile:

    Denn "Glück und Erfüllung" lässt sich imho nicht einfach erreichen durch möglichst hohe Chancenauswertungen, das Führen einer Liste, spontante Handlungen, Materielles oder das Setzen von Zielen. Es ist einfach eine Einstellungssache.
     
    #8
    Scheich Assis, 26 Dezember 2009
  9. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    Verheiratet
    Off-Topic:
    Das verändert jetzt den Diskussionsstrang, aber um das Beispiel weiter aufzugreifen: Ich glaube, dass es für ganz viele nicht nur ein Traum, sondern wirklich machbar ist. Ich glaube aber auch, dass sich viele nicht richtig informieren und einfach nicht trauen. D.h. aber nicht, dass sie die Möglichkeit ihr Leben zu leben und es so zu gestalten wie sie es wollen (bzw. mit besseren Rahmenbedingungen) nicht haben, sondern sie nutzen diese nicht.
     
    #9
    xoxo, 26 Dezember 2009
  10. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Off-Topic:

    Nein, das seh ich völlig anders.

    Hinter vielen solchen "Träumen" steckt vor allem eins: Geld und Risiko. Wenn wir beim Thema "auswandern" bleiben, dann bedeutet das Folgendes:

    Eine bestehende Existenz aufgeben und eine neue anfangen.

    Das birgt ein großes Risiko, vorallem für Menschen mit Familie. Mit der Existenz lässt sich da nicht so einfach spielen wie im Casino, das ist verständlicherweise eine Vernunftsentscheidung. Man trägt eine Verantwortung, nicht nur sich selbst gegenüber.

    Banker sind dagegen immun. Die setzen ganze Existenzen aufs Spiel, die sie nicht mal ansatzweise kennen. Aber frag mal einen Familienvater mit einem Durchschnittseinkommen, einem Einfamilienhaus auf Kredit und 2 Kindern, ob er auswandern will weil er letzte Nacht einen feuchten Traum hatte.

    Geld muss investiert werden, und das haben wirklich die Wenigsten. Also von Möglichkeiten, die nicht genutzt werden, kann in den meisten Fällen überhaupt keine Rede sein, da die "Möglichkeiten" erst mal gar nicht vorhanden sind.
     
    #10
    Scheich Assis, 26 Dezember 2009
  11. xoxo
    Sophisticated Sexaholic
    20.750
    698
    2.618
    Verheiratet
    Off-Topic:
    Dann kenne ich und bin scheinbar auch von zuvielen ausgewanderten Personen oder gar ganzen ausgewanderten Familien geprägt, die mit einem Monatseinkommen pro Kopf ausgewandet sind. Vermutlich gehe ich davon aus, dass das die meisten Menschen in der westlichen Welt als Reserve auf ihrem Konto haben und damit auch die Möglichkeit ihr Leben zu leben (Sollte Auswandern als ein Ziel und Erfülling dienen).
     
    #11
    xoxo, 26 Dezember 2009
  12. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
    967
    113
    51
    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Und wahrscheinlich geprägt von sogenannten "Erfolgsstorys", wo sowohl eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung genauso einfach zu bekommen war wie ein hochqualifizierter Job als Ausländer und (nochmals) ein ganzes Familieneigenheim (natürlich von dem, was man mit einem Durchschnittsgehalt mal eben lockern ansparen kann) für Frau + 2 Kinder, die natürlich eingeschult worden sind und sich in dem neuen Umfeld so problemlos zurecht finden, dass man schon am ersten Tag endlos glücklich darüber ist, Mitteleuropa und seinen miesen Standards und Voraussetzungen den Rücken zu kehren :smile:
     
    #12
    Scheich Assis, 26 Dezember 2009
  13. Elmo1982
    Elmo1982 (34)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    25
    0
    Single
    Dito, mit einem selbstbestimmten Leben hat das herzlich wenig zu tun. Wir alle lassen uns doch fürs liebe Geld versklaven...aber ohne Arbeit wären wir wahrscheinlich auf Dauer auch nicht glücklich.
    Da habe ich mir auch schon viele Gedanken drüber gemacht. Ich möchte irgendwann finanziell so darstehen, dass ich eigentlich nur noch aus Spaß arbeiten gehen würde, denn so eine 5-Tage-Woche bestimmt schon ganz schön das Leben.

