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Legasthenie (abgetr. von "Ich weiss nicht, was loss ist! - Es juckt!)

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Händchen900, 26 Februar 2005.

  1. Händchen900
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Also eine Polnische Tastatur kann ja ein Grund sein, aber das würde nicht erklären warum Du Dich so aufgeregt und Dich so angegriffen gefühlt hast. Denn das macht man, wenn man verletzt oder wütend ist. Dies wiederum ist man, wenn der Nagel ins Schwarze getroffen hat.

    Vielleicht beherrscht Du die polnische Sprache auch besser als die Deutsche? Das wäre ja auch ein Grund.
    Richtig! Legasthenie ist eine Lese- Rechtschreibschwäche! Aber nicht jede Lese-Rechtschreibschwäche ist automatisch gleich Legasthenie.
    Und, Legasthenie hat nichts mit verminderter Intelligenz zu tun, eher das Gegenteil ist der Fall!
    Denn beispielsweise war der geniale Erfinder/Physiker Albert Einstein ein Legastheniker, und der war alles andere als dumm.

    Legasthenie ist eine Begabung, ein Talent, aber auch ein Fluch zu gleich. Dies ist begründet in einer anderen Wahrnehmung. Und diese andere Wahrnehmung ist oft hilfreich aber manchmal auch hinderlich.

    Nicht alle Legastheniker entwickeln die gleichen Talente, aber sie teilen gewisse geistige Funktionen. Hier die grundlegenden Fähigkeiten, die alle Legastheniker besitzen:

    1. Sie benutzen die Fähigkeit des Gehirns, Sinneswahrnehmungen zu verändern und zu erzeugen (die Hauptfahrigkeit).
    2. Sie nehmen ihre Umgebung sehr bewusst wahr.
    3. Ihre Wissbegierde ist überdurchschnittlich.
    4. Sie denken vorwiegend in Bildern, nicht in Worten.
    5. Sie besitzen Scharfblick und starke Intuition.
    6. Ihre sinnliche Wahrnehmung und ihr Denken sind vielschichtig.
    7. Sie erleben Gedachtes als real.
    8. Sie verfugen über eine lebhafte Phantasie.

    Wenn diese acht grundlegenden Fahrigkeiten nicht von Eltern oder Erziehern abgewertet, unterdruckt oder zerstört werden, fuhren sie zu zwei charakteristischen Eigenschaften: zu überdurchschnittlicher Intelligenz und zu außergehwohnlicher Kreativität. Diese zwei Eigenschaften können das wahre Talent der Legasthenie hervorrufen - die Gabe der Meisterschaft, die volle Beherrschung einer Materie.

    Nicht selten sieht so ein typischer Werdegang aus, dass man in der Schulzeit das Schreiben und Lesen nicht richtig lernt. Man sucht sich einen (handwerklichen) Beruf in dem man meint nicht viel schreiben und Lesen zu müssen. Das Problem dabei, durch die legasthenischen Fähigkeiten ist man gut. So gut das der Chef einen irgendwann in höheren, wichtigere Positionen sehen will. Dort fällt oft wieder Papierkram an. Dann kommen oft schnell wieder die Angst- und Versagensängste.

    Gegen die Auswirkungen der negativen Seite der Legasthenie kann man was machen, auch im Erwachsenenalter! Man bekommt sie nicht weg, aber soweit gelindert, dass sie im normalen Leben keine Beeinträchtigung mehr darstellt.

    Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, in der ich in Aufsätzen in jeder (!) Zeile mindestens(!) 5 (in Worten: fünf) Fehler gemacht habe. Also pro Aufsatz locker mehrere hundert! An Vorlesen in der Klasse war auch nicht zu denken. Das war eine schlimme Zeit für mich.

    Und heute?
    Ich habe viel getan, habe viele Anstrengungen unternommen. Fehlerfrei bin ich deswegen nicht geworden. Nicht umsonst steht meine Signatur da unten.
    Und dennoch, es hat sich gelohnt. Heute kann ich Texte verfassen ohne mich dafür zu schämen (sowohl was die Fehleranzahl angeht, als auch die psychische Seite). Viel wichtiger, ich kann Lesen. Und ich lese jede Menge, und gerne! In meinem Studium, das kurz vor dem Abschluss steht, muss ich das auch, sonst wäre ich dort verloren.

    Edit:
    Da der Thread abgetrennt wurde, und möglicherweise der Zusammenhang fehlt, verweise ich hier auf dem vorgänger Thread.
     
