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Leukämie

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von Salvavida, 28 Januar 2008.

  1. Salvavida
    Gast
    0
    Ich habe schonmal darüber geschrieben.
    Vielleicht können sich einige noch erinnern, dass ich erzählt habe, dass ein Freund von mir Leukämie hat.
    Da schlimmste daran war, dass sich herzlich wenige Menschen dafür interessiert haben.
    Er hat zwar noch einen Spender gefunden und ihm wurde auch Knochenmark transplantiert, es hat aber nicht geholfen...

    Er ist vor zwei Wochen gestorben...

    Es tut so verdammt weh... Kein Mensch auf der Welt hat das verdient, aber er ist der letzte. Er war vor der Krankheit topfit und jetzt stirbt er zwei Tage vor seinem 18. Geburtstag...

    Er hat sich schon seit Anfang des Jahres damit abgefunden, dass er sterben wird und das ist so traurig...

    Am Freitag ist die Beerdigung und ich weiß nicht, ob ich das durchstehen kann. Das Abschiednehmen auf einer Beerdigung ist immer so endgültig und kommt mir vor wie ein Siegel auf den Tod eines Menschen...

    Und die Menschen, die sich nicht dafür interessiert haben, tuen jetzt so als wären sie traurig... aber selbst wenn sie es sind, hätten sie sich auch vorher mit der Krankheit auseinandersetzen können.
    Schließlich hat er zwei lange Jahre damit gekämpft.
    Allerdings bin ich froh darüber, dass seine Eltern nicht jeden zu der Beerdigung eingeladen haben. Das würde mir noch schwerer fallen, wenn dort Menschen stehen würden, die schon vor seiner Krankheit mit ihm abgeschlossen haben...

    Es ist auch so schlimm für seine Eltern. Ich denke, dass es das schlimmste ist, was Eltern passieren kann...
    Wenn die Kinder vor den Eltern sterben...
     
    #1
    Salvavida, 28 Januar 2008
  2. malista
    Verbringt hier viel Zeit
    305
    101
    0
    vergeben und glücklich
    Hallo Salvaida,

    das tut mir sehr leid um deinen Freund. Es ist wirklich grausam, wenn er doch noch einen Spender gefunden hat und ihm das nicht mehr helfen konnte.

    Ich kann dich verstehen, dass du wütund bist, dass sich viele nicht dafür interessiert haben. Ich kann mich irren, aber dieses scheinbare "Desinteresse" kann auch andere Gründe haben. Ich nehme einmal an, dass es Gleichaltrige sind, von denen du sprichst? Für junge Menschen in dem Alter ist es meist zu abwegig bzw. zu schwer sich mit solch einer schweren Krankheit auseinander zu setzen. Leukämie und der damit verbundene Gedanken an den Tod kann leicht zu einer Überforderung führen.

    Ich will damit nur sagen, dass du an der Beerdigung nicht mit bitteren Gedanken auf diejenigen schaust, von denen du dir mehr Untersützung für deinen Freund gewünscht hättest.

    In deinen Gedanken und in deinem Herzen lebt er weiter!
     
    #2
    malista, 28 Januar 2008
  3. Salvavida
    Gast
    0
    Das Problem ist.
    Dass sie alle so getan haben als würde es Ihnen furchtbar leid tun, dass er krank ist. Aber das nur, wenn z.B. Lehrer dabei waren.
    Ihn selbst haben sie nicht besucht, nicht mal angerufen, o.ä.
    Wir haben in der Schule eine Typisierungsaktion für Knochenmarkspender gemacht und viele haben sich nicht mal Typisieren lassen, weil sie kein Blut abgenommen bekommen wollten.
    Ich mein, wenn ich einem Menschen das Leben retten kann, sollte jedem so eine kleine Spritze egal sein!!!!
     
    #3
    Salvavida, 28 Januar 2008
  4. User 48403
    User 48403 (47)
    SenfdazuGeber
    9.405
    248
    657
    nicht angegeben
    Das stimmt mich sehr nachdenklich.:ratlos: Das bestätigt irgendwie mein Eindruck, dass wir heute in einer "Scheissegal- Gesellschaft" leben.

