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Lehrer oder: einige Gründe für Pisa-Ergebnisse

Dieses Thema im Forum "Stammkneipe" wurde erstellt von User 505, 1 März 2009.

  1. User 505
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    Vorweg: Der Thread steht bewusst in der Stammkneipe, er dient eigentlich nur zum Luft-machen. Wenn sich trotzdem eine Diskussion entwickelt, ist das prima, sonst reicht mir ne Dose Mitleid :zwinker:

    Ich gebe seit inzwischen.. 9 Jahren? Nachhilfe. Mal mehr, mal weniger, inzwischen quasi hauptberuflich. Ich habe viel Spaß dran, die Ergebnisse stimmen meist und auch wenn ich manchmal überhaupt keinen Bock habe, komm ich doch meistens mit einem Lächeln heim. Klar können einen manche Schüler in den Wahnsinn treiben (Pubertät ist ne tolle Erfindung, sag ich euch..), aber was mich wirklich manchmal auf die Palme bringt, sind einige Lehrer.

    Natürlich gibts "die Guten". Und natürlich bekomme ich als Nachhilfelehrerin meistens nur von den "Schlechten" mit, sonst bräuchten die Kids meist keine Nachhilfe (ich habe keinen einzigen Schüler, der wegen seiner Intelligenz nicht mitkommt), aber hier sind so meine aktuellen (die älteren hab ich gleich rausgelassen) Top-Kandidaten von Lehrern, bei denen ich mich frage, was zur Hölle die vor einer Klasse machen.


    Lehrer Nummer 1
    Schulbücher findet er doof, er behandelt im Englischunterricht seit Jahren das Thema Amerika. Grammatik handelt er am Rand ab, er ist der Meinung, die Kinder müssten sich das selbst beibringen. Er schreibt grundsätzlich keine Arbeiten - er hat auf Druck eine einzige geschrieben und die nach über einem halben Jahr zwar *irgendwie* korrigiert zurückgegeben, aber man konnte weder eine Note, noch eine wirkliche Bewertung ausmachen. Themen gabs vorher natürlich keine.

    Mündliche Noten gibt er auch keine bekannt, je nach Laune gibt er denjenigen einen Hinweis, die sich verschlechtert haben. Ab und an schnappt er sich auch einen Schüler für eine mündliche Prüfung, die er, genau wie Referate / Voträge aber nicht kommentiert. Die Schüler werden in jedem Zeugnis überrascht.


    Lehrer Nummer 2
    "Das ist falsch." Nein, ist es nicht - es entspricht nur nicht dem, was der Lehrer exakt erwartet hatte. In sprachlichen Fächern mag das diskutabel sein, in Mathe nicht. Die Lehrerin hat sich z.B. ihre eigene Konstruktionsbeschreibungsart einfallen lassen "Zeichne AB in ZE mit L3" war das einzige, was ich mir merken und herleiten konnte - sie hat sich nämlich auch geweigert, es zu erklären. Auch schön war die Aufgabe im Koordinatensystem, in dem der Schüler nicht 1cm als Einheit gewählt hatte (keine Angabe in der Aufgabenstellung!), das hat sie auch nach Erklärung als falsch definiert.

    Generell stellt sie ihre Aufgaben so ungenau, dass selbst meine Glaskugel oft nicht sicher ist, was die gute Frau denn nun eigntlich möchte – aber wehe, es entspricht nicht ihrer Musterlösung. Mitdenken und eigene Lösungen entwickeln? Bloß nicht.


    Lehrer Nummer 3
    „Das geht nicht in die Zeugnisnote ein, das hat deine Nachhilfe geschrieben.“ Nein, hat sie nicht. Ich weigere mich, die Hausaufgaben meiner Schüler zu machen, davon lernen sie nichts. Ich korrigiere die Hausaufgaben im Sinne von Tipps geben, Aufgabenstellung erklären oder Rechtschreib- / Grammatikfehler ausbessern (hier gings um Englisch), aber das wars. Hier hatte die Schülerin 13 / 14 Punkte Hausaufgaben abgeliefert, die ich teilweise nicht mal gesehen hatte und für die sie wirklich Stunden aufgebracht hatte.

    Achja: Die ganze Klasse hat Nachhilfe, nur bei ihr gibt’s Theater. Der Lehrer hat auch nicht mit sich reden lassen.


