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    16 November 2016
    #1

    MamaMarple 2.0 - ein Geschwister für die Kröte

    Liebes kleines Alpenmännchen, dieses Tagebuch ist nur für dich. Eigentlich habe ich keine Zeit für ein Schwangerschafts-Tagebuch... nein stopp, falsch - ich habe sie, muss sie mir nur nehmen. Du hast dieses Tagebuch verdient. Deine Schwester hat auch eines bekommen und wir sollten versuchen fair zu bleiben.

    Ursprünglich war das Brutprojekt erst für Ende nächsten Jahres geplant - frühestens. Dein alter Herr hat aber nun doch ein bisschen Druck gemacht und ja, schlussendlich hatte er die besseren Argumente und in einem schwachen Moment in den französischen Alpen hatte er mich dann soweit. Drei Zyklen hatten wir ausgehandelt. Drei Zyklen Feuer frei und schauen was passiert. Falls nichts passiert wäre, hätten wir erst wieder im Herbst 2017 weitergemacht, wie geplant. Das war der Kompromiss, mit dem wir beide gut leben konnten.
    Den einen perfekten Zeitpunkt gibt es eh nicht. Ob ich ein halbes Jahr früher oder später befördert werde, noch ein Jahr länger Leistungssport mache oder nicht... Ob wir ein Haus haben oder mit dir noch eine Weile in der dann ziemlich beengten Wohnung ausharren - alles keine Gründe. Ich bin keine 25 mehr. Wenn du im Juli zu uns kommst, werde ich 36 Jahre alt sein. Nicht wirklich alt, vom Hals abwärts gehe ich noch als 29 durch und mein Hirn ist irgendwie immer noch 18. Ich bin gesund und wirklich gut erhalten, aber ob meine Eierstöcke das auch sind, das weiß keiner so genau. Daher sollte man in diesem hohen Alter besser keine Eier mehr ungenutzt lassen, wenn man grundsätzlich noch Nachwuchs will und es "nur" um den richtigen Zeitpunkt geht.

    Mit meinen Eiern war das so eine Sache. Deine Schwester war eine Art One-Hit-Wonder gewesen und die ganzen letzten Jahre habe ich den Wunsch nach einem zweiten Kind ruhigen Gewissens auf die lange Bank geschoben. In meiner Familie mütterlicherseits (ha! in deiner Familie mütterlicherseits, so ist's richtig!) haben alle Frauen relativ spät, mit knapp 40 oder sogar deutlich drüber noch einmal ein Kind bekommen, daher habe ich nie bezweifelt, dass das bei mir auch klappen würde. Zumal ich einen fast lehrbuchmäßigen Zyklus habe, trotz dass ich meinem Körper einiges abverlange, viel zuviel Sport treibe, unregelmäßig esse und schlafe und doch einigem Stress ausgesetzt bin.
    Grundsätzlich war ich also sehr zuversichtlich, was das Projekt betraf. Genau bis zu dem Moment, als es ans Werk ging. Ab da bin ich fast durchgedreht. Ich bin so dankbar, dass es auf Anhieb geklappt hat, wahrscheinlich hätte ich ganz schnell den Verstand verloren. Keine Ahnung wie viele Schwangerschaftstests und Ovu-Orakel ich in den letzten beiden Wochen verbraten habe, irgendwann habe ich nicht mehr gezählt. Das Ding war, dass ich mir recht bald nach dem Eisprung sicher war, dass da was gehen könnte. Meine Möpse waren schon bei ES+2 so empfindlich wie sonst nur kurz vor der Regel, bald darauf war ich gebläht und musste in einem fort aufstoßen. Bei ES+5 dann eine kleine Blutung, winzig nur. Aber wenigstens die konnte ich mir nicht einbilden, daran gab es nichts zu rütteln, die war Fakt. Und nach bald einem Vierteljahrhundert Menstruationserfahrung ohne eine einzige Zwischen- oder Schmierblutung hätte es schon mit dem Teufel zu gehen müssen, wenn das keine Einnistungsblutung gewesen wäre. Bei deiner Schwester hatte ich sehr früh, nur neun Tage nach dem Eisprung, positiv getestet. Damit habe ich dich / mich / uns ein bisschen unter Druck gesetzt, entschuldige bitte. Letzte Woche Samstag, ES+12/13 (so ganz genau weiß ich es diesmal nicht) habe ich dann einen gaaanz schwach positiven Test zustande gebracht. Ganz schwach. Die Tage darauf immer etwas stärker und bei der lange vorher vereinbarten Routine-Vorsorge bei der Gyn am Montag dann war bei 4+1 ein winziger Ansatz einer Fruchthöhle zu sehen. Die vielen negativen Tests bis dahin haben mich erschreckend nahe an den Hibbel-Wahnsinn gebracht. Unfassbar. Allen rationalen Argumenten zum Trotz :kopfwand:. Nicht nur, dass mich meine Ungeduld einen weiteren Übungszyklus nur schwer hätte ertragen lassen - vor allem wäre ein großes Stück des Vertrauens in meinen Körper und meine Instinkte auf der Strecke geblieben. Oh, ich war mir so sicher, dass du dich eingenistet hattest und jedesmal wenn der Streifen weiß blieb, war das ein Schlag ins Gesicht und ich fühlte mich so verarscht. Rein statistisch war die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer auf Anhieb ja unter 20% und wir sind natürlich auch jetzt noch nicht aus der Gefahrenzone. Aber ich funktioniere und habe mir das alles nicht eingebildet, das ist so schön :ashamed:.
    So ganz begriffen habe ich es noch nicht. Untenrum hab ich Rücken und obenrum ein bisschen Hollywood, ich bin schneller außer Atem und dauernd hungrig. Mehr ist von dir noch nicht zu spüren, aber wir sind ja auch erst bei 4+3 heute. Deine Schwester weiß noch nichts von dir, aber ich kann dir versprechen, sie wird sich freuen und furchtbar aufgeregt sein. Seit langem wünscht sie sich so sehr eine kleine Schwester. Bruder ist auch recht, aber sei gewarnt, sie wird ein strenges Regiment führen und dich ordentlich einnorden. Deine Schwester ist der Hammer, freu dich, du wirst sie lieben!
     
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    23 November 2016
    #2
    5+2

    Wie ist die Lage? Geht's dir gut? Du lässt mich wenig von dir spüren, das verunsichert mich etwas. Bisschen empfindliche Brüste, aber undramatisch, kaum noch Rückenschmerzen. Kaum mehr als ein schwacher Abklatsch der letzen Woche, das war PMS de luxe dagegen. Wüsste ich es nicht besser, ich käme derzeit nicht auf die Idee schwanger zu sein.
    Gestern bin ich auf der Arbeit am Schreibtisch kurz weggeknackt, mittags um eins... Das wars aber auch schon. Ich bin nur geringfügig müder als sonst, geht noch alles ganz gut.

    Ansonsten denke ich, lassen wir diese 6. Woche mal halbwegs entspannt rumgehen und schauen, was sie so bringt. Bei deiner großen Schwester brachte sie die Übelkeit. Davon ist bislang so gar nichts in Sicht. Im Gegenteil. Ich befürchte, diesmal ist es soweit. Diesmal werde ich fett. Du darfst mich ruhig für ein bisschen eitel halten, aber der Gedanke daran stört mich tatsächlich. Sorry.
    Zusammenreißen kann ich mich nicht, denn ich habe keinen Appetit oder seltsame Gelüste. Nichts, dem man mit Ablenkung beikommen oder was man mit gesundem und weniger energiereichem Essen kompensieren könnte. Nein, ich habe HUNGER. Richtigen, echten Hunger mit Magenknurren und -schmerzen im Stundentakt. Schon im Normalzustand kann ich ordentliche Portionen verdrücken, die manchen Mann erblassen lassen. Aber das gerade... Es ist ein fast verzweifeltes Fressen, als ob es kein Morgen gäbe und ich sterben müsste, wenn ich nicht sofort und auf der Stelle nachlade.
    Solange mir einigermaßen wohl ist, halte ich mit Sport dagegen, so gut ich kann. Dann werde ich wenigstens eine fitte Fette. Laufen müssen wir leider heimlich, meine neue Ärztin rät vom Rennen in den ersten drei Monaten ab. Wegen der Erschütterungen. Nachdem ich mir ein paar Stunden lang einen Kopf gemacht habe und jetzt die Seiten der Deutschen Sporthochschule zum Thema Sport und Schwangerschaft auswendig kann, laufen wir zwei einfach weiter. Gut für dich, gut für mich. Und die Bremse hast du eh schon fester angezogen als mir lieb ist. Regelt sich alles von ganz alleine. Aber so lange es so mild bleibt, könnten wir fürs gute Gewissen auch noch Radeln, wenn dein Papa endlich mal am Mountie nach den Bremsen schauen würde, wie versprochen...
    Heute früh bin ich beim Laufen an den "Amtlichen Bekanntmachungen" vorbeigekommen, also an diesem schwarzen Brett, wo sie hier auf dem Dorf die Verstorbenen anschlagen. Seit Jahren habe ich da nicht mehr drauf geschaut, aber just heute stach mir eine Anzeige ins Auge. Walter ist tot. Walter war ein alleinstehender älterer Herr, der in dem Dornröschen-Haus wohnte, das deine Schwester und ich seit Monaten ansabbern. Es liegt nur 300 Meter von der Schule entfernt und jedesmal, wenn wir daran vorbeiliefen, haben wir uns ausgemalt, was wir Schönes mit diesem alten Haus anstellen könnten... Jetzt also steht es leer und da Walter, soweit ich das bisher eruieren konnte, keine unmittelbaren Angehörigen hat, wird es wohl über kurz oder lang verkauft werden . Mensch, Kerlchen, das wäre doch was, oder?

    Nächste Woche bin ich wieder beim Doc. Mit ein bisschen Glück sieht man dann schon dein Herz schlagen und du wirst ein Stückchen realer für mich. Heute Nachmittag musste ich doch tatsächlich nochmal nen Test machen, einfach weil ich immer wieder vergesse, dass du da bist oder es noch nicht so ganz glauben kann. Bleib einfach und versuch dich so zu drehen, dass wir dich und dein Herz gut sehen können. Wenn dann alles gut ist, können wir es deiner Schwester sagen. Lange verheimlichen ist eh nicht drin - sie hat die Tage schon von Mama mit Bauch geträumt und heute meinte sie auch wieder, mein Bauch sei so dick als ob ein Baby drin sei. Übel, ich hatte zwar schon davon gehört, dass es sich in der zweiten Schwangerschaft eher wölbt, aber so früh? 6. Woche, wtf?!
     
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    30 November 2016
    #3
    SSW 7
    Nummer zwei, sorry. Ich werde dich künftig nicht mehr so sehr persönlich ansprechen in diesem Tagebuch. War ein Versuch, ich dachte, ich komme dir irgendwie näher damit, aber ist nicht... Es ist einfach nicht mein Ding, direkt mit etwas zu kommunizieren, was keinen halben Zentimeter groß ist und eher wie ein durchsichtiges Seepferdchen ausschaut als wie ein Mensch. Sei nicht sauer. Du darfst das Tagebuch trotzdem lesen, wenn du alt genug dafür bist.

