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Müssen menschen abstumpfen?

Dieses Thema im Forum "Kummerkasten" wurde erstellt von klatschmohn, 18 Oktober 2004.

  1. klatschmohn
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    ja ja auch die Klatschmohn hat mal ein problem...ich arbeite seit zwei wochen im krankenhaus als sozialarbeiterin ist aber nur ein praktikum für ein halbes jahr. und irgendwie gibt es da ziemlich viele probleme. hier aber das eine, was mich am meisten beschäftigt, will euch ja nicht überfordern :zwinker:

    ich stand letztens mit meiner Praxisanleiterinin einem zimmer mit zwei patientinnen, mit der einen hatten wir grad ein gespräch geführt, sie hat ( Hatte) krebs im entstadium und es ging jetzt darum eine platz für sie im sterbehaus zu vereinbaren . und auf einmal ist meine anleiterin aus dem zimmer gegangen und ich stand da ganz alleine, links von mir die krebskranke frau die vielleicht noch zwei tage leben sollte und rechts von mir ne 97 jährige frau, nur noch haut und knochen, die nur noch gestöhnt und gejammert hat. und da stand ich nun und hätte fast angefangen zu weinen und wußte nicht was ich tun sollte, wie ich diesen menschen noch etwas geben könnte, fühlte mich völig unsicher und dachte zum ersten mal seit drei jahren darüber nach ob ich nicht ungeeignet für diesen beruf bin... dann sagten wir zum arzt das der hospizplatz erst montag frei wäre und da meinte er nur so: ach, bis dahin ist sie eh gestorben :angryfire ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, dass menschen so abstumpfen, werde ich auch mal so sein, muß man vielleicht sogar zu sein ,weil mitleid niemanden hilft???? bitte sagt maleure meinung dazu!!!
    eure unglückliche klatschmohn :cry:
     
    #1
    klatschmohn, 18 Oktober 2004
  2. Larkin
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    nicht angegeben
    Das ist echt hart. Und nein, ich glaube nicht, dass es notwendig ist, _so_ sehr abzustumpfen. Man muss und sollte die Menschen trotz allem immer als Menschen betrachten und Respekt vor ihnen haben.
    Ich glaube allerdings, dass es einfacher ist, wenn man so abgestumpft ist und diese Menschen nur noch als Nummern o.ä. betrachtet. Wenn ein Arzt sowas sagt, ist es wohl eher Selbstschutz und nicht, weil ihm der Mensch nichts bedeutet.
    Ein Mittelmaß zu finden, dass man selber mit der Situation klarkommt und den Patienten nicht abwertetend und das über all die Jahre zu halten stell ich mir sehr schwer vor. Erstrebenswert auf jeden Fall - aber halt auch schwer.
     
    #2
    Larkin, 18 Oktober 2004
  3. Hidden
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    Es ist leider so, dass man in einem Krankenhaus viel Leid sieht. Jeder Mensch, der dort für längere Zeit arbeitet, muss lernen, damit umzugehen - und jeder Mensch findet dafür seinen eigenen persönlichen Weg. Manche stumpfen ab, andere reißen schlechte Witzchen, wieder andere lassen das Leid möglichst nicht an sich heran.

    Es mag im ersten Augenblich sehr erschreckend und traurig sein, dass man nicht für jeden Patienten seine vollsten Emotionen aufbringt, sondern sich eine professionelle, emotionale "Schutzwand" aufbaut. Nur kann man nicht tagtäglich sich bei jedem Patienten emotional vollständig aufopfern, ohne dass man dabei selber beeinträchtigt wird.
     
    #3
    Hidden, 18 Oktober 2004
  4. smithers
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    nicht angegeben
    Ist klingt hart, aber der Arzt/Dr. hat keine andere Wahl. Wenn er sich über jedes Ableben gedanken machen würde, wäre er nach einem halben Jahr fertig, egal wie stark sein Charakter nun auch ist. Aber auch Dir kann ich nur sagen: Versuch immer einen gewissen Abstand zu behalten. Wenn Du alles an Dich ranläßt, wird es Dich auffressen ! In deinen Augen mag es nun wie "abgestumpft" aussehen, aber es ist ein Selbstschutz. Nun will ich nicht sagen, dass Du die Leute wie Vieh (selbst das hätte eine bessere Behandlung verdient) behandeln sollst, aber denke daran der Tod ist allgegenwärtig. Es ist nicht einfach das ganze aus meiner Perspektive zu sehen, aber viele Mediziener/in, Krankenschwestern/Pfleger und Arzthelfer/in denken und müssen sogar so handeln. Und eines mal ganz nebenbei und unter der Hand: Wenn Herr Dr. meint, "die macht doch nicht mehr lange" ist das seine Äußerung nach draußen, Du kannst Gift drauf nehmen, dass sein HErz zumindest kurzzeitig anders denkt. (harte Schale weicher Kern).

