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***mal wieder meine brühmt berüchtigten Geschichtshausaufgaben***

Dieses Thema im Forum "Off-Topic-Location" wurde erstellt von Chacaline, 27 Januar 2007.

  1. Chacaline
    Chacaline (27)
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    Ich stehe mal wieder vor der gleichen Barriere... mein Geschichtslehrer will jetzt auf den letzten Drücker noch Noten sammeln und ich steh da wie der Ochs vorm Tor :zwinker:

    Ich habe mal wieder 2 Quellen bekommen, die ich unter anderem auch durch diese beiden Aufgaben, beleuchten soll...

    mein Kopf raucht schon seit heute Vormittag, und ich denke, ich bin auf einem guten Weg zu der Bearbeitung der Aufgabenstellungen...
    Nachdem ich letztens schon auf solch erfolgsversprechende Kommentare von euch gestoßen bin, die wirklich sehr zu der Bearbeitung der Aufgaben beigetragen haben, wollte ich euch abermals um ein paar Hilfestellungen bitten.

    Nach dem letzten Thread konnte man meinen Kopf förmlich leuchten sehen und die Tastatur schepperte nur so :zwinker:
    VIELEN DANK dafür nochmal!!! IHR SEID TOLL!!! :smile:

    2. Beleuchten Sie den jeweiligen historischen Hintergrund!
    3. Ermitteln Sie Napoleons Motive bei der Umgestaltung Europas und die Gründe für die ungleiche Behandlung der deutschen Staaten! Setzen Sie sich damit auseinander, ob diese Art der Politik erfolgsversprechend sein kann!


    a) Anweisungen Kaiser Napoleon für den König von Westfalen 1807:

    Mein Bruder... Ihr Thron wird in der Tat nur auf dem vertrauen und der Liebe Ihrer Untertanen befestigt sein. Was aber das deutsche Volk am sehnlichsten wünscht, ist, dass diejenigen, die nicht von Adel sind, durch ihre Fähigkeiten gleiche Rechte auf Ihre Auszeichnungen und Anstellungen haben, damit jede Leibeigenschaft und vermittelnde Obrigkeit zwischen dem Souverän und der untersten Volksklasse aufgehoben werde. Ihr Königtum wird sich durch die Wohltaten des Code Napoleon, durch das öffentliche Gerichtsverfahren und die Einführung des Geschworenengerichtes auszeichnen... Ihr Volk muss sich in seiner Freiheit und Gleichheit eines Wohlstandes erfreuen, die den übrigen Völkern Deutschlands unbekannt sind. Eine solche liberale Regierung... wird eine mächtigere Schranke gegen Preußen sein als die Elbe, als alle Festungen... Welches Volk wird zu der willkürlichen preußischen Regierung zurückkehren wollen, wenn es einmal von den Wohltaten einer weisen und liberalen Verwaltung gekostet hat?

    F.M. Kircheisen (Hg.), Briefe Napoleons 1., Band 2, Stuttgart 1910, S. 246 f.

    b) Besatzungspolitik. Weisung Napoleons 1806 an den franz. Gouverneur von Kurhessen:

    Entwaffnen Sie das Land durchaus, dass nicht eine Kanone, nicht eine Flinte darin bleibe. Im Übrigen kann man das Land mit Milde behandeln; allein, wenn sich die geringste Bewegung irgendwelcher Art zeigt, geben Sie ein fürchterliches Beispiel. Das erste Dorf, welches sich muckst, soll geplündert und verbrannt werden.

    Zit. Nach: Gespräche mit Napoleon, hrsg. V. F. Sieburg, München 1962. S. 83 f..
     
    #1
    Chacaline, 27 Januar 2007
  2. Chacaline
    Chacaline (27)
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    hm... *hilferufend guck*
     
    #2
    Chacaline, 28 Januar 2007
  3. Chimaera
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    Da sich sonst keiner meldet, geb ich mal meinen Senf dazu.

    Ich hab aber auch nur noch mein erbärmliches Schulwissen. Bin zwar Geschichtsstudent, aber meine Kenntnisse darüber sind noch eher *G* oberflächlich...

    Nun zuerstmal wurde das Königreich Westphalen (König: Brüder Napoleons, Jerome Bonaparte) ja erst 1807 (Friede von Tilsit, Ende des vierten Koalitionskrieges Russland/Preußen gegen Napoleon) aus verschiedenen vorherigen Territorien (Kurhessen,Hzgt. Braunschweig, Fürstentum Osnabrück, Teile Preußens, Sachsen, Hannovers gebildet (nach dem Tilsiter Frieden). Vorher, ab 1806 wurde Kurhessen ja erstmal von den napoleonischen Truppen besetzt (daher auch die brutale Ausdruckweise im 2.Text, noch war es Feindesland) bis es dann schlieslich zum Königreich Westphalen kam

    Somit ist die zweite Quelle schonmal zeitlich vor der ersten einzuordnen. Im folgenden wurschtel ich mich mal durch Wikipedia und bring noch eigene Gedanken ein.