    Wenn ich eines gelernt habe in den letzten Wochen, dann dass ich bei weitem nicht die coole Socke bin, für die ich mich immer gehalten hatte. Ich war immer sehr rational - Romantik, Gefühlsduselei und überschäumende Emotionen in welche Richtung auch immer, waren nie mein Ding gewesen. Vor allem war ich mit gesundem Optimismus gesegnet und über weite Strecken echt angstfrei.
    Das hat sich mit Ankunft der Kröte vor sieben Jahren schlagartig geändert. Zum einen natürlich im direkten Bezug auf mein Kind, was ja nur normal ist. Aber auch mein eigenes Leben betreffend, beim Klettern oder Autofahren etwa, schließlich ist es nicht mehr nur mein eigener Arsch, um den es geht. Die Kröte soll nicht ohne Mutter... egal.
    Was ich eigentlich sagen will: ich liebe viel intensiver seit sie da ist, das ist so viel heftiger als ich es jemals erwartet hatte. Und natürlich habe ich auch Ängste. Andere und mehr davon. Nicht schön. Wenn Nummer Zwei hier ist, wird sich hoffentlich die Liebe verdoppeln (vorstellen, dass ich jemals einen Menschen vergleichbar lieben kann wie sie, kann ich mir gerade noch nicht, aber zumindest behaupten die ganzen Mehrfachmütter gerne, es sei so), bislang verdoppeln sich aber nur die Ängste. Ich bin ein ziemlicher Kontrollfreak, nicht unbedingt in dem Sinn, dass ich ständig technische Beweise, Zahlen etc. brauche. Aber irgendwas, was mir zeigt und das Gefühl gibt, dass alles gut ist, wäre schon schön. Um zur Sache zu kommen:

    Heute gab es die erste VU, eigentlich alles in Ordnung. Rechnerisch bin ich bei 6+3, sonografisch bei 6+1, schöner Dottersack und ca. 3-4mm großer Embryo, schlecht darstellbar, weil ziemlich an die Wand gequetscht.
    Kann schon sein, dass der ES ein, zwei Tage später war. Immerhin hatte ich zwar samstags einen fraglich positiven Ovu, für Sonntag war keiner mehr über, Montag war es mir zu blöd einen neuen zu kaufen, aber ich war immer noch nass wie Sau. Gut, dass wir da noch einen eher mäßigen Quickie zustande gebracht haben, richtig Bock hatte keiner von uns mehr gehabt . Also gut möglich, dass der ES erst Montag oder Dienstag war.

    Ich wusste ja schon vorher, dass bei 6+3 nicht unbedingt ein Herzschlag erkennbar sein müsste, erst recht nicht bei 6+1. Trotzdem hatte ich ihn mir natürlich gewünscht - auch wieder in dem Bewusstsein, dass auch der Nachweis der Herzaktion keine Garantie ist. Ich weiß, dass ein oder zwei Tage in diesem frühen Stadium einen riesigen Unterschied machen können. Ich weiß, dass alle Werte im Normbereich sind. Ich weiß, dass das Risiko für einen Spontanabort bis 35 eigentlich super gering ist. Ich weiß auch, ich habe eine erfahrene und sehr gute Ärztin. Sie ist völlig entspannt und hat mich erst für die Weihnachtswoche wieder einbestellt, dann Anfang SSW 10 - keinerlei Bedarf für eine frühere Kontrolle. Und dennoch. Jetzt habe ich zwar meinen ersten Eintrag im zweiten Kapitel des Mutterpasses, habe einen langweiligen runden Dottersack gesehen und irgendwas daneben, was angeblich ein Embryo sein soll. Schwanger fühle ich mich trotzdem nicht und ich traue mich auch nicht mich zu freuen, was wirklich schade ist. Gestern habe ich schon wieder auf einen dieser doofen Tests gepinkelt - immerhin hab ich jetzt diese unmittelbar sofort erscheinende, fette dunkle Testlinie, so wenig Aussagekraft sie auch hat. Mehr gibt es nicht. Mir ist nur wenig übel, vor allem wenn der Magen leer ist. Erbrechen musste ich noch nicht und auch sonst ist wirklich alles gut. Ab und an ein Zwicken und Zwacken als kleiner Gruß aus dem Uterus. Das wars.
    Es fällt mir extrem schwer zu glauben, dass auch innen drin alles gut ist, wenn so wenig zu spüren ist im Vergleich zu der Krötenbrüterei damals. Es ist die Hölle für mich die Kontrolle abzugeben, einfach der Natur ihren Lauf zu lassen und zu warten. Warten... Gott, wie ich das hasse. Mit der ganzen Weihnachtsscheiße um mich herum kann ich auch nichts anfangen, das ist nichts womit ich mich ablenken könnte.
    Arbeiten wäre ne Idee, aber ich soll zum einen nicht noch mehr Überstunden aufbauen und zum anderen fallen mir gerade die Nachtdienste doch recht schwer im Moment, also nix was ich freiwillig noch zusätzlich machen wollte.
    Ach keine Ahnung, alles irgendwie doof gerade.
    Mein Kopf ist sehr chaotisch heute und irgendwo ist es auch unbegründetes Jammern auf hohem Niveau. Entschuldigung.

    Edit: Demut. Das Wort hatte mir vorhin gefehlt. Demut und Geduld.
    Vielleicht lern ich das noch in meinem Alter. Demut und Geduld, irgendwie auch schön.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30 November 2016
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    5 Dezember 2016
    #4
    7+1, SSW 8

    Da haben wir ihn, den Salat. Kaum hatte ich meinen letzten jämmerlichen Tagebuch- Eintrag geschrieben, war sie da, die Übelkeit. Eine Woche später als bei Madame, aber dafür umso hässlicher. Ich hatte komplett verdrängt wie gemein das ist. Erbrechen muss ich bislang nur 1-2x täglich, aber das macht es nicht besser. Nach dem letzten Nachtdienst war ich so zerstört wie lange nicht, saß nur noch heulend mit meinem Kotzeimer auf dem Boden und habe mir geschworen, das wird meine letzte Schwangerschaft sein. Kind Nummer 3 kann er sich abschminken. Im Moment komme ich kaum von der Couch hoch, 2 kg und der Blähbauch sind weg, aber mit ihnen auch jede Kraft und Energie. Vomex hilft leider gar nicht, da hatte ich echt große Hoffnungen reingesetzt. Dazu kommen bohrende Kopfschmerzen und Schwindel, keine Ahnung wieviel davon hormonell bedingt ist und wieviel der Flüssigkeitsmangel beiträgt. Aus Belgien hab ich mir jetzt Agyrax bestellt, was in Deutschland aus ökonomischen Gründen nicht mehr vertrieben wird. Vielleicht hilft das. Wenn ich länger ausfalle bei der Arbeit, muss ich es jetzt schon sagen. Das würde ich gern vermeiden. Aber Kotzen und ständiges Straucheln kommen dort auch nicht gut und ich habe den Eindruck, am PC wird es nur noch schlimmer.
    Wenn sie wenigstens einen echten Sinn hätte, diese Übelkeit. So ist doch kacke.
     
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    13 Dezember 2016
    #5
    SSW 9, 8+2

    Gerade fühle ich mich ein bisschen außerkörperlich. Zumindest aber stecke ich nicht in meinem eigenen Körper, sondern in dem einer sehr alten und sehr kranken Frau.
    Wir neigen ja alle dazu, weniger schöne Erinnerungen zu vergessen oder sie im Nachgang schönzureden. In meiner Erinnerung (und erst recht in der meines Umfelds) hatte ich mit der Kröte damals eine traumhafte Schwangerschaft. In weiten Teilen ist das sicher richtig - ich war bis zum Ende fit, hatte keine Probleme mit Wassereinlagerungen oder Rückenschmerzen und der Bauch war auch eher kompakt. Die hässlichen ersten Wochen hatten wir alle verdrängt. Vielleicht trifft es mich aber diesmal auch einfach mehr, weil ich tatsächlich nen Tacken älter bin und einen sehr fordernden Job und eine Erstklässlerin zu versorgen habe, was beides damals so nicht der Fall war.
    Jedenfalls bin ich echt im Sack gerade und dieser Zustand guter Hoffnung trägt ganz klar das Prädikat "nicht empfehlenswert", falls mal jemand fragen sollte ob es sich lohnt...

    Zu der leidigen Übelkeit und dem normalen Schwangerschaftserbrechen, was mich so schon erheblich geschlaucht hatte, gesellte sich dann letzte Woche noch ein wirklich fieser Magen-Darm-Infekt, der der Reihe nach die ganze Familie niederstreckte. Mich zum Schluss. Natürlich. Zunächst muss Muttern ja, egal wie dreckig es ihr geht, sich um Mann und Kind kümmern. Dann, wenn der Mann wieder arbeitet bzw. in diesem Fall am Samstag mit seinen Jungs auf Tour ist, darf sie selbst krank werden. Ich hatte einen halbwegs guten Abend gehabt, nach vier Sitzungen Akupunktur und zwei Tagen mit Agyrax hatte ich ein qualitativ fast normales Abendessen bei mir behalten, wenn auch nur ne Kinderportion. Kurz vor Mitternacht bin ich mit extremer Übelkeit aufgewacht und habe den Rest der Nacht neben dem Klo auf dem Boden verbracht, kotzend im Viertelstundentakt. Jeder Schluck Wasser kam nach wenigen Minuten wieder raus, im Anschluss gefühlt literweise Galle, irgendwann blutig. Dazu Schüttelfrost und Schweißausbrüche im Wechsel. Ab sechs Uhr früh feuerte ich dann aus allen Rohren, ehe ich völlig zerstört um sieben wieder ins Bett ging - halbe Stunde später war die Kröte fit. Inzwischen geht es wieder, die Übelkeit hält sich auf Normalniveau und Erbrechen musste ich nicht mehr. Nur mein Magen ist noch super empfindlich und ich tu mich sehr schwer die Flüssigkeitsverluste auszugleichen, bin immer noch bei rund 57 kg - das ist etwas weniger als mein Wettkampfgewicht und 2-3 kg unter Ausgangsgewicht. Ich bin ein sparsamer Diesel, verliere nur schwer Gewicht und nehme zumindest in unschwangerem Zustand schnell zu, daher macht mir das wenig Sorgen. Das meiste dürfte Wasser sein, daher fühl ich mich auch so elend.

    Meine Schwester habe ich notgedrungen eingeweiht, sie ist Hebamme und hat mir kurzfristig die Akupunktur vermittelt. Der Rest der Familie soll es an Weihnachten erfahren, kurz vorher habe ich noch den ersten 'offiziellen' Ultraschall. Bis dahin meide ich Sichtkontakt mit meiner Mutter. Die macht sich eh schon so Sorgen, dass ich mich kaputt mache und im Moment seh ich mindestens so beschissen aus wie ich mich fühle

    Mit graut ein bisschen vor der Reaktion. Meine Eltern und die Schwiegerfamilie werden sich riesig freuen, da habe ich keinen Zweifel. Allerdings wird es im gleichen Atemzug mit den Glückwünschen wieder massiv Druck seitens der Urgroßeltern geben, wann denn nun endlich geheiratet wird. Wenn es nach mir ginge, hätten wir diese lästige Formalie längst erledigt - schnell zum Standesamt, unterschreiben, fertig. Männe dagegen braucht die große Sause mit 150 Leuten, hat aber auch keine Zeit oder Interesse sich drum zu kümmern und mir fehlt im Moment jede Energie das alleine zu stemmen. Seh's eigentlich auch gar nicht ein.
    Meine andere Schwester ist auch noch so ne Sache. Unser Verhältnis ist eh nicht das beste und wenn sie erfährt, dass wir noch ein Kind bekommen und deshalb wohl noch vor Juli heiraten werden, fällt sie tot um. Sie hat vor kurzem endlich den lang ersehnten Antrag von ihrem Bonzen-Freund bekommen und plant seitdem ihre grandiose Traumhochzeit im Sommer. Wenn ich vorher heirate und auf ihrer Hochzeit mit Babybauch oder Frischling auftauche, wird ihr das gar nicht gefallen ☹️ Ist aber nicht zu ändern und sollte daher auch nicht meine Sorge sein.

