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Liebe kennt keine Freundschaft

Dieses Thema im Forum "Geschichten, Gedichte und Nachdenkliches" wurde erstellt von Yuki-Surreal, 17 Januar 2007.

  1. Yuki-Surreal
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verlobt
    Liebe kennt keine Freundschaft


    Ich war damals 14 Jahre alt, und hatte mit einigen Problemen zu kämpfen, unter anderem damit, dass mein Vater gerade erst gestorben war, und ich mich nicht mehr als Ganzes fühlte.
    Außerdem waren da noch die Drogen, die mir damals als einziger Ausweg erschienen. Mit meinen 14 Jahren war ich bereits auf Heroin und Koks, schnupfte es durch die Nase. Ich hatte bereits 2 Beziehungen hinter mir, und hatte in meinem zarten Alter bereits mit einigen Männern geschlafen, nun im Nachhinein erscheint es mir so, als wäre ich 2 Jahre meines Lebens wie benebelt gewesen.

    Zu dieser Zeit, hatte ich meinen 3ten ernsthaften Freund, Dominik.
    Ich hatte ihn durch meinen Freundeskreis kennengelernt, und durch unsere gemeinsame Sucht, hatten wir bald ein Gesprächsthema.
    Ich war nicht verliebt ihn ihn, doch er war der einzige der mich damals verstand, von anderen Leuten fühlte ich mich nur bevormundet. So wurden wir ein Paar, auch wenn von meiner Seite keine Gefühle im Spiel waren.
    Dominik war ein Albtraummann, groß hager, lange fettige Haare die im immer ins Gesicht hingen, trübe Augen, die Pupillen immer zu Sticks zusammen gezogen, die Haut unrein, und er hatte einen Sprachfehler. Doch mir war das damals egal, denn ich hatte jemanden mit dem ich meine Sucht ausleben konnte.
    Das einzige was uns verband waren die Drogen, egal was wir taten, es bezog sich immer nur auf die Drogen.
    Bald hatten wir keinen Cent mehr, und mussten unsere Sachen verkauifen. Bald besaßen wir beide weder Handy, noch DVD Player, wir hatten alles verkauft..Wenn ich heute daran zurückdenke, bereitet es mir Magenschmerzen.

    Meine Mutter machte sich wahnsinnige Sorgen, und versuchte immer wieder mich aus dieser Szene loszureißen, doch ich fand immer Mittel und Wege um wieder abzuhauen.
    Ich weiß noch, wie sie damals immer in der Küche saß und weinte, die mageren Hände vor dem Gesicht zusammen geschlagen..
    Oft lag ich im Bett und hörte sie schluchzen, doch damals drang dieses Schluchzen einfach nicht zu mir durch.

    Nach einem Monat stellte mir Domink seinen besten Freund vor, Chris. Ich weiß noch, als wir damals in seiner Wohnungstür standen, und ich ihn das erste mal in die Augen blickte.
    Diese grau-grünen Augen, die mich sofort in eine andere Welt abtauchen ließen. Der Mund, so schön und sinnlich, wie gerne wäre ich ihm damals um den Hals gefallen, und hätte ihm einen Kuss auf dem Mund gedrückt...
    Doch er hatte die Anweisung bekommen, mich nicht zu mustern, und ignorierte mich bewusst, er traute sich nicht einmal mir die Augen zu schauen. Dominik wusste schon damals unterbewusst, das er uns voneinander fernhalten musste.

    Wir trafen uns öfter mit dem Chris, beinahe jedes Mal bei einem gemeinsamen Freund, Richie..Er war wohl der tiefste, Mensch den ich jemals getroffen haben. Auf seinem Tisch lagen alle Arten von Tabletten ausgebreitet, die es wohl gibt, und er fütterte uns jedes Mal mit anderen Pillen.
    Der Teufelskreis zog sich immer enger, und ich fühlte mich zunehmend unwohler in meiner Haut.

    Schließlich entschied ich mich dazu, ein Jahr auf Therapie zu gehen, weg aus Wien, nach Mödling ins Anton Broksch Institut.
    Wie schon erwähnt, die Therapie sollte ein Jahr dauern, fast ohne Kontakt zur Außenwelt, den ganzen Tag nur mit Arbeiten beschäftigt.
    Es war der 15 Dezember, als mich meine Familie in diese riesige Villa fuhr. Ich weiß noch, wie meine Mutter und ich, uns weinend in den Armen hielten...