    Im Juli 1806 sagten sich ja 16 süd- und westdeutsche Reichsstände formell vom Reich los und schlossen sich in einer Konföderation zusammen, als deren „Protektor“ Napoleon fungierte (System "divide et impera" -Teile und Hersche"). Nur kurz zuvor hatte Franz II (Habsburger) seine Kaiserkrone niedergelegt, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ward damit aufgelöst und am Ende.

    Der Rheinbund war dabei hauptsächlich ein Militärbündnis:

    Die deutschen Staaten mussten große Kontingente an Truppen an Napoleon stellen, dafür bekamen sie Standeserhöhungen ( Baden, Hessen-Darmstadt, Herzogtum Kleve und Herzogtum Berg zu Großherzogtümern, Württemberg und Bayern zu Königreichen).

    Dazu kamen für die Rheinbundstaaten noch die Vorteile der Mediatisierung und Säkularisierung

    (kleinere unabhängige Reichsstände verloren die Unabhängigkeit und wurden einem größeren Staat einverleibt, begründet wurde das unter anderem auch als Entschädigung für die größeren Staaten für die Verluste der ehemaligen linksrheinischen Besitzungen im heutigen Frankreich (Württemberg verlor z.B. Mömepelgard/Montbeliard und Reichenweiher)).

    Resultat des Rheinbund (wörtlich von Wikipdia übernommen)

    Auch wenn man das Rheinbundsystem primär als „ein System der Ausbeutung und Unterdrückung“ (Thomas Nipperdey) bezeichnen kann, brachte es doch für Deutschland einen ungeheuren Modernisierungsschub. Neben einer radikalen Vereinfachung der Landkarte (der bunte "Flickenteppich" des fast tausendjährigen Heiligen Römischen Reiches und die damit verbundenen Partikularmächte verschwanden) brachte es eine Garantie bürgerlicher Rechte (Code Civil) und eine durchgreifende Modernisierung in Wirtschaft und Verwaltung.


    So die Intention der napoleonischen Politik war natürlich erstmal den französischen Einfluss in Deutschland zu sichern.

    Der Rheinbund war ein Satellitenstatengürtel, der als Puffer, ich sag mal hauptsächlich vor Russland und Preußen und Österreich schützen sollte, obwohl die beiden letzterern ja jetzt eigentlich besiegt waren (Preußen hatte 50 seines Gebietes verloren). Gleichzeitig war er Truppenlieferant.
    zusätzlich kontrollierte Napoleon auch die Handelpolitik mit (Sicherstellung der Kontinentalsperre gegen England).
    ursprünglich sollten die Rheinbundstaaten auch noch gemeinsame Verfassungorgane erhalten (ging nicht, weil sich die großen wie z.B Württemberg, und Bayern weigerten)

    Nun, die Politik Napoleons im Rheinbund war zwiegespalten:
    Einerseits wollte man den Deutschen dort die Bürgererchte, Gewaltenteilung et cetera bringen(siehe Quelle I) um sie an Frankreich zu binden und Sympathie zu schaffen, andererseits war es ja immer noch "Nicht-Franzosen", die an Frankreich Abgaben (in dem Sinne Soldaten) zu liefern hatten, und die wurden mit Gewalt herausgepresst (und hier hätten wir das nächste prinzip: "Zuckerbrot und Peitsche".

    ich zitier mal wieder Wikipedia:
    Wie gesagt: Motive = Schutz, Truppenlieferant, Vergrößerung der Einflussshäre (--> die neuen Staaten können ja auch nicht mehr völlstandig eutonom Handeln, -> Kontinentalsperre)

    Bewertung:
    Kann man machen, auf Dauerr aber zu riskant. Die gebotenen Freiheiten wiegen die Abgaben nicht wieder auf (wiviele Soldaten kamen doch gleich aus Russland wieder???!!!) Langfristig sind Aufstände vorprogrammiert. Und allein wenn man grundsätzlich einen halben Polizeistaat (der ja dem liberalen System wieder entgegensteht) lohnt sich das gane Ding nicht..
     
    #3
    Chimaera, 28 Januar 2007
  4. Chacaline
    Chacaline (27)
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    vielen vielen Dank... habe auch schon einiges zusammen gesammelt :smile: und hoffe nun, dass ich da etwas produktives zu den Aufgabenstellungen schreiben kann :zwinker:
     
    #4
    Chacaline, 28 Januar 2007
  5. Chimaera
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    Verheiratet
    Oki-doki...