    Lehrer Nummer 4
    "Chemie und Physik ist nichts für Mädchen" mag etwas sein, was sich manche Lehrer denken, dieser hier spricht es aus und ließ auch am Elternabend keinen Zweifel, dass er Mädchen keine guten Noten geben würde. Er redet auch nicht groß mit ihnen und beantwortet ihre Fragen mit "Das kapierst du doch sowieso nicht."


    Lehrer Nummer 5
    Eine Lehrerin mit Faible für das Thema Juden - ok, kann man haben. Die Überschrift "Judenordner" über einem Projektordner über dieses Thema mag von meiner Schülerin nicht ganz so bedacht gewählt worden sein, aber wie sich dann eine Lehrerin dazu hinreißen lassen kann, sie der rechten Gesinnung zu bezichtigen (Zitat: "Da hättest du die Juden ja auch gleich selbst vergasen können!"), ist mir etwas unschlüssig. Da fallen Kleinigkeiten wie Layoutprobleme ("Buntes Papier? Das ist ja voll scheiße, das nehm ich so nicht an, schreib das noch mal!!" 3 Tage später: "Weißes Papier? Das sieht ja total langweilig aus!") fast nicht mehr auf. Der Ordner war übrigens handschriftlich.


    Lehrer Nummer 6
    „Gute Schüler können schlechten Schülern Notenpunkte abgeben, klärt das unter euch!“ Ja, es geht um die Oberstufe und nein, ich brauche wohl nicht zu erklären was sich die Klassenbeste anhören durfte, als sie sich weigerte, von ihren hart erkämpften 12 Punkten mindestens 2 abzugeben. Was ist das für ein Signal an die Schüler? „Arbeiten ist unnötig, holt euch die Punkte einfach bei den Guten gegen Bezahlung / Erpressung / Mobbing?“ Das Mädchen bekommt kein Bein mehr auf den Boden.


    Lehrer Nummer 7
    Diese Lehrerin ist momentan mein absoluter und ungeschlagener Liebling.

    Sie hat ihre Klasse (Mittelstufe) aufgeteilt: In die „Guten“ und die „Loser“ (IHRE Bezeichnungen!). Die „Guten“ kommen in einen extra Raum mit extra Aufgaben, vom Umgang mit den „Losern“ wird ihnen abgeraten, sie dürfen auch nicht erzählen, was sie in diesem Extra-Raum gemacht haben. Die Lehrerin bleibt bei den „Losern“, macht aber kaum Aufgaben mit ihnen. Der Unterricht ist unstrukturiert und ergebnislos, meine Schülerin kann mir nicht mal sagen, was sie eigentlich gemacht haben. Die Klasse ist aufs tiefste gespalten, meine Schülerin weint oft, weil ihre frühere beste Freundin in der anderen Gruppe ist und nun kaum noch mit ihr redet.



    Ich würde behaupten, dass sich dem geneigten Leser jetzt 3 Fragen stellen.

    „Stimmt das alles oder erfinden die Kinder das?“
    Es stimmt so. Ich habe das nicht nur von den Schülern (zu denen ich übrigens ein gutes Vertrauensverhältnis habe, so dass ich ihnen auch so glauben würde), sondern auch von den Eltern, die sich nach Anrufen, Lehrergesprächen und Elternabenden verzweifelt an mich gewandt haben. Die ganzen x-hundert „Kleinigkeiten“, die mir meine Schüler so berichten, sind hier gar nicht drin. - Sprüche wie „Du bist einfach zu blöd dazu!“ sind aber bei einigen Lehrern ebenso an der Tagesordnung, wie offensichtlichstes „Günstlingstum“, wo dann halt eine 2er Arbeit deswegen eine 4 bekommt, weil die Klausurblätter von der Schülerin in der falschen Reihenfolge abgegeben wurden (Aussage der Lehrerin).

