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  • leyla19
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    in einer Beziehung
    21 Juni 2015
    #1

    Macht das noch Sinn?

    Hallo,
    Die ist glaube ich mein erstes Thema, ich bin eher die stille Mitleserin.
    Ich habe ein großes Problem. Ich bin mir bei meiner Beziehung nicht mehr sicher und ich mache mir andererseits Sorgen zu übertreiben. Ich will mich eigentlich nicht trennen, und ich weiß auch nicht warum ich hier Ratschläge holen will, vielleicht bin ich gerade einfach zu verzweifelt.

    Es ist so, dass ich mit meinem Freund nun fast 2 Jahre zusammen bin, beide sind wir Anfang 20 und beide sind wir jeweils der erste Partner des anderen.
    Von Anfang an gab es ein Ungleichgewicht, anfangs auf jeden Fall, nun angeblich nicht mehr, ich bilde es mir nur ein. Es geht darum, dass ich für die Beziehung mehr gebe als er.
    Bevor ich weitermache, muss ich vielleicht anmerken, dass ich psychische Probleme habe, die wohl nicht einfach sind. Ich leide unter Depressionen, mal mehr, mal weniger stark.

    Erstmal die positiven Dinge an unserer Beziehung: wir sind gleich schlau, haben relativ gleiche Hobbys, studieren das Gleiche und verbringen gerne viel Zeit miteinander, vielleicht zu viel. Es wird nie langweilig und er ist ein herzensguter Mensch, der eigentlich immer versucht dahinter zu schauen, also alles verstehen will. Er ist experimentierfreudig und abenteuerlustig. Er ist loyal und obwohl er es sich leisten könnte, nicht arrogant. Er ist nie bösartig oder nachtragend.

    Nun ist es aber so, dass er ziemlich zu Beginn unserer Beziehung, nach einem halben Jahr, nach Neuseeland geflogen ist. Er wollte dort für ein Jahr studieren und ich ihn nach einem halben für nen Monat besuchen kommen. Ich fragte ihn zu beginn, ob er denn auch mal käme und er sagte ja, er überlege es sich. Veilleicht sagte er auch ja, auf jeden Fall. Das weiß ich nicht mehr. Nun, irgendwann eröffnete er mir, dass es ihm das nicht wert sei herzukommen und er lieber mehr rumreisen würde. Da brach eine Welt zusammen. Sowieso passierten da schon Dinge, die nicht passieren hätten sollen. Er ging nacktbaden mit einer Frau, erzählte mir das, dachte aber ehrlich es störe mich überhaupt nicht. Anfangs tat es das, mittlerweile stört es mich aber nicht mehr. Das Problem ist jedoch, dass mir solche Freiheiten nie zustanden. Er ist eifersüchtig und hat teilweise sogar Probleme, wenn ich Freunde treffe. Ich weiß, dass es mein Fehler war und wohl auch ist, es dann ihm zu liebe zu unterlassen. Ehrlichkeitshalber, ich habe nicht viele Freunde und keiner bedeutet mir auch nur ansatzweise das, was er mir bedeutet.
    Nun ja, viele kleine Streits gabs noch und wir schrieben jeden Tag per Whatsapp sicher 4h. Ich entschied mich irgendwann nicht vollständig ihmzuliebe, aber auch ihm zu liebe, länger nach Neuseeland zu kommen. Geplant war ein halbes Jahr und wir wolltrn in einem Auto wohnen.

