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Lehramtsstudium und Zweifel...

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von User 12900, 17 Februar 2009.

  1. User 12900
    where logic cannot intervene
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    nicht angegeben
    Hey,

    also ich studiere LA Gymnasium mit den Fächern Englisch und Spanisch und komme nun ins 4. Semester. Zur Zeit mache ich das Blockpraktikum und seitdem komme ich irgendwie immer mehr ins Grübeln...

    Gleich am ersten Tag meinte ein Lehrer, er würde uns raten, was anderes zu studieren und keinem empfehlen, Lehramt zu studieren, weil man als Referendar wie ein Sklave behandelt wird, und später wäre es ja auch nicht besser, dazu verdiene man nix und wir würden wahrscheinlich nicht mal mehr verbeamtet werden.
    Klar gibt es immer solche verbitterten Typen, aber nachdenklich gemacht hat mich das schon.

    Nunja, eigentlich wollte ich immer Lehrerin werden, ich bin keiner der Studenten, der nix besseres wusste und dann eben mal LA studiert. Aber seit ich eben studiere, zweifel ich manchmal an dieser Entscheidung. Vor allem jetzt während des Praktikums, wenn ich in besonders "schlimmen" Klassen bin, weiß ich nicht, ob ich das wirklich will. In anderen Klassen dagegen habe ich das Gefühl, dass es mir durchaus Spaß machen könnte.

    Das Studium macht mir Spaß und ich bin bisher auch überall sehr gut (also v.a. in Englisch habe ich wirklich sehr gute Leistungen), aber irgendwie machen mich diese Prognosen skeptisch. Vor allem seit der G8-Einführung jammern ja alle Lehrer nur noch und ich habe auch in anderen Praktika nun schon mehrfach den tollen Ratschlag bekommen, ich solle doch was anderes machen, vor allem wenn ich so gut wäre.

    Ich will aber unbedingt etwas mit Englisch machen, meine anderen Interessen sind alle eher handwerklich-praktisch und daher eher weniger für ein Studium geeignet.

    Aber das einzige, was ich mir alternativ vorstellen könnte, wäre eben an der Uni zu bleiben und dort zu unterrichten o.ä. (v.a. Linguistik interessiert mich total).Was kann man denn sonst mit 2 Sprachen machen?:ratlos:

    Ich werde aber auf jeden Fall weiter studieren, da ich, wie gesagt, immer schon Lehrerin werden wollte, aber ich würde mich freuen, wenn mir jemand dazu irgendwas sagen kann, oder mich aufbauen kann...:geknickt:
     
    #1
    User 12900, 17 Februar 2009
  2. User 37284
    User 37284 (31)
    Benutzer gesperrt
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    vergeben und glücklich
    Ich sehe das alles etwas anders als die Leute, die dir davon abraten. Du studierst auf Gymnasium, damit hast du ja schonmal viel bessere Chancen auf eine Stelle als jemand, der auf Grund- oder Hauptschule studiert.
    Alternativ kannst du ja auch auf die Berufsschule gehen.

    Ansonsten finde ich auch nicht, dass ein Lehrer schlecht verdient. Wenn du verbeamtet wirst, dann bekommst du doch ein A13er Gehalt, oder nicht?
    Und was die Angestellten anbetrifft: Sicherlich wird heutzutage nicht jeder verbeamtet aber der Großteil schafft es dennoch noch. Wenn man nicht gerade ständig krank ist oder andere Probleme hat, dann sollte das auch gut funktionieren.
    Mein Nachbar ist Schulrat und er hat mir schon erzählt, dass wirklich die Meisten heutzutage noch in die Beamtenlaufbahn kommen.

    Deine Zweifel kann ich auch irgendwie schon verstehen, mir geht es manchmal auch so (Ich studiere ebenso Lehramt, aber auf GS). Allerdings solltest du da auf DICH hören. Wenn du doch schon immer Lehrerin werden wolltest und es dir Spaß macht, was spricht denn dann dagegen? Es gibt immer schwierige Klassen aber das weiß man auch vorher schon, man muss sich eben auch erstmal in den Beruf einleben.
     