    Als ich vor über 20 Jahren im Krankenhaus wegen ner schweren OP gelegen hatte, waren doch viele mich besuchen bekommen, selbst Klassenkameraden, mit denen ich kaum was zu tun hatte.

    Tut mir echt leid wegen Deinem Freund. Sein ganzes Leben noch vor sich gehabt, und dann das....
     
    #4
    User 48403, 28 Januar 2008
  5. User 37900
    User 37900 (32)
    Teammitglied im Ruhestand
    1.798
    148
    145
    vergeben und glücklich
    Erst einmal mein herzlichstes Beileid.

    Vielleicht möchtest du das nicht hören, vielleicht kannst du es auch (noch) nicht verstehen: Weißt du, es gibt Menschen, die können einfach nicht einen Totkranken besuchen. Sie können damit nicht umgehen, können das Leid nicht sehend ertragen. Das heißt aber nicht, dass ihnen der Tod des Menschen weniger leid tut. Es gibt viele die können dann nicht denjenigen, der dem Tod geweiht ist, anrufen oder besuchen. Sie wissen dann nicht, was sie sagen oder sich verhalten sollen. Diese Menschen sind schlicht und einfach mit der Situation überfordert.

    Diese Typisierung ist da auch so ein Ding. Diese Menschen fragen sich dann, warum ausgerechnet ihr Knochenmark mit seinem übereinstimmen sollte, das finden sie einfach unwahrscheinlich. Eine Knochenmarkspende ist auch nicht ohne. Aber auch das heißt nicht, dass diese Menschen nur so tun, als seien sie traurig über seinen Tod.

    Kein Mensch, den wir lieb haben, hat den Tod verdient, schon gar nicht in jungen Jahren. Mein Cousin ist auch wenige Wochen vor seinem 18. Geburtstag bei einem Motorradunfall gestorben - Todesursache ungeklärt. Ich kann also gut nachvollziehen, wie es dir geht.
     
    #5
    User 37900, 28 Januar 2008
  6. Salvavida
    Gast
    0
    Ja, es kommt darauf an, wie man zu einem Menschen steht.
    Wenn z.B. Ich so krank gewesen wäre oder jemand anderes beliebtes aus der Schule, dann hätten sich auch sehr viele darum gekümmert.

    Aber ich denke, wenn ein Mensch mit so einer Krankheit zu kämpfen hat, dann ist es egal, wie nah man ihm steht, man kann sich erkundigen wie es ihm geht, usw.
    Selbst Menschen, die ihn nicht kannten, waren trauriger darüber, dass er gestorben ist...
     
    #6
    Salvavida, 28 Januar 2008
  7. Druss
    Druss (29)
    Verbringt hier viel Zeit
    260
    101
    0
    Single
    ach du sch.... :frown:

    sowas is natürlich tragisch...
    ich kann dir aber nur empfehlen zu seiner beerdigung zu gehen!
    die gelegenheit gibts nur einmal... verarschiede dich das ist besser als es nicht wahrhaben wollen...
     
    #7
    Druss, 28 Januar 2008
  8. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
    726
    101
    0
    nicht angegeben
    Liebe Salvavida,

    wie so viele hier kenne ich Dich nicht, aber ich meine zumindest mir vorstellen zu können, wir Du Dich fühlst und deswegen tust Du mir auch sehr leid und ich wünsche Dir viel Kraft.

    Trauer ist etwas total schlimmes und das, was man bei sich selber nicht einmal verarbeiten kann, kann man bei anderen nicht verstehen. Man kann auch nicht um jeden in gleicher Weise trauern, auch wenn einem das Schicksal des Menschen irgendwie nahe geht.
    Es ist für die meisten Menschen furchtbar schwierig, in so einer Situation anzurufen.
    Erst am Samstag sprach ich noch mit einer angeheirateten Cousine, der die Krankheit meines Schwiegervaters nahegeht. Sie traut sich einfach nicht, ihn anzurufen, obwohl sie viel an ihn denken muß. Sie hat einfach Angst, mit der Situation falsch umzugehen, das falsche zu sagen, vielleicht sogar sprachlos zu sein. Deswegen kann ich die anderen zumindest verstehen. Nur wenn man selber in der Situation steckt, hat man das Gefühl, die Welt müßte stehen bleiben, aber alle um einen herum gehen weiter ihren Tagesgeschäften nach.
    Offensichtlich warst Du dem Verstorbenen wesentlich näher und konntest die Hürden, die andere hatten, überspringen. Vielleicht ist genau das ein Grund, dankbar zu sein.