    Mit der Arbeit gibt das auch noch was . Aber das führt heute zu weit.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 13 Dezember 2016 ---
    Schon mal in der 9. Woche nen Schwangerschaftstest gemacht? Es entbehrt jeder Sinnhaftigkeit, aber wenn man die säckeweise gekauft hat und sie noch im Bad rumliegen, kann das schon mal passieren. Schließlich durfte ich bislang noch keinen Herzschlag sehen und fühl mich auch kein Stück schwanger, sondern echt nur krank - was keine Entschuldigung ist für derartigen Unfug, aber vielleicht eine Erklärung. Gestern also hielt ich mal wieder so ein billiges Stäbchen in dunkelgelben, maximal konzentrierten Urin gehalten und fiel aus allen Wolken. Der Kontrollstrich war kaum zu sehen! Mir ging ziemlich die Flatter, aber nach kurzer Internet-Recherche lernte ich den sog. High-Dose-Hook-Effekt kennen. Bei viel zu hoher hcg-Konzentration reagiert der Farbstoff nicht mehr so wie gewünscht (warum auch immer). Man muss dann das Pipi ganz erheblich verdünnen, dann wird der Strich wieder fett. Sachen gibt's ....
     
    Zuletzt bearbeitet: 13 Dezember 2016
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    20 Dezember 2016
    #6
    SSW 10, 9+2

    Am Wochenende habe ich mich nach einer Woche Krankschreibung wieder ins Geschäft getraut. Lange geht das nicht mehr gut, ich muss es echt bald sagen. Zum einen f*ckt mich die Übelkeit doch noch sehr, auch wenn ich mich derzeit nicht mehr übergeben muss und zumindest die Flüssigkeitsbilanz wieder halbwegs im grünen Bereich scheint. Das andere ist meine Geruchsempfindlichkeit: unsere Kundschaft ist oft sehr ungepflegt oder im Gegenteil mit literweise Billigparfüm getränkt, raucht Kette oder ist - das ist das Schlimmste - schon ne Weile tot :kotz: Sonst bin ich in diesen geruchsintensiven Momenten recht tough, aber im Moment mag ich nur schreiend wegrennen. Insgesamt habe ich die Dienste gut rumgebracht, aber gerade der letzte Nachtdienst war dann doch sehr hart hinsichtlich Müdigkeit und Übelkeit. Hinterher ging es mir dann wieder echt beschissen und ich weiß nicht recht, ob ich mir für meine Tapferkeit und selbstlose Kollegialität auf die Schulter klopfen oder wegen unfassbar selbstzerstörerischer Dummheit eine scheuern soll. Eine andere Kollegin ist gerade in der 5. Woche, direkt nach dem Pipitest, zum Chef gerannt und hat sich mit sofortiger Wirkung aus dem Schichtdienst herausnehmen lassen. Ersetzt wird sie natürlich nicht und wir alle tragen das in Form von noch mehr Überstunden mit... Und ich dumme Kuh schäme mich schon für paar Tage krank.

    Ansonsten betrauere ich im Moment intensiv meinen Muskelschwund, bin weiter hauptsächlich übellaunig und finde das Schwangersein wenig spaßig. Kleiner Lichtblick waren zwei gute Stunden gestern - in denen ich mich dann auf dem Rad abgeschossen habe. Auch dumm. Vielleicht ist die Übelkeit mit ihren Freunden Kreislauf, Kopfweh und Magenschmerz wirklich nötig, um mich in den kritischen Wochen genug auszubremsen. Als mir zum ersten Mal jemand mit dieser Theorie kam, fand ich sie frech und absurd, aber man wird ja älter und weiser...
    Heute Nachmittag ist wieder Vorsorge. Wenn nicht irgendwas granatenmäßig schiefgegangen ist, sollte es endlich mal was zu sehen geben und vielleicht bekomme ich dann endlich ein bisschen ein schwangeres Gefühl.
    Muss mich nur noch entscheiden, ob ich der Gyn die Wahrheit sage, nämlich dass es mir die letzten drei Wochen echt mies ging oder ihr frech ins Gesicht lüge, drei Liter Wasser trinke um meinen Gewichtsverlust zu kaschieren und direkt um eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für den Schichtdienst bitte. Die hätte ich gern, bevor ich mich als schwanger oute. Nicht weil ich Nachtdienst so geil finde, sondern weil wir mit meinen Arbeitszeiten gut eingespielt sind, was die Krötenbetreuung betrifft und ich Vollzeit im Tagdienst nicht schaffen würde, wegen Elterngeld aber auch nicht reduzieren möchte jetzt. Natürlich könnte ich das mit der Bescheinigung auch noch auf die nächste VU verschieben, aber ich kann den Ranzen keine vier Wochen mehr verstecken :whistle:
     
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    30 Dezember 2016
    #7
    SSW 11 10+5

    Elfte Woche... das leidige erste Trimester nähert sich seinem Ende, aber irgendwie bewegt sich rein gar nichts, jedenfalls nicht zum Positiven. Mir ist immer noch kotzübel, rund um die Uhr, und ich wiege weiterhin 56 Kilo, so wenig wie seit über 10 Jahren nicht. Die Muskulatur an den Beinen hält sich zumindest optisch, auch wenn gefühlt keinerlei Druck mehr da ist, aber mein hart erkämpfter Bizeps scheint sich vollständig verabschiedet zu haben. Die letzten Jahre hatte ich mir immer ausgemalt, wie ich eine erneute Schwangerschaft zur Klimmzug-Challenge umfunktionieren würde, ich naives Stück. Wie blöd bis zum Schluss Klimmzüge trainieren -schließlich ist dabei der Bauch nicht im Weg und auch der Beckenboden bleibt weitgehend ungestört- und versuchen, das Level trotz steigenden Körpergewichts einfach nur zu halten. Nach der Entbindung hätte ich dann das Kreuz meines Lebens und einen neuen Rekord gehabt. Jaja, das war doof.
    Man kann es oberflächlich und irgendwie gestört finden, wie sehr ich gerade meiner Fitness hinterher trauere. Aber diesmal bin ich in noch fast in Topform schwanger geworden, unmittelbar nach einem sehr harten, langen und erfolgreichen Rennen. Der Absturz jetzt ist einfach enorm und an schlechten Tagen macht mich das ziemlich depri.
    Wer wirklich unter meinem miserablen Zustand leidet, ist die Kröte. Mit mir ist einfach nichts anzufangen und das ist gerade jetzt in den Ferien echt bitter ☹️
    Seit ein paar Tagen ist mir auch wieder dauernd schwindlig, nachdem es für eine Weile besser gewesen war. Bauch ist nur abends wirklich zu sehen und dann ist es auch mehr Bläh- als Babybauch. Die Sorge ich könnte ihn nicht mehr verstecken, erweist sich also als unbegründet.

    Die Vorsorge letzte Woche mit dem ersten "großen" Ultraschall hatte mich einigermaßen verunsichert. Rechnerisch war ich 9+2, aber sie hat mich auf 8+4 zurückdatiert und den ET auf den 28.7. korrigiert, weil der Zwuckel nur 21mm lang war. Zwei Tage geh ich mit, aber keine fünf! Für den weiteren Verlauf mag das entspannend sein, weil die Beele dann nicht so schnell als zu klein gilt. Aber mich hat es kirre gemacht. Ich bin eh schon super unentspannt und pessimistisch in dieser Schwangerschaft, da hat das grad noch gefehlt.
    Meine Probleme mit der Übelkeit, dem fürchterlichen Sodbrennen und dem Schwindel hab ich tapfer heruntergespielt und die Ärztin stattdessen um eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Arbeit gebeten. Die hat sie mir zugesichert, machte mir aber wenig Hoffnung, dass ich damit durchkomme. Wahrscheinlich hat sie recht, daher halte ich jetzt besser erstmal weiter den Rand und bin im Dienst einfach nicht schwanger, so hart das gerade auch ist. Gerüchte gibt es, da bin ich sicher, aber ich werde sie die nächste Zeit einfach noch nicht bestätigen. Mit gutem Willen geht meine Robbentaille als Ergebnis einer ausufernden Offseason durch.

    Nachdem also das zierliche Zwergenkind mich in seelische Nöte gestürzt hatte und ich zwischenzeitlich sicher war direkt auf eine missed abortion zuzusteuern (was für Aussichten, wenn die nächste VU erst in vier Wochen ist), habe ich mir tatsächlich -wider besseren Wissens- einen kleinen Pocket-Doppler gekauft. Dass ich zunächst keinen Herzschlag gefunden habe, hat mich nicht weiter beunruhigt - 10. Woche, Uterus noch hinterm Schambein... klar, dass da nix geht. An Heiligabend hatte ich dann das große Glück, gleich zweimal fast auf Anhieb ein kurzes Galopp zu hören. Das war insofern hilfreich, dass wir es dann mit halbwegs gutem Gefühl der Familie erzählen konnten. Es ist so dämlich, aber ich war echt kurz vorm Durchdrehen, wegen nichts. Die Tage danach habe ich viele Male vergeblich den Herzschlag gesucht und war drauf und dran unter einem lächerlichen Vorwand in die Klinik zu rennen, einmal bitte Panikschall :kopfwand: .
    Objektiv betrachtet sind diese Ängste unbegründet, ich weiß. Meine Ärztin hat keinen Grund zur Sorge gesehen und auch die Kröte war ja ein zierliches Baby. Anfangs noch ein Durchschnittsembryo wurde sie immer kleiner und leichter und kam dann Anfang SSW 38 mit 2600 Gramm auf der 15. Perzentile putzmunter auf die Welt. Alles gut. Schlussendlich habe ich das Herzchen dann doch noch gefunden am Mittwoch und Männe hat den Doppler konfisziert und versteckt, ehe er für eine Woche in Urlaub geflogen ist. Fluch und Segen zugleich, diese Teile.
     
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    7 Januar 2017
    #8
    SSW 12, 11+6

    Gestern im Nachtdienst haben mich der Geruch am Brandort, der in meiner Nase und meinen Kleidern festhing, das Parfüm des Kollegen und der Fahrstil unseres Praktikanten aus heiterem Himmel ins Auto kotzen lassen :sick:. Weil ich nett und klein bin, hatte ich mich nach hinten gesetzt. Das war dann wohl eindeutig zu viel.
    Danach war ich drauf und dran es der Schicht endlich zu sagen. Mein Chef weiß es seit vorgestern, es bleibt aber inoffiziell bis ich die ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung beibringe. Und eigentlich sollte ich es auch erst dann den Rest erzählen - der Buschfunk würde es eh sofort publik machen.
    Im Moment bin ich mir wieder sehr unsicher, ob ich mir mit der Schichterei einen Gefallen tue... Natürlich ist es verlockend ohne Kürzung der Zulagen einen 'normalen' Bürojob zu übernehmen, jede Nacht schlafen zu dürfen und am Wochenende frei zu haben. Andererseits wäre es mit der Krötenbetreuung super stressig und auch die Belastung für die Großeltern, vor allem für meine Mutter, wäre hoch. Das will ich nicht und daher wollte ich alles so belassen wie es ist und einfach einen guten Teil meiner vielen Über- und Resturlaubsstunden verwenden, um Nachtdienste frei zu machen oder abzukürzen, wenn die Personalstärke es ausnahmsweise zulässt. Der gestern war aber ab zwei Uhr so hart, dass ich gerade nicht weiß, wie ich das durchstehen soll.

    Von dem Intermezzo im Auto abgesehen geht es insgesamt besser mit der Übelkeit. Anfallsartig kommt sie immer mal wieder durch, aber es ist nicht mehr dieser grausame Dauerbrechreiz rund um die Uhr.
    Mein Kerl ist von seinem Männerurlaub auf den Kanaren zurück und hat mich heute prompt mit dem unerträglichen Gestank von Eiern mit Speck geweckt, der durchs Schlüsselloch ins Schlafzimmer zu kriechen schien. Ich hasse ihn. Wir hatten dieses Thema so oft, in der ersten Schwangerschaft und jetzt auch wieder - Gebratene Zwiebeln und gebratenem Speck NUR wenn ich außer Haus bin! Es bringt mich fast um :realmad:

    Ansonsten alles unspektakulär. Kurzzeitig hatte ich Mitte der Woche mal einen Nachmittag über so heftige Unterleibsschmerzen, dass ich gedanklich schon auf dem Weg in die Klinik war. Übel war das, als wollte die Gebärmutter den Bewohner unbedingt loswerden, so hat alles gekrampft. Das kannte ich bisher nicht. Hat dann aber nach einigen Stunden nachgelassen und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht.

