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Leistung und Gegenleistung?

Dieses Thema im Forum "Umfrage-Forum" wurde erstellt von Christiane83, 21 Dezember 2006.

  1. Christiane83
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    nicht angegeben
    Wie steht ihr dazu, wenn jemand staatliche Leistungen wie Sozialhilfe oder Hartz IV bekommt: Sollte der Staat bzw. die Kommune dafür bei arbeitsfähigen Leistungsbeziehern angemessene gemeinnützige Arbeiten als Gegenleistung verlangen? Ich habe gelesen, dass rund ein Drittel dieser Leistungsbezieher voll arbeitsfähig ist. Es geht also nicht darum, dass die alleinerziehende Mutter mit drei Kleinkindern nun Schneeschippen oder der 60-jährige Schwerbehinderte Blumenbeete vom Unkraut befreien muss, sondern dass die, die gesundheitlich und zeitlich in der Lage sind, zu arbeiten, für zumutbare gemeinnützige Arbeiten herangezogen werden können. Also verpflichtend, nicht freiwillig. Verweigern sie diese, wird die Leistung gekürzt oder sogar gestrichen. Ich unterstelle natürlich dabei eine Vollzugsgerechtigkeit und ein klares nachvollziehbares Regelwerk.
     
    #1
    Christiane83, 21 Dezember 2006
  2. tkn622003
    tkn622003 (54)
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    Verheiratet
    Eindeutig ja. Natürlich nicht als Konkurrenten zur freien Wirtschaft! Bei mir im Roten Kreuz gäbe es genug zu tun. Leider ist und war unter den vielen, vielen ehrenamtlichen Helfern bisher nicht ein einziger Hartz IV- oder Sozialhilfeempfänger. Ich bin bereits seit 28 Jahren beim Roten Kreuz und investiere bis zu 12 ehrenamtliche Stunden pro Woche. Meine Frau ist in der Nachbarschaftshilfe und in der katholischen Kirche, da hat sich von diesen Pappenheimern auch noch keiner blicken lassen, obwohl einige davon alle Zeit der Welt hätten mal was für die Gemeinschaft zu tun, die sie durchfüttert.
     
    #2
    tkn622003, 21 Dezember 2006
  3. Wowbagger
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Nein.

    Wenn jemand arbeitslos wird, sollte er trotzdem genügend Sozialleistungen bekommen, um menschenwürdig leben zu können.
    Was er nicht sollte, ist zu irgendwelchen Zwangsarbeiten herangezogen zu werden.
    Wenn irgendwelche Blumenbeete von Unkraut befreit oder Gehwege gefegt werden müssen, sollen die Kommunen Arbeitsplätze schaffen, statt Billigkräfte ohne Tarifvertrag oder eben gleich Arbeitslose ohne ordentliches Gehalt zu beschäftigen.
    Menschen ihre Bezüge zu streichen ist asozial.

    Off-Topic:
    Übrigens, ehrenamtliche Arbeit schön und gut, aber mir geht es auf die Nerven, wie selbstverständlich so etwas erwartet wird. Beim Bewerbungsgespräch verbiegen sich die Leute, um ihre großartige soziale Ader rauszukehren, Steuerfreibeträge für irgendwelche ehrenamtlichen Tätigkeiten, das geht mir furchtbar auf die Nerven. Ehrenamt ist ne freiwillige Tätigkeit, die man in meinen Augen nicht erwarten kann.
     
    #3
    Wowbagger, 22 Dezember 2006
  4. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Das sehe ich genau so!
     
    #4
    crimson_, 22 Dezember 2006
  5. Christiane83
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    nicht angegeben
    Ich könnte dir zustimmen, wenn die Kommunen das Geld dafür hätten. Tatsache ist, dass die meisten praktisch blank und verschuldet sind und eben dieses neue Personal nicht einstellen können. Das Geld reicht ja kaum für das bisherige Personal. Fakt ist, dass in der heutigen Praxis nur das Nötigste getan wird und z. B. der Dreck in den Grünanlagen liegen bleibt. Warum sollte jemand seine steuerfinanzierten mtl. 345 EUR + Miete nicht mit Dingen abarbeiten, die sich sonst eine Kommune nicht leisten könnte? Was ist denn für einen gesunden Hartz IV-Empfänger so schlimm, mal ein paar Stunden Schulweghelfer zu spielen?
     