    Und was die Frage angeht, ob Du zur Beedigung gehst: lass Dich von Deinem Bauchgefühl leiten, aber nicht von der Angst, zusammenzubrechen. Und wenn es nur die Angst ist, dann überwinde Dich, denn sonst tut es Dir hinterher immer wieder leid.
     
    #8
    dummdidumm, 28 Januar 2008
  9. Masterboy1983
    Verbringt hier viel Zeit
    238
    101
    0
    nicht angegeben
    Mein herzlichstes Beileid.

    Mein Kumpel hat auch im Dezember erfahren dass er Leukämie hat. Liegt jetzt auch im Krankenhaus :frown:

    Es ist bei ihm erschreckend gleich wie bei deinem Freund, hat auch einen Spender, wird demnächst transplantiert, hoffe er schafft es.

    Ebenso ist es genau gleich dass fast keiner ihn besucht. Bin zwar nicht sein bester Freund, aber die die es angeblich waren haben ihn in 1,5 Monaten immernoch nicht besucht.

    Mir fällt es zwar auch immer sehr schwer in zu besuchen und dass alles dort zu sehen, aber ich raff mich trotzdem dazu auf, weil ich ich glaube ihm so eine kleine Freude zu machen, bzw. ihn ein wenig abzulenken.
     
    #9
    Masterboy1983, 28 Januar 2008
  10. celavie
    celavie (35)
    Sehr bekannt hier
    1.288
    198
    624
    Verheiratet
    Du hast mein tiefstes Mitgefühl. Die Mutter meines Freundes ist auch vor 2 Jahren an Leukämie verstorben und es war wirklich schlimm.
    Das lange Leiden und am Ende war es doch umsonst. Vor allem wenn er junger Mensch stirbt.

    Ich konnte auch nur stark und gefasst sein, weil ich eine Art Daseinberechtigung für meinen Freund und seinen Vater hatte. Ich konnte nicht durchhängen, denn den beiden ging es noch viel schlimmer.

    Ich wünsche dir viel Kraft für die Trauerfeier.

    celavie
     
    #10
    celavie, 29 Januar 2008
  11. Salvavida
    Gast
    0
    Erstmal wünsche ich dir, Masterboy, viel Kraft beim gemeinsamen Durchstehen dieser Krankheit.
    Er soll niemals den Mut aufgeben, sich ein Ziel setzten und alles dafür geben.
    Ich denke, dass Freunde&Familie bei so einer Krankheit das Wichtigste sind, sonst verliert man den Mut...

    Die Beerdigung war das traurigste, was ich in meinem Leben erlebt habe... Die Musik, die Fotos, die Reden.... Ich konnte nichts anderes tun als weinen...
    Und ich stand sprachlos&weinend vor seinen Eltern. Ich denke, dass sie es verstanden haben. Ich habe mir auch überlegt, ihnen noch einen Brief zu schreiben, um so mein Beileid und meine Gedanken zu vermitteln.
    Nächste Woche wird es eine Trauerfeier in der Schule geben. Nur für unseren Jahrgang, was ich besser finde...
    Ich bin gespannt... Ich wurde auch gefragt, ob ich eine kleine Rede halten möchte. Aber ich weiß es noch nicht. Ich finde es schwer und vorallem weiß ich nicht, ob ich das ohne Tränen durchhalten könnte...
     
    #11
    Salvavida, 10 Februar 2008
  12. User 44981
    User 44981 (29)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.093
    348
    2.105
    Single
    Ob du eine Rede halten möchtest, oder nicht, musst du natürlich selbst wissen.
    Allerdings wird es dir mit Sicherheit niemand übel nehmen, wenn du die Rede hältst und es nicht ohne Tränen durchhältst.

    Bei einer Beerdigung, bei der ich vor einiger Zeit war, haben es einige der Redner auch nicht ausgehalten...
    Das stört in so einem Fall wirklich niemanden!
     
    #12
    User 44981, 10 Februar 2008

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