    „Warum tut niemand was?“
    Die Eltern tun – so gut sie können. Direktoren nehmen ihre Lehrer in Schutz und sobald es in höhere Instanzen geht, mahlen die Mühlen seeeeeeehr langsam. Viele Eltern haben auch nicht zu Unrecht die Bedenken, dass es ihrem Kind noch schlechter ergeht, wenn sie sich wehren, deswegen stehen oft einzelne allein da. Und dann heißt es : „Na, wenn doch sonst keiner was sagt, kanns doch eigentlich nicht so schlimm sein.“

    „An welcher Hauptschule in welcher Großstadt sind deine Schüler??“
    Meine Schüler sind derzeit fast alle an Gymnasien, teilweise auf Privatschulen.
     
    #1
    User 505, 1 März 2009
  2. Solche Lehrer habe ich in meiner ganzen schulischen Laufbahn erlebt auch in der jetzigen beruflichen Ausbildung, gibts genug solche.

    Viele besitzen zwar viel Fachwissen, aber sind als Lehrer und/oder sozial inkompetent.

    Ich hab schon früh angefangen, nicht den Eltern die Sache zu übergeben, sondern das ganze selber in die Hand zu nehmen.

    Diskussionen mit Lehrer und jeden Fehler pingelig ausnützen und den Lehrer für seine Vorteile blossstellen.

    Mit dieser Methode konnte ich bis jetzt, jeder meiner Lehrer nach einer liberaleren Einstellung zu Unterricht bewegen, auch wenn es manchmal auf die Note ging.

    Aber das ist zu weit vom Thema weg, Sache ist doch, dass man an der Situation wirklich nicht viel tun kann, ausser man nimmt in Schutz, dass es seinem Kind oder einem selber schlechter geht.


    Unter Kollegen verpfeift man sich nicht und die Schulleitung nimmt natürlich die Lehrer in Schutz und das geht bis nach oben in die Politik, man will ja nicht zugeben, dass das jetzige System verkorkst ist und nicht viele Freiheiten lässt und Schüler in ein System zwängt, welches nicht mit allen kompatibel ist und somit die Schüler nicht in ihren Fähigkeiten stärkt, sondern zurückhält.
     
    #2
    Chosylämmchen, 1 März 2009
  3. User 505
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    Richtig. Aber warum wird so jemand dann Lehrer?

    Die meisten Schüler, um die es hier geht, sind in der 7., 8., 9. Klasse, viele haben Angst vor Schule / Lehrer / Unterricht. Das ist noch nicht das Alter, in dem die meisten Schüler sich auf die Hinterbeine stellen.
     
    #3
    User 505, 1 März 2009
  4. Weiss nicht, weil sie vielleicht gerne Lehrer sind?
    Ich weiss nicht wie der ganze Werdegang zum Lehrer wird, aber kann es vielleicht sein, dass zuwenig darauf geschaut wird, ob die Person überhaupt geeignet ist, als Lehrer zu fungieren?

    Genau dieses Jahr war die Zeit wo ich mit dem ganzen angefangen habe und auch die grössten "Erfolge" erzielt habe.

    Selbst im höheren Alter stellen sich viele nicht auf ihre Hinterbeine, sondern neben eher was hin.

    Liegt vielleicht auch an der Erziehung, dem Lehrer, Älteren usw soll man ja nicht widersprechen usw.
     
    #4
    Chosylämmchen, 1 März 2009
  5. User 75021
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    Ich hatte während meine Schulzeit selber solche Lehrer.
    Beispiel: Mathe-ich war leider eine miserable Matheschülerin, aber nicht weil ich zu dumm war, sondern weil die Lehrerin mir Mathe nicht erklären konnte.
    Ich wollte wissen, was "X,Y" ist-wer kam auf diese Idee? Was will man damit berechnen? Wessen Idee war "Pi"? Und warum braucht man das?
    Ich wollte halt die Hintergründe der Mathematik verstehen, aber darauf ist sie nie eingegangen.
    Und so hab ich es nie in meinen Schädel bekommen.
    Schade, wenn man interessierten Schülern nichts erklären kann.