    Doch mir gefiel es dort nicht, denn außer mir, waren nur 30 Jährige kaputte Leute dort, und ich mit meinen mittlerweile 15 Jahren war das kleine Nesthäckchen.
    Um 6uhr Früh mussten wir aufstehen, und putzen.
    Am Vor und Nachmittag mussten wir in einer Werkstatt arbeiten und Pappkisten herstellen. Zwischendurch waren 2 Stündige Gesprächstherapien. Nur alle paar Stunden, gab es 5 minütige Pausen..Für mich die reinste Hölle, ich fühlte mich wahnsinnig unwohl-

    Am 19 Dezember, früh morgens, rief ich meine Mama weinend an und schluchtze in Telefon " Mami, bitte bitte holt mich ab, ich will hier nicht bleiben"
    2 Stunden später, war meine Familie da, ich glaube sie waren erleichtert, mich wieder für sich zu haben.
    Als ich endlich wieder in meinem Zimmer saß, war ich das glücklichste Mädchen auf Erden.

    Am Abend wollte ich noch zum Domi fahren, und machte mich um ca 19uhr auf den Weg. Ich hatte ein bisschen gekifft, obwohl ich ja eigentlich gar nichts mehr angreifen wollte, doch irgendwie schaffte ich das nicht..

    Als ich endlich am Schöpfwerk angekommen war, stand plötzlich der Chris vor mir, und mein Atem blieb stehen, mein Herz schlug bis zum Hals, und ich bekam ein nervöses Zucken im Bein.
    " Von wo, kommst du den her" fragte ich ihn. " Ich war gerade beim Richie, wir haben uns gestritten, irgendwie hat der Kerl nicht alle Tassen im Schrank"
    Irgendwie kamen wir das erste Mal richtig ins Gespräch, zuvor hatten wir ja niemals miteinander sprechen dürfen.

    Plötzlich wollte ich nicht mehr weg von ihm, ich fühlte mich so wohl, so beschützt und geborgen, also wollte ich ihn noch ein Stück begleiten.

    In den folgenden Stunden, erfuhren wir beide´sehr viel voneinander und das Kribbeln im Bauch wurde immer stärker.
    Er sagte immer und immer wieder " Such dir einen neuen Freund, der Domi hat dich doch gar nicht verdient" Übersetzt hieß das soviel wie " Nimm mich, ich werde gut zu dir sein"

    Schließlich sagte ich: " Okay, dann bist du jetzt mein neuer Freund" Er grinste, und nur ein leises " Okay" kam über seine Lippen, doch dieses Okay, war das schönste was ich je gehört hatte.
    Ich begleitete ihn zum Bus, und als wir an der Station angekommen waren, sah er mich grimmig an u sagte " Ab jetzt, begleite ich dich immer nach Hause, ich will nicht das du so spät Abends noch alleine nach Hause fahren musst"
    Dann kam es zum Kuss, und es war der schönste Kuss, den ich in meinem ganzen Leben je bekommen hatte, ich schwebte auf Wolke Siebenhundertdreiundfünfzig.

    Den Domi habe ich natürlich sofort verlassen, owbohl er noch lange um mich kämpfte, doch er interessierte mich Null, auch der Chris kündigte ihm die Freundschaft.

    In den kommenden Wochen, machten wir gemeinsam einen Entzug, denn wir wollten uns nur mehr auf unsere Liebe konzentrieren.
    Wir schafften es auch ohne Probleme, und sind nun seit fast 4 Jahren clean!
    Er war der Mensch, der mir geholfen hatte, mein Leben zu verändern, und mich wieder glücklich zu machen.
    Heute leben wir zusammen, sind verlobt und sehr sehr glücklich.

    Mein Leben hat sich sehr verändert, aus dem Drogensumpf ins Glück.......
     
    #1
    Yuki-Surreal, 17 Januar 2007
  2. dummdidumm
    dummdidumm (53)
    Verbringt hier viel Zeit
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    0
    nicht angegeben
    Erschreckend, beeindruckend, und schön, daß es sich so entwickelt, daß Ihr Euch gefunden habt.
    Nur den Titel verstehe ich in dem Zusammenhang nicht so ganz.
     
    #2
    dummdidumm, 17 Januar 2007
  3. benji
    benji (30)
    Verbringt hier viel Zeit
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    103
    9
    Single
    Vielleicht das der Chris diesem Dominik die Freundschaft gekündigt hat? Ich meine von wegen "Liebe kennt keine Freundschaft".

    Ansonsten: Schwein gehabt, zum Glück hast du es raus geschafft...
     
    #3
    benji, 17 Januar 2007
  4. Sternschnuppe_x
    Benutzer gesperrt
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    2
    Single
    Na ja, SO sehr glücklich aber nicht, wenn man sich mal deinen anderen Thread anschaut... wenigstens erklärt das jetzt das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis...
     
    #4
    Sternschnuppe_x, 18 Januar 2007

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