    Dies begann dann mit einem Urlaub in Thailand, in dem ich krank wurde und er sich aufopfernd um mich kümmerte. Allerdings ging es im Neuseeländerauto bergab. ich fragte zuvor bereits, ob wir da nur machen würden, was er wollte, er verneinte. Ich habe keinen Führerschein, bin also dementsprechend auf sein Wort angewiesen gewesen. Mein Wunsch war es viel im Freien zu sein, stattdessen fuhren wir nur durch die Gegend. Mir ging es dreckig. Ich heulte wirkluch stundenlang wähtend der Fahrt. Er ignorierte mich. Ich wägte jeden Tag die Beziehung gegen zurückfliegen ab... Denn ich wusste, gehe ich, so wars das. Nachdem wir unser Auto allerdings früher als geplant verkauft hatten, war es mir möglich ohne Beziehungsende zurückzufliegen. Ich dachte bis zum Ende mit ihm, doch er entschied sich weiter Urlaub zu machen.
    Nunja, der erste Tag zurück hier in die Schweiz mit meiner Familie, war besser als die gesamte Reise. Auch das gibt mir zu denken.

    Und es änderte sich nicht so viel. Es geht mir oftmals sehr schlecht, die Depressionen spielen da eine große Rolle, und immer dann ist er nicht für mich da. Er trifft Freunde und lernt. Ich fühle mich alleine gelassen und ich bin einsamer als zu singlezeiten. Hab ich keine Zeit, so werde ich umgehend durch nen Freund ersetzt. Schreib ich ihm nicht per Whatsapp, so shreibt er mir auch nicht.
    Ich habe bisher Angst gehabt einzufordern, dass er dann da ist. Heute meinte er, per Whatsapp, er kann das nicht erahnen, ich muss was sagen. Er würde dann immer für mich da sein, egal was ist. Ich sagte ihm es ginge mir sehr schlecht, ich liege den ganzen Tag nur heulend im Bett und bräuchte eine Umarmung und hätte ihn so gerne hier. Dann klingelte ein Freund und seitdem ist Funkstille. Ich erwarte nichts mehr, aber meine Einsamkeit ist stark.

    Was ich noch gerne erwähnen würde ist die Tatsache, dass ich ihn gebeten habe, eine Sexpause zu haben, da ich gerade so unter Stress stehe, dass ich keine Lust habe. Sonst ist es so, dass wir meist von ihm ausgehend mind jedes 2. Mal, wenn wir uns sehen im Bett landen. Er akzeptiert es, will mich dafür aber auch nicht küssen oder zusammen übernachten oder an den Baggersee gehen. Eben nichts erregendes. Ich bin traurig, auch wenn ich nicht weiß, ob mir das zusteht, immerhin hab ich auch eine Forderung gestellt.

    Ich liebe ihn wirklich. Oder bin abhängig Ich befürchte sowas zu unterscheiden fällt mir schwer. Gibt es eine Chance? Hat jemand Tipps? Übertreibe ich womöglich einfach? Aufgrund fehlender Erfahrungen außerhalb dieser Beziehung kann ich noch schlechter beurteilen wie es sein sollte. Erschwerend kommt hinzu, dass ich nicht wirklich unterscheiden kann, ob ich wegen ihm so traurigbin oder wegen meinen Depressionen. Diese 2 Jahre gehörten sicher nicht zu den besten meines Lebens, doch es liegt womöglich nur an mir.
     
  • Versus
    Versus (24)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    21 Juni 2015
    #2
    So in Etwa erging es mir in meiner letzten Beziehung.
    Obwohl meine gesamte Liebe und Aufmerksamkeit dieser Person galt, hatte sie immer andere Dinge im Kopf.
    Das Problem an der Sache?
    Die Zeit, die wir hatten, war wirklich richtig schön.

    Insofern kann ich dich sehr gut verstehen.
    Ich frage mich nur, ob du wirklich hören willst, was dir nun viele raten werden - denn ich wollte es nie hören.
    Nur weiß ich nicht, was wir dir sonst raten sollen.

    Du klingst als wärst du in deiner Beziehung nicht sehr glücklich.
    Auch wenn du ihn sehr liebst und er sich, wenn er dann Zeit hat, wirklich gut um dich kümmert - den größten Teil der Beziehung fühlst du dich alleine und bist unglücklich.
    Dabei ist das doch eigentlich genau der Punkt, den man erwartet: Glück in einer Beziehung, jeder Tag ist ein reines Paradies.