    #5
    Christiane83, 22 Dezember 2006
  6. tkn622003
    tkn622003 (54)
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    Verheiratet
    Unser deutsches Gesundheits- und Sozialsystem wäre ohne ehrenamtliche Arbeit nicht finanzierbar. Insoweit ist sie dringend notwendig. Wenn jeder wie du das Wort "Freiwilligkeit" mit "das mache ich nicht" gleichsetzen würde, dann könnten wir gleich zusammenpacken in diesem Land. Du bist nämlich einer der ersten, die schreien, falls der Krankenwagen mit der ehrenamtlichen Besatzung nicht sofort zur Stelle ist, wenn du mit deinem Moped auf die Fresse geflogen bist. Und du gehörst auch zu den Typen, die sich wohl ein voll bezahltes System ohne Ehrenamtliche gar nicht leisten könnten, das wäre nämlich verdammt teuer. Wer stellt sich denn am Sonntag mit dem Sanka unentgeltlich an den Fußballplatz der Gemeinde? Wer sollte das bezahlen? Es ist schon ein Armutszeugnis für dich, wenn dir das ganze Gedönse um die soziale Ader und die Ehrenamtlichkeit auf die Nerven geht.
     
    #6
    tkn622003, 22 Dezember 2006
  7. Wowbagger
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Dass er von Staats wegen dorthin gezwungen wird?

    Off-Topic:
    Oh nein, stop.
    Ich habe nichts gegen ehrenamtliche Arbeit, und ich finde es auch gut, wenn Leute das machen.
    Der restlichen Text, was ich angeblich mache oder womit ich was gleichsetze, ist Gelaber.

    Mir geht's überhaupt nicht darum, ehrenamtliche Tätigkeiten in Frage zu stellen.
    Mir geht die Selbstverständlichkeit, mit der ehrenamtliche Tätigkeiten erwartet werden, auf die Nerven.
    Dass vieles ohne solche Leute schlechter funktionieren würde, ist mir auch klar, und dass in vielen Bereichen solches Engagement wichtig ist...genau so, wie auch viel Arbeit durch solche "Ehrenämter" verloren geht.
     
    #7
    Wowbagger, 22 Dezember 2006
  8. Immortality
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    Single
    Nein sollte er nicht.

    Denn in der Regel ist er nicht freiwillig arbeitslos (klar dass es immer Ausnahmen gibt, die sind aber eben Ausnahmen) und dann soll er da auch noch was machen für? Vor allem was denn, dann kann er doch gleich dafür bezahlt werden und hat nen Job. Ansonsten nimmt er doch andren Arbeitsplätze potentiell weg, oder seh ich das falsch?
     
    #8
    Immortality, 22 Dezember 2006
  9. Christiane83
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    nicht angegeben
    Na klar! Wenn´s freiwillig wäre, würde ohnehin keiner kommen! Warum soll der Staat jemandem einen Haufen Kohle, die er anderen fleißigen Bürgern in Form von Steuern vorher weggenommen hat, sprich jeden Monat 345 EUR + Mietübernahme + Krankenversicherung, in die Hand drücken, ohne dafür die geringste Gegenleistung erwarten zu dürfen? Nur weil der Empfänger keinen Bock darauf hat, mal was für die Gemeinschaft zu tun und einfach zu faul ist den Arsch hochzukriegen? Klar, als Schulweghelfer müsste man ja schon um 7 Uhr aufstehen, da liegt sich´s im Winter im Bett gemütlicher und der Zaster geht ja trotzdem ein. Außerdem können ja solche Tätigkeiten hinderlich sein, wenn man schwarz arbeitet. Hast du eigentlich schon mal daran gedacht, dass die meisten Berufstätigen auch zwangsweise arbeiten müssen, um Geld zu verdienen und Steuern und Sozialabgaben zu zahlen? Wer geht denn schon aus Hobby in die Arbeit? Wenn jemand lieber zuhause bleibt und nichts für die Gemeinschaft tun will, obwohl er locker könnte, dann ist das seine persönliche Entscheidung. Aber er soll dann bitte nicht verlangen, dass ihn als Faulpelz andere durchfüttern sollen. Mein Eindruck aufgrund deiner Einstellung ist, dass du bisher in deinem Leben noch nicht allzu viel hart gearbeitet hast und bisher meist auf der Nehmerseite gestanden bist, sorry. Da ist es für dich schon erschreckend, wenn man für eine Leistung mal eine Gegenleistung erbringen soll.
     