    #1
    Händchen900, 26 Februar 2005
  2. JuliaB
    JuliaB (32)
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    nicht angegeben
    Händchen, ich glaub du verschwendest deine zeit, weil ers nicht lesen wird...


    inwiefern?


    is das nicht schon ne psychische störung dann?


    find ich toll, echt!
    mir fiels nie schwer, korrekt zu schreiben, darum kann ich wohl auch nicht ganz nachvollziehen, wie schwer es ist, sich das mühsam anzulernen...

    aber in deinen posts zum beispiel sind so gut wie keine fehler, respekt.

    wie war denn dein lebenslauf?
    typisch?
    auch erst was handwerkliches?
    wann hat mans bei dir erkannt?
     
    #2
    JuliaB, 26 Februar 2005
  3. RlNA
    Gast
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    Na ja, ich kann jetzt nur von mir sprechen (bin Legasthenikerin), aber grundsätzlich ist es so: Ich kann mir etwas vorstellen und das ist dann so in meinem Gehirn gespeichert als hätte ich es erlebt. Während ich es mir vorstelle, ist es so als würde ich es erleben, aber trotzdem weiß ich schon, dass es nur meiner Phantasie entspringt. (Wusste nur nie, dass ich das der Legasthenie zuschreiben kann).

    Zu lernen keine Schreibfehler mehr zu machen, musste ich als Sekretärin, wobei ich eigentlich nur gelernt habe schnell die Löschtaste zu finden und vorallem mir alles durchzulesen (alleine Posts in Foren oft 3x und ich muss fast immer editieren).
     
    #3
    RlNA, 27 Februar 2005
  4. JuliaB
    JuliaB (32)
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    nicht angegeben
    ist das nicht verwirrend?
     
    #4
    JuliaB, 27 Februar 2005
  5. RlNA
    Gast
    0
    Eigentlich nicht, also das ist so: Du erzählst mir zum Beispiel wie du über die Straße gehst und plötzlich kommt ein Auto auf dich zu. In meinem Gedanken läuft das nun alles wie ein Film ab.

    Ich seh eine Straße umstehende Gebäude, vielleicht eine grüne Ampel und dass auf dich zukommende Auto in meinen Gedanken.

    Dann erzählst du weiter dass es dich angefahren hat.

    In meinen Gedanken sehe ich dann wie dass Auto dich anfährt und fühle sogar gedanklich den Aufprall.
     
    #5
    RlNA, 27 Februar 2005
  6. User 505
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    Weil ihr grad so schön im Redefluss seid aber das Thema im alten Thread völligst OT war, hab ich euch mal abgetrennt, postet also bitte hier weiter.
     
    #6
    User 505, 27 Februar 2005
  7. Händchen900
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    Das soll bedeuten, dass Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ein Oberbegriff für viele mögliche Ursachen von schwachem Lesen und Schreiben ist. Legasthenie kann eine Ursache sein, es gibt aber auch andere Gründe. Aber Legastheniker haben [fast(?)] immer ein Lese-Rechtschreibschwäche.
    Nein, soweit geht das nicht. Die Gedanken werden als real erlebt, aber das Wissen, das es Gedanken sind, lässt die Realität und die Gedanken auseinanderhalten.

    Mein Lebenslauf ?
    Die Schwierigkeiten fingen schon in der ersten Klasse an. Ich hab nie ein Diktat mit Null Fehler gehabt, egal wie stark ich geübt hatte.
    In der zweiten Klasse wurden die Probleme stärker, trotz noch stärkeren Übens. Jedoch Mitte der zweiten Klasse gab es zwei kurz aufeinanderfolgende Schlüsselerlebnisse. Wir hatten Parallelunterricht (wir waren nur 8 bis 12 Schüler pro Klasse). Also während ich Kunst hatte, hatte die dritte Klasse gleichzeitig Mathematik. Dort galt es, mit Hilfe von L- und T- Plättchen, geometrische Figuren nachzulegen. Damit taten sich alle schwer, auch mein Sitznachbar. Ich schnappte mir die Plättchen und hatte blitzschnell alles nachgelegt. Dies bekam meine Lehrerin zufällig mit und war einfach nur baff. Eine andere Lehrerin hatte mitbekommen wie ich vor Langehrweile im Mathematikunterricht dreidimensionale Skizzen vom Klassenraum anfertigte. Später meinte Sie, so etwas hätte Sie noch nie erlebt.
    Die beiden Lehrlinnen waren ratlos, meine Eltern verzweifelt und ich war deprimiert.
    Zum Glück kam zu dem Zeitpunkt eine neue Lehrerin an die Schule, die den Verdacht der Legasthenie äußerte. Daraufhin wurden ich in der nächsten Großstadt bei einem Legasthenieverband getestet.
    Nun wusste ich war mit mir los war! Die sinnlosen (!) Übungen wurden eingestellt, und dafür kleinere, andere, auf meine Wahrnehmung abgestimmte Übungen durchgeführt. Einmal die Woche bin ich in das 25 km entfernte Braunschweig zur Legastheniestunde gefahren, und zwar selbstständig, mit 8 Jahren; ich war soooooooooo stolz das man mir das zutraute. Dort lernte ich Andere kennen die das gleiche Problem wie ich hatten. Ich sah, ich war nicht allein mit meinen Versagensängsten. Es wurden verschiedene Übungen gemacht die a) das Selbstbewusstsein aufpolierten und b) bei der Rechtschreibung wirklich halfen, aber langsam.