    Dann wünsch ich eine dir "angenehme" Bewertung durch den schulischen "Zensoren".....
     
    #5
    Chimaera, 28 Januar 2007
  6. Chacaline
    Chacaline (27)
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    die beiden Quellen sind für mich wirklich :kopfschue
    ich bin nich wirklich zufrieden mit meinen momentanen Resultaten...
    aber vielleicht hat ja jemand von euch noch ein paar treffliche Ideen zur Verbesserung...
    ich kämpfe schon das ganze WE mit den Quellen und den dazugehörigen Aufgaben *seufz*
    ach ja... meiner einer und Geschichte... das kann nur schief gehen :zwinker:

    PS. 3.Aufgabe folgt demnächst... möchte es noch ein wenig überarbeiten und weiter recherchieren bevor ich es online stelle...


    1.a)
    In der vorliegenden Sekundärquelle „Anweisungen Kaiser Napoleons für den König von Westfalen 1807“, appelliert er an diesen, dem deutschen Volk den Wunsch nach einer Gleichberechtigung von Adel und Bürgertum zu ermöglichen. Napoleon besteht auf Veränderungen und macht auf den Code Napoleon, und auf das damit verbundene öffentliche Gerichtsverfahren und auf die Einführung des Geschworenengerichtes, aufmerksam. Seiner Meinung nach wären diese Tatsachen überaus förderlich für das Königtum. Ebenso sieht er solch eine Gleichberechtigung als treffliches Mittel, die Stärke und den Zusammenhalt im Land zu festigen. Auch in der Zukunft wird seine Politik die herrschende sein.

    1.b)
    In der zweiten Sekundärquelle „Besatzungspolitik. Weisung Napoleons 1806 an den franz. Gouverneur von Kurhessen“, gibt er dem Gouverneur die Anweisung alle Waffen aus dem Land zu verbannen. Sollte es dabei Rebellen geben, sollen sie vernichtet werden.

    2.a)
    Um 1800 bestand das Heilige Römische Reich aus einem Sammelsurium von 250 unabhängigen Fürstentümern. Nur zwei Mächte überragten den Rest: das katholische Österreich mit dem Haus Habsburg, das auch den Kaiser stellte, und das protestantische Preußen. Beide hatten ihr Schwergewicht im Osten und ihre Territorien dehnten sich weit über die Reichsgrenzen hinaus. Österreich war mit dem Königreich Ungarn vereinigt, das es von den Türken befreit hatte. Preußen hatte vom Deutschen Orden Ostpreußen geerbt, das nicht zum Reich gehörte. Zusätzlich hatten beide mit Russland zusammen Polen unter sich aufgeteilt, das 1795 ganz von der Landkarte verschwunden war. Die Mehrzahl der Kleinstaaten lag in Westdeutschland auf dem Territorium der späteren Bundesrepublik. Ihnen gab Napoleon zum ersten Mal eine Form. Um die vielen Fürsten für die Verluste zu entschädigen, die sie durch die französische Annexion des linken Rheinufers erlitten hatten, beschloss ein Reichsdeputationshauptschluss die Abschaffung der geistlichen Herrschaft und freien Städte und die Reduzierung der Länder auf ein überschaubares Maß. Diese schlossen sich 1806 zum Rheinbund zusammen und unterstellten sich dem Protektorat Napoleons. Folgerichtig erklärte Franz II. die Krone des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation nieder, nachdem es fast tausend Jahre, bestanden und nie wirklich funktioniert hatte. Es war ein amorphes Gebilde, ungeheuer überlebensfähig auf niedrigstem Niveau. An seine Stelle traten die Errungenschaften der Französischen Revolution: der Code Napoleon, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Religionsfreiheit, eine ordentliche Verwaltung, etc. Die Formierung des Rheinbundesbedeutete den ersten Versuch einer deutsch-französischen europäischen Union unter französischer Führung und dem Einfluss Westdeutschlands und Ausschluss Preußens und Österreich.

    2.b)
    Vor dem Zusammenschluss zum Rheinbund, wurde Kurhessen 1806 erstmals von den napoleonischen Truppen besetzt. Dies macht die Quelle vor allem durch ihre brutale Ausdrucksweise deutlich. Zu dem Zeitpunkt galt Kurhessen noch als Feindesland, bis es dann schließlich zum Königreich Westfalen kam. Napoleons Plan war es das Land zu besetzen, zu entwaffnen und eigene Mittelmänner bzw. Marionetten als Regierung einzusetzen. Gelang dieser Plan einmal, hatte Napoleon automatisch die Kontrolle und die Macht des Landes.


    Vielen Dank an mein liebes liebes FORUM und natürlich deren Mitgliedern, schon mal im voraus :smile: :herz:
     
    #6
    Chacaline, 29 Januar 2007

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