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Liebe ist ein großes Wort

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von User 16687, 12 April 2007.

  1. User 16687
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    Hallo :smile:
    Ich bins mal wieder :smile: Konnte irgendwie nicht schlafen und hab deshalb nochmal ein paar Zeilen geschrieben um mich abzulenken :smile: Hoffentlich gefällt es jemandem und ich freue mich über Feedback jeglicher Art :smile:

    Liebe ist ein großes Wort

    Er beobachtet sie. Sitzend im Cafe, sein Buch vor sich liegend, beobachtet er sie, während er liest, ohne dass die Zeilen sein Kopf erreichen. Die Natürlichkeit mit der sie ihren Espresso trinkt und dabei aus dem Fenster sieht, lässt ihn alles vergessen, alles was um ihn herum geschieht. Mechanisch blättert er die Seiten seines Buches um. Er liest die Wörter, aber er versteht sie nicht, da das Lesen eine beiläufige Tat ist, wie das Atmen. Sie sieht zu ihm herüber, der kurze Blick in ihre dunklen Augen lässt sein Blut schneller fließen und sorgt dafür, dass seine Gedanken nicht mehr fähig sind sich auf irgendetwas irdisches zu konzentrieren. Der Blick dauert nur ein paar Sekunden, dennoch hat er das Gefühl, dass sich genau in diesen Sekunden der eigentlich Sinn des Lebens seinem Herzen ein wenig genähert hat. Der Alltag ist so weit entfernt von ihm, obschon er doch allgegenwärtig ist. Die Tatsache, dass er nachdem er seinen Espresso ausgetrunken hat einkaufen muss, damit sein Kühlschrank ein wenig an Tristesse verliert, ist für ihn nebensächlich und verliert den unangenehmen Beigeschmack etwas zwanghaftes zu sein. Ebenso ist es in diesem Moment unwichtig, dass er vor einer Stunde noch in seinem Büro saß und die undankbare Aufgabe hatte seinen Kunden mitzuteilen, dass sie eine Menge Geld verloren. Noch nie hat eine Frau bei ihm dieses Gefühl ausgelöst. Ihre langen lockigen schwarzen Haare bilden einen Kontrast zu ihrer weißen Bluse. Sie hat rote sinnliche Lippen und eine perfekte gerade Nase. Man meint in ihren Augen ihre Seele erblicken zu können. Obwohl sie nur da sitzt nimmt ihre Ausstrahlung ihn in ihren Bann. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass sich die Welt in dieser Sekunde weiter dreht, da es sich in seinem Herz so anfühlt, als würde die Zeit stehen bleiben und es niemanden außer ihm und der Unbekannten geben würde.

    Keiner würde je behaupten, dass er ein leidenschaftlicher Mensch wäre. Viele Menschen kennen ihn, aber keine hat je verstanden was er fühlt und was er denkt. Seine Heimat sind die Bücher und ihre Geheimnisse, die man nur erfassen kann, wenn man den Worten der großen Schriftsteller mit großer Aufmerksamkeit lauscht. Bis zu dem Augenblick als er in ihre Augen sah hatte er das Gefühl, dass niemand seine Empfindungen jemals verstehen könnte, doch diese Augen geben ihm das Gefühl angekommen zu sein. Es wird kein Wort gesprochen, dennoch treffen sich ihre Blicke immer wieder und die unasgesprochenen Worte schreien so laut, dass man sich vorstellen kann, dass sogar Venedigs Möwen aufschrecken, während sie schweigen.


    Mit Genuß nippt sie an ihrem Espresso, sie versucht die feinen Nuancen des Aromas wahrzunehmen, das sich in dieser Form nur entfalten kann, wenn die Bohnen frisch gemahlen werden und danach weiter zubereitet werden. Sie verabscheut Zucker in ihrem Espresso, weil es für sie einem Verlust der Leidenschaft gleichkommt. Die möchte das Leben pur genießen, ohne dass sie es durch unnötige Süße verzerren möchte. Immer wieder fallen ihr die Blicke des Mannes ein, der 3 Tische weiter von ihr entfernt sitzt. Ihr ist aufgefallen, dass auch er seinen Espresso ohne Zucker trinkt. Dabei fällt ihr auf, wie vielfältig diese Welt doch ist und wie interessant es ist, dass die Menschen so viele verschiedene Wahrnehmungen haben. Schwer vorstellbar, dass jemand aus der bloßen Art einen Espresso zu trinken, in sich selbst ein so detailliertes Bild eines Menschen formen kann. Ihr fällt auf, dass dieser Mann sehr gut gekleidet ist, obwohl er nur einen schlichten Anzug und ein hellblaues Hemd trägt. Bei ihm wirkt es, als würde er einen Anzug tragen ohne so auszusehen als würde er einen tragen. Nicht die geringste Spur einer Verkleidung ist an ihm zu entdecken. Seine dunklen Haare fallen ihr positiv auf und auch sie verliert sich in seinen braunen Augen. Sie meint eine gewisse Melancholie in seinem Blick zu erkennen und sie fühlt sich nur durch diese kurzen Blicken tief in ihrem Inneren verstanden. Verstanden von einem anderen Menschen ohne irgendetwas von ihm zu kennen und ohne sich ihm offenbart zu haben.