    Wir schmieden fleißig Urlaubspläne - ab diesem Jahr sind wir ja an die Schulferien gebunden und an Pfingsten kriegt M. vermutlich nicht frei. Bleibt also nur Ostern. Zum Glück ist das diesmal recht spät und ich hoffe, da noch die Kombination aus einigermaßen gutem Wetter und Bewegungsfreiheit abgreifen zu können. Im Moment schwanken wir noch zwischen Sardinien, was wegen der Fähre etwas zeitaufwendiger wäre, und Kroatien. Fliegen mag ich nicht. Ohne Alkohol steh ich das nicht durch. Außerdem könne wir so problemlos die Räder mitnehmen. Und wenn alles gut läuft, fahr ich Pfingsten einfach mit der Kröte alleine nochmal für ne Woche in die Berge. Oh Mann, eigentlich bin ich jetzt schon so was von urlaubsreif...

    Heiraten sollten wir auch noch irgendwann. Verdammt.
     
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    14 Januar 2017
    #9
    SSW 13, 12+6

    Viel tut sich gerade nicht, schwangerschaftstechnisch. Mir ist immer noch zumindest latent übel - körperlich erträglich, da nur wenige Stunden am Tag etwas schlimmer, meist morgens und abends dann wieder. Psychisch nervt es mich halt extrem ab, aber okay, das ist wohl ein Luxusproblem. Gewicht stabil bei 57 kg oder knapp drunter, also im Grunde seit vier Wochen fast konstant und weiter 3 kg unter Ausgangsgewicht. Arme, Dekolleté und Gesicht - also genau da, wo ich niemals auch nur ein Gramm freiwillig abgeben würde...
    Bisschen Kreislaufprobleme hab ich, aber damit war's das dann auch. Bauch ist bisschen was zu sehen, auch in der Früh ist er jetzt nicht mehr wirklich flach, aber so richtig nach Babybauch schaut er nicht aus. Ich fühle mich wie ein Teletubbie, vor allem beim Laufen. Meine Hosen sitzen alle recht tief und bei der Kröte bin ich mit ein paar Bauchbändern durch die Schwangerschaft gekommen ohne nur ein einziges Umstandsteil zu kaufen. Mal schauen, wie das diesmal wird. Die Bänder jedenfalls werde ich bald brauchen oder alternativ ein paar länger geschnittene Unterhemden, wenn ich nicht frieren oder durch peinliche Ranzenblitzer auffallen will.
    Mit dem Doppler finde ich den Herzschlag seit letzter Woche immer fast auf Anhieb und deutlich über dem Schambein. Das beruhigt mich etwas, wo ich mir doch so einen Kopf mache, die Beele könnte nicht richtig wachsen.
    Keine Ahnung woran es liegt, dass ich so schrecklich unentspannt bin. Bei der Kröte habe ich mir um Komplikationen, Krankheiten, Behinderungen etc. keinen Kopf gemacht. Das war so schön... :love:
    Vielleicht ist es das Alter, die Tatsache, dass ich schon ein Kind habe oder mein Job, der so viel mit Tod und Leid zu tun hat... irgendwas hat meinen Gefahrenradar extrem ausgeweitet und das gefällt mir nicht. Ich weiß es nicht. Panisch und übervorsichtig bin ich nicht, eher im Gegenteil. Aber immer unterschwellig angespannt, ängstlich und verdammt pessimistisch. Ich würde mich so gerne freuen, über Namen nachdenken, die Babysachen mal durchgucken und es endlich jedem erzählen statt nur rumzudrucksen, wenn ich gefragt werde, wie es sportlich läuft und welche Rennen ich geplant habe. Ich tu es nicht. Weil ich immer noch damit rechne, dass das hier nicht gut ausgeht. Nicht kann, nicht darf. Irgendwie als ob ich das Glück eines zweiten Treffers auf Anhieb nicht verdient hätte, dass es aufgebraucht ist und das Schicksal noch erbarmungslos zuschlagen wird...
    Das ist auch der Grund, weshalb ich mich jetzt doch für das Ersttrimesterscreening nächste Woche entschieden habe. Vielleicht bringt es Beruhigung, vielleicht Panik. Aber ohne bekomme ich mich halt auch nicht entspannter.

    Unsere verkorkste Hochzeitsplanung läuft und nimmt langsam Gestalt an. Das gibt was
     
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    18 Januar 2017
    #10
    13+3 (rechnerisch)

    Was für eine Arschloch-Woche! :flennen: Am Montag habe ich endlich meinen Antrag auf Ausnahmegenehmigung und Verbleib im Schichtdienst an die Führung eingereicht - keine drei Minuten später saß ich beim Chef im Büro und er hat ihn ohne viel Worte zu machen abgelehnt. Weder hat er mir zugehört, als ich ihm noch einmal meine Beweggründe darzulegen versuchte, noch war gesprächsbereit was etwaige Kompromisslösungen anginge. Scheiße.
    Natürlich muss ich auch mit Arbeitszeiten klar kommen, die mir privat nicht so gut passen. Ja, natürlich geht der Dienst vor... Blablabla.
    Es regt mich nur so auf, weil er ohne Probleme die Möglichkeit gehabt hätte mir das zu genehmigen. Ärztin, Personalstelle, Personalrat, mein direkter Vorgesetzter - alle haben es befürwortet, meine Kollegen hätte auch Kompromisse zu ihren Ungunsten mitgetragen. Kurz, es wäre für alle ein Gewinn gewesen. Aber nein, keine Präzedenzfälle :realmad:
    Jetzt beuge ich mich also nach dem Willen des Lords einer MutterSCHUTZvorschrift, die mich alles andere als schützt, sondern mich vor die Wahl stellt: alles was an Urlaub und Überstunde da ist wegballern, um die 20 Wochen bis zum Mutterschutz geregelt zu bekommen und trotzdem enormen Zeitdruck ertragen oder in Teilzeit gehen und erhebliche finanzielle Einbußen in Kauf nahmen. Wo doch gerade das durch die gesetzlichen Bestimmungen nicht passieren dürfte. Es ist zum Verzweifeln.
    Peinlich auch, dass ich vor Zorn die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte im Geschäft. Beim Chef ging es noch, aber vor den Kollegen war dann Schluss mit tapfer.
    Vor lauter Ärger über meine sehr kurzfristige Versetzung hab ich dann auch seit langem mal wieder gekotzt, so übel war mir den Rest des Tages. Inzwischen habe ich mich einigermaßen gesammelt und morgen schau ich mal, wie ich meinen Urlaub, zumindest den vom letzten Jahr, am besten aufteile.

    Immerhin hat mir meine FÄ heute von sich aus direkt angeboten, dass sie mich mal 2-3 Wochen rausnimmt, wenn es zu arg wird. Das ist schon mal was. Dabei hab ich kein bisschen gejammert, sondern wie immer betont, dass das natürlich alles geht. Da ist noch Potential.

    Die VU war unspektakulär. Blutdruck beim Standard-Wert in dieser Schwangerschaft, 110/60. Einmal waren es diastolisch 65, aber sonst ist es immer diese Wert gewesen. Das ist okay, bei der Kröte war er oftmals richtig niedrig, 85/55 und so... Weil ich heute früh viel getrunken und nix trainiert hatte und schon seit zwei Tagen nicht mehr ordentlich auf dem Topf war, waren 800g Mehrgewicht zu verzeichnen.
    Erstmals hat sie über den Bauch geschallt, das fand ich klasse, da fühlt man sich gleich etwas schwangerer
    Die Beele war schwer aktiv (weiß ich, manchmal meine ich sie schon ganz leicht zu spüren) und ist ordentlich gewachsen, lag mit ihren 7,1 cm von Kopf bis Arsch über dem Schnitt für das beim letzten Mal korrigierte Schwangerschaftsalter und nur etwas darunter für das rechnerische. ET bleibt aber der korrigierte, also der 28.7. statt 23.7. wie berechnet.
    Schade wegen Mutterschutz, ich feilsche jetzt um jeden Tag, den ich eher gehen darf. Aber so haben wir ne gute Ausgangsbasis für die kommenden Messungen und das arme Kind gilt vielleicht nicht so schnell als zu klein, falls es wie seine Schwester ein bisschen zierlich geraten sollte.
    Nackenfaltenmessung war unauffällig, auch der Rest wie er sein sollte. Nasenbein und Oberschenkel hat sie nicht vermessen, war aber darstellbar bzw. das Bein zumindest optisch eher lang, wie schon bei der Kröte. Herz und Hirn auch unauffällig, Rücken und Bauch scheinen geschlossen zu sein. Das beruhigt mich, schließlich hatte ich mit der Folsäure phasenweise echt geschlampt, weil die Tabletten die Übelkeit noch zu verschlimmern schienen. Und oft hab ich es auch einfach vergessen :ashamed:
    Mit Risiko-Zahlen hat die FÄ gar nicht um sich geworfen, das fand ich gut. Und wegen der Blutwerte meldet sie sich auch nur, wenn da was heftig auffällig wäre. Letztlich ist es mir auch egal, ob das nach irgendwelchen undurchschaubaren Programmen berechnete Risiko bei 1:500, 1:300 oder 1:1000 liegt. Die Zahlen verunsichern mehr als dass sie nutzen. Es bleibt Statistik, irrelevant für den Einzelfall. Mir war wichtig, dass gezielt drauf geguckt wird und wenn da keine Auffälligkeiten sind, soll mir das reichen.

    Ein Outing gab es noch nicht, die Beele hatte die Beine fest zusammengepresst. Soll mir recht sein, im Moment hab ich eh andere Sorgen als Namensüberlegungen. Das schieben wir auf, bis wir wissen ob es einen Pimmel hat :tongue:

    Nachher treffen wir uns mit dem Vermieter der Scheune, die wir uns für unsere Katastrophen-Hochzeit Ende März ausgesucht haben. Das war ein Hickhack die letzten Wochen, bin echt froh, dass es jetzt doch zu klappen scheint. Zusage für die Uhrzeit beim Standesamt gibt es leider erst nächste Woche, dann müssen aber ganz fix die Einladungen raus...wenn ich sehe, wieviele Monate im Voraus andere das machen :whistle:
     
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    27 Januar 2017
    #11
    SSW 15, 14+5

    Seit zwei Wochen arbeite ich nun also im Büro, mit normalen Arbeitszeiten wie die meisten anderen auch. Das war seit der Geburt der Kröte nur einmal für ein halbes Jahr der Fall gewesen, sonst immer Wechselschichtdienst. Die Umstellung ist grausam - gefühlt habe ich jeden Tag Frühdienst :sleep:. Ich stehe um fünf auf, komme um 17 Uhr nach Hause, bin im Sack und hab eigentlich noch nichts geschafft.
    Bisher hatte ich mindestens zwei freie Vormittage ohne Kind und ohne Dienst, so richtig Zeit für mich... ein Traum. Es ging alles - Kind, Mann, Arbeit, Haushalt, Sport... sogar für ein kleines Mittagsschläfchen war ab und an noch Zeit. Den Preis, die Müdigkeit nach dem Nachtdienst und die selten ganz freien Wochenenden, habe ich gern gezahlt. Jetzt ist alles "normal" und schon nach zwei Wochen liegen meine Nerven blank, ich bin dauermüde, gereizt und körperlich unausgelastet, weil außer der Fahrt mit dem Rad zur Dienststelle kaum Bewegung möglich ist unter der Woche. Und um vier für Frühsport aufstehen, das pack ich gerade einfach nicht. Muss eh dauernd raus zum Pinkeln und glotze nach Mitternacht halbstündig auf die Uhr, aus Angst zu verschlafen.
    Noch schlimmer ist, dass es schon wieder beziehungstechnisch zu knarzen beginnt, weil Männe sich so ungeliebt fühlt, wenn sein Weib um acht auf der Couch wegknackt oder direkt beim Töchterchen liegen bleibt...
    Abgesehen von diesen Umstellungs- und Schlafproblemen und der damit verbundenen eher mäßigen Gemütsverfassung geht es mir aber gut. Keine Krankheiten (außer Heiserkeit vom etwas lauten Streitgespräch mit meinem Kerl), keine echten Beschwerden. Der Ranzen wächst und mit ihm mein Appetit. Trotz weiterhin bestehender gelegentlicher Übelkeit habe ich in den letzten Tagen solche peinlichen Mengen an Schokolade und süßen Teilchen, üppig belegten Brötchen vom Bäcker, Thaicurry und lecker Döner weggemacht, dass ich mich aktuell lieber nicht auf die Waage stellen mag. So ein Büro in der City und eine rein sitzende Tätigkeit sind echt fatal... Langsam muss ich ehrlich aufpassen, wenn ich die verlorenen Kilos nicht in Form reinen Hüftgolds wieder zurückbekommen will.