    Mit den Lebenszielen muss jeder für sich herausfinden. Ich persönlich finde es wichtig, dass man sich immer wieder, egal wie alt man ist, neue Ziele setzt und Träume hat, die irgendwann erfüllt werden sollen, auch wenn es nur kleine Dinge sind.
    Denn sonst würde sich wahrscheinlich irgendwann eine gewisse Leere einstellen und das Leben nur so vor sich hindümpeln.
     
    #13
    Elmo1982, 26 Dezember 2009
  14. objekt.f
    objekt.f (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    na klar ich versteh schon was du meinst, aber sieh mal...
    als schüler hat man überhaupt nichts zu sagen, man muss alles genau so machen, wie es einem gesagt wird.
    Wenn man erst mal arbeitet, dann hat man da mehr freiheiten, kann sich seinen Tag einteilen, die arbeit so erledigen, wie mans für das beste hält, sich einbringen und auch was bewirken.

    Es sei denn natürlich, man steht bei BurgerKing am Grill :grin:
     
    #14
    objekt.f, 6 Januar 2010
  15. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
    967
    113
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    vergeben und glücklich
    Bist du oder warst du für einen längeren Zeitraum vollzeitlich berufstätig?

    Als Schüler kommt einem die Schule immer böse und schlimm vor, alles ist so unfair und die Lehrer sind doof. Ist schon klar.

    Das ändert sich im durchschnittlichen Arbeitsleben aber auch nicht. Da ist der Chef doof und die Kollegen unfair und die Arbeit, die man nicht erledigen will, hängt einem im Nacken, weil sie in 2 Tagen fertig sein muss und der Chef es ganz anders wollte, als man es selbst für das Beste hielt.

    Kommst noch früh genug drauf.
     
    #15
    Scheich Assis, 6 Januar 2010
  16. felixccaa
    felixccaa (51)
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    28
    4
    Single
    ich war 16, hatte gerade einen Lehrgang als Jugendgruppenleiter absolviert und wollte eine Gruppe bei den Pfadfindern übernehmen (die von 8 bis 18 ganz wesentlicher Faktor meiner Sozialisation waren), da trat man an mich heran mit: "Du hast doch bestimmt Verständnis dafür, daß Du keine Gruppe übernehmen kannst. Das Risiko ist zu groß, daß die Eltern ihre Jungs aus dem Verein raus nehmen, wenn jemand erfährt, daß Du schwul bist."

    Also in meinen Augen ist das eine hübsche Idee, die gerne verkauft wird, daß man frei wählen kann, die Dinge zu tun, die man will.

    Geht aber auch nur mit genügend Kohle oder der Bereitschaft mitunter erhebliche Einschränkungen auf sich zu nehmen. Gegebenenfalls läuft Auswandern sogar darauf hinaus, sich in einem Land illegal aufhalten zu müssen (wenn man nicht das Glück hatte hier geboren zu sein, sondern stattdessen in 90% der Länder dieser Welt, die bei uns als "Asylland" gelten).



    oops, jetzt hatte ich das schon geschrieben und beim Weiterlesen bemerkt, daß Scheich Assis inhaltlich sehr ähnlich argumentiert - ich poste es aber trotzdem, in derHoffnung ein paar zusätzlich Aspekte einbringen zu können



    "Falls du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas Kleingeld in einer kleinen Schachtel, gehörst du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt" link (eines meiner Lieblingstexte aus dem Netz)

    xoxo, bitte denke nicht, ich wollte Dir zu Nahe treten. Du vertrittst halt eine Meinung, die ganz seltsam im Westen kursiert und leider nur allzu oft den Hintergrund hat, sich von den "bösen" Asylanten, Sozialschmarotzern und Kriminellen abzugrenzen. Wahrscheinlich kann man Dich aus dieser Grupe heraus nehmen, aber der Gedanke, "frei" zu sein, wird heute gerne als Realität verkauft und ist dabi nichts anderes als ein Ideal.

    Ideale sind aber imho Richtungsweiser ud keineswegs Zieltore durch die ein Mensch tatsächlich hindurch laufen kann. Frei nach dem Motto: "Die Traumschlösser unserer Phantasie sind die Vorlage für die Paläste dieser Welt."