    In der Grundschule meines Sohnes hatten wir bisher noch keine Probleme mit Lehrern.
    Mein Sohn hat eine tolle Klassenlehrerin, die mich sofort anruft wenn sie merkt, das mein Sohn bei gewissen Dingen hinterherhängt und gibt uns dann Aufgaben mit, die er zusätzlich bearbeiten kann (im Moment ist es zb die Schreibschrift, an der er noch arg üben muss).
    Sie erklärt auch alles tausendmal und für die Kinder verständlich.
    Aber ich bin mal gespannt, wie es auf der weiterführenden Schule demnächst abgeht :engel:
     
    #5
    User 75021, 1 März 2009
  6. Sunflower84
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    Ich kenne solche Exemplare leider auch aus meiner eigenen Schulzeit und aus Nachhilfe. Allerdings hab ich von so extremen Beispielen noch selten gehört.
    Desöfteren denke ich mir dass Unkündbarkeit für Lehrer wohl nicht das richtige ist. Und man müsste viel mehr nach Leistung bezahlen. Wenn es nur etwas leichter umzusetzen wäre (Problem der Leistungsfeststellung).

    Gerade das zu fördern steht aber eigentlich immer mehr im Vordergrund. Hoffentlich kommt das irgendwann mal bei allen Lehrern an. :ratlos:

    Diese Begründung ist natürlich total daneben, aber Hausaufgaben dürfen gar nicht bewertet werden. Zumindest wurde das uns im Schulrechtseminar so beigebracht.
    Kann aber auch sein, dass das je nach Bundesland und Schulart unterschiedlich ist.

    :eek:

    Differenzierung ist ja eigentlich eine tolle Sache. Wie es hier gehandhabt wird, ist aber ein Beispiel, wie es gerade nicht aussehen sollte.

    P.s.: Ich bin selber Lehrerin (Referendarin an einer Realschule)
     
    #6
    Sunflower84, 1 März 2009
  7. User 505
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    Ooooohja, die find ich auch immer prima. "Warum?" "Is so, nimms hin."

    Ich kann mir fast keine Formel merken - aber ich kann mir fast jede einzelne Formel herleiten, weil ich verstanden habe, wo sie herkommt. Meinen Schülern gehts nicht anders, einige Lehrer lassen aber nur noch auswenig lernen. Die Kinder arbeiten Algorythmen ab, die sie gar nicht verstehen.

    Klingt traumhaft..

    Bisher eher Fehlanzeige. Viele Lehrer legen einfach eine Schablone über die Aufgaben und gucken, obs passt.

    Hmm, keine Ahnung, obs erlaubt ist, aber es ist üblich. Die Noten gehen als mündliche Note in die Bewertung ein. Oder eben nicht.

    Ich finds auch völlig in Ordnung, wenn die besseren Schüler Zusatzaufgaben bekommen, damit sie sich nicht langweilen o.ä. - aber sowas.. Die Kinder halten sich auch an das Redeverbot, klar, Lehrer sind nunmal Respektspersonen. Ist ist der Knaller.
     
    #7
    User 505, 1 März 2009
  8. User 37284
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    und jetzt? also ich finde, das ist überhaupt nichts Neues. Solche Lehrer gibts immer und überall, leider kann man dagegen aber nichts machen.
    Lehramt gehört eben nunmal zu den Studiengängen, die sich ausgesucht werden, wenn man überhaupt nicht weiß, was man später eigentlich machen will. "dann werd ich halt Lehrer".

    Das einzig Sinnvolle wäre, eine Eignungsprüfung einzuführen und ich hoffe, das wird jetzt auch bald kommen. Angeblich ist das schon zur Sprache gekommen.

    Ich studiere ja selbst Lehramt, du müsstest mal an meine Uni kommen. Es ist fürchterlich! Ich habe in meiner gesamten Schullaufbahn und während meiner Ausbildung nicht soviel Inkompetenz, Egoismus und Gelästere mitbekommen. Es wird geklaut, gelogen, wichtige Dinge geheim gehalten.... Von daher wundert mich nicht, wieso der Beruf des Lehrers immer weniger Ansehen bekommt.
     
    #8
    User 37284, 1 März 2009
  9. User 505
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    Ich bin aber niemand, der sich damit abfinden mag, denn mein Kind muss auch irgendwann mal in die Schule gehen - und auch jetzt tun mir meine Schüler schon gehörig leid.

    Neu ist das Phänomen sicherlich nicht, aber ich habe den Eindruck, es nimmt erschreckend zu.
     
    #9
    User 505, 1 März 2009
  10. User 37284
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    Ja, sicherlich nimmt es zu.
    Ich würde sogar fast behaupten, dass es zum Großteil auch einfach am hohen Durchschnittsalter der Lehrer liegt. Viele sind da einfach sehr eigensinnig, bilden sich nicht weiter, benutzen dieselben Arbeitsblätter wie vor 30 Jahren und streichen einfach nur das Jahr durch.