    #9
    Christiane83, 22 Dezember 2006
  10. many--
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    Ich bin absolut dafür, dass die Zwangsarbeit in jeder nur denkbaren Form endlich wieder eingeführt wird! Ist mir auch völlig unverständlich, dass sie nach den guten und progressiven Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit damit gemacht haben, von irgendwelchen Multi-Kulti-Schwuchteln abgeschafft worden ist... Arbeitslose und Lumpenproletariat, durch undeutsche Lebensführung und akzeptierte und gelebte Nichtsnutzigkeit, mithin durch eigene Schuld zur Belastung der Gesellschaft geworden, sollten vom Staate unter rechtschaffener Missachtung ihrer sogenannten "Grundrechte" (wer hat eigentlich behauptet, dass alle Menschen solche besäßen? Oder, anders gefragt: seit wann sind Sozialschmarotzer Menschen wie du und ich?) zu jedwedem Arbeitsdienst, sei er nun körperlich schwer und/oder sozial deklassierend, herangezogen werden! So spart sich der Staat auch das Geld, dass er für die gleiche Arbeit an Sozialorganisationen (die ja bekanntlich von Homosexuellen und dergleichen Verdammten mehr geführt werden und die Jugend zu Drogenkonsum und - pfui! - Geschlechtsverkehr verführen) oder Baubetriebe (von - pfui pfui! - Ausländern aus den ehemaligen Ostprovinzen, somit vermutlich Bolschewiken, geleitet) zahlen müsste - Geld, das viel sinnvoller in Bundeswehreinsätze am Hindukusch oder Gesetzesinitiativen gegen Killerspiele investiert werden könnte!

    ...
    ...
    ...
    (Satire? Was? Nein, gibt es hier nicht. Ausserdem schreibt man die mit "y". Frag mal bei Dyonisos, der hat immer ein paar übrig.)
     
    #10
    many--, 22 Dezember 2006
  11. Christiane83
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    Jeder Mensch kann heutzutage unverschuldet arbeitslos und damit zunächst Arbeitslosengeldempfänger (vorher selbst finanziert) und später Hartz IV-Empfänger (steuerfinanziert) werden. Und es ist sein gutes Recht in einer sozialen Gesellschaft, dass er unterstützt wird. Aber Rechte ziehen immer Pflichten nach sich, Leistungen Gegenleistungen. Warum sollte das ausgerechnet in diesem Bereich nicht gelten? Ein Arbeitnehmer bekommt sein Gehalt vom Chef doch auch nur dann, wenn er vorher gearbeitet hat. Das hat mit Zwangsarbeit (und schon gar nicht mit der unentgeltlichen und menschenverachtenden in der NS-Zeit) nicht im Geringsten was zu tun. Und wenn jemand sich das Recht herausnimmt, für die Gesellschaft nichts zu tun, dann nimmt sich die Gesellschaft eben das Recht, ihm halt nichts mehr zu geben.
     
    #11
    Christiane83, 22 Dezember 2006
  12. Wowbagger
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    nicht angegeben
    Buhahahaaaa.....danke.
    Es ist tatsächlich erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit hier die Zwangsarbeit für Arbeitslose propagiert wird...dass unsere Gesellschaft auch Armen und Schwachen (und Arbeitslosen) mittels Sozialleistungen nen menschenwürdiges Leben ermöglichen soll ist ja egal, wenn's ans eigene Geld geht.
    Das nenne ich mal Gerechtigkeit und Solidarität.

    Im Übrigen tut es mir leid, dass ich mit 20 Jahren noch nicht 16 Jahre unter Tage gearbeitet habe, sondern ne Schulausbildung gemacht habe (ich wage mich gar nicht zu sagen, dass ich dafür nicht bezahlt oder gearbeitet habe) und jetzt studiere.
    Vermutlich ende ich auch als fauler, schwarzarbeitender Faulpelz, der locker 5 Jobs haben könnte, aber sich lieber durchfüttern lässt.

    "dann nimmt sich die Gesellschaft eben das Recht, ihm halt nichts mehr zu geben."
    Das hat natürlich nichts mit Zwangsarbeit zu tun. Entweder man macht die niederen Arbeiten einer Gesellschaft, für die sie nicht einmal jemanden bezahlen möchte, oder man verhungert.
    Wo versteckt sich hier der Zwang, hm?
     