    In diesem Sinne finde ich auch für den TS, daß es sich auf jeden Fall lohnt, Pläne/ Träume zu formulieren. Mach Dir aber klar, daß - schätzungsweise - 60 - 80 % dieser Träume nie wirklich umsetzbar sind, dennoch ihren psychologischn Zweck erfüllen, ausschließlich dadurch, daß sie einfach da sind und uns eine Richtung geben, wo es lang gehen soll im eigenen Leben.


    das stimmt. Hab nur nie verstanden, warum der Zeitgeist der Meinung ist, das sei was Schlechtes? Als junger Mensch hat man doch einfach nicht die Summe an Erfahrung, die man hat, wenn man etliche Jahrzehnte auf diesem Erdengrund wandelte. Eine Freunding erzählte mir von Hawaii, daß es dort üblich sei, daß man erst mit 50 zögern dürfe, einen Befehl auszführen und erst mit 60 - als "Alter" (im Sinne von "erfahren") Mensch das Recht hat, eine echtes "NEIN!" zu äußern.

    das ist in jedem Alter möglich

    auch - und vielleicht erst recht - unter Anleitung erfahrener Leute


    ein Leistungssportler wird auch den Anweisungen seines Trainers folgen, denn das ist der Beste Garant, an die Weltspitze zu kommen und das Siegertreppchen zu besteigen (weil eben der Trainer schon weiß, in welche Fallen man überall hinein tappen kann)

    leider nur der schöne Schein, den uns die Werbeindustrie in der täglichen Gehirnwäsche vorsetzt, damit wir ihren wertlosen Tand für etwas erstrebenwertes halten - die Relität sieht eher so aus wie Scheich Assis schildert


    Nun will ich aber auch noch ein paar ermutigende Worte anbringen:
    mach Dir die Liste. Super!

    Bemüh Dich darum, so viele dieser Ziele wie möglich tatsächlich zu verwirklich. Stell Dich innerlich darauf ein/bereit Dich darauf vor, daß es sein kann, etliche nicht erreichen zu können.

    Darüber muß aber niemand unglücklich sein, wenn man im Kopf behält, daß Ziele jederzeit modifizierbar sind.

    Wichtigste Empfehlung:
    laß Dir etwas sagen! Berate Dich mit Freunden, aber noch besser, wenn Du Erwachsene findest, die Lust haben, sich überhaupt mit Dir zu beschäftigen und höre ihnen aufmerksam zu. Vieles von dem, was sie sagen, macht vielleicht zunächst einfach keinen Sinn.

    Das liegt aber nicht daran, daß sie zu blöde sind, zu altmodisch oder keine Ahnung haben und "den Zug verpassten". Ganz oft liegt es einfach daran, daß sie Dir meilenweit voraus sind und Du einfach nicht verstehst, was wirklich gemeint ist.

    In solchen Fällen laß Dich nicht entmutigen. Bleib dran. Sowohl an der Sache, als auch an den vielleicht verschrobenen Ansichten dieser Personen. Manche Rätsel erschließen sich einem Menschen erst nach 10, 20 oder noch mehr Jahren.


    Ich kann das deswegen sagen, weil ich weiß wie es sich mit 17, 20 oder 30 angefühlt hat. Umgekehrt geht es aber erst, wenn es soweit ist.


    Meine herzlichen Grüße
     
    #16
    felixccaa, 7 Januar 2010
  17. objekt.f
    objekt.f (26)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ja, bin seit fast 3 1/2 Jahren Berufstätig, habe seit einem halben Jahr 2 Jobs gleichzeitig, um mir meine Wohnung zu finanzieren und weil ich von dem mikrigen Gehalt im ersten Job nicht leben kann.