    Obwohl der Bauch eigentlich kaum noch zu übersehen ist und ich die Beele inzwischen mehrmals täglich spüre (meist kurz und zart, selten auch schon ein richtige Wühlen) fühle ich mich nach wie vor ziemlich unschwanger. Eigentlich komme ich nur direkt vorm Einschlafen dazu, mich gedanklich mal wirklich für ein paar Minuten auf das, was da passiert einzulassen.
    In meiner ersten Schwangerschaft war das ähnlich und ich war überzeugt, beim zweiten würde alles anders werden. Da wäre ich "richtig" schwanger, mit allem drum und dran. Ich dachte, bis dahin sei ich so richtig "erwachsen", eine richtige Mama. Wäre verheiratet, hätte ein Haus :ninja:, wäre gefestigt im Beruf und nicht geparkt und abgeschoben wie eine unerwünschte Praktikantin. Ich dachte, ich würde mehr aufgehen in meine Mutterrolle, mich mehr danach sehnen, ein Neugeborenes im Arm zu halten, es zu stillen und zu wickeln und so weiter. Tu ich nicht. Wir wollten noch ein Kind, aber das Schwangersein nervt mich eher und auch auf die Anfangszeit mit Säugling habe ich ziemlich wenig Lust. Es ist alles wie immer. Und nein, diesmal mache ich mir auch keine Illusionen - genau so wird es bleiben. Ab Juli werden hier halt zwei Kinder wohnen. Wir werden sie lieben und uns um sie sorgen, aber auch Nummer zwei wird nicht unser komplettes Leben umkrempeln.

    Mittwoch habe ich in der Mittagspause einen Anruf von der Frauenärztin bekommen. Da das ETS ja schon über ne Woche her war und sie angekündigt hatte, sich nur bei schlechten Blutwerten zu melden, rutschte mir natürlich erstmal das Herz in die Hose. Ich hatte nicht mehr mit einem ,Anruf gerechnet.
    Mein Hintergrundrisiko lag altersbedingt bei 1:260 für T21, jetzt nach unauffälligem Ultraschall und den Blutwerten sind wir bei 1:980, also fast um ein Vierfaches geringer. Die Zahlen für T13 und 18 hat sie gar nicht genannt. Trotzdem nannte sie das einen Grenzbereich und meinte, gemäß der Leitlinien empfehle sie den Frauen zwischen 1:150 und 1:1000 eben dann doch weiterführende Untersuchungen.
    Den Bluttest für 500 Tacken, der eine sehr hohe, aber eben auch keine absolute Sicherheit bietet, oder die kostenlose, absolut zuverlässige, aber mit geringem Fehlgeburtsrisiko behaftete Fruchtwasseruntersuchung.
    Den NIPT finde ich angesichts der Wahrscheinlichkeit von jetzt schon fast 99,9% als sinnlos und eine FU, bei der die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zu verlieren, höher ist als die, ein krankes zu entdecken, kann ich auch nicht verantworten.
    Mein rationales Ich hat dann dankend weitere Untersuchungen abgelehnt und nur schon mal den Feinultraschall ab der 20. Woche vormerken lassen. Danach hat es sich tapfer mit statistischen Überlegungen zu beruhigen versucht. Leider kam dann doch das besorgte Panik-Ich durch und jetzt weiß ich wieder überhaupt nicht... der Wert ist ja echt okay (Einzelwerte hab ich noch keine vorliegen), aber im Vergleich zu Traumrisiken von 1:10.000 oder 20.000, wie sie manche (meist etwas jüngere) Frauen haben, dann halt doch auch wieder grottig schlecht.
    So richtig entspannt hat mich das alles dann wohl doch nicht :cautious:
     
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    10 Februar 2017
    #12
    SSW 17, 16+5

    In meiner Naivität hatte ich mich echt gefreut auf diese Fortbildung. Zwei Wochen nicht dumm im Büro rumsitzen wie eine ahnungslose Praktikantin, übermüdet nach Hause kommen und Mann und Kind versorgen... Nein, ein Bett nur für mich alleine, Vollverpflegung ohne einen Finger krumm machen zu müssen, Zeit für ein bisschen Sport und dazu ein Thema aus einem Bereich, der mich wirklich interessiert und in dem ich mittelfristig auch arbeiten möchte.
    Ganz so klasse wars dann leider nicht - die Vorlesungen im überhitzten, engen Hörsaal ließen meine Beine stärker anschwellen als ich es erwartet hätte und abends war ich vom Zuhören und den harten Bänken so zerstört, dass weder für Sport noch für einen Absacker mit den Kollegen noch Energie übrig blieb. Schade.
    Die Heimfahrt mit dem Zug gestern hat mir dann den Rest gegeben. Von den zwei Stunden bin ich anderthalb wie eine Ölsardine gequetscht in der völlig überfüllten Bahn gestanden, den schweren Rucksack auf dem Rücken. Und ich ertrage Menschenmengen und deren Gerüche gerade sehr schlecht :sick:.

    Gegen Abend hat mich dann, kaum war die Tasche abgeladen und das Kind bei der Oma abgeholt, der erste Anfall von Nestbautrieb in ein bekanntes schwedisches Möbelhaus getrieben. Mit dem eigenen Haus wird es wohl so schnell nichts werden, daher müssen wir diese blöde Wohnung irgendwie optimieren, damit es auch zu viert erträglich wird.
    Viel gedacht habe ich mir nicht bei der Aktion, schließlich mache ich auch noch Krafttraining und Kettlebells unter 22 kg besitzen wir nicht. Also so paar Pakete mit Sperrholzfurnier... phhh, lächerlich... dachte ich. Am Ende waren es viele Pakete, große Pakete, schwere Pakete und ich hätte fast geflennt :kopfwand:Beim Einladen, an der Kasse, beim Verladen... Auch dem Bauch war es dann auf dem Parkplatz schnell zu viel und ich musste oft pausieren, so hat es gezogen. Klarer Fall von Selbstüberschätzung. Ich hatte wirklich Angst. Der Bauch hat sich nach vier Hot-Dogs und einem Softeis dann auf der Heimfahrt zwar etwas beruhigen lassen, aber Ausladen musste Männe, inzwischen hatte er Feierabend, allein.
    Einen Teil der Errungenschaften habe ich (wer auch sonst) inzwischen aufgebaut, der Rest soll jetzt übers Wochenende folgen.

    Montag ist wieder Zeit für den monatlichen Schnecken-Check, hoffentlich gibt es diesmal ein Outing. Falls sie denn überhaupt schallt. Bis zum Feinultraschall sind es noch 3-4 Wochen und ganz langsam werde ich dann doch ein bisschen neugierig.
    Ein leichtes Mädchen-Gefühl habe ich zwar, aber das kann genau so gut darauf beruhen, dass ich mir einen Buben einfach überhaupt nicht vorstellen kann. Vom Praktischen her würde es kaum einen Unterschied machen - Mädchensachen haben wir kistenweise, Bubenkram steht bei meiner Schwester in noch größerer Zahl und wir haben ja wirklich noch alle Zeit der Welt. Wobei mir die IKEA-Aktion doch auch deutlich meine derzeitigen Grenzen aufgezeigt und mich darin bestärkt hat, die Räumerei und alles, was irgendwie anstrengend werden könnte, möglichst bald anzugehen. Ende März steht unsere dämliche Hochzeit an (nein, ich bin nicht im geringsten motiviert), da muss noch einiges getan werden bis dahin. Ostern wollen wir in Urlaub und bis wir zurück sind, nähere ich mich stark der 30. Woche. Zumal ja eh nur noch am Wochenende wirklich was geschafft werden kann, wenn ich nicht endlich das Krankfeiern lerne. Wobei ich schon irgendwie finde, dass ich für die ganze Übelkeit noch ein paar Tage gut hätte.

    Körperlich geht es mir weiter gut, wenn man von den Schlafproblemen absieht. Die schicken mich tatsächlich etwas, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
    Der Bauch rundet sich zunehmend und fängt an dezent im Weg zu sein. Inzwischen gehe ich nicht mehr in die Hocke zum Schuhebinden, sondern stelle lieber die Füße hoch. Auf dem Bauch Liegen geht nur noch mit dickem Kissen unter der Brust. Und neue Bauchtücher habe ich bestellt, weil ich die alten ums Verrecken nicht mehr finde. Optisch gefalle ich mir zur Zeit nicht wirklich mit meinem kleinen Ranzen, kann ihn auch nicht süß oder putzig finden. Bestenfalls bin ich neutral, oft finde ich diese seltsame kleine Wampe aber auch abstoßend - wie sich diese schrecklichen Adern auf der Brust, die seit ein paar Tagen deutlich hervortreten. Bei der Kröte hatte mich das schon geekelt, ich hatte aber gehofft, es diesmal lockerer nehmen zu können. Naja, sind wir halt ne Weile hässlich. Was soll's, dient ja einem edlen Zweck.

    Was mich mehr irritiert ist, wie negativ ich auf die täglich deutlicheren Kindsbewegungen reagiere. Einerseits freue ich mich schon über jeden Stupser, ist das doch immer wieder aufs Neue ein unheimliches Wunder und einfach nur krass, krass, krass.... Aber bei dieser Faszination bleibt es dann auch. Emotional berührt es mich nicht. Oder richtiger: jedes gerade aufkommende Gefühl für dieses Leben in mir, wird im Keim erstickt durch eine ganz seltsame Angst. Ich habe das Gefühl die Kröte zu betrügen. Dieses kleine Teufelsweib, das ich mehr liebe als ich mir jemals vorstellen könnte überhaupt irgendjemanden lieben zu können. Für das ich alles tun würde. Meine Tochter, meine EINZIGE Tochter. Ich kann nicht recht glauben, dass sich diese Liebe verdoppelt, wenn das "neue" Kind da ist und irgendwie fürchte ich, ihr etwas wegzunehmen :flennen: Völlig bekloppt.
     
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    13 Februar 2017
    #13
    SSW 18, 17+1

    Sie ist ein stures kleines Gewächs, diese Beele.
    Rechnerisch sind wir heute bei 17+1, korrigiertes Schwangerschaftsalter 16+3 und die nächste VU stand an.
    Mit der Kröte hatte ich damals bei 16+4(5) auch eine, da drängt sich der direkte Vergleich ja fast schon auf. Die Beele ist bei allen Werten sauber im Mittelfeld, die Kröte war damals einen Tick darüber, 14 zu 15 cm, 180 zu 200 Gramm, der Punkt geht an die große Schwester.
    Leider - und das bedauere ich gerade wirklich ein bisschen - saß mein kleiner Buddha stur mit angewinkelten Beinchen da und hat uns keinen Blick dazwischen gewährt. Die Ärztin hat es echt probiert, aber da war nix zu holen.