    Bekannt ist dieses Problem ja, wieso nicht gehandelt wird, frage ich mich allerdings auch.
    Wie gesagt, es müssten Einstellungstests durchgeführt werden oder zumindest unangekündigte Kontrollen, wobei das natürlich auch wieder eine fragliche Methode ist.

    Ich finde das Beispiel von dir mit der Trennung der Klasse und der Abgabe von Leistungspunkten unter den Schülern erschreckend. Da frage ich mich doch, wieso die Kinder da nicht mal mit ihren Eltern oder anderen Lehrern sprechen? Sowas KANN doch nicht durchgehen.

    Abgesehen davon, sollten viel mehr Leitfäden und Gesetze bzgl. des Lehrerdaseins aufgestellt werden...
     
    #10
    User 37284, 1 März 2009
  11. Scheich Assis
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    Ist mir fast völlig fremd sowas, hab noch nie Derartiges über (ausgebildete!) Lehrer persönlich mitbekommen.

    Was nicht unbedingt heißt, dass es sowas nicht gibt :zwinker: Aber grad die Nachhilfeschüler dürften ja der Grund sein, warum solche Fälle überhaupt existieren.

    Das Einzige wo ich das Kotzen bekam, war vor ca. 2 Jahren auf der Fachhochschule (wo man fast schon annehmen müsste, dass es sowas da gar nicht mehr gibt), als sogenannte "Tutoren", also Schüler aus älteren Jahrgängen, die Wochenarbeiten der Jüngeren (von uns) kontrollierten.

    Da wurde ohne Logik und Verstand benotet, dass sich jedem halbwegs behirnten Menschen die Zehennägel aufrollten. Diesen Leuten sag ich bis heute eine absichtliche sadistische Ader nach, weil so viel Unvermögen und Kleinkarriertheit hab ich in meiner ganzen schulischen Laufbahn nicht erlebt.
     
    #11
    Scheich Assis, 1 März 2009
  12. Sunflower84
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    An meiner ehemaligen Uni wird so ein Eignungstest gerade eingeführt (bin da aber nicht mehr auf dem Laufenden). Nur wage ich zu bezweifeln, dass man vor Beginn des Studiums feststellen kann, ob jemand geeignet ist oder nicht - mal von extremen Fällen abgesehen.
    Und generell: Wie sollte so ein Eignungstest aussehen? Welche Eigenschaften kann man prüfen, die etwas über die Eignung aussagen?
    Mit unangemeldeten (!) Unterrichtsbesuchen könnte man Lehrer wohl am ehesten überprüfen.
     
    #12
    Sunflower84, 2 März 2009
  13. Scheich Assis
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    Bei uns war das so: Zuerst gabs einen allgemeinen Intelligenz/Wissenstest über allgemeine und mathematische Fragen, inklusive Sprachtest auf Englisch. Dieser Test sollte wohl primär die allgemeinen AHS Fähigkeiten abprüfen (ganz unabhängig vom Zeugnis).

    Wer den bestanden hat kam zum Interview, wo man seine fachspezifischen Fähigkeiten zum Ausdruck bringen konnte, die konkret mit dem Studium zu tun hatten.

    Ich muss sagen, dass ich das äußerst angebracht fand, weil einfach viel zu viele Leute glauben, sie könnten einfach irgendwas drauflos studieren und sich irgendwo anmelden, ohne sich jemals damit näher beschäftigt zu haben.

    Ich weiß dass das jetzt heftig klingt, aber in irgendeiner Form muss man selektieren, und ich find es nicht verkehrt, wenn man sich dafür die Richtigen aussucht.
     
    #13
    Scheich Assis, 6 März 2009
  14. User 44981
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    Auch wenn ich nicht viele so krasse Fälle kenne, glaube ich dir sofort, dass all diese Lehrer wirklich existieren.

    Auch an meiner Schule gab es mehr als genügend unfähige oder zumindest nicht sonderlich gute Lehrer.
    Ich hatte nur das Glück, in vielen Fächern schon vorher zu wissen, was mir mein Lehrer eigentlich erklären wollte oder immerhin das Glück, auch schlechten Erklärungen noch folgen und diese verstehen zu können.