    #2
    User 37284, 17 Februar 2009
  3. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    Naja, ich hab irgendwie Angst, dass ich mir das alles zu einfach vorgestellt habe.
    Was ich verdienen werde, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, aber das war bei mir bisher auch immer eher zweitrangig, weil ich davon ausging, zwar nie reich zu werden, aber doch schon ganz gut leben zu können mit einem Lehrergehalt.
    Und wovor ich auch Angst habe ist, dass man ja eigentlich wenig Bestätigung oder Anerkennung im Beruf bekommt, die meisten Schüler sind eher lustlos (war gestern in einer Klasse, in der auf jede Frage mit "Keine Ahnung" geantwortet wurde) und als Lehrer ist man ja eh nur faul und arbeitet so gut wie nix - so wird man von außen gesehen.
    So wird man ja auch schon als LA-Student gesehen, vor allem auch noch mit Englisch. Aber ich liebe einfach diese Sprache und ich bin darin ja auch echt gut (v.a. ist meine Uni in dem Fachbereich sehr streng), dann hab ich an der Uni mit Spanisch angefangen und studiere nun mit Leuten, die das schon jahrelang in der Schule hatten, das ist auch nicht gerade ein Spaziergang, aber das scheint keinen zu interessieren, LA-Studenten machen ja eh nix und blablabla...

    Ich bin jetzt mal gespannt, wie es wird, wenn ich selber ein paar Stunden gehalten habe, vielleicht ändert das ja meine Sichtweise wieder...:zwinker:
     
    #3
    User 12900, 17 Februar 2009
  4. physicist
    physicist (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ich kenne einige, die im Blockpraktikum solchen verbitterten Typen begegnet sind. Ich kann diese Leute nicht ernst nehmen. Die konzentrieren sich ausschließlich auf die schlechten Seiten ihres Jobs und reden teilweise auch noch Probleme herbei, die es gar nicht gibt.
    Klar, es gibt Schüler, die öfter mal Ärger machen. Und wenn sich davon eine Horde in einer Klasse versammelt, dann ist das nicht unbedingt schön. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass das Verhalten, das Schüler an den Tag legen auch zu einem großen Teil vom Lehrer abhängt. Wenn du im Praktikum "schlimme" und "nette" Klassen siehst, dann schau dir auch die Lehrer mal genau an und schau, ob du Unterschiede feststellen kannst. Wenn du da was findest, dann könnte das ja vielleicht für dich später mal nützlich sein.
    Es stimmt, dass Lehrer nicht gerade Spitzen-Gehälter bekommen und auch die Aufstiegs-Chancen sind sehr begrenzt. Aber man bekommt genug Geld, um sich eine Lebensqualität leisten zu können, mit der man durchaus zufrieden sein kann, und die Sicherheit dass das bis zur Rente so bleiben wird.
    Dass Lehrer verbeamtet werden, ist zwar angenehm (ich hätte später auch nix dagegen), aber es ist objektiv gesehen Blödsinn. Aber da die Umstellung darauf, Lehrer im großen Stil als Angestellte zu beschäftigen, erstmal sehr teuer für den Staat wäre (Sozialabgaben/Rentenversicherung), glaube ich nicht daran, dass das bald passieren wird.

    Eine Möglichkeit herauszufinden, ob es das Richtige für dich ist, als Lehrerin zu arbeiten, wäre dass du mal vertretungsmäßig für ein paar Monate ein oder zwei Klassen in einem Fach komplett übernimmst. Zumindest in Hessen geht das auch ohne abgeschlossenes Studium und es gibt dann natürlich auch Geld dafür. Dafür solltest du allerdings wenigstens dein Blockpraktikum und ein paar grundlegende fachdidaktische Veranstaltungen abgeschlossen haben. Je nachdem wie dringend sie gerade jemanden brauchen, würde dich evtl. sogar ohne das mal eine Schule nehmen. Aber wenn du da völlig "ahnungslos" rangehst, wird es sehr schwer für dich, einen brauchbaren Unterricht hinzubekommen. Und ich finde, die Schüler haben einen Anspruch auf ein gewisses Mindestmaß, was die Qualität des Unterrichts angeht. Wenigstens so halbwegs sicher, dass man den erfüllen kann, sollte man sich dabei dann also schon sein.
     
    #4
    physicist, 17 Februar 2009
  5. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ja, ich weiß auch, dass nicht alle Lehrer verbittert sind, aber offenbar doch schon sehr viele. Und sehr viele (meiner früheren Lehrer) meinte, ich würde quasi mein Potential vergeuden, da meine Leistungen eben so gut wären...