    Daher muss ich dir den selben Rat geben, wie der, den ich selbst bekommen habe:
    Egal, wie glücklich er dich an einem Tag oder in einem Moment macht - das Leid, das dich drumherum begleitet, wird vermutlich nicht aufhören.
    Und dann musst du dich fragen, ob es dir das wirklich wert ist?

    Insgesamt will ich nochmal deine Frage aufgreifen:
    In meinen Augen übertreibst du nicht, nein.
    Und diese Beziehung zu hinterfragen ist komplett verständlich und ich glaube da wird dir niemand hier etwas anderes raten.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Glück der Welt!
     
    • Hilfreich Hilfreich x 2
  • User 151960
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    22 Juni 2015
    #3
    Ich sehe das genauso wie Versus. Es scheint als würdest du unglücklich sein auch wenn es Momente der Freude bzw des Glücks gibt. Daher fände ich es nur richtig über die gesamte Beziehung nachzudenken und dich wirklich zu fragen ob es das ist was du willst. Es gibt vielleicht ein paar Momente in denen du glücklich bist aber du musst auch das negative sehen. Es ist nicht richtig dass er mehr Freiheiten hat als du. Es ist auch nicht richtig dass du dich so alleine fühlst oder dass er dich nicht mehr küssen will nur weil du in einer Phase bist wo du keine Lust auf sex hast. Ich hatte in meiner Beziehung auch eine Zeit lang keine Lust darauf aber er hat es akzeptiert und wir haben weiter hin andere Dinge gemacht sowie auch küssen. Ich finde das ein bisschen kindisch von ihm dich nicht mehr zu küssen denn er sollte dich verstehen und dir halt geben in solchen Zeiten und nicht dann noch provozieren und sagen ne dann gibt es keine nähe mehr obwohl du das vielleicht gebrauchen könntest. Ich denke du solltest auch über das schlechte bei euch nachdenken und wenn das überwiegt vielleicht drüber nachdenken ob nicht eine pause oder Trennung besser für beide wäre
     
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • leyla19
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    in einer Beziehung
    24 Juni 2015
    #4
    Vielen Dank für eure beiden Antworten. Sie helfen mir sehr. Auch wenn ich (noch) nicht bereit bin mich zu trennen, gibt es mir mehr das Gefühl nicht "schuldig" zu sein, wenn die Beziehung kaputt geht.
    Ich sehe es auch nicht so, dass er dann schuldig ist, es wird dann einfach aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse nicht gepasst haben. Ich zweifle immernoch daran, dass ich vielleicht zu viel fordere/ erwarte, ich frage mich, ob mir das überhaupt jemand geben kann. So wie die Situation aber gerade ist, kann ich nicht weitermachen.
    Um selbst etwas zu ändern und mehr Klarheit über die Probleme zu bekommen (ob es meine oder unsere sind), werde ich schauen, ob ich erneut einen Therapieplatz bekomme. Ich möchte ausschließen, dass übersteigerte Ansprüche das Problem sind. Und eventuell alleine als Single oder Teil einer Partnerschafrlt wieder mehr für mich selbst sorgen zu können und mich weniger für meinen Freund aufzuopfern. Abzuwarten, ob sich was bessert, ist keine Lösung, das weiß ich.

    Also wirklich vielen Dank euch beiden, ihr nehmt mir zumindest meine Schuldgefühle, auch wenn ihr sicher nicht meine Entscheidung mir abnehmen könnt :smile:
     
    • Zustimmung Zustimmung x 2
  • Anna_Chie
    Ist noch neu hier
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    in einer Beziehung
    24 Juni 2015
    #5
    Warst du schon mal in Therapie? Ist die Diagnose offiziell?

    Er ist jedenfalls nicht dein Therapeut und nicht für deine Verfassung verantwortlich. Er kann vielleicht eine Stütze sein, aber deine Krankheit ist allen voran dein Problem. Und das musst du angehen, egal ob als Single oder in einer Beziehung.
     