    Der Umschlag seines vor ihm liegenden Buches erinnert sie an das Buch "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann. Sie erinnert sich, dass sie es vor einigen Jahren selbst einmal gelesen hat. Bei dem Erinnern an die verschachtelten Sätze des Buches versucht sie sich vorzustellen, was diese Sätze in ihm und ihrem Herzen auslösen. Es gibt ihr das Gefühl ihn zu kennen, da es sich in ihr so anfühlt, als hätte er beim Lesen die gleichen Empfindungen, wie sie es gefühlt hat. Zwischen den Blicken sieht sie aus dem Fenster. Doch nur ihren Blick wendet sie von ihm ab, ihr Herz und ihre Gedanken sind bei ihm.


    Beide stehen auf und sehen sich an. Niemand spricht ein Wort, dennoch umarmen sie sich. Auch nach dieser Umarmung wird kein Wort gesprochen. Es ist so, als hätten sie sich ihr ganzes Leben schon gesucht und geliebt und dieses macht jedes Wort überflüssig. Ein Wort zwischen den beiden wäre nur ein Fremdkörper, da ihre Herzen so nah aneinander sind, dass nicht einmal ein einzelnes und einsilbiges Wort zwischen ihnen Platz hätte.


    Sie sitzen sich in ihrem Wohnzimmer gegenüber. Beide liegen ausgestreckt auf einem Sofa. Wie immer sind sie tadellos gekleidet, dennoch auch der Gemütlichkeit angepasst, aber ohne auch nur den Hauch von Nachlässigkeit anzudeuten. Im Hintergrund kann man leise Piano Klänge wahrnehmen. Auf dem flachen Tisch stehen Weingläser und in diesen Gläsern ist ein Rotwein, der das Licht des Kamins auffängt und in einem rot, dass an einem Rubin erinnert, eine farblichen Akzent in diesem Szenario setzt. Immer wieder treffen sich ihre Blicke und auch nach 20 Jahren hat sich nichts an der Intensität ihres Lebens und ihrer Liebe geändert. Sie kommen sich auf dem Sofa näher und lieben sich. Danach liegen sie nebeneinander, trinken Wein und blicken in den Kamin. Es herrscht keine Hektik, da beide jeweils der Ruhepol des anderen sind. Ein Wort würde ihre Vertrautheit nur zerstören und kein Wort vermag sie näher aneinander bringen zu können. Die Hektik des Lebens ist nicht existent, sobald beide beieinander sind. Immer noch ist jeder Moment zwischen den beiden wie ein Hauch von Ewigkeit. Niemand bereut das geringste, denn sie haben ihr vollkommenes Glück erreicht.

    Liebevoll streicht er ihr eine Strähne aus dem Gesicht und blickt ihr tief in die Augen. Er küsst sie auf die Stirn und drückt sie fester an sich. Sie legt ihren Kopf auf ihre Brust und spürt sein Herz. Den Schlag seines Herzens hat sie gespürt, seitdem ihr eigenes Herz angefangen hat zu schlagen, ihre Liebe ist tief wie eine Vene in ihr drin und war schon immer für ihn da.

    Das Feuer des Kamins erlischt langsam und das flackernde Licht, dass das Feuer auf ihre Körper warf wird immer schwächer. Doch das Feuer in ihnen erlischt nie. Sie lieben sich wie Engel und ihre Liebe überschreitet alle Grenzen und überwindet alles.
     
    #1
    User 16687, 12 April 2007
  2. möpi666
    Gast
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    wow, die geschichte ist echt klasse.
    einfach nur toll und echt schön :herz:
     
    #2
    möpi666, 13 April 2007
  3. Welpie
    Welpie (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    Warum kann mir sowas nicht passieren *Träum*
     
    #3
    Welpie, 13 April 2007
  4. User 16687
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    dankeschön :schuechte hab noch 2 satzbaufehler gerade gefunden und berichtigt :schuechte
     
    #4
    User 16687, 13 April 2007

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