    Also mir ist sowas hier nicht bekannt, ich denke, dafür ist es nach dem 3. Semester auch noch viel zu früh.
    Didaktische Kenntnisse habe ich halt nur die, die ich eben per Studienplan haben muss, und das sind bisher extrem wenige (Didaktik und Pädagogik bekommt bei uns erst im 6. oder 7. Semester einen Schwerpunkt, vorher konzentriert man sich eher auf die fachlichen Inhalte).
    Wie gesagt, ein paar Stunden werde ich in den nächsten Wochen zwar halten, aber mehr wohl eher nicht.
     
    #5
    User 12900, 17 Februar 2009
  6. RosaWeib
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    vergeben und glücklich
    Meiner Meinung nach ist Lehrer sein eine Passion ...

    Ob es Deine ist, kannst nur Du beurteilen ... wobei man das vermutlich anfänglich gar nicht abschätzen kann.

    Es ist auf jeden Fall ein Job, bei dem Du in der Regel wenig zurückbekommst, was Du an Energie reinsteckst. Gibt Menschen, denen macht das gar nix, die sehen das Ganze als gesamtes und wenn nur wenige durch Dich erfolgreich lernen und zu einem bestimmten Ziel kommen, kann das sehr befriedigend sein.

    Kann. Gehörst Du nicht zu diesen Menschen, wirst Du oft frustriert sein und Dich fragen, wozu Du Dir diese Mühe überhaupt machst ...

    Vielleicht kannst Du auf Deiner pädagogischen Ausbildung später aufbauen, wenn Du Dir (vielleicht schon jetzt parallel) einen Bereich aussuchst, in dem Erwachsene im Berufsleben weitergebildet werden? Könntest dann beispielsweise in einer großen Firma oder Instution arbeiten und da in der Weiterbildung tätig werden? Eventuell Firmenziele vermitteln oder ähnliches ... Auch die Reisebranche ist mit Fremdsprachen ein sicherlich interessantes Arbeitsgebiet.

    Viel Glück
     
    #6
    RosaWeib, 17 Februar 2009
  7. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
    9.748
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    4.923
    nicht angegeben
    Naja, ich erwarte keine große Anerkennung, aber wenn man 2 Stunden lang nur "Keine Ahnung" als Antwort bekommt, wird man doch irgendwann einfach frustriert? Aber es gab ja auch andere Klassen, die super mitgearbeitet haben usw. nur meinte dieser Lehrer eben zu mir, dass in Zukunft alle Klassen so "schlecht" wären, weil die Schüler mit dem neuen G8-System überfordert wären...und DAS wäre dann echt keine Perspektive für mich.
    Ich erwarte keine Begeistertung (war ja selber mal Schüler :zwinker:), aber ein gewisses Maß an Mitarbeit ist doch einfach erforderlich. Und wenn das nicht gegeben ist, würde ich das nicht mein Leben lang aushalten...

    Erwachsenenbildung wäre noch eine Alternative, das stimmt. Aber ich weiß nicht genau, inwiefern man sich da jetzt an der Uni schon drauf vorbereiten könnte?
     
    #7
    User 12900, 17 Februar 2009
  8. physicist
    physicist (30)
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    Das hab ich auch schon ein paar mal gehört. Und ich halte diese Aussage für großen Blödsinn. Demnach dürften also nur Deppen Lehrer werden, oder wie!?!
    Und wenn du auch fachwissenschaftlich gut bist, dann ist diese Fähigkeit in der Schule auf keinen Fall vergeudet, sondern nur anders eingesetzt als wenn du z.B. an der Uni wissenschaftlich arbeiten würdest. Denn gerade, um die Inhalte für die Schule auf ein einfacheres Niveau zu bringen, muss man erstmal fachwissenschaftlich richtig viel Ahnung haben. Sonst passiert es leicht, dass man da Blödsinn produziert, der nur auf den ersten Blick richtig ist.


    Die Stunden, die du im Praktikum hälst, sind natürlich auch schon eine wertvolle Erfahrung. Es gibt allerdings Praktikums-Betreuer, die nachdem sie sich ein oder zwei Stunden angeschaut haben, meinen beurteilen zu können, um du als Lehrerin geeignet bist oder nicht. Falls du an so jemanden geraten solltest, dann solltest du ihn nicht all zu ernst nehmen.
    Dass es nach dem 3. Semester für so einen Vertretungsvertrag noch zu früh ist, kann schon sein. Dabei kommt es vor allem auf deine eigene Einschätzung an. Aber so nach dem 5. oder 6. sollte das eigentlich gehen, falls bei euch nicht wirklich die gesamte Didaktik erst danach kommt. Darüber, ob das da wo du studierst, prinzipiell möglich ist, müsstest du dich eben mal informieren. Ich wusste bis vor kurzem auch nicht, dass sowas geht.
     