    #12
    Wowbagger, 22 Dezember 2006
  13. Christiane83
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    nicht angegeben
    Ich denke, dass für einen gesunden Menschen Gartenarbeit, Schneeräumen, Hilfe bei Sportveranstaltungen, kommunalen Events oder auf dem Schulweg keine niederen Arbeiten sind. Ich selbst habe all das schon gemacht, teilweise sogar ehrenamtlich, und mir dabei nichts abgebrochen. Im Übrigen bekommt man die Arbeit ja bezahlt, und zwar mit einem üblichen Stundensatz für diese Tätigkeit, nämlich in Form von Verrechnung mit dem zugewendeten Geld, Mietübernahme und Krankenversorgung. Nehmen wir mal ein Sozialhilfeempfängerehepaar mit zwei kleinen Kindern an, das geldwerte staatliche Vorteile von 1.500 EUR im Monat kassiert. Warum sollte der junge gesunde Vater nicht im Monat dafür 125 gemeinnützige Stunden zu 12 Euro erbringen? Warum sollte eine Gemeinde doppelt zahlen, obwohl sie das Geld nicht hat: einmal für einen zusätzlichen Gemeindearbeiter (im Regelfall wieder ein Arbeitsplatz für einen neuen Ausländer aus einem EU-Schwellenland) und einmal für einen Sozialhilfeempfänger, der sich für diese Arbeiten zu fein ist und darauf beruft, dass er kein "Zwangsarbeiter" sein möchte. Aber der Staat und damit die berufstätigen Bürger dürfen schon für ihn zwangsweise zahlen? Da wird doch von solchen Leuten mit zweierlei Maß gemessen und Sozialutopisten halten noch ihre schützende Hand darüber, herzlichen Glückwunsch zu dieser verkorsten Denke!
     
    #13
    Christiane83, 22 Dezember 2006
  14. many--
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    Mh...
    So, wie du es hier darstellst, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens, Arbeitslose bekommen nur dann Arbeitslosengeld (bzw Sozialhilfeempfänger Sozialhilfe), wenn sie dafür Gegenleistungen erbringen. Zweitens, als arbeitslos gemeldete können staatlich dazu gezwungen werden, gewisse Arbeiten auszuführen.
    Beides ist, mit Verlaub gesagt, Schwachsinn. Lösung 1: Arbeitslosengeld als eine Art staatlicher Job, dh wer welches will, muss arbeiten. Das ist ja ganz toll, nur was mache ich, wenn ich es nicht kann (körperliche Behinderung, oder, nur mal so, zeitintensive Bewerbung für richtige Arbeit?) oder mich weigere? Antwort: dann habe ich nichts, stehe auf der Straße und bin entweder Penner oder zukünftiger Krimineller und damit so oder so ein "Problem". Enrsthaft: Arbeitslosengeld/Sozialhilfe ist einzig und alleine deswegen da, um diese Fälle zu verhindern! Die Gesellschaft sagt sich: lieber nehmen wir diese Belastung auf uns, als zuzulassen, dass Leute durch alle Netze fallen und so weit unten landen, dass sie ums Überleben kämpfen müssen (denn das ist für uns als Gesellschaft noch weniger wünschenswert).
    Und zu Lösung 2 muss man ja wohl nix sagen. Staatliche Zwangsmaßnahmen gegen Bürger, die keine Gesetze gebrochen haben, kommen im rechtsstaat nicht vor bzw kommen nur in extrem seltenen Ausnahmefällen vor, bei denen das Allgemeininteresse das persönliche Interesse überwiegt (Beispiel: Dorf muss weg, Tagebau muss her). Holla! sagt man da. Überwiegt hier nicht das Allgemeininteresse der Gesellschaft, die ihr hart verdientes Geld nicht an Schmarotzer verlieren will, das Individualinteresse des Lumpenproleten auf Selbstbestimmung? Nein! Natürlich nicht! Genausowenig, wie das Allgemeininteresse am Vorhandensein von Spenderlebern mein Individualinteresse am Verbleib meiner Leber in meinem Körper [für die Dauer meines biologischen Lebens] überwiegt (Verweis auf Monty Python!)!
     