    Auch sonst war alles okay. Uterus wie bei der Kröte zu diesem Zeitpunkt bei N-2, Pipi o.B. und RR 120/60. Obwohl ich kaum getrunken hatte und durch die Erkältung gerade ziemlich angeschlagen bin, hatte ich erstmals überhaupt einen systolischen Druck von 120(!), also Standard. Glaub das gab es in den ganzen fast 36 Jahren noch nicht. Und laut der Waage in der Praxis habe ich heute mein Ausgangsgewicht wieder erreicht. Die heimische Waage sieht mich noch rund 2 kg darunter, aber ich war heute auch dick eingepackt und mal wieder verstopft.
    Das und die Schlafstörungen... sonst alles easy. Über die Erkältung will ich nicht klagen, ich hatte jetzt wirklich lange Ruhe mit Infekten.
    Nervig nur, dass ich mich zwar echt scheisse fühle (und ja auch kaum was Hilfreiches nehmen darf), aber gerade tatsächlich nicht krank zu Hause bleiben sollte. Zwar bin ich auf meiner neuen Dienststelle nach wie vor absolut verzichtbar, aber ich habe seit heute richtig Ärger an der Backe. Eine aufgebrachte Bürgerin hat sich sehr wortreich in der obersten Führungsebene über mich beschwert und dabei teilweise echt haarsträubende Vorwürfe in den Raum gestellt, die es jetzt auszumerzen gilt. Wegen der Fortbildung die letzten Wochen ist meine Stellungnahme eh schon überfällig. Bevor das nicht erledigt ist, kann ich nicht ruhig im Bett bleiben. Für mich steht da auch eine Beurteilung und damit die Beförderung auf dem Spiel. Das kotzt mich schon an, dass ich mich jetzt wieder krank ins Geschäft schleppen muss - wegen sowas.

    Die Beele ist seit gestern wieder schwer aktiv und da ich seit heute weiß, dass ich diesmal eine Hinterwandplazenta habe, wundert es mich auch nicht mehr, wie gut ich die Tritte teilweise schon spüre und auch ganz leicht sehen kann. Die große Schwester hatte vorhin auch mal kurz Glück und konnte einen kleinen Kick erfühlen. Das ist schon alles toll. Aber wie bereits geschrieben - so richtig emotional mitnehmen tut's mich noch nicht. Dachte es wird vielleicht besser, wenn wir das Geschlecht wissen und Nr.2 so etwas realer wird. Aber da werden wir uns nun halt noch in Geduld üben müssen bis zum zweiten Screening in vier Wochen oder bis zum Feinultraschall, je nachdem was eher kommt.
     
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    23 Februar 2017
    #14
    SSW 19, 18+5

    Ganz bin ich nicht bei der Sache im Moment. Wenn mich jemand fragt, wie weit ich bin, antworte ich nur noch "kommt im Juli" oder "knapp Halbzeit" - einfach weil ich die blöde Woche nicht präsent habe und immer erst länger überlegen und rechnen muss. Also 19. Woche, 18+5 rechnerisch, +0 nach Frühsono.

    Die Beele hat einen neuen Projektnamen: Charlie. Warum weiß ich gar nicht recht, aber er passt für beide Geschlechter. Die Kröte nennt Charlie weiter lieber Minimum, nach einem etwas angestaubten schwedischen Aufklärungsklassiker, den ich mit ihr gelesen habe. Minimum jedenfalls wird jetzt sehr liebevoll begrüßt, abgeknutscht (auch gerne in der Öffentlichkeit) und gestreichelt.
    Mit dem Realnamen sind wir noch kein Stück weiter. Ein paar Mädchennamen haben wir schon in der engeren Auswahl (ungefähr so 50), zum Teil noch Reste von der Kröte. Jungsnamen noch keinen einzigen. Drängender als der Vorname ist zur Zeit allerdings der Nachname. In fünf Wochen heiraten wir und eine der großen Baustellen (neben so banalen Dingen wie Klamotten, Ringen, Tischdeko und Gastgeschenken) ist derzeit noch die Frage nach dem Familiennamen. Die Kröte heißt wie ich und weil sie über 5 Jahre alt ist, muss sie mit einer etwaigen Namensänderung einverstanden sein. Sie wäre aber nur bereit den Namen des Vaters anzunehmen, wenn ich das auch tue ("Ich will für immer heißen wie die Mama. Punkt!"), Doppelname fürs Kind ist zu recht verboten, Doppelname für mich akzeptiert sie nicht als gleichen Namen. Männe will meinen/unseren Namen ebensowenig annehmen wie ich seinen und ein Doppelname kommt für ihn erst recht nicht in Frage. Als einziger in der Familie anders heißen als der Rest will er auch nicht und da alle gemeinsamen Kinder eines Paares den gleichen Nachnamen führen müssen, wäre es auch keine Lösung, Charlie seinen Namen zu geben und alles weitere so zu belassen. Das wird nicht ganz einfach...

    Ansonsten alles ruhig. Charlie ist recht lebhaft, aber ich habe den Eindruck, er oder sie bewegt sich ganz anders als die Kröte. Die hatte viel überall gewühlt, in diesem frühen Stadium eher nicht gekickt. Diesmal werde ich praktisch nur getreten und zwar zu 90% nach unten. Ganzkörperbewegung ist kaum zu fühlen. Wahrscheinlich ist es echt ein fauler Bub, der immer noch wie ein fetter Buddah gelangweilt da drin hockt und in schöner Regelmäßigkeit kräftig austritt.
    Meine Schwester hatte mir ja zu Beginn der Schwangerschaft angeboten, bei Bedarf für einen Panikschall mit mir in die Klinik zu gehen, wenn sie nicht eh gerade Dienst hat. Jetzt hat sie das Angebot um einen Penisschall erweitert, falls ich es nicht aushalte bis zur nächsten VU in drei Wochen zu warten. Mal schauen, ich glaube sie ist neugieriger als ich.

    Körperlich alles gut, bis auf die etwas hartnäckige Erkältung mit heftigen Husten, dem ohne Medis nicht so recht beizukommen ist. Und Pilz Nummer 2 für diese Schwangerschaft, der erste war in der 6. oder 7. Woche gewesen und zum Glück schnell wieder weg. Müde bin ich und neige wieder verstärkt zu leichtem Nasenbluten, wie schon bei der Kröte. Aber das ist alles nicht der Rede wert.

    Sport geht grundsätzlich noch ganz gut, der Baby-Fail liegt beim Laufen im Grundlagenbereich etwa bei 10-15%, bergauf etwas höher. Wenn ich mal kurz in den dunkelgelben Bereich gehe, merke ich aber deutlich meine derzeitige Grenze. Ich würde gerne mehr trainieren, aber mit den neuen Arbeitszeiten haut das nicht mehr hin. Trotzdem hoffe ich, mich zumindest bis zu den Osterferien einigermaßen in Schuss halten zu können, sonst haben weder mein Kerl noch ich Spaß am gemeinsamen Radeln, Wandern und Klettern am Gardasee. Das ist jetzt noch so meine Motivation, ansonsten würde mir gerade auch die Couch reichen...
     
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    1 März 2017
    #15
    SSW 20, 19+3

    Big fat Mama... im Moment habe ich das Gefühl zu explodieren. Der Bauch ist inzwischen als Babybauch zu erkennen, es sieht zumindest in enger Kleidung nicht mehr aus als hätte ich es mir etwas zu gut gehen lassen. Und die Haut juckt und spannt wie blöd, innerlich merke ich auch, wie es langsam knapper wird und in Kürze werde ich den Lenker am Alltagsrad höher stellen müssen... Die ersten Jeans werden jetzt zu eng, allerdings nur die, die ohnehin schon immer knapp und eigentlich nur für dünne Tage was waren. Aber ohne Bauchband geht inzwischen fast nix mehr, alle meine Oberteile sind zu kurz. Mal schauen, wie sich das die nächsten zwei, drei Wochen noch entwickelt - ich brauche dringend was zum Anziehen für die Hochzeit und wirklich abschätzen kann man das Ranzenwachstum ja nicht.

    Mit meinem Kerl stehe ich gerade, passend zur anstehenden Vermählung, ziemlich auf Kriegsfuß. Er fühlt sich mal wieder ungeliebt und zurückgestoßen und es fehlt ihm jedes Verständnis dafür, dass ich am Ende des Tages einfach nur platt und fertig bin und eine halbe Stunde gemeinsam Serienschauen oft das Maximum ist, was ich noch geben kann an Zweisamkeit, ehe ich spätestens um 21 Uhr tot umfalle. Es tut mir ja leid für ihn, dass ich ihn nicht wie bei der Kröte im zweiten Trimester in einer Tour bespringe. Aber ich bin einfach zu kaputt, um rollig zu sein und attraktiv fühle ich mich halt gerade auch nicht. Es tut mir wirklich leid. Aber andererseits hab ich es auch satt mich dauernd dafür zu entschuldigen.
    Mein Tag beginnt spätestens um fünf Uhr, seiner anderthalb bis zwei Stunden später. Kind und Haushalt sind weiterhin zu mindestens 80% mein Bier, obwohl wir gleich viel arbeiten und ich im Gegensatz zu ihm auch noch ne starke Stunde länger unterwegs bin täglich. Egal wie oft wir das schon diskutiert haben, es ändert sich nichts. Vor allem geht nichts von selbst und ich bin es einfach leid, ihm jeden Scheiß vorbeten und jede Selbstverständlichkeit einfordern zu müssen. Mein Tag ist randvoll mit Job, Kind, Einkaufen, Haushalt und einem mir heiligen Minimum an Sport und nur sonntags bleibt tatsächlich mal Zeit wirklich kurz auszuspannen - wenn ich am Samstag entsprechend tapfer war und viel Liegengebliebenes weggeschafft habe. Männe dagegen... ach, egal. Genug geschimpft :censored:

    Letztes Wochenende waren wir, die Kröte und ich, tatsächlich noch zum Penisschall bei meiner Schwester in der Klinik, um vielleicht Charlies Geschlecht zu erfahren. Danach wollten wir eigentlich noch drei Haltestellen weiter in die Stadtmitte fahren, nach Klamotten für die fette Mama gucken und ein Eis essen. Drei Kreuze, dass wir das gelassen haben - just zu dieser Zeit ist dort ein Irrer mit dem Auto in eine Gruppe von Passanten gerast und hat einen davon tödlich verletzt :schuettel:
    Für die Kröte war der Penisschall sehr schön, zu den normalen Vorsorgeuntersuchungen möchte ich sie ja nicht mitnehmen. Ich finde, Kinder haben dabei nichts verloren, schließlich kann auch immer mal was auffällig sein und dann will ich das nicht vor meiner Tochter mit der Ärztin besprechen oder sie alleine rausschicken müssen. Seinen eigentlichen Sinn hat der Besuch leider nicht erfüllt: Charlie hat die Beine einmal mehr nicht breit gemacht. Von unten konnte man ein bisschen dazwischen spitzeln, aber die Abwesenheit eines deutlich sichtbaren Gemächts als Beweis für ein Mädchen zu nehmen, ist laut der Ärztin dann doch etwas spekulativ. Es bleibt also bei Charlie, wir wissen es immer noch nicht.
     
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    10 März 2017
    #16
    SSW 21, 20+5

    Rechnerisch hatten wir am Wochenende tatsächlich Bergfest. Krass. Und auch wieder gar nicht. Ich kann nicht sagen, dass die Zeit besonders schnell vergangen wäre. Die ersten 13, 14 Wochen haben sich dank der quälenden Übelkeit sehr gezogen und jetzt sind es insbesondere die Arbeitstage im Büro, die so gar nicht rumgehen wollen.

    Körperlich kann ich weiter nicht klagen. Es gibt gute und weniger gute Tage, aber das ist ja nur normal. Irgendwo zwickt es immer und ich bin auch eher platt. Mich nervt ein bisschen die latente Dauererkältung, die ich schon seit drei Wochen einfach nicht los werde und das Nasenbluten. Gestern auf dem Heimweg von der Arbeit war es richtig fies - natürlich waren meine Taschentücher leer, also habe ich (auf freiem Feld ohne echte Alternative) tapfer immer wieder mit den Handschuhen Blut und Radler-Rotz weggewischt. Dummerweise war ich spät dran und die Kröte kam mir schon auf dem Schulhof entgegen, noch ehe ich mir auf der Toilette notdürftig das Gesicht hätte waschen können... Es muss schauerlich ausgesehen haben, sie ist arg erschrocken.
    Aber das wars auch schon. Keine echten Beschwerden.