    freundlichst

    Smithers
     
    #4
    smithers, 18 Oktober 2004
  5. LadyEttenna
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    Hallo klatschmohn,

    ich denke das diese Distanz, du nennst es Abgestumpftheit, nötig ist, um nicht daran zugrunde zu gehen. Sachlich mit dem Sterben umzugehen, ist auch ne Art Selbstschutz in dem Fall.....was bringt es den Leuten, wenn der Arzt oder die Helferin in Tränen ausbricht? Er/sie haben mit Sicherheit ihre Gefühle und Emotionen, aber sie wären da wohl falsch am Platz. Respektvolles Miteinander ist aber in jedem Fall geboten. Deine Stärke nach Aussen hilft auch vielen Menschen....wenn du Kummer und Sorgen hast, hilft dir auch eher eine starke Schulter.
    Habe aber in meinem Bekanntenkreis schon mitbekommen, das eine Frau die im Krankenhaus tätig war, das Handtuch geschmissen hat, da sie es nicht verkraftet hat. Sie hatte alle Sorgen und Nöte der Patienten mit nach Hause genommen und ist damit nicht fertig geworden.
    Man sollte das wohl nicht so nah an sich herankommen lassen.

    Ich achte solche Menschen hoch, für mich persönlich wäre es undenkbar, da ich es zu nah an mich ließe und wohl damit überfordert wäre.

    Gib dir selbst Zeit und du wirst merken, ob das deine Berufung ist.

    lg
    LadyEttenna
     
    #5
    LadyEttenna, 18 Oktober 2004
  6. waschbär2
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    vergeben und glücklich
    Menschen müssen - bis zu einem gewissen Grad - abstumpfen. Das ist auch von der Natur so vorgesehen.
    Denke mal z.B. an die Rettungssanitäter, die viele grausige Abblicke ertragen müssen. Würden sie nicht abstumpfen, würden sie schwere psychische Schäden davontragen.
     
    #6
    waschbär2, 18 Oktober 2004
  7. klatschmohn
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    ja ja danke für eure antworten...aber was kann ich schon so einen menschen geben der im sterben liegt? hab mir da vorher nie gedanken drüber gemacht weil ich immer mit kindern und jugendlichen gearbeitet hab.....deswegen fällt es mir total schwer mit diesen halb toten menschen um zu gehen. Was sagt, bzw tut man in so einem monemt? schulter und arme streicheln,small talk führen?????? da kann der Tod zehn mal allgegenwärtig sein ich finde ohne einen gewissen grad an emotionen wirkt man doch da nicht " echt" oder? ich bin doch ein mensch und keine maschine..... :rolleyes2
     
    #7
    klatschmohn, 18 Oktober 2004
  8. LadyEttenna
    0
    Klatschmohn, je "normaler" du mit einem Sterbenden umgehst , um so besser wird er sich fühlen. Das Sprechen und Dasein, sei es auch nur für einen Augenblick, wird ihm viel geben. Das Gefühl des Alleinsein ist dabei das Schlimmste.
     
    #8
    LadyEttenna, 18 Oktober 2004
  9. Luxia
    Luxia (46)
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    vergeben und glücklich
    man muss in irgend einer weise abstumpfen.
    stell dir vor, du würdest mit jedem dieser schicksale die dir in so einem beruf begegnen mitleiden????
    mich hat das anfangs auch alles abgeschreckt, mittlerweile weiß ich, dass es so sein muss.
    das nötige feingefühl für die patienten darf man allerdings nicht dabei verlieren.
    der tod gehört zum leben wie das salz in das meer!
    mir tut es schon ab und an mal weh, einen patienten zu verliren den man jahrelang betreut hat.
    bin ja nicht aus stein, aber man muss das ganze von sich fern halten.
    ein mensch stirbt, du deckst ihn zu, redest mit den angehörigen.......dann ist mitag und du gehst essen. das ist die realität!
    mädl, kopf hoch, bewahr dir deine menschlichkeit und du wirst automatisch lernen damit umzugehen!!

    mittag natürlich, ich hasse rechtschreibfehler :smile:
     
    #9
    Luxia, 18 Oktober 2004
  10. klatschmohn
    Meistens hier zu finden Themenstarter
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    okay, muß dann jetz mal los ins krankenhaus :cry: ich habs mir ausgesucht und ich muß da jetzt durch.-werde aber hoffentlich nich so abgestumpft wie manch andere menschen dort, werde mich wohl trotzdem nie dran gewöhnen können
     
    #10
    klatschmohn, 18 Oktober 2004

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