    #14
    many--, 22 Dezember 2006
  15. Wowbagger
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    nicht angegeben
    Mit welchem Recht sollte man Menschen jegliche Unterstützung streichen, wie du oben forderst? Wofür gibt es dann eigentlich Sozialleistungen? Warum schreibt eine Gemeinde dann nicht gleich "Existenzminimumstellen" aus und streicht den Anspruch gesunder Arbeitsloser einfach auf Null zusammen?
    Bleiben wir bei dem Familienbeispiel. Der Vater wird arbeitslos und soll jetzt nach einem längeren Arbeitsleben, Beiträgen in die Arbeitslosenversicherung und einer guten Ausbildung entweder Schnee schaufeln oder er bekommt kein Geld mehr, um seine Familie zu ernähren - seeeehr schön.
    Im Übrigen tust du gerade so, als ob alle Arbeitslosen nie irgendwelche Sozialabgaben bezahlt hätten. Was für Sozialutopisten sind das nur, die Arbeitslosenversicherung zahlen und dann nichtmal das Geld für Lebensmittel bekommen, wenn sie die zubefohlene Arbeit nicht erledigen.

    Das Titanic-Magazin hat es in einem "Brief an die Leser" schön geschrieben:

    Also, warum nicht gleich alle Leistungen streichen? Dann können diese Faulpelze mal zusehen, wie sie zurecht kommen.

    Wenn ich mir dein Profil und deine Beiträge so anschaue, habe ich das Gefühl, dass du arrogant über denen stehst, denen du gleich ihr Existenzminimum streichen willst, nur weil sie in deinen Augen alle faul sind und dir etwas "wegnehmen".
    Du wirfst anderen vor (das fängt schon bei dem Profilbildkram an) nichts zu leisten und nur zu nehmen, und gleichzeitig verlangst du selbst. Wenn du aber selbst etwas geben sollst (Sozialleistungen über Steuern etwa an Arbeitslose) dann reagierst du fast allergisch.
     
    #15
    Wowbagger, 22 Dezember 2006
  16. Christiane83
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    nicht angegeben
    Aus dem gleichen Recht, warum ein Chef das Gehalt seines Angestellten streichen darf, wenn dieser seine Arbeitsleistung nicht erbringt. Und Sozialleistungen gibt es deshalb, weil es viele Menschen gibt, die krank, behindert, alt, gebrechlich sind, die Pflegefälle zuhause haben oder alleinerziehend mit mehreren kleinen Kindern sind. Denen würde ich lieber mehr geben und denen, die wie in meinem Beispiel keinen Bock auf Gemeinnütziges haben, aber in der Lage wären was zu tun, eben nichts mehr. Im Übrigen spricht nichts dagegen, auch mal eine "Zwangsarbeitsstelle" in einen regulären Arbeitsplatz umzuwandeln, wenn es geklappt hat. So werden einerseits Menschen wieder an das Arbeitsleben gewöhnt und integriert und in ihrer Bedeutung aufgewertet, andererseits werden verstärkt Sozialschmarotzer abgeschreckt, sich in die soziale Hängematte zu legen.
     
    #16
    Christiane83, 22 Dezember 2006
  17. tkn622003
    tkn622003 (54)
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    In den USA war vor etlicher Zeit eine starke Zunahme von Sozialhilfeempfängern zu verzeichnen. Durch umfangreiche staatliche Programme auf der Basis von "Fördern und Fordern" sind hier gesamtheitlich betrachtet sehr große Fortschritte erzielt worden. Ich habe gelesen, dass ein Fünftel der Empfänger noch tiefer gesunken ist, aber vier Fünftel sich durch das optimale Betreuungskonzept verbessert haben, bis hin zur vollen Reintegration. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger hat sich im Laufe der Jahre halbiert. Was ich bei uns für eine Schweinerei halte, ist, dass wir hier in diesem Land glauben, uns durch Zahlung von Sozialleistungen von den Problemen freikaufen zu können. Im Grunde ist es ja geradezu verachtenswert, einem jungen gesunden Familienvater über Jahre ohne Gegenleistung Sozialhilfe zu zahlen und ihn damit im Grunde links liegen zu lassen. Es ist doch kein Wunder, dass solche Leute irgendwann kein Selbstbewußtsein mehr haben, saufen, prügeln, vergammeln. Ich halte auch nichts von 1-Euro-Jobs. Eine Verrechnung der erbrachten Leistungen mit gemeinnützigen Stunden zu Tariflöhnen halte ich hingegen für eine faire Lösung. 345 EUR im Monat würde dann etwa 1 voller Arbeitstag pro Woche entsprechen. Und man könnte die Leute auch nach Neigungen einteilen. Eine Frau würde vielleicht lieber Schulweghelfer sein, an Mann Grünanlagenreiniger. Im Übrigen reden wir immer nur von gesunden Leuten, nicht von kranken und behinderten, die du unerklärlicherweise in einen Topf wirfst! Ich meine sehr wohl, dass das Allgemeininteresse der Gesellschaft, die ihr hart verdientes Geld nicht an Schmarotzer verlieren will, sowie der wirklich bedürftigen Kranken und Schwachen (!!) das Individualinteresse des Lumpenproleten auf Selbstbestimmung überwiegt! Dein Beispiel mit der Leber geht vollkommen fehl, es dient überhaupt nicht einer stichhaltigen Begründung!
     