    #8
    physicist, 17 Februar 2009
  9. Larissa333
    Gast
    0
    Wäre es eine Möglichkeit für dich, nebenbei ein Magisterstudium zu machen?
    Bei uns zumindest ist das möglich, und ich kenne auch einige, die zb Deutsch und Geschichte auf Lehramt, und gleichzeitig auf Magister studieren, um sich mehr Möglichkeiten offen zu halten.

    Für mich wäre es nichts, ich WILL Lehrerin werden und das ohne Zweifel (Geschichte und Deutsch auf Realschule), habe gerade das 5.Semester hinter mir.
     
    #9
    Larissa333, 17 Februar 2009
  10. physicist
    physicist (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Ich halte viele Probleme mit dem G8 für vollkommen unnötig heraufbeschworenen Blödsinn. Es gibt kein einziges pädagogisches Argument dafür, dass die Zeit am Gymnasium 8 Jahre oder 9 Jahre dauern sollte. Diese Zeit auf 8 oder 9 Jahre festzulegen ist keine Pädagogik. Das ist Politik und sonst nichts. Die Aufgabe der Pädagogik ist, diese Zeit dann sinnvoll zu gestalten. Und das geht mit 9 Jahren und es geht mit 8 Jahren. Man muss es nur tun anstatt zu jammern. Aber sich in gewissen Dingen umzustellen bedeutet natürlich Arbeit.
    Klar, die Umstellung war nicht gerade reibungslos. Aber bis du mit deinem Studium fertig bist, wird sich das alles beruhigt haben.
     
    #10
    physicist, 17 Februar 2009
  11. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Hallo,

    also ich finds ein bißchen unsinnig, sich die Doppel-Belastung Magister/Lehramt anzutun, auch wenn es wahrscheinlich nur ein paar Kurse mehr sind. Man kann das Studium auch mit dem 1. Staatsexamen abschließen (und macht dann halt kein Referendariat), wenn man doch nicht Lehrer werden will. Und Staatsexamen ist auch kein schlechter Abschluß, im Gegenteil.

    Desweiteren würd ich mir da nichts mies reden lassen von anderen, jeder macht seine eigenen Erfahrungen. Du mußt selber an das Thema rangehen, wie du es für richtig hälst. Allerdings hab ich im Studium gelernt, dass man schon Grenzen ziehen sollte, inwieweit man die Schulsituation an sich persönlich ranlässt, um daran nicht kaputt zu gehen. Das gilt sowohl für sehr großen Idealismus, als auch für sehr negative Sichtweisen, keine Extreme sind hilfreich oder gesundheitsförderlich. Auch sollte man auf seine eigenen Gedanken aufpassen und zB nicht so generalisieren, wie dieser eine Lehrer. Nie ist eine ganze Klasse doof und die Kinder sind auch nicht von Natur aus total böswillig, das ist Unsinn.

    Ich denke, du solltest im Hinterkopf behalten, dass du noch recht jung bist, noch Erfahrung sammeln musst und darfst und deshalb nicht alles von dir erwarten kannst. Außerdem, dass keine Entscheidung endgültig ist und dass du auch später mit deinem Abschluss jede Menge Möglichkeiten hast. Also bloß keine Panik schieben, mach erstmal weiter und wenn das in ein paar Wochen immernoch an dir nagt, kannst du dir ernsthaft Gedanken machen (zB ne Pro-/Contra-Liste machen).


    LG,
    Kaya

    PS: Ich denke, es bringt auch nicht viel, sich jetzt schon den Kopf darüber zu zerbrechen, wie das mit künftigen und aktuellen Neuerungen sein wird. Wie man damit zurecht kommt, zeigt sich doch erst wirklich, wenn man später in der konkreten Situation ist.
     