    Leider fange ich gerade an Wasser einzulagern. Ich finde das reichlich früh, bei der Kröte ging es erst im dritten Trimester los und eigentlich nur an den Füßen. Da war es auch deutlich wärmer als jetzt.
    Jedenfalls hatte ich wie aus heiterem Himmel plötzlich drei Kilo mehr drauf, der schöne neue Trauring passt nicht mehr, ich kann mich in normalen Jeans nicht mehr bewegen und habe ab Mittag tierische Schmerzen in den Beinen. Teilweise war ich drauf und dran, das Rad im Geschäft stehen zu lassen und mit der Bahn nach Hause zu fahren, weil ich nicht wusste, wie ich die lächerlichen 10 km mit diesen Beinen schaffen sollte...
    Mein Blutdruck ist aber weiter niedrig-normal, also kein Grund für echte Sorgen. Es nervt nur. Jetzt schau ich halt, dass ich etwas mehr Eiweiß esse (fällt mir in der Schwangerschaft leider schwer), viel trinke und auch am Schreibtisch die Füße / Waden bewege, Hochlegen ist leider nicht drin. Außerdem quäle ich mich halt doch nach Feierabend noch zu mehr Sport als ich eigentlich für meinen Seelenfrieden bräuchte. Zu sexy Thrombosestrümpfen könnte ich mich noch nicht überwinden, aber das kommt sicher noch.

    Es geht wieder los mit der Schwangerschaftsdemenz, herrlich. Diese Woche stand ich in der Mittagspause zweimal ohne Geldbeutel beim Bäcker und einmal nach dem Sport ohne Slip im Büro, das war richtig eklig. Und wir haben noch starke vier Monate vor uns...

    Auf meinen Bauch bin ich diese Woche jetzt mehrfach angesprochen worden, so nach dem Motto "Langsam sieht man ja was!" Naja, ich seh da schon seit vielen Wochen eine zunehmend dicken Ranzen, aber verglichen mit anderen ist er wohl immer noch echt harmlos:
    IMG_1289.JPG IMG_1298.JPG
    Das linke war von gestern Abend, das rechte von heute früh. Umhüllt sieht es irgendwie nach mehr aus, liegt aber vielleicht sich an der Perspektive.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14 März 2017
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    14 März 2017
    #17
    SSW 22, 21+2

    Heute war VU, diesmal mit dem zweiten Screening. Zufällig auf den Tag genau am gleichen Tag des Schwangerschaftsalters wie bei der Kröte, bei 20+4, also diesmal halt das sonografisch korrigierte Alter. Hier im Tagebuch und auch für mich halte ich ja stur am rechnerischen Alter fest, vor allem weil es mir leichter merke, wenn Montag immer +1 ist.
    Charlie/das Minimum blieb ein weiteres Mal seiner Linie treu, hatte die Beine fest geschlossen und angewinkelt. Würde ich nicht dauernd getreten, hätte ich langsam meine Zweifel, ob er oder sie die überhaupt bewegen kann.
    Ansonsten alles gut - Kind weiter im Schnitt, wenn auch im Vergleich zu den letzten Messungen etwas abgeschmiert und einen Tick zierlicher als die Schwester zu diesem Zeitpunkt. Das haben wir dann kurz thematisiert und ich bin echt froh, dass sie das -anders als meine Ärztin damals- sehr entspannt zu sehen scheint. Ich sei ja auch sehr schlank, meinte sie :ROFLMAO: Naja, die müssen sich ja auch verkaufen, die armen Gynäkologen. Charlie jedenfalls scheint kein Doppler-Marathon zu drohen, sollte er oder sie sich ein bisschen weiter unten in der Kurve zu platzieren.
    Langsam komme ich mir echt doof vor, weil ich sonst einfach nix anzumerken habe bei der Gyn. Sie erkundigt sich immer dreimal ganz lieb, ob ich irgendwelche Fragen habe, aber die hab ich meistens nicht. Es ist alles so erschreckend unkompliziert bislang und bestimmt wirke ich wie eine völlig desinteressierte herzlose Alles-egal-Mutter. Mit Bagatellen wie hier ein Zwicken, da mal Nasenbluten oder Müdigkeit muss ich sie ja nicht zutexten und die manchmal recht heftigen Kontraktionen hatten wir das letzte Mal schon besprochen. Sonst hab ich ja nichts. Im Gegenteil - oft geht es mir ziemlich gut und ich vergesse regelmäßig, dass ich schwanger bin.
    Das Wasser ist zum Glück wieder weg, da hatte ich keinen Gesprächsbedarf mehr. Beim offiziellen MuPa-Wiegen war ich ein halbes Kilo leichter als vor vier Wochen, das verbuche ich aber unter normaler Schwankung. Also eigentlich plus minus null, weiter Ausgangsgewicht. Hat sie aber nicht kommentiert.
    Und andere Dinge wie was kann/darf/soll ich (nicht mehr) machen, bespricht man denke ich besser gar nicht so genau. Das muss jede Frau mit sich selbst ausmachen und solange es keine Komplikationen gibt, will ich da gar nicht nachbohren.
    Nächstes Mal dann der kleine Zuckerbelastungstest, da bin ich mal gespannt, was auf mich zu kommt. Man hört ja öfter wie grässlich das sein soll - vorstellen kann ich es mir aber nicht. Ich hau mir häufig auf nüchternen Magen
    Zuckerbomben mit ähnlichem Glukosegehalt rein, ist noch nie was passiert.
    Bis dahin ist dann auch die Hochzeit rum und ich hab den Kopf etwas freier und kann mir in Ruhe ein paar Brut-Fragen ausdenken.
     
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    21 März 2017
    #18
    23 SSW - 22+2

    So wie die 23. Woche losging, darf es gerne weitergehen.
    Sonntag bin ich beim Laufen auf meiner bergigen Hausstrecke mal eben ohne es zu merken Schwangerschaftsrekord gerannt, Baby-Fail erstmals seit Monaten deutlich unter 10%, eher so 3-4% :whoot:. Bin nicht mal sicher, dass dieses geringfügig langsamere Tempo tatsächlich der Schwangerschaft geschuldet ist oder nicht vielmehr daran liegt, dass ich seit Oktober nicht mehr gezielt intensiv trainiere. Sehr fein das - wenn es noch paar Wochen so weiter geht, umso besser. Nur Pinkeln muss ich beim Rennen jetzt wieder dauernd, als ob das Minimum auf meiner Blase Trampolin springt.
    Wer's weiß sieht dem Bauch an was Sache ist. Was die Sonntagsspaziergänger und anderen Sportler, denen man so begegnet, wohl denken, wenn sie mich sehen? Unter einer Regenjacke oder auch nur Weste versteckt ist er ja schon noch grenzwertig klein und weil ich recht muskulöse Beine und einen durchaus vorhandenen Hintern habe, sieht das einfach nur pummelig aus. Wie ein Teletubbie. Ob sie dann denken, mein Gott, die kenn ich doch, die war mal schnell und schlank - wird Zeit, dass die mal wieder gescheit trainiert... Oder ob sie sich sagen: krass, ganz schön flott dafür, dass sie so fett ist! Ich weiß es nicht und es ist mir auch egal. Aber viele glotzen mir definitiv auf den Bauch und man kann förmlich sehen, wie es rattert im Hirn.

    Und ja, doch - natürlich häng' ich auch mal durch. Richtig gut geht's mir nur am Wochenende, unter der Woche schwellen mir doch ziemlich die Beine an, bin ich reichlich matschig und falle regelmäßig um neun im Bett. Das ist nicht wirklich schlimm, aber es nervt halt. Zum Glück hab ich noch ein paar Überstunden, die weg müssen vor dem Mutterschutz. Meine Lieblingskollegin (die, die sich am Tag nach dem positiven Pipi-Test aus dem Schichtdienst hat rausnehmen lassen) macht es richtig: ne Woche da, ne Woche krank, ne Woche da, ne Woche Urlaub, da, krank, da, Urlaub... Und die hat ein eigenes Büro, während ich weiter jeden Morgen heimatlos auf Rechnersuche durchs Dezernat tingele und meine Akten mit mir rumschleppe...

    Der Bauch wächst wie gesagt gerade nicht so wirklich, zumindest nicht nach außen. Ich habe aber auch einen relativ langen Oberkörper und da ist viel Platz, um so ein Kind zu verstecken... Dafür wachsen meine Möpse. Mir selbst fällt es nur daran auf, dass die neuen BHs schon wieder zu klein werden. Stattdessen spricht mich die Kröte jeden zweiten Tag völlig fasziniert drauf an. Und mein Kerl natürlich. Wenigstens der freut sich, ich brauch das ja nicht unbedingt. Stört nur.

    Zweiter Grund, weshalb die 23. Woche gut losging: heute war der Feinultraschall. Bei der Kröte hatte ich ihn einfach nur so mitgenommen, weil meine damalige Ärztin den Frauen routinemäßig eine Überweisung in die Hand drückte. Diesmal habe ich mir ziemlich viele Gedanken gemacht, ehe ich mich entschieden habe hinzugehen. Wegen des "intermediären Risikos" nach dem ETS hatte ich auch diesmal eine Überweisung und musste nicht selbst zahlen. Hätte ich aber auch gemacht. Irgendwie ist mein Sicherheitsbedürfnis größer als bei der Kröte und ich möchte einfach wissen, was Sache ist und vorbereitet sein.
    Ich war heftig nervös die letzten Tage - unverständlich eigentlich, schließlich war ja bisher alles unauffällig gewesen. So blieb es dann letztlich auch und ich hoffe, jetzt kann ich mich endgültig locker machen und den nächsten Wochen entspannt entgegen sehen. Es sieht alles gut aus. Die Schallbedingungen waren perfekt, man hat auch Feinheiten ganz klar erkannt, die Nierenbecken, die kleinen Herzklappen, die Linsen im Auge... es hat gegähnt, getrunken und kräftig ausgetreten - was nicht so prickelnd war, war mal wieder die Kindslage. Das Minimum hatte es sich heute in Schädellage gemütlich gemacht, mit dem Kopf sehr tief im Becken. Man hat alles schön sehen und ausmessen können - Kind weiter voll in der Norm, aber plötzlich doch eher stramm mit knapp 500 g, einem Bauch, der den übrigen Körperteilen ne Woche voraus ist und - das hat vor allem meinen Kerl gefreut - offenbar auffallend gut entwickelter Muskulatur an den Gliedmaßen. Erst dachte ich, sie macht Witze, aber nachdem beide Ärztinnen und die Helferin unabhängig voneinander betont haben, dass das aber sehr kräftige Waden und ein dicker Bizeps sind, nehme ich es mal so hin. Wäre ja auch mal schön zur Abwechslung ein nicht ganz so zartes Kind zu kriegen... Sind aber auch noch vier Monate, kann sich alles noch ändern.
    Um Zervix und Gehirn beurteilen zu können, musste die Ärztin vaginal schallen und das Gesicht haben wir leider gar nicht zu sehen bekommen. Immerhin, Kiefer und Zahnanlagen waren auch von oben gut darstellbar und eine LKS scheint auch nicht vorhanden zu sein. Alles gut. Nur wie unser Kind aussieht, da werden wir uns wohl überraschen lassen müssen. Nicht mal ein ordentliches Profil war drin, es hat die Nase in die Plazenta vergraben. Macht nichts. Ein bisschen spannend muss es ja bleiben.