  • leyla19
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
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    10
    in einer Beziehung
    25 Juni 2015
    #6
    Ja, ich war schonmal in Therapie, das hatte mir sehr geholfen und ich hab nach einer Zeit gedacht, es wird nie wieder so. Icb war dann auch ziemlich glücklich bis zum Beginn unserer Beziehung und mit dem Beginn der Einnahme der Pille, war es sehr viel schlimmer als je zuvor, weshalb ich die dann auch wieder abgesetzt habe.

    Genau das ist aber der Punkt, der mich stört. Die Möglichkeit, dass es überhaupt kein Problem gibt und ich alles kaputt mache. Grundlos. Auf jeden Fall wird eine erneute Therapie, sobald ich denn einen Platz bekomme, mir sicher helfen.

    Danke.
     
  • MarSara
    MarSara (35)
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    nicht angegeben
    25 Juni 2015
    #7
    Deine Beziehungsbeschreibung und die Gedanken, die du dir machst (ist das normal, übertreibe ich, sollte es nicht so und so sein oder sind nur meine Erwartungen zu hoch?) erinnern mich stark an meine erste Beziehung. Die war erst Anfang 20 und man hat in der ersten Beziehung eben nicht so den Plan, wie "es so normalerweise läuft". Man hat sich im Vorfeld gedanklich ausgemalt, wie es wohl mal sein würde, eine Beziehung zu haben. Und dann hat man eine und es ist ne Zeitlang gut, aber dann kippt es irgendwann und man versucht, damit klarzukommen. Vielleicht ist es normal, dass er mich nach so und so langer Zeit nicht mehr so aufregend findet? Dass er mir nicht täglich schreibt? Dass er sich nicht mehr übermäßig freut, wenn wir uns nach ein paar Tagen wiedersehen...? Fragen über Fragen und man verliert den Blick fürs Objektive.

    Wenn ich heute an diese (anderthalb Jahre dauernde) Beziehung zurückdenke, weiß ich nur: wenn ich auch nur ein wenig Beziehungserfahrung mitgebracht hätte, hätte ich diesen Kerl nach spätestens vier Monaten verlassen. Aber ich dachte, ich wäre nur empflindlich, hätte überhöhte Ansprüche oder falsche Vorstellung davon, wie "Beziehung" eben so läuft. :frown: Jetzt, mit mehr Erfahrung, weiß ich, dass er damals einfach nur empathie- und rücksichtslos war und mich als Selbstverständlichkeit hingenommen hat. Dass es nicht an mir und meinen Vorstellungen lag, sondern dass er sich verhalten hat wie ein Arsch und dass ich rechtzeitig aufwachen und die Konsequenzen hätte ziehen müssen (aber ich habe stattdessen immer nur an mir gezweifelt und gehofft, "wir" würden es schon irgendwie schaffen). Ich hab damals auch oft jeden Tag geheult und wusste nicht richtig (rational) warum, ich hab nur irgendwie gespürt, dass da was nicht richtig läuft. Ich will nicht sagen, er sei Schuld an deinen Depressionen, aber förderlich ist sein Verhalten auf keinen Fall.

    Mein Rat: schraub deine Ansprüche nicht runter, weil du glaubst, dass sie unrealistisch sind. Sind sie nicht. Es gibt sehr viele tolle Männer da draußen, auch wenn du es mir in deiner jetzigen Situation vermutlich nicht glaubst (hätte ich mir damals auch nicht geglaubt). Sag deinem Freund, was du von ihm erwartest und wenn er sich weiter rücksichtslos verhält, sage ihm, dass die Beziehung für dich so nicht weitergehen kann. (Ich wünschte jedenfalls, ich hätte damals so gehandelt und jemand hätte mir diesen Typ gegeben bzw. mich in der Idee bestärkt).
    Alles Gute!
     

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