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Männerfragen

Dieses Thema im Forum "Beziehung & Partnerschaft" wurde erstellt von StaybymySide, 13 April 2006.

  1. StaybymySide
    0
    Hi ihr,

    grad im Radio gehört und schon bei euch.
    Ist eine Kolmnue aus der Zeit.
    Fand den Artikel irgendwie sehr sehr gut :smile:

    Sollte er hier nicht herpassen bitte ich um Verschiebung :smile:
    -------------
    Männerfragen
    Harald Martenstein über die Macht der Frauen


    In den letzten Wochen habe ich sehr oft Artikel zur Frauenfrage in der Zeitung gefunden. Die Frauenfrage besteht darin, dass die Frauen mit ihrem Los und mit der gesellschaftlichen Rollenverteilung unzufrieden sind. Offenbar findet dazu im Augenblick eine Debatte oder ein Trend statt. Ich möchte zu diesem Trend etwas Überraschendes beitragen. Ich möchte über die Männerfrage schreiben.

    Wenn ich mir die Liste der Generaldirektoren und Chefredakteure und den Durchschnittsverdienst und die Vereinbarkeit von Kindern mit Beruf anschaue, denke ich immer, ach je, arme Frauen. Dann schaue ich mir Paare an, die lange zusammenleben. Mir ist aufgefallen, dass in sehr lange bestehenden Partnerschaften fast immer die Frauen das dominierende Element sind. Siebzig- oder achtzigjährige Ehemänner befinden sich häufig in einem mentalen Zustand, der sich mit einem ausgeglühten Restbauernhof in der Mark Brandenburg vergleichen lässt.

    Sie müssen immer fragen, was sie anziehen sollen und welche Schuhe dazu passen. Die Frauen reden, sie schweigen. Die Frauen geben Anweisungen, die Männer führen es aus. In einer Gesprächssituation wiederholen ältere Männer häufig das, was ihre Frau gerade eben gesagt hat, zum Teil wörtlich, und merken es nicht. Sie haben aufgehört, als selbstständige Person zu existieren, sie sind wie Babys oder wie Weinbergschnecken. Die Frauen sagen: »Trink nicht so viel, das ist nicht gut für dich. Iss gesunde Dinge. Nimm dies.« Die Männer tun es. Die Frauen sagen: »Du könntest mal wieder spazieren gehen, das ist gut für dich. Danach geh zum Friseur. Lass dich von Yvonne schneiden, nicht von Petra.« Die Männer tun es. Es ist aber nicht gut für sie. Es ist eine fürsorgliche Belagerung. Ich denke immer: »Gleich nehmen die Frauen ihre Männer auf den Schoß und klopfen ihnen auf den Rücken, damit sie Bäuerchen machen.«

    Ich habe Angst vor der Zukunft. Ich bin weich. Ich bin gefährdet. Jemand wird kommen und sagen: »Schreib eine Kolumne über die Frauenfrage, schreib mit dem weiblichen Blick«, und ich werde es tun. Das alles hängt sicher mit der Urzeit zusammen, mit dem Matriarchat. Meine Vorfahren haben draußen gejagt, o ja, sie waren Generaldirektoren und Chefredakteure, was das Mammut und die Bärenjagd betrifft. Drinnen in der Höhle aber hatten sie nichts zu sagen. In der Höhle regierte Big Mama.

    Die gesellschaftliche Macht der Männer ist eine unbestreitbare Tatsache. Die Macht der Frauen innerhalb der Ehen oder in der Partnerschaft, oder wie auch immer es heute heißt, ist dagegen ein Tabu. Fast niemand spricht darüber. Den Männern ist es peinlich, oder sie haben bereits ein so reduziertes Artikulationsvermögen, dass sie nur darüber sprechen könnten, wenn ihre Frau es ihnen Wort für Wort vorsagt, wenn sie ihm vorspricht: »Ich, Anton Müller, werde von meiner Frau sehr stark dominiert und kann mir nicht einmal mehr selbstständig eine Krawatte oder ein Mittagessen aussuchen, und wenn meine Frau sagt, komm, Anton, wir ziehen um nach Duisburg, mir ist heute nach Umziehen, dann mach ich das.« Diese Sätze wird ihre Frau ihnen aber niemals vorsprechen.
     
    #1
    StaybymySide, 13 April 2006
  2. vir_fortis
    Gast
    0
    Sehr richtig!

    bis die männer endlich "emanzipiert" bzw. männerspezifische probleme ernst genommen und nicht verarscht oder ignoriert werden, werden aber sicher noch viele viele jahrzehnte vergehen...
    mal sehen wie sich das entwickeln wird,
    aber meiner meinung nach ist ein trend in richtung "sensibilisierung gegenüber und artikulationsmöglicheit für männer-probleme" unweigerlich...vorrausgesetzt natürlich, dass keine gegenbewegung die macht und kraft hat jene entwicklung zu unterdrücken.

    ach ja, und noch was:
    feminismus ist nicht gleichberechtigung :zwinker:

    immer schön hinterfragen!
     
    #2
    vir_fortis, 13 April 2006

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