    Immerhin ist die eine große Überraschung jetzt keine mehr: das Minimum hat gleich zu Beginn bereitwillig einen Blick zwischen die Beine gewährt. Endlich! Die Schamlippen waren auch für uns Laien zweifelsfrei erkennbar.
    Männe war nur ein klitzekleines bisschen enttäuscht, meinte, er versucht es wieder... Bis dahin genießt er es, für die nächsten Jahre die Nummer eins im Leben dreier Frauen zu sein, a real ladies man :rose:.

    Mir war es jetzt echt gleich, aber ich bin froh, dass wir es wissen und nach der Hochzeit (und dem Urlaub) dann mal endlich mit der Namenssuche starten können. Aber erst brauch ich was zum Anziehen!:ninja:
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 März 2017
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    27 März 2017
    #19
    SSW 24, 23+1

    Da ist sie, meine persönliche Horrorwoche. Freitag heiraten wir :bier: Soll alles sehr entspannt werden, aber trotzdem wollen/werden wir ein paar Traditionen bedienen müssen, um den ganzen Omas und Opas gerecht zu werden, die sonst tödlich beleidigt wären. Alles Männes spießige Verwandtschaft, aber ich bin ja nett und füge mich.
    Jedenfalls hab ich immer noch nichts anzuziehen und langsam wird es doch ein wenig knapp. Samstag war ich endlich in der Stadt deswegen - Fehler. Erstmal war ich eh schon groggy, als ich nachmittags los bin, kein Wunder nach dem üblichen samstäglichen Sport-, Putz- und Waschmarathon und einer viel zu kurzen Nacht mit scheußlichen Alpträumen (Leichen beseitigen, die ich nicht umgebracht hatte, Flugzeugabstürze und zwischendurch immer wieder wilde Sexszenen!). Dann war natürlich die Hölle los - ich frag mich echt, was die Leute da wollen bei dem Bombenwetter. Shoppen ist was für Regentage, wenn man nicht grade heiratet und dringend was zum Anziehen braucht... Schon ohne Baby im Bauch hasse ich es, Klamotten zu kaufen, aber so und mit Zeitdruck war das gar nichts. Hässlich, fett und unfassbar verbaut hab ich mich gefühlt. In jeder Umkleidekabine habe ich neue Besenreiser an meinen ungewohnt schwabbeligen, bleichen Beinen ausfindig gemacht. Der Bauch... ach verdammt, das dumme Ding ist zu groß für normale Klamotten, zu klein für Umstandskleider und meine Oberschenkel passen eh in keine normale Hose, Rock will ich eigentlich nicht, weil meine Beine mit dem Wasser zur Zeit noch stampfiger aussehen als eh schon... Jedenfalls endete diese Einkaufstour mit einem mittleren Nervenzusammenbruch, ich habe direkt im Parkhaus zu flennen begonnen und erst wieder 20 min später im Baumarkt damit aufgehört. Baumarktshopping ist mein Ding. Wenn alles im Leben so einfach wäre wie Pflanzen und Blumentöpfe zu kaufen. Naja, drei Tage hab ich noch. Zumindest theoretisch. Frei hab ich erst ab Donnerstag...

    Das Minimum scheint gerade einen Wachstumsschub zu machen, zumindest habe ich das Gefühl zu platzen und mein Bauch ist eigentlich dauerhart. Die ständigen Kontraktionen nerven, mir ist leicht übel und ich bin furchtbar müde. Echt unangenehm. Könnte natürlich auch einfach sein, dass das Programm der letzten Tage, seit Wochen der blöde Hochzeitsstress im Hinterkopf und jetzt die Zeitumstellung ihren Tribut fordern. Aber nein, bestimmt wächst es nur... Alles gut, weitermachen. Keine Schwäche zeigen.
    Männe kriegt zwei Tage Sonderurlaub fürs Heiraten, ich nicht. Erst wenn er stirbt darf ich auf Kosten des Landes einen Tag zu Hause bleiben :kopfwand:

    Sonst was? Was Schwangerschaftstechnisches? Außer Kontraktionen und einem gefühlten Riesenranzen? Nö. Wir sind jetzt in diesem lustigen Stadium angelangt, wo man Po oder Kopf (so genau kann ich es noch nicht differenzieren) von einer Bauchseite auf die andere schieben kann. Das arme Kind. Es wird dauernd gepiesackt von seiner Rabenmutter. Und auch Außenstehende können jetzt durch die Kleidung die Beulen sehen, die über den Bauch wandern.
    Sonst gibt es nichts. Ich bin völlig entnervt und absolut urlaubsreif (13 Tage noch...), aber mehr auch nicht :ashamed:
     
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    4 April 2017
    #20
    SSW 25, 24+2

    Siebter (Mond-) Monat. Hui. Das klingt schwangerer als es aussieht und sich anfühlt.

    Ich bin platt. Richtig erschöpft, vor allem mental. Die Vorbereitungen für unsere Hochzeit letztes Wochenende, versüßt noch durch eine super aufgeregte, dadurch nimmermüde und extrem hibbelige Erstklässlerin und grässliche Ischiasschmerzen, haben Spuren hinterlassen. Ach was, ich sammle diese Spuren schon seit fast nem Jahr. Solange liegt unser letzter Urlaub zurück, danach hatte ich immer nur einzelne Tage für Training oder Wettkämpfe frei und bin direkt nach dem letzten harten Rennen schwanger geworden, was auch nicht unbedingt lustig war zu Beginn. Chillige Saisonpause fiel also auch aus.

    Die Hochzeit selbst... naja, es war ein nettes Feschdl. Mehr nicht, aber mehr wollten wir auch nicht. Essen war wirklich lecker, Kuchen natürlich viel zu viel (plötzlich standen da fast doppelt so viele Kuchen wie abgesprochen, wenigstens die stundenlange Steherei in der Küche am Vortag hätte ich mir also sparen können...). Der DJ hat mich geärgert. Da bekommt er eine Liste von mir mit zehn Titeln, die ich im Verlauf des Abends gerne gespielt gehabt hätte und spielt davon genau zwei :realmad: Plus einen als Rausschmeisser. Die schrecklichen Schlager, die meine Schwägerin sich zu später Stunde gewünscht hat, hat er alle sofort gespielt. Abgemacht war was anderes.
    Tapfer durchgehalten hab ich trotzdem, dank wirklich feinem Placebo-Sekt und viel Zucker. Die Kröte war auch nicht totzukriegen und wir haben bis fast eins getanzt - sie die meiste Zeit dann auf meinem Arm, ich war echt groggy. Halb fünf waren wir im Bett, leider nur bis neun und so schleppe ich mein Schlafdefizit immer weiter mit mir rum und durch die Arbeitswoche.

    Der Ischias ist jetzt etwas besser, Madame hat sich gedreht und liegt wieder in SL - das scheint ihm besser zu bekommen.
    Darum würde auch nichts aus meinem Vorsatz, mich heute bei der VU für den Rest der Woche krankschreiben zu lassen. Ich bin sehr dankbar für meinen robusten Körper und genau aus dieser Dankbarkeit resultiert dann meine Scheu, mir mal wirklich Ruhe zu gönnen, weil ich psychisch ausgebrannt bin, fahrig, schlaflos und nie wirklich glücklich oder entspannt. Meine Ärztin ist echt lieb, sie hat mir schon so oft angeboten mich mal rauszunehmen, aber ich dumme Nuss schaff nichtmal drei Tage, aus Angst, dass dann ändere meine Arbeit machen müssen. Das ist dämlich und es dankt einem keiner, ich weiß. Aber ich kann hier nur sehr schwer aus meiner Haut und bilde mir immer ein, dass es ganz schlecht fürs Karma ist, wenn man wegen Lappalien zu Hause bleibt. Bei anderen hab ich da kein Problem, aber mir selbst gestehe ich das einfach nicht zu. Doof. So wird halt auch diese Woche noch durchgepowert, damit am Montag, wenn wir endlich in Urlaub fahren, der Schreibtisch leer, die Wohnung sauber, Koffer gepackt, die Räder gewartet und am Auto die Reifen gewechselt sind. Zwischendurch sind wir am Samstag noch selbst auf ner Hochzeit eingeladen, klassisch den ganzen Tag :argh: Wahrscheinlich werde ich dann am Gardasee richtig krank...

    Die VU, um mal zum eigentlichen Thema dieses Tagebuchs zurückzukommen, war irgendwie seltsam. Es ging damit los, dass mein schwangeres Hirn den Termin wieder auf gestern datiert hatte, wie schon beim letzten Mal. Zum Glück hatte ich gestern früh doch nochmal in den Mutterpass geschaut, also nix passiert, außer dass ich von mir selbst entsetzt war.
    Heute dann das übliche Prozedere, starkes Kilo plus in den letzten drei Wochen und damit ca. 1-2 kg über Ausgangsgewicht, ähnlich wie bei Kind eins zu dieser Zeit. Blutdruck normal 110/60, wie fast immer. Uterus auf Nabelhöhe, ich selbst hätte ihn etwas höher angesiedelt, Zervix feste zu, hochstehend und stabil bei 4 cm, pH unauffällig, trotz Pilzsporen unterm Mikroskop. Vor paar Wochen hatte ich mir selbst diese pH-Stäbchen zugelegt, weil ich doch immer mal wieder mit Jucken und Brennen zu tun habe in dieser Schwangerschaft. Aber wenn Soor den pH-Wert gar nicht verändert, kann ich mir das auch sparen...
    Ultraschall gab es diesmal erstmals keinen, aber das wäre auch unnötig gewesen, nachdem ja alles unauffällig war die letzten Male. Und ich brauche das Baby-Fernsehen auch nicht mehr, je größer der Bauch und je stärker die Tritte werden.

    Den Zuckertest (nur das Screening mit 50g Glukose) fand ich völlig unproblematisch. Es gab eine unspektakuläre Traubenzuckerlösung, die nach nichts besonderem geschmeckt hat, süß und kalt halt. War in Ordnung. Obwohl ich ohne Not nüchtern gekommen war, wurde mir nicht schlecht. Werte hab ich noch nicht, sie meldet sich nur, wenn was auffällig wäre. Bitte nicht, ich will schlemmen in Italien!
    Fast hätte ich den Zuckertest ungewollt sabotiert: nach der Untersuchung, die zwischen Trinken der Lösung und Blutabnahme stattfand, hab ich mich gedankenverloren von der Ärztin verabschiedet, das Rezept wegen Pilz Nr. 3 (läuft bei mir...) in Empfang genommen und bin ab... erst auf der Hauptstraße fiel mir ein, dass mir ja niemand Blut abgenommen hatte. Ungefähr gleichzeitig klingelte dann auch das Handy... Sie haben es zum Glück alle mit Humor genommen, auch wenn ich so ein paar Minuten über der Zeit war - mein Parkplatz war natürlich weg gewesen. Schwanger macht echt dumm.
    Zweite Kuriosität war das Tokogramm. Sinn und Zweck dieser Untersuchung erschließt sich mir eh nicht ganz, handelt es sich doch immer nur um kurze Momentaufnahmen. Witzlos, erst recht in der 25. Woche. Vermutlich nichts als reine Absicherung.
    Witzig beim Toko war die Verpeiltheit der Arzthelferin. Angekündigt hatte sie, mich zehn Minuten am Gerät zu lassen, am Ende waren es zwanzig - und sie hatte vergessen, das Ding richtig einzustellen. Es hat nicht gedruckt :ROFLMAO: Mir war das egal, hab's zwar registriert und mich kurz gewundert, aber dann beschlossen, dass das wohl aufzeichnet und erst später druckt. Statt durch die Praxis zu brüllen, dass hier was nicht stimmt, hab ich dann einfach den wilden Pogo genossen, den die Madame währenddessen getanzt hat. Immerhin hatte ich dank dieser Aktion dann keinen Leerlauf, musste keine langweiligen Klatsch-Zeitschriften im Wartezimmer lesen und hatte fast kein schlechtes Gewissen wegen der Flucht vor der Blutentnahme.

    Insgesamt kann es so weitergehen - etwa mehr Energie wäre schön, aber sonst passt alles.
     
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