    #17
    tkn622003, 22 Dezember 2006
  18. many--
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    In Kürze:

    1) Das Leber-Beispiel ist absolut zutreffen, bezogen auf meinen Punkt 2: Zwangsarbeit für Arbeitslose. Wenn ich deine Argumentation verfolge, ist eine solche Zwangsarbeit auch nicht das, was du forderst. Du argumentierst hier eher Richtung Punkt 1: Arbeitslosengeld nur gegen Gegenleistung. Das Leber-Beispiel dient als Illustration der Tatsache, dass in manchen (fast allen) Fällen Individualinteresse nicht von Allgemeininteresse auszuhebeln ist, bezieht sich also auf Zwangsmaßnahmen. Arbeitslosengeld gegen Gegenleistung ist keine Zwangsmaßnahme.

    2) Ein bisschen blauäugig, nichtwahr? "Die Leute nach ihren Neigungen einteilen"... "Kranke und Behinderte ausgeschlossen"... mei Liaba, Bürokratie nimmt sich der Sache an... den Leuten werden Jobs beliebig zugeteilt, und Krankheit und Behinderung gilt es nachzuweisen (was dann dazu führt, dass im Umkehrschluss diverse Leute plötzlich und unerwartet Krankheiten mit Behinderungsanspruch ausbilden werden). Dein Punkt ist - Arbeitslosengeld (oder Sozialhilfe? Was genau meinst du?) gegen Gegenleistung ist für die Gesellschaft besser als Durchfüttern (weil das in die Ziellosigkeit führt). Dein USA-Beispiel (Quelle? Beleg? "Hab ich mal gelesen"... nix gegen dich, aber das ist auch nicht gut in einer Sachargumentation) mag sich gut anhören, aber man darf nicht übersehen, dass also ein fünftel der Leute ins "nichts" abgerutscht sind? Hallo? Das wäre eine entsetzliche Quote! Ein Fünftel aller deutschen Sozialhilfeempfänger auf der Straße? Polizei und Justiz werden sich freuen. Man kann nicht, und das ist wiederrum der Sinn des Sozialgeldes, einige Menschen zur Minimalexistenz (oder besser: zur Existenzbedrohung) verurteilen, um anderen damit eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
    Entschuldige, wenn ich mich gerade aus Zeitgründen nicht detaillierter mit der Sache auseinandersetze. Aber ich bin sicher, andere werden das hier tun...
     
    #18
    many--, 22 Dezember 2006
  19. ProxySurfer
    Sehr bekannt hier
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    Ja. Aber man sollte die Fähigkeiten desjenigen nutzen. Ein arbeitsloser Pädagoge z.B. sollte als 1-Euro-Job in der Jugend- oder Sozialarbeit eingesetzt werden und nicht in der Spargelernte. In den Bereichen Jugend, Kinder, Sport, Kultur, Soziales u.ä. gibt es unendlich viel Arbeit, aber keine Stellen.
    Leider habe ich oft genug erlebt, dass Arbeitslose zwangsweise in Jobs eingesetzt werden, in denen sie null Ahnung und null Lust haben. Das bringt nichts.
     
    #19
    ProxySurfer, 22 Dezember 2006
  20. crimson_
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    Off-Topic:
    Tolle Idee!
    Du hast Recht, es gibt sehr viel Arbeit im sozialen Bereich, wäre es da nicht sinnvoller, neue Stellen zu schaffen, anstatt diese Arbeit, die wirklich anspruchsvoll und wichtig ist, derartig zu entwerten??

    Ich studiere Sozialpädagogik und ich finde es erschreckend, wie gering in diesem Land die Arbeit mit Menschen geschätzt wird!
    Da findet man es ganz okay und in Ordnung, wenn der Pädagoge, der die eigenen Kinder betreut, mit einem Euro in der Stunde abgespeist wird, während man der eigenen Putzfrau locker das Zehnfach zukommen lässt.

     
    #20
    crimson_, 22 Dezember 2006

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