    #11
    Kaya3, 17 Februar 2009
  12. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    nicht angegeben
    Danke erstmal für die vielen aufmunternden Antworten! :smile:

    Das mit dem Magister wäre schon gegangen, allerdings hätte ich mich dazu letztes Semester schon anmelden müssen und da ich ja nicht vorhatte, etwas anderes als Lehrer zu werden, habe ich das nicht gemacht. Aber wie hier schon gesagt wurde, nach dem Staatsexamen habe ich ja dann 2 Sprachen fertig studiert, irgendwas wird sich damit notfalls schon auch anfangen lassen.

    Ich werde jetzt einfach mal schauen, wie das Praktikum so läuft (habe ja noch fast 5 Wochen) und lasse mir das alles mal durch den Kopf gehen.
     
    #12
    User 12900, 17 Februar 2009
  13. Chérie
    Chérie (30)
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    Hey du,

    also ich kenne beide Seiten. Eine "Bekannte" die Gymnasiallehrerin Deutsch/Geschichte wird (im Moment befindet sie sich im Referendariat) und die ist so eine richtig ätzende Verlegenheits-Lehrerin. Hat zig Sachen ausprobiert um dann letztendlich das zu studieren.
    Daraus entstehen dann auch so Aussagen wie "Ich muss von Montag bis Freitag in die Schule! Und teilweise von morgens bis nachmittags. Also sorry, aber dafür bin ich echt nicht Lehrerin geworden um den ganzen Tag zu arbeiten!" :kopfschue Und von denen gibt es leider immer noch zu viele, die dann so verbitterte Aussagen tätigen, wie du sie auch schon gehört hast. Einfach nur ÄTZEND!

    Und dann gibt es da die andere Seite: eine gute Freundin von mir wird ebenfalls Gymnasiallehrerin, Englisch/Latein. Sie hat neulich ihr Praktikum gemacht und war super begeistert und ist hoch motoviert für ihr restliches Studium, und freut sich aufs Lehrerdasein etc. Wenn du Lehrerin werden WILLST, dann werden das auch die Schüler an deiner Motivation spüren. Motivierte Lehrer werden niemals 45min oder 90min am Stück "Keine Ahnung..." zu hören bekommen.
     
    #13
    Chérie, 17 Februar 2009
  14. Sunflower84
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    Verheiratet
    Ich bin Referendarin an einer Realschule im ersten Jahr.
    Mein Vater (auch Lehrer) hat auch immer gesagt: "Tochter, warum tust du dir das an? Such dir doch bitte was anderes."

    Und ehrlich gesagt - mittlerweile frage ich mich immer öfter, ob er nicht recht hatte. Ich habe mich bewusst für diesen Beruf entschieden. Aber es ist noch einmal ein großer Unterschied es nur zu hören, als es selbst zu erleben.
    Es ist schon sehr anstrengend.
    Und Spaß macht es mit manchen Klassen auch nicht immer wirklich. Und auch wenn es immer keiner glauben mag - die Ferien braucht man wirklich dringend.
    Gottseidank aber mache ich auch positive Erfahrungen. Und die Aussicht, dass es nach dem Ref besser wird, weil man nicht mehr ständig beobachtet wird, schon einen gewissen Grundstock an Unterrichtsentwürfen hat, nicht mehr jede Stunde genauestens vorbereiten und vorlegen muss, nicht mehr selbst nachmittags Kurse hat, und einfach besser und schneller arbeitet, bestärken mich darin, weiter zu machen.

    Aber Fakt ist einfach, dass es entgegen dem Ruf in der GEsellschaft, ein sehr anstrengender Beruf ist, der oft unterschätzt wird. Und dessen muss man sich bewusst sein.
    Wir bekommen in Psychologie auch oft Tips, wie wir uns selber bestärken, weil von außen einfach null Anerkennung kommt.

    Mein Fazit: Ich denke schon, dass es ein schöner Beruf sein kann, wenn es einem liegt, man gern mit Jugendlichen arbeitet und wenn man nicht die allerschlimmsten Schüler erwischt (da gibt es echt riesen Unterschiede. V.a. zwischen Stadt- und Landschulen).
    Aber dass es mit Sicherheit kein Zuckerschlecken ist, muss einem bewusst sein.

    Ja, da kannst du schon sehen, ob es dir grundsätzlich liegt. :smile:
    Allerdings ist der Alltag dann schon noch ganz was anderes.
     