    Die Schule ist leider ein Sammelbecken für unfähige, inkompetente Leute, was auch einen einfachen Grund hat:
    In der freien Wirtschaft fliegen unfähige, unmotivierte, faule Leute einfach und schnell in hohem Bogen raus und müssen sich notgedrungenerweise verbessern, wenn sie jemals längere Zeit einen Job haben wollen.
    Dagegen können sich unfähige Lehrer schön auf die faule Haut legen, da sie ja sowieso irgendwann verbeamtet werden und dann kaum mehr rausgeworfen werden können :angryfire

    So lange im Lehramts-Studium (insbesondere fürs Gymnasium) immer noch hauptsächlich Fachkenntnis, aber wenig Didaktik vermittelt weird und so lange Lehrer nicht endlich auch wegen Unfähigkeit ihren Job verlieren können und nicht nach Leistung bezahlt werden, wird sich daran auch nichts ändern.


    Ich möchte damit nicht auf allen Lehrern rumtrampeln. Ich kenne wirklich viele gute, vorbildliche Lehrer, die ihren Job und ihre Schüler ernst nehmen, die einen guten Unterricht machen und die sich wirklich anstrengen. - Aber leider gibt es auch viel zu viele schwarze Schafe.


    Aber ich kann auch noch mit ein paar schönen geschichten Beitragen:

    Leher X:
    Schon seit über 30 Jahren im Amt, unterrichtet Geschichte und Latein; in Geschichte hat er den Unterricht für jede Klassenstufe genau ein mal vorbereitet (exakt am Schulbuch orientiert) und zieht diesen Unterricht seitdem unverändert durch. (Man bekomt Kopien von alten, blauen Matritzen :grin:)
    Er hat aber keinerlei Wissen, das über das Schulbuch hinausgeht. Fragen interessierter Schüler kann er nicht beantworten.


    Lehrerin Y: Mathe:
    Noch relativ jung und unerfahren; bemüht sich, ihren Oberstufen-Schülern etwas über Vektoren beizubringen, obwohl sie selbst keinerlei räumliches Vorstellungsvermögen hat.
    Erklärungen extrem umständlich ("vom Rücken durch die Brust ins Auge"). Hängt sich immer an den schlechten Schülern auf und vernachlässigt die ordentlichen Schüler, die sich dann langweilen, ohne den schlechten Schülern damit weiterzuhelfen.


    Lehrerin Z: Musik und Französisch:
    Diese Frau hat ein großes Alkoholproblem, lässt sich von ihren Schülern auf der Nase herumtanzen und verarschen. Lerneffekt gleich Null, aber immerhin amüsieren sich die Schüler.
    Immerhin war diese Frau irgendwann mal weg vom Fenster und laut gewissen Gerüchten bei einer Entziehungskur.
     
    #14
    User 44981, 6 März 2009
  15. Piratin
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    Dieser Thread ist zum Luftablassen? Wunderbar!

    Diese Klageorgien über Lehrer kenne ich alle zur Genüge. Jeder weiss ja, dass Lehrer scheisse sind, und dass es unter Umständen auch an den Erziehungsmethoden der Eltern liegen könnte, dass ein Kind in der Schule nicht so mitkommt, liegt natürlich vollkommen im Bereich des Unmöglichen. :ratlos:

    Ein Kind, das kein "nein" kennt, das ohne Einschränkungen nach dem Lust-Prinzip handeln darf, dessen Medienkonsum von den Eltern in keinster Art und Weise überprüft wird hat früher oder später Probvleme in der Schule, egal weie professionell der Lehrer ist, und dann, wenn die Noten rutschen, muss eine teure Nachhilfe her und der gegenüber kann man sich natürlich prima über das inkompetente Lehrpersonal aufregen. Und das Kind wird, wenn die Versetzung bedroht ist, auf einmal schurigelt bis zum Gehtnichtmehr und muss Tag und Nacht üben. Als ob es das dann noch bringt. Zum Kotzen!