    Mitte der dritten Klasse wurden die Probleme unerträglich. Ich konnte die Klassenarbeiten nicht meistern, weil ich beim Lesen der Aufgabenstellung scheiterte; mündlich konnte ich jedoch alles wiedergeben. Meine Psyche war im A… . Ich bin dann freiwillig ein Jahr zurückgegangen, sprich in die zweite Klasse. Vieles wurde besser. Später in der dritten und vierten Klasse wurde ich immer mal wieder fertig gemacht, das war bestimmt keine Absicht. Die Lehrerin hat dann sofort eingegriffen und ich hab mir nichts anmerken lassen. Dennoch, es hat unendlich Wehgetan. Das wichtigste zu dem Zeitpunkt war, dass meine Eltern mir viel Liebe und Vertrauen geschenkt haben, ohne dies wäre ich wahrscheinlich zusammengebrochen.

    5./6. Klasse Orientierungsstufe (gibt / gab es nicht in allen Bundesländer).
    Durch die vielen neuen Fächer und deren vordergründige Wissensvermittlung hat Schule wieder Spaß gemacht. Aber Aufsätze mit mehreren hundert Fehlern waren normal. Dazu kamen die Kurse, in Mathe A-Kurs (tendenziell für gymnasiale Schulempfehlung), englisch C-Kurs (Tendenziell für eine Hauptschulempfehlung)
    Für die Lehrer dort war ich ein Rätsel, wegen der Extreme.

    7. bis 10 Klasse Realschule.
    Ich langweilte mich zu Tode. In Mathe hab ich mehr gemalt und geträumt als alles andere. In den anderen Fächern war ich auch unterfordert, bis auf Deutsch und Englisch. Die Aufsätze waren vom Inhalt gut, manchmal befriedigend, von der Rechtschreibung ungenügend und somit gesamt ausreichend, manchmal befriedigend.
    Keine Probleme mehr mit dem Selbstbewusstsein. Ich hatte entgültig begriffen, dass nicht die Leute dumm sind, die Probleme mit der Rechtschreibung haben, sondern diejenigen dumm sind, die dies behaupten und diese Meinung vertreten.

    Beim Abschluss hatte ich von 140 Schülern den zweitbesten Notendurchschnitt, und das trotz Englisch 5 und Deutsch 4. Ohne das ich in den anderen Fächern - außer den Hausaufgaben- auch nur einen Finger Krumm gemacht hätte.
    Die Rechtschreibung verbesserte sich, zwar langsam aber stetig.

    11./12. Klasse Fachoberschule.
    Interpretationen und Intentionen, sowie Referate bereiteten mir besondere Freude. Die Fehlerzahl sang weiter. Noch mehr Freude bereitete mir allerdings das Knacken von Integralen!

    Dann war ich ein ganzes Weilchen beim Bund und anschließend Beginn des Studiums.

    Noch maximal ein halbes Jahr und ich bin Diplom-Ingenieur.
    Hätte das jemand behauptet als ich in der zweiten Klasse war, hätten Ihn meine Lehrer für verrückt erklärt.
    Ich hatte Glück, dass es bei mir früh erkannt wurde, lag bestimmt auch an der kleinen Klassenstärke. Glück, dass ich –bis auf wenige Ausnahmen- verständnisvolle Lehrer hatte und meine Eltern mir die nötige Hilfestellung ermöglichten, Unterstützung und Kraft gaben. Viele Menschen werden dies nicht bekommen haben. Was ich die ersten Schuljahre durchgemacht habe, wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind. Wenn ich heute ähnliche Berichte von betroffenen höre oder lese, kommen mir immer noch regelmäßig die Tränen.

    Heute noch gibt es immer noch Lehrer die der Meinung sind, Legasthenie gäbe es nicht, das sei alles nur Faulheit. Meine Schwester will Lehrein für die Grundschule werden. Dazu muss (!) Sie im Bereich Mathe Integrale knacken, die nicht man Ingenieure lösen müssen. Aber es gibt kaum Didaktik. Was soll das?
    Ach, und Legasthenie ist dort nur ein Wahlfach, das alle Jubeljahre mal angeboten wird und nicht verpflichtend ist. Die Pisastudie lässt Grüßen.
    Noch fragen?
     
    #7
    Händchen900, 27 Februar 2005

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