    #14
    Sunflower84, 17 Februar 2009
  15. Kaya3
    Kaya3 (33)
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    Hallo,

    also ich glaube, es gibt keinen Beruf, der IMMER Spaß macht und NIE anstrengend ist. Und wieviele Berufe gibt es, bei denen die Leute ebenfalls die Ferien dringend brauchen, vor allem die Berufsanfänger?

    Nun, ich denke, es kommt auch darauf an, warum man einen Beruf macht. Wenn man Lehrer wird, weil man Anerkennung sucht, hat man sich das falsche Fach ausgesucht.

    Ja, es ist schwierig als Lehrer, vor allem psychisch. Man muß viele verschiedene Aufgaben erfüllen und steht unter Beschuss aus vielen Richtungen. Aber man muß sich selbst ja nicht immer in der Opferrolle sehen, oder?
    Ich denke, man sollte versuchen, das nicht zu überdramatisieren. Es kommt sicher auch immer darauf an, wie man mit sowas umgeht. Wenn man damit nicht klarkommt, sollte man versuchen, woanders Fuß zu fassen. Es zwingt einen ja keiner dazu, Lehrer zu werden oder es zu bleiben.

    Gruß,
    Kaya
     
    #15
    Kaya3, 17 Februar 2009
  16. Sunflower84
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    Verheiratet
    Natürlich. Deswegen hab ich auch geschrieben, dass es auch positive Momente gibt. Und dass es mit den Jahren wohl immer besser wird.

    Klar. Ich denke nur, dass man sich auch der Nachteile bewusst sein muss, um die Entscheidung dafür oder dagegen bewusst fällen zu können.
    Wenn ich nicht trotzdem noch Lehrerin sein wollen würde, hätte ich schon aufgehört. Bin ja kein Masochist.
     
    #16
    Sunflower84, 17 Februar 2009
  17. Sunflower84
    Meistens hier zu finden
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    158
    Verheiratet
    Und auch da gebe ich dir recht.
    Man muss eben lernen auch ohne Anerkennung weiterhin motiviert zu sein.
    Das ist auch bei mir (noch) nicht das Problem. Aber es ist ein Punkt, den ich von erfahrenen Lehrern immer wieder höre: Dass es sehr entmutigend sein kann, wenn man sich so richtig reinhängt, aber nie ein Lob dafür erntet. Wobei - nie ist übertrieben. Meine Pädagogik-Seminarlehrerin hat gestern erst erzählt, dass sie sich wahnsinnig gefreut hat, als sie einen ehemaligen Schüler getroffen hat, der Jahre später erst erkannt hat, wie sie sich reingehängt hatte und wie gut ihr Unterricht war. :smile:
    Und das mit der fehlenden Anerkennung hat man nicht nur als Lehrer, sondern in vielen Berufen und Positionen - muss man auch sagen.
     
    #17
    Sunflower84, 17 Februar 2009
  18. User 12900
    where logic cannot intervene Themenstarter
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    598
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    nicht angegeben
    Ja das stimmt. Mein Dad ist zB Finanzbeamter (zwar in einer höheren Position, aber dennoch ist das seine Berufsbezeichnung) - die haben ja auch nicht gerade den besten Ruf und werden im Alltag fast noch weniger anerkannt als Lehrer, aber mein Vater liebt seinen Job, weil er nette Kollegen hat und es ihm anscheinend einfach Spaß macht, obwohl er ja auch nie wirklich Anerkennung erfährt.
    Naja, abschließen werde ich das Studium auf jeden Fall bis zum 1. Staatsexamen, danach werde ich mal sehen, was ich mache.
     
    #18
    User 12900, 17 Februar 2009
  19. drusilla
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Zum Lehrerberuf kann ich nichts sagen, ich studiere ja bewusst nicht auf Lehramt. :tongue:

    Aber zu den zwei Sprachen fällt mir ganz spontan eine Sache ein: Wäre es nicht möglich, später noch eine Dolmetscherausbildung zu machen, wenn Lehramt doch nix für dich ist. Wenn du so gute Leistungen hast, wäre das doch vielleicht eine Alternative?
     
    #19
    drusilla, 17 Februar 2009
  20. Malin
    Malin (29)
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    102
    Single
    Jetzt wart mal die nächsten Wochen ab :smile:
    Ich selbst war auch am Zweifeln und war dann nach den ersten Praktikumstagen ganz glücklich und zufrieden.
     
    #20
    Malin, 17 Februar 2009

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