    Ich hab die Schule immer gehasst, ich war 5 Jahre auf dem Gymnasium, danach ein Jahr lang in der Realschule.
    In 3 wochen hab ich 3 1/2 Jahre Berufsausbildung hinter mir, die ich gehasst hab..Unterfordert, grenzdämliche Kollegen, ungerechtfertigt schlechte Bezahlung etc.
    Aber ich wollte das so nicht hinnehmen, hab mir einen nebenjob (Aushilfe im IT Büro, Konfigurieren, Dokumentieren, Skripten, etc.) gesucht und bin so gut darin, dass ich jederzeit vollzeit da weiter arbeiten kann. Und das zu einem Gehalt, das ca 3-4 mal so hoch ist, wie das in meiner Ausbildung.
    Nach meiner "Weltreise" werde ich dort vollzeit arbeiten und danach noch offiziell eine Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung beginnen, damit ich auch was schriftlich dazu hab.
    Das mach ich alles nur, weil die Arbeit da genauso ist, wie ich eingangs beschrieben habe: Selbstverantwortlich, anspruchsvoll, super Kollegen, kreativ.

    Du siehst, ich weiß also wovon ich rede :zwinker:
    Aber schon klar, nicht jeder kann einen Job haben, bei dem er es nicht hasst, morgends zur Arbeit zu gehen :rolleyes:

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 20:49 -----------

    Tut mir Leid, nicht in meinem Leben.
    Ich geh zur Arbeit,
    1. Weil es mir Spaß macht. Es ist anspruchsvoll, ich lerne jeden Tag dazu und werde immer besser
    2. Weil ich damit genug verdiene, um mir eine kleine Wohnung mit meiner Freundin zu leisten und nebenher noch ein wenig sparen kann, um längere Zeit mit dem Rucksack durch ASien zu touren.

    Ich geh nicht Arbeiten, um mir das zu kaufen, was mir das Privatfernsehen unter die Nase hält, sondern um mich fortzubilden
     
    #17
    objekt.f, 11 Januar 2010
  18. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
    967
    113
    51
    vergeben und glücklich
    Na, wenigstens eine richtige Erkenntnis. Du brauchst nicht davon ausgehen, dass dein augenblickliches Glück in deinem Job der Normalzustand für die meisten Leute ist. Vorallem in diesen Zeiten. Sei lieber froh, dass du zu den Glücklichen gehörst und lern es schätzen.
     
    #18
    Scheich Assis, 11 Januar 2010
  19. objekt.f
    objekt.f (26)
    Verbringt hier viel Zeit
    329
    103
    4
    Single
    Ohne Arrogant wirken zu wollen:
    Mir hat niemand was geschenkt, ich hab bekommen was ich wollte, weil ich dafür gearbeitet hab.
    Ich kann Leute nicht verstehen, die immer nur da sitzen und meckern und sich beschweren, dass sie Ihren Job so hassen und aber trotzdem nichts ändern.
    Von solchen Leuten war ich in meiner Ausbildung dauernd umgeben.
     
    #19
    objekt.f, 11 Januar 2010
  20. Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
    967
    113
    51
    vergeben und glücklich
    Na wie schön für dich. Schau doch mal über den Tellerrand:

    Es gibt viele Leute, die ebenfalls - so wie du - hart für etwas arbeiten, aber es dann doch nicht kriegen. Nur weil man hart arbeitet ist das doch kein Garant für irgendwas. Wenn dem so wäre, müssten momentan ganz andere Leute die Könige der Welt sein. Mich mit eingeschlossen :rolleyes:

    Ich kann Leute nicht verstehen, die meinen, ihr Ansatz wäre der Masterplan für jeden Fall. Nach dem Motto "Aber bei mir funktioniert das ja" :rolleyes:

    Es gibt zig einleuchtende Gründe, warum jemand nicht einfach von heute auf morgen kündigen kann, nur weil er nicht seinen Traumjob gefunden hat.

    Geld. Familie/Verantwortung. Alter. Sicherheiten. Bildungsgrad. Und Glück!

    Um nur ein paar zu nennen.

    Außerdem: Die Zufriedenheit im Job hängt stark vom Arbeitgeber und dem Umfeld ab, in dem man arbeitet. Selbst wenn man einen Tätigkeit findet, die einen überzeugt, können die Bedingungen auch gräßlich sein. Und das hat schon etwas mit Roulette zu tun, denn nicht alle Arbeitgeber sind ein Glücksgriff, gute Firmen sind rar gesät!



    Arrogant find ich dein Statement jetzt nicht, nur deine Sichtweise gleicht ein bisschen einem Tunnelblick.
     
    #20
    Scheich Assis, 12 Januar 2010

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