    Woher ich das weiss? Hab selber mal nebenjobmäßig Nachhilfe gemacht. Das meiste, was meine zahlreichen Nachhilfeschüler benötigten, war konkrete Anleitung im Bereich Selbstkompetenz: ordentlich die Aufgabenstellung lesen, gründlich nachdenken, Arbeitsschritte rational planen und durchführen, Ausdauer, mp3player aus, keine Ablenkungen, Konzentration. Auf einmal ging es wie von allein. Das ist eigentlich etwas, das alle Eltern ihren Kindern beibringen sollten, da kann man sich das teure Geld für die Nachhilfe sparen.

    Wir hatten damals keine Nachhilfe, es gab diese Möglichkeit gar nicht (Osten halt). In meiner Familie und in den Familien von Freunden von mir haben sich die Eltern noch ganz altmodisch jeden Tag Zeit für die Kinder genommen und mit ihnen geübt, die Hefte durchgesehen und mit ihnen Hausaufgaben gemacht, und nicht erst, wenn Not am Mann war, einfach das Portemonnaie gezückt. Meine Mutter hat für mich ihr altes Schul-Latein aufgefrischt und imnmer mit mir zusammen geübt und gelernt, und das bei voller Berufstätigkeit! Mein Vater hat uns geduldig alles in Mathe erklärt, und jeden Tag mit uns Hausaufgaben gemacht und das am Tag in Mathe in der Schule Gelernte mit uns durchgesprochen (einfache Übung: sich dummstellen und das Kind mal erklären lassen, da werden Verständnisprobleme offensichtlich), weil wir da Schwierigkeiten hatten. Nach einem langen Arbeitstag haben sich beide Eltern bewusst Zeit für uns genommen. Der Fernseher blieb nachmittags aus. Probleme in der Schule hatten wir nie, und das, obwohl längst nicht alle unserer Lehrer top waren.

    Und ich beobachte es auch jetzt: die Eltern, die sich ernsthaft für ihre Kinder interessieren, die im Elternrat sind, Kontakt zu allen Fachlerhrern pflegen, sich von ihnen beraten lassen, mit ihren Kindern täglich die Schularbeit besprechen - die haben seltsamerweise keine Nachhilfe nötig. Eine Ausnahme: ich hatte mal eine süße Nachhilfeschüleruin, die einfach nur sehr langsam begriffen hat und alles x-mal erklärt haben musste. Sie hatte als Baby eine Sauerstoffunterversorgung. ALLE anderen hätten einfach nur aufmerksame Eltern gebraucht.

    Gottseidank braucht bei meinen Hasen gar keiner Nachhilfe, ist in meinen Fächern auch heute eher unüblich.
     
    #15
    Piratin, 6 März 2009
  16. Sunflower84
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    @Piratin:
    Ich sehe das eigentlich auch genauso wie du.
    Der Lehrer ist sowieso immer schuld, wenn die Schüler schlecht sind - sowohl aus Sicht der Schüler als auch der Eltern.
    Allerdings bezweifle ich nicht, dass es auch solche schwarzen Schafe gibt, wie sie hier beschrieben werden. Die gibt es ja schließlich in jeder Berufsgruppe. So auch unter den Lehrern.
    Was man aber auch sagen muss: Die Darstellungen der Schüler sind mit Sicherheit oft übertrieben.
     
    #16
    Sunflower84, 6 März 2009
  17. User 37284
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    Natürlich gibt es unfähige Lehrer! Und ich sehe das nicht ganz so wie Piratin. Man kann auch nicht sagen, dass jeder Schüler motiviert ist, gut mitarbeitet und super Noten schreibt, bloß weil zu Hause die Erzieihung stimmt.
    Gerade im Pubertätsalter gelangt das doch immer mehr in den Hintergrund, da werden anderen Interessen aufgebaut und da kann es auch vorkommen, dass ein Kind in bestimmten Fächern zur Nachhilfe gehen muss.

    ABER man sollte natürlich nicht immernur nur den Lehrern die Schuld daran geben, auch in anderen Berufsgruppen gibt es inkompetente Leute.
     
    #17
    User 37284, 6 März 2009
  18. User 44981
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    Auch wenn ich mich Piratin voll und ganz anschließen kann, dass viele Lernprobleme von Schülern durch sinnvolle Erziehung, etc. vermeidbar wären, bleibt trotzdem das Problem, dass unfähige Lehrer nicht in hohem Bogen rausfliegen und dadurch auch andere nicht sonderlich fähige Lehrer einen Ansporn zur persönlichen Verbesserung bekommen.
    Allerdings lassen sich sicherlich nicht alle Lernprobleme nur durch andere Erziehung beseitigen.
     
    #18
    User 44981, 6 März 2009
  19. User 505
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    Ich habe nie und werde nie alle Lehrer über einen Kamm scheren, du brauchst dich also nicht angegriffen fühlen. Ich habe durchaus auch Kinder im Unterricht, die theoretisch auch mit ihren Eltern lernen könnten - wenn das nicht in Lärmbelästigungsklagen der Nachbarn ausufern würde :zwinker: Obwohl das Verhältnis zwischen Eltern und kein im Normalfall sehr gut ist. Nachhilfe ist zu 50% Motivationstraining, 40% Antieskalationstraining, lernen lernen, Angst nehmen und zu 10% das Vermitteln von Wissen.

    Das ändert aber alles nichts daran, dass oben genannte Lehrer existieren, dass sie den Kindern das Leben zur Hölle machen und dass ich mich da drüber aufrege.


    Übrigens werd ich oft gefragt, warum ich nicht Lehrer werden will. Simple Frage, Simple Antwort: Unter den derzeitigen Bedingungen (Klassengrößen, Arbeitsmaterial, usw.) wäre es mir nicht möglich das zu zu leisten, was ein Lehrer wirklich leisten sollte.

    In der Nachhilfe hab ich alle Möglichkeiten: Ich stehe im ständigen Kontakt zu den Eltern, arbeite fröhlich mit Erpressung und Bestechung, kann meine Erklärungen dem Kind anpassen und, und auch das habe ich schon getan, ich kann Schüler abgeben, die absolut lernunwillig sind (nein, ich akzeptiers auch während der Olympischen Spiele nicht, wenn der Fernseher nebenher läuft..).

    Will heißen: Ich will auch mit keinem Lehrer tauschen oder behaupten, dass ich der perfekte Lehrer wäre. Darum gehts auch nicht. Ich meckere hier ja auch nicht über die guten und mittelklassigen Lehrer, die vielleicht ihre Macken haben, aber sonst gute Arbeit leisten.

    Ich motze hier über Lehrer, die sich meiner Meinung nach einer Schule nicht auf 100m nähern dürften.


    Zum Thema Lehrer hat Volker Pispers ein paar sehr weise Worte gesagt, vielleicht mag mal jemand auf youtube schauen.
     
    #19
    User 505, 6 März 2009
  20. Mitbewohner
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    43
    11
    in einer Beziehung
    Es gibt einfach zu wenige Lehrer, die mit Kindern umgehen können. Da läuft irgendwas während dem Studium falsch, ich weiß aber nicht was.
    Entweder müsste man da noch mehr Pädagogik machen oder besser selektieren, vor allem von Auge zu Auge und nicht anhand eines Prüfungsbogens.

    Auf dem Gymnasium wo ich war, gab es so furchtbar unfähige Lehrer. Meine Schwester ist im Moment auch auf der Schule und was die so erzählt...

    Ein paar Auszüge:
    "Du bist ja zu dumm zum Lesen"

    *Lehrer kramt ein Messer aus der Tasche und droht den Kinderlein aus der 8. Klasse*

    "Ihr könnt euch ruhig beschweren, das glaubt euch eh keiner"

    "Wenn sich jemand beschwert, wird er es danach zu spüren bekommen"


    usw.

    Diese Lehrer sind einfach ein asoziales Pack und halten so dicht. Das ist eine nette Verschwörung bei denen. Und das auf einem ANERKANNTEN GYMNASIUM! :kopfschue
    Das Gymnasium hat wirklich einen sehr guten Ruf und war glaube ich mal unter den Top10 der schwersten Gymis in Deutschland... SUPER WAS?


    Und es geht so weiter! Ungelogen - 1/3 meines Abijahrgangs studiert Lehramt. Zum großen Teil sind es echt nette Leute, und von ein paar weiß ich, dass das schon immer ihr Berufswunsch war und die auch gut mit Kindern umgehen können, aber der Rest ist sowas von daneben. Die kann man echt nicht vor eine Klasse stellen.. arme Kinder!
     
    #20
    Mitbewohner